Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Parodistische Darstellungen im Tagelied. Die Verschiebung in ein niederes Milieu

Titel: Parodistische Darstellungen im Tagelied. Die Verschiebung in ein niederes Milieu

Seminararbeit , 2017 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Cindy Bloes (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Welche Auswirkungen hatten die ethnischen Gräueltaten auf die Berichterstattung über den Balkan in Großbritannien? Berücksichtigen die Quellen nur die ethnischen Gräueltaten der Balkanländer oder werden die Rollen der Supermächte ebenfalls kritisch hinterfragt? Mein Forschungsziel ist es, anhand der Gräueltaten die Einseitigkeit der britischen Berichte und die Faktoren, welche zu dieser Einseitigkeit geführt haben sollen, darzustellen. Es fragt sich vor allem, warum die Berichte einseitig sind. Die Rolle der Balkan Committee wird in die Arbeit miteinbezogen. Die Arbeit bezieht sich hauptsächlich auf den Zeitraum zwischen 1912 und 1913 und auch auf die Vorbedingungen, die den Ereignissen zugrunde liegen.

Zu diesem Zweck muss als erstes erläutert werden, worum es sich bei einer Parodie handelt. Dazu wird zunächst in einem kleinen Vorkapitel versucht den Begriff der Parodie zu definieren. Anschließend werden die zu behandelnden Texte auf typische Tageliedmerkmale hin untersucht. Um welche Merkmale handelt es sich dabei?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff der ‚Parodie‘

3. Überprüfung typischer Tageliedmerkmale

3.1. Handlungsaufbau

3.2. Figurenkonstellation

3.3. Zeit und Ort

3.4. Vokabular

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht parodistische Darstellungen im Tagelied des hohen und späten Mittelalters, wobei der Fokus auf der gezielten Verschiebung der Handlung in ein niederes Milieu liegt. Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse ausgewählter Texte zu ergründen, welche Mechanismen zur Parodisierung genutzt werden und wie sich diese auf die gattungstypischen Merkmale auswirken.

  • Analyse der Tagelied-Gattungsmerkmale (Handlung, Personal, Zeit/Ort, Vokabular)
  • Untersuchung des Begriffs der literarischen Parodie
  • Vergleichende Untersuchung von vier spezifischen Textbeispielen
  • Auswirkung des sozialen Milieuwechsels auf die Gattungsstruktur
  • Diskussion über das Spannungsfeld zwischen Tagelied und Parodie

Auszug aus dem Buch

3.1. Handlungsaufbau

Das markanteste Merkmal des Tageliedes ist die Handlung: Zwei Liebende haben die Nacht zusammen verbracht und werden am Morgen geweckt, verbunden ist dies mit der Klage der Liebenden darüber, sich Trennen zu müssen. Der Aufbruch von einem der beiden, meistens dem Mann, ist in den konventionellen Tagliedern, die im adligen Umfeld spielen, notwendig, da das Paar sich sonst in die Gefahr begibt, erwischt zu werden und damit „êre und lîp“ riskiert. Cormeau bringt das Brisante der Situation auf den Punkt:

Die Grenzschwelle zwischen gegenwärtigem Glück und Absturz in das Getrenntsein entbindet als paradoxer Moment das höchste Bewußtsein von utopisch-absoluter Erfülltheit und Gefährdung in der Liebe.

Sowohl Steinmars Lied, wie auch das vom Mönch von Salzburg folgen demnach einem typischen Tagliedaufbau; Mann und Frau müssen, nachdem sie sich geliebt haben, voneinander Abschied nehmen. Dazu benutzen beide Autoren das „traditionelle Motiv des Erschreckens der Dame“: des erschrak diu dirne (Steinmar, 1, 6); und erschrekt (Mönch, 2, 8). Wie üblich in Tageliedern „wird der Weckruf der Liebenden auch bei Steinmar zum Anlaß einer letzten Vereinigung“. Allerdings gibt es bedeutende Unterschiede zu den klassischen Tageliedern, so bleibt zum Beispiel die Trauer über die anstehende Trennung aus. Bei Steinmar schlägt es sogar in das Gegenteil um; anstatt von Tränen, wodurch die „Betroffenheit der Frau […] gern […] sichtbar gemacht“ wird, spiegelt das erlachen (Steinmar, 3, 1) der Magd die fröhliche und ausgelassene Situation wieder. Außerdem werden am Ende die fröiden (Steinmar, 3, 7) betont, die „dörperlich derbe Sinnenfreude, unbelastet von jeder seelischen Erschütterung“, die das Unbeschwerte des Textes ausmachen, was, anders als in der höfischen Umgebung, hier erst ermöglicht wird. Oft ist es nicht nur Trauer, was die Frau vor dem Abschied empfindet, sondern auch Zorn gegenüber demjenigen, der sie weckt. Auch dieses Motiv wird vom Mönch von Salzburg aufgegriffen: der ist zoren,/ wer sy wekt (Mönch, 2, 5).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Gattung Tagelied, Problemstellung der Abgrenzung zur Parodie und Vorstellung der zu analysierenden Texte.

2. Zum Begriff der ‚Parodie‘: Theoretische Definition des Parodiebegriffs und Diskussion der mediävistischen Forschungsstandpunkte zur Funktion von Tageliedparodien.

3. Überprüfung typischer Tageliedmerkmale: Analyse der vier Hauptkriterien (Handlung, Personal, Zeit/Ort, Vokabular) hinsichtlich ihrer parodistischen Transformation in den ausgewählten Beispielen.

3.1. Handlungsaufbau: Untersuchung der Abweichungen vom klassischen Abschiedsszenario hin zu einer ironisierten oder derben Darstellung.

3.2. Figurenkonstellation: Analyse der sozialen Herabstufung des Personals (Ritter/Dame zu Knecht/Dirne) und deren Auswirkungen auf die Gattung.

3.3. Zeit und Ort: Erforschung der Verschiebung des Handlungszeitpunktes und -ortes sowie deren Beitrag zur humoristischen Wirkung.

3.4. Vokabular: Untersuchung der sprachlichen Mittel, insbesondere der Kontraste zwischen höfischem Minnevokabular und bäuerlicher Derbheit.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Einordnung der analysierten Texte als Tageliedparodien.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Tagelied, Mittelalter, Parodie, Minnesang, Milieuverschiebung, Gattungsmerkmale, Steinmar, Mönch von Salzburg, Oswald von Wolkenstein, Handlungsaufbau, Figurenkonstellation, literarische Komik, Gattungskritik, höfische Dichtung, Minnevokabular.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie das mittelalterliche Tagelied parodiert wird, indem die Handlung und das Personal aus dem höfischen Kontext in ein bäuerliches, niederes Milieu verschoben werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der formalen Analyse gattungstypischer Merkmale wie Handlung, Personal, Zeit, Ort und Sprache sowie deren gezielte Umgestaltung in der Parodie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu ermitteln, mit welchen narrativen und sprachlichen Mitteln die untersuchten Autoren das Tagelied parodieren und welchen Effekt – etwa Belustigung oder Kritik – sie damit erzielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Literaturanalyse durchgeführt, bei der konventionelle Tageliedmotive den parodistischen Abweichungen in vier ausgewählten Textbeispielen gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung der Parodie und eine detaillierte Untersuchung vier ausgewählter Lieder anhand der Kategorien Handlungsaufbau, Figurenkonstellation, Zeit/Ort und Vokabular.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Tagelied, Parodie, Milieuverschiebung, Minnesang, Gattungskritik und die Analyse von Werken von Autoren wie Steinmar oder Oswald von Wolkenstein.

Warum spielt die Verschiebung in das „niedere Milieu“ eine so große Rolle?

Die Verschiebung entlarvt die künstlichen Formen des höfischen Ideals. Indem das edle Personal durch Bauern oder Mägde ersetzt wird, verliert die klassische Tageliedsituation ihren Ausnahmecharakter und wird zur banalen oder gar komischen Alltagssituation.

Wie unterscheidet sich die Parodie im anonymen Text von den anderen Beispielen?

Der anonyme Text „Ich will gen dieser vasennacht“ entfernt sich am weitesten von der Gattung, da der Ich-Erzähler den Morgen herbeisehnt, anstatt die Trennung zu beklagen, und zudem die nächtliche Szenerie drastisch-realistisch (Ungeziefer, Schmerzen) schildert.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Parodistische Darstellungen im Tagelied. Die Verschiebung in ein niederes Milieu
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,3
Autor
Cindy Bloes (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V959017
ISBN (eBook)
9783346307156
ISBN (Buch)
9783346307163
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tagelied Parodie Niederes Milieu Steinmar Oswald von Wolkenstein Mönch von Salzburg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Cindy Bloes (Autor:in), 2017, Parodistische Darstellungen im Tagelied. Die Verschiebung in ein niederes Milieu, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/959017
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  16  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum