In dieser Hausarbeit soll der Einfluss der aktuellen Flüchtlingslage auf die Kommunikation in der Schule herausgearbeitet werden. Aufgrund der Tatsache, dass die meisten geflüchteten Menschen aus den Ländern Syrien, Irak und Nigeria einwandern, werden in der folgenden Arbeit, interkulturelle Differenzen im Hinblick auf die Kommunikation anhand dieser Herkunftsländer untersucht.
Seit 2015 besteht weltweit eine verstärkte Flüchtlingsmigration. Besonders in Deutschland suchen geflüchtete Menschen Zuflucht. Seit 2015 sind rund 1,5 Mio. Menschen nach Deutschland geflohen. Es gilt diese Menschen bestmöglich in unsere Kultur und unsere Gesellschaft zu integrieren. Dazu gehört ebenfalls die Integration der Kinder und Jugendliche in unser Schulsystem. Das Aufeinandertreffen von Menschen birgt immer Kommunikationsprobleme. Allerdings entstehen besonders häufig Missverständnisse in der interkulturellen Kommunikation. Insbesondere in der Institution Schule treffen viele Menschen unterschiedlicher Kulturen aufeinander und kommunizieren. Demnach stellt sich die Frage, inwieweit die "neue" Interkulturalität die Kommunikation in der Schule beeinflusst, welche Missverständnisse folglich auftreten können, und welche Folgerungen für Lehrerinnen und Lehrer daraus resultieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problem und Ziel
1.2 Struktur
2. Definitionen
2.1 Kultur
2.2 Kommunikation
2.3 Nonverbale Kommunikation
2.4 Interkulturelle Kommunikation
2.5 Interkulturelle Kompetenz
3. Eingliederung neu zugewanderter Schülerinnen & Schüler in das deutsche Schulsystem
4. Theoretische Grundlagen
4.1 Interkulturelle Kommunikation nach Heringer
4.1.1 Das Sender-Empfänger-Modell
4.1.2 Hotspots
4.1.3 Kulturelle Differenzen
4.2 Religiöser Einfluss auf die Kommunikation
4.3 Kulturdimensionen nach Hofstede
4.3.1 Vergleich der Kulturdimensionen nach Hofstede
5. Inwiefern beeinflusst die Flüchtlingslage die Kommunikation in der Schule?
5.1 Umgang mit interkulturellen Differenzen im schulischen Kontext
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der aktuellen Flüchtlingslage auf die Kommunikation im schulischen Kontext, mit einem spezifischen Fokus auf die Herkunftsländer Syrien, Irak und Nigeria. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie sich durch Migration bedingte Missverständnisse in der Schule äußern und welche Folgerungen daraus für das pädagogische Handeln von Lehrkräften resultieren.
- Grundlagen der interkulturellen Kommunikation und Kompetenz
- Eingliederungsprozesse für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler
- Anwendung theoretischer Konzepte wie das "Sender-Empfänger-Modell" und "Hotspots" auf den Schulalltag
- Vergleichende Analyse kultureller Dimensionen nach Hofstede (Machtdistanz, Individualismus etc.)
- Entwicklung von Handlungsoptionen für einen kompetenten Umgang mit kultureller Vielfalt in der Schule
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Hotspots
Heringer hat das Konzept der „Rich Points“ nach Michael Agar als die Basis für sein Konzept der „Hotspots“ genutzt. „Hotspots“ sind „heiße Momente“, die aufgrund mangelnder Kenntnisse der Kultur des Gesprächspartners resultieren können. „Hotspots“ können in vielen unterschiedlichen Kommunikationssituationen auftreten.
Demnach können sie beispielsweise besonders bei der Begrüßung und Vorstellung, bei Anreden und Namen, bei der Wahl persönlicher Fragen und Gesprächsthemen, bei Geschenken, bei Einladungen, beim „Ja und Nein sagen“, während des Gesprächsverlaufs und der Redeübernahme sowie sogar beim Schweigen auftreten. Des Weiteren werden „Hotspots“ häufig deutlich, wenn Kritik ausgeübt oder sich entschuldigt wird sowie allgemein bei Zuhörgewohnheiten und der Körpersprache. Es lässt sich feststellen, dass es unzählige „heiße Momente“ gibt. Die Bewältigung dieser birgt häufig Probleme. Allerdings lassen sich diese „heiße Momente“ antizipieren und auf die Bewältigung dieser vorbereiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die aktuelle Flüchtlingsmigration ein, benennt die Problemstellung der interkulturellen Kommunikation an Schulen und erläutert den strukturellen Aufbau der Arbeit.
2. Definitionen: Hier werden grundlegende Begriffe wie Kultur, Kommunikation, Nonverbale Kommunikation sowie Interkulturelle Kommunikation und Kompetenz definiert, um ein gemeinsames Verständnis für die weitere Analyse zu schaffen.
3. Eingliederung neu zugewanderter Schülerinnen & Schüler in das deutsche Schulsystem: Das Kapitel gibt einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen und die verschiedenen Modelle zur schulischen Integration neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher.
4. Theoretische Grundlagen: Dieser Teil liefert das theoretische Rüstzeug durch Modelle zur Kommunikation nach Heringer, die Analyse von Hotspots und religiösen Einflüssen sowie den Vergleich von Kulturdimensionen nach Hofstede.
5. Inwiefern beeinflusst die Flüchtlingslage die Kommunikation in der Schule?: Hier werden die theoretischen Erkenntnisse mit dem Schulalltag verknüpft, um spezifische Kommunikationsschwierigkeiten und Lösungsansätze im interkulturellen Kontext zu diskutieren.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit der Stärkung interkultureller Kompetenzen bei Lehrkräften und Schülern für ein gelingendes Miteinander.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kommunikation, Schule, Flüchtlingsmigration, Kulturdimensionen, Machtdistanz, Hotspots, Sender-Empfänger-Modell, Interkulturelle Kompetenz, Islam, Integration, kulturelle Differenzen, Pädagogik, Kommunikation, Migrationshintergrund, Erziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie die verstärkte Flüchtlingsmigration seit 2015 die Kommunikation an Schulen beeinflusst und welche Missverständnisse dabei aufgrund kultureller Unterschiede entstehen können.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Modellen der Kommunikation, dem Vergleich nationaler Kulturdimensionen, den Auswirkungen religiöser Normen und der praktischen schulischen Integration.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt nach dem Ausmaß des Einflusses der Flüchtlingslage auf die Kommunikation im Schulalltag und wie Lehrerinnen und Lehrer mit den daraus resultierenden interkulturellen Herausforderungen umgehen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und nutzt theoretische Konzepte wie die Kulturdimensionen nach Geert Hofstede und das Sender-Empfänger-Modell nach Heringer zur Einordnung der Thematik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsdefinition, die Darstellung von Integrationsmodellen im Schulsystem, eine theoretische Analyse interkultureller Interaktionsprobleme sowie eine konkrete Anwendung dieser Erkenntnisse auf den Schulalltag.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Kernbegriffe sind Interkulturelle Kommunikation, Schule, Flüchtlingsmigration, Kulturdimensionen, Machtdistanz, Hotspots und Interkulturelle Kompetenz.
Warum spielt das Konzept der „Ehre“ bei der Kommunikation eine so große Rolle?
Das Konzept der „Ehre“ ist in vielen islamisch geprägten Herkunftsländern tief verankert und beeinflusst massiv, wer mit wem über was sprechen darf, wie Kritik wahrgenommen wird und wie sich Jungen und Mädchen in der Öffentlichkeit verhalten.
Wie sollten Lehrkräfte auf interkulturelle Missverständnisse im Unterricht reagieren?
Lehrkräfte sollten interkulturelle Differenzen als Interpretationsergebnisse verstehen, ihre eigene interkulturelle Kompetenz durch Fortbildung stärken und beispielsweise Kritik bevorzugt unter „vier Augen“ äußern, um die kulturelle Identität der Schüler nicht zu verletzen.
- Quote paper
- A. Mountain (Author), 2018, Interkulturelle Kommunikation in der Schule. Inwiefern beeinflusst die Flüchtlingslage die Kommunikation in der Schule?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/957850