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Staatsbürgerschaft im Spannungsfeld der Entgrenzung

Die Ausgestaltung des identitären Bezugsrahmens zur EU zwischen Wirtschaftsbündnis, Wertegemeinschaft oder politischer Union?

Title: Staatsbürgerschaft im Spannungsfeld der Entgrenzung

Term Paper , 2018 , 40 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Samuel Kohnle (Author)

Social Studies (General)
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In der Forschungsarbeit geht es um die Konzepte Staatsbürgerschaft und Identität, die durch das Phänomen der Entgrenzung zunehmend unter Druck geraten und herausgefordert werden. Dabei ist Staatsbürgerschaft und Entgrenzung ein sehr gegensätzliches Begriffspaar, welches sich durch ein beständiges Spannungsverhältnis auszeichnet.

Staatsbürgerschaft kann als ein historisch gewachsenes Konzept angesehen werden, dessen Genese mit dem Aufkommen des modernen Nationalstaats einherging. Analog dazu entwickelte sich das herkömmliche Verständnis kollektiver Identität. Das Phänomen der Entgrenzung hingegen ist deutlich jünger und konstituiert sich durch mehrere jüngere Entwicklungen, als da wären Transnationalisierung, Globalisierung und Europäisierung. Dabei wird in der praktischen Umsetzung des Forschungsvorhabens insbesondere auf Letztere eingegangen, da die Rückwirkungen der Europäisierung insbesondere bei der jüngeren Generation Deutschlands eine gewichtige Rolle spielt und deren Sozialisation außerdem nachhaltig geprägt hat.

An dieser Stelle setzt das Erkenntnisinteresse der Forschung an, dabei interessiert in erster Linie das Vorhandensein der europäischen Identität, sowie deren Ausprägung. Dass neben der unbestreitbar vorhandenen nationalen Identität, eine europäischen Parallelidentität im Begriff ist sich zu entwickeln, scheint ebenfalls gesichert. Allerdings besteht Uneinigkeit über die Gestaltung derselben sowie ihrer jeweiligen Art der Ausprägung. In der Forschungsarbeit soll zwischen mehreren möglichen Ausprägungsarten unterschieden werden, um dem diffus vorhandenen europäischen Identitätskonzept etwas mehr Kontur zu verleihen. Anfangs soll zuerst das Bestehen einer europäischen Identität festgestellt werden, um daraufhin eine Tendenz des identitären Bezugsrahmens innerhalb dreier Ausgestaltungsformen herauszuarbeiten. Dabei soll unterschieden werden zwischen Wirtschaftsbündnis, Wertegemeinschaft und politischem Bündnis. Dies soll im Fokus der vorliegenden Forschungsarbeit stehen, erfragt durch Erfahrungen und Beweggründe jüngerer deutscher Erwachsener, die den identitären Bezugsrahmen zur Europäischen Union beeinflussen und bestimmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Relevanz des vorliegenden Themas

3. Forschungsstand

3.1 Erkenntnisinteresse

4. Theoretischer Teil

4.1 Staatsbürgerschaft und Identität

4.2 Das Konzept der Europäischen Identität

4.3 Ausgestaltungsformen des identitären Bezugsrahmens zur EU

4.3.1 Die Europäische Union als Wirtschaftsbündnis

4.3.2 EU als politische Union

4.3.3. EU als Wertegemeinschaft

5. Darstellung aus forschungsmethodischer Sicht

5.1 Stichprobenauswahl

5.2 Datenaufbereitung

5.3 Auswertung der Daten

5.4 Einzelfallanalysen

6. Auswertung

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Forschungsarbeit untersucht die Ausgestaltung des identitären Bezugsrahmens junger deutscher Staatsbürger zur Europäischen Union. Das primäre Ziel ist es, unter Anwendung qualitativer Methoden zu analysieren, ob und wie die EU von dieser Zielgruppe zwischen den Polen Wirtschaftsbündnis, Wertegemeinschaft und politischer Union wahrgenommen und identitär verankert wird.

  • Interaktion zwischen nationaler Identität und europäischer Parallelidentität
  • Die EU als Wirtschaftsbündnis und Wohlstandsgarant
  • Wahrnehmung der Europäischen Union als Wertegemeinschaft
  • Herausforderungen der politischen Integration und Demokratiedefizite
  • Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf die Identifikation mit Europa

Auszug aus dem Buch

4.3.1 Die Europäische Union als Wirtschaftsbündnis

„Die französische Regierung schlägt vor, die Gesamtheit der französisch-deutschen Kohle- und Stahlproduktion einer gemeinsamen Hohen Behörde zu unterstellen, in einer Organisation, die den anderen europäischen Ländern zum Beitritt offensteht. [...]“

Mit diesen Worten legte der französische Außenminister, fünf Jahre nach Ende des verheerenden zweiten Weltkriegs, den Grundstein für den Weg einer europäischen Integration. Bereits ein Jahr später erfolgte die Gründung der EGKS, der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, der neben Deutschland und Frankreich außerdem die Niederlande, Luxemburg, Italien und Belgien beitraten. Weitaus bekannter dürfte die EGKS jedoch unter der Bezeichnung „Montanunion“ sein. Von besonderer Bedeutung war in diesem Zusammenhang natürlich auch die außerordentliche Symbolkraft, die mit der Gründung einherging. „Das historisch verwurzelte Misstrauen zwischen den beiden Ländern hat ihre Regierungen dazu bewogen, einem partiellen Transfer von Souveränität an eine internationale Organisation zuzustimmen.“ (Karolewski 2007: 18) Dies war der Beginn einer bis heute andauernden „special relationship“ zwischen Frankreich und Deutschland. Interessanterweise ging mit der Gründung des Wirtschaftsbündnisses auch die Einleitung des Phänomens der Entgrenzung einher. So wurde im Bereich der Kohle- und Stahlindustrie eine erste supranationale Organisation, die sogenannte „Hohe Behörde“, eingerichtet, die von den sechs Mitgliedsländern Zuständigkeiten aus dem Bereich der Montanindustrie erhielt. Diese erste supranationale Vereinigung war eine Vorläuferorganisation der heutigen Europäischen Kommission.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Spannungsverhältnisses zwischen Staatsbürgerschaft und Entgrenzung ein und legt das Erkenntnisinteresse an der europäischen Identität fest.

2. Relevanz des vorliegenden Themas: Das Kapitel beleuchtet die aktuelle Bedeutung der Staatsbürgerschaft im Kontext der Globalisierung und illustriert anhand politischer Krisen die Fragilität europäischer Errungenschaften.

3. Forschungsstand: Hier wird der theoretische Kontext junger EU-Forschung dargelegt, wobei der Fokus auf existierenden Identitätsstudien und dem Erkenntnisinteresse dieser Arbeit liegt.

4. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel liefert das theoretische Fundament zu den Begriffen Staatsbürgerschaft, Identität sowie den drei Ausgestaltungsformen der EU.

5. Darstellung aus forschungsmethodischer Sicht: Beschreibung des qualitativen methodischen Vorgehens mittels Leitfadeninterviews, der Stichprobenauswahl und der anschließenden Datenaufbereitung.

6. Auswertung: Die Auswertung analysiert die empirischen Ergebnisse der Interviews im Abgleich mit den aufgestellten Hypothesen zu Wirtschaftsbündnis, Wertegemeinschaft und politischer Union.

7. Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse, die eine Dominanz ökonomischer Identifikationsaspekte bei gleichzeitig kritischer politischer Haltung gegenüber der EU aufzeigen.

Schlüsselwörter

Staatsbürgerschaft, Identität, Europäische Union, Entgrenzung, Wirtschaftsbündnis, Wertegemeinschaft, Politische Union, Leitfadeninterviews, Qualitative Sozialforschung, Europäische Identität, Demokratiedefizit, Wohlstand, Integration, Identitätskonstrukte, Politische Partizipation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie junge deutsche Staatsbürger ihre Identität zur Europäischen Union wahrnehmen und in welchem Spannungsfeld zwischen ökonomischen, politischen und wertorientierten Aspekten diese Identität steht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themenfelder umfassen die Konzepte der Staatsbürgerschaft und Identität im Zuge der Europäisierung, die Wahrnehmung der EU als Wirtschaftsbündnis sowie die Rolle von Werten und politischer Integration.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die Ausgestaltung des diffusen europäischen Identitätsbezugs durch eine qualitative Analyse konkreter Ausprägungsformen (Wirtschaft, Politik, Werte) näher zu konturieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine qualitative Methode der Sozialforschung in Form von Leitfadeninterviews mit einer spezifisch ausgewählten Stichprobe junger Akademiker.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Definition der Identitätsformen und einen empirischen Teil, in dem die Hypothesen anhand der durchgeführten Experten- oder Leitfadeninterviews ausgewertet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind europäische Identität, Wirtschaftsbündnis, Entgrenzung, Politische Union und die Wahrnehmung der EU durch die jüngere Generation.

Warum wird die EU primär als Wirtschaftsbündnis wahrgenommen?

Die Ergebnisse zeigen, dass ökonomische Vorteile wie der Binnenmarkt und Wohlstandssicherung für die Befragten am stärksten präsent sind, während politische und wertorientierte Bindungen in den Hintergrund treten.

Wie bewerten die Teilnehmer die politische Handlungsfähigkeit der EU?

Die Befragten stehen der EU in politischen Fragen überwiegend kritisch gegenüber, bemängeln ein Demokratiedefizit sowie mangelnde Durchsetzungskraft und assoziieren die EU oft mit überbordender Bürokratie.

Welche Rolle spielen immaterielle Werte für die Befragten?

Immaterielle Werte wie Frieden und Sicherheit werden zwar als positiv anerkannt, gelten jedoch bei der jüngeren Generation aufgrund der historischen Distanz als selbstverständliche Grundvoraussetzung, weshalb sie identitär weniger stark binden als materieller Wohlstand.

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Details

Title
Staatsbürgerschaft im Spannungsfeld der Entgrenzung
Subtitle
Die Ausgestaltung des identitären Bezugsrahmens zur EU zwischen Wirtschaftsbündnis, Wertegemeinschaft oder politischer Union?
College
University of Augsburg
Grade
1,7
Author
Samuel Kohnle (Author)
Publication Year
2018
Pages
40
Catalog Number
V958880
ISBN (eBook)
9783346306296
ISBN (Book)
9783346306302
Language
German
Tags
EU Europäische Union Staatsbürgerschaft Identität Entgrenzung Staatsbürger Wirtschaftsbündnis Wertegemeinschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Samuel Kohnle (Author), 2018, Staatsbürgerschaft im Spannungsfeld der Entgrenzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/958880
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