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Die Geheime Staatspolizei im NS-Regime. Vorgeschriebener Handlungsrahmen oder Eigeninitiative?

Titel: Die Geheime Staatspolizei im NS-Regime. Vorgeschriebener Handlungsrahmen oder Eigeninitiative?

Hausarbeit , 2016 , 22 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: B.A. Philipp Scheerer (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Auch wenn die Gestapo sicherlich nicht allmächtig war, bietet es sich an, zu untersuchen, wie weitreichend die Kompetenzen wirklich waren und vor allem, ob diese exekutive Institution nach zentralen Vorschriften oder in Eigeninitiative handelte. Letzteres erscheint plausibel, wenn man bedenkt, welche strukturellen und personellen Veränderungen der Zweite Weltkrieg für das NS-Regime mit sich brachte.

Da eine Untersuchung der kompletten Gestapo das Ausmaß dieser Hausarbeit bei Weitem übersteigen würde, werde ich mich zur Beantwortung der Fragestellung auf ein lokales Beispiel, genauer das Arbeitserziehungslager „Nordmark“ in Kiel-Russee, beschränken. Um die Handlungsfreiheiten der Gestapo analysieren zu können, wird im Folgenden zuerst auf die Gestapo als Institution und ihre Rolle im NS-Regime eingegangen werden, bevor sich eine Auseinandersetzung mit dem ausgewählten Arbeitserziehungslager anschließt. Im Fazit werde ich die Ergebnisse der Analyse resümieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geheime Staatspolizei im NS-Regime

2.1 Entstehung und Entwicklung

2.2 Aufgaben und Vorgehen der Gestapo

3. Arbeitserziehungslager „Nordmark“ in Kiel – Russee

3.1 Die Arbeitserziehungslager der Gestapo

3.2 Das Arbeitserziehungslager „Nordmark“ in Kiel – Russee

4. Fazit

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

5.1 Quellen

5.2 Literatur

6. Anhang

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen zentralen Vorgaben und lokaler Eigeninitiative innerhalb der Gestapo, wobei das Arbeitserziehungslager „Nordmark“ in Kiel-Russee als lokales Fallbeispiel dient, um die Radikalisierung und Handlungsspielräume der Täter im NS-Regime aufzuzeigen.

  • Strukturelle Entwicklung der Gestapo und des Reichssicherheitshauptamtes
  • Die Transformation zur „völkischen Polizei“ und Radikalisierung des Terrors
  • Entstehung und Funktion der Arbeitserziehungslager im NS-Lagersystem
  • Lokale Machtstrukturen und Handlungsspielräume im Lager „Nordmark“
  • Analyse von Zeugenaussagen zu Misshandlungen und Exekutionen

Auszug aus dem Buch

3.2 Das Arbeitserziehungslager „Nordmark“ in Kiel – Russee

Da sich die Eigeninitiative der Gestapo bzw. der zum Wachdienst eingeteilten Täter am besten anhand der Behandlung der Häftlinge demonstrieren lässt, wird die Entstehungsgeschichte des AEL „Nordmark“ nur kurz erläutert werden.

Auf Grund der Überfüllung der Kieler Polizei- und Gestapogefängnisse benötigte die ortsansässige Gestapo neuen Haftraum. Um gleichzeitig ein Terrorinstrument gegen die undisziplinierten Arbeitsvertragsbrüchigen zu etablieren, erschien die Errichtung eines AEL als die „ideale Lösung“70. Regierungsrat und SS-Sturmbannführer Fritz Schmidt, der seit dem 01.02.1944 Chef der Kieler Gestapo war, realisierte diesen Lösungsvorschlag und stellte einen Antrag an das RSHA, vor Ort, genauer in der Rendsburger Landstraße, ein AEL zu errichten. Am 18.05.1944 wurde dieser Antrag bewilligt. Als Vorsitz der lokalen Stapo-Leitstelle hatte Schmidt volle Entscheidungsgewalt über das neu entstehende Lager sowie dessen Insassen und muss daher als Verantwortlicher für sämtliche dort begangene Verbrechen gesehen werden. Zum Kommandant des Lagers ernannte er den Kriminalkommissar Johannes Post, der in der SS-Hierarchie den gleichen Rang wie Schmidt innehatte.71

Eingewiesen werden sollten laut Vorschrift arbeitsvertragsbrüchige „Bummelanten“72, die ihren Kollegen nach der „Erziehung“ im Lager als ein abschreckendes Beispiel dienen sollten. Da man während des Krieges jede Arbeitskraft benötigte, wurden immer mehr Ausländer und entgegen der Vorschriften auch andere Verfolgte wegen „minderer Vergehen“73 eingewiesen. Im Kieler AEL kam der größte Teil der Häftlinge aus Osteuropa, meistens aus der Sowjetunion.74

„[…] Es war das schlimmste Lager von allem, was wir gesehen hatten […].“75

Unter den untersuchten Zeugenberichten über das AEL „Nordmark“ mehren sich solche Beschreibungen der dort verbrachten Haftzeit – von denen, die ihren Aufenthalt überlebten

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Forschungsfrage, ob die Gestapo als zentrale Institution nach festen Vorgaben handelte oder lokale Handlungsspielräume und Eigeninitiative entwickelte.

2. Die Geheime Staatspolizei im NS-Regime: Dieses Kapitel erläutert die organisatorische Entwicklung der Gestapo, ihre Zentralisierung unter Himmler sowie die ideologische Transformation zur „völkischen Polizei“.

3. Arbeitserziehungslager „Nordmark“ in Kiel – Russee: Hier wird der Lagertyp der Arbeitserziehungslager allgemein definiert und das Fallbeispiel „Nordmark“ hinsichtlich seiner Entstehung, Verwaltung und Praxis analysiert.

4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass lokale Instanzen die vom RSHA geschaffenen Handlungsspielräume für eine eigenständige Radikalisierung und verbrecherische Praktiken nutzten.

5. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Fachliteratur zum Thema Gestapo und NS-Lagersystem.

6. Anhang: Enthält veranschaulichende Schemata zum Aufbau des Reichssicherheitshauptamtes und der Sicherheitspolizei.

Schlüsselwörter

Gestapo, Arbeitserziehungslager, Nordmark, Nationalsozialismus, RSHA, Eigeninitiative, Reichssicherheitshauptamt, Zwangsarbeit, Terror, Verfolgung, Radikalisierung, Kiel, NS-Regime, Schutzhaft, Kriegsverbrechen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Handeln der Geheimen Staatspolizei im Nationalsozialismus, insbesondere die Frage, ob deren Beamte strengen zentralen Anweisungen folgten oder ob ihnen ein Freiraum für eigeninitiatives, verbrecherisches Handeln zur Verfügung stand.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die bürokratische Entwicklung der Gestapo, ihre Einbindung in das SS-Lagersystem, die Funktion von Arbeitserziehungslagern und das spezifische Gewaltpotential bei der Behandlung von Zwangsarbeitern.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob die Gestapo als exekutive Institution nach zentralen Vorschriften handelte oder ob die lokalen Akteure in Eigeninitiative ihre Handlungsfreiheiten ausnutzten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur zur NS-Geschichte sowie auf die Auswertung von Zeugenaussagen ehemaliger Häftlinge des Arbeitserziehungslagers „Nordmark“ in Kiel.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Gestapo als „völkische Polizei“, die Bedingungen in den Arbeitserziehungslagern und dokumentiert anhand von Beispielen die brutalen Praktiken der Lagerleitung und Wachmannschaften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gestapo, Arbeitserziehungslager, Eigeninitiative, Radikalisierung, Zwangsarbeit und RSHA.

Was kennzeichnet das Lager „Nordmark“ im Vergleich zu Konzentrationslagern?

Obwohl das AEL „Nordmark“ offiziell als „Vorstufe“ oder reines Arbeitsinstrument galt, zeigen die Analysen, dass die Haftbedingungen oft die Grausamkeit von KZs erreichten und die Lagerleitung eigenmächtig über Exekutionen entschied.

Wie bewertet der Autor die Rolle des RSHA gegenüber lokalen Gestapo-Stellen?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das RSHA zwar den Anstoß und rechtliche Rahmenbedingungen lieferte, die lokalen Stellen jedoch durch eigene Entscheidungen maßgeblich zur Radikalisierung und Gewalt in der Praxis beitrugen.

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Details

Titel
Die Geheime Staatspolizei im NS-Regime. Vorgeschriebener Handlungsrahmen oder Eigeninitiative?
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
2,3
Autor
B.A. Philipp Scheerer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
22
Katalognummer
V958272
ISBN (eBook)
9783346300164
ISBN (Buch)
9783346300171
Sprache
Deutsch
Schlagworte
GeStaPo NS-Regime Nationalsozialismus Arbeitserziehungslager Nordmark Kiel Regionalgeschichte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.A. Philipp Scheerer (Autor:in), 2016, Die Geheime Staatspolizei im NS-Regime. Vorgeschriebener Handlungsrahmen oder Eigeninitiative?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/958272
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Leseprobe aus  22  Seiten
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