Das Ziel der Arbeit ist die Darstellung der wissenschaftlichen Erkenntnisse von Low-Carb- und High-Carb-Ernährung in Bezug auf manifesten Diabetes mellitus Typ 2. Betroffene haben so die Möglichkeit zu erfahren, welche Ernährungsweise ihnen dabei hilft, die Erkrankung zu verbessern.
Trotz regelmäßiger Aufklärung nimmt vor allem die Diabetes mellitus Typ 2-Erkrankung kontinuierlich zu. Eine der häufigsten Ursache hierfür ist eine falsche Ernährung bzw. Überernährung. Obwohl heutzutage Informationen zu einem gesunden Lebensstil und den verschiedenen Ernährungsformen leicht im Internet zu finden sind, besteht bei vielen Betroffenen weiterhin Unkenntnis über die richtige Ernährungsweise bei Diabetes mellitus Typ 2. Ein Grund dafür könnte paradoxerweise die große Anzahl an Studien zu diesem Thema sein. Da Studien meist nicht unter gleichen Rahmbedingungen durchgeführt werden, sei es beispielsweise die Auswahl der Probanden oder die untersuchte Ernährungsweise, ergibt sich ein heterogenes Bild. Dies verunsichert viele Betroffene.
Aus der vorangegangenen Problemstellung wird folgende wissenschaftliche Frage abgeleitet: Welche Ernährungsweise hilft dabei, die Diabetes mellitus Typ 2-Erkrankung zu verbessern?
Laut der aktuellen Ausgabe des Diabetes-Atlas, der regelmäßig von der International Diabetes Federation veröffentlicht wird, leiden weltweit ca. 425 Millionen Erwachsene im Alter von 20 bis 79 Jahren an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Dies entspricht einer Prävalenz von 8,8 %. 58 Millionen Diabetes-Erkrankte leben in Europa, 7,5 Millionen in Deutschland. Nach Schätzungen der IDF steigt die Zahl der Diabetes-Erkrankungen bei Erwachsenen bis 2045 weltweit auf 629 Millionen, in Europa auf rund 67 Millionen an. In die oben genannten Zahlen eingeschlossen, ist eine hohe Dunkelziffer nichtdiagnostizierter Fälle. In Europa liegt diese derzeit bei ungefähr 22 Millionen Betroffenen. Ein Grund hierfür – vor allem beim Typ-2-Diabtes – könnte die anfängliche Beschwerdefreiheit dieser Erkrankung sein.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
1.1 Einleitung
1.2 Problemstellung
1.3 Wissenschaftliche Frage
2 ZIELSETZUNG
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND
3.1 Diabetes mellitus
3.1.1 Klassifikation und Beschreibung der einzelnen Diabetes-Typen
3.1.1.1 Typ-1-Diabetes
3.1.1.2 Typ-2-Diabetes
3.1.1.3 Andere spezifische Diabetes-Typen (auch „sekundäre“ Diabetes-Typen)
3.1.1.4 Gestationsdiabetes
3.2 Diabetes mellitus Typ 2
3.2.1 Definition
3.2.2 Diagnose
3.2.3 Pathogenese
3.2.4 Risikofaktoren bei der Entstehung des Diabetes mellitus Typ 2
3.2.5 (Ko-)Morbiditäten
3.2.6 Prävention
3.2.7 Therapie
3.3 Ernährung
3.3.1 Kalorienbedarf und Bewertung des Gesundheitsrisikos
3.3.2 Makronährstoffe
3.3.2.1 Eiweiß
3.3.2.2 Fett
3.3.2.3 Kohlenhydrate
3.3.3 Low Carb und High Carb
4 METHODIK
4.1 Forschungsdesign
4.2 Forschungsdefizit und Forschungsfrage
4.3 Vorgehen bei der Literaturrecherche
4.3.1 Fachdatenbanken, Suchmaschinen und Internetseiten
4.3.2 Bibliotheken
4.3.3 Suchbegriffe
4.3.4 Angewendete Filter bei der Studiensuche
4.3.5 Ein- und Ausschlusskriterien der Studien
4.3.6 Grafische Darstellung der Literaturrecherche
5 ERGEBNISSE
5.1 Evidenz der eingeschlossenen Studien
5.2 Studienmerkmale
5.3 Auswirkungen auf ausgewählte Parameter
5.3.1 Körpergewicht
5.3.2 Taillenumfang
5.3.3 HbA1c
6 DISKUSSION
6.1 Methodendiskussion
6.2 Ergebnisdiskussion
6.3 Schlussfolgerung
7 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Bachelor-Thesis besteht darin, wissenschaftliche Erkenntnisse über den Einfluss von Low Carb- und High Carb-Ernährungsweisen auf das Krankheitsbild Diabetes mellitus Typ 2 zusammenzutragen. Die Forschungsfrage lautet: „Welche Auswirkungen hat eine Diät mit Einschränkung der Kohlenhydrate (LCD) im Vergleich zu einer Diät mit einem hohen Kohlenhydratanteil (HCD) bei Personen mit Typ 2 Diabetes mellitus?“
- Vergleich der Auswirkungen von Low Carb- und High Carb-Ernährung.
- Analyse von anthropometrischen Parametern wie Körpergewicht und Taillenumfang.
- Untersuchung des HbA1c-Wertes als Indikator für die Stoffwechsellage.
- Bewertung bestehender randomisierter kontrollierter Studien (RCTs).
- Ableitung von Erkenntnissen für die Ernährungstherapie bei Diabetes Typ 2.
Auszug aus dem Buch
3.1.1.2 Typ-2-Diabetes
Wie in der Einleitung bereits erwähnt, handelt es sich bei den meisten Diabetes-Krankheitsfällen um einen Typ-2-Diabetes. Dabei kann das Leben der Betroffenen durch Begleit- und Folgeerkrankungen in gravierender Weise beeinflusst werden (Robert Koch Institut, 2017).
Da er früher meist erst nach dem 40. Lebensjahr auftrat, wurde er auch als „Altersdiabetes“ bezeichnet. Diese Bezeichnung ist jedoch nicht mehr aktuell (Danne, Kordonouri & Lange, 2016, S. 1).
Die Diagnose eines Typ-2-Diabetes ist meist nur ein Zufallsbefund im Rahmen von anderen Erkrankungen (z.B. arterielle Hypertonie). Die auftretenden Symptome sind bei diesem Diabetes-Typen häufig viel unspezifischer oder weniger klar ausgeprägt als bei Erkrankten des Typ-1-Diabetes, weshalb er oft lange Zeit unerkannt bleibt (Breuch, Müller & Oser, 2010, S. 37). Bei älteren Patienten werden außerdem manche Diabetes-Symptome auf das fortschreitende Alter bezogen und die Erkrankung aus diesem Grund nicht sofort diagnostiziert (Diabetesinformationsdienst München, 2018).
Symptome, die auf einen Typ-2-Diabetes hinweisen können, sind beispielsweise:
- Müdigkeit, Leistungsschwäche, Antriebsarmut (Diabetesinformationsdienst München, 2018)
- Psychische Veränderungen (z.B. depressive Verstimmungen) (Hien, Böhm, Claudi-Böhm, Krämer & Kohlhas, 2013, S. 42)
- Konzentrationsschwäche und Vergesslichkeit (Diabetesinformationsdienst München, 2018)
- Polyphagie (krankhaft gesteigerter Appetit/krankhaft gesteigerte Nahrungsaufnahme) (Hien, Böhm, Claudi-Böhm, Krämer & Kohlhas, 2013, S. 2)
- Juckreiz (Diabetesinformationsdienst München, 2018)
- Infektionsneigung (Hien, Böhm, Claudi-Böhm, Krämer & Kohlhas, 2013, S. 43)
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG: Dieses Kapitel führt in die globale Verbreitung des Diabetes mellitus ein, thematisiert die gesundheitliche Relevanz und stellt die Forschungsfrage zur Vergleichbarkeit von Low Carb- und High Carb-Diäten bei Typ-2-Diabetikern.
2 ZIELSETZUNG: Das Kapitel definiert das Ziel der Arbeit, die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Low Carb- und High Carb-Ernährungsformen bei Diabetes mellitus Typ 2 darzustellen, um Betroffenen eine Entscheidungsgrundlage zu bieten.
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND: Hier werden die medizinischen Grundlagen zu Diabetes mellitus, die verschiedenen Diabetes-Typen, die Pathogenese von Typ-2-Diabetes sowie aktuelle ernährungstherapeutische Empfehlungen detailliert erläutert.
4 METHODIK: Dieses Kapitel beschreibt das gewählte Forschungsdesign der Literaturstudie und erläutert detailliert die Vorgehensweise bei der systematischen Suche und Auswahl relevanter wissenschaftlicher Studien.
5 ERGEBNISSE: Hier werden die Daten der identifizierten randomisierten kontrollierten Studien präsentiert, wobei insbesondere die Veränderungen von Körpergewicht, Taillenumfang und HbA1c-Wert analysiert werden.
6 DISKUSSION: Die Ergebnisse werden kritisch hinterfragt, methodische Grenzen der Studie beleuchtet und die klinische Relevanz der Erkenntnisse für die Ernährungsberatung bewertet.
7 ZUSAMMENFASSUNG: Dieses abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass die Gesamtkalorienzufuhr und Gewichtsabnahme eine höhere Relevanz haben als die reine Makronährstoffverteilung.
Schlüsselwörter
Diabetes mellitus, Typ-2-Diabetes, Low Carb, High Carb, Ernährungstherapie, Insulinresistenz, Körpergewicht, Taillenumfang, HbA1c-Wert, Ernährung, Gesundheitsmanagement, randomisierte kontrollierte Studien, Gewichtsreduktion, Stoffwechsel, Makronährstoffe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den ernährungsphysiologischen Einfluss von kohlenhydratreduzierten (Low Carb) versus kohlenhydratreichen (High Carb) Diätformen bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2.
Was sind die zentralen Themenfelder der Thesis?
Die zentralen Themen umfassen die Pathophysiologie des Typ-2-Diabetes, die Rolle der Makronährstoffe bei der Stoffwechselregulierung sowie die Auswertung klinischer Studien zu verschiedenen Ernährungsinterventionen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, auf Basis der aktuellen Studienlage zu klären, ob eine bestimmte Kohlenhydratstrategie bei Typ-2-Diabetes zu signifikant besseren Ergebnissen hinsichtlich Gewicht und Blutzuckerkontrolle führt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine Literaturstudie (Theoriestudie), bei der systematisch randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) aus Datenbanken wie PubMed analysiert und ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Diabetes mellitus und der Ernährung sowie die detaillierte Ergebnispräsentation der ausgewählten Studien zu anthropometrischen Parametern und Blutwerten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Typ-2-Diabetes, Low Carb, High Carb, Insulinresistenz, Gewichtsmanagement und HbA1c-Wert.
Welche Rolle spielt die Gewichtsabnahme bei den untersuchten Interventionen?
Die Ergebnisse legen nahe, dass die Gewichtsreduktion und die Senkung der Gesamtkalorienzufuhr einen maßgeblichen Einfluss auf die Verbesserung der Stoffwechsellage haben, unabhängig von der spezifischen Makronährstoffverteilung.
Ist eine Low Carb-Ernährung bei Diabetes Typ 2 grundsätzlich überlegen?
Die Analyse der Studien zeigt, dass Low Carb-Ernährungsweisen keinen signifikanten Vorteil gegenüber High Carb-Varianten bieten, sofern das Ziel die Reduktion von Körpergewicht und die Verbesserung des HbA1c-Wertes ist; die Ergebnisse ähneln sich in beiden Gruppen stark.
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- Diana Schöniger (Author), 2019, Der Einfluss von Low Carb- und High Carb-Diäten auf die Diabetes mellitus Typ 2-Erkrankung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/958125