Prüfungslehrprobe zur zweiten Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen - Englisch


Unterrichtsentwurf, 1998
8 Seiten

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Erklärung:

Ich versichere, dass ich den Lehrprobenentwurf selbständig und nur mit den angegebenen Hilfsmitteln angefertigt habe und dass ich alle Stellen, die dem Wortlaut oder dem Sinne nach anderen Werken entnommen wurden, durch Angabe der Quellen als Entlehnung kenntlich gemacht habe.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Datum Unterschrift

1 Voraussetzungen der Klasse

Die Klasse besteht aus 30 Schülern, davon 19 Jungen und 11 Mädchen. Fünf Schüler, Lukas, Daniel W., Melanie S., Joahir und Abas, sind erst im zweiten Schulhalbjahr der achten Klasse dazugekommen. Probleme treten in dieser Klasse vor allem im Bereich der Motivation und Konzentration auf, unter anderem durch einen häufigen Wechsel der Klassenstruktur. Da viele Schüler schwach im Formulieren und Sprechen von englischen Sätzen sind, müssen diese Punkte in der didaktischen Aufbereitung besonders berücksichtigt werden.

Vor allem die russischen Schüler Eugen, Martin und Swetlana, für die Englisch bereits die zweite Fremdsprache ist, haben Schwierigkeiten im mündlichen Bereich. Sie beteiligen sich an den schriftlichen Arbeiten, sind im Gespräch auf Englisch jedoch schwer zu integrieren. Andere Schüler, die relativ leistungsstark sind, lassen sich nur schwer für den Englischunterricht begeistern und stören oftmals aktiv den Unterricht. Hierzu zählen z.B. Martha, Bianka, Debora und Tobias.

Özkan ist im Unterricht oft darauf bedacht, sich in den Mittelpunkt zu stellen und durch Bemerkungen, die nicht zum Thema gehören, vom Unterricht abzulenken.

Vor allem Roland, Daniel und Murat zeigen im Unterricht reges Interesse an der Englischen Sprache und beteiligen sich gerne. Auch Thomas und Soufian beteiligen sich oft mit guten Beiträgen, lassen sich jedoch ab und zu ablenken.

Mit der Unterrichtssprache Englisch haben viele der Schüler erhebliche Schwierigkeiten. Durch eine Veränderung der Sitzordnung, so dass leistungsschwache Schüler neben Schülern sitzen, die weniger Verständnisprobleme haben, sollte erreicht werden, dass sich die Schüler auch gegenseitig helfen können.

2 Sachanalyse

2.1 How about a part-time job?

Part-time jobs sind Nebentätigkeiten, die Schüler in ihrer Freizeit ausführen können. Solche Tätigkeiten können benannt werden ( I can take dogs for a walk ). In der alltäglichen Kommunikation entsteht auch der Bedarf, part-time jobs zu beurteilen. Zu diesem Zweck stehen uns die wie folgt beschriebenen -ing words zur Verfügung.

2.2 -ing words als Subjekt

Durch Anhängen von „-ing“ an ein Verb kann dieses die Funktion des Subjektes im Satz übernehmen:

- to wash - washing → Washing cars is okay.
- to help - helping → Helping on a farm is very hard work.

Häufig werden -ing - words als Subjekt verwendet, um Vorgänge zu beurteilen. Der Vorgang, ausgedrückt durch das Verb im Satz, wird durch das -ing - word bei der Beurteilung des Vorgangs zum Subjekt.

- I can wash a car. → I think washing cars is okay.
- I can deliver newspapers. → Delivering newspapers is easy.

In diesem Fall lassen sich parallelen zur deutschen Sprache ziehen, da auch substantivierte Verben möglich sind:

- austeilen → das Austeilen

- suchen → die Suche

3 Ziele

3.1 fachlich kognitive Ziele

- Wiederholung der Vokabeln zur Unit 4a
- Einführung der -ing words
- Schüler bearbeiten verschiedene Übungen zu den -ing words

3.2 pädagogische Ziele

- Integration möglichst vieler Schüler in den Englischunterricht.

4 Didaktische Vorüberlegungen

Viele Schüler der achten Klasse sind selbst vom Thema „part-time jobs“ betroffen. Überlegungen, wie sich ein Urlaub finanzieren lässt oder wie man sich die Anschaffung einer Stereoanlage oder neuer Roller-Blades selbstständig ermöglichen kann, kommen immer mehr zum Tragen. Das Thema „part-time jobs“ gehört momentan zur Lebenswirklichkeit der Schüler. Dies wirkt sich positiv auf die Motivation zu diesem Thema aus. Zudem werden in diesem Zusammenhang Fertigkeiten erlernt, die die Schüler auch in Zukunft für die alltägliche Kommunikation in Englisch verwenden können. Jedoch ist auch laut Bildungsplan die Kenntnis grammatischer Strukturen für das Verstehen einer Fremdsprache unerlässlich. Neue Strukturen werden in den für ihre Anwendung signifikanten Zusammenhängen eingeführt und so erarbeitet, dass die Lernenden schrittweise Bedeutung, Funktion und Form der Struktur als Einheit begreifen.1

Da dieses Thema der Lebenswirklichkeit der Schüler entspricht, sind die signifikanten Zusammenhänge gegeben, die ein Begreifen der Strukturen erleichtern.

Die Schüler befanden sich die letzten zwei Wochen im OiB-Praktikum, d.h. die letzte Englischstunde liegt bereits knappe drei Wochen zurück. Deshalb ist eine Wiederholung und erneute Hinführung zum Thema notwendig.

Ein zentrales Anliegen des Englischunterrichtes ist es, die Sprechbereitschaft zu erhalten und zu fördern.2 Für den Unterricht bedeutet dies, dass Sprechanlässe geschaffen werden müssen. Da dieses Thema sich nahe an einer alltäglichen Kommunikation orientiert, sollen die Sachverhalte auch verbalisiert werden.

Bei einer Unterhaltung über Ferienjobs ergibt sich zwangsläufig ein Vergleich oder eine Beurteilung eines Jobs. Deshalb muss dem Schüler das „Handwerkszeug“ vermittelt werden, dieses Problem in der Kommunikation zu bewältigen. Der Bedarf der -ing words, die dem Schüler bisher noch unbekannt sind, ergibt sich. Der Weg über den Bedarf bei dem Schüler eine Problemstellung zu entwickeln fördert das Interesse an dem Thema.

Bei der Einführung der -ing words soll folgender Weg eingeschlagen werden:

- Schaffen des situativen Rahmens

Orientierung auf die Sprachliche Funktion Situation muss sprachlich ergiebig sein. lernzielorientiert.

- Receptive Phase.

situativer Rahmen bleibt erhalten, Zusammenfassung der Problemstellung

- Reproduktive Phase

situativer Rahmen bleibt erhalten, Schüler beginnen zu reproduzieren.

- Cognition Phase

Verbinden der Übung mit theoretischem Hintergrund, Erstellen einer visuellen Regel.

Die weiteren Phasen, wie Exercise Phase und Transfer Phase, sind in einer Einführungsstunde in diesem Rahmen noch nicht sinnvoll, deshalb soll vorerst darauf verzichtet werden. Wichtig ist, dass die Schüler in der Anfangsphase Übungen bekommen, in denen keine Fehler gemacht werden können. So hat jeder Schüler ein Erfolgserlebnis indem er gleich am Anfang richtige Sätze konstruieren kann. Zudem können sich auf diesem Wege keine Fehler einprägen. In der Fortführung folgen dann Übungen, die gelöst vom situativen Rahmen sind und bei denen auch Fehler möglich sind.

5 Methodische Vorüberlegungen

Wie in den didaktischen Vorüberlegungen schon angesprochen, befanden sich die Schüler in den letzten zwei Wochen im OiB - Praktikum. Man kann davon ausgehen, dass den Schülern das Thema nicht mehr geläufig ist. Deshalb wird als Einstieg der Tonbandtext der Unit 4a „Get a job“ mit der Höraufgabe „Do you remember the new words? Try to understand the text!“ wiederholt. Dies hat den Vorteil, dass die Schüler durch den Text und die Höraufgabe gleich zu Beginn der Stunde wieder auf die Englische Sprache und das Thema eingestimmt werden. Zur Überprüfung der Vokabelkenntnisse, die Voraussetzung für die folgenden Aufgabenstellungen sind, folgt auf die Höraufgabe ein crossword, mit dessen Hilfe die notwendigen Vokabeln aufgeschrieben werden müssen. Das crossword ist den Schülern bekannt und wird gerne von ihnen ausgeführt. Das crossword enthält ein Lösungswort mit dem sich die Schüler selbst kontrollieren können. Da man jedoch nicht davon ausgehen kann, dass alle Schüler das crossword richtig beantworten, sollen von den Schülern die einzelnen Wörter mit entsprechender Fragestellung vorgetragen werden. Diese bietet einerseits die Möglichkeit, einige Schüler zu verbalen Äusserungen zu bewegen, andererseits wird jedem Schüler die Möglichkeit gegeben, ein korrekt ausgefülltes Blatt vor sich zu haben.

Als nächster Schritt soll ein situativer Rahmen geschaffen werden. Hierzu dient ein Folie, auf der mehrere part-time jobs in Form kleiner Bilder gezeigt werden. Die Folie hat den Vorteil, dass alle Schüler ihre Aufmerksamkeit in Richtung Tafel lenken müssen und dass das Bild, von dem gerade gesprochen wird, für alle gut erkennbar ist. Aufgabe der Schüler ist es, zu den Bildern die entsprechenden Sätze zu bilden: „What kind of part-time job can you do?- I can help on a farm.“. Jeder Schüler darf ein Satz äussern. Damit ist der situative Rahmen geschaffen: Den Schülern steht ein Spektrum an verschiedenen part-time jobs zur Verfügung. Jetzt sollen die Schüler zu einer Stellungnahme über die verschiedenen jobs bewegt werden, und zwar mit der Frage „Do you think that it´s a good job to work on a farm?“. Den Schülern wird sich das Problem stellen, die Antwort in einen korrekten englischen Satz zu verpacken. Als Hilfestellung dient jetzt die Tafel: Auf der linken Seite steht der Ausgangssatz „I can work on a farm“, rechts steht eine mögliche Antwort „Working on a farm is hard work“. Ein Schüler darf jetzt die richtige Antwort verlesen. Im gleichen Stil werden zwei weitere Beispiele an der Tafel gezeigt. Auch diese Beispiele werden wieder von Schülern verlesen. Somit wurde in der receptive phase die Problemstellung an der Tafel zusammengefasst. Auf eine theoretische Definition des Sachverhaltes soll an dieser Stelle verzichtet werden, wichtiger ist es, dass die Schüler das System, wie aus einem Prädikat ein Subjekt wird, erkennen. Zu diesem Zweck erhalten die Schüler ein Arbeitsblatt mit einem vorgegebenen sentence switchboard. Jeder Schüler soll mindestens vier Beispiele mit Hilfe des sentence switchboard erstellen. Diese Methode wurde gewählt, da es dem Schüler hier nicht möglich ist, falsche Sätze zu konstruieren. Nachdem die Sätze jetzt an der Tafel gesehen und durch das vorlesen gehört wurden, folgt jetzt die Komponente des Schreibens. Auf diesem Weg sollen möglichst viele verschiedene Lerntypen erreicht werden. Einige Beispiele aus dem sentence switchboard werden nun von den Schülern vorgelesen: Jeder Schüler hat das Erfolgserlebnis, einen korrekten Satz mit der neuen Grammatik präsentieren zu können.

Nachdem die Schüler die Möglichkeit hatten, die Funktionsweise zu erkennen, werden jetzt an der Tafel die Begriffe „Subject“ und „Predicate“ zugeordnet und eine erste einfache Regel erstellt: Durch Anhängen der -ing Endung wird das Prädikat zum Subjekt im Satz. In dieser Unterrichtsphase wechselt die Unterrichtssprache ins Deutsche. Dadurch soll gewährleistet werden, dass der ohnehin für die Schüler schwierige Sachverhalt von allen verstanden wird und man sich nicht in zeitaufwendigen Erklärungen verliert, denen die Schüler nicht mehr folgen können. Diese Regel soll von den Schülern ins Heft übertragen werden. Falls die Zeit an dieser Stelle bereits knapp werden sollte, kann hier auch abgebrochen werden. Mit dem Übertragen der Regel ins Heft wäre die Stunde an dieser Stelle bereits geschlossen. Eine andere Möglichkeit wäre, die zweite Übung auszulassen und direkt mit dem Spiel zu beginnen.

Im Anschluss daran wird eine weitere Übung auf dem Arbeitsblatt von den Schülern ausgeführt. Der situative Rahmen bleibt erhalten, jedoch sind jetzt Fehler möglich und die Vorgaben reduzieren sich im Vergleich zur vorhergehenden Übung. Damit die Schüler differenziert und eigenverantwortlich arbeiten können, hängen an zwei Stellen im Klassenzimmer Lösungszettel zu der entsprechenden Übung. Somit hat der Schüler die Möglichkeit, sich selbst Hilfe zu verschaffen oder zu kontrollieren und sich auch während des Unterrichts etwas Bewegung zu verschaffen.

Auch diese von den Schülern bearbeiteten Sätze werden vorgelesen. Auf diesem Weg soll jedem Schüler innerhalb einer Stunde die Möglichkeit gegeben werden, sich in irgendeiner Form auf Englisch zu äußern.

Zum Schluss der Stunde war eigentlich ein Rollenspiel geplant, in dem sich die Schüler über part-time jobs austauschen. Jedoch erreicht man mit einem Rollenspiel nur eine sehr geringe Schülerbeteiligung und die Erfolge waren bisher in dieser Klasse mäßig. Die Schüler fühlten sich oft überfordert und haben Hemmungen sich vor der Klasse zu äußern. Gelegentlich finden deshalb Rollenspiele statt, in denen der Lehrer einen Kommunukationspartner stellt. Diese Methode funktioniert zwar gut und macht den Schülern Spaß, jedoch ist sie lehrerzentriert und beteiligt zu wenig Schüler. Deshalb wurde von einem Rollenspiel abgesehen und eine andere Methode vorgezogen:

Auf roten und blauen Papierstreifen stehen jeweils Frage und Antwortsätze, die schon während der zweiten schriftlichen Arbeitsphase in der Klasse verteilt werden. Aufgabe der Schüler ist es, die Sätze auswendigzulernen. Fühlt sich ein Schüler dazu nicht in der Lage, dürfen die Sätze auch vorgelesen werden. Ein Schüler beginnt nun, seinen blauen Fragesatz vorzulesen und ihn an der Tafel zu befestigen. Mit der Frage „Who has the right answer?“ übergibt er an den nächsten Schüler, der seinen roten Antwortsatz darunterheftet. In dieser Art wiederholt sich das Spiel mehrmals. Vorteilhaft ist, dass sich viele Schüler beteiligen lassen und die Schüler entsprechend ihrer Selbsteinschätzung agieren können: Ein leistungsstarker Schüler kann seinen Satz auswendig sagen, ein schwächerer kann ihn ablesen. Dazu kommt die motorische Komponente; Der Schüler muss aufstehen und seinen Streifen an der Tafel befestigen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Übung am Stundenende je nach verbleibender Zeit gestaltet werden kann: Wird die Übung aus Zeitgründen unterbrochen, so schadet dies nicht ihrer Qualität und sie bietet gleichzeitig eine Vorschau auf die nächste Stunde.

6 geplanter Stundenverlauf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

7 Tafelbild

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

8 Medien

- Tonträger mit Texten zum Buch „Let´s go 4“
- Arbeitsblatt „crossword“
- Folie zur Unit 4a „How about a part-time job“
- Tafelanschrieb und entsprechende Karten.
- Arbeitsblatt mit Übungen zu den -ing words.

9 Literatur

- Bildungsplan des Landes Baden Württemberg

[...]


1 Bildungsplan Klasse 8, Englisch / Grammatik

2 Bildungsplan Klasse 8, Englisch

7 von 8 Seiten

Details

Titel
Prüfungslehrprobe zur zweiten Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen - Englisch
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Veranstaltung
Prüfungslehrprobe zur zweiten Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen
Autor
Jahr
1998
Seiten
8
Katalognummer
V95830
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prüfungslehrprobe, Staatsprüfung, Lehramt, Grund-, Hauptschulen, Englisch, Pädagogische, Hochschule, Weingarten
Arbeit zitieren
Jens Weigand (Autor), 1998, Prüfungslehrprobe zur zweiten Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen - Englisch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95830

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