Ernährung von Schulkindern und der Einfluss von Marketingmaßnahmen

Ein Vergleich der Ernährungssituation mit D-A-CH-Referenzwerten


Hausarbeit, 2020

21 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen für die Analyse der Ernährungssituation von Schulkindern in Deutschland
2.1 Die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr
2.2 Das EsKiMo-Modul als Teil der KiGGS-Studie
2.3 Eingrenzung Schulkinder

3 Vergleich der aktuellen Ernährungssituation von Schulkindern mit den D-A-CH-Referenzwerten
3.1 Energie
3.2 Makronährstoffe - Energieliefernde Nährstoffe
3.3 Vitamine
3.4 Mineralstoffe
3.5 Flüssigkeitsaufnahme
3.6 Lebensmittelauswahl
3.7 Gesundheitliche Folgen

4 Kinderlebensmittel und der Einfluss von Marketingmaßnahmen
4.1 Definition der Kinderlebensmittel
4.2 Bewertung von Kinderlebensmitteln
4.3 Einfluss von Marketingmaßnahmen für Kinderlebensmittel

5 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Zusatzstoffe in Kinderlebensmitteln

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Übersicht der Altersgruppen

Tabelle 2: Vergleich der Zufuhr von Makronährstoffen

Tabelle 3: Vergleich der Zufuhr von Vitaminen

Tabelle 4: Vergleich der Zufuhr von Mineralstoffen

Tabelle 5: Vergleich der Flüssigkeitsaufnahme

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Schlechte Ernährungsgewohnheiten können neben direkten Folgen wie Übergewicht und Fettleibig­keit zu weiteren Erkrankungen führen. Laut Untersuchungen des WHO (World Health Organization) Regionalbüros für Europa ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass übergewichtige Kinder dies auch im Erwachsenenalter bleiben und einem hohen Risiko ausgesetzt sind, an sogenannten NCDs (non­communicable diseases=nichtübertragbare Krankheiten) zu erkranken. Hierzu zählen u.a. Überge­wicht, Adipositas, Diabetes, Mangel- und/oder Unterernährung sowie Herz- und Kreislauferkrankun­gen. Diese stuft die WHO als globale Bedrohung der nächsten Jahrzehnte ein, obwohl die Ursachen vor allem durch gesunde Ernährung und Lebensweise zu beheben wären. Die WHO bemängelte bereits im Jahr 2007, dass dem Thema Übergewicht im Kindesalter zu wenig Bedeutung beigemes­sen wird. (Vgl. Branca/Nikogosian/Lobstein 2007, S. XIII)

Gesunde Ernährung im Kindesalter ist ein wichtiger Baustein zur Prävention dieser Erkrankungen. Ziel dieser Arbeit ist es daher, die Ernährungssituation deutscher Schulkinder zu analysieren und mit den D-A-CH-Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr zu vergleichen. Es soll herausgefunden werden, ob die aktuelle Ernährung deutscher Schulkinder geeignet ist, sie vor ernährungsbedingten Erkrankungen zu schützen. Dabei werden kritische Nährstoffe sowie mögliche Folgen einer Abwei­chung zu den Empfehlungen herausgearbeitet. Weiteres Ziel ist die Untersuchung, welchen Einfluss spezielle Kinderlebensmittel sowie deren Marketingmaßnahmen auf das Esskonsumverhalten der Kinder haben und welche Folgen im Hinblick auf ernährungsbedingte Erkrankungen hieraus resul­tieren.

In Kapitel 2 werden zunächst die Grundlagen vermittelt. Es beginnt mit einer Eingrenzung der be­trachteten Personengruppen und Erläuterung der für den Vergleich verwendeten Datengrundlagen. Für die Darstellung der aktuellen Ernährungssituation werden in Kapitel 3 die Ergebnisse des Es­KiMo-Moduls aus der KiGGS-Studie herangezogen und mit den D-A-CH-Referenzwerten vergli­chen. Der Fokus liegt auf der Analyse der kritischen Nährstoffe und möglichen Folgen bei Abwei­chungen zu den Referenzwerten. Auf weitere Studien kann auf Grund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit nicht eingegangen werden. Kapitel 4 befasst sich mit dem Einfluss von Kinderlebens­mitteln und deren Marketingmaßnahmen auf das Esskonsumverhalten der Kinder. In Kapitel 5 wer­den die Ergebnisse der Analysen aus den Kapiteln 3 und 4 bewertet und ein Ausblick gegeben.

2 Grundlagen für die Analyse der Ernährungssituation von Schulkindern in Deutschland

2.1 Die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) erarbeitet, veröffentlicht und aktualisiert ge­meinsam mit den entsprechenden Fachgesellschaften Österreichs (A) und der Schweiz (CH) die D- A-CH-Referenzwerte für die Nährstoff- und Energiezufuhr. Abhängig vom Forschungsstand und der Datenlage werden Schätzwerte, Richtwerte oder die empfohlene Zufuhr für Energie, Makronähr­stoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und Wasser ausgesprochen. (Vgl. DGE (2019)1, Ein­führung, S. 1-4)

2.2 Das EsKiMo-Modul als Teil der KiGGS-Studie

Das EsKiMo-Modul (,Ernährungs-Studie als KiGGS-Modul‘) ist eines von 5 Ergänzungsmodulen2 der zentralen KiGGS-Studie (.Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland') und wurde erstmals im Jahr 2006 mit 2.506 Teilnehmern im Alter von 6-17 Jahren zusammen vom Robert Koch-Institut und der Universität Paderborn durchgeführt. Es handelt sich um eine Langzeit­studie, die durch Interviews und Ernährungsprotokolle Daten zur Ernährungssituation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland erhebt. Das EsKiMo-Modul wurde von 2015-2017 im Rahmen der KiGGS-Welle 2 zum 2. Mal durchgeführt. (Vgl. Mensink et al. 2007a, S. 902; RKI o.J.). Detaillierte Ergebnisse hierzu liegen noch nicht vor, so dass die Daten aus dem Forschungsbericht zum Es­KiMo-Modul I für den Vergleich mit den D-A-CH Referenzwerten verwendet werden.

2.3 Eingrenzung Schulkinder

Im Rahmen dieser Arbeit werden Schulkinder als männliche und weibliche Personen im Alter von 7 bis 17 Jahren definiert, die in Deutschland leben. Die Alterseingrenzungen und -bereiche der D-A- CH-Referenzwerte weichen von denen des EsKiMo-Moduls ab (vgl. DGE (2019), Tab. und Ver­zeichnisse, Tab. II-III; Mensink et al. (2007b), S. 91f., S. 95f.). Zur Auswertung wurden 2 Altersgrup­pen (AGs) gebildet, die in AG1 die Kinder und in AG2 die Jugendlichen wie folgt zusammenfassen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Übersicht der Altersgruppen

3 Vergleich der aktuellen Ernährungssituation von Schulkindern mit den D-A- CH-Referenzwerten

Zur Darstellung der aktuellen Ernährungssituation der Schulkinder werden die Daten des EsKiMo­Moduls mit den aktuell gültigen D-A-CH-Referenzwerten (2019) verglichen und etwaige Abweichun­gen bewertet. Der Vergleich erfolgt nach den in Kapitel 2.2 dargestellten Altersgruppen. Es werden jeweils die Mediane unter Bildung von Spannen verwendet, um die Daten übersichtlicher in den beiden Altersgruppen zusammenfassen zu können.

3.1 Energie

Die D-A-CH Referenzwerte werden detailliert für jede Altersgruppe unterteilt nach physischer Akti­vität (Ruheenergieverbrauch, PAL 1,4-2,03 ) ermittelt. Zudem werden festgelegte Referenzmaße für Körpergröße und Körpergewicht für die jeweilige Altersgruppe verwendet. (Vgl. DGE (2019), Ener­gie, S. 7ff.) Im EsKiMo-Modul wird die tatsächliche Energiezufuhr ohne direkte Angabe eines Akti- vitätslevels ermittelt, daher ist ein exakter Vergleich mit den Referenzwerten nicht möglich. Mensink et al. führen im Forschungsbericht allgemein aus, dass die Energieaufnahme der männlichen Ju­gendlichen leicht über den D-A-CH-Referenzwerten liegt, während die Referenzwerte bei den an­deren Gruppen entweder leicht unterschritten oder erreicht werden. (Vgl. DGE 2019, Energie, S. 10; Mensink et al. 2007b, S. 38ff, S. 91 f., 95 f.) Auf Grund der Relevanz der Energieaufnahme für das Gewicht der Kinder wäre es wünschenswert, wenn Daten zum Aktivitätslevel der Kinder erhoben und in die Auswertung einfließen würden.4

3.2 Makronährstoffe - Energieliefernde Nährstoffe

Bei den Makronährstoffen fällt in Tab. 3 die deutlich erhöhte Proteinzufuhr bei allen Teilnehmern auf. Männliche Jugendliche nehmen bis zu ca. 175% der Referenzwerte zu sich. (Vgl. DGE 2019, Protein und unentbehrliche Aminosäuren, S. 1; Mensink et al. 2007b, S. 38ff.). Wichtigste Protein­quellen sind lt. Forschungsbericht zum EsKiMo-Modul bei Kindern und weiblichen Jugendlichen Milchprodukte und nachfolgend Brot und Fleischprodukte. Männliche Jugendliche decken ihren Be­darf im Wesentlichen aus Fleisch und Fleischprodukten. (Vgl. Mensink et al. 2007b, S. 41). Auffällig ist, dass pflanzliche Proteine aus Hülsenfrüchten, Reis, Kartoffeln und Cerealien bei allen Teilneh­mern nur eine untergeordnete Rolle spielen (vgl. ebd., S. 101).5 Gem. Ausführungen zu den D-A-CH-Referenzwerten wird eine Aufnahme bis zur doppelten Höhe der Referenzwerte auch von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) unkri­tisch gesehen (vgl. DGE 2019, Protein und unentbehrliche Aminosäuren, S. 7). Laut Biesalski et al. kann eine hohe Proteinaufnahme jedoch gleichzeitig zu einer nachteiligen, zu hohen Aufnahme an­derer Stoffe führen, wie z.B. Fett und Purinen. (Vgl. Biesalski et al. 2015, S. 142)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Vergleich der Zufuhr von Makronährstoffen (vgl. DGE 2019, Protein und unentbehrliche Aminosäuren S. 1, Fett S. 1, Kohlenhydrate, Ballaststoffe S. 1f., ; Mensink et al. 2007b, S. 91f., S. 95f.)6

Bei den Kohlenhydraten werden die D-A-CH-Referenzwerte von mindestens 50 Energieprozent in quantitativer nicht jedoch in qualitativer Hinsicht erreicht: Es sollen vorwiegend komplexe Kohlen­hydrate aufgenommen werden, während Mono- und Disaccharide zu meiden sind. Gem. Tab. 2 nehmen insb. Jugendliche beider Geschlechter mehr Mono- und Disaccharide auf als Polysaccha­ride. Erstere werden Lebensmitteln meist isoliert zugesetzt, die in der Folge bei hoher Energiedichte eine sehr geringe Nährst offdichte ausweisen. Zudem lassen sie den Blutzuckerspiegel schneller und stärker ansteigen als komplexe Kohlenhydrate-hierzu wird geforscht, welchen Einfluss dieser schnelle und starke Anstieg bezgl. des Risikos für Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes mellitus Typ II, koronare Herzerkrankungen und div. Tumorerkrankungen hat. (Vgl. DGE 2019, Kohlenhyd­rate, Ballaststoffe, S. 1; Mensink et al. 2007b, S. 42)7

Die empfohlene Mindest-Ballaststoffzufuhr von 10g/1.000 kcal Nahrungsenergie wird zwar im Me­dian von allen Schulkindern nahezu aufgenommen; laut Forschungsbericht erreichen jedoch mehr als die Hälfte der Schuldkinder die empfohlene Zufuhr nicht. Hauptquelle für Ballaststoffe ist dabei im Wesentlichen Brot, gefolgt von Obst, Gemüse und Kartoffeln. (Vgl. DGE 2019, Kohlenhydrate, Ballaststoffe (Nahrungsfasern), S. 1ff.; Mensink et al. 2007b., S. 42, S. 54) Ballaststoffreiche Le­bensmittel verfügen neben unentbehrlichen Nährstoffen (Proteine, Fette, Vitamine, Mineralstoffe) ebenso über sekundäre Pflanzenstoffe. Ballaststoffe sind ernährungsphysiologisch von Vorteil, da sie den im Kolon ansässigen und erwünschten Mikroorganismen zur Fermentation zur Verfügung stehen. Zudem spielen sie eine Rolle bei der Prävention von Erkrankungsrisiken z.B. für Adipositas, Diabetes Typ mellitus Typ II, Hypertonie sowie koronare Herzerkrankungen (Vgl. DGE 2019, Koh­lenhydrate, Ballaststoffe, S. 1ff.; Mensink et al. 2007b, S. 42)

Die Fettzufuhr liegt im Wesentlichen im Bereich der Referenzwerte - männliche Jugendliche hinge­gen haben eine zu hohe Fettzufuhr von bis zu 34 anstatt 30 Energieprozent. Die Qualität der Fette bzw. deren Verhältnis zueinander ist ungünstig. Der Anteil der gesättigten Fettsäuren (SFA=Satu- rated fatty acids) fällt zu hoch aus, während der Anteil der mehrfach gesättigten Fettsäuren (PUFA=Polyunsaturated fatty acids) zu gering ist. (Vgl. Mensink et al. 2007b, S. 41) Gesättigte Fett­säuren spielen u.a. eine direkte Rolle bei der Entstehung von Adipositas und Herz-/Kreislauferkran- kungen (vgl. DGE 2019, Kohlenhydrate, Ballaststoffe, S. 1). Einfach ungesättigte Fettsäuren (MUFA=Monounsaturated fatty acids) werden im ausreichenden Maß aufgenommen (vgl. Mensink et al. 2007b, S. 41). Als Fettquellen werden bei Kindern tierische Produkte (Wurstwaren, Milchpro­dukte) und Süßwaren bevorzugt, während bei Jugendlichen die Fettzufuhr vorwiegend aus pflanzli­chen und tierischen Fetten sowie Wurstwaren stammt (vgl. ebd., S. 100).8

3.3 Vitamine

Bei den Vitaminen werden nur die extremen Abweichungen in Tab. 4 nach oben (übererfüllt=blau) und unten (untererfüllt=rot) ausgeführt, da die Referenzwerte im Wesentlichen erreicht bzw. nur leicht über- oder unterschritten werden. Ausnahmen sind Vitamin D und Folat bei allen Teilnehmern und Vitamin E bei Kindern. Bei der Vitamin D-Zufuhr ist anzumerken, dass die D-A-CH-Referenz- werte den kompletten Bedarf bei fehlender endogener Synthese darstellen, während im EsKiMo­Modul lediglich die Zufuhr aus Nahrungsmitteln dargestellt wird. (Vgl. Mensink et al. 2007b, S. 85; DGE 2019, Vitamin D (Calciferol), S. 1). Wichtig ist bei der Analyse der Vitamin D-Versorgung die Serum-Konzentration (25-Hydroxy-Vitamin D), die laut KiGGS-Dachstudie ebenfalls zu niedrig ist. Thierfelder et al. beschreiben hierzu, dass die Serumkonzentration mit zunehmendem Alter nach­lässt, während Säuglinge und Kleinkinder -auf Grund hier häufiger Supplementeinnahme- noch gut versorgt sind. Als wichtigste Quelle für Vitamin D geben sowohl Thierfelder als auch Biesalski et al. die endogene Synthese an. (Vgl. Biesalski et al. 2017, S.158; Thierfelder 2007, S. 764) Wabitsch et al. geben konkreter an, dass bei ausreichender UVB-Exposition nur 10% des täglichen Vitamin D- Bedarfs über die Nahrung zu decken sind. (Vgl. Wabitsch et al. 2011, S. 1) Da auch die Serumkon­zentration zu gering ist, kann vermutet werden, dass die Schulkinder sich zu wenig oder zu den falschen Zeiten im Freien aufhalten, um sich ausreichend durch endogene Synthese zu versorgen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Vergleich der Zufuhr von Vitaminen (vgl. DGE/ÖGE/SGE (2019), Tabellen und Verzeichnisse, Tabelle II-III; Mensink et al. (2007b), S. 116f.)9

Vitamin D ist u.a. wichtig für das Gleichgewicht des Calcium- und Phosphathaushalts im Körper und für die optimale Aufnahme von Calcium im Dünndarm - somit spielt Vitamin D eine wichtige Rolle beim Knochenaufbau und ist besonders relevant für Kinder und Jugendliche im Wachstum. Eine Mangelerscheinungskrankheit ist die Rachitis, bei der es zur Verformung von Knochen kommen kann. (Vgl. Biesalski et al. 2017, S. 160ff.) Aber auch verringerte Knochendichte im Jugendalter und eine Begrenzung der Zunahme der Knochenmasse werden beschrieben. (Vgl. Wabitsch et al. 2011, S. 2.) Kritisch ist ebenfalls die Folat-Versorgung bei Kindern und weiblichen Jugendlichen (Jungen hier nur im Alter von 12). Folate spielen eine wichtige Rolle im Homocysteinstoffwechsel sowie bei der DNA- und RNA-Synthese. (Vgl. DGE 2019, Folat, S. 3f.) Am Homocystein-Stoffwechsel sind weitere wasserlösliche Vitamine (B12, B6) beteiligt. Kommt es auch bei diesen Vitaminen zu einem Mangel, kann es zu erhöhten Homocystein-Blutspiegeln kommen, die im Zusammenhang mit der Entstehung von Arteriosklerose stehen. (Vgl. Biesalski et al. 2017, S. 208)

3.4 Mineralstoffe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 4: Vergleich der Zufuhr von Mineralstoffen (vgl. DGE (2019), Tabellen und Verzeichnisse, Tabelle II-III; Fluorid, S. 1; Mensink et al. (2007b), S. 116f.)

Beim Vergleich der Mineralstoffe in Tab. 4 ist auffällig, dass die meisten Referenzwerte entweder deutlich über- (blau) oder deutlich unterschritten (rot) werden. So werden Natrium, Magnesium und Chlorid in zu hohen Dosen zugeführt, während Kalium, Jod und Mangan jeweils in allen Altersgrup­pen in zu geringen Mengen zugeführt werden. Insbesondere die hohe Natrium- und Chloridzufuhr ist kritisch zu sehen. (Vgl. Mensink et al. 2007b, S.45) Eine erhöhte Zufuhr beider Ionen beeinflusst den osmotischen Druck außerhalb der Zellen und kann so zusammen mit einer genetischen Veran­lagung ursächlich für Bluthochdruck (Hypertonie) sein (vgl. Biesalski et al. 2017, S. 232).

[...]


1 Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden alle 3 Fachgesellschaften in dieser Arbeit und in den Quellenan­gaben unter der Abkürzung DGE subsummiert.

2 Überblick über die einzelnen Module: https://www.kiggs-studie.de/modulstudien.html.

3 Der PAL (Physical Activity Level) drückt den Umstand aus, dass Menschen unterschiedlicher körperlicher Aktivität auch einen unterschiedlichen Energieumsatz haben. (Vgl. DGE 2019, Energie, S. 1, S.4)

4 Angabe lt. EsKiMo Forschungsbericht in g (Mensink et al. 2007b, S. 91f., S. 95f.); Umrechnung in g/1.000kcal im Verhältnis zur Energieaufnahme in kcal lt. Forschungsbericht (im Median).

5 Umrechnung der g-Werte der Fettsäuren in % der Gesamtenergie unter vereinfachender Prämisse: 1g Fett entspricht ca. 9 kcal- wissend, dass auch die Kettenlänge der Fettsäuren Einfluss auf ihren Energiegehalt hat (Elmadfa/Leitzmann 2019, S. 170). Dieser Wert wurde zu der Energieaufnahme in kcal lt. Forschungsbericht (Median) ins Verhältnis gesetzt.

6 RÄ=Retinol-Äquivalente. Die D-A-CH-Referenzwerte enthalten bereits alle Vitamin-A-Derivate. Im EsKiMo­Modul werden Vitamin A und ß-Carotin separat aufgeführt und wurden gem. Umrechnungsfaktor der D-A-CH- Referenzwerte zusammengefasst (1mg RÄ=6mg ß-Carotin). (Vgl. DGE 2019, Vitamin A (Retinol), S. 1; Men­sink et al. (2007b), S. 116f.)

7 TÄ=Tocopherol-Äquivalente (vgl. DGE 2019, Vitamin E (Tocopherole), S. 1).

8 NÄ=Niacin-Äquivalente (vgl. DGE 2019, Niacin, S. 1).

9 FÄ=Folatäquivalente (vgl. DGE 2019, Folat, S. 1).

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Ernährung von Schulkindern und der Einfluss von Marketingmaßnahmen
Untertitel
Ein Vergleich der Ernährungssituation mit D-A-CH-Referenzwerten
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
21
Katalognummer
V958908
ISBN (eBook)
9783346307255
ISBN (Buch)
9783346307262
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ernährung Schulkinder Ernährungssituation Ernährungsbildung Ernährungslehre
Arbeit zitieren
Sabine Kalweit (Autor:in), 2020, Ernährung von Schulkindern und der Einfluss von Marketingmaßnahmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/958908

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