Die Führungsköpfe des Staates bestimmen das Geschehen des eigenen Gebietes. Sprechen wir heute über Politiker, sprachen Philosophen damals über Machthaber, Könige und Herrscher. Doch früher wie heute war dies eine leitende Rolle im Staatengebilde. Verschiedene Machthaber haben verschiedene Charakter, so regiert dabei auch jeder von ihnen unterschiedlich. Nichts desto trotz: Die Suche nach dem Ideal ist früher ebenso von Bedeutung gewesen, als das heute der Fall ist. Verschiedene Philosophen haben dafür vor mehreren hundert Jahren ihre Ansichten dazu abgegeben, wie regiert werden soll. Zwei Bedeutende
Akteure in der Geschichte der politischen Philosophie waren dabei Aristoteles und Platon.
Im Folgenden soll verglichen werden, welche Anforderungen an die Person des Herrschers von Aristoteles und Machiavelli gestellt werden. Dabei kann zu Beginn davon ausgegangen werden, dass Niccolò Machiavelli hierbei drastischere, für heutige Begriffe härtere, Anforderungen stellt, zumal dieser dafür bekannt ist, fernab von moralischen Wertvorstellungen zu handeln.
Eine wichtige Figur, nicht nur im politikwissenschaftlichen Geschehen, sondern auch in der Ethik, ist Aristoteles. Dieser dürfte, auch in den Anforderungen an die Person des Herrschers, als Vertreter der Moral gelten und weniger drastische Mittel befürworten, respektive Anforderungen stellen.
Inhaltsverzeichnis
2. Führungsköpfe früher wie heute
3. Aristoteles Politik & Machiavellis Der Fürst
4. Der Staat bei Aristoteles und Machiavelli
5. Die Anforderungen an den Machthaber
5.1 Aristoteles Politik
5.2 Aristoteles Nikomachische Ethik
5.3 Machiavellis Il Discorsi
5.4 Zusammenführung
6. Staat ohne Herrscher ist kein Staat
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die unterschiedlichen Anforderungen an die Person des Herrschers bei Aristoteles und Machiavelli kritisch gegenüberzustellen und ihre jeweiligen Staatskonzepte zu vergleichen.
- Vergleich der Herrscheranforderungen bei Aristoteles und Machiavelli
- Analyse der Staatsmodelle (Politeia vs. Republik)
- Bedeutung von Moral und Tugend in der politischen Führung
- Untersuchung von Aristoteles' "Politik" und "Nikomachische Ethik"
- Untersuchung von Machiavellis "Der Fürst" und "Il Discorsi"
Auszug aus dem Buch
3. Aristoteles Politik & Machiavellis Der Fürst
Für Aristoteles ging es vor allem um den Menschen. So ist der sogenannte zoon politikon auch eines der Hauptaugenmerke in seinem Werk „Politik“. Dieser Begriff beschreibt für ihn ein soziales Wesen, das nach Gemeinschaft strebt und diese zum Überleben braucht. Konkret formuliert also ein Mensch, der als Grundbestimmung das Zusammenleben mit anderen Menschen innehat. Menschen mit dieser Beschreibung, die zoon politikon, leben bei Aristoteles in der polis. Das ist der öffentliche, politische Bereich, in dem alle Bürger, ausgenommen Frauen, Sklaven und Metöken, gleichberechtigt sind. Der Raum der polis wird mit dem oikos, dem privaten Raum unterschieden. Dort herrschen hierarchische Beziehungen. Der Mann steht über der Frau, der Vater über seinem Kind und der Herr über seinem Sklaven. Beim Menschen unterscheidet Aristoteles aber auch. So gibt es für ihn zwei Seelenteile, die einen Menschen von Tieren und Pflanzen unterscheiden. Der Mensch ist nicht nur ein zoon politikon, sondern auch ein zoon logon echon, ein rationales, vernunft- und sprachbegabtes Wesen. Funktionen, die andere Lebewesen nicht besitzen und den Menschen somit von Tieren und Pflanzen abgrenzen.
Aristoteles ist ein Freund von Unterscheidungen, das merkt man auch in seiner Differenzierung von theoretischer und praktischer Philosophie. Weiterführend behandelt sich Aristoteles aber nicht nur mit dem Menschen, sondern gibt auch Auskunft über seine Ansichten zur politischen Institutionenlehre. Er unterscheidet bei der Anzahl der Regierenden zwischen einem oder einigen Regierenden, sowie der Möglichkeit, dass alle regieren. Seine primär bevorzugte Regierungsform ist dabei eine Politie, eine Mischung aus Demokratie und Oligarchie. Dort regieren alle unter guter Verfassung und orientieren sich am Gemeinwohl. Zusammenfassend wird klar, dass bei Aristoteles vor allem der Mensch von hoher Bedeutung ist, sei es nur im Staat oder im Werk selbst. Machiavelli, auf der anderen Seite, ist bekannt dafür, die Politik komplett von der Moral des Menschen zu entkoppeln.
Zusammenfassung der Kapitel
Führungsköpfe früher wie heute: Einleitende Betrachtung über die Rolle des Herrschers im historischen und modernen Kontext unter Einbezug relevanter Forschungsliteratur.
Aristoteles Politik & Machiavellis Der Fürst: Vorstellung der zentralen Werke beider Philosophen und deren unterschiedliche Herangehensweise an politische Strukturen.
Der Staat bei Aristoteles und Machiavelli: Gegenüberstellung der Staatsmodelle und Definitionen von politischer Ordnung bei beiden Denkern.
Die Anforderungen an den Machthaber: Detaillierte Analyse der spezifischen Erwartungen an eine Führungsperson basierend auf Aristoteles' Schriften sowie Machiavellis Werken.
Staat ohne Herrscher ist kein Staat: Fazit über die Notwendigkeit einer Führungspersönlichkeit innerhalb eines funktionierenden Staatssystems.
Schlüsselwörter
Aristoteles, Machiavelli, Herrscher, Staat, Politik, Il Principe, Nikomachische Ethik, Politie, Moral, Tugend, zoon politikon, Macht, Führungsstil, Staatsform, Philosophie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht und vergleicht die Anforderungen an die Person des Herrschers anhand der philosophischen Werke von Aristoteles und Machiavelli.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition des Staates, das Menschenbild, die Bedeutung von Moral in der Politik sowie die notwendigen Eigenschaften einer Führungsperson.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedlich die beiden Philosophen politische Führung konzipieren und welche Kriterien sie für einen idealen Herrscher ansetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte, vergleichende Analyse politischer Theorie unter Verwendung primärer Quellen der beiden Philosophen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Staatsmodelle sowie die detaillierte Ausarbeitung der Anforderungen an den Herrscher bei Aristoteles (Politik, Nikomachische Ethik) und Machiavelli (Il Discorsi).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Aristoteles, Machiavelli, Staat, Herrscher, Moral, Tugend und politische Macht.
Inwiefern unterscheidet sich Machiavellis Sichtweise von der des Aristoteles bezüglich der Moral?
Während Aristoteles den Herrscher ethisch in die Gemeinschaft einbindet und moralische Tugenden fordert, verfolgt Machiavelli einen pragmatischen Ansatz, bei dem Moral zugunsten der Machterhaltung auch entkoppelt werden kann.
Welche Bedeutung misst Aristoteles dem "zoon politikon" bei?
Das "zoon politikon" beschreibt den Menschen als soziales Wesen, das zwingend in einer staatlichen Gemeinschaft leben muss, um sein volles Potenzial und Glück zu entfalten.
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- Manuel Wiesinger (Author), 2018, Anforderungen an die Person des Herrschers bei Aristoteles und Machiavelli, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/958247