Ziel dieser Arbeit ist es, die Ernährungssituation deutscher Schulkinder zu analysieren und mit den D-A-CH-Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr zu vergleichen. Es soll herausgefunden werden, ob die aktuelle Ernährung deutscher Schulkinder geeignet ist, sie vor ernährungsbedingten Erkrankungen zu schützen. Dabei werden kritische Nährstoffe sowie mögliche Folgen einer Abweichung zu den Empfehlungen herausgearbeitet. Weiteres Ziel ist die Untersuchung, welchen Einfluss spezielle Kinderlebensmittel sowie deren Marketingmaßnahmen auf das Esskonsumverhalten der Kinder haben und welche Folgen im Hinblick auf ernährungsbedingte Erkrankungen hieraus resultieren.
Schlechte Ernährungsgewohnheiten können neben direkten Folgen wie Übergewicht und Fettleibigkeit zu weiteren Erkrankungen führen. Laut Untersuchungen des WHO (World Health Organization) Regionalbüros für Europa ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass übergewichtige Kinder dies auch im Erwachsenenalter bleiben und einem hohen Risiko ausgesetzt sind, an sogenannten NCDs (noncommunicable diseases=nichtübertragbare Krankheiten) zu erkranken. Hierzu zählen u.a. Übergewicht, Adipositas, Diabetes, Mangel- und/oder Unterernährung sowie Herz- und Kreislauferkrankungen. Diese stuft die WHO als globale Bedrohung der nächsten Jahrzehnte ein, obwohl die Ursachen vor allem durch gesunde Ernährung und Lebensweise zu beheben wären. Die WHO bemängelte bereits im Jahr 2007, dass dem Thema Übergewicht im Kindesalter zu wenig Bedeutung beigemessen wird. Gesunde Ernährung im Kindesalter ist ein wichtiger Baustein zur Prävention dieser Erkrankungen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen für die Analyse der Ernährungssituation von Schulkindern in Deutschland
2.1 Die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr
2.2 Das EsKiMo-Modul als Teil der KiGGS-Studie
2.3 Eingrenzung Schulkinder
3 Vergleich der aktuellen Ernährungssituation von Schulkindern mit den D-A-CH-Referenzwerten
3.1 Energie
3.2 Makronährstoffe - Energieliefernde Nährstoffe
3.3 Vitamine
3.4 Mineralstoffe
3.5 Flüssigkeitsaufnahme
3.6 Lebensmittelauswahl
3.7 Gesundheitliche Folgen
4 Kinderlebensmittel und der Einfluss von Marketingmaßnahmen
4.1 Definition der Kinderlebensmittel
4.2 Bewertung von Kinderlebensmitteln
4.3 Einfluss von Marketingmaßnahmen für Kinderlebensmittel
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Ernährungssituation deutscher Schulkinder im Vergleich zu den D-A-CH-Referenzwerten, um Defizite in der Nährstoffzufuhr und deren gesundheitliche Auswirkungen zu identifizieren sowie den Einfluss von Kinderlebensmitteln und deren Marketing auf das Ernährungsverhalten zu bewerten.
- Analyse der Nährstoffversorgung deutscher Schulkinder mittels KiGGS/EsKiMo-Daten
- Vergleich der Ist-Situation mit den D-A-CH-Referenzwerten
- Untersuchung ernährungsbedingter Erkrankungsrisiken
- Bewertung von Kinderlebensmitteln hinsichtlich Inhaltsstoffen und Nährstoffdichte
- Analyse der Auswirkungen von Kindermarketing auf das Esskonsumverhalten
Auszug aus dem Buch
4.2 Bewertung von Kinderlebensmitteln
Düren und Kersting untersuchten die verschiedenen Kinderlebensmittel aus ihrer Marktanalyse auf deren Inhaltsstoffe (vgl. Düren/Kersting 2003, S.18f.). Sie stellten fest, dass die Produkte ein hohes Maß an folgenden Zusatzstoffen enthalten:
Die Produkte haben außerdem hohe Zucker- und Fettgehalte und tragen somit einen großen Teil zur täglichen Energieaufnahme bei geringer Nährstoffdichte und somit zur Entwicklung von Übergewicht bei. Düren und Kersting stellen fest, dass die Zufuhr der Zuckerhöchstgrenze (gem. OptimiX) mit den am Markt erhältlichen Kinderzerealien und einem Kakaogetränk zum Frühstück bereits fast erreicht wird. (Vgl. Düren/Kersting 2003, S. 20) Um der Nährstoffarmut entgegen zu wirken, werden die Produkte von den Herstellern mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert - teilweise auf eine vielfache Menge der empfohlenen Tageszufuhr. (Vgl. ebd., S. 19). Zudem sind die Produkte stark verarbeitet und aromatisiert, so dass sich der Geschmackssinn der Kinder an solche Produkte anpasst (vgl. ebd., S. 20).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die gesundheitlichen Risiken schlechter Ernährung bei Kindern, wie Übergewicht und NCDs, und definiert das Ziel der Arbeit, die Ernährungssituation Schulkinder kritisch zu untersuchen.
2 Grundlagen für die Analyse der Ernährungssituation von Schulkindern in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die Datengrundlagen der EsKiMo-Studie sowie die D-A-CH-Referenzwerte und definiert die betrachtete Zielgruppe der 7- bis 17-jährigen Schulkinder.
3 Vergleich der aktuellen Ernährungssituation von Schulkindern mit den D-A-CH-Referenzwerten: Hier werden die Daten zur Energie-, Nährstoff- und Flüssigkeitsaufnahme mit den Referenzwerten abgeglichen, wobei kritische Defizite und gesundheitliche Folgen aufgezeigt werden.
4 Kinderlebensmittel und der Einfluss von Marketingmaßnahmen: Das Kapitel definiert Kinderlebensmittel, analysiert deren oft unausgewogene Inhaltsstoffe und untersucht, wie gezielte Marketingstrategien die Ernährungsgewohnheiten von Kindern negativ beeinflussen.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach die Ernährungsweise deutscher Schulkinder nicht optimal ist, und fordert regulatorische Maßnahmen sowie verstärkte Ernährungsbildung.
Schlüsselwörter
Ernährung von Schulkindern, D-A-CH-Referenzwerte, EsKiMo-Studie, Kinderlebensmittel, Kindermarketing, Nährstoffzufuhr, Adipositas, Übergewicht, Ernährungsbildung, Esskonsumverhalten, Nährstoffdichte, Gesundheitsprävention, NCDs, Nährstoffanreicherung, Lebensmittelindustrie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Ernährungssituation von Schulkindern in Deutschland und vergleicht diese mit offiziellen Ernährungsempfehlungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Nährstoffversorgung, Übergewichtsproblematik bei Kindern sowie die Auswirkungen von vermarkteten "Kinderlebensmitteln" auf das Konsumverhalten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist herauszufinden, ob die aktuelle Ernährung deutscher Schulkinder ausreicht, um sie vor ernährungsbedingten Erkrankungen zu schützen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine sekundäranalytische Auswertung bestehender Forschungsdaten, primär aus der KiGGS-Studie und dem EsKiMo-Modul, im Vergleich zu D-A-CH-Referenzwerten durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Zufuhr von Makronährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen sowie den Einfluss der Lebensmittelwerbung auf die Zielgruppe Kinder.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Ernährung von Schulkindern, EsKiMo-Studie, Kinderlebensmittel, Marketingmaßnahmen, Adipositasprävention und Nährstoffdefizite.
Warum ist eine hohe Proteinzufuhr bei Jugendlichen kritisch?
Eine zu hohe Proteinaufnahme kann mit einer erhöhten Zufuhr von Fett und Purinen einhergehen, was gesundheitlich nachteilig sein kann.
Welche Rolle spielen Kinderlebensmittel bei der Entstehung von Übergewicht?
Sie zeichnen sich oft durch hohe Zucker- und Fettgehalte bei geringer Nährstoffdichte aus, was signifikant zur täglichen Energiezufuhr beiträgt.
Wie könnten politische Maßnahmen die Situation verbessern?
Die Arbeit diskutiert Ansätze wie die Besteuerung von gesüßten Getränken und ein Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel an Kinder als effektive Instrumente.
- Citar trabajo
- Sabine Kalweit (Autor), 2020, Ernährung von Schulkindern und der Einfluss von Marketingmaßnahmen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/958908