Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Traumatisierung bei Menschen mit einer geistigen Behinderung

Nutzung von Handlungsansätzen der Traumapädagogik bei traumatisierten Menschen mit einer geistigen Behinderung

Title: Traumatisierung bei Menschen mit einer geistigen Behinderung

Bachelor Thesis , 2020 , 69 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Arbeit widmet sich Traumatisierungen bei Menschen mit einer geistigen Behinderung. Es stellt sich die Frage, inwieweit Fachkräfte der Sozialen Arbeit Handlungsansätze der Traumapädagogik bei traumatisierten Menschen mit einer geistigen Behinderung nutzen und perspektivisch gestalten können. Um sich der Thematik von Traumatisierungen zu nähern, werden zunächst die Grundlagen der Psychotraumatologie erläutert. Dies beinhaltet die Definition eines Traumas, genauso wie dessen Verlauf und mögliche Risiko- und Schutzfaktoren. In einem zweiten Teil werden dann verschiedene Traumafolgestörungen benannt und kurz beschrieben.

Nach wie vor beschäftigt sich die Wissenschaft viel zu wenig mit Auswirkungen von traumatischen Erfahrungen dieser Klientel, obwohl nachgewiesen ist, dass bei ihnen ein erhöhtes Risiko besteht, Traumata zu erleiden und Folgeerscheinungen zu entwickeln. Die mangelnde und zum Teil noch komplett fehlende Auseinandersetzung von Traumata bei Menschen mit einer Behinderung findet sich auch innerhalb von Tätigkeitsfeldern der Profession der Sozialen Arbeit wieder. Traumafolgestörungen bleiben in der alltäglichen Arbeit in Einrichtungen der Behindertenhilfe noch viel zu häufig unerkannt und dadurch auch unbehandelt.

Dies kann mitunter auf fehlende Mitteilungsmöglichkeiten der betroffenen Personen sowie auf mangelnde psychotraumatologische Kenntnisse der Sozialarbeiter*innen zurückgeführt werden, die auffällige Verhaltensweisen zumeist dem Behinderungsbild zuordnen und erst bei extremen Veränderungen aufmerksam werden. Trauma und geistige Behinderung stehen in der Fachpraxis noch zu wenig in Verbindung. Vorhandene pädagogische Konzepte richten sich demnach nicht an mögliche Traumatisierungen und reichen in der Folge nicht aus, um geeignete Unterstützungsmaßnahmen für die Traumabewältigung darzustellen. Für die Arbeit mit traumatisierten Menschen hat sich in den letzten Jahren eine neue Fachdisziplin mit einem traumapädagogischen Ansatz entwickelt. Die Traumapädagogik bietet Richtlinien und Handlungsstrategien für eine pädagogische Unterstützung im Traumabewältigungsprozess. Traumapädagogische Konzepte richteten sich zunächst vornehmlich an die Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen, öffnen sich aber immer mehr auch anderen Arbeitsbereichen der Sozialen Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Psychotraumatologie

2.1 Das Trauma

2.1.1 Verlauf einer Traumatisierung

2.1.2 Risiko- und Schutzfaktoren

2.2 Traumafolgestörungen

2.2.1 Akute Belastungsreaktion

2.2.2 Posttraumatische Belastungsstörung

2.2.3 Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung

2.2.4 Komorbiditäten

3 Begriffsbestimmung geistige Behinderung

4 Traumatisierung und geistige Behinderung

4.1 Risikofaktoren

4.1.1 Personale Risikofaktoren

4.1.2 Umweltbedingte Risikofaktoren

4.2 Diagnostik

4.3 Konsequenzen für die Soziale Arbeit

5 Traumapädagogik in der Sozialen Arbeit

5.1 Traumapädagogische Grundhaltung

5.2 Sichere Orte

5.3 Selbstbemächtigung

5.4 Bindungsorientierung

5.5 Ressourcenorientierung

5.6 Bedeutung von Traumapädagogik für die Traumabearbeitung

6 Traumapädagogik und geistige Behinderung

6.1 Anwendbarkeit und Grenzen

6.1.1 Aspekte für die traumapädagogische Begleitung

6.1.2 Ausblick

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Fachkräfte der Sozialen Arbeit Handlungsansätze der Traumapädagogik bei traumatisierten Menschen mit einer geistigen Behinderung nutzen und perspektivisch weiterentwickeln können, um diesen Menschen eine angemessene Unterstützung bei der Traumabewältigung zu ermöglichen.

  • Grundlagen der Psychotraumatologie und Traumafolgestörungen
  • Definition und Spezifika der geistigen Behinderung
  • Risikofaktoren und Herausforderungen bei der Diagnostik von Traumata bei Menschen mit geistiger Behinderung
  • Traumapädagogische Handlungsleitlinien und deren Übertragbarkeit auf die Behindertenhilfe
  • Notwendigkeit einer traumasensiblen Begleitung in Einrichtungen der Behindertenhilfe

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Verlauf einer Traumatisierung

Laut Fischer und Riedesser (2009) beginnt eine Traumatisierung zunächst mit einer „traumatischen Situation“ (S.64). Sie beschreiben diese als „ein Zusammenspiel von traumatischen Umweltbedingungen und subjektiver Bedeutungszuschreibung, von Erleben und Verhalten“ (ebd.). Laut erhobener Daten, die 2017 von Longo in der englischen Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ veröffentlich wurden, erfahren mehr als 70% aller Erwachsenen weltweit ein solches Ereignis (Longo, n. Hüllemann 2019, S.15). Dieses trete bei über 31% sogar bis zu viermal oder mehrfach in ihrem Leben auf (ebd.). Das Ereignis selbst ist laut Fischer und Riedessers Definition jedoch nicht allein für die Ausbildung eines Traumas verantwortlich, sondern die Interaktion zwischen Person und Umwelt. Die subjektive Wahrnehmung spielt eine genauso große Rolle wie die traumatisierende Umweltbedingung. Bei einer traumatischen Situation sei es einer Person nicht möglich, angemessen zu reagieren (Fischer und Riedesser 2009, S.65). Die üblichen Anpassungs- oder Bewältigungsstrategien seien wirkungslos und das Selbstwirksamkeitsvermögen förmlich „außer Kraft gesetzt“ (Scherwath und Friedrich 2016, S.21). Die Situation scheint ausweglos und unabsehbar (ebd.). Innerhalb der „traumatischen Situation“ werden vom Körper vermeintliche Notprogramme in Gang gesetzt, die ein Überleben sichern sollen (ebd.). Übliche Notfallreaktionen wären beispielweise zu „flüchten“ oder zu „kämpfen“ (Hantke und Görges 2012, S.60). Bei einer Traumatisierung gelinge dies jedoch häufig nicht und betroffene Personen befinden sich in einer sogenannten „traumatischen Zange“ (Scherwath und Friedrich 2016, S.23). Sie können nicht flüchten, aber auch nicht kämpfen. Sie fallen in eine Art „Freeze-Reaktion“ (Einfrierung), in der sie sich der Situation hilflos hingeben, aber sich zumindest psychisch vom Geschehen distanzieren (ebd.). Dies bleibt häufig nicht ohne Konsequenzen. Menschen können kurz- oder langfristig unterschiedliche psychische Folgestörungen (siehe Kap. 2.2.) entwickeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Traumata bei Menschen mit geistiger Behinderung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage zur Anwendbarkeit traumapädagogischer Ansätze in diesem Bereich.

2 Psychotraumatologie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, Definitionen von Traumata, deren Verlauf sowie verschiedene Traumafolgestörungen und Komorbiditäten.

3 Begriffsbestimmung geistige Behinderung: Hier erfolgt eine definitorische Annäherung an den Begriff „geistige Behinderung“ unter Berücksichtigung aktueller Standards wie der ICF und ICD-10.

4 Traumatisierung und geistige Behinderung: Dieses Kapitel untersucht die Prävalenz, personale und umweltbedingte Risikofaktoren sowie die Herausforderungen bei der Diagnostik von Traumata bei dieser spezifischen Klientel.

5 Traumapädagogik in der Sozialen Arbeit: Hier werden die Grundlagen, Leitlinien und Konzepte der Traumapädagogik als interdisziplinäre Fachdisziplin für die Soziale Arbeit vorgestellt.

6 Traumapädagogik und geistige Behinderung: Dieses Kapitel analysiert den Transfer traumapädagogischer Konzepte auf Menschen mit geistiger Behinderung unter Berücksichtigung von Anwendbarkeit, Grenzen und perspektivischen Gestaltungsmöglichkeiten.

7 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Traumapädagogik in der Behindertenhilfe.

Schlüsselwörter

Trauma, Psychotraumatologie, geistige Behinderung, Traumapädagogik, Soziale Arbeit, Behindertenhilfe, Diagnostik, Risikofaktoren, Resilienz, Selbstbemächtigung, Bindungsorientierung, Sicherheit, Traumabewältigung, Traumaverarbeitung, Inklusion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit von traumapädagogischen Handlungsansätzen bei Menschen mit geistiger Behinderung, um eine adäquate Begleitung in der Behindertenhilfe zu gewährleisten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Psychotraumatologie, die spezifischen Herausforderungen von Menschen mit geistiger Behinderung im Kontext von Traumatisierungen und die Übertragung traumapädagogischer Konzepte auf diese Personengruppe.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, inwieweit Fachkräfte der Sozialen Arbeit traumapädagogische Handlungsansätze bei traumatisierten Menschen mit geistiger Behinderung nutzen und perspektivisch gestalten können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Zusammenführung wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Psychotraumatologie, der Heilpädagogik und der Sozialen Arbeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Psychotraumatologie, Begriffsbestimmung Behinderung), eine Analyse der Risiken und Diagnostik bei geistiger Behinderung sowie die detaillierte Darstellung traumapädagogischer Prinzipien und deren Transfer auf die Praxis in der Behindertenhilfe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Trauma, Traumapädagogik, geistige Behinderung, Soziale Arbeit, Behindertenhilfe, Resilienz, Selbstbemächtigung und Bindungsorientierung.

Wie unterscheiden sich die Symptome bei geistiger Behinderung von denen ohne Behinderung?

Die Autorin stellt fest, dass Traumafolgen bei Menschen mit geistiger Behinderung häufiger auf der Verhaltensebene statt auf der sprachlichen Ebene sichtbar werden und oft mit dem allgemeinen Behinderungsbild konnotiert (verwechselt) werden.

Warum ist die Errichtung „sicherer Orte“ in Einrichtungen so schwierig?

Die Errichtung sicherer Orte wird erschwert, da betroffene Klienten ihre Bedürfnisse oft nicht selbst kommunizieren können und Einrichtungen sowie Bezugspersonen eine hohe Verantwortung tragen, um triggernde Situationen zu vermeiden, ohne dabei in Bevormundung oder Tabuisierung zu verfallen.

Excerpt out of 69 pages  - scroll top

Details

Title
Traumatisierung bei Menschen mit einer geistigen Behinderung
Subtitle
Nutzung von Handlungsansätzen der Traumapädagogik bei traumatisierten Menschen mit einer geistigen Behinderung
College
University of Applied Sciences North Rhine-Westphalia Köln
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2020
Pages
69
Catalog Number
V958001
ISBN (eBook)
9783346337474
ISBN (Book)
9783346337481
Language
German
Tags
Traumatisierung Menschen mit geistiger Behinderung Traumapädagogik Psychotraumatologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2020, Traumatisierung bei Menschen mit einer geistigen Behinderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/958001
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  69  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint