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Die Bilanzierung strukturierter Gesellschaften nach IFRS und das neue Beherrschungskonzept nach IFRS 10

Title: Die Bilanzierung strukturierter Gesellschaften nach IFRS und das neue Beherrschungskonzept nach IFRS 10

Bachelor Thesis , 2017 , 63 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Florian Grünewald (Author)

Business economics - Investment and Finance
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Bachelor-Thesis zum Thema „Die Bilanzierung strukturierter Gesellschaften nach IFRS“ wird den Überarbeitungsbedarf der ursprünglich einschlägigen Rechnungslegungsstandards SIC-12 und IAS 27 beschreiben und die Veränderungen in Bezug zu IFRS 10 und IFRS 12 darstellen. Zu Anfang wurde bereits eine Beschreibung der Zweckgesellschaft vorgestellt. Im weiteren Verlauf wird die ursprüngliche Rechtslage nach SIC-12 und IAS 27 veranschaulicht und anschließend die Neukonzeption nach IFRS 10 und IFRS 12 tiefergehend analysiert. Die Arbeit wird sich schwerpunktmäßig auf das neue Beherrschungskonzept nach IFRS 10 und auf die umfangreicheren Anhangangaben gem. IFRS 12 konzentrieren. Im Anschluss werden die Auswirkungen der Änderungen auf die Praxis untersucht und analysiert. Bei der abschließenden kritischen Würdigung wird insbesondere auch darauf eingegangen, ob die Änderungen sinnvoll waren, die neuen Regelungen zukünftig bilanzpolitische Spielräume verringern und so zu einem höheren Informationsgehalt führen werden.

In der Regel muss jedes rechtlich selbstständige Unternehmen in Deutschland einen Einzelabschluss (seperate financial statement) erstellen. Diese Aufstellungspflicht ergibt sich jedoch nicht nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS), sondern nach dem deutschen Handelsgesetzbuch. Danach soll „Der Kaufmann [...] zu Beginn [...] und für den Schluss eines jeden Geschäftsjahres einen das Verhältnis seines Vermögens und seiner Schulden darstellenden Abschluss [aufstellen]“ (§ 242 Abs. 1 HGB ). Grund für die Aufstellungspflicht nach HGB ist die mangelnde Befugnis des International Ac-counting Standards Board (IASB) als privatrechtliche internationale Organisation eine solche Verpflichtung zu erlassen. So verweist die Norm IAS 27.2-3 zur Rechnungslegungspflicht auf das jeweilige nationale Rechtssystem (Regelungshoheit der Einzelstaaten).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Problemstellung

2. Zweckgesellschaften

a) Vorbemerkungen

b) Begrifflichkeiten

c) Merkmale & Eigenschaften

d) Motive / Gründe

e) Beispiel: Leasingobjektgesellschaft

3. Vorgehensweise

II. Das alte Konzept nach IAS 27 und SIC-12

1. Vorbemerkungen

2. Darstellung der Rechtslage

3. Schwächen von IAS 27 und SIC-12 – Verdeutlichung am Beispiel von Enron

III. Neukonzeption nach IFRS 10 und IFRS 12

1. IFRS 10 – Konzernabschlüsse

a) Vorbemerkungen

b) Begrifflichkeiten

c) Einheitliches Beherrschungskonzept

i. power

(1) Durch Stimmrechte (voting interest entities)

(2) Nicht durch Stimmrechte (non-voting interest entities)

ii. variable returns

iii. linked between power and variable returns

2. IFRS 12 – Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen

a) Vorbemerkungen

b) Angaben zu Tochterunternehmen

c) Angaben zu Zweckgesellschaften

i. Konsolidierte Zweckgesellschaften

ii. Nicht-konsolidierte Zweckgesellschaften

IV. Auswirkungen auf die Praxis

V. Kritische Würdigung

VI. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bilanzierung strukturierter Gesellschaften (Zweckgesellschaften) nach den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS). Das Hauptziel besteht darin, den Überarbeitungsbedarf der ursprünglichen Standards IAS 27 und SIC-12 zu identifizieren und die Auswirkungen der neuen Konzepte IFRS 10 und IFRS 12 auf die Rechnungslegungspraxis zu analysieren, insbesondere im Hinblick auf die Verringerung bilanzpolitischer Spielräume.

  • Analyse des Beherrschungskonzepts nach IFRS 10.
  • Untersuchung der erweiterten Anhangangaben gemäß IFRS 12.
  • Bewertung der Auswirkungen auf die Konzernrechnungslegungspraxis von DAX-Unternehmen.
  • Kritische Würdigung der Wirksamkeit der Neuregelungen zur Eindämmung bilanzpolitischer Gestaltungen.
  • Vergleich der alten Rechtslage (IAS 27/SIC-12) mit der neuen Neukonzeption.

Auszug aus dem Buch

2. Zweckgesellschaften

Ungeachtet der oben erwähnten Problematik, handelt es sich bei Zweckgesellschaften in der Regel um Gesellschaftsformen, welche explizit zur Erreichung eines genau fixierten Zwecks instituiert werden. Leasing- oder Asset-Backed-Security-Transaktionen stellen dabei die häufigsten Geschäftstätigkeiten dieser Zweckgesellschaften dar. Dabei resultieren diese Transaktionen u. a. aus der sogenannten Risikodiversifizierung. So können zum Beispiel projektimmanente Risiken und anfängliche Entwicklungskosten ausgelagert sowie Ausfall- oder Zinsänderungsrisiken gemindert werden.

Eine strukturierte Gesellschaft ist in erster Linie durch Fremdkapital finanziert, also nicht durch den Initiator. Letzterer ist gesellschaftsrechtlich bloß mit einer sehr geringen Kapitaleinlage an dem Unternehmen beteiligt. Laut Brakensiek zeichnet diese „disproportionale Verteilung“ eine Zweckgesellschaft aus. Da sich die Einbeziehung in den Konzernabschluss größtenteils anhand der gesellschaftsrechtlichen Beteiligung bemisst, verfolgt der Initiator demnach das Ziel, durch seine geringe Kapitalbeteiligung die Einbeziehung strukturierter Gesellschaften in den Konzernabschluss zu vermeiden. Das fehlende, für die Gründung jedoch essenzielle Kapital wird somit durch Fremdkapitalgeber bereitgestellt. An dieser Stelle eignen sich zum Beispiel Banken als Fremdkapitalgeber, da diese in der Regel nicht mit dem Konzern verbunden sind, jedoch in dessen Interesse agieren (oder zumindest nicht gegen den verfolgten Zweck handeln).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Bilanzierung von Zweckgesellschaften und definiert die Vorgehensweise der Arbeit zur Untersuchung der IFRS-Neuerungen.

II. Das alte Konzept nach IAS 27 und SIC-12: Dieses Kapitel erläutert die ursprüngliche Rechtslage und analysiert deren Schwachstellen, die durch den Enron-Skandal verdeutlicht wurden.

III. Neukonzeption nach IFRS 10 und IFRS 12: Hier wird das neue, einheitliche Beherrschungskonzept nach IFRS 10 sowie die umfangreichen neuen Angabepflichten nach IFRS 12 im Detail analysiert.

IV. Auswirkungen auf die Praxis: Das Kapitel untersucht anhand einer Analyse der DAX-30-Unternehmen, wie sich die Neukonzeption tatsächlich auf die Konzernabschlüsse in der Praxis ausgewirkt hat.

V. Kritische Würdigung: Die Arbeit bewertet kritisch, ob die neuen Standards die intendierten Ziele zur Verringerung bilanzpolitischer Spielräume erreicht haben und wie die Kosten-Nutzen-Relation zu beurteilen ist.

VI. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass die neuen Regelungen zwar eine Verbesserung darstellen, aber aufgrund von Ermessensspielräumen keine vollständige Eliminierung bilanzpolitischer Gestaltungsmöglichkeiten bewirken.

Schlüsselwörter

IFRS, Zweckgesellschaft, Konsolidierung, Konzernabschluss, IFRS 10, IFRS 12, Beherrschung, Bilanzpolitik, Off-Balance-Sheet, Risikodiversifizierung, Strukturierte Unternehmen, Anhangangaben, IAS 27, SIC-12, VFE-Lage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bilanzierung von Zweckgesellschaften nach den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) und den Änderungen, die sich aus der Einführung von IFRS 10 und IFRS 12 ergeben haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das neue einheitliche Beherrschungskonzept (Control-Konzept), die erweiterten Anhangangaben für Zweckgesellschaften und die Auswirkungen dieser Regelungen auf die Berichtspraxis von DAX-Unternehmen.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist zu untersuchen, ob die neuen Standards die bilanzpolitischen Spielräume verringern konnten, die zuvor durch die Kombination von IAS 27 und SIC-12 bestanden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit kombiniert eine theoretische Analyse der IFRS-Standards mit einer empirischen Auswertung der Geschäftsberichte von DAX-30-Unternehmen zur Erstanwendung der neuen Konsolidierungsregeln.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der alten und neuen Standards, eine Analyse der Auswirkungen auf die Praxis anhand der DAX-30 und eine kritische Würdigung der erzielten Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Zweckgesellschaft, Konsolidierung, Beherrschungskonzept (IFRS 10), Transparenz (IFRS 12) und bilanzpolitische Spielräume geprägt.

Wie hat sich die Konsolidierungspflicht durch IFRS 10 verändert?

IFRS 10 ersetzt die alten Konzepte durch ein einheitliches Beherrschungskonzept, das auf drei Kriterien basiert: Entscheidungsmacht, variable Rückflüsse und die Verbindung zwischen diesen beiden Faktoren.

Warum ist der IFRS 12 für die Transparenz so wichtig?

IFRS 12 führt verpflichtende Angabepflichten für nicht-konsolidierte strukturierte Unternehmen ein, wodurch Abschlussadressaten erstmals ein besseres Bild von Risiken außerhalb der Bilanz erhalten.

Welches Fazit zieht der Autor zur Effektivität der neuen Standards?

Der Autor stellt fest, dass die Vorteile der Neuregelungen überwiegen, wenngleich aufgrund von Ermessensspielräumen keine vollständige Beseitigung bilanzpolitischer Gestaltungsmöglichkeiten möglich ist.

Welche Rolle spielen die untersuchten DAX-Unternehmen in der Arbeit?

Sie dienen als Praxisbeispiele, um zu zeigen, wie unterschiedlich Konzerne auf die Neuregelungen reagiert haben und ob sich in der Praxis tatsächlich wesentliche Konsolidierungseffekte zeigen.

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Details

Title
Die Bilanzierung strukturierter Gesellschaften nach IFRS und das neue Beherrschungskonzept nach IFRS 10
College
University of Wuppertal
Grade
2.0
Author
Florian Grünewald (Author)
Publication Year
2017
Pages
63
Catalog Number
V957982
ISBN (eBook)
9783346304322
ISBN (Book)
9783346304339
Language
German
Tags
bilanzierung gesellschaften ifrs beherrschungskonzept
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Grünewald (Author), 2017, Die Bilanzierung strukturierter Gesellschaften nach IFRS und das neue Beherrschungskonzept nach IFRS 10, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/957982
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