Unterrichtsentwurf im Fach Technik, Thema: Holzbearbeitung / Bau eines Karteikastens


Unterrichtsentwurf, 1998
8 Seiten

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Inhaltsverzeichnis

1 Voraussetzungen der Klasse

2 Lehrplanbezug

3 Sachanalyse

4 Didaktische Vorüberlegungen

5 Methodische Vorüberlegungen

6 Ziele
6.1 fachlich kognitive Ziele
6.2 pädagogische Ziele

7 Medien

8 geplanter Stundenverlauf

1. Voraussetzungen der Klasse

Die Technikgruppe besteht aus 10 Schülern und 3 Schülerinnen, die unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen.

Der Vater von Andreas besitzt zu Hause eine Werkstatt zur Reparatur von Autos und Motorrädern und er ist es daher gewohnt, mit Werkzeug umzugehen. Allerdings hat er Schwierigkeiten mit dem richtigen Einsatz der Werkzeuge, sachgemäßes und exaktes Arbeiten fällt ihm schwer.

Alem, der neu in der Klasse ist, besitzt zwar handwerkliches Geschick, lässt sich aber kaum für diese Arbeit motivieren. So forderte er in der letzten Stunde von sich aus die Note 6, nur um nicht mitarbeiten zu müssen.

Özkan verliert viel Zeit mit Unterhaltungen oder Ablenkungen jeglicher Art.

Die Mädchen, die in dieser Gruppe in der Minderzahl sind, lassen sich nur schwer für handwerkliche Arbeiten begeistern.

Die Idee, die Schüler in Teams arbeiten zu lassen, ist der Gruppe noch recht fremd. Die Einsicht, dass sie als Team Verantwortung übernehmen und gemeinsam arbeiten dürfen, ist noch nicht zu allen Schülern durchgedrungen.

Die Mitarbeit der restlichen Schüler ist zufriedenstellend, besonders Augenmerk ist also auf die oben erwähnten Schüler zu richten.

Von der fachlichen Seite her müssten alle Voraussetzungen für diese Arbeit vorhanden sein, es kommen weder unbekannte Werkzeuge, noch unbekannte Arbeitsweisen vor.

2. Lehrplanbezug

Der Bau des Karteikastens gehört zur Lehrplaneinheit 3 / Wohnraumgestaltung - Herstellung eines Einrichtungsgegenstandes und ist eher als Vorübung zu diesem Thema zu sehen. Die diesjährige 8. Klasse hat die Möglichkeit, sich bereits nach dem ersten Schulhalbjahr zwischen HTW und Technik zu entscheiden. Daher wurde in der Fachkonferenz beschlossen, im ersten Schulhalbjahr eine verkürzte und einführende Fassung der Bildungsplanes für Klasse 8 zu bieten und die Themen dann im zweiten Schulhalbjahr für die an Technik interessierten zu erweitern. Wichtig ist bei dieser Arbeit also die Wiederholung und Verbesserung der Fähigkeiten im Umgang mit dem Material Holz und den entsprechenden Werkzeugen.

Der Bedarf des Baus ist gegeben, da die Karteikästen anschließend im Englischunterricht als Vokabelkartei benutzt werden sollen. Die Planung der Arbeitsschritte soll im Team geleistet werden.

3. Sachanalyse

Bei diesem Karteikasten handelt es sich um ein Werkstück bestehend nur aus Holz. Andere Materialien werden nicht benötigt.

Der Karteikasten besteht aus:

- Rundhölzern - 10mm
- Massivholz 26mm
- Sperrholz 3 mm

Diese Materialien müssen folgendermaßen bearbeitet werden:ßRundhölzer auf das richtige Maß ablängen,

- Massivholzleisten auf das richtige Ma
- ablängenßSacklöcher in die Massivhölzer bohren
- Sperrholzlleisten ablängen
- Bohrungen in die Sperrholztrennwände einfügen
- sämtliche Kanten bearbeiten
- Karteikasten zusammenfügen und verleimen.

Zu beachten sind die unterschiedlichen Maße der Massivholz- und der Sperrholzteile. Die Bohrungen können nicht übertragen werden, sondern müssen bei beiden Teilen getrennt angezeichnet werden. Hierzu kann eine Schablone verwendet werden, die sich aus dem Arbeitsplan entnehmen läßt.

Da die Trennwände durchgehende Bohrungen besitzen, lassen sie sich frei auf den Rundhölzern verschieben und somit läßt sich auch die Fachgröße des Karteikastens frei wählen.

Voraussetzung für den Bau des Karteikastens ist der Umgang mit folgenden Werkzeugen:

- Gehrungssäge
- Ständerbohrmaschine
- Schleifblock mit Schleifpapier

4. Didaktische Vorüberlegungen

Die Klasse arbeitet im Fach Technik in Teams, die sie zu Beginn des Schuljahres selbst einteilen durften. Die Arbeit im Team ist für diese Klasse sehr ungewohnt, da Teamarbeit oder andere offenere Unterrichtsformen nur selten praktiziert werden. Beim Versuch solcher Formen entsteht sehr schnell ein erheblicher Unruhepegel, der es beinahe unmöglich macht, weiter die Ziele des Unterrichts zu verfolgen. Dennoch halte ich Teamarbeit, auch hinsichtlich der Vorbereitung auf die spätere Tätigkeit am Arbeitsplatz für dringend notwendig und sehe vor allem im Technikunterricht gute Chancen, die Schüler an ein gemeinsames Arbeiten zu gewöhnen. Erstens ist die Gruppengröße in Technik überschaubar, so daß intensiver mit den einzelnen Schülern gearbeitet werden kann, zweitens sind die Schüler im Technikunterricht eher zur Teamarbeit bereit.

Da sie jedoch diese für sie neue Form noch nicht gewohnt sind, fehlt auch noch die Einsicht für die Vor- und Nachteile dieser Arbeitsform. Obwohl die Idee bereits im UG erläutert wurde, ist ein Ziel dieser Stunde die Wiederholung der Zielsetzungen der Teamarbeit.

Um den Schülern die Arbeit im Team zu erleichtern, erhält jede Gruppe einen Arbeitsplan, den das Team gemeinsam bearbeiten soll. Vor allem beim theoretischen Teil der Arbeit, wie Organisation der Arbeitsgänge und Skizzieren eines Bauteils, wird vom Team eher angenommen, da in diesen Bereichen oft Schwierigkeiten bestehen. Ziel des Lehrers ist es, sich mehr und mehr zurückzunehmen und im Laufe der Zeit immer mehr Verantwortung auf das Team zu übertragen. Dies natürlich nur für Aufgabenbereiche, die seitens der Schüler auch leistbar sind. Bereiche wie z.B. Arbeitssicherheit oder die Einführung in neue Techniken bleiben weiterhin Aufgabe des Lehrers. Der gemeinsame Ordner des Teams wird jede Woche eingesammelt und kontrolliert. Dadurch erhält das Team wöchentlich eine Rückmeldung über ihre Arbeit. Zudem läßt diese Arbeitsform dem Schüler die Möglichkeit, sich gemäß seiner Fähigkeiten zu engagieren. Jeder Schüler fertigt zwar sein eigenes Werkstück an und führt die in der jeweiligen Einheit erforderlichen Techniken aus, jedoch kann er in bestimmten Bereichen der Teamarbeit entsprechend seinen Fähigkeiten arbeiten und so auch den Sinn des Teams erkennen. So muß z.B. ein schwacher Mathematiker bei der Teamarbeit nicht gerade den rechnerischen Teil übernehmen.

Ein sehr wesentlicher Bestandteil des momentanen Unterrichts ist also neben den fachlichen Zielen die Gewöhnung an die Teamarbeit und die Förderung des Sozialverhaltens.

Die Idee zum Bau eines Karteikastens entstand im Englischunterricht. In Zukunft sollen die Schüler die Möglichkeit haben, eine Vokabelkartei zu führen und diese im Unterricht als Vokabeltrainer gelegentlich zu benutzen. Insofern sehen die Schüler einen Sinn in dieser Arbeit, sie wissen wofür ihr Werkstück verwendet wird und daß es für jedermann sichtbar im Klassenzimmer stehen wird.

5. Methodische Vorüberlegungen

Die meisten Schüler konnten in der letzten Stunde sämtliche Ablängarbeiten der Wandteile durchführen und deren Kanten bearbeiten. Aufgabe der heutigen Stunde ist also:

- das Anbringen der Bohrungen
- das Ablängen der Rundhölzer
- das Zusammensetzen und Verleimen der Teile.

Da jedoch beim Durchsehen der Ordner einige Mängel in der Arbeit aufgefallen sind, soll in dieser Stunde nochmals die Aufgabenverteilung besprochen werden. Hierbei wird auch noch die Problematik der oben erwähnten Schüler angesprochen, die sich letztesmal kaum an der Arbeit beteiligt haben: Eine Kette ist nur so stark wie sein schwächstes Glied Æ Ein Team ist nur so Stark wie sein schwächster Teilnehmer. Das Verständnis, daß eine passive Arbeitshaltung dem gesamten Team schadet, soll gefördert werde. Hierzu dient das Arbeitsblatt "Der Technikunterricht", als auch die Korrekturhinweise am jeweiligen Ordner. Wichtig ist der Hinweis auf genaue Einhaltung des Arbeitsplanes, da sich sonst bei der Arbeit Fehlen einstellen können oder Ausschuss produziert wird, was bei dieser Arbeit nicht vorkommen sollte. Bei anderen Aufgaben wäre ein mehr experimentelles Arbeiten denkbar, sollte hier jedoch aus Gründen der Kosten und Materialknappheit vermieden werden. Auch die Tatsache, daß der theoretische Teil ein fester Bestandteil des Technikunterrichts ist und die Arbeit erst abgeschlossen ist, wenn auch die Arbeit im Ordner erledigt ist, soll verständlich gemacht werden. Es gilt also: Erst die theoretische Arbeit im Team, die notwendig ist, um zur Praxis überzugehen, dann erst die Einzelarbeit am Werkstück. Ein Arbeiten "auf gut Glück" soll möglichst unterbunden werden. Hierzu ist eine intensive Aufsicht nötig und auch einzelne Fragen zu Arbeitsschritten an die Schüler. So läßt sich feststellen, ob Vorüberlegungen stattgefunden haben oder ob der Schüler experimentiert. Stellt sich zweiteres heraus, wird der Schüler an sein Team zur Klärung der Fragen verwiesen.

Am Ende der letzten Stunde kamen einige Fragen zum Anzeichnen der Bohrungen auf die Wandteile. Da hier noch Unklarheiten bestehen, die zwar teils auf nachlässiger Ausarbeitung des Theorieteils beruhen, soll dieser Teil dennoch im UG Geklärt werden. Die Zeichnung des Arbeitsplanes kann als Vorlage für eine Schablone dienen, mit deren Hilfe die Bohrlöcher angezeichnet werden können. Wichtig ist hier der Hinweis auf durchgehende Bohrungen in den Zwischenwänden und Sacklöchern in den Außenwänden.

Da in der vorletzten Veranstaltung nochmals ausführlich auf den Umgang mit der Ständerbohrmaschine eingegangen wurde, dürften hier keine Schwierigkeiten zu erwarten sein.

6. Ziele

1. fachlich kognitive Ziele

- Erarbeitung des Arbeitsblattes " Der Technikunterricht"
- Korrektur des Ordners und Überarbeitung des Arbeitsplanes der letzten Veranstaltung
- Weiterarbeit am Werkstück, Fertigstellung sämtlicher Ablängarbeiten.

2. pädagogische Ziele

- Förderung der Teamfähigkeit / Integration sämtlicher Mitglieder in das Team.
- In Phasen, in denen Erklärungen stattfinden, sollen die Schüler sich ruhig verhalten und zuhören.

7. Medien

- Rundhölzer Æ 8 mm
- Massivholzleisten mit 100 mm Breite
- Sperrholzleisten mit 80 mm BreiteßLeim
- Arbeitsblatt "Der Technikunterricht"ßArbeitsplan "Karteikasten aus Holz"ßGehrungssäge
- Ständerbohrmaschine mit Holzbohrer 8,5 mmßSchleifklotz mit Schleifpapier

8. geplanter Stundenverlauf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Technikunterricht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Lehrgänge, Erklärungen und Informationen des Lehrers.
- Besprechung in der Gruppe
- Arbeitsplan erstellen
- Werkzeuge und Materialien.
- Arbeit am Werkstück
- Arbeitsplan kontrollieren
- Aufräumen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zum Theorieteil gehören: Besprechung im Team

Korrektur des Ordners

Bearbeitung der Arbeitspläne Lesen von Informationen

[...]


8 von 8 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsentwurf im Fach Technik, Thema: Holzbearbeitung / Bau eines Karteikastens
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Veranstaltung
Lehramt an Grund- und Hauptschulen
Autor
Jahr
1998
Seiten
8
Katalognummer
V95828
Dateigröße
1117 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtsentwurf, Fach, Technik, Thema, Holzbearbeitung, Karteikastens, Pädagogische, Hochschule, Weingarten, Lehramt, Grund-, Hauptschulen
Arbeit zitieren
Jens Weigand (Autor), 1998, Unterrichtsentwurf im Fach Technik, Thema: Holzbearbeitung / Bau eines Karteikastens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95828

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