Gibt es eine Subkultur des Internets?


Seminararbeit, 1998

36 Seiten


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist das Internet?
2.1. Wie funktioniert das Internet?
2.2. Die Geschichte des Internets

3. Wer nutzt das Internet?

4. Definition des Begriffes „Subkultur“

5. Gibt es eine Subkultur des Internets?
5.1. Wo kommt es zu (bewussten) Abweichungen von der Gesamtgesellschaft?
5.1.1. Wissen
5.1.2. Glauben
5.1.3. Kunst
5.1.4. Moralauffassungen, Werte und Normen
5.1.4.1. Die Netiquette
5.1.4.2. Flaming
5.1.4.3. Spamming
5.1.4.4. Anonymität
5.1.4.5. Geschlechtertausch
5.1.4.6. Sanktionen
5.1.5. Gesetze und Institutionen
5.1.5.1. Gesetze
5.1.5.2. Internet Engineering Task Force
5.1.5.3. Request for Comments
5.1.5.4. World Wide Web Consortium

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang I: ASCII-Art

Anhang II: Akronyme und Smileys

1. Einleitung

Die Verbreitung der Computer in unserer Gesellschaft nimmt immer mehr zu. Längst ist ein Computer in jedem 10. Haushalt zu finden (Eckert et al. 1991). Auch die Zahl der Anschlüsse zum „Netz der Netze“ (Rheingold 1994), dem Internet, steigt kontinuierlich. Das Internet ist nicht mehr nur einem kleinen Teil unserer Bevölkerung vorbehalten, sondern startet einen Eroberungsfeldzug in die privaten Haushalte. Es wird geschätzt, dass es weltweit ca 10 Millionen Nutzer gibt (Rheingold 1994), die die sozialen Entfaltungsmöglichkeiten des Netzes, wie z.B. e-mail, IRC (Internet Relay Chat) oder MUDs (Multi-User-Dungeon) in Anspruch nehmen.

Die sozialen Veränderungen, die sich durch den Computer und das Internet ergeben haben und noch ergeben werden, werden sogar als 3. industrielle Revolution bezeichnet (Bühl 1995a, Rilling 1995/96).

Man ist sich einig, dass die Informationsübertragung durch Computer ähnliche revolutionäre und gesellschaftsprägende Auswirkungen haben wird, wie die Erfindung des Buchdrucks oder des Telefons.(Wetzstein et al. 1995)

Mit dem neuen Massenmedium gehen aber auch kulturelle Veränderungen einher. Viele Autoren sprechen von „Kommunikationskulturen“ (Bajus 1998), „Computer-Spezialkulturen“ (Wetzstein et al. 1995), „Cyber-Kulturen“(Rheingold 1994) oder auch von Subkulturen ( Reid 1991, Rheingold 1994).

Gibt es eine Subkultur des Internets? Oder gibt es sogar mehrere, so dass man sogar von einem „Ökosystem der Subkulturen“ (Rheingold 1994) sprechen könnte?

Diese Fragen versucht diese Hausarbeit zu beantworten.

2. Was ist das Internet?

2.1. Wie funktioniert das Internet?

Im Internet (International Network, Microsoft Encarta 1998) werden Daten ausgetauscht und die Computer können auf überlokaler Ebene miteinander kommunizieren (Wetzstein et al. 1995). Die Leitungen, die die Informationen übertragen, sind entweder spezielle hochleistungsfähige Leitungen wie z.B. Datex-P, Datex-L, Standleitungen oder ISDN, oder aber normale Telefonleitungen, die im Hobby- und Freizeitbereich die technische Basis des Netzes sind. Allerdings ist es nicht möglich, einen PC direkt an das Telefonnetz anzuschließen, da der Computer digital, das Telefonnetz hingegen größtenteils analog arbeitet. Die digitalen Signale des Computers müssen also erst in analoge „übersetzt“ werden, um sie über das Telefonnetz übertragen zu können. Am anderen Ende der Leitung müssen die analogen Signale schließlich wieder digitalisiert werden, damit der PC sie verstehen kann. Die Aufgabe des „Übersetzers“ hat das Modem (von Modulator/Demodulator), welches als Zusatzgerät an die serielle Schnittstelle des Computers angeschlossen wird. Mit dem Telefonnetz wird es wie ein Telefon oder Fax verbunden und ist somit die physikalische Vernetzung der Rechner.

Das Modem sorgt außerdem für den Aufbau und die Aufrechterhaltung der Verbindung zwischen den Rechnern, so dass Daten und Informationen übertragen werden können (Wetzstein et al. 1995). Internet-Verbindungen werden aber auch mit Hilfe von einem internationalen Standartprotokoll ermöglicht, dem TCP/IP (Transmission Control Protocol / Internet Protocol). Das Internet ist jedoch nicht ein weltumspannendes Netz, sondern besteht aus vielen kleinen Netzwerken, die dank dem TCP/IP miteinander kommunizieren können.

John Quarterman hat 1993 geschätzt, dass weltweit ca. 900 Computernetze existieren, nicht mitgezählt die mehr als 6000 Netze, die bereits mit dem Internet verknüpft sind (Rheingold 1994). Anfang 1995 waren es laut der Microsoft Encarta 98 Enzyklopädie bereits 50.000 Netzwerke mit über 5 Millionen angeschlossenen Computern. Mitte 1996 hingegen verbindet das Internet weltweit mehr als 12 Millionen Rechner und die Zuwachsrate ist exponentiell (Helmers et al. 1996, Bajus 1998).

Das bekannteste Netz, welches auch oft mit dem Internet gleichgesetzt wird, ist das WWW (World Wide Web, Bajus 1998). Es ist das neuste und auch komplexeste Netz und definiert sich durch drei Standarts:

1) URLs (Uniform Resource Locator) zur Lokalisierung von Dokumenten,
2) HTTP (Hypertext Transfer Protocol) als Primäres Protokoll zur Informationsverteilung und
3) HTML (Hypertext Markup Language) als Sprache, die Texte mit einem Format auszeichnet, das den Aufbau einer Seite beschreibt (Rilling 1995/96).

Das besondere an Hypertext ist, dass alle Texte zu einem komplexen Netz aus Querverweisen (sogenannten „links“) verbunden sind und daher nicht linear betrachtet werden müssen. Der Anwender kann die Reihenfolge der Betrachtung selbst wählen und hat keine vorgegebe Anordnung zu berücksichtigen (Bajus 1998).

2.2. Die Geschichte des Internets

Bereits seit über 100 Jahren ist es möglich, mittels elektrischer Signale Informationen zu übertragen (Eckert et al. 1991).

Doch erst in den letzten 10-20 Jahren hat sich der PC für den privaten Gebrauch eingebürgert (Reid 1991). Die ersten Computersysteme waren jedoch oft Eigentum der Regierung oder großen Konzernen. Diese Rechner waren meist vernetzt und bildeten kleine LAN´s (Local Area Network), die sich später zu größeren, weiter verteilten Netzen (WAN´s: Wide Area Network) auf der Basis der Telefonleitungen zusammenschlossen (Rheingold 1994, Rost 1996).

Das erste dieser Neze über eine größere Distanz war das militärische ARPANET (Advanced Research Projects Agency Net), welches 1969 während des kalten Krieges entstand. Es sollte sichergestellt sein, dass das Kommunikationssystem des US-Militärs im Falle eines atomaren Angriffs auch bei Ausfall von Teilen des Systems nicht zusammenbricht (Rheingold 1994, Rilling 1995/96). Das ARPANET war daher dezentral aufgebaut, d.h. alle vernetzten Computer (1969 waren es vier sogenannte Knoten: Der Santa Barbara Campus und der Los Angeles Campus der University of California, die University of Utah und das Stanford Research Institute) waren gleichwertig (Bajus 1998). Fällt ein Knoten aus, wird ein alternativer Weg durch das Netz gesucht, um die Informationen zu übertragen (Rheingold 1994, Bajus 1998). Als das ARPANET in Betrieb genommen wurde, begannen die Wissenschaftler auch e-mails zu verschicken, und zwar in viel höherem Ausmaß als geplant. E-mail war nicht der Grund, warum das ARPANET entworfen wurde, konnte aber in das einmal installierte Netzwerk leicht eingebaut werden (Rheingold 1994). Das Netz vergrößerte sich und immer mehr Universitäten und Forschungsinstitute entwickelten ähnliche Netzwerke. 1978 wurde das TCP/IP entwickelt, das es ermöglichte, die vielen verschiedenen Netzwerke miteinander zu verbinden. Das war die Geburtsstunde des Internet, und der Name begann sich immer mehr durchzusetzen. 1983 spaltete sich das ARPANET schließlich in 2 Netzwerke: Das MILNET für militärische Zwecke und das ARPANET für Forschungszwecke (Reid 1991). 1989 ging das ARPANET dann offiziell in das Internet über (Wetzstein et al. 1995).

„Gut ein Jahrzehnt war das Internet eine exklusiv militärische, ein weiteres Jahrzehnt dann eine militärische und zugleich technisch-wissenschaftliche (akademische) Angelegenheit; mittlerweile endlich ist es eine militärisch-politische und kommerzielle, und in sehr schwachen Ansätzen zugleich zivilgesellschaftliche Veranstaltung.“ (Rilling 1995/96)

Zur gleichen Zeit, als das ARPANET in das Internet überging, entwickelte Timothy Berners-Lee am Kernforschungszentrum CERN in der Nähe von Genf das World Wide Web, kurz WWW, dessen einfache Bedienung („point and click“-Verfahren, Microsoft Encarta 1998) das Netz auch für NichtComputerfachleute interessant machte und den Internet-Boom auslöste (Bajus 1998). Als das ARPANET 1969 in Betrieb genommen wurde, hatten ca. 1000 Leute Zugang. Nur 20 Jahre später wird die Internet-Bevölkerung auf 10 Millionen User geschätzt (Rheingold 1994), in anderen Quellen werden sogar 30-40 Millionen User angenommen (Hoffmann 1995, Parks 1996). Allein seit 1990 hat sich die Zahl der Nutzer verzehnfacht (Rilling 1995/96).

Zur großen Verbreitung trug außerdem die starke Preisreduzierung leistungsfähiger Computer bei. Besonders deutlich wird dies bei Eckert et al. (1991): „Hätten sich die Kosten eines Volkswagens von damals in der gleichen Weise reduziert, würde er heute 6 DM kosten.“

Das Internet ist somit „eine der erfolgreichsten Fehlleistungen der Militärtechnikentwickler des Pentagon“ (Rilling 1995/96), denn obwohl es gegen einen nuklearen Angriff nahezu immun ist, könnte eine clevere Collegestudentin das Netz mit ein paar Datenstößen oder einem Virus ziemlich lahmlegen. So geschah es z.B. Anfang 1989 nachdem der Virus „The Great Internet Worm“ tausende von Internet-Hosts lahmgelegt hatte (Hoffmann 1995).

3. Wer nutzt das Internet?

Zunächst sollte ein kurzer Blick auf die Nutzer geworfen werden, denn obwohl viele Autoren das Netz als „demokratisch“ bezeichnen (Wetzstein et al. 1995, Bühl 1995 a, Bühl 1995 b), ist es das bei genauerer Betrachtung der Hauptnutzer gar nicht: „Zu kritisieren wäre an dieser Stelle, dass die Demokratie einer Schicht vorbehalten bleibt: Der Intelligenz.“ (Bühl 1995 a). Das Internet ist in Wirklichkeit in exklusiver Weise demokratisch (Helmers et al. 1996). Der typische Internet-User ist Amerikaner, männlich, weiß und hat ein höheres Einkommen als der Durchschnitt. Das Durchschnittsalter lag 1995 bei 35 Jahren, das Durchschnittseinkommen bei 69 000 $. Die User sind außerdem wie schon erwähnt, höher gebildet: 13,7 % der europäischen Nutzer haben einen Doktortitel und in Deutschland nutzen 60% Studierende das Internet (Rilling 1995/96). Frauen sind im Netz deutlich unterrepräsentiert, was auch damit zusammenhängen könnte, dass das Netz ja schon von Männern (Wissenschaftler, Mathematiker, Computerfachleute) entwickelt wurde und somit zum neusten „Spielzeug“ der Männerwelt avancierte.

„50 years ago, it was: ‘Who can build the best soap box?’ Now it’s: ‘Who can build the best Web site?’ [...] The toy has changed from a mechanical one to an electronic one, but, by implication, the Internet is but the latest boy’s toy that boys and men build and play.“ (Morahan-Martin 1998)

„Forget the mythology about the cross-cultural gender-balanced information-highway, the Web is populatet by white, able-bodies men, either at university or earning above-average salaries. They live in the US, use UNIX workstations and spend more than 50 hours a week at their computers. And they like consumer electronics. Would you trust these people to manage the information age?“ (Rilling 1995/96)

4. Definition des Begriffes „Subkultur“

Viele Autoren verwenden die Begriffe „Subkultur“, „Szene“ oder ähnliche, ohne sie näher zu definieren.

Ich stelle zunächst verschiedene Definitionen von Subkultur vor, da sie teilweise recht unterschiedlich sind. Das könnte zum Teil auch daran liegen, dass das Wort Subkultur Geheimnistuerei, Freimaurerschwüre und eine Art Unterwelt assoziiert. Der früher geläufige Begriff der „Gegenkultur“ konzentrierte sich auf eine Lebensweise, die Begriffe wie „Gegenmacht“, „Dissidenz“, „Verweigerung“ und „Aussteigen“ in den Mittelpunkt ihres Selbstverständnisses rückte. Der Subkulturbegriff hingegen war anfangs verpönt, da er aus der affimativen Soziologie stammte und mit Begriffen wie „Devianz“, „Anpassungsproblemen“ und „Anomalie“ negativ besetzt war.

Inzwischen wird der Begriff „Subkultur“ nicht mehr so negativ bewertet, im Gegenteil: Er wurde weiter gefasst und beinhaltet heute schon das schlichte Bekenntnis zu einer Musikszene wie Techno oder HipHop, sprich zu einem Stil („Subkultur - Subversion - Supervision?“ 1997). Eine solche Verkürzung von Subkultur auf Stil darf allerdings nicht stattfinden und findet glücklicherweise auch nicht immer statt, wie die folgenden Definitionen zeigen werden. Laut dem Duden Fremdwörterbuch (Drosdowski et al. 1990) ist eine Subkultur eine „besondere, zum Teil relativ geschlossene Kulturgruppierung innerhalb eines übergeordneten Kulturbereichs, oft in bewusstem Gegensatz zur herrschenden Kultur stehend“, wobei Kultur als „die Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Lebensäußerungen einer Gemeinschaft, eines Volkes“ verstanden wird. Diedrichsen et al. (1983) definiert an dieser Stelle Kultur etwas genauer:

„ ... ergaben sich zwei prinzipielle Definitionen von Kultur. Die erste - und vermutlich bekannteste - war im wesentlichen klassisch und konservativ. Sie definierte Kultur als einen Maßstab ästhetischer Qualität: »Das Beste, was auf der Welt gedacht und gesagt worden ist.« [...] Die zweite Definition, die Williams auf Herder und das 18. Jahrhundert zurückführte, stammte aus der Anthropologie. Für sie bezeichnete der Begriff Kultur »eine bestimmte Lebensweise, die sich nicht nur in Kunst und Bildung, sondern auch in Institutionen und normalem Verhalten ausdrückt. Von dieser Definition her bedeutet Analyse von Kultur die Klärung der Bedeutungen und Werte, die implizit und explizit in einer bestimmten Lebensweise und Kultur vorhanden sind.«“

Bei Schwendter (1971) findet man dazu folgendes:

„Somit ist Subkultur ein Teil einer konkreten Gesellschaft, der sich in seinen Institutionen, Bräuchen, Werkzeugen, Normen, Wertordnungssystemen, Präferenzen, Bedürfnissen usw. in einem wesentlichen Ausmaß von den herrschenden Institutionen etc. der jeweiligen Gesamtgesellschaft unterscheidet.“

Dabei sollte man aber wie Schwendter (1971) zwischen freiwilligen und unfreiwilligen Subkulturen unterscheiden.

Freiwillige Subkulturen sind „Stigmatisierte, die ihr Stigma auf Grund bewusster Abweichung von der Kultur der Gesamtgesellschaft auf sich genommen haben.“

Unfreiwillige Subkulturen hingegen sind Randgruppen, deren Stigma von vornherein von den Normen der Gesellschaft abweicht. Sie sind von vollständiger sozialer Akzeptierung ausgeschlossen und distanzieren sich unter Umständen erst dadurch von der Kultur der Gesamtgesellschaft. Zu den unfreiwilligen Subkulturen zählen z.B. Körperbehinderte, Heimzöglinge, Obdachlose, Kriminelle, Neger usw.

Auch Funke (1996) unterscheidet vier Typen von Subkulturen:

1) Gruppen von Menschen unter harten materiellen Bedingungen (die ausgegrenzten Armen)
2) Gruppen von Menschen mit traditionellen Sozialzusammenhängen (z.B. religiöse oder stark ideologisierte Gemeinschaften)
3) Gruppen von Menschen, deren Lebensweise durch außenorientierte Handlungstypen, vor allem aus dem Arbeitszusammenhang bestimmt ist (z.B. in der Landwirtschaft)
4) Gruppen von Menschen, die im Unterschied zu den drei ersten Gruppen selbst vorrangig im Paradigma der Gesellschaft leben, die allerdings in hohem Grade selbstbestimmt, aber teilweise semiotisch isoliert sind (z.B. Jugendszenen wie Punk oder Techno, Lesben, Schwule usw.). Die letze Gruppe zählt eindeutig zu den freiwilligen Subkulturen, ist sehr innovativ und treibt viele technisch-technologischen Entwicklungen voran (Funke 1996).

Dies hat auch Rheingold (1994) erkannt: „Die meisten grundlegenden technischen Veränderungen stammen von den Randgruppen und Subkulturen, nicht von der konventionellen Computerindustrie oder den akademischen Computerwissenschaften.“

Wetzstein et al. (1995) spricht in Anlehnung an Goffman von einer spezialkulturellen ‘ComputerRahmung‘, die in ständig neue Formen der Differenzierung mündet. Dabei erwähnt er auch, dass vernetzte Computersysteme solche Spezialkulturen provozieren können.

Durch diese neuen Medien und deren Ausbreitung erweitert sich auch die Zahl der wählbaren Selbstdarstellungsmuster und der Spezialisierungsgrad der verschiedenen Identitäten, die sich dadurch herausbilden, nimmt zu.

Eckertet al. (1991) schreibt dazu:

„ Ihr (die Identitäten, Anm. d. Autorin) Ort sind die persönlichen Beziehungen, ihre Zeit ist die Freizeit. Es bilden sich hochspezialisierte Sonderkulturen um Freizeitneigungen (Hobbys), politische Überzeugungen und religiöse Erfahrungen, um körperliche und erotische Bedürfnisse. Diese gewinnen immer mehr Bedeutung für die Ausbildung der persönlichen Identität. Die allgemein verbreitete Überzeugung, dass das moderne technologische Kommunikationssystem das Verhalten der Menschen gleichmache, ist also falsch. Gewiss ebnet es lokale, nationale und auch verwandtschaftliche Traditionen ein und lässt eine Allerweltskultur entstehen. Die Furcht aber, dass die Weltkultur zur Entropie gelange, wenn alle lokalen und regionalen Besonderheiten eingerührt sind, ist unbegründet. Denn die raumübergreifenden Kommunikationssysteme ermöglichen gleichzeitig eine neue Diversifikation und Spezialisierung von individuellen Sonderinteressen. Im gleichen Zuge, wie lokale Kulturen abgebaut werden, bilden sich Spezialkulturen.“

Eckert et al. ist also der Meinung, dass viele kulturelle Unterschiede verschwinden werden, z.B. nimmt die Amerikanisierung des Netzes immer mehr zu (Afemann 1996). Auf einem G7-Treffen im Februar 1995 betonten besonders Frankreich, Kanada und Italien, dass sie es nicht zulassen würden, dass ihre Kulturen durch amerikanische Computer, Telefone und amerikanisches Fernsehen verdrängt würden (Rilling 1995/96).

Auch Sprachen, die keine lateinischen Schriftzeichen verwenden (z.B. chinesisch, griechisch, arabisch), werden benachteiligt. Die spanische Sprache verzichtete eigens auf einige ihrer Sonderzeichen, um EDV-gerechter zu sein (Rilling 1995/96).

Trotzdem entsteht durch das Internet eine Art Subkultur, die sich um spezielle Interessen und Aktivitäten bildet (z.B. die SF-Lovers [Science-Fiction-Lovers, eine der ersten News-Groups], oder MUD-Spieler). Diese Subkulturen bilden sich in der Freizeit und gewinnen schließlich auch für die persönliche Identität an Bedeutung (Eckert et al. 1991).

Die genaueste Definition der Subkulturen rund um den PC liefert wohl Wetzstein et al. (1995).

Auch er beschreibt, wie sich der Umgang mit dem Computer auf die Identitätsbildung auswirkt und sich immer mehr spezialisiert. Diese Differenzierungsprozesse bilden schließlich eine Art Subkultur heraus und ihre Mitglieder konstruieren unter Umständen eine eigene Wirklichkeit.

„Unsere Grundannahme lautet: Wenn neue Kommunikationsmedien entstehen, werden unterschiedliche Aktivitäten im Umgang mit ihnen entwickelt. Man nutzt sie, lernt sie zu nutzen oder lehrt, wie sie zu nutzen sind. Man gestaltet seinen Tagesablauf, seine Freizeit mit ihnen. Ebenso werden die Phantasien, die Gefühle, die Wünsche und auch die persönlichen Beziehungen in der Interaktion mit den Medien verändert. Wenn sich bei mehreren Nutzern ähnliche Umgangsweisen herauskristallisieren, dann können spezialisierte Welten entstehen. Die Medien werden so - in den Termini der Schützschen Soziologie - zu einem Kristallisationspunkt von spezialisierten Sinnwelten. So haben z.B. die auditiven Tonträger entscheidenden Anteil an der Bildung von Jugendkulturen gehabt (vgl. Baacke 1987; Hebdige 1983; Winter 1989; Vogelgesang 1994). Die verschiedenen Musikrichtungen bedingen ständig neue Differenzierungsprozesse. Heavy-Metal-Anhänger grenzen sich von Popfans, Reggaefans von den Punks ab. Diese Subwelten bezeichnen wir als Spezialkulturen. Sie sind, mengentheoretisch formuliert, eine ‘spezialisierte’ Teil-Kultur in einer sie ‘umfassenden’ Gesamt -Kultur. Ihre Eigenständigkeit und Kontur erhalten sie durch für sie charakteristische Aktivitäts- und Bedeutungsmuster. Dabei überschreiten sie räumliche Grenzen, sie folgen einer eigenen internen Logik, bilden ihre eigenen symbolischen Konstruktionen und Beziehungsformen aus. Sie organisieren sich um spezielle Interessen und Aktivitäten und bringen so Menschen zusammen, die sonst nichts miteinander zu tun hätten, nun aber eine konsensuell bekräftigte Welt teilen. ‘Wahlnachbarschaften’ nehmen einen immer größeren Raum in der Lebenswelt des Menschen ein. Im Rahmen gemeinsam geteilter Deutungsmuster ‘konstruieren’ die Mitglieder ‘ihre’ Wirklichkeit (vgl. Berger/Luckmann 1967) und etablieren dementsprechend Spezialkulturen. Unter Kultur verstehen wir dabei - im Anschluß an die klassische Definition von Tylor (1871) »jenes komplexe Ganze, das das Wissen, den Glauben, die Kunst, die Moralauffassung. die Gesetze, die Sitten und alle anderen Fähigkeiten und Gewohnheiten umfaßt, die sich der Mensch als Mitglied der Gesellschaft aneignet.«“

Diese Definition scheint mir am genauesten zu sein und auch wenn Wetzstein et al. nicht direkt von „Subkulturen“ spricht, so will ich seine „Spezialkulturen“ doch mit Subkulturen gleichsetzen und mit diesem Hintergrund das Internet betrachten.

5. Gibt es eine Subkultur des Internets?

5.1. Wo kommt es zu (bewussten) Abweichungen von der Gesamtgesellschaft?

5.1.1. Wissen

„Wissen“ ist heutzutage eines der zentralen Produktionsmittel und ein entscheidender Wettbewerbsfaktor geworden (Wetzstein et al. 1995, Bühl 1995 a).

Besonders während der Anfänge des Internets, bevor 1989 das WWW entwickelt wurde, brauchte man zum „surfen“ Computerkenntnisse und vor allem Kenntnisse in den verschiedenen Programmiersprachen, da vor dem WWW alle Befehle per Tastatur eingetippt werden mussten.

Außerdem hatte damals nur ein exklusiver Kreis Zugang zum Netz, nämlich Universitäten und Forschungsinstitute (Helmers et al. 1996).

Erst das WWW machte mit seinem „point-and click“-Verfahren das Internet auch für Nicht- Computerfachleute und die Bevölkerung interessant (Wetzstein et al. 1995). Aber auch wenn heutzutage viele „Mäuseschubser ohne technische Ambitionen“ (Helmers et al. 1996) im Netz surfen, sind immer noch viele Computerfachleute zu finden. So sind nach Rilling (1995/96) 40% der Nutzer im Computerbereich tätig und jeder 5. Nutzer besitzt 3 oder mehr Rechner.

Die Computerfachleute bleiben in Diskussionsforen meist unter sich, obwohl es natürlich jedem freisteht, sich zu beteiligen. Viele „Luser“ (zusammengesetzt aus „loser“ und „user“) oder „Newbies“ (eine Bezeichnung für neue Nutzer, zusammengesetzt aus „new“ und „baby“) verstehen aber die Technik, die hinter dem Internet steckt gar nicht, so dass in aller Ruhe gefachsimpelt werden kann ( Helmers et al. 1996, Hoffmann 1995).

Selbstverständlich gibt es aber nicht nur Diskussionsforen zum Thema PC, sondern auch zu zahlreichen anderen Themen, sei es Kindererziehung, Film, Fernsehen, Musik, Bogenschießen o.ä. (Rheingold 1994).

Trotzdem kann man sagen, dass man ohne ein minimales Computer-Verständnis oder zumindest eine gewisse Vertrautheit mit dem PC kaum den Weg ins Netz finden wird. (Reid 1991), so dass in diesem Punkt das Wissen von der Gesamtgesellschaft abweicht (technikvertrauter).

5.1.2. Glauben

Es gibt im Netz eine Vielzahl von Diskussionsforen und Web-Seiten zu den verschiedensten Glaubensrichtungen, allerdings gibt es meines Wissens keine empirischen Untersuchungen darüber, ob ein Großteil der Nutzer dem evangelischen, katholischen oder einem anderen Glauben angehören.

5.1.3. Kunst

Im Internet wird mit dem einheitlichen ASCII-Zeichensatz kommuniziert (ASCII steht für American Standard Code for Information Interchange, „Help for Tomorrow“ 1998). Da dieser Zeichensatz praktisch nur die Buchstaben, nur sehr wenige Sonderzeichen und keine Formatierungen wie z.B. Fettdruck umfasst, haben manche Menschen mit diesen Zeichen Symbole und Bilder entwickelt, um z.B. ihren Gemütszustand auszudrücken. Diese Smileys oder Emoticons wurden von Scott Fahlmann 1980 „erfunden“ bzw. das erste Mal verwendet. Inzwischen wurden aber auch regelrechte Kunstwerke entwickelt, die auch als „keyboard-art“ (Reid 1991) bezeichnet werden, z.B. um der Signatur einer e-mail eine persönlichere Note zu verleihen. Beispiele dazu sind im Anhang I zu finden. Im Internet ist aber auch „herkömmliche“ Kunst zu finden, denn viele Museen haben eigene Homepages (z.B. das Louvre) und man kann die Bilder bewundern ohne das Museum besuchen zu müssen.

5.1.4. Moralauffassungen, Werte und Normen

5.1.4.1. Die Netiquette

Im Laufe der Zeit haben sich für die verschiedenen Dienste im Internet gewisse Verhaltensregeln und Richtlinien, die sogenannte „Netiquette“ (zusammengesetzt aus „net“ und „etiquette“) herausgebildet. Sie ist ein Mittel der indirekten Verhaltenssteuerung und beruht nur auf sozialem Druck (Djordjevic 1996).

Am Anfang des Internets, als nur wenige Leute Zugang hatten, begannen sich diese Netiquetten zu bilden. Dabei war der schonende Umgang mit den Netzressourcen gleichwertig mit den Regeln des zwischenmenschlichen Umgangs (Hoffmann 1996).

Die Netiquetten waren allgemein bekannt und existierten nicht in schriftlicher Form (Djordjevic 1996).

Mit dem massenhaften Zustrom „normaler“ Leute in das Netz und der Globalisierung zwischen 1993 und 1995 wurde jedoch eine Verschriftlichung der Netiquetten notwendig. Es kam zu einer „Vereinheitlichung sozialer Interaktionsregeln auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner“ (Hoffmann 1996). Viele Newbies nutzten das Netz nämlich zu ihrem eigenen Vorteil, ohne zu bedenken, dass das Internet ein Kollektivgut ist (wie z.B. das Straßennetz) und die User die Ressourcen des Netzes nicht missbrauchen sollten (Djordjevic 1996).

In den Netiquetten geht es daher sowohl um die Interaktionen der User untereinander, als auch um einen freien und ungehinderten Fluss der Informationen im Netz (Djordjevic 1996).

„Als Ensemble von Verhaltenskonventionen und sozialen Interaktionsregeln ist die Netiquette Ausdruck einer Kultur der Techniknutzung und Grundlage der gemeinschaftlichen Nutzung und Pflege von verteilten Ressourcen. In einer ansonsten weitgehend "rechtsfreien" Umwelt sind informelle Richtlinien eine wichtige Orientierungsmöglichkeit für das Handeln der Netznutzer. Zur Netiquette gehören nicht nur Regeln des Benehmens, die die Kommunikation unter den Nutzerinnen strukturieren. Zu den Regelungsgegenständen gehört auch die Inanspruchnahme technischer Ressourcen. Insofern ist die Netiquette ein wichtiges Element innerhalb der kooperativen Selbstregulierungsprozesse in einem Netzwerk ohne zentrale Instanzen und formell legitimierte administrative Sanktionsinstanzen.“ (Hoffmann 1995)

Netiquetten sind allerdings lediglich Empfehlungen, haben also einen unverbindlichen, inoffiziellen Charakter, stellen keinen Internetstandard dar und ziehen keinerlei wirklich nennenswerte Sanktionen nach sich (Djordjevic 1996). Dabei muss man auch bedenken, dass, wie im realen Leben, akzeptierte und nicht-akzeptierte Verhaltensweisen nicht genau festzulegen sind (Djordjevic 1996). „Some (systems, Anm. d. Autorin), [...], provide an environment that some would call liberated and others perverse“ (Reid 1994).

Wie bereits erwähnt gibt es sehr viele verschiedene Netiquetten. Dabei kann man zwischen den Richtlinien für Informationsdienste (z.B. FTP, Telnet, WWW) und denen für Kommunikationsdienste (z.B. IRC, Usenet) unterscheiden (Djordjevic 1996). Die ebenfalls als Netiquette bezeichneten Regelungen der Informationsdienste bestehen jedoch hauptsächlich aus Styleguides für Webpages oder Angaben zum schonenden Umgang mit den Netzressourcen, während die Netiquetten der Kommunikationsdienste viel umfassender und ausführlicher sind, und auch Richtlinien für zwischenmenschliche Interaktionen beinhalten (Djordjevic 1996). Obwohl viele Kommunikationsdienste eigene Netiquetten verfasst haben, ähneln sie sich sehr, da sie aus der praktischen Erfahrung der Online-Kommunikation entstanden sind. Die erste und wichtigste Regel lautet daher: Vergiss nie, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt (Wetzstein et al. 1995, Helmers 1996, Bayer 1998). Weiterhin sollte man die Einschränkungen, die durch die Schriftlichkeit entstehen (d.h. es gibt keine non-verbalen Anhaltspunkte wie z.B. den Tonfall oder den Gesichtsausdruck) berücksichtigen und dementsprechend vorsichtig mit ironischen Bemerkungen sein oder diese mit Smileys kennzeichnen.

„»Being cultured,« says Greg Dening, »we are experts in our semiotics... we read sign and symbol [and] codify a thousand words in a gesture.« We do not need to be told that we are at a wedding, and should be quiet during the ceremony, in order to enact the code of etiquette that our culture deserves for such an occasion.“ (Reid 1994)

Ebenfalls ungern gesehen bei der Kommunikation im Netz ist das sogenannte „flaming“ (Beleidigungen und Beschimpfungen), sowie das „spamming“ (das Versenden unnützer Informationen wie z.B. Kettenbriefe oder Werbeanzeigen).

5.1.4.2. Flaming

Besonders in Newsgroups können die Diskussionen in heftigen Wortgefechten und in beleidigenden Äußerungen enden. Das rein schriftliche Medium scheint Flames sogar zu begünstigen, da nonverbale Kontexte wie z.B. Tonfall oder Körpersprache fehlen und Artikel dadurch leicht falsch verstanden werden können (Reid 1991).

„Eine einfache Faustregel: Schreiben Sie nie etwas, was Sie dem Adressaten nicht auch vor anderen Leuten ins Gesicht sagen würden“ (Bayer 1998) oder kuz gesagt: „So think before you type“ (Djordjevic 1996) denn „you are what you type“ (Helm 1996).

Im Prinzip kann jede Äußerung Anlass zu Flames geben, selbst wenn es nur „Spelling Flames“ sind. Dabei untersucht ein User einen Artikel auf grammatische und orthographische Fehler, woraufhin andere sofort anfangen, ihn auf seine eigenen Fehler hinzuweisen.

5.1.4.3. Spamming

Unter „Spamming“ versteht man mehrere Formen des Netzmissbrauchs, meistens jedoch das Versenden einer Nachricht an sehr viele Adressaten, die diese Informationen gar nicht angefordert haben. Dabei handelt es sich im allgemeinen um Werbung, Kettenbriefe oder sonstige Anzeigen für WWW-Seiten (Suter 1998). Im IRC und in MUDs sind auch unerwünschte Datenübertragungen gemeint, die den Bildschirm des Empfängers mit sinnlosen Zeichen oder aggressiven Mitteilungen „zumüllen“ (Djordjevic 1996). Spamming ist keine Frage des Inhalts einer Nachricht, denn Werbung an sich zählt nicht als Netzmissbrauch. Anstößig und nicht netiquette-konform ist vielmehr die Verschwendung von Bandbreiten und die Belästigung anderer User (Hoffmann 1995).

Der Begriff Spam entstand, als im April 1994 die Anwälte Canter und Siegel eine Werbebotschaft an knapp 6000 Newsgroups schickten. Trotz sehr vieler erboster e-mails, deren Volumen den Internet-Provider der Anwaltskanzlei zusammenbrechen ließ, spammten Canter und Siegel erneut, so dass viele User einen Filter eingerichtet haben und die Anwälte die „Schwarze Liste“ der Personen anführen, die im Netz durch ihr unangemessenes Verhalten aufgefallen sind (Hoffmann 1995). Spam ist eigentlich ein Fleischprodukt in Dosen (Djordjevic 1996, „Help for Tomorrow“ 1998). In einem Sketch der britischen Comedytruppe Monty Python übernimmt Spam im Laufe der Zeit die Speisekarte eines Restaurants, so dass dieser Sketch als Inspiration für den Begriff gilt (Djordjevic 1996, „Help for Tomorrow“ 1998, Hoffmann 1995).

Als Spam bezeichnet man auch Mailbomben, d.h. man schickt besonders große oder besonders viele Nachrichten an eine Person, um ihre Mailbox zum Überlaufen zu bringen (Suter 1998).

5.1.4.4. Anonymität

Niemand ist im Netz völlig anonym, auch wenn ein sogenannter Anonymisierer verwendet wird (Bayer 1998, Helmers et al. 1996, Suter 1998).

Anonymität im Netz meint eher, dass niemand seinen wirklichen Namen nennen muss, und, dass Geschlecht, Alter oder sozialer Status unbekannt sind. Viele Menschen haben sich Nicknames (Spitznamen) zugelegt, die von normalen Vornamen wie Peter oder Lisa bis zu einfallsreichen Pseudonymen aus den verschiedensten Bereichen des Lebens reichen (z.B. Aladin, Snoopy, Mr.Spock, Outlaw, Sweetcat, Badboy, Arrakis, Palme, Robin Hood, usw.; Reid 1991). Bei der Wahl spielen scheinbar spezifische Neigungen, Interessen, Hobbys und Idole, aber auch Provokation, Humor und Ironie eine Rolle (Wetzstein et al. 1995).

Wie auch Reid (1991) bemerkt: „they know little else about each other, and that little is open to manipulation by the user“, sind die Nicks neben der Internet-Adresse der einzige Anhaltspunkt, mit wem man es im IRC oder im MUD zu tun hat. Daher wird in den Netiquetten dringend empfohlen, immer den gleichen Nick zu verwenden, damit eine Konstanz gewährleistet ist (Reid 1991). In den Netiquetten der Newsgroups wird sogar empfohlen, die Artikel unter dem wirklichen Namen zu versenden, da Nutzer mit Nicks und Pseudonymen manchmal Artikel verfassen, die sie sich sonst nicht erlaubt hätten (Bayer 1998).

Eines der größten Tabus ist das Einloggen mit dem Nick einer anderen Person (Reid 1991, Djordjevic 1996). Reid (1991) schreibt dazu: “The uniqueness of names, their consistent use, and respect for - and expectation of - their integrity, is crucial to the development of online communities.“ Im IRC gibt es daher den Service „Nickserv“, wo man seinen Nickname registrieren lassen kann (Reid 1991).

5.1.4.5. Geschlechtertausch

Im Internet ist man relativ anonym, d.h. die anderen User kennen weder das Alter, das Geschlecht, noch das Aussehen und manchmal auch nicht den wirklichen Namen.

Daher lädt ein MUD oder der IRC zum Experimentieren mit verschiedenen Identitäten ein. Dank dieser Anonymität legen viele Menschen ihre Schüchternheit ab oder beschreiben sich anderen Usern etwas schlanker oder hübscher, als sie in Wirklichkeit sind (Reid 1991).

„Im Alltag gilt: Du sollst nicht lügen. Im IRC gilt: Du kannst schon lügen und Realität vortäuschen, wenn die vorgetäuschte Wirklichkeit interessanter, lustiger, attraktiver oder schöner ist als deine ‘reale Wirklichkeit’.“ (Wetzstein et al. 1995)

Viele User sind auch schon einmal in die Rolle des anderen Geschlechts geschlüpft, um die Reaktionen zu testen. Anders als die Verwendung eines fremden Nicks jedoch wird dieser Geschlechtertausch meistens toleriert. Man sollte jedoch aufpassen, dass man damit nicht die Gefühle eines anderen Users verletzt (Reid 1991).

5.1.4.6. Sanktionen

Die Netiquetten der verschiedenen Internet-Dienste sind nicht offiziell, sondern beruhen auf Mitteln der indirekten Verhaltenssteuerung (Hoffmann 1995, Hoffmann 1996), d.h. sie ziehen nur wenige Sanktionen nach sich.

„Punishment on MUDs shows a return to the medieval. While penal systems in the Western nations that form the backbone of the Internet - the United States, Europe, the United Kingdom and Australia - have ceased to concentrate upon the body of the condemned as the site for punishment, and have instead turned to ‘humane’ incarceration and social rehabilitation, the exercise of authority on MUDs has revived the old practices of public shaming and torture.“ (Reid 1994)

Im Usenet wird in manchen Gruppen regelmäßig der Artikel „Rules for posting to Usenet“ veröffentlicht, denn viele User handeln aus Unkenntnis falsch (Djordjevic 1996). Bei wiederholtem negativen Auffallen im Netz muss man sich auf Flames oder sogar Mailbomben gefasst machen. Wird beides ignoriert, kann der Channel-Operator oder der System-Administrator weitere Schritte in die Wege leiten. Im IRC kann der Channel-Operator den Malefikanten aus dem Channel schmeißen, ihm Channel-Verbot erteilen (d.h. die Internet-Adresse der Person kann den Channel nicht mehr betreten) oder ihn in schlimmen Fällen durch den System-Administrator vom Server verbannen („killen“, Djordjevic 1996). Man versucht in Grunde genommen technische Softwarelösungen für soziale Probleme zu finden (Djordjevic 1996).

Im Usenet gibt es außerdem die Diskussionsgruppe „net-abuse“, die der Feststellung und der Sanktionierung von Netzmissbrauch dient. Die dezentrale technisch-organisatorische Struktur kennt allerdings nur lokale Eingriffsmöglichkeiten seitens der System-Administratoren, die allerdings nicht zum Handeln gezwungen sind.

Für notorische Ressourcenmissbraucher wurde auch eine „Schwarze Liste“ eingeführt, die von den Anwälten Canter und Siegel (die ersten Spammer) angeführt wird (Hoffmann 1995).

Seit Ende 1995 gibt es im Netz auch die sogenannten „Cyber Angels“, in Anlehnung an die amerikanischen „Guardian Angels“ der New Yorker U-Bahn. Wie ihre realweltlichen Vorbilder sollen die Cyber Angels Kriminalität, Softwarepiraterie und Belästigungen im Netz ausfindig machen und so das Internet „säubern“ (Helmers 1996).

Im Laufe der Zeit haben sich im Internet also durchaus verschiedene Moralauffassungen, Werte und Normen herausgebildet, die in den zahlreichen Netiquetten nachzulesen sind. Allerdings sind diese Abweichungen nicht unbedingt bewusst, sondern sie sind eher als eine notwendige Übereinkunft von Verhaltensregeln auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner anzusehen (Hoffmann 1996). Diese Normen unterscheiden sich in manchen Punkten aber trotzdem vom Paradigma der Gesamtgesellschaft (z.B. Tolerierung des „Spiels mit den Identitäten, Geschlechtertausch oder die absolute Freiheit der Informationen, Djordjevic 1996, Reid 1991).

5.1.5. Gesetze und Institutionen

Da das Internet anarchisch und dezentral ist (Helmers et al. 1996, Rheingold 1994), gibt es nur wenige offizielle Institutionen und keine zentralen Kontroll- und Machtinstanzen (Helmers et al. 1996). Daher wird das Netz von vielen auch als „rechtsfreier Raum“ bezeichnet (Helmers et al. 1996, Hoffmann 1995). Die wenigen übergreifenden Organe des Internet beschäftigen sich meistens mit technischen Standardisierungsprozessen (Hoffmann 1996), denn die Pflege und Weiterentwicklung der Internet-Protokolle ist von globalem Belang. Ohne sie könnte kein Datenaustausch stattfinden (Hoffmann 1996).

5.1.5.1. Gesetze

Das Internet ist anarchisch („worldwide anarchy“, Helmers et al. 1996, Rheingold 1994), was sicherlich auch mit seiner Dezentralität (Hoffmann 1995) zusammenhängt. Außerdem wird das Internet oft als „rechtsfreier Raum“ bezeichnet, denn eine Zensur ist schwer, da das Netz Zensur als Fehler betrachtet und alternative Wege zur Datenübertragung sucht (Helmers et al. 1996, Hoffmann 1995, Rheingold 1994). Daher wäre die reinste Form der Zensur die Abwesenheit oder Verwehrung des Zugangs. Allerdings kann der User Filter benutzen (z.B. „Safe Surf“ aus den USA), die besonders gewalttätige, rechtsextreme oder pornografische Seiten herausfiltern. Diese Filter sind aber keine Zensur in dem Sinne, denn die Freiheit der Information, die im Netz an erster Stelle steht und gewissermaßen Tradition ist (Helmers 1996), wird nicht eingeschränkt. Im Gegenteil: Dem Recht wegzuhören wird eine Chance gegeben (Hoffmann 1996). Helmers (1996) bezeichnet dies als „dezentrale Lösung für Informationsüberflutung“, „schließlich können nicht nur alle alles sagen, sondern alle können ebenso alles ignorieren, was sie nicht auf dem Monitor sehen wollen“.

Eine ähnliche Funktion wie die Filter haben auch Suchmaschinen, denn sie filtern die gewünschten Informationen heraus und lassen andere, für den User im Moment uninteressante Web-Seiten außen vor (Hoffmann 1996).

Bei der Verbrechensbekämpfung ist die Globalität des Internets das größte Problem, wie auch Parlamentspräsident Laurent Fabius („Web Site Story“ 1998) erkannt hat: „Der große Fehler unseres Systems ist, dass die Phänomene global sind, die Antworten dagegen national.“ Das bedeutet, dass in jedem Land andere Gesetze herrschen: Was in Deutschland illegal ist, kann in Holland z.B. erlaubt sein („Help for Tomorrow“ 1998).

„Wie sollen wir Richter Verbrecherorganisationen verfolgen, die lückenlos vernetzt sind, während wir mit unseren Kompetenzen über die Landesgrenzen nicht hinausreichen?“ Jean de Maillard, Richter („Web Site Story“ 1998)

So gibt es schon heute Forderungen nach einer „Weltregierung“ oder einem „Präsidenten der Erde“, damit auf globale Phänomene und globale Kriminalität auch eine globale Antwort erfolgen kann („Web Site Story“ 1998).

„Nationale Alleingänge im Internet wären völlig sinnlos - wir bräuchten internationale Regelungen. Nur, das kann nicht die Polizei richten, hier ist die Politik gefordert. Ich würde erwarten, daß sich unsere Politiker endlich mal durchsetzen und eine globale Netz-Etikette formulieren. Denn erst wenn alle an einem Strick ziehen, können wir auch länderübergreifend wirksam arbeiten.“ Karlheinz Moewes, Hauptkommissar („Help for Tomorrow“ 1998)

Der Richter Jean de Maillard bringt es auf den Punkt: „Die einzigen Grenzen, die es noch gibt, bestehen nur für Richter und Staatsanwälte, sowie für die Polizei“ („Web Site Story“ 1998).

Das zweite Problem besteht in der mangelnden Ausstattung und Erfahrung der Polizei und Staatsanwälte. In Deutschland z.B. gibt es nur eine Dienststelle mit 5 Ermittlern, die nach Straftätern im Internet sucht („Help for Tomorrow“ 1998). Dieses Kommissariat fahndet verdachtsunabhängig, d.h. das Internet wird täglich auf der Suche nach Verbrechen durchforstet. Eine bundesweite Zentralstelle, wie sie Hauptkommissar Moewes fordert, ist aber nicht in Sicht. Es muss ja nicht nur in die Ausbildung investiert werden, sondern auch in die nötigen Geräte, die regelmäßig auf dem neusten Stand gehalten werden müssen („Help for Tomorrow“ 1998).

Anders als bei den Netiquetten, die ja auch nur lokale Eingriffsmöglichkeiten und sozialen Druck kennen (Djordjevic 1996), ist es schwierig, Gesetze für das Internet zu konstituieren. Eine Lösung kann nur auf globaler Ebene erfolgen, und das wird nicht einfach. Auch Helmers et al. (1996) zweifelt weltweite Gesetze an:

„Daß man dem Internet mit seinen gewachsenen Strukturen heutzutage duch politische Maßnahmen eine ordentliche Verwaltung, saubere bürokratische Verfahren, Kindersicherheit und Sittlichkeit oder paritätische Mitbestimmung und Wahlen von außen auferlegen könnte, ist eher zweifelhaft.“

Kurz gesagt:

„Wie wollen Sie dieses Medium in seinem Gebrauch einschränken und es gesetzlichen Vorschriften unterwerfen, wo es doch ein Instrument der Freiheit par excellence ist?“ Jean Marie Messier, Präsident von VIVENDI („Web Site Story“ 1998)

5.1.5.2. Internet Engineering Task Force

Die Internet Engineering Task Force oder auch IETF, beschäftigt sich mit der Entwicklung neuer Standards und arbeitet in mehreren Arbeitsgruppen (Helmers et al. 1996).

Die Mitgliedschaft wird sehr lose gehandhabt: Jeder, der an einer Tagung der IETF teilnimmt oder sich an ihren Mailinglisten beteiligt, kann Mitglied werden (Hoffmann 1996). Hohes Ansehen genießen die Mitglieder, die sich zuerst für das Internet einsetzen und dann erst für die Interessen der Firmen. Entscheidungen werden durch „rough consensus“ und nicht durch Abstimmungen getroffen (Helmers et al. 1996).

Sollte einmal keine Entscheidung getroffen werden können, entstehen auch schon mal konkurrierende Arbeitsgruppen und durch die verschiedenen entwickelten Standards wird die Entscheidung dem Anwender überlassen. „Reality wins rather than a voting block“, wie IETF- Mitglied Ross Callon richtig bemerkt hat (Helmers et al. 1996).

„Die Traditionen der Selbstregulierung, des »Jeder kann mitmachen« und »Was gut ist, das wird sich durchsetzen« stammen aus Forschungsnetzzeiten. Die Entwicklungsoffenheit des Internet - es ist offen für technische, kommunikative und soziale Experimente, offen für das Spiel mit Informationen und Ideen - hat zu dem geführt, was wir heute vor uns haben: das weltweit beliebteste Datennetz. Diese Entwicklung beruhte auf Eigeninitiative, Eigenverantwortlichkeit und Kompetenz unter dem gemeinsamen Nenner des Flusses der Daten.“ (Helmers et al. 1996)

5.1.5.3. Request for Comments

Die „Request for Comments“ (kurz RFC) sind die ‘offiziellsten’ Dokumente im Internet, haben aber keinen Gesetzescharakter.

Die RFC-Publikationsreihe entstand 1969 auf Wunsch einzelner Entwickler und Autoren, die Kommentare zu ihren Arbeitspapieren haben wollten (Hoffmann 1995). Mittlerweile gibt es gut 2200 RFCs, die den Stand der technischen und sozialen Übereinkünfte dokumentieren (Djordjevic 1996). Request for Comments dient außerdem der technischen Standardisierung des Internets, denn hier werden Internet-Protokolle veröffentlicht, selbst wenn sie sich noch in der Erprobungsphase befinden (Hoffmann 1996).

5.1.5.4. World Wide Web Consortium

Das World Wide Web Consortium wird oft mit W3C abgekürzt („Help for Tomorrow“ 1998).

Nachdem das WWW 1989 am Kernforschungszentrum CERN entwickelt worden war, überstieg sein Erfolg bald die Weiterentwicklungsmöglichkeiten des CERN. Das Kernforschungszentrum gründete daher zusammen mit dem Massachusetts Institute of Technology das WWW-Consortium, welches sich bis heute um die Weiterentwicklung des WWW kümmert (Temme 1996).

6. Fazit

Die verschiedenen Gemeinschaften, die sich im Internet zusammengefunden haben, weisen durchaus Züge von Subkulturen auf.

Allerdings kommt es nicht zu „wesentlichen“ Abweichungen, die Schwendter voraussetzt.

Durch den massenhaften Zustrom der breiten Bevölkerung in das Netz wurden auch viele „neue“ Werte und Verhaltenweisen mitgebracht, z.B. die kommerzielle Nutzung des Internet ohne Rücksicht auf die Ressourcen (Helmers et al. 1996) oder, dass die Entwicklungsmaxime „keep it stupid simple“ der Techniker und Programmierer , heutzutage als „schlicht“, „nicht ausgereift“, „unsicher“ und „politisch unausgewogen“ bezeichnet wird (Helmers et al. 1996).

„Je mehr Menschen zu den Treffen des IETF kommen und die einschlägigen Mailing-Listen abonnieren, desto schwieriger wird es, die Nicht-Tekkies, die ohne Sinn für Geschichte und Kulturgut der Internet-Technik sind, einzugemeinden.

Das Wachstum des Netzes beschleunigt seinen Wandel, und die damit verbundenen ökonomischen und politischen Interessen werden heterogener. Offen ist, ob und wie lange der exklusive Kreis der Internet-Freunde, der sich seit vielen Jahren kennt und der diesem Wandel mehr oder minder ehrenamtlich den Weg ebnet, seine T-Shirt-und-Sandalen-Kultur gegen die Schlipsund-Kragen-Leute mit ihren "ugly issues" bewahren wird.“ (Helmers et al. 1996)

Helmers et al. befürchten also eine Integration der Internet-Kultur, denn vor dem Internet-Boom waren im Netz hauptsächlich Computerfachleute zu finden, die das Netz konsensuell, unbürokratisch und unhierarchisch weiterentwickelten.

„Die Internet-Pioniere beklagen sich heute über die Kolonisierung ihre gemütlichen Netzdorfes durch die "Real World": Die goldenen Tage des Netzes vorbei und auf immer verloren - wie schade. Nostalgische Verklärung der alten Zeit macht die Runde.“ (Helmers et al. 1996)

Andererseits haben sich besonders in MUDs und dem IRC die Teilnehmer von der Gesellschaft abgegrenzt, und zwar nicht nur durch ihre Werte und Normen, sondern auch semiotisch. Durch die Besonderheiten des schriftlichen Mediums haben sie eigene Lösungen entwickelt (z.B. Smileys), die Missverständnisse vermeiden können (Reid 1991). Durch die Tatsache, dass im IRC Spontanität und vor allem schnelles Antworten von Vorteil ist, haben sich zahlreiche Akronyme eingebürgert (Reid 1991), die sich schnell tippen lassen, relativ wenig Ressourcen in Anspruch nehmen und von Insiderwissen zeugen (Rehm 1997).

Einige Beispiele dazu sind im Anhang II zu finden.

Man kann also abschließend sagen, dass es nicht eine Subkultur des Internets gibt, wohl aber viele subkulturähnliche Gemeinschaften, die sich in verschiedenen Diensten (z.B. MUDs, IRC) oder um spezielle Interessen (Programmierer, „SF-Lovers“) gebildet haben.

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Anhang I: Erhältlich unter ›http://www.geocities.com/Paris/LeftBank/3839/ascii.html‹

Anhang II: Erhältlich unter ›http://www.hmi.de/people/altmann/acronyms.html‹, ›http://www.stups.de/whatshot/smiley.htm‹ und

›http://www.nmia.com/~cram/geek_4.html‹

Anhang I: ASCII-Art

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhang II: Akronyme und Smileys

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

36 von 36 Seiten

Details

Titel
Gibt es eine Subkultur des Internets?
Veranstaltung
Seminar "Die Erziehung der Gesellschaft"
Autor
Jahr
1998
Seiten
36
Katalognummer
V95822
Dateigröße
414 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gibt, Subkultur, Internets, Seminar, Erziehung, Gesellschaft, Seminarleiter, Akad, Dipl, Kneißle
Arbeit zitieren
Henrike Paul (Autor), 1998, Gibt es eine Subkultur des Internets?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95822

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