Das Hauptaugenmerk, bei der Entwicklung elektronischer Produkte, liegt auf der Realisierung von Hardware, Software und Mechanik. Jedoch stellen diese Aufgaben nur einen kleinen Teil des Arbeitspensums dar, wenn das Fabrikat gewerblich vertrieben werden soll. Dadurch ergibt sich die Fragestellung, was ist wann zu tun und wodurch entstehen diese Anforderungen?
Ziel der Forschung ist es, zum einen zu ermitteln, welche nicht-technischen Projektaufgaben im Entwicklungsprozess entstehen. Diese Forschungsfrage wird über die Darstellung des Ablaufs und der Ermittlung der Aufgaben aus Literatur und Erfahrung des Autors im ersten Teil der Arbeit ausführlich dargestellt. Zudem wird der Einfluss der einzelnen Tätigkeiten, auf die Entwicklung und Organisation dargelegt. Dies beantwortet dabei die zweite Forschungsfrage. Die Aufgaben, mit Anmerkungen zum Durchführungszeitpunkt, sind zudem in einer Checkliste zusammengefasst.
Die dritte Forschungsfrage behandelt die Thematik, wie kleine Unternehmen mit den Anforderungen umgehen, ob diese daraus resultierende Chancen nutzen und Risiken vermeiden, sowie welchen Einfluss aktuelle Umweltdebatten auf die Produktentwicklung besitzen. Für den ersten Teil der Forschungsfrage ist die Hypothese aufgestellt worden, dass kleinere Unternehmen selten Chancen aus nicht-technischen Aufgaben nutzen und dadurch Risiken eingehen. Zur Beantwortung dieser Fragestellung ist eine Online-Umfrage durchgeführt worden. Durch die daraus resultierende Anonymität der Befragten konnte diese, ihre Antworten frei und ohne Rücksicht auf das Ansehen ihres Unternehmens beantworten.
Das Resultat der Befragung zeigte eine deutlich schlechtere Chancennutzung, umso kleiner die Unternehmen sind. Die Frage hinsichtlich des Einflusses von Umweltdebatten zeigte zudem, dass hierbei der Druck seitens der Abnehmer, aufgrund mangelnder Vorgaben zu gering ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsfragen und Hypothese
1.3 Methode
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Ausgangslage der Betrachtung
2.1 Geltungsbereich für die Betrachtung
2.2 Abgrenzung industrieller elektronischer Produkte
2.3 Produktlebenszyklus
2.3.1 Phase I: Produktplanung
2.3.2 Phase II: Entwicklung / Konstruktion
2.3.3 Phase III: Arbeitsvorbereitung
2.3.4 Phase IV: Produktherstellung
2.3.5 Phase V: Produktvertrieb
2.3.6 Phase VI: Produktnutzung
2.3.7 Phase VII: Entsorgung / Recycling
2.4 Abgeleitete Aufgaben im Produktentstehungsprozess
3 Anforderungen an das Produkt
3.1 Gesetzliche und normative Anforderungen
3.1.1 EU-Richtlinien und CE
3.1.2 CE äquivalente Anforderungen außerhalb der EU - UL
3.1.3 Betriebsanleitung
3.1.4 Außenwirtschaftliche Anforderungen
3.1.5 Entsorgung und Recycling
3.2 Schutz des Produkts
3.3 Beschaffung und Produktion
3.4 Interne und externe Ressourcen
3.5 Vertrieb & Aftersales
3.6 Qualitätssicherung
4 Empirischer Teil
4.1 Forschungsdesign
4.1.1 Forschungsstrategie
4.1.2 Ausarbeitung des Fragebogens
4.2 Pretest und Durchführung der Befragung
4.3 Auswertung und Interpretation der Befunde
4.3.1 Allgemeines zur Teilnahme
4.3.2 Teilnehmerkreis
4.3.3 Selbsteinschätzung
4.3.4 Gesetzliche und normative Anforderungen
4.3.5 Schutz des Produkts, Beschaffung und Produktion
4.3.6 Qualitätssicherung, Vertrieb und Aftersales
4.3.7 Umweltschutz und Recycling
5 Schlussfolgerung
5.1 Beantwortung der Forschungsfragen
5.2 Hypothesenüberprüfung
5.3 Checkliste zu auszuführenden Arbeiten
5.4 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Komplexität der professionellen Entwicklung industrieller elektronischer Produkte und identifiziert die notwendigen nicht-technischen Projektaufgaben, die über die reine Hardware-, Software- und Mechanik-Entwicklung hinausgehen. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für diese Aufgaben zu schaffen und insbesondere kleinen Unternehmen aufzuzeigen, wie sie Chancen nutzen und Risiken durch eine strukturierte Vorgehensweise minimieren können.
- Identifikation und Kategorisierung nicht-technischer Projektaufgaben
- Einfluss von gesetzlichen, normativen und außenwirtschaftlichen Anforderungen
- Bedeutung von Produktschutz, Beschaffung und Qualitätssicherung
- Empirische Analyse des Bewusstseins in kleinen Unternehmen bezüglich Chancen und Risiken
Auszug aus dem Buch
3.1 Gesetzliche und normative Anforderungen
Gesetze haben eine bindende Wirkung, legen jedoch nur die Grundregeln für die entsprechenden Rechtsbereiche fest. Insbesondere in Bereichen, die technische Sachlagen betreffen, hält sich der Gesetzgeber zurück. Dies beruht nicht zuletzt darauf, dass die Technik rasch voranschreitet und Gesetze schnell wieder veraltet wären. Eine ständige Änderung würde hier zu einem hohen Aufwand durch sich schnell ändernde Gesetzen führen, zudem müssten für den jeweiligen Fall jeweils Experten rekrutiert werden, die das Thema aufarbeiten.
Jedoch ist nicht nur das Festlegen von Grundregeln wichtig, sondern ebenfalls die Normierung von technischen Aspekten. Normierung bedeutet, dass ein Standard geschaffen wird, an den sich eine große Zahl von Teilnehmern (z. B. in einem Wirtschaftsraum) hält und dadurch Kompatibilität und Anerkennung sichergestellt sind. Standardisierung führt dazu, dass der Marktzutritt für Produzenten erleichtert wird und Abnehmer eine entsprechende Sicherheit hinsichtlich von Mindeststandards haben. Neben den rein technischen Aspekten muss ebenfalls die Sicherheit der Personen garantiert werden, die Baugruppen, Maschinen und Anlagen montieren, warten oder diese nutzen, um selbst Produkte herzustellen.
Zusätzliche Anforderungen fallen an, wen Bauteile, Baugruppen oder Leistungen aus dem Ausland bezogen werden bzw. das Produkt selbst über die Grenzen des eigenen Landes verkauft werden soll. Diese unterliegen gesetzlichen Vorgaben, die größtenteils weltweit Gültigkeit besitzen.
Neigt sich die Lebenszeit des Produkts zu Ende, bzw. soll dieses entsorgt werden, gelten in jedem Land eigene Vorschriften. Dennoch sind gewisse Grundregeln bei der Konstruktion des Produkts einzuhalten, die die Entsorgung bzw. das Recyceln einfacher gestalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definiert die Problemstellung der Arbeit, stellt die Forschungsfragen sowie die Hypothese vor und erläutert die gewählte Forschungsmethode und den strukturellen Aufbau der Arbeit.
2 Ausgangslage der Betrachtung: Beschreibt den Produktlebenszyklus als Basis für die Identifikation von Anforderungen und Schnittstellen in der professionellen Entwicklung.
3 Anforderungen an das Produkt: Detailiert die verschiedenen nicht-technischen Aufgabenfelder, darunter gesetzliche Normen, Produktschutz, Beschaffung, Ressourcenmanagement und Vertrieb.
4 Empirischer Teil: Präsentiert das Forschungsdesign, die Durchführung einer Online-Umfrage zur Prüfung der Hypothese sowie die statistische Auswertung und Interpretation der Ergebnisse.
5 Schlussfolgerung: Beantwortet die Forschungsfragen, überprüft die Hypothese anhand der empirischen Daten und fasst die zentralen Erkenntnisse in einer praxisorientierten Checkliste zusammen.
Schlüsselwörter
Produktentwicklung, Elektronik, Nicht-technische Projektaufgaben, Produktlebenszyklus, Recyclinggerechtes Design, Außenwirtschaftsdaten, CE-Kennzeichnung, UL-Zertifizierung, Risikobeurteilung, Fehlerkosten, KMU, Marktzutritt, Qualitätssicherung, Produktschutz, FMEA
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der professionellen Entwicklung industrieller elektronischer Produkte und beleuchtet insbesondere die notwendigen nicht-technischen Arbeitspakete, die über die reine technische Konstruktion hinausgehen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die Arbeit gliedert sich in gesetzliche und normative Anforderungen, Produktschutz, Beschaffung und Produktion, Ressourcenmanagement, Vertrieb und Aftersales sowie Qualitätssicherung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, diese nicht-technischen Projektaufgaben zu ermitteln, ihre Bedeutung für den Entwicklungsprozess aufzuzeigen und eine Checkliste für die Praxis zu erstellen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde ein zweistufiger Ansatz gewählt: eine fundierte Literaturrecherche zur theoretischen Herleitung sowie eine quantitative Online-Umfrage bei Unternehmen zur empirischen Überprüfung der Hypothesen.
Was ist der Schwerpunkt im Hauptteil?
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Phasen des Produktlebenszyklus und identifiziert für jede Phase kritische Aufgaben, die für einen erfolgreichen Marktzutritt und Betrieb essenziell sind.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind unter anderem Produktentstehungsprozess, CE-Kennzeichnung, UL-Zertifizierung, Fehlerkostenmanagement und die Herausforderungen von KMU bei der Chancennutzung.
Wie unterscheidet sich die Risikobeurteilung von der Gefährdungsbeurteilung laut der Arbeit?
Die Risikobeurteilung ist Herstelleraufgabe während der Produktentwicklung, während die Gefährdungsbeurteilung eine Betreiberaufgabe zur Sicherheit am Arbeitsplatz darstellt.
Welche Rolle spielt die Unternehmensgröße bei der Chancennutzung laut der empirischen Untersuchung?
Die Untersuchung zeigt, dass kleinere Unternehmen aufgrund von Ressourcenknappheit und fehlender Spezialisierung signifikant seltener Chancen aus nicht-technischen Aufgaben nutzen als größere Unternehmen.
- Arbeit zitieren
- MBA Werner Huber (Autor:in), 2020, Professionelle Entwicklung von industriellen elektronischen Produkten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/958297