In dieser Arbeit liegt der Fokus auf der Thematik "Gender und Kleidung", denn als allererstes offenbart die Kleidung, die wir tragen, ob wir ein Mann oder eine Frau sind. Allerdings ist diese Klassifizierung in männlich und weiblich heutzutage nicht mehr ganz so einfach. Das Spiel von Identität und Geschlecht in der Mode ist ein langfristiger Trend, der in den Jahren wiederholt aufgetaucht ist und inszeniert wurde. Um den Umfang der Arbeit im vorgegebenen Rahmen zu halten, wird im folgenden nur ein Teil der wissenschaftlichen Quellen referiert.
Einleitend zur Thematik wird zunächst der Begriff „Gender“ erläutert, der das Verständnis dieser Hausarbeit voraussetzen soll. Im Folgenden soll versucht werden zu klären, inwieweit Mode den gesellschaftlichen Wandel widerspiegelt und Ausdruck einer androgynen Revolution der Gesellschaft ist. Dazu wird erläutert inwieweit der „Gender Shift“ diesen Wandel bedingt hat und es wird auch ein kurzer geschichtlicher Überblick über den Verlauf der Kleiderordnung von Mann und Frau wiedergegeben. Ihren Abschluss findet die vorliegende Arbeit in den Schlussbemerkungen, die die Ergebnisse und eigene Gedanken zusammenfassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gender
3. Gender Shift
4. Gender in der Modegeschichte
5. Unisex
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den gesellschaftlichen Wandel von starren Geschlechterrollen hin zu einem androgynen Verständnis und analysiert, wie Mode als nonverbale Kommunikationsform diesen Wandel widerspiegelt und beeinflusst.
- Konstrukt des Begriffs Gender im soziokulturellen Kontext
- Einfluss des Megatrends Gender Shift auf Geschlechterrollen
- Historische Entwicklung der Kleiderordnung von Mann und Frau
- Bedeutung der Mode als Ausdrucksmittel der persönlichen Identität
- Die Rolle des Unisex-Trends bei der Aufhebung binärer Geschlechtergrenzen
Auszug aus dem Buch
Gender
Gender ist ein allgängiger Begriff in unserer heutigen Gesellschaft, doch was er genau im Kontext bedeutet ist vielen nicht bekannt. Es ist daher wichtig den Begriff näher zu untersuchen und zu definieren, da die Begriffe Gender und Sex in der Alltagssprache oft als Synonym verwendet werden. Der Begriff „Gender“ stammt vom lateinischen Wort „generare“ ab, was übersetzt so viel bedeutet wie „erzeugen“. In diesem Zusammenhang ist mit Gender nicht das biologische Geschlecht gemeint, sondern die Geschlechterrolle, die einem Menschen von der Gesellschaft zugeordnet wird. Bis in die 1990er Jahre beschäftigte sich die angloamerikanische feministische Debatte mit der Frage, ob die Bestimmung des Geschlechts wesentlich ist oder sozial konstruiert. Aus dieser Debatte geht die Unterscheidung zwischen "Sex" als biologischem Begriff und "Gender" als sozial determiniertem Begriff hervor. Die Differenzierung von Mann und Frau basiert auf der Biologie und hat weitreichende Konsequenzen für die soziale Positionierung des Einzelnen und dessen Selbstwahrnehmung. Der Körper wird allgemein als "natürliche" Tatsache und damit als unveränderliche Grundlage der Geschlechtsbestimmung angesehen.
Der Begriff „Gender“ ermöglicht eine stärkere Berücksichtigung des Geschlechts, ohne das Denken durch „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“ einzuschränken. Gender ist eine Konstruktion aus dem sozialen und kulturellen Geschlecht. Neue Lebensstile und gesellschaftliche Trends, aber auch die verschiedenen Medien und die Mode prägen in diesem Jahrhundert zunehmend die vermeintlichen Geschlechter. Auf diese Weise wird das Bestreben, über die beiden Geschlechter oder die Dualität der Geschlechter hinauszugehen, immer wichtiger. Es wird zunehmend fraglich, ob in der heutigen Gesellschaft noch eine allgemeine Männlichkeit oder Weiblichkeit existiert, aufgrund der zunehmenden Manifestationen von beidem und der daraus resultierenden zwischen Zone.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Kleidung als Spiegel der Gesellschaft und formuliert das Ziel, den Zusammenhang zwischen Gender und Mode zu untersuchen.
2. Gender: Dieses Kapitel definiert den Begriff Gender als sozial konstruierte Rolle im Gegensatz zum biologischen Geschlecht und diskutiert die Abgrenzung von Männlichkeit und Weiblichkeit.
3. Gender Shift: Hier wird der Megatrend Gender Shift erläutert, der eine Integration weiblicher Merkmale in eine ehemals männlich dominierte Gesellschaftsstruktur beschreibt.
4. Gender in der Modegeschichte: Der Abschnitt analysiert die historische Entwicklung der Kleiderordnung und wie Mode Identitäten und Geschlechterbilder seit der Antike moduliert.
5. Unisex: Dieses Kapitel befasst sich mit der Aufhebung strikter Geschlechtertrennung in aktuellen Modekollektionen und der zunehmenden optischen Annäherung der Geschlechter.
6. Schluss: Der Schluss fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Rolle der Kleidung als Mittel zum Ausdruck der Identität und als Protest gegen starre Normen.
Schlüsselwörter
Gender, Unisex, Kleidung, Gesellschaft, Mode, Identität, Gender Shift, Androgynität, Geschlechterrolle, Soziale Konstruktion, Lifestyle, Modegeschichte, Kommunikation, Geschlechtsidentität, Stereotype
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Mode gesellschaftliche Vorstellungen von Geschlecht reflektiert und wie sich diese durch Trends wie den Unisex-Stil verändern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind das soziokulturelle Konstrukt von Gender, die Bedeutung von Kleidung als nonverbale Kommunikation und die historische sowie aktuelle Entwicklung der Geschlechterrollen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu klären, inwieweit Mode den gesellschaftlichen Wandel hin zu einer androgynen Gesellschaft widerspiegelt und dabei traditionelle binäre Geschlechtergrenzen überwindet.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Auswertung von Trendstudien, insbesondere der Trendstudie "Gender Shift" des Zukunftsinstituts.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition von Gender, die Erklärung des Gender Shifts, die historische Analyse von Mode als Körperpraxis und die aktuelle Relevanz von Unisex-Trends.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Gender Shift, Unisex, androgyn, soziale Konstruktion von Geschlecht und Modegeschichte.
Wie hat sich der Begriff der "Moderne Frau" modisch manifestiert?
In den 20er Jahren zeigte sich die berufstätige Frau durch das Tragen schlichter und funktionaler Kleidung, was einen deutlichen Kontrast zur früheren, auf Schmuck und Repräsentation ausgerichteten Mode darstellte.
Warum ist das Korsett für das Verständnis der historischen Geschlechterrollen wichtig?
Das Korsett symbolisierte das Ideal der "unpraktischen" Frau, die durch ihre einschränkende Kleidung vorführte, dass sie nicht arbeiten musste, was den damaligen Dualismus der Geschlechterrollen zementierte.
- Arbeit zitieren
- Rebecca Pajares Hammacher (Autor:in), 2020, Gender in der Modebranche. Von Männlich/Weiblich zu Unisex, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/958142