P2P Lending. Nachhaltigkeit und Risiko der Geldanlage auf P2P Lending Plattformen


Bachelorarbeit, 2019

83 Seiten, Note: 1.0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Aufgabenstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Methodisches Vorgehen

2. Historische Entwicklung des Kreditwesens

3. Die Generation der Digital Natives
3.1 Das Web 2.0
3.2 Crowdfunding, Crowdinvesting und Crowdlending
3.3 Der FinTech Markt
3.4 Regulatorische Hindernisse bei FinTechs
3.5 Peer to Peer Lending Plattformen

4. Geschäftsmodell des P2P Lendings
4.1 Crowdlending
4.2 Zielgruppe des Crowdlendings
4.3 Anforderungen / Herausforderungen

5. Gesetzliche Regulierung des P2P Lendings

6. Warum vorzugsweise Osteuropa / Lettland

7. Vergleichende Analyse führender Anbieter im Inland und Ausland
7.1 P2P Plattformen in Deutschland
7.1.1 Auxmoney
7.1.2 Smava
7.1.3 Lendico
7.1.4 Crosslend
7.2 P2P Plattformen im Ausland / Lettland
7.2.1 Mintos
7.2.2 Twino

8. Chancen und Risiken bei Investitionen auf P2P Lending Plattformen
8.1 Betrachtung der Anlegerseite
8.1.1 Chancen für Anleger
8.1.2 Risiken für Anleger
8.2 Anforderungen an den Finanzintermediär
8.3 Anforderungen an die P2P Lending Plattform.
8.4 Betrachtung der Kreditnehmerseite
8.4.1 Chancen für Kreditnehmer
8.4.2 Risiken für Kreditnehmer
8.5 Risiko eines kompletten Plattformausfalls
8.6 Einführung des Risikobegrenzungsgesetzes

9. Fazit und Ausblick

Anhangsverzeichnis

Literatur- und Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Figure 1 Kernprinzipien und Anforderungen von Web 2.0 Anwendungen. Eigene Darstellung in Anlehnung an: Fre-richs, Arne; Schumann, Matthias (2008); O´Reilly 2005; Koch / Richter 2008

Figure 2 Web 2.0 Geschäftsstruktur. Eigene Darstellung in Anlehnung an: Quelle: Kernprinzipien des Web 2.0 Vgl. Frerichs, Arne; Schumann, Matthias (2008); O´Reilly 2005

Figure 3 Die verschiedenen Segmente des Crowdfundings. Eigene Darstellung in Anlehnung an: Sixt, Elfride (2014), S. 56/57

Figure 4 Zukunftsprognose Marktvolumen der FinTechs in Deutschland. Eigene Darstellung in Anlehnung an: Dorfleitner, Prof. Dr. Gregor; Hornuf, Jun.-Prof. Dr. Lars (2016) S.64

Figure 5 Geschäftsmodell einer Crowdlending Plattform. Eigene Darstellung in Anlehnung an: Bundesastalt für Fi-nanzdienstleistungsaufsicht (2019a), 3. Abschnitt im Hauptframe

Figure 6 Geschäftsmodell einer Crowdlending Plattform mit Intermediär. Eigene Darstellung in Anlehnung an: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (2019a), 3. Abschnitt im Hauptframe

Figure 7 Chancen & Risiken für Kreditgeber, eigene Darstellung in Anlehnung an: P2P Kredite Vergleich (2016) , 3. Abschnitt im Hauptframe

Figure 8 Chancen & Risiken für Kreditnehmer, eigene Darstellung in Anlehnung an: P2P Kredite Vergleich (2016) , 3. Abschnitt im Hauptframe

Figure 9 Bekanntheit P2P Lending und Crowdfunding, eigene Darstellung

Figure 10 Geschlecht der Befragungssubjekte, eigene Darstellung

Figure 11 Altersdurchschnitt der Befragungssubjekte, eigene Darstellung

Figure 12 Gründe gegen eine Kreditvergabe auf einer P2P Lending Plattform, eigene Darstellung

Figure 13 Bedeutung gesetzlicher Regulierung und Risikobegrenzungsgesetz, eigene Darstellung

Figure 14 Anforderungen an den Intermediär bei der Bonitätsbewertung, eigene Darstellung

Figure 15 Anforderungen der Anleger bei einer Investition, eigene Darstellung

Figure 16 Anforderungen des Intermediärs bei der Kreditvermittlung, eigene Darstellung

Figure 17 Crowdfunding Kampagnen in Deutschland. Eigene Darstellung in Anlehnung an: Statista GmbH (2019b), 2. Abschnitt im Hauptframe

Figure 18 Crowdfunding Kampagnen Weltweit. Eigene Darstellung in Anlehnung an: Statista GmbH (2019a), 2. Abschnitt im Hauptframe

Tabellenverzeichnis

Table 1 Die Generationen in Deutschland im Überblick. Eigene Darstellung in Anlehnung an: Bernauer, Dominik / Hesse, Gero / Laick, Steffen / Schmitz, Bernd (2011), S. 37

Table 2 Zukunftsprognose Marktvolumen der FinTechs in Deutschland. Eigene Darstellung in Anlehnung an: Dorfleitner, Prof. Dr. Gregor; Hornuf, Jun.-Prof. Dr. Lars (2016) S.64

Abkürzungsverzeichnis

BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

Basel III – Baseler Rahmenvereinbarung über die Eigenkapitalempfehlung für Kreditinstitute

BGH - Bundesgerichtshof

bzw. – beziehungsweise

ca. – circa

CEO - Chief Executive Officer

ETF - Exchange Traded Funds

EU – Europäische Union

FinTech – Finanztechnologieunternehmen

i.H.v. – in Höhe von

KMU – kleine und mittelständische Unternehmen

KWG – Kreditwesengesetz

P2B – Peer to Business

P2P – Peer to Peer

RisikoBegrG - Risikobegrenzungsgesetz

s. – siehe

S. – Seite

sog. – sogenannt

v. Chr. - vor Christus

VermAnlG – Vermögensanlagegesetz

z.B. – zum Beispiel

1 Einleitung

„Verbunden werden auch die Schwachen mächtig."1 In der heutigen Zeit erfreuen sich Plattformen, auf denen Anleger in Kredite von Privatpersonen investieren können, stetig wachsender Beliebtheit. Diese Peer to Peer Lending Plattformen sind neue Spieler im Finanz- bzw. Kreditmarkt und umgehen das bestehende Gefüge von Banken und Kreditdienstleistern.2 Das klassische Bankdarlehen ist mittlerweile nicht mehr die erste Wahl auf der Suche nach einem Kredit. Vermehrt entstehen sogenannte FinTechs, die versuchen mit attraktiven Konditionen schwarmfinanzierte Kredite besonders an junge Kreditnehmer zu vermitteln. Ein weiterer Faktor, der P2P Lending Plattformen so attraktiv macht, ist oftmals die nicht so strenge Prüfung der Kreditwürdigkeit und der Schufa Score. Gerade für Menschen, die nach der Anfrage bei einer Bank eine Absage erhalten haben, bietet sich hier eine zweite Option. Generell ist ein crowdfinanzierter Kredit mit weniger bürokratischem Aufwand verbunden.3 Auch eine persönliche Bindung oder Vermarktung einer Geschäftsidee von einem Kreditnehmer, in die die Crowd investieren kann, wirkt sich positiv auf den Trend aus.4 Das Zinsniveau ist bei einer P2P Lending Plattform höher als bei den traditionellen Anlagemöglichkeiten der Banken. Dies resultiert mitunter aus der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank.

Durch Regulierungsmaßnahmen soll das Entstehen einer schlechten oder gar nicht mit Vermögenswerten abgesicherten Kreditblase verhindert werden. Diese Regulierung wird mit Firmensitzen im Ausland / Lettland und das Umschulden auf günstigere Kreditgeber aus einem Investorenpool gerne umgangen. Somit entsteht ein Geflecht aus umgelagerten Krediten zu unterschiedlichen Konditionen, welches für Investoren und Spekulanten höchst profitabel sein kann. Dies hat allerdings zur Folge, dass der ursprüngliche Kreditnehmer und somit der materielle Deckungswert immer weiter in den Hintergrund gerät und im Extremfall gar nicht mehr existiert. Beim Aufschaukeln dieser Kredite kann eine Kreditblase entstehen, die beim Zusammenbruch dazu führen kann, dass eine P2P Lending Plattform Insolvenz anmelden muss. In diesem Fall sind die Kapitaleinlagen der Anleger mit in der Konkursmasse, ohne den Schutzstatus eines Sondervermögens und somit sehr wahrscheinlich verloren.

1.1 Aufgabenstellung

Es stellt sich die Frage, inwieweit der Trend um P2P Lending Plattformen in den nächsten Jahren bestehen bleibt, bzw. weiterentwickelt und in welchem Rahmen die klassischen Bankinstitute auf diese Entwicklung reagieren. Auch ist eine Betrachtung der Angebote, Nachhaltigkeit und der Sicherheit der jeweiligen Plattformen auf dem Markt sinnvoll. In diesem Rahmen sollen Chancen und Risiken der Akteure gegenübergestellt werden. Die regulatorischen Aspekte im Bereich Crowdlending sollen herausgearbeitet werden, insbesondere in Bezug auf den Firmensitz in Deutschland oder im Ausland. Sowie eine Abgrenzung, inwieweit die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank das Abwandern zu alternativen Finanzierungs- und Anlagemöglichkeiten im Bereich P2P Lending begünstigt.

1.2 Zielsetzung

Zentrales Ziel dieser Bachelorthesis soll sein zu analysieren, ob der Trend zu P2P Lending Plattformen eine Modeerscheinung oder ein nachhaltiger, dauerhafter Marktfaktor auf dem Kreditmarkt ist. In diesem Rahmen soll die Funktionsweise von P2P Lending Plattformen erläutert, sowie die Chancen und Risiken für alle beteiligten Akteure bei einer solchen Kreditvergabe analysiert werden. Es soll betrachtet werden, warum eine Kreditvergabe auf einer P2P Lending Plattform zunehmend reizvoller ist und inwieweit den Bankinstituten Konkurrenz gemacht wird. Zudem soll untersucht werden, was die Anfänge des Geldverleihens waren, wie der bankenbasierte Kreditmarkt aufgebaut ist und in welcher Form der Trend zu den P2P Lending Plattformen den klassischen Kreditgebern Konkurrenz macht. In dem Vergleich von deutschen und ausländischen Plattformen soll die Regulierungslandschaft, sowie die Finanzaufsicht und das Risikobegrenzungsgesetz näher betrachtet werden. Eine Risikoanalyse soll Gefahren aus der Sicht der P2P Plattformnutzer herausstellen, sowie die Potentiale für Kreditnehmer, Kreditgeber und die jeweiligen Finanzintermediäre darstellen. In diesem Rahmen soll ein P2P Plattformvergleich durchgeführt werden, der die führenden P2P Lending Plattformen gegenüberstellt. Die Sichten der Akteure auf die Geschäftsabläufe sollen mit Hilfe einer empirischen Untersuchung mit der Datengrundlage einer für diese Bachelorthesis durchgeführten Befragung dargelegt werden.

Auch soll die Frage, ob das Risiko bei einer Investition auf P2P Lending Plattformen für den Investor einschätzbar ist, beantwortet werden. Bei grenzübergreifenden Geldtransaktionen gelten je nach Gebiet unterschiedliche Regulierungsmechanismen. Unter diesem Aspekt soll näher darauf eingegangen werden, in welchen Ländern sich die P2P Lending Dienstleister vorzugsweise ansiedeln. Ein weiterer Betrachtungspunkt ist, ob sich das Verhalten der klassischen Kreditgeber wie Bankkonzerne, in direkter Konkurrenz mit diesem neuen Geschäftszweig ändert oder anpasst. Werden in den nächsten Jahren P2P Lending Plattformen die klassischen Bankinstitute zunehmend verdrängen? Oder wird durch Regulierungsmaßnahmen und Eingriffe in die Geschäfte der Plattformen und deren Mittelsmänner das Zinsniveau so weit gesenkt, dass sich in Abwägung des Risikos eine Geldanlage nicht mehr lohnt. Eine weitere Möglichkeit ist ein immer engeres Zusammenarbeiten von P2P Lending Plattformen und Kreditinstituten als Finanzintermediäre. Zudem soll auch die Möglichkeit eines Finanzcrashs, wie zuletzt im Jahr 2008 und dessen Auswirkungen auf das angelegte Kapital der Investoren auf dem jeweiligen Plattformkonto, untersucht werden. Hierzu sollen regulatorische Mechanismen und gesetzliche Rahmenbedingungen der P2P Lending Plattformen analysiert und den Anforderungen des Marktes gegenübergestellt werden.

Zunächst soll auf die Entstehung des FinTech Markts, geprägt von der Generation der digital Natives eingegangen, sowie auch eine Beschreibung der Evolution des Kreditwesens gegeben werden. In diesem Rahmen wird auf die historische Entwicklung des Kreditwesens eingegangen und das traditionelle kommerzielle Bankwesen mit dem P2P Konzept verglichen. Anschließend wird eine Begriffsabgrenzung von Crowdlending und P2P Banking dargebracht. In diesem Zusammenhang wird auf die Entstehung von Schwarmfinanzierungen unter dem Oberbegriff Crowdfunding eingegangen, sowie die Unterkategorie Crowdlending näher betrachtet. Es soll die Regulierungslandschaft analysiert werden. Daraus stellt sich die Frage, wo die staatliche Regulierung greift und ab welchem Punkt die P2P Plattformen eine rechtliche Grauzone erreichen. Anschließend wird näher auf die Funktionsweise und die beteiligten Akteure auf P2P Lending Plattformen eingegangen. Hierbei wird das Geschäftsmodell analysiert und Deutsche Plattformen mit Plattformen im Ausland verglichen. Es sollen die Potentiale und die Risiken privater Kreditnehmer und Kreditgeber gegenübergestellt werden. In diesem Kontext wird näher auf das Anlegen von Geld auf P2P Lending Plattformen, sowie Diversifikation, also die Streuung systematischer Risiken für alle an dem Prozess Beteiligten, eingegangen. Absicherungsmaßnahmen die bei einem Zahlungsausfall des Kreditnehmers, sowie der komplette Plattformausfall und die jeweiligen Konsequenzen für Beteiligte, sollen analysiert werden. In Bezug auf P2P Lending Plattformen wird auf die Einführung des Risikobegrenzungsgesetzes eingegangen. Abschließend sollen in der Evaluation die neuen Anforderungen an die klassischen Kreditinstitute, sowie eine Zukunftsprognose mit einem Trendverlauf der nächsten 3 Jahre dargestellt werden.

1.3 Methodisches Vorgehen

P2P Kreditmarktplätze agieren erst seit einigen Jahren. Dies ist der Grund, warum relativ wenig Fachliteratur sowie wissenschaftliche Artikel zu dem Thema existieren. Ein Großteil der Quellen und Literaturverweise in dieser Bachelorthesis bezieht sich daher auf Webseiten und P2P Plattformseiten, so auch Artikeln aus Fachzeitschriften. Die Vorgehensweise baut sich auf einer Internetrecherche mithilfe von „Google" und „Google Scholar" auf, sowie das Ausleihen von Fachliteratur aus der Bibliothek der Fachhochschule Südwestfahlen mit den Kernthemen Web 2.0, FinTech, Crowdfinance und Marktforschung. Es wurde auch auf wissenschaftliche Artikel zum Thema P2P Lending und Banking zugegriffen. In diesem Rahmen werden wissenschaftliche Studien analysiert und Untersuchungsergebnisse mit den eigenen Resultaten abgeglichen. Da eine Analyse der Sekundärliteratur wenig bis keine Informationen über aktuelle Stimmung der P2P Lending Plattformnutzer und potentiellen Nutzern bietet, macht eine Befragung von Befragungssubjekten an öffentlichen Orten Sinn. Diese Umfrage, durchgeführt im Rahmen dieser Bachelorthisis, soll die Marktlage und das Vertrauen in das Konzept des P2P Crowdlendings und der Finanzintermediäre aus Sicht potentieller Kreditnehmer- und geber darlegen. Das Untersuchungsziel dieser Umfrage soll sein, ein aktuelles Meinungsbild quer durch alle Bevölkerungsschichten und Altersschichten zum Thema P2P Lending zu erhalten. Es soll erforscht werden, wie hoch die Bereitschaft auch für Nicht Investoren ist, in diese Geldanlage zu investieren und was dabei die Hauptanreize sind. In diesem Kontext sollen die Anforderungen der Investoren und Kunden in Bezug auf Seriösität, Auftreten und Zusammenarbeit mit Finanzintermediären empirisch untersucht werden.

Die Umfrage wurde bewusst nicht elektronisch durchgeführt, sondern im persönlichen Kontakt mit Passanten. Dies sollte einen Dialog mit den Befragungssubjekten ermöglichen und ggf. Anregungen und Informationen zusätzlich zu dem Umfrageergebnis generieren. Eine Abschätzung, wie das Risiko einer P2P Geldanlage oder Kreditnahme von den Plattformnutzern wahrgenommen wird, soll mithilfe der Untersuchung erbracht werden. Dies soll zu einem Untersuchungsergebnis führen, welches die Wachstumsprognose des P2P Lending Marktes in Deutschland, sowie Weltweit verstärkt. Näher soll ermittelt werden, ob der Modetrend sich fortführt, oder in den nächsten Jahren wieder verschwindet. Bei den Multiple Choice Fragen wurde gezielt eine Mehrfachantwort gefordert, da die Entscheidung für oder gegen eine Investition auf einer P2P Plattform vielfältige Gründe haben kann. Die erlangten Daten wurden mit Hilfe von Excel aufbereitet und grafisch dargestellt.

2 Historische Entwicklung des Kreditwesens

Die Entwicklung des Kreditwesens geht im Grunde in die Zeit zurück, in der die Idee aufkam, ein universell einsetzbares Zahlungsmittel einzuführen.5 Ein einheitliches Zahlungsmittel wurde bei steigendem Warenangebot, sowie Kontakt mit überwiegend unbekannten, nicht vertrauenswürdigen Handelspartnern unverzichtbar.6 Ein Zahlungsmittel funktionierte damals nur, wenn im Markt eine begrenzte Anzahl davon vorhanden war, sowie ein gewisser materieller Wert bestand. So wurden Handelsgeschäfte, je nach Gebiet mit Muscheln, Perlen oder besonderen Steinen betrieben. Die ersten Münzen wurden im Jahr 600 v. Chr. geprägt und bestanden aus Elektron, einer Legierung aus Gold und Silber.7 Die von Alexander dem Großen eingeführte, einheitliche Silbermünze, war das erste großflächig eingeführte universelle Zahlungsmittel und war im gesamten antiken Mittelmeerraum verbreitet.8 Silbermünzen wurden häufig in kleine Stücke zerschlagen und anschließend abgewogen, um Waren oder Dienstleistungen genau zu vergüten.9 Dieses Zerstückeln wurde mit der Einführung von unterschiedlichen Münzwerten überflüssig. Mit dem nun eingeführten Geld war es möglich, Waren und Dienstleistungen zu bewerten ohne Münzen zu zerschneiden und das umständliche Tauschgeschäft mit Gütern wurde überwiegend abgelöst. Der Silbergehalt von Münzen hat im Laufe der Zeit stetig abgenommen. Die letzten Münzen mit einem relativ hohen Silbergehalt in einer Kupferlegierung, waren in Deutschland die Reichsmarkmünzen bis zum Prägungsjahr 1939.10

Mithilfe von Krediten wurden in adeligen Kreisen Kriege geführt und ein ausschweifendes Leben ermöglicht. Dies wurde refinanziert mit eroberten Ländereien und Kriegsbeute.11 Auch in niederen Klassen waren Kredite zwar ohne Geld, jedoch in Form von Warenausgaben gekoppelt mit einem Versprechen einen festgelegten Tribut in einer bestimmten Zeit darzubringen.12 Hier ging es in erster Linie nicht um Geld oder materielle Wertgegenstände, sondern meist um eine Verpflichtung zu einer Tributabgabe in Form von einem Teil der Ernte im Tausch gegen Saatgut auf Kredit.13 Auch war das Anschreiben im Wirtshaus eine gängige Praxis. Vorausgesetzt der Wirt konnte die Bonität der Gäste einschätzen, konnten Gäste anschreiben lassen und ihre Schulden so begleichen, wenn sie wieder zahlungsfähig waren.14 Bis in die heutige Zeit ist das Anschreiben in Gast- oder Wirtshäusern gängige Praxis und kann als Gewährung eines zinslosen Darlehens auf Vertrauensbasis ohne feste Laufzeit und festgelegte Verzinsung interpretiert werden.

Ein Vorgänger der sogenannten Traveller Schecks war das Hinterlegen von Bargeld von Kaufleuten bei Banken.15 Es wurde ein Kreditbrief ausgestellt und dem Kaufmann war es möglich auf den Etappen seiner Handelsreise bei der Bank gewisse Beträge abzuholen. Der Kaufmann reiste annähernd bargeldfrei und konnte somit auch nicht bestohlen werden.16 Das Aufnehmen von Krediten war bis 1945 in erster Linie Geschäftsleuten und Handwerkern vorbehalten. Nach dem zweitem Weltkrieg, als das Wirtschaftswunder in Westdeutschland eine zunehmend konsumgesteuerte Marktwirtschaft hervorbrachte, stieg die Nachfrage nach Konsumkrediten stetig an. Da Grundbedürfnisse wie ausreichend Nahrung und Heizmaterial gedeckt waren, wünschten sich die Bürgerinnen und Bürger Luxusgegenstände wie Einrichtungsgegenstände oder ein eigenes Automobil.17 Es wurde notwendig, Daten von potentiellen Kreditnehmern zu verwalten und zu speichern. Dies wurde ermöglicht durch die Einführung eines Bonitätsbewertungsregisters. Die Schufa Auskunft ermöglicht es, die positive Bonität von Kreditnehmern vor der Kreditvergabe zu überprüfen.18 Mit dem Girokonto wurde das bargeldlose Bezahlen immer einfacher. Mit Einführung des Dispo-Kredites hat jeder Bankkunde bei gut bewerteter Bonität die Möglichkeit, bis zu einer festgelegten Höhe sein Girokonto zu überziehen.19 Dieser Kleinkredit muss so schnell wie möglich ausgeglichen werden, ansonsten fallen Überziehungsgebühren bzw. Strafzinsen an.

Ein negativer Aspekt der Kreditaufnahme ist die Möglichkeit einer Überschuldung. Eine Überschuldung tritt ein, wenn ein Schuldner es nicht mehr schafft, aus eigener Kraft den angehäuften Schuldenberg zu tilgen. Dies konnte man schon in früheren Zeiten beobachten in dem Verhältnis von Lehnsherren und einfachen Bauern. Wenn eine Ernte ausblieb, so z.B. durch eine Dürre oder Überschwemmung, konnte der Lehnsherr das zugewiesende Land enteignen, um so die Schuld des Bauern zu tilgen.20 Im Jahr 1999 wurde das private Insolvenzverfahren eingeführt. Es ermöglicht überschuldeten Privatpersonen, nach einer Phase des guten Verhaltens, eine Befreiung von den restlichen Schulden zu erlangen.21 In den letzten jahren konnte man einen starken Anstieg an Privatinsolvenzverfahren beobachten. Dies ist zum einen zurückzuführen auf eine anhaltende Niedrigzinsphase, die mit günstigen Konditionen verleitet sich hoch zu belasten und zum anderen auf die besonders durch das Internet aufkommenden neuen Möglichkeiten, schnell an günstiges Geld zu gelangen. Auch eine geringe Überprüfung der Bonität potentieller Kreditnehmer wird in den nächsten Jahren dazu führen, dass es immer mehr überschuldete Haushalte und Personen geben wird.

3 Die Generation der Digital Natives

Die Mitarbeiter der Zukunft, auch Millenials genannt, beschreibt eine Gruppe von Menschen, die um die Jahrtausendwende geboren wurden und zunehmend in den Arbeitsmarkt einsteigen.22

Table 1 Die Generationen in Deutschland im Überblick. Eigene Darstellung in Anlehnung an: Bernauer, Dominik / Hesse, Gero / Laick, Steffen / Schmitz, Bernd (2011), S. 37.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die sogenannten Digital Natives oder auch Generation Y ist wie selbstverständlich mit digitaler Technologie aufgewachsen.23 Die Generation Y kennzeichnet eine Veränderung in Gesellschaft und Wirtschaft. Werte, Wünsche und Bedürfnisse sind stark orientiert an der Welt, in der sie aufgewachsen ist. Sie denkt und handelt anders als die vorhergegangenen Generationen und wird als wichtige Ressource am heutigen Arbeitsmarkt angesehen. Konsumverhalten steht bei ihr im Vordergrund. Heutzutage ist es einfach wie nie zu konsumieren. Dies wird vor allem durch eine ausgeprägte Transparenz der Angebote und Preise begünstigt. Auch die rasante Etablierung des Internets mit den neuen Möglichkeiten des Beziehens von Produkten hat zu dieser Entwicklung beigetragen.24

Produktbewertungs- und Preisvergleichsportale erleichtern die Auswahl und es wird sich mit Freunden und Bekannten ausgetauscht, welche Kaufentscheidung am sinnvollsten ist. Es wird nicht ausschließlich gekauft, weil man etwas dringend benötigt, sondern weil man sich von Produkten und Dienstleistungen persönlich emotional angesprochen fühlt.25 Die Nachkriegsgeneration, die heute mit den Digital Natives zusammenlebt, ist in einer völlig anderen Welt herangewachsen. Nach dem Krieg standen Waren meist nur begrenzt und zweckgebunden zur Verfügung. Diese Generation lebt auch heute in einer stark konsumorientierten Welt, ist aber nicht in ihr herangewachsen. Durch die Globalisierung entstand eine Vielzahl neuer Möglichkeiten zu konsumieren. Dies hat die Konsumenten, die mit der Entwicklung des Internets aufgewachsen sind, anspruchsvoller und entscheidungsbewusster gemacht.26

Die Menschen der Generation Y sind die Anleger und Kreditnehmer der Zukunft. Die Vermutung liegt nahe, dass diese Gruppe von Menschen zunehmend auf online Plattformen agiert und sich im zuge dessen immer mehr auf Erfahrungen zur Geldanlage aus der Crowd verlässt. Auch ein Bankberater, der bezüglich der Kreditvergabe oder auch der Geldanlage informiert und Empfehlungen ausspricht, wird zunehmend weniger in Anspruch genommen.27 Das zeitgleiche Erscheinen von P2P Lending Plattformen ist keinesfalls zusammenhangslos. Für die Generation Y ist das flexible Diversifizieren von Geldanlagen und Krediten in einer überschaulichen, benutzerfreundlichen online Oberfläche ein naheliegender Entwicklungsschritt. Es werden komplizierte Einlagekonten und Finanzprodukte umgangen sowie Beraterhonorare gespart.28 Auch kann der Anleger vor der Investition das Risikoranking der einzelnen Finanzierungsvorschläge einsehen und somit Hochrisikoprodukte meiden.29 Dies entspricht den Wünschen und Anforderungen der Digital Natives.

3.1 Das Web 2.0

Das Web 2.0 umschreibt eine neue Ära der Internetnutzung ab dem Jahr 2004. Dabei dient der Begriff Web 2.0 eher als Schlagwort bzw. Buzzword, da die Definition des Begriffs in der Literatur nicht einheitlich ist.30 Das Web 2.0 ist heutzutage zunehmend bezeichnend für eine Veränderung des Kommunikationsverhaltens der Generation Y. Der Internetnutzer steht hierbei im Vordergrund und ist gleichzeitig Sender und Empfänger von Informationen und Inhalten.31 Durch das Teilen und gemeinsame Nutzen internetbasierter Anwendungen werden Applikationen, die früher lokal auf einem PC ausgeführt wurden, mit anderen Nutzern geteilt, vernetzt und kontinuierlich weiterentwickelt.32 Der Begriff ist als ein Oberbegriff für die Vielzahl von neuen Technologien, Anwendungen und Diensten, die interaktiv über das Internet mittels instant Messaging oder Social Networking eine neue Art der Kommunikation von Kunden zu Unternehmen oder auch das Teilen von Inhalten und Erfahrungen unter Nutzern zu verstehen.33 Konventionelle Anwendungen, die bis dato lediglich auf PCs liefen, konnten in das Netz bzw. in eine Nutzerverbundene Clowd umgelagert werden und somit im Internet neue Potentiale entfalten.34 Nachfolgende Abbildung zeigt die Kernprinzipien und Anfoderungen von Web 2.0 Anwendungen und Dienstleistungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Figure 1 Kernprinzipien und Anforderungen von Web 2.0 Anwendungen. Eigene Darstellung in Anlehnung an: Fre-richs, Arne; Schumann, Matthias (2008); O´Reilly 2005; Koch / Richter 2008.

Kernkompetenzen von Web 2.0 Unternehmen lassen sich von diesen Kernprinzipien ableiten. Es macht Sinn, eine P2P Plattform nach diesen Kriterien zu bewerten und zu überprüfen. Das Nutzungspotential für FinTech Unternehmen ist ein Dialog mit der jeweiligen Zielgruppe. Um dies zu erfüllen kann die Nutzercrowd gezielt Bewertungen abgeben und mit Umfragen zu möglichen Verbesserungen der Benutzeroberfläche oder der Bedienerfreundlichkeit beitragen. Auch die Information der Kunden erfolgt auf einem schnelleren Weg. Meldungen zu Konditionen oder Angeboten können nahezu in Echtzeit als Chatdialog, Informationsmeldung oder Email übermittelt werden.35 Auch ein Netzwerk an potentiellen Kunden kann im Laufe der Zeit erstellt werden. Diese Vorgehensweise macht auch Sinn, wenn die erreichten potentiellen Kunden nicht kontinuierlich an den Produkten und Dienstleistungen des Unternehmens interessiert sind.36 Teil der Informationsstrategie ist hierbei auch die Annahme, dass Besucher und Nutzer der Fintech Unternehmensseite diese an ihre Freunde weiterleiten und im besten Fall weiterempfehlen. Somit können Neuerungen und Botschaften eines Unternehmens webbasiert online verbreitet und publiziert werden.37

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Figure 2 Web 2.0 Geschäftsstruktur. Eigene Darstellung in Anlehnung an: Quelle: Kernprinzipien des Web 2.0 Vgl. Frerichs, Arne; Schumann, Matthias (2008); O´Reilly 2005.

Nachteile für ein FinTech Unternehmen im Zusammenhang mit dem Web 2.0 ist der kontinuierliche Kostenaufwand bei dem Generieren von neuen Beiträgen und Inhalten für den Dialog mit den Kunden- bzw. Nutzergruppen.38 Es muss Personal bereitgestellt werden, um Nutzeranfragen möglichst zeitnah zu beantworten, mit Konsequenzen für die aufzuwendenden Personalkosten.39 Inhalte auf der Webseite müssen kontinuierlich angepasst werden, um mit möglicher Konkurrenz mithalten zu können. Die nachfolgende Abbildung zeigt die Kernprozesse eines Web 2.0 Unternehmens. Sie bauen sich mit den beschriebenen Diensten, Vertrauen in die Anwender also der sogenannten „Crowd“ als Mitentwicker auf. Die so entstehende, kollektive Intelligenz wird der Community und somit dem im Hintergrund stehenden Unternehmen zum Vorteil.40 Für dieses Netzwerk zwischen Nutzern und Geschäftstreibenden wird gezielt weitere Software entwickelt und neue Geschäftsmodelle erstellt und erweitert.41

3.2 Crowdfunding, Crowdinvesting und Crowdlending

Crowdlending ist eine Ausprägungsform des Crowdfundings.42 Abgeleitet von dem Wortlaut der Finanzierung „funding" und die Anzahl / Gruppe von Geldgebern „crowd".43 Man unterteilt in equity-based Crowdfunding auch „Crowdinvesting" und lending-based Crowdfunding auch „Crowdlending" genannt. Desweiteren gibt es reward-based Crowdfunding und donation-based Crowdfunding.44

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Figure 3 Die verschiedenen Segmente des Crowdfundings. Eigene Darstellung in Anlehnung an: Sixt, Elfride (2014), S. 56/57.

Bei der Anlageform Crowdinvesting erhält der Investor einen Anteil an einem Unternehmen in Form von einem Anteil an Eigenkapital, Fremdkapital oder einer Mischform der Unternehmensbeteiligung.45 Der Begriff Crowdinvesting wird im allgemeinen unter dem Oberbegriff Crowdfinance geführt.46 Dieser umfasst Anforderungen, Tätigkeiten und Angebote die aus der „Crowd", also dem Wirken aus einer Gruppe von Menschen im Rahmen einer Crowdfinanzierung gefordert oder erbracht werden.47 Dies steht im Gegensatz zum Crowdlending, bei dem der Kreditgeber lediglich sein Kapital zur Verfügung stellt und dieses in seiner Bilanz als Fremdkapital führt.48 Diese Finanzierungsform umfasst Unternehmens- oder Privatkredite, die durch die Crowd ermöglicht werden. Die Investition wird mit einem vorher festgelegten Zinssatz vergolten.49

Es gibt verschiedene Arten des Crowdfundings, so z.B. Crowdfunding Modelle, die den Unterstützern keine finanzielle Gegenleistung erbringen. Diese lassen sich unter dem Oberbegriff „Non-Financial-Returns" einordnen.50 Bei dem „Reward-Based-Crowdfunding" unterstützt der Anleger ein Projekt oder eine Kampagne und wird im Gegenzug mit einer materiellen Gegenleistung belohnt. Es kann auch sein, dass ein unterstützter Musiker oder Prominenter ein Backstage Treffen zur Belohnung für die finanzielle Unterstützung organisiert. Die Gegenleistung besitzt meist einen sehr hohen individuellen Wert für den Unterstützer.51 Ein Beispiel für „Reward-Based-Crowdfunding" ist die Webseite „MeinGrundeinkommen.de".52 Hier wird das kontinuierlich politisch diskutierte bedingungslose Grundeinkommen aufgegriffen, welches unabhängig von Berufstätigkeit und Vermögensbeständen jedem Einwohner eines Landes monatlich ausgezahlt wird. In der Community agieren sogenannte Crowdhörnchen, die jeder Verlosung eines Grundeinkommens automatisch einen Euro zur Verfügung stellen und somit einem ausgelosten Gewinner ein Jahr lang jeden Monat 1000 Euro zukommen lassen. Das „Donation-Based-Crowdfunding" ist das Unterstützen von einer Crowd ohne eine Gegenleistung oder Rendite. Dies gilt zum Beispiel für Unterstützer von Sportvereinen und Mannschaften.53 Im Gegensatz dazu gibt es die Crowdfundingarten mit einer finanziellen Gegenleistung oder Rendite. Gegenleistungen finanzieller Art fallen unter dem Begriff „Financial-Returns"54 zusammen. Hier gibt es das „Equity-Based-Crowdfunding", welches dem Anleger einen Anteil am finanziellen Erfolg des Projektes zusichert.55 Diese Anlegeform nennt man „Crowdinvesting". Der Anleger verspricht sich eine Rendite aus seinem zur Verfügung gestellten Kapital.56

Die Geschäftsidee von Peer-to-Peer Krediten ist, dass man nicht gezwungenermaßen bei einer Bank bei Bedarf einen Kredit aufnehmen muss, sondern auch die Vermittlung über eine online Plattform nutzen kann, auf der Investoren nach einer Anlagemöglichkeit suchen.57 Bei der Finanzierungsform Crowdfunding schließen sich Kreditgeber und Kreditnehmer zusammen und agieren auf einer Online Plattform, welche eine Benutzeroberfläche zum Handeln mit Krediten bietet.58 Ein finanzierendes Bankinstitut steht meist nur als Finanzintermediär im Hintergrund und dient lediglich dazu, die Kredite und deren Finanzierung zu ermöglichen.

Man unterscheidet allgemein unter spendenbasiertem Crowdfunding und gegenleistungsbasiertem Crowdfunding. Beim spendenbasierten Crowdfunding wird eine Institution oder ein Verein durch Spenden gefördert und unterstützt, wobei der Spender kleine oder in keiner Relation stehende Gegenleistungen erhält wie z.B. eine Autogrammkarte oder Merchandise Artikel. Bei dem gegenleistungsbasierten Crowdfunding geht es beispielsweise um die Produktion eines Projekts, an dem eine Gemeinde bzw. Fangemeinde Interesse hat. Ein gutes Beispiel für das klassische „Best Practice Crowdfunding" ist die Produktion von „Stromberg der Film“. Bei „Stromberg der Film" wurde auf mehrere Crowdfundingebenen gesetzt, um die Fans der Serie zum Investieren in das Projekt zu animieren. Dabei waren zwei Faktoren ausschlaggebend. Zum einen wurde ein durchdachtes Crowdfunding Modell gewählt, welches auf mehreren Ebenen agiert und somit den Investor aus der Crowd vielfältig zum Unterstützen motiviert. Zum anderen gab es bereits vor der Ausschreibung eine treue Fangemeinde und somit wurde eine bereits gewachsene Gruppe an potentiellen Investoren direkt angesprochen.59 Eine Gruppe von Investoren stellt Geld zur Verfügung, welches für die Initiierung und die Abwickung des Filmdrehs verwendet wird. Da niemand im Vorfeld sicher abschätzen kann, wie viele Besucher die Produktion in das Kino lockt, ist eine wichtige Voraussetzung ein gewisser Bekanntheitsgrad und Sympathie des anzugehenden Projekts. Im Jahr 2011 wurde die Finanzierung von „Stromberg der Film“ erstmals als crowdfinanziertes Projekt von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen. Somit war die Umsetzung dieses Projekts nicht nur finanziell ein Erfolg, sondern war ein Durchbruch für Crowdfunding in Deutschland und hatte einen erheblichen Marketingcharakter.60 Wenn die Gewinnschwelle, also der „Break-Even-Point" erreicht ist, können die Investoren mit einer Rendite für ihr eingesetztes Kapital rechnen. Bei einem Misserfolg des Projekts erhalten sie lediglich einen Bruchteil des eingesetzten Kapitals zurück, haben aber als Fans der Serie Freude an dem umgesetzten Filmprojekt.61 Eine Fangemeinde wurde in diesem Beispiel über Social Media und Fernsehwerbung auf das Thema Crowdfunding aufmerksam gemacht und direkt motiviert, sich als Investor zu beteiligen und das Projekt an den Freundeskreis weiterzuleiten.

Das Modell setzte eine Investitionssumme von 1 Mio. € voraus, bevor die Produktion beginnen konnte. Während der Produktion wurden weitere Sponsorengelder eingesammelt und als der Film im Kino startete, bekam der Investorenpool 1€ pro verkaufter Eintrittskarte zurück. Diese Erstattung war angesetzt auf 1 Mio. Tickets, danach wurden 0,50 € pro verkaufter Eintrittskarte dem Investorenpool zurückgezahlt.62 Die vorausgesetzte Startsumme von 1 Mio. € wurde schon nach einer Woche erreicht.63 Im Februar 2014 kam der Film in die deutschen Kinos und zählte 1.320.221 Zuschauer (Stand 29.09.14). Sofern sich diese Zahl als finale Zuschauerzahl bestätigt, bedeutet dies für die Crowd-Investoren eine Rendite von 16%* über eine Laufzeit von knapp 3 Jahren (entspricht 5,1%* p.a.).64 Allerdings sind solche Best Practice Crowdinvesting Projekte nur dann durchführbar, wenn das Projekt einen gewissen Bekanntheitsgrad hat. Eine Fangemeinde ist hier von Vorteil und und wird dringend benötigt, da eine direkt angesprochene Zielgruppe mit einem Bezug zum Projekt die Erfolgschancen erheblich steigert. Die Art und Weise des verwendeten Crowdfunding Modells ist dem Verwendungszweck und dem Ziel der Unternehmung anzupassen. Ein weiteres gutes Beispiel für Crowdfunding ist auch das Musik Projekt von Max Giesinger. Im Jahr 2014 startete er ein öffentlich ausgeschriebenes Projekt, mit dem Ziel 10.000€ für sein erstes Soloalbum zu crowdfunden. Dieses Ziel erreichte er mit nur 380 Unterstützern auf der Plattform Startnext, welche sich gezielt an Musiker und Künstler, die neue Projekte starten möchten oder anfangen sich selbst zu managen, wendet.65 Startnext ist die größte Crowdfunding Plattform für Ideen, Projekte und junge Start-Ups im deutschsprachigen Raum und wirbt mit dem ausschlaggebenden Slogan: „Die Zukunft gehört den Mutigen."66 Eine weitere online Plattform, die sich die Spenden der Crowd zu Nutze macht, ist die Webseite „Mein Grundeinkommen.de".67 Wie der Name schon vermuten lässt, wird hier nach dem Motto: „Was würdest du tun?"68 crowdfinanziert Nutzern der Webseite ein Jahr ein bedingungsloses Grundeinkommen in der Höhe von 1000€ pro Monat ausgezahlt. Vorausgesetzt man meldet sich vor jeder Verlosung kurz an, akzeptiert die AGB und die Teilnahme.69 Es wird eine Losnummer ausgeteilt und der Gewinner in einem Live-Stream ermittelt. Sogenannte „Crowdhörnchen" und Spender finanzieren die Grundeinkommen. Es wurden bisher (Stand 01.10.2019) 410 Grundeinkommen finanziert und ausgezahlt, welche von 156.069 Unterstützern realisiert wurden.70 Als User kann man Freunde einladen, unter denen im Falle eines Gewinns das nächste Grundeinkommen verlost wird. So wird in dem jeweiligen Bekanntenkreis des Users Werbung für das crowdfinanzierte, bedingungslose Grundeinkommen gemacht und stetig neue Mitglieder für die Community angeworben.

3.3 Der FinTech Markt

Unter einem FinTech, Kurzform für „Financial Technology", versteht man ein Unternehmen oder einzelne Einheiten eines solchen, welches mithilfe von modernen Technologien Finanzdienstleistungen anbietet.71 Dabei liegt der Fokus darauf, Kundenvorteile wie Automatisierung, einfache Bedienung, Transparenz und Effizienz in einem internetorientierten und vor allem anwendungsorientierten Umfeld zur Verfügung zu stellen.72 Produkte und Dienstleistungen aus dem Banksektor, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen und deren Vermittlung an Drittanbieter werden über FinTechs angeboten. Die Definition beinhaltet auch die Bereitstellung von Softwarelösungen im Finanzdienstleistungs- und Technologiebereich für Unternehmen.73 Es gibt unter dem Oberbegriff FinTech vier Hauptsegmente. Es gibt die Segmente Vermögensmanagement, Zahlungsverkehr, Finanzierung und Sonstige FinTechs.74 Diese wiederum teilen sich auf in Crowdfunding, Crowdinvesting, Crowdlending, Kredite und Factoring sowie Vermögensmanagement.75 Nachfolgende Tabelle und die daraus erstellte Grafik zeigt drei Szenarien für das prognostizierte Marktvolumen der FinTech Segmente im Bereich Crowdlending in Deutschland bis zum Jahr 2035. Die Datengrundlage ist aus dem wissenschaftlichen Bericht von Dorfleitner, Prof. Dr. Gregor und Hornuf, Jun.-Prof. Dr. Lars entnommen.76 Es soll für eine Darstellung des Trendverlaufs bei der Gründung und Weiterentwicklung, sowie die Wachstumsrate der abgewickelten Kampagnen pro Jahr des Fintechsektors dienen. Es wird in drei Szenarien Optimistisch, Basisch und Pessimistisch unterteilt. Die analysierte Zeitspanne reicht von 2015 bis in das Jahr 2035.77

Table 2 Zukunftsprognose Marktvolumen der FinTechs in Deutschland. Eigene Darstellung in Anlehnung an: Dorfleitner, Prof. Dr. Gregor; Hornuf, Jun.-Prof. Dr. Lars (2016) S.64.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Figure 4 Zukunftsprognose Marktvolumen der FinTechs in Deutschland. Eigene Darstellung in Anlehnung an: Dorfleitner, Prof. Dr. Gregor; Hornuf, Jun.-Prof. Dr. Lars (2016) S.64.

Das Basisszenario geht von einer verstärkten Nutzung der Kunden in den Segmenten gegenleistungsbasierten und spendenbasierten Crowdfunding aus. Betrugsfälle und Verzögerungen bei dem gegenleistungsbasierten Crowdfunding sind auf einem niedrigen Niveau miteinbezogen.78 Durch den Aufbau von Vertrauen werden in Zukunft immer größere Crowdfunding - Projekte realisiert. Beispielsweise in dem Bereich „Kick-starter" wurde in den USA ein Volumen von über 1 Mio. USD crowdfinanziert erreicht und somit 172 Projekte realisiert.79 Zusätzlich trägt der demografische Wandel dazu bei, einen positiven Trend für die nächsten Jahre abzusehen. Es treten immer mehr sogenannte Digital Natives in den Arbeitsmarkt ein und ziehen eine Investition oder ein Projekt im Bereich Crowdfunding in Betracht. Ein Anstieg des finanzierten Volumens wird in diesem Szenario bis auf 313 Mio. Euro in dem Jahr 2020 für umsetzbar gehalten. Das Marktwachstum wird für das Jahr 2035 auf 723 Mio. Euro prognostiziert.80

Von einem starken Anstieg des Kundennutzens geht dahingegen das optimistische Szenario aus. Das Basisszenario ist die Grundlage für das optimistische Szenario, jedoch mit dem Unterschied, dass zunehmend auf die Generation der Digital Natives, mit Zugabe der steigenden Internetnutzung der Baby Boomer und der Geration X geschaut wird. Zusätzlich werden Aspekte, wie die staatliche Förderung crowdfinanzierter Projekte mitunter auch die Finanzierung von Künstlern und Festivals miteinbezogen. In dem optimistischen Szenario wird zunächst das spenden- und gegenleistungsbasierte Crowdfunding analysiert. Dieses Segment steigt unter dieser Annahme bis zu dem Jahr 2020 auf 4 Mrd. Euro an. Das Marktwachstum bleibt in den nachfolgenden Jahren konstant, sodass bereits im Jahr 2025 Kampagnen bis zu einem Wert von 6 Mrd. Euro abgewickelt werden können. Im Jahr 2035 sollen dann bereits crowdfinanzierte Projekte im Wert von 9 Mrd. Euro vermittelt werden.81

Das pessimistische Szenario läuft unter der Annahme, dass das Spenden- und Gegenleistungsfinanzierte Crowdlending mit den Jahren konstant abnimmt. Dies könnte man zurückführen auf Betrugsfälle und negative Erfahrungen oder gar Enttäuschungen der finanzierenden Crowd. Zunehmende Kriminalität lässt den eigentlichen Gemeinschaftsgedanken verfallen und die Kunden legen ihr Geld lieber bei klassischen Banken oder in ETF Fonds an.82 Verzögerungen und nicht umgesetzte crowdfinanzierte Projekte erschweren zusätzlich das Durchsetzen auf dem Markt. Auch Gemeinschafts- oder Wohltätigkeitsorganisationen greifen vermehrt auf klassische Kreditgeber wie Sponsoren aus dem Handel oder Banken zurück.83 Das Marktvolumen steigt in diesem Szenario bis zum Jahr 2020 lediglich auf 90 Mio. Euro. In den folgenden Jahren bis 2025 ist ein Anstieg auf 153 Mio. Euro zu verzeichnen. Bis zum Jahr 2035 sollen Kampagnen im Wert von 220 Mio. Euro vermittelt worden sein.84

3.4 Regulatorische Hindernisse bei FinTechs

Regulatorische und technische Hindernisse von FinTechs können z.B. technologische Rückstände insbesondere in Deutschland sein. So z.B. eine schlechte Internetverbindung vor allem in ländlichen Regionen, sowie regulatorische Rückstände und Hindernisse beim Gründen und Betreiben einer FinTech Unternehmung.85 Befragte Portalbetreiber wiesen darauf hin, dass für die Reglementierung und gesetzte Grenzen im Rahmen des Kleinanlegerschutzgesetzes in Bezug auf Zeichnungsgrenzen für die Anleger, sowie die Ausnahme der Prospektpflicht eine unterschiedliche Behandlung von Vermögensanlagen bei den Ausnahmeregeln vorliegt (§ 2a VermAnlG).86 Für diese Art der Kapitalanlage ist die Anforderung der Prospektpflicht zum einen der Verkaufsprospekt und zum anderen das Informationsblatt für die Anleger. Es geht hier um zwei grundsätzliche Informationspflichten für die Kapitalanlage. Diese Unterlagen müssen vor Zustandekommen des Geschäfts dem Anleger zugänglich sein, sodass sich über die Anlage zureichend informiert werden kann.87 Ausgenommen von der Prospektpflicht sind Anlagen mit weniger als 20 Anteilen, einem Verkaufspreis von weniger als 100.000 € oder einem Anteilspreis von mindestens 200.000 €.88 Für schwarmfinanzierte Kredite und Anlagen in diesem Bereich gibt es im (§2 VermAnlG) Sonderregelungen in Rahmen des Kleinanlegerschutzgesetzes.

Die Gesetzeslage soll in naher Zukunft zunehmend an die Anforderungen und Bedürfnisse von P2P Lending Plattformen angepasst werden.89 Besonders eine Erweiterung der entlastenden Tatbestände wird von den Betreibern begrüßt.90 Nachrangsdarlehen und vergleichbare Vermögensanlagen, sowie partiarische Darlehen können bis zu einer Höhe von 2.5 Mio. Euro ohne Prospekt vermittelt werden.91 Die Prospektpflicht dient dazu, den potentiellen Anleger umfangreich und verlässlich über die Vermögensanlage zu informieren und ermöglicht so eine sachliche Anlageentscheidung zu treffen.92 Bis zu einer Höhe von 100.000 Euro können Genussrechte und stille Beteiligungen ohne Prospekt freigegeben werden.93 Dabei ist es nicht entscheidend, ob es sich um eine Eigenemission, Genussrecht oder Beteiligung auf einer Crowdlending - Plattform handelt. Desweiteren ist eine Wertpapieremission in der Praxis weitestgehend unmöglich. Ausgeschlossen ist auch eine Übertragung von GmbH Anteilen, da hierzu ein Notar notwendig ist, dessen Honorar die Übertragung unwirtschaftlich macht.94 Eine Notarerfordernis ist nicht erforderlich, wenn Anteile an eine Aktiengesellschaft übertragen werden, die in der Gesamtsumme 100.000 Euro nicht übersteigen (§ 3 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 WpPG).95 Diese Regelung umgeht jedoch weitestgehend das zwingende Aktienrecht, von dem Anleger profitieren, wenn eine Emission oder Reemission stattfindet (§ 23 Abs. 5 AktG).96

Die Portalbetreiber bemerkten auch, dass die Gründung einer Aktiengesellschaft für junge Start-Ups vergleichsweise hoch angesetzt ist und sie wird zusätzlich innerhalb von Europa durch Hindernisse bei grenzüberschreitender Tätigkeit erschwert. Die Gründungskosten sowie auch die laufenden Kosten einer Aktiengesellschaft für ein Start-Up Unternehmen sind relativ hoch.97 Viele Portalbetreiber bemängeln, dass die uneingeschränkte, grenzüberschreitende Tätigkeit in Europa mit Komplikationen verbunden ist. Dies wird vor allem erschwert durch das Modell der patriarischen Nachrangdarlehen, mit denen ein europaweites Passporting nicht möglich ist.98 Ursprünglich war der Grund für den Einsatz von partiarischen Nachrangdarlehen die Problematik, dass die Regelungen des Vermögensanlagengesetzes nicht unterlagen und somit die Prospektpflicht umgangen werden konnte.99 Im Jahr 2015 trat allerdings das Kleinanlegerschutzgesetz in Kraft, welches die partiarischen Darlehen als Vermögensdarlehen deklariert und somit unter der Voraussetzung eines öffentlichen Angebotes der Prospektpflicht unterliegen.100

Im Rahmen des Kleinanlegerschutzgesetzes sind bei Emissionen, die in Bezug auf crowdfinanzierte partiarische Darlehen, sowie Nachrangdarlehen zurückzuführen sind, spezifische Obergrenzen definiert.101 So ist eine Aufnahme von Fremdkapital unter Berücksichtigung gewisser Voraussetzungen bis zu einer Höhe von 2,5 Mio Euro möglich.102 Bei den patriarischen Nachrangdarlehen wird wie bei dem klassischen Darlehen ein Geldbetrag bis zu einem begrenzten Zeitpunkt verliehen. Dabei unterliegt die Forderung auf Rückzahlung des Investors anderen Schuldnern der Institution.103 Bei einem partiarischen Darlehen ist dem Darlehensgeber kein festgelegter, sondern ein von dem Gewinn der Unternehmung abhängiger Zinssatz auszuzahlen.104 Eine sogenannte erfolgsorientierte und somit auch erfolgsabhängige Verzinsung ist ein ausschlaggender Unterschied zu einem klassischen Kredit.105 Dieses Geschäftsmodell ist bei Crowdfunding Modellen zu beobachten, die mit einer Gewinnbeteiligung werben.106 Ein bekanntes und in dieser Bachelorthesis beschriebenes Beispiel hierzu ist „Stromberg der Film". Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der Nachrang des Zins- und Rückzahlungsanspruchs.107 Emittenten werden vom BaFin nicht auf Seriosität überprüft. Darauf müssen Kreditinstitute sowie auch P2P Lending Plattformen im Rahmen ihrer Prospektpflicht ausdrücklich hinweisen. Eine Produktkontrolle findet ebenfalls nicht statt.108

3.5 Peer to Peer Lending Plattformen

Peer to Peer Lending Plattformen erfreuen sich stetig wachsender Beliebtheit als alternative Geldanlage und haben sich in den letzten Jahren in den Finanzmarkt integriert.109 Allgemein geht es um die Geldvermittlung zwischen Privatpersonen, von einer Privatperson an eine Privatperson. Hierbei ist dem jeweilige Vertragspartner der Verwendungszweck und die Kondition des zu vermittelnden Kredits bekannt.110 Mit Zopa wurde im Jahr 2005 der erste P2P Kreditmarkt der Welt eröffnet. Diese hat ihren Sitz in Großbritannien und stellte als erstes einen Vorgang vor, der mithilfe eines auktionsähnlichen Prozesses die Akteure vermittelt und somit die soziale Komponente des Geldleihens wieder in den Vordergrund brachte.111 So vorteilhaft dieser Person zu Person Handel mit Krediten auch wirkt, ergibt sich aus dem sozialen Charakter der Geschäftsidee der Nachteil, dass ein grundsätzliches Vertrauen der Akteure zwingend notwendig ist, um das Geschäft für beide Seiten attraktiv zu machen.112 Im Jahr 2006 gingen die ersten Plattformen für Crowdlending bzw. P2P Lending auf den Markt, diese waren Prosper und Lending Club.113 Allgemein spricht man hier von Crowdlending, da es möglich ist, Kredite in Anteile aufzubrechen und an eine Crowd von Lendern für die Finanzierung zur Verfügung zu stellen.114 Die Plattformbetreiber generieren Profit mit einer Provisionsgebühr, die von Kreditgeber und Kreditnehmer gleichermaßen bezahlt werden muss. Die deutschen Marktführer im Teilsegment Crowdlending finanzieren sich über zweierlei Gebühren. Ein gewisser Prozentsatz der angelegten Summe wird von Kreditnehmern wie Kreditgebern eingefordert. Dieser beträgt entweder einen Prozentpunkt des veranschlagten Zinssatzes oder 1 % der angelegten Gesamtsumme.115 Zum anderen wird eine Gebühr fällig, welche von der Bonität und der vereinbarten Laufzeit des Kredits abhängig ist und von beiden Akteuren entrichtet werden muss.116 Die Lending – Plattformen refinanzieren ihre Vermittlertätigkeit mit Gebühren, die entweder direkt auf die ausgeschriebene Kreditsumme aufgeschagen, oder für jede erfolgreich vermittelte Kampagne und deren Abwicklung erhoben wird. Diese Gebühren werden allerdings erst nach erfolgreicher Vermittlung des Kreditgeschäfts fällig. Bei einigen Plattformen werden die Gebühren nicht einmal offen kommuniziert, sondern sind in dem Kreditangebot, welches dem Investorenpool angeboten wird, schon aufgeschlagen und somit in den ausgeschriebenen Kredit miteingerechnet.117

[...]


1 Schefter.net, Thomas Schefter (2019).

2 Vgl. Frerichs, A. Schumann, M. (2008).

3 Vgl. Eckmüller, B. Forthmann, J. (2012).

4 Vgl. Faßbender, D. (2011).

5 Vgl. Pinaro Finanzportal (2019), 1. Abschnitt im Hauptframe.

6 Vgl. Hans-Markus von Kaenel (2012).

7 Vgl. Ebd.

8 Vgl. Ebd.

9 Vgl. Ebd.

10 Vgl. Andrej Bensack (2019), 1. Abschnitt im Hauptframe.

11 Vgl. Pinaro Finanzportal (2019), 1. Abschnitt im Hauptframe.

12 Vgl. Pinaro Finanzportal (2019), 2. Abschnitt im Hauptframe.

13 Vgl. Ebd.

14 Vgl. Pinaro Finanzportal (2019), 2. Abschnitt im Hauptframe.

15 Vgl. Pinaro Finanzportal (2019), 3. Abschnitt im Hauptframe.

16 Vgl. Ebd.

17 Vgl. Ebd.

18 Vgl. Ebd.

19 Vgl. Pinaro Finanzportal (2019), 4. Abschnitt im Hauptframe.

20 Vgl. Pinaro Finanzportal (2019), 5. Abschnitt im Hauptframe.

21 Vgl. Ebd.

22 Vgl. Armutat, Dr. Sascha (2011) S.10.

23 Vgl. Ebd.

24 Vgl. Parment, Anders (2009).

25 Vgl. Parment, Anders (2009).

26 Vgl. Börner, Prof. Dr. Christoph (2014) S.13.

27 Vgl. Ebd.

28 Vgl. Parment, Anders (2009).

29 Vgl. Ebd.

30 Vgl. Frerichs, Arne Et al. (2008).

31 Vgl. Bernauer, Dominik (2011), S.17.

32 Vgl. Kerres, Michael (2006) S.1 ff.

33 Vgl. Frerichs, Arne Et al. (2008).

34 Vgl. Kerres, Michael Et al. (2006) S.5 f.

35 Vgl. Stuber, Reto (2012), S. 67.

36 Vgl. Ebd.

37 Vgl. Stuber, Reto (2012), S. 68.

38 Vgl. Ullrich, Felicia (2012), S. 35.

39 Vgl. Kraft, Bernd (2011), S. 13.

40 Vgl. Frerichs, Arne Et al. (2008).

41 Vgl. Ebd.

42 Vgl. Seidel, Marcel (2019), S.173.

43 Vgl. Harms, Michael (2019a), 1. Abschnitt im Hauptframe.

44 Vgl. Sixt, Elfride (2014), S. 56 f.

45 Vgl. Dorfleitner, Prof. Dr. Gregor Et al. (2016) S.6.

46 Vgl. Börner, Prof. Dr. Christoph (2014) S.5.

47 Vgl. Sixt, Elfride (2014) S. 57.

48 Vgl. Börner, Prof. Dr. Christoph (2014) S.6.

49 Vgl. Dorfleitner, Prof. Dr. Gregor Et al. (2016) S.7.

50 Vgl. Sixt, Elfride (2014) S. 57.

51 Vgl. Ebd.

52 Vgl. Mein Grundeinkommen (2019), 1. Abschnitt im Hauptframe.

53 Vgl. Mein Grundeinkommen (2019), 2. Abschnitt im Hauptframe.

54 Sixt, Elfride (2014) S. 57.

55 Vgl. Sixt, Elfride (2014) S. 57 f.

56 Vgl. Ebd.

57 Vgl. Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH&Co.KG (2019b), 3. Abschnitt im Hauptframe.

58 Vgl. Dorfleitner, Prof. Dr. Gregor Et al. (2016) S.5 f.

59 Vgl. Ebd.

60 Vgl. Harms, Michael (2019b), 1. Abschnitt im Hauptframe.

61 Vgl. Ebd.

62 Vgl. Ebd.

63 Vgl. Harms, Michael (2019b), 2. Abschnitt im Hauptframe.

64 Vgl. Ebd.

65 Vgl. Startnext Crowdfunding GmbH (2019a), 2. Abschnitt im Hauptframe.

66 Vgl. Startnext Crowdfunding GmbH (2019b), 1. Abschnitt im Hauptframe.

67 Vgl. Mein Grundeinkommen (2019), 1. Abschnitt im Hauptframe.

68 Vgl. Ebd.

69 Vgl. Mein Grundeinkommen (2019), 2. Abschnitt im Hauptframe.

70 Vgl. Ebd.

71 Kawai, Y. (2016) S.1.

72 Mackenzie, A. (2015) S. 50 ff.

73 Mackenzie, A. (2015) S. 50 ff.

74 Belleflamme, P. Et al. (2014) S. 585 ff.

75 Vgl. Ebd.

76 Vgl. Dorfleitner, Prof. Dr. Gregor Et al. (2016) S.64.

77 Vgl. Ebd.

78 Vgl. Cumming, Et al. (2016).

79 Vgl. Mollick, E. R. (2014) S. 1 ff.

80 Vgl. Dorfleitner, Prof. Dr. Gregor Et al. (2016) S.65.

81 Vgl. Mollick, E. R. (2014) S. 6 ff.

82 Vgl. Dorfleitner, Prof. Dr. Gregor Et al. (2016) S.66.

83 Vgl. Mollick, E. R. (2014) S. 10 ff.

84 Vgl. Ebd.

85 Vgl. Dorfleitner, Prof. Dr. Gregor Et al. (2016) S.31.

86 Vgl. Sixt, Elfride (2014), S.165 ff.

87 Vgl. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (2019), 17. Abschnitt im Hauptframe.

88 Vgl. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (2019b), 12. Abschnitt im Hauptframe.

89 Vgl. Dorfleitner, Prof. Dr. Gregor Et al. (2016), S.36 ff.

90 Vgl. Ebd.

91 Vgl. Klöhn, L. & Hornuf, L. (2015) S. 47 ff.

92 Vgl. BaFin (2019), 1. Abschnitt im Hauptframe.

93 Vgl. Sixt, Elfride (2014), S.162 ff.

94 Vgl. Ebd.

95 Vgl. Ebd.

96 Vgl. BaFin (2019), 2. Abschnitt im Hauptframe.

97 Vgl. Ebd.

98 Vgl. BaFin (2019), 3. Abschnitt im Hauptframe.

99 Vgl. WSS Redpoint Rechtsanwälte (2019), 1. Abschnitt im Hauptframe.

100 Vgl. WSS Redpoint Rechtsanwälte (2019), 1. Abschnitt im Hauptframe.

101 Vgl. Dorfleitner, Prof. Dr. Gregor Et al. (2016) S.36.

102 Vgl. Sixt, Elfride (2014), S.163 ff.

103 Vgl. Ebd.

104 Vgl. WSS Redpoint Rechtsanwälte (2019), 2. Abschnitt im Hauptframe.

105 Vgl. Ebd.

106 Vgl. WSS Redpoint Rechtsanwälte (2019), 2. Abschnitt im Hauptframe.

107 Vgl. WSS Redpoint Rechtsanwälte (2019), 3. Abschnitt im Hauptframe.

108 Vgl. BaFin (2019), 2. Abschnitt im Hauptframe.

109 Vgl. Börner, Prof. Dr. Christoph (2014) S.5.

110 Vgl. Faßbender, D. (2011).

111 Vgl. Faßbender, D. (2011).

112 Vgl. Ebd.

113 Waider, C., (2013) S.51.

114 Beck, R., (2012) S.12 ff.

115 Vgl. Faßbender, D. (2011).

116 Vgl. Ebd.

117 Waider, C., (2013) S.50 ff.

Ende der Leseprobe aus 83 Seiten

Details

Titel
P2P Lending. Nachhaltigkeit und Risiko der Geldanlage auf P2P Lending Plattformen
Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Hagen
Note
1.0
Jahr
2019
Seiten
83
Katalognummer
V957848
ISBN (eBook)
9783346313201
ISBN (Buch)
9783346313218
Sprache
Deutsch
Schlagworte
P2P Lending, P2P, Peer to Peer, Marktanalyse, Risikoanalyse, ETF Fonds, Nachhaltigkeit, Risiko, Alternative Geldanlage, P2P Lending Plattformen, Wirtschaftskrise
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, P2P Lending. Nachhaltigkeit und Risiko der Geldanlage auf P2P Lending Plattformen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/957848

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