Ab 2014 soll im Fremdsprachenunterricht eine Klassenarbeit pro Halbjahr durch eine mündliche Prüfung ersetzt werden. Doch wo genau erlangt sie ihre Legitimierung? Wo liegen ihre Chancen und wo ihre Herausforderungen? Nachdem diese Fragen zunächst allgemein geklärt werden, gilt es eine mündliche Prüfung für das erste Lernjahr exemplarisch auf ihre Vor- und Nachteile zu untersuchen.
Die Leistungsüberprüfung findet mittels schriftlicher Klassenarbeiten statt, obwohl mündliche Ausdrucksfähigkeit und Kommunikationsverhalten des Schülers/der Schülerin in dieser Prüfungsform nicht beachtet werden. Doch in den letzten Jahren, nicht zuletzt durch die Etablierung des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens (GeR), erfährt die kommunikative Kompetenz im Französischunterricht einen Aufschwung, der sich auch in einer neuen Prüfungskultur wiederfindet – in der mündlichen Prüfung. In einigen Bundesländern bereits verpflichtend, ist diese neue Prüfungsform in Nordrhein-Westfalen noch freiwillig.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Legitimierung der mündlichen Prüfung
3 Chancen der mündlichen Prüfung
4 Herausforderungen der mündlichen Prüfung
5 Aufgabenbeispiel für eine mündliche Prüfung im ersten Lernjahr
6 Fazit
7 Bibliographie
8 Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einführung mündlicher Prüfungen als Ersatz für schriftliche Klassenarbeiten im Französischunterricht, analysiert deren theoretische Legitimierung sowie die damit verbundenen didaktischen Chancen und Herausforderungen für Lehrkräfte und Lernende.
- Legitimierung mündlicher Prüfungsformate durch den GeR und Bildungsstandards
- Positive Effekte auf die Motivation und Sprechkompetenz der Lernenden
- Herausforderungen in der Bewertung und Durchführung für Lehrkräfte
- Konkrete Umsetzungsbeispiele für das erste Lernjahr
- Bedeutung der Prüfungskultur im modernen Fremdsprachenunterricht
Auszug aus dem Buch
3 Chancen der mündlichen Prüfung
Wie das vorangegangene Kapitel gezeigt hat, werden schon sehr bald schriftliche Klassenarbeiten teilweise durch mündliche Prüfungen ersetzt. Für viele Lehrkräfte eine sehr große Umstellung, da der Französischunterricht häufig die kommunikativen Kompetenzen im Bereich der Mündlichkeit stark vernachlässigt. Doch dass eine mündliche Prüfung vielfältige Chancen für Lehrkräfte und Schüler birgt, soll im Folgenden aufgezeigt werden.
In den schriftlichen Klassenarbeiten werden nur sprachliche Kompetenzen abgeprüft, doch „[w]er eine Sprache erlernt, der will sie sprechen.“ Die Möglichkeit dazu wird den SuS in den authentischen Kommunikationssituationen einer mündlichen Prüfung gegeben. Sie erkennen den hohen Anwendungsbezug der neu erlernten Fremdsprache und haben so eine höhere Motivation, die Sprache richtig sprechen zu lernen.
Ein weiterer positiver Effekt, der herauszuheben ist, ist der der Fehlerkorrektur. Natürlich kommt es in einer mündlichen Prüfung im Gegensatz zu einer schriftlichen Arbeit auf die richtige Aussprache und Intonation an. Diese sprachlichen Kompetenzen sind enorm wichtig für die SuS, da ihr Beherrschen darüber entscheidet, ob eine Kommunikation erfolgreich ist oder nicht. Die typischen Fehlerquellen des Schriftsprachlichen haben im Mündlichen weniger Gewicht, da die SuS ihre orthographischen Kenntnisse nicht unter Beweis stellen müssen. Zudem fallen auch grammatikalische Phänomene, die in schriftlichen Klassenarbeiten überprüft werden, im Mündlichen weniger zur Last. Eine Chance für die SuS, besonders im Anfangsunterricht, da die französische Rechtschreibung und Grammatik eine große Fehlerquelle darstellen. Zudem hat der Prüfer nicht die Zeit, auf alle sprachlichen Verstöße zu achten, da er in der mündlichen Prüfung auf sehr viele andere Aspekte achten muss. Die mündliche Prüfung birgt demnach besonders Vorteile für diejenigen SuS, die Probleme mit der Schreibung des Französischen haben, im Mündlichen aber bessere Leistungen erbringen. So erfahren sie größere Erfolgserlebnisse, was besonders im Anfangsunterricht von Bedeutung ist, damit die Anfangsmotivation erhalten bleibt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Stellenwert der Sprechfertigkeit im Französischunterricht und stellt die Relevanz der mündlichen Prüfung als alternative Prüfungsform zur Diskussion.
2 Legitimierung der mündlichen Prüfung: Dieses Kapitel erläutert die fachdidaktische Begründung der Mündlichkeit, gestützt auf den Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen und nationale Bildungsstandards.
3 Chancen der mündlichen Prüfung: Hier werden die motivationalen Vorteile und die Entlastung von orthographischen Fehlern bei den Lernenden sowie die adaptive Prüfungsführung hervorgehoben.
4 Herausforderungen der mündlichen Prüfung: Der Abschnitt diskutiert die Schwierigkeiten bei der Beurteilung, die situativen Anforderungen an Lehrkräfte und die Notwendigkeit, Mündlichkeit systematisch im Unterricht zu trainieren.
5 Aufgabenbeispiel für eine mündliche Prüfung im ersten Lernjahr: Anhand eines konkreten Beispiels wird gezeigt, wie bereits im Anfangsunterricht die Klassenarbeit durch eine mündliche Kommunikationsprüfung ersetzt werden kann.
6 Fazit: Das Fazit resümiert, dass mündliche Prüfungen trotz hoher Anforderungen an die Lehrenden einen notwendigen Schritt hin zu einem modernen, kommunikativen Fremdsprachenunterricht darstellen.
7 Bibliographie: Das Verzeichnis listet die verwendete Fachliteratur und Internetquellen auf.
8 Anhang: Der Anhang enthält ergänzende Informationen zu den im Text erwähnten Rollenkarten und Prüfungsmaterialien.
Schlüsselwörter
Mündliche Prüfung, Französischunterricht, Fremdsprachenerwerb, Kommunikative Kompetenz, Leistungsüberprüfung, GeR, Sprechfertigkeit, Anfangsunterricht, Prüfungskultur, Didaktik, Fehlerkorrektur, Prüfungsanforderungen, Lernmotivation, Authentizität, Schulpraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit primär?
Die Arbeit thematisiert den Wandel in der Prüfungslandschaft des Französischunterrichts, speziell den Ersatz schriftlicher Klassenarbeiten durch mündliche Prüfungsformate.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die didaktische Legitimation, die Lernchancen für Schüler, die praktischen Herausforderungen für Lehrkräfte sowie konkrete Umsetzungsbeispiele für den Anfangsunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Vor- und Nachteile der neuen Prüfungsform abzuwägen und aufzuzeigen, wie sie erfolgreich in den Schulalltag integriert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit fachdidaktischer Literatur, dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen und bestehenden Curricula bzw. Prüfungsordnungen.
Was sind die Kerninhalte des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung, die Analyse der Chancen (Motivation, Fehlerkultur) sowie die kritische Betrachtung der Herausforderungen (Bewertungskriterien, Vorbereitungsaufwand).
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Kommunikative Kompetenz, Sprechfertigkeit, authentische Prüfungssituationen und die Förderung der mündlichen Ausdrucksfähigkeit sind die zentralen Begriffe.
Warum wird gerade der Anfangsunterricht als Beispiel gewählt?
Der Anfangsunterricht ist entscheidend für die Motivationsbildung; hier wird durch die mündliche Prüfung die kommunikative Ausrichtung des Faches von Beginn an verdeutlicht.
Welche besondere Rolle spielt die Lehrkraft bei dieser Prüfungsform?
Die Lehrkraft ist deutlich stärker gefordert, da sie während der Prüfung situativ entscheiden, den Schwierigkeitsgrad anpassen und Beziehungsbotschaften steuern muss.
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- Anonym (Author), 2013, Mündliche Prüfung statt Klassenarbeit. Chancen und Herausforderungen einer neuen Prüfungsform, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/958650