Techno und Ecstasy. Über die kulturelle Einbettung von Ecstasy in der Technokultur und ihre kriminalsoziologischen Implikationen auf die User


Hausarbeit (Hauptseminar), 2020

31 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1 Thematische Einleitung
2 Methodik, Aufbau und Ziele dieser Arbeit

2. Ecstsy, MDMA, XTC
1 Begriffsklärung
2 Pharmakologische Eigenschaften
3 Anzahl der User

3. Erlebniswelt Techno
1 Soziodemographische Merkmale des Techno-Publikums
2 Habitus, Normen und Wertvorstellungen
2 Distinktion

4. Bedeutung und kulturelle Einbettung von Ecstasy
1 Konsummotive und -kontext
2 Gefahren und Suchtpotential

5. Techno: (Noch) Subkultur?

6. Erklärungsansatz: Individualisierungstheorem

7. Konklusion

8. Literaturverzeichnis

9. Anhang

1. Einleitung

1.1 Thematische Einleitung

Hämmernde Bässe, repetetive Melodien, ausschweifende Lichtinstallationen und ein junges Publi­kum, dass kaum Alkohol zu trinken und dennoch alles andere als nüchtern scheint - Techno-Events haben ihren ganz eigenen Charakter. Ihr Publikum, welches zusammen mit den DJs und Organisa­toren der Events längst eine „weltumspannende Millionenstärke“ (Werner 2001: 31) erreicht hat, ist gleichzeitig Darsteller und Zuschauer seines eigenen “Theaterstücks“ (Vgl. Goffman 1969: 76). Die Veranstaltungen lassen sich nach Größenunterschieden von Location und Besucherzahl (Club, Rave, Festival, Parade, Vgl. Hitzler 2001: 13) oder anhand des spezifischen Musikstile (House, Gabber, Drum'n Bass, u.v.m.) und Atmosphäre unterscheiden (Vgl. Werner 2001: 35). Gemeinsam haben sie eine stellenweise „sensationsfixierte und dramatisierende Medienberichterstattung“ (Schroers 2001: 221), deren Empörung vor allem dem hier gehäuft statt findenen Konsum illegaler Rauschmittel durch Jugendliche, allen voran Ecstasy zu gelten scheint. Beschäftigt man sich bei jeder Gelegenheit mit den wiederkehrenden Berichten über den Konsum von Partydrogen innerhalb der Technokultur, so kann schnell der Eindruck entstehen, jene wenigen Teilnehmer, welche der tödlichen Wirkung bunter Pillen durch pures Glück entgehen, würden sich notwendigerweise über den kleinkriminellen Drogendealer zum Dauergast der örtlichen JVA entwickeln. Aber wie hoch ist das Potential der Tech­nokultur tatsächlich, kriminelle Karrieren bei Jugendlichen zu focieren? Verdirbt Techno tatsächlich die Jugend?

1.2 Methodik, Aufbau und Ziele dieser Arbeit

Die »große Fragestellung« dieser Arbeit lautet: Ist der Ecstasy-Konsum als Phänomen einer Teil­menge von Anhängern der Technokultur als soziales Problem zu verstehen? Der Begriff soziales Problem ist wissenschaftlich umstritten, weil es ihm an einer einheitlichen Definition mangelt und er sich in der Praxis auf eine analytische Klasse oder Kategorie völlig unterschiedlicher Phä­nomene wie Rauschmittelsucht1, Arbeitslosigkeit, Rassismus und viele weitere bezieht, welche in das Zentrum der Analyse gerückt werden sollen (Vgl. Groenmeyer 2012: 17f.). Trotzdem wird die Soziologie seiner Verwendung nicht müde, auch weil die Beschäftigung mit mannigfaltigen Krisen, Misstständen und Störungen, welche der Begriff umfasst maßgeblich zu ihrer Entwicklung als eigenständige Wissenschaft beigetragen hat (Vgl. ebd.). Jene Minimaldefinition, die für diese Arbeit genutzt werden soll ist Cases (1924: 268), welcher ein soziales Problem als „jedwede soziale Situation [bezeichnet], die die Aufmerksamkeit einer bedeutenden Zahl kompetenter Beobachter in einer Gesellschaft weckt und die dringend eine Korrektur oder ein Gegenmittel durch soziales bzw. kollektives Handeln erfordert“. Ergänzend legen Fuller und Myers (1941b: 320) dar: „Sozi­ale Probleme sind solche Zustände, die von Personen als soziale Probleme identifiziert werden“.

Innerhalb des vorgegebenen Rahmens kann in der Beantwortung freilich kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden. Deshalb zerfällt die große Fragestellung konkret in mehrere As­pekte, welche hier behandelt und beantwortet werden und sich wie folgt ausgestalten:

Welche Gefahren und Risiken sind mit dem Ecstasy-Konsum in der Technokultur bezüglich Selbst- und Fremdschädigung verbunden? Ist der Ecstasy-Konsum in diesem Kontext als Suchtverhalten zu deuten? Warum genau ist der Ecstasy-Konsum innerhalb der Techno-Kultur so attraktiv und warum lassen sich die User auch vor dem Hintergrund einer strafbaren Handlung nicht davon abhalten? Und nicht zuletzt: Ist davon auszugehen, dass die Delinquenz des Ecstasy-Konsums dazu führt, dass deviantes und/oder delinquentes2 Verhalten zunehmend auch innerhalb der Alltagswelt in Erscheinung tritt?

Die Summe dieser Fragen zielt darauf ab zu klären, ob die Technokultur das ernstzunehmende Potential besitzt den Lebensweg vornehmlich junger Menschen durch delinquente Kulturelemente wie den Rauschmittelkonsum entscheidend zu prägen und so kriminelle Karrieren zu determinieren.

Der Bedeutungszenit des Techno ist offenbar überschritten und ein Großteil der ihm gewid­mete soziologische Aufmerksamkeit hat sich dieser Entwicklung angepasst. Das schlägt sich auch in der Aktualität der zu diesem Thema vorliegenden Literatur nieder: Die mit ausführlichsten und gleichzeitig aktuellsten Beiträge zur deutschen Technokultur, welche zur Beantwortung dieser Fra­gen maßgeblich herangezogen werden sind die explorativen und empirischen Studien der Trierer Forschungsgruppen um Roland Eckert (2000) und Ronald Hitzler (2001) sowie die kriminalsozi­ologischen Untersuchungen von Hartmut Klöckner (2001). Ihre Erkenntnisse werden mit jenen einiger weiterer Autoren und (soweit diese vorliegen) mit aktuellen Daten abgeglichen.

Zunächst werden die Grundlegenden Informationen zum Rauschmittel Ecstasy, anschließend die (subkulturellen) Eigenarten der Technokultur in Kürze dargestellt, geht es doch zumindest in der interpretativen Sozialforschung „um das Deuten gesellschaftlicher Ausdrucksformen, die zunächst rätselhaft erscheinen“ (Geertz 1995: 9) was durch Goffmann (1996: 17) auf die Frage „Was (welches eine) geht hier eigentlich vor?“ verdichtet wird. Anschließend soll die spezifische Bedeutung und kul­turelle Einbettung von Ecstasy in die Technokultur sowie ihre Gefahren und Suchtpotential unter­sucht werden. Als Erklärungsansatz des Phänomens von Techno und Rauschmittelkonsum dient das Individualisierungstheorem. Eine abschließende Konklusion bündelt die zentralen Erkenntnisse.

2.1 Begriffsklärung

Jener Wirkstoff, welchen User3 in Ecstasy-Pillen in mehr oder weniger hoher Konzentration er­warten ist das Methylen-Dioxy-Methyl-Amphetamin, kurz „MDMA“. (Schroers 2001: 214) Der Begriff „Ecstasy“ sowie seine Abkürzung „XTC“ sind innerhalb der Szene mittlerweile weitgehend verpönt und durch „MDMA“ oder verschiedene Szenenamen (Teile, Emma, etc.) abgelöst. Wäh­rend Ecstasy ursprünglich - 1999 noch zu rund 80 Prozent (Vgl. Klöckner 2000: 45) - MDMA- haltige Pillen bezeichnet, werden unter dem Namen heute eine große Palette von Tabletten mit völlig verschiedenen Wirkstoffgruppen und -zusammensetzungen umfasst. Tatsächlich ist der Be­griff Ecstasy unter Usern auch zum Ausdruck einer sinkenden Verlässlichkeit der Wirkstoffe mit teils fatalen Folgen geworden (Vgl. Check it! 2015). Der Preis für eine Pille liegt bei durchschnitt­lich zwischen fünf und zehn Euro, wobei die Herstellungskosten deutlich unter einem Euro an­zusetzen sind (Vgl. ebd. 46); reine MDMA-Kristalle sind mitunter fünf mal so kostenintensiv.

Ungeachtet dessen wird innerhalb dieser Arbeit aufgrund der höheren Popularität der Begriff Ecstasy verwendet, allerdings insofern idealtypisch, als dass damit stets Pillen gemeint sind, deren Hauptwirkstoff MDMA ist, selbst wenn noch andere Stoffe enthalten sein können.

2.2 Pharmakologische Eigenschaften

Die Wirkung tritt, abhängig von Dosierung, Konsumhäufigkeit und individueller Disposition in­nerhalb von 20 - 60 Minuten ein und hält ca. vier bis sechs Stunden an (Vgl. Check it! 2020). Ecstasy bewirkt eine massive Ausschüttung von Serotonin und Noradrenalin im Zentralnerven­system (Vgl. Rothman et. al. 2002: 73 ff.), die Folge ist eine unüblich hohe Konzentration dieser “Stimmungsbotenstoffe“.

MDMA gehört zur Gruppe der Amphetamine, weicht aber zum Teil stark von der amphetamin­typischen Wirkung ab. Es steigert die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit und erzeugt eine hohe empathogene Wirkung (Vgl. White 2014: 245 ff.). Neben allgemeiner Euphorie berichten User von einer stark erhöhten Neigung zu sozialem und körperlichem Kontakt, Redseligkeit und einem erhöhtem Zugang zur eigenen Gefühlswelt (Vgl. Check it! 2020). Es fördert offenbar die Fä­higkeit, persönliche Probleme wahrzunehmen und sich damit auseinanderzusetzen (Vgl. Klöckner 2000: 46). Weitere Effekte des Ecstasy-Konsums sind veränderte Hörerfahrungen. So wird Musik mitunter als intensiver empfunden, andere berichten gar von einer Form transzendenter Beziehung zur gehörten Musik. Weiterhin scheint Ecstasy die Körpersensibilität zu steigern; User berichten davon, Berührungen sowohl aktiv als auch passiv deutlich intensiver wahrzunehmen (Vgl. ebd.). Von diesem Wirkeffekt rührt auch der Ruf als „Kuscheldroge“ her.

2.3 Anzahl der User

Die aktuellesten Zahlen zu den Ecstasy-Usern bietet der Drogen- und Suchtbericht (2019: 82) der Bundesdrogenbeauftragen. Demnach rangiert Ecstasy als Stimulanzia hinter Kokain und Ampheta­min; das meistgebrauchte illegale Rauschmittel ist Cannabis. Die Lebenszeit-Prävelenz der 18- bis 64-jährigen zu Ecstasy liegt für den Erhebungszeitraum bei durchschnittlich 3,9 Prozent. Zum Ver­gleich: Eine Erhebung der selben Stelle kommt zu dem Ergebnis, dass 42,5 Prozent der 18- bis 25­jährigen bereits Erfahrung mit Cannabis gemacht haben (Vgl. ebd.). Auffällig ist ein Rückgang der Ecstasy-User unter den 12- bis 17-jährigen, der zeitlich stark mit dem Rückgang der gesellschaft­lichen Popularität des Techno zusammenfällt: Während die 12-Monats-Prävelenz 1997 noch über 2,5 Prozent liegt, hat sich das Durchschnittsniveau bis 2018 bei 0,5 Prozent stabilisiert. 2018 gab es bundesweit 13 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Konsum von Amphetaminderivaten4.

3.1 Soziokulturelle Merkmale des Techno-Publikums

Das Publikum ist im Durchschnitt Mitte bis Anfang 20 Jahre alt (Vgl. Eckert et. al. 2000: 218 ff., Klöckner 2001: 104 ff., Werner 2001: 31 ff., Schroers 2001: 225), wobei Ausreißer abhängig von Stadt und Location (Club, Rave, Festival) sein können. Das Geschlechterverhältnis ist ausgeglichen (Vgl. Schroers 2001: 225). Die sozialen Herkünfte sind relativ heterogen (Vgl. Eckert et. al. 2000: 407). Der Anteil an Verheirateten liegt im Promillbereich (Vgl. ebd.: 105). Rund zwei Drittel befinden sich in gesicherten Schul-, Ausbildungs oder Studienverhältnissen, der Anteil an Arbeits­losen liegt unter 5 Prozent (Klöckner 2001: 104 ff.). Darüberhinaus lebt ein hoher Anteil noch im Elternhaus oder in einer WG und muss keine oder wenig Mittel für Kost und Loggie aufbringen. Oft steht das gesamte Ausbildungs- oder Nebenjobgehalt als Taschengeld zur Verfügung, woraus sich eine hohe Konsumorientierung, vor allem gegenüber Musik, Partys, Kleidung und gegebe­nenfalls Rauschmitteln speist (Vgl ebd. 105). Entsprechend geben die Befragten überwiegend an, intakten Familienverhältnissen zu entstammen und eine umsorgte Kindheit gehabt zu haben (Vgl. Eckert et. al. 2000: 412). Aus dem Querschnitt der vorliegenden Untersuchungen wird ebenfalls deutlich, dass die Zugehörigen der Technokultur im Durchschnitt ein mittleres (Vgl. Eckert et. al. 2000: 218) bis hohes Bildungs- und Ausbildungsniveau vorweisen (Vgl. Klöckner 2001: 36 f., 105, Schroers 2001: 226); die Diversität von Bildungsstand, Beruf und Alter fällt im Binnenraum höher aus. Insgesamt wird der Sozialisationsprozess der Technoiden als erfolgreich verbucht (Vgl. Klöckner 2001: 110); die Lebenssituationen weisen „keinerlei soziale Auffälligkeiten im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung auf“ (Werner 2001: 36).

3.2 Kollektiver Habitus, Normen und Wertvorstellungen

Die Zugehörigkeit zur Technokultur wird nicht zuletzt über einen spezifischen Habitus der Teil­nehmenden hergestellt (Vgl. Schroers 2001: 219). Eine mittelschichtsorientierte Sozialisation ist unter den Technoiden überproportional vorhanden, ihre Zukunfts- und Karriereplanungen sind in der Regel konventionell und langfristig geplant (Vgl. Eckert et. al. 2000: 220, Klöckner 2001: 125). Im Zentrum steht dabei die Ausbildung von Selbstständigkeit und Selbstkontrolle (Vgl. Zeis- sner 1983: 53), in jedem Fall wird finanzielle Unabhängigkeit von Staat und Familie angestrebt.

Die moderne Leistungsgesellschaft mit ihren Anforderungen und Erwartungen wird von kaum in Frage gestellt (Vgl. Eckert et. al. 2000: 220). Dabei ist ein hohes Maß an Rollenbewusstsein sowie eine strikte Trennung der verschiedenen Lebensbereiche (Alltagswelt, Party-Welt) augenfällig (Wilkens 1997: 80). Ebenso ist der Vorrang von Arbeit und Bildung vor Vergnügen allgemein aner­kannt (Vgl. Eckert et. al. 2000: 228); diese Lebensbereiche werden von den Wochenendaktivitäten nicht in Mitleidenschaf gezogen (Vgl. Eckert et. al. 2000: 229). Der überwiegende Großteil der Technoiden befindet sich in stabilen sozialen Bezügen und geht in der Woche verlässlich seinen Pflichten nach (Vgl. ebd., Wirth 1997: 17).

Gewalt- und Delinquenzniveau sind (abgesehen vom Rauschmittelkonsum) signifikant unter­durchschnittlich. (Vgl. Eckert et. al. 2000: 228, 231). Gewaltlose Kommunikation sowie kompro­missorientierte Problemlösung sind für diese Gruppen kennzeichnend; diesen Wertekanon ver­letzendes Verhalten wird vehement abgelehnt (Vgl. ebd., Schroers 2001: 220). Freizeitaktivitäten konzentrieren sich zumeist auf die am Wochenende stattfindenen Techno-Veranstaltungen, auch wenn andere, konventionelle Aktivitäten wie Sport zusätzlich möglich sind.

Die Besucher eines Techno-Events sind in der Regel Teil einer Kleingruppe, deren zentrale Ge­meinsamkeit ihre Vorliebe für Techno-Musik ist, welcher bereits für sich eine berauschende Wirkung nachgesagt wird (Vgl. Werner 2001: 36). Individuelle Symbolik und Personenbewertung finden auch aufgrundlage des spezifischen Geschmacks der verschiedenen Musikstile (House, Gabber, Drum'n Bass, u.v.m.) als Orientierungskriterium statt (Klöckner 2001: 37). Die Werte Toleranz, Freundschaft, Solidarität und Großzügigkeit haben innerhalb der Kultur einen hohen Stellenwert (Vgl. Eckert et. al. 2000: 227). Das Individuum mit seinen persönlichen Vorlieben und Interessen steht im Vordergrund.

Auf Techno-Events können, müssen aber nicht zwingend Stimuli wie Ecstasy zum Einsatz kom­men; vielen genügt auch soziale Interaktionen, Musik und Tanz. Die Bedeutung der jeweiligen Kleingruppe ist zeitlich zumeist von ihren Mitgliedern stabil, lose strukturiert und temporär vor allem auf die gemeinsame Feieraktivität ausgerichtet (Vgl. ebd.) Sie dient dort als Anlaufpunkt und stiften Sicherheit. Unterhaltungen unter den Mitgliedern der Kleingruppen sowie mit anderen Gä­sten bilden ein wichtiges Element einer gelungenen »Erlebniseinheit« (Eckert et. al. 2001: 236).

Die Gruppenbedeutung ist ebenfalls verknüpft mit der Möglichkeit des Ecstasy-Konsums, in­sofern die ungewünschten Nebeneffekte wie der mögliche Verlust an Selbstkontrolle, Kreislaufpro­bleme, undeutliche Sprache bei stark gesteigertem Mitteilungsbedürfnis oder Unsicherheit durch grimassenhafte Mimik von der Gruppe abgefedert werden können (Vgl. Eckert et. al. 2000: 227). Im Falle ernsthafter körperlicher Beschwerden durch Überdosierung, Mischkonsum oder Verun­reinigung der Pille ist somit kollektiver Beistand zu erwarten. Dieser Prozess erinnert stark an den Symbolischen Interaktionismus nach Becker (1979: 36 ff.), demnach Rauschmittelkonsum mittels sozialer Interaktion erlernt, internalisiert, praktiziert, fortgeführt und - sofern bestimmte „definitive Vorbedingungen“ entfallen - auch wieder aufgegeben wird. Insgesamt ist der Erfahrungsschatz mit Rauschmitteln wie Ecstasy, Amphetamin und Cannabis signifikant überdurchschnittlich, wohin­gegen Methamphetamin, Crack und Heroin mindestens die selbe Ablehnung entgegengebracht wird, wie im gesamtgesellschaftlichen Kontext (Vgl. Eckert et. al. 2000: 223, Klöckner 2001: 110, Werner 2001: 38).

Große Bewunderung gilt überdies den DJs, an die hohe Erwartungen gestellt werden und die den Status eines Zeremonienmeisters, Dirigents und Stimmungsmanagers inne haben (Vgl. Eckert et. al. 2000: 222 f.). Besondere Sympathie gilt weiterhin anderen Besuchern des jeweiligen Events, welche - sofern sie diesen Eindruck nicht durch normverletzendes und desintegratives Auftreten zerstreuen - zunächst vorbehaltlos dem eigenen Subsystem zugeschlagen werden (Vgl. gl. Eckert et. al. 2000: 228 f.). Eventbesucher und DJs werden als große Familie (party family) empfunden (Vgl. ebd., Hitzler 2001: 19, Schroers 2001: 219). An die Events schließt sich für gewöhnlich der Besuch einer weiteren (Afterhour) Party an, oder die Teilnehmer lassen die Erlebniseinheit im Kollektiv zuhause ausklingen (Vgl. Eckert et. al. 2000: 222). Die zeitliche Ausdehnung der Erlebniseinheit ist ein bestimmendes Merkmal der Technokultur (Vgl. Werner 2001: 33).

Kennzeichnend für den technoiden Habitus und Lebensstil ist also in erster Linie das hedoni­stische Bestreben „gut drauf zu sein“, eine „gute Zeit“ und „Spaß haben“ zu haben, was sich in einer einmaligen Synthese aus Zusammengehörigkeit und Individualität ausdrückt (Vgl. Hitzler 2001: 24).

3.3 Distinktion

Für Subsysteme wie die Technokultur sind Formen der Abgrenzung nicht nur typisch sondern not­wendig. Durch eine mehr oder minder bewusste Grenzziehung legen Individuen wie Gruppen in der Regel nicht in erster Linie fest, wer sie sind, sondern wer sie nicht sind: „Systeme sind [...] an ih­rer Umwelt orientiert und könnten ohne Umwelt nicht bestehen. Sie konstituieren und sie erhalten sich durch Erzeugung und Erhaltung einer Differenz zur Umwelt, und sie benutzen Grenzen zur Regulierung dieser Differenz. Ohne Differenz zur Umwelt gäbe es nicht einmal Selbstrefferenz [...]“ (Vgl. Luhmann 1984: 35). Die Mehrung des symbolischen Kapitals durch Distinktion gegenüber anderen ist gemäß Bourdieau (nach Bohn 1991: 33) beständige soziale Praxis.

Der quasi ritualisierte Rauschmittelkonsum ist wohl das auffälligste Abgrenzungsmerkmal dieser Kultur und Quell der Deutung dieses Subsystems als „Drogenkultur“ (Coers 2000: 74) oder „Dro­gengebrauchskultur“ (Schroers 2001: 214, 228) und dem Verdacht eines sozialen Problems. Der spezifische Stellenwert wird allerdings mannigfaltig bewertet. Entgegen der möglichen Position, der Konsum illegaler Rauschmittel sei ein Zugehörigkeitskriterium zur Technokultur, findet sich kein Hinweis auf die Diskriminierung oder Distinktion gegenüber abstinenter Besucher; Techno und Rauschmittelkonsum gehören nicht zwingend zusammen (Vgl. Werner 2001: 39). Richtig ist aber, dass die überwältigende Mehrheit der Ecstasy-User sich der Technokultur zuschreibt und Ecstasy zu den beliebtesten Rauschmitteln unter Event-Besucher zählt (Vgl. Hitzler 2001: 17, Schroers 2001: 213, 226).

Zur Distinktion der Technokultur zählt die Ablehnung massenmedial annoncierter Trends sowie des „Mainstream-Technos“ (Vgl. Eckert et. al. 2000: 225). Die Kleidung ist lässig und funktio­nal, die Umgangsformen höflich und locker. Sie sind Ausdruck einer stilistischen Entwicklung, besitzten Distinktionswert und spezifische, symbolische Bedeutungen, welche von den Kulturmit­gliedern gelesen werden können (Vgl. ebd.: 226, Schroers 2001: 219 f.).

Das “Rausputzen“ und “Aufbretzeln“ vor einer Party ist ausdrücklich kein Bestandteil der Tech­nokultur (Vgl. Eckert et. al. 2000: 225). Das Event wird als schweißtreibende Erlebniseinheit ange­sehen, an deren Ende mitunter die völlige Erschöpfung steht. In diesem Kontext wird das Stylen vor dem Ausgehen als ungefähr so sinnvoll erachtet wie vor dem Gang ins Fitnessstudio.

Obwohl sich die einzelnen Cliquen gezielt von der Masse abheben wollen, empfinden sie sich als normal; sie sind im alltäglichen Leben anerkannt und integriert (Vg. Eckert et. al. 2000: 228 f., 409). Sie haben kaum bis keine Erfahrung mit Diskriminierung und Kriminalisierung gemacht und erfahren auch außerhalb der Szene keine nennenswerte Stigmatisierung, sofern ihr Rauschmit­telkonsum nicht offen zu Tage tritt. Die Ecstasy-User halten sich überwiegend für die kommende gesellschaftliche Elite, die im Alltag bereits jetzt höchsten Anforderungen der Leistungsgesellschaft gerecht wird und lehnen Rauschmittel wie Alkohol, Heroin oder Hasch als „Droge für Doofe“ ab (Klöckner 2001: 110).

Distinktion findet weiterhin über die Konzeption der Technokultur als apolitisches System statt. Im Gegensatz zu vielen vorangegangenen Subsystemen geht es beim Techno nicht um ein Aufbe­gehren gegen das gesellschaftspolitische System und Establishment (Vgl. Eckert et. al. 2000: 226 f.). Gesellschaftlichen Missständen wird keine neue Utopie entgegengehalten, sondern die spezi­fischen Anforderungen und Erwartungen der Leistungsgesellschaft kultiviert. Kleingruppen weisen keine erkennbare Hierarchien oder Führerfiguren auf (Vgl. ebd.). Auffällig ist auch der hohe Grad an Einforderung von Konformität im Sinne sozialer Kontrolle und bezogen auf außeralltägliche wie alltägliche Normen. Konkretes politisches Engagement wird jedoch gleichgültig oder ablehnend betrachtet. Die Konservierung leistungsorientierter, mittelschichtstypischer Normen und Werte drückt sich weiterhin in einer klar ablehnenden Haltung gegenüber Punks aus, welche allzuoft als faule, arbeitlose Schmarotzer deklassiert werden (Vgl. Eckert et. al. 2000: 244) und mit denen man nicht in einen Topf geworfen werden wünscht.

Die außeralltäglichen Normen der Technokultur verletzendes Verhalten ruft starke Abneigung hervor. Dazu zählen unter anderem Unterschiede in Selbstinszenierung und -stilisierung sowie im Flirtverhalten („Anlachen statt Anmachen“, Vgl. Eckert et. al. 2000: 229, 409). (Alkoholbedingte) Aggression, Rassismus und Sexismus sind unerwünscht, weil sie als Stimmungskiller dem kultur­eigenen Kredo „love, peace, unity“ zuwider laufen (Vgl. Hitzler 2001: 15 ff.); Personen, die durch dieses verhalten auffallen werden gemieden (Vgl. Schroers 2001: 220). Weiterhin findet Distinktion innerhalb der Technokultur selbst statt (Club vs. Rave), welche weitesgehend dem bourdieauschen „Kampf um den legitimen Geschmack“ (nach Bohn 1991: 33) zu folgen scheint. Auffällig ist, dass die Formen der Abgrenzung im Vergleich zu anderen Subsystemen eher gemäßigt sind: Sie erfol­gen als Distanz oder Rivalität, handfeste Feindschaften zu anderen Gruppen existieren nicht (Vgl. Eckert et. al. 2000: 402 ff.).

4. Bedeutung und kulturelle Einbettung von MDMA in der Techno-Kultur

Tatsächlich kann kaum in Abrede gestellt werden, dass Rauschmittel, v.a. aktivitätssteigernder Wir­kung innerhalb dieses Subsystems einen hohen Stellenwert genießen (Vgl. Eckert et. al. 2000: 223, Hitzler 2001: 17). Klöckner ermittelt in ihrer Untersuchung der Eventbesucher einen Anteil an Ecstasy-Usern (12-Monats-Prävelenz) von 78,2 Prozent, woraus sich für einige Teilnehmer da­mit die theoretische Möglichkeit einer hohe Diskrepanz in der Wahrnehmung alltagsimmanenter Normensysteme ergeben, die letztlich, sofern die beiden Welten nicht trennscharf unterschieden werden, mit den Sanktionsmitteln der Alltagswelt in belegt werden können. In jedem Fall erfordert dieses “Leben in zwei Welten“ eine hohe Integrationsleistung (Vgl. Schroers 2001: 228). Die Mehr­heit der hierzu vorliegenden Untersuchungen (Eckert et. al. 2000: 224, Klöckner 2001: 99 ff., 131 ff., Hitzler 2001: , Schroers 2001: 214 ff.) betont aber ausdrücklich, dass Alltags- und Außeralltags­welt für die User in der Regel zwei klar voneinander entkoppelte Entitäten bilden.

Die Ecstasy-User verfügen in der Regel über kein auf ihr Handeln bezogenes Unrechtsbewusst­sein (Vgl. Klöckner 2001: 42). Eine ablehnend-unverständliche Haltung gegenüber den Katego­rien von legalen und illegalen Rauschmitteln ist unter Technoiden gehäuft anzutreffen (Eckert et. al. 2000: 85). Das Devianzpotential bleibt aber gemeinhin auf den Gebrauch illegaler Rauschmittel beschränkt: „insgesamt wird deutlich, daß die Abweichung der Gruppe innerhalb ihrer Bezugsszene als legitim und sinnvoll betrachtet werden. Die herrschende Rechtslage scheint kaum Einfluß auf die gruppenspezifische Ausdeutung der Devianz zu haben“ (ebd.: 243 f.).

Ecstasy wird durch die User maßgeblich zweckrational als Partydroge eingesetzt (Vgl. Eckert et. al. 2000: 221, Schroers 2001: 226) und der Gebrauch auf das Wochenende beschränkt. Es wird als Hilfsmittel betrachtet, um die hohen Leistungsanforderungen eines Techno-Events zu bewältigen. Das Hauptmotiv liegt allerdings in der Herstellung bestimmter (außeralltäglicher) Gefühlszustän­de, die einen integralen Bestandteil der Veranstaltungen bilden (Vgl. Eckert et. al. 2000: 221, Werner 2001: 33). Das kollektive Feiern wird als positive Erfahrung im Gruppengedächtnis ge­speichert und abgerufen. Der Rauschzustand klammert letztlich eine einzelne Erlebniseinheit (Vgl. Eckert et. al. 2000: 221).

Während Coers (2000: 74) sowie Schneiders und Schroers (1998: 71) sich darin einig scheinen, die Technokultur als „Drogen(-gebrauchs-)kultur“ zu beschreiben, lehnen Hitzler und Pfadenhauer (1997: 60) den Begriff mit dem Verweis auf andere, das Gesamtgeschehen der Technokultur prä- gendere Elemente ab.

4.1 Konsummotive und -kontext

Ecstasy-Konsum ist eine Gruppenunternehmung (Vgl. Schroers 2001: 227). Einzig ein verschwin­dend geringer Anteil von 1,5 Prozent konsumiert Ecstasy vorrangig alleine. 72 Prozent konsumie­ren es mit einigen, 26,4 Prozent mit vielen anderen Personen (Vgl. Rakete / Flüsmeier 1997: 23 f.). Insgeamt ermittelt Schroers und Schneider (1998: 123), dass Ecstasy zu 97,58 Prozent in einem solchen Party-Setting konsumiert wird. Die User nehmen das Rauschmittel in einem quasi rituellen Umfeld, das sie mit Geborgenheit und Sicherheit verbinden. Im Vordergrund steht dabei ein kol­lektiv-hedonistisches Glücksstreben. Im Kontext dieser Zielsetzung erfreuen sich unter den Usern auch andere Rauschmittel wie Amphetamin und Cannabis hoher Beliebtheit.

Zwischen dem Konsum- und Alltagskontext wird trennscharf unterschieden (Vgl. Eckert et. al. 2000: 224). Eine Steigerung des in der Regel moderaten Konsums korreliert auffällig mit einer wachsenden Ausgehhäufigkeit (Vgl. Klöckner 2001: 119). Umgekehrt findet sich eine hohe Zahl an Nicht-Usern unter jenen, die seltener als einmal im Monat ausgehen.

Empirische Daten zu den konkreten Konsummotiven liefern Rakete und Flüsmeier sowie Sch­roders und Schneider, deren Ergebnisse im Anhang (S. 28) einzusehen sind. Hieraus wird ersicht­lich, dass Ecstasy kaum zur Bewältigung (im Sinne eines psychotropen Verarbeitungsmusters) oder Verdrängung privater Probleme eingesetzt wird (Vgl. Klöckner 2001: 113, Schroers 2001: 227). Durch die Aufklärungsarbeit in und außerhalb des Subsystems hat die Mehrheit der User Kenntnis über die spezifische Wirkung von Ecstasy als Verstärker der momentanen Grundstimmung, was zusammen mit Daten zu den Fortführungsmotiven des Konsums (S. 29) darauf schließen lässt, das diese Mehrheit über eine ausgeglichene psychische Disposition verfügt (Vgl. ebd.: 114). Auch die Tatsache, dass der Konsum vornehmlich im Partykontext und damit in Räumen mit geringer sozialer Kontrolle stattfindet, führt aufgrund der im Durchschnitt stark ausgeprägten Selbstkon­trolle offenbar nicht zu einer Transzendierung abweichenden Verhaltens in andere Kontexte (Vgl. Eckert et. al. 2000: 224). Tatsächlich ist aber ein Ausbau von Delinquenz im außeralltäglichen Kontext möglich, wenn User von Eigensbedarfkäufen über die Mitversorgung von Freunden bis zum Verkauf in der Location langsam in die Kleindealerei rutschen (Vgl. Schoers 2001: 221). Da der Rauschmittelhandel oft auffälliger ist als der Konsum und somit schneller mit sozialen und juristischen Sanktionen belegt wird, droht hier ein Teufelskreis sekundärer Delinquenz. Ein Drogendelikt kann demnach beispielsweise mit dem Verlust des Arbeitsplatzes oder dem Raus­wurf aus dem Elternhaus einhergehen, wodurch das Individuum in der Konsequenz auch in an­deren Bereichen delinquente Handlungen ausführen könnte, beispielsweise der Sicherung des Lebensunterhaltes durch Diebstahl, Körperverletzung aufgrund soziale Desintegration, etc.5 Der Großteil der Konsumenten verfügt allerdings über ein stabiles internalisiertes Rechtsbewusstsein.

[...]


1 Innerhalb dieser Arbeit wird, von direkten Zitationen freilich abgesehen, der Begriff der Droge vermieden und statt dessen der wertneutralere und wissenschaftlichere Terminus des Rauschmittels verwendet.

2 Die Begriffe folgen der Definition Rautenbergs (1998: 21 f.) demnach deviantes Verhalten von der Norm sozialen Verhaltens abweicht, aber nicht zwingend sozialschädlich sein muss wohingegen delinquentes Verhalten kriminelle Handlungen beschreibt, welche der Gesetzgeber verhindern möchte.

3 Wie nachfolgend noch deutlich herausgearbeitet wird wäre es grob fahrlässig, per se allen Besuchern von Techno­Events den Konsum illegaler Rauschmittel zu unterstellen. Die Teilmenge der Rauschmittelkonsumierenden wird deshalb als User bezeichnet, in Abgrenzung zur Gesamtmenge, die als Teilnehmer, Besucher oder Technoide bezeichnet werden.

4 Unter dem Begriff Amphetaminderivate werden viele verschiedene Stoffe wie Kathinone, Badesalze, Retalin, Me- thamphetamin und MDMA/Ecstasy zusammengefasst. Die Statistik weist die Möglichkeit von Mehrfach­nennungen, also Mischkonsum ausdrücklich aus. Eine konkretere Zahl zu den von Ecstasy verursachten Todes­fällen existiert nicht; eine Anfrage der Zahlen an die Bundesdrogenbeauftragte blieb bislang unbeantwortet.

5 Dieser möglichen Kausalitätskette von Stigmatisierung, Kriminalisierung und der Ausbildung sekundärer Delinquenz hat sich Howard Bccker (1973: 3 ff., 159 ff.) ausführlich unter dem Namen „Ettiketierungstheorie“ angenommen.

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Details

Titel
Techno und Ecstasy. Über die kulturelle Einbettung von Ecstasy in der Technokultur und ihre kriminalsoziologischen Implikationen auf die User
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Philosophische Fakultät)
Veranstaltung
Delikt, Devianz, Delinquenz – Die Gesellschaft und ihre Kriminellen
Note
1,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
31
Katalognummer
V957960
ISBN (eBook)
9783346306395
ISBN (Buch)
9783346306401
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Techno, Drogen, Rauschmittel, Ecstasy, MDMA, Abweichendes Verhalten, Devianz, Delinquenz
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Julian Faber (Autor:in), 2020, Techno und Ecstasy. Über die kulturelle Einbettung von Ecstasy in der Technokultur und ihre kriminalsoziologischen Implikationen auf die User, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/957960

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