Drogenkonsum, -arbeit und -politik in Spanien und Deutschland - ein Vergleich


Seminararbeit, 1996

14 Seiten

Anonym


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Inhalt

- 1 Einleitung

- 2 Drogenkonsum in Spanien und Deutschland
Tabelle 1: Konsumenten "harter" Drogen in Europa
Tabelle 2: Rauschgifttote in Deutschland und Spanien
Tabelle 3: Alkoholkonsum in Spanien und Deutschland von 1955 - 19795
Tabelle 4: Allgemeiner Drogenkonsum in Spanien

- 3 Ursachen des Drogenkonsums
Tabelle 4: Motive für den Beginn des Drogenkonsums
Tabelle 5: Alter und Drogenkonsum
Tabelle 6:Erstkonsumenten harter Drogen in Deutschland- Altersstruktur

- 4 Präventionsmodelle und -arten

- 5 Zwei Drogenprojekte im Vergleich
5.1 Projecto Hombre als spanisches Drogenprojekt
5.1.1 Zielsetzung des Projektes
5.1.2 Centro de acogida (Aufnahmezentrum)
5.1.3 Comunidad terapéutica (Therapeutische Gemeinschaft)
5.1.4 Reinserción (Wiedereingliederung)
5.1.5 Zusammenfassung
5.2 Die Brücke als präventives Drogenprojekt
5.2.1 Das Beratungsangebot in der Brücke · 6 Schlußbemerkungen

- 7 Glossar

- 8 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Nachdem Spanien den in den 60er Jahren in der Ära Franco begonnenen Modernisierungsprozeß nach dessen Tod im Jahre 1975 konsequent in Richtung Demokratisierung und europäische Integration fortgesetzt hat, scheinen sich auch die gesellschaftlichen Problemfelder denen der anderen westlichen Industrieländer anzugleichen. Bei der Betrachtung der Situation der Jugendlichen in Spanien entsteht sogar der Eindruck, daß im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit und des Drogenkonsums das Land innerhalb der Europäischen Union einen traurigen Spitzenplatz einnimmt.

Das Problem des Drogenkonsums stellt daher sowohl in Deutschland als auch inzwischen in Spanien ein sehr ernstzunehmendes wie schwierig zu lösendes Problem dar. Dennoch gibt es in beiden Ländern sowohl Parallelen als auch Unterschiede bezüglich der Art und Verbreitung des Drogenkonsums, der Drogenpolitik und der Arbeit mit Drogenabhängigen.

Im Rahmen dieser Arbeit soll versucht werden, bestimmte Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen beiden Ländern herauszuarbeiten. EinenumfassendenVergleich zu erstellen ist dabei jedoch nicht möglich, da dies zum einen den Umfang der Arbeit sprengen, zum anderen an der fehlenden Verfügbarkeit exakter Daten scheitern würde.

Dennoch ist es sicherlich denkbar, anhand weniger ausgewählter Statistiken bestimmte Tendenzen in beiden Ländern herauszuarbeiten, die für die Behandlung des Drogenproblems von Bedeutung sind.

Nach der empirischen Annäherung an das Problem müßte der Versuch stehen, sich mittels eines wissenschaftlichen Instrumentariums dessen Ursachen zu nähern. Aufgrund der Komplexität des Drogenproblems tragen jedoch viele Faktoren auf die eine oder andere Weise zu dessen Entstehung bei, so daß es keine allumfassende Theorie diesbezüglich existiert. Nicht einmal innerhalb der Einzeldisziplinen wie der Soziologie, Pädagogik, Psychologie und Medizin lassen sich allgemein akzeptierte Konzepte ausmachen. So dienen die angestellten Überlegungen mehr einer Selbstvergewisserung über die Multikausalität des Problems denn einer systematischen Analyse desselben.

Bevor zum abschließenden Kapitel - der Vorstellung zweier konkreter Projekte in Spanien und Deutschland - fortgeschritten wird, werden kurz die verschiedenen Konzepte und Stufen der Prävention resümiert, um beide Programme in adäquater Weise einander zuordnen zu können. Bei der Auswahl der zu besprechenden Einrichtungen stand nicht deren unmittelbare Vergleichbarkeit im Vordergrund, sondern die Möglichkeit, beide vor Ort besuchen und kennenlernen zu können. Auch wenn so deren Zuordnung etwas willkürlich erscheint, lassen sich vielleicht dennoch anhand der beiden Projekte Unterschiede in der Behandlung des Problems in beiden Staaten aufzeigen.

2 Drogenkonsum in Spanien und Deutschland

Ohne auf eine exakte Statistik zurückgreifen zu müssen, läßt sich ein teilweise anderer Umgang mit Drogen in Spanien im Vergleich mit Deutschland relativ leicht beobachten. Was z.B. den Konsum von Haschisch in der Öffentlichkeit angeht, scheint es in Spanien kaum Skrupel zu geben, auch wenn in jüngster Zeit von seiten des Staates der Besitz von Cannabis stärker kontrolliert und geahndet wird. Charakteristisch für Spanien ist weiterhin der vermehrte Konsum sog. harter Drogen im Vergleich zu Mitteleuropa, wie aus der Tabelle 1 hervorgeht. Dabei fällt auf, daß in den südlichen Ländern wie Italien und Spanien die Anzahl der Konsumenten harter Drogen in Relation zur Bevölkerungszahl doppelt so hoch ist wie in Mittel- und Westeuropa. Dies wird mit dem höheren Anteil an Kokainkonsumenten begründet, letzteres wiederum mit der größeren Affinität der Mittelmeerländer zu Lateinamerika.[1]

Tabelle 1: Konsumenten "harter" Drogen in Europa[2] Click here for Picture

Als weiterer Indikator für das Ausmaß des Drogenkonsums werden häufig Statistiken über die Anzahl der Drogentoten innerhalb eines Jahres herangezogen. Bei der untenstehenden Tabelle wird zumindest deutlich, daß sowohl in Deutschland wie in Spanien Ende der 80er und zu Beginn der 90er Jahre ein starker Zuwachs dieser Ziffer zu verzeichnen war. Beim Gebrauch einer solchen Statistik ist jedoch darauf zu achten, daß unter Drogentoten lediglich die Konsumenten harter Drogen subsummiert werden, jedoch z.B. nicht die Todesfälle, die jährlich auf den Konsum von Tabak und Alkohol zurückzuführen sind. Ebenfalls stellt sich Frage, ob Heroinabhängige, die aufgrund einer AIDS-Infektion verstorben sind, ebenfalls unter eine solche Statistik fallen. Die Tatsache, daß bei gleicher Zählweiseinnerhalbder einzelnen Länder eine starke Zunahme erfolgt ist, wird auch dadurch erklärt, daß viele Langzeitkonsumenten inzwischen ein kritisches Alter erreicht haben, in dem sich Spät- bzw. Dauerschäden verstärkt bemerkbar machen und zum Tode führen.

Tabelle 2: Rauschgifttote in Deutschland und Spanien[3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In bezug auf den Alkoholkonsum nimmt Spanien inzwischen ebenfalls einen europäischen Spitzenplatz ein, es wird lediglich von Frankreich in dieser Beziehung übertroffen.[4]

Tabelle 3: Alkoholkonsum in Spanien und Deutschland von 1955 - 1979[5]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Tabakverbrauch ist ebenfalls überdurchschnittlich hoch in Spanien, da das Land die in den übrigen westliche Industriestaaten vorgenommene gesellschaftliche Ächtung des Rauchens noch nicht vollzogen hat.[6] Eine zusammenfassende Statistik des Drogenkonsums in Spanien zeigt, daß insbesondere der Alkohol- und Cannabiskonsum sehr weit verbreitet sind, auch wenn aus der Tabelle nicht hervorgeht, wie hoch der durchschnittliche Verbrauch der einzelnen Konsumenten anzusetzen wäre.

Tabelle 4: Allgemeiner Drogenkonsum in Spanien[7] Alkohol 1.900.000 - 2.300.000

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß der Drogenkonsum in seiner Höhe in Spanien sicherlich ein beträchtliches soziales Spannungsfeld darstellt, bei dem, neben gängigen Erklärungsmustern, u.U. spezifische Strukturen der spanischen Gesellschaft herangezogen werden müssen, um auch eine erfolgreiche Prävention auf allen drei Ebenen betreiben zu können.

3 Ursachen des Drogenkonsums

Ob ein Jugendlicher eine bestimmte Droge konsumiert, in welchem Maße dies geschieht und welche Konsequenzen es mit sich bringt, ist von den verschiedensten Faktoren abhängig und schwer zu generalisieren. Es gibt gesellschaftliche Einflüsse, die den Drogenkonsum begünstigen - wie z.B. Verfügbarkeit von Drogen und deren Akzeptanz -, andererseits verhindert die Illegalität einer Droge noch nicht deren Konsum, wenn auf seiten einer Person ein Bedarf danach besteht oder auch nur Neugier vorhanden ist. Am schwierigsten zu beantworten und ideologisch am meisten vorbelastet ist m.E. die Frage,warumein einzelner überhaupt Drogen konsumiert bzw. wie er damit zurechtkommt.

Laut einer Befragung von Teilnehmern eines Drogenprojektes über Motive für den Beginn des Drogenkonsums (siehe untenstehende Tabelle 5), sind Gründe wie Neugier, Gegen-den- Strom-schwimmen und Damit's-mir-gut-geht in gleicher Weise genannt worden.

Tabelle 4: Motive für den Beginn des Drogenkonsums[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Daraus folgt, daß ein und dasselbe Argument, wie z.B. Gegen-den-Strom-schwimmen, sowohlfürals auchgegenden Konsum einer Droge geltend gemacht werden kann, je nach dem, ob eine Droge fast von allen oder von niemandem benutzt wird. Nichtsdestotrotz ist auch in Spanien ein Zusammenhang zwischen dem sozialen Umfeld und dem Gebrauch bestimmter Drogen festzustellen, so daß in bestimmten Stadtteilen mit hoher Jugendarbeitslosigkeit die Anzahl der Drogenkonsumenten höher liegt als in anderen, und auch vergleichsweise andere Drogen konsumiert werden.[9]

Bei den Angaben der Gründe fällt ebenfalls auf, daß sie nicht über das unmittelbare Umfeld der Konsumenten hinausgehen. Das heißt, gesellschaftliche Bedingungen und übergreifende Zusammenhänge scheinen für den einzelnen keine direkte Ursache für den Drogenkonsum gewesen zu sein.

Unter der Voraussetzung, daß die Einnahme von Drogen in der Mehrzahl der Fälle dazu dient, eine positivere Gemütsverfassung hervorzurufen (Etwas-Besonderes-sein, Damit's-mir-gut- geht) gibt es sicherlich eine große Bandbreite an Umständen, die eine Stimmungsverbesserung bzw. Bewußtseinsveränderung wünschenswert erscheinen lassen.

Da andererseits i.a. offensichtlich ist, daß der Konsum von Drogen selbst kaum zur Lösung bestimmter Probleme beiträgt, sondern in der Regel zusätzliche hervorruft, scheinen bestimmte gesellschaftliche und soziokulturelle Konstellationen nicht unbeteiligt an der Entstehung einer Drogenkultur zu sein. Ein neuartiges Phänomen ist dabei auch die Tatsache, daß es seit den 60er Jahren nicht nur eine eigenejugendlicheDrogenkultur gibt, sondern diese sich auch in wesentlichen Elementen von der der Erwachsenen unterscheidet. Das Privileg der Erwachsenen auf Drogenkonsum hat sich umgekehrt, so daß die Konsumenten harter Drogen hauptsächlich Jugendliche sind. Daß sich die Jugendkultur von der erwachsenen unterscheidet, gilt demnach auch in bezug auf Drogen; und scheinbar wird eine typische Aufgabe des Jugendalters, das Herausfinden bzw. der Drang zum Überschreiten der eigenen Grenzen und traditionellen Verhaltensweisen auch in dieser Hinsicht wahrgenommen.

Die Modelle zur Erklärung des Drogenkonsums basieren daher häufig auf soziologischen Theorien, die die Bedeutung von Sub- bzw. Gegenkulturen beschreiben, so daß der Konsum von Drogen ein Element bestimmter Kulturen darstelle.[10] Da es ebenfalls nichtdieJugend gibt, variiert auch innerhalb der Jugendlichen selbst der Konsum von Drogen stark, so daß generelle Aussagen trotz u.U. adäquater Theorien schwer bleiben.

Daß Drogen zum unaufgebbaren Teil einer Jugendkultur gehören, scheint zwar in gewisser Weise bedenkenswert, problematisch wird der Konsum aus gesellschaftlicher und individueller Hinsicht vor allem dann, wenn er sich zu einer regelrechten Drogenkarriere weiterentwickelt. Aus Tabelle 5Alter und Drogenkonsumwird deutlich, daß die meisten der befragten Konsumenten - die später ein Drogenprojekt aufgesucht haben -, im Laufe der Jugendphase fast jede erhältliche Droge konsumiert haben.

Tabelle 5: Alter und Drogenkonsum[11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dies hatte in der Regel zu Folge, daß die Droge zum bestimmenden Lebensinhalt wurde, mit allen negativen sozialen, kriminologischen, physischen und psychischen Konsequenzen für die betreffende Person. Vergleicht man Tabelle 6Erstkonsumenten harter Drogenin Deutschland - Altersstrukturmit Tabelle 5, so wird deutlich, daß der Einstiegskonsum harter Drogen wie Heroin, Kokain und Methadon in Tabelle 5 zum größten Teil zwischen 16 und 20 Jahren liegt, in Tabelle 6 jedoch zu 90% zwischen 21 und 40 Jahren.

Tabelle 6: Erstkonsumenten harter Drogen in Deutschland- Altersstruktur[12]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Da Tabelle 5 nicht im selben Sinne repräsentativ ist wie Tabelle 6, kann daraus nicht der Schluß gezogen werden, daß in Spanien der Konsum harter Drogen früher einsetzt,[13] zumindest macht die Statistik deutlich, daß selbst relativ junge Menschen bereits die gesamte Bandbreite an Drogen durchlaufen haben. Die in der Tabelle versuchte Korrelation zwischen Schullaufbahnbeendigung (abandono de estudios) bzw. Eintritt ins Berufsleben (entrada en el mundo laboral) und Beginn des Drogenkonsums ist m.E. nicht dazu geeignet, um daraus Schlußfolgerungen ziehen zu können, höchstens inderWeise, daß auffallend viele der Befragten mit 14 bzw. 17 Jahren bereits die Schule verließen.

Die Frage nach den Ursachen des Drogenkonsums läßt sich m.E. nicht auf ein bestimmtes Modell reduzieren. Ebenso wie es unter jugendliche Autofahrern einige Raser gibt, unter jugendlichen Musikhörern Anhänger der Kelly-Family, entscheiden sehr individuelle Faktoren darüber, in welchem Grad der einzelne Drogen konsumieren wird. Dennoch steht i.a. hinter jedem Drogenprojekt ein bestimmtes Konsumenten- bzw. Menschenbild. So geht man z.B. inProyectoHombredavon aus, que no existen predisposiciones genéticas o constitucionales a la dependencia. El toxicodependiente es, efectivamente, una persona por lo general inmadura, con poca autoestima y escasa capacidad de tomar decisiones, que se siente incapaz frente a las dificultades de la vida, pero estas características dependen más bien de factores relacionadas con la edad, con la historia personal o el ambiente del sujeto.[14]

Andererseits scheint die Umwelt, insbesondere die Gesellschaft, solche schwachen Individuen zu produzieren:

En el rápido cambio cultural en proceso hoy en cada país, muchos hombres y mujeres, muchos jóvenes, pierden el sentido de su identidad y el sentido de la vida. Padecen el impacto de las transformaciones interiores de la sociedad a la cual pertenecen, de la emergencia de nuevas configuraciones de la familia, de la evolucion tecnológica que tiende a devaluar el rol y la continuidad individual, de la competencia incansable que exige éxitos, e impone la lógica del provecho a toda costa.

Los más débiles, creando falsas imágenes de sí mismos y buscando la evasión de la realidad, se refugian en comportamientos desviados y recurren a substitutos como la droga, el alcohol, los psicofármacos.[15]

Welche verschiedenen Präventionsmodelle sich aus solchen und anderen Konzepten ergeben, soll im folgenden erläutert werden.

4 Präventionsmodelle und -arten

Da Drogenkonsum ein multikausales Problem darstellt, gibt es auch verschiedene Ansätze, um präventiv dagegen vorzugehen. Nowlis unterscheidet dabei die folgenden vier Ebenen:[16]

1. Ethisch-juridisch: Nach diesem Modell soll der Gebrauch, Besitz, und HandelillegalerDrogen verschärft verfolgt und bestraft werden.
2. Medizinisch: Zum Zwecke der Prävention sollen Konsumenten von "Nichtinfizierten" isoliert werden, um eine Anstiftung zu verhindern. Ebenfalls wird an eine Art Impfung gedacht, natürlich im übertragenen Sinne durch Information, Erziehung etc.
3. Psychosozial: Da der Drogenkonsum ein komplexes menschliches Verhalten ist, das
gesellschaftliche und kulturelle Hintergründe hat, muß eine Prävention in Verbindung mit den Haltungen, Wertvorstellungen und dem Lebensstil des Individuums und der Gesellschaft stehen.
4. Soziokulturell: Um zu Erfolgen im Bereich der Drogenproblematik zu gelangen, müssen im soziokulturellen Bereich Änderungen eintreten.

Aus der Sicht der Pädagogik ist es jedoch oft nicht sinnvoll, darauf zu warten, daß Maßnahmen auf den obengenannten Ebenen ergriffen werden und Wirkung zeigen. Vielmehr sollte versucht werden, mit die Zunahme von Neukonsumenten zu verringern, Konsumierende zu betreuen und ehemalige Drogenkonsumenten wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Diese Maßnahmen entsprechen den drei Ebenen der Prävention.[17] Im Bereich der primären Prävention spielen Informationskampagnen und eine Förderung der persönlichen und sozialen Reife eine große Rolle, wobei letzteres natürlich ein allgemein pädagogisches Ziel ist. Informationsmaßnahmen können dabei speziell von Drogenprojekten und Drogenberatungsstellen wahrgenommen werden, jedoch spielen andere Erziehungsinstitutionen und die Medien ebenfalls diesbezüglich eine große Rolle.[18]

Zur sogenannten sekundären Prävention gehören sowohl niedrigschwellige Drogenprojekte ("Fixerstuben") als auch Krisenintervention und Orientierungshilfe.

Zur tertiären Prävention (Therapie) gehören therapeutische Projekte mit dem Ziel des Entzugs und der späteren Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

Die im folgenden Kapitel vorgestellten Projekte gehören jeweils zu verschiedenen Ebenen. Während dasProjecto Hombreals hochschwelliges Projekt eindeutig zum dritten Bereich gehört, zählt dieBrückein Verbindung mit demCaféBalancezum ersten bzw. zweiten. Von diesem Gesichtspunkt her betrachtet ist ein eigentlicher Vergleich der beiden Projekte kaum möglich, da beide einen verschiedenen Teil der Drogenproblematik abdecken.

5 Zwei Drogenprojekte im Vergleich

5.1 Projecto Hombre als spanisches Drogenprojekt

Leider liegen mir keine Angaben darüber vor, wieviele Projekte, Initiativen und therapeutische Einrichtungen sich in Spanien als Antwort auf die Drogenproblematik gebildet haben. Wie im Kap. 4 erwähnt wurde, können die Aufklärungs- und Informationskampagnen auch von Schulen, Medien etc. wahrgenommen werden. Ebenfalls kommen anderen pädagogischen Einrichtungen wie Stadtteilprojekten und Jugendzentren wichtige Aufgaben in diesem Bereich zu, ohne daß zu diesem Zwecke eigene Drogenberatungen ins Leben gerufen werden müßten. Dies um so eher, da Schulen und Jugendzentren in vielen Ballungsgebieten ohnehin vom Drogenproblem selbst mehr oder weniger betroffen sind. Anders sieht es mit der Betreuung von Menschen aus, die bereits drogenabhängig geworden sind und sich wieder in die Gesellschaft integrieren wollen. Auf Grund seiner biochemischen Implikationen stellt der Drogenentzug eine besondere Herausforderung an den Entziehungswilligen und sein Umfeld dar. Dieser Problematik stand man in Spanien zu Beginn der 80er Jahre noch hilflos gegenüber, so daß auf Erfahrungen in Ländern, die schon länger von diesem Phänomen betroffen waren, zurückgegriffen wurde.

Aus einer solchen Konstellation entstand im Jahre 1986 die Initiative zur Gründung eines therapeutischen Projektes in Vitoria/Baskenland, wobei man sich an einem italienischen Vorbild in Rom orientierte. Inzwischen existieren derartige Einrichtungen in ganz Spanien[19] und haben einen gewissen Modellcharakter übernommen.

5.1.1 Zielsetzung des Projektes

Das Projekt bezeichnet sich selbst alsPrograma terapéutico-educativo para la rehabilitación de toxicómanos, demnach als Projekt zur Wiedereingliederung Drogenabhängiger in die Gesellschaft. Als Voraussetzung zum Einstieg in das Programm gilt ein erfolgter Drogenentzug, so daßProjecto Hombreein hochschwelliges Projekt darstellt. Wie in Kap. 3 erwähnt wurde, geht das Projekt in seiner Grundüberzeugung davon aus, daß vor allem psychisch labile Menschen - >>los más débiles<<[20] -, zu den Opfern der Drogenproblematik werden. Aus diesem Grund muß eine Stärkung der Persönlichkeit, wie sie z.B. in einer höheren Konfliktfähigkeit und Selbstdisziplin zum Ausdruck kommt, Mittelpunkt einer erfolgreichen Therapie sein. Hinzu kommt die Unterstützung bei der Integration in den Arbeitsmarkt und der Suche nach eigenem Wohnraum.

Angesichts der Tatsache, daß eine Wiedereingliederung ehemaliger Drogenabhängiger ein mitunter langwieriger, verschiedene Stufen umfassender Prozeß ist, bestehtProjecto Hombreaus drei Ebenen, in denen spezifische Aspekte im Vordergrund stehen.

5.1.2 Centro de acogida (Aufnahmezentrum)

Nach Auffassung desProjecto Hombrebefindet sich ein potentieller Klient zu Beginn der Therapie in folgender Verfassung:

El primer contacto con el toxicodependiente se hace en la Acogida donde el joven llega, voluntariamente o empujado por la familia, a pedir ayuda. Trae consigo la carga dramática de sus problemas: conflictos irresueltos, desilusiones amorosas, etc. Probablemente está excéptico y desconfiado: ha intentado otras veces, con poco éxito, "dejar" y ahora teme un juicio moral o un acercamiento paternalista. A veces piensa concederse una tregua de desintoxicación, sin afrontar la pregunta del por qué se encuentra en esa situación.[21]

In dieser Phase geht es um die Aufarbeitung der Vergangenheit, dem Erlernen neuer Kommunikationsstrukturen und Konfliktbewältigungsstrategien. Im Mittelpunkt steht zu diesem Zweck der persönliche, emotional positiv geprägte Kontakt mit dem Betreuer (operador) und den anderen Gruppenmitgliedern. Dabei wird schon deutlich, daßProjecto Hombreein im wesentlichen auf die Dynamik einer Gruppe basierendes Programm ist. Die Gruppe soll dem einzelnen Klienten Halt geben, ihn im Laufe seines Selbsterkenntnis- und Reifeprozesses unterstützen und kritisch hinterfragen, ihn zu Eigeninitiative ermutigen und begleiten. Weiterhin gilt es, die Familie mit in den Rehabilitationsprozeß einzubeziehen, soweit dies diesem nicht gänzlich abträglich wäre. Die erste Phase dient damit im wesentlichen zur Vorbereitung auf die zweite Etappe, die im Folgenden beschrieben wird, andererseits läßt sich damit auch die Wartezeit auf einen "eigentlichen" Therapieplatz sinnvoll überbrücken.

5.1.3 Comunidad terapéutica (Therapeutische Gemeinschaft)

Der Eintritt in dieComunidad Terapéuticastellt bereits hohe Anforderungen an die Selbstdisziplin des Klienten. Es wird erwartet, während der Eintrittsphase sämtliche Kontakte zur Außenwelt abzubrechen und sich ganz in die therapeutische Gemeinschaft einzugliedern, d.h. die geltenden Regeln zu akzeptieren, die gemeinsamen Aufgaben wahrzunehmen und sich in den Gesprächsgruppen zu öffnen. Die Beziehung zur Gruppe und zum Betreuer sind daher von äußerster Wichtigkeit:

(...) le piden la demostración de su empeño a comprometerse totalmente en la estructura comunicativa, donde el individuo colabora en un esfuerzo colectivo que exige la máxima aportación de cada uno.[22]

Innerhalb der Gruppe wird der einzelne mit seinem Verhalten konfrontiert, das er zu verantworten und zu verteidigen hat. Des weiteren werden in derComunidad Terapéutica gemeinsame Aufgaben wie Kochen, Spülen, Putzen, Instandhaltung etc. wahrgenommen; ebenfalls werden gemeinsame Freizeitaktivitäten organisiert. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in derComunidad Terapéuticabeträgt neun Monate,[23] so daß der Aufenthalt ein wichtiger Schritt im Rahmen der Therapie hin zu einer Selbständigkeit in der Gesellschaft darstellt. Die Betreuung durch das Projekt erstreckt sich jedoch noch auf eine weitere Phase, die sog.Reinserción.

5.1.4 Reinserción (Wiedereingliederung)

Innerhalb der Gesamtkonzeptes desProjecto Hombrehat die dritte Etappe folgende Aufgabe:

La Reinserción no es una verificación de los resultados alcanzados, sino, más bien, una continuación del crecimiento en condiciones de menor protección y de mayor contacto con el exterior.[24]

Durch eine solche Art von "betreutem Wohnen" wird der einzelne behutsamer auf ein autonomes Leben vorbereite. Er soll in die Lage versetzt werden, stabile soziale Beziehungen mit seinem neuen Selbstkonzept und -bewußtsein aufzubauen. Ebenfalls wird ihm die Möglichkeit gegeben, als Gruppenleiter in derAcogidaseine Therapieerfahreungen weiterzugeben.

5.1.5 Zusammenfassung

Wie aus den obigen Ausführungen hervorgeht, setztProyecto Hombreeine Multikausalität des Drogenproblems voraus. In einer modernen, durch zunehmende Selbstorientierung und Anonymität geprägten Gesellschaft seien viele Jugendliche überfordert und flüchteten mit Hilfe der Drogen aus der Realität. Diesen lebensuntauglichen Jugendlichen müsse aus christlicher Nächstenliebe und gesellschaftlicher Verantwortung geholfen und ein Ausweg aus der Drogenfalle angeboten werden. Als relativ erfolgreiches Konzept hat sich dabei eine stark gruppenorientierte Therapie zur Stärkung deren Persönlichkeitsstruktur erwiesen, durch die der Jugendliche auf eine neues, selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft vorbereitet werden sollen. Da mir keine Daten über die Zahl der Rückfälle bekannt sind, kann an dieser Stelle keine Aussage über die Erfolgsquote des Programmes gemacht werden. Ob der durch die enge Gemeinschaftsbindung hervorgerufene Effekt bei einer individuellen Lebensführung weiterbesteht, kann sicherlich bei keinem Fall garantiert werden.

Aus dem therapeutischen Konzept an sich lassen sich m.E. nur schwer Präventionsmaßnahmen ableiten, die durch ein pädagogisches Projekt zu realisieren wären. Lebenskrisen lassen sich kaum vermeiden, und die individuelle Disposition, diese mittels Drogen zu lösen, ist Ergebnis eines jahrelangen Sozialisations- und Erziehungsprozesses. Daß es dennoch sinnvoll sein kann, auf dieser Ebene präventiv zu arbeiten, soll anhand der Beschreibung der DrogenberatungsstelleBrückein Mainz erläutert werden.

5.2 Die Brücke als präventives Drogenprojekt

Getreu der Devise "Vorbeugen ist besser als Heilen" muß aus der Sicht erziehungsrelevanter Institutionen ein Interesse daran bestehen, die Anzahl der Neukonsumenten bestimmter Drogen möglichst gering zu halten. Dies gilt besonders für solche Drogen, die schon bei geringem Konsum schwere gesundheitliche Schäden verursachen oder zu körperlicher Abhängigkeit führen können. Eine Möglichkeit zur Erreichung diese Zieles besteht z.B. darin, Jugendliche über die Folgen eines Drogenkonsums aufzuklären und über die Wirkungen der verschiedenen Stoffe zu informieren. Ob diese Aufgabe von einer Drogenberatungsstelle wahrgenommen werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben der Frage des Bedarfes stellt sich sicherlich das Problem der Finanzierbarkeit einer solchen Einrichtung. In Mainz, einer Stadt mit immerhin 186.000 Einwohnern, einer Universität, mehreren Fachhochschulen und einer Vielzahl allgemeinbildender und berufsbildender Schulen[25] besteht gewiß ein ausreichender Bedarf nach einem Team gut ausgebildeter Fachkräfte, um den spezifischen Problemen Jugendlicher gerecht werden zu können.

5.2.1 Das Beratungsangebot in der Brücke

DieBrückekann versteht sich selbst nicht als reine Drogenberatungsstelle. Dies würde auch bedeuten, daß Jugendlichen erst dann ein beratungswürdiges Problem zugesprochen würde, wenn sie Drogen konsumierten. Vielmehr muß das Interesse eines pädagogischen Projektes auch darin bestehen, Jugendliche auch in Problemsituationen anzusprechen, dievoreinem Drogenkonsum oder einer anderen Sucht stehen. Aus diesem Grund bezeichnet sich die Brücke als JugendberatungundDrogenberatung. Das 14-köpfige Team von Sozialpädagogen, Sozialarbeitern, Pädagogen und Psychologen bietet daher:[26]

- Unterstützung bei Schwierigkeiten mit Eltern, Freunden, Freizeit, Sexualität, Lehrern, Schule, Geld, Arbeit...
- Hilfe bei Problemen mit Alkohol. Haschisch, Heroin, Kokain, Speed, Medikamenten...
- Hilfe bei anderen Abhängigkeitsformen wie Eßstörungen und Spielsucht...
- Information und Beratung für Betroffene, Eltern, Partner, Freunde...
- Begleitung sowie ambulante Beratung
- Streetwork
- HIV/AIDS-Beratung
- Beratung und Betreuung in Gefängnissen, Psychiatrien und anderen Einrichtungen, in denen sich Abhängige aufhalten
- Vermittlung in therapeutische Einrichtungen und Nachbetreuung
- eine Nachsorge-Wohngruppe für Abhängige
- Vermittlung in und Zusammenarbeit mit Selbsthilfegrupppen
- Info-Veranstaltungen für Schüler, Auszubildende und Jugendgruppen
- Beratung und Unterstützung bei Veranstaltungen zur Suchtprävention
- Hilfestellung für Leute, die mit Jugendlichen zu tun haben, wie z.B. Lehrer, Erzieher, Eltern, Ärzte... Aus dem aufgeführten Angebot geht hervor, daß sowohl im individuellen Beratungsgespräch wie auch in größeren Informationsveranstaltungen eine Möglichkeit zur Drogenprävention gesehen wird, andererseits ein beträchtlicher Teil der Aktivitäten sich auf die Betreuung und Unterstützung von Drogenkonsumenten beziehen. Das Angebot wird ergänzt durch den Betrieb desCaféBalance, wo insbesondere Heroinabhängigen nach dem Vorbild der Frankfurter "Fixerstuben" eine Aufenthaltsmöglichkeit und niedrigschwellige Betreuung geboten wird. Ebenfalls besitzt dieBrückeeine kleine Bibliothek mit Literatur zum Thema Sucht und Drogen. Auch wenn das Angebot dieser Beratungsstelle sehr umfassend ist, setzt es bei einer Inanspruchnahme von seiten eines Jugendlichen immer das Bewußtsein voraus, ein Problemfall zu sein, der auf eine solche Hilfe angewiesen ist. Die Hemmschwelle eines Jugendlichen, in einen offenen Jugendtreff zu gehen und dort den Kontakt mit einem Sozialarbeiter zu suchen, ist daher sicherlich geringer. Andererseits kann er bei einem derartigen spezialisierten Angebot sicher gehen, dort kompetente Hilfe zu finden.

6 Schlußbemerkungen

Auch wenn beide Projekte, wie zu Beginn erwähnt, nicht miteinander "vergleichbar" sind, sind sie m.E. doch repräsentativ für die verschiedenen Schwerpunkte im Bereich der Drogenarbeit in Spanien und Deutschland. WährendProyecto Hombregeradezu alsdas Drogenprojekt Spaniens gelten kann und es weniger reine Beratungsstellen gibt, steht in Deutschland eher die Diskussion um die Verabreichung von Drogenersatzstoffen, die Weiterführung von "Fixerstuben" und die Wirksamkeit öffentlicher Drogenkampagnen im Mittelpunkt der Diskussion. Dabei geht es weniger um die Frage,daßder Staat aktiv wird in der Bekämpfung des Drogenproblems, sondern auf welche Weise er dies am wirksamsten tut. In Spanien sind dagegen noch vermehrt private Initiativen wirksam, die den Staat auch in dessen Pflicht nehmen möchten. Weiterhin ist noch anzumerken, daß sich in beiden Ländern Wandlungen innerhalb der Drogenszene vollziehen, in der Weise, daß verstärkt synthetische Drogen konsumiert werden und das Einstiegsalter der Konsumenten weiter am Sinken begriffen ist. Es werden daher sicherlich andere Konsumentenprofile entstehen, auf die mit neuen Konzepten eingegangen werden muß. Von Goethes Feststellung "Jugend ist Trunkenheit ohne Wein" bis zur heutigen Überzeugung "Altsein ist Techno ohne Extasy" hat sich ein Wandel vollzogen, der kaum ohne weiteres rückgängig gemacht werden kann. Aber da die Büchse der Pandora nun einmal geöffnet ist und die Herstellung der verschiedensten Substanzen ebenso bekannt ist wie früher das Bierbrauen, bleibt der Gesellschaft keine andere Wahl als einen akzeptablenmodus vivendimit den Drogen zu finden.

7 Glossar

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

8 Literatur</averzeichnis

CANO Leonor; BERJANO Enrique:Educación y drogas en la Comunidad Valenciana. Valencia 1986

CONFEDERACIóN DE PROGRAMAS TERAPéUTICOS:Proyecto Hombre contra la droga3. Madrid 1989

COMAS ARNAU, Domingo:Los jóvenes y el uso de las drogas en la España de los años 90. Madrid 1994 Documentación Social. Revista de Estudios Sociales y de Sociología Aplicada 58(EneroMarzo 1985) Madrid

ERHARDT, Elmar; LEINEWEBER, Heinz (Hrsg.): Drogen und Kriminalität. Beiträge, Forschungsberichte und Materialien aus dem Kriminalistischen Institut. Wiesbaden 1993

PROYECTO HOMBRE:Memoria 1991. Alava

RAUSCH, Christian:Drogenarbeit und Drogenpolitik in Europa. Berlin 1991 STADT MAINZ:Zahlen, Daten Fakten. Mainz 1994

14 von 14 Seiten

Details

Titel
Drogenkonsum, -arbeit und -politik in Spanien und Deutschland - ein Vergleich
Veranstaltung
Mittelseminar: Das Bildungs- und Sozialwesen in Spanien
Jahr
1996
Seiten
14
Katalognummer
V95850
Dateigröße
367 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Darstellungsfehler bei Tabellen und Abbildungen.
Schlagworte
Drogenkonsum, Spanien, Deutschland, Vergleich, Mittelseminar, Bildungs-, Sozialwesen, Spanien
Arbeit zitieren
Anonym, 1996, Drogenkonsum, -arbeit und -politik in Spanien und Deutschland - ein Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95850

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