Methodenlehre II - Wranek


Skript, 1993

5 Seiten


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Psychologie - Methodenlehre

Wissenschaft:

- Als System von Aussagen und Erkenntnissen ("wahr"= bisher nicht wiederlegt) Annahmen, offene Fragen -Zweck= Erklärung & Prognose.
- als Institution von Forschung und Lehre ( Funktion gesellschaftlicher Interessen).
- als Tätigkeit des Wissenschaftlers (standardisieren, systematisieren) Suche nach widerspruchsfreien Aussagen.

Gegenstand: muß klar abgrenzbar sein.

Aussagen über Gegenstand: Resultate der Forschung (mathematisch / begrifflich formuliert -sind aufeinander bezogen; -sollen die innere Struktur des Gegenstandes abbilden.

Erfahrung = Grundlage aller Richtungen der Psychologie (nur Methoden = verschieden.) Charakteristika: - konkreter Gegenstand (nicht wie Theologie / Philosophie)

- Verfahrensweise: Daten durch Beobachtung -> Schlußfolgerung.

Schwierig= Subjektivität des Psychischen / Verknüpfung Psychisches und Physisches.

(Lebensvorgänge= immer unbestimmte / unbekannte Faktoren.)

Psychologie= Schlüsse aus beobachtbarem Verhalten auf das Psychische (-nicht die "Lehre vom Verhalten" !)

Ziel= gesichertes Wissen über Gegenstand. Feststellung von Tatsachen / Aussagen müssen kritischer Überprüfung standhalten.

Wahre Aussage = wenn sie unter gleichen und methodisch einwandfreien Bedingungen reproduzierbar ist.

- muß vorhersagbar sein
- darf anderen gut abgesicherten Tatsachen nicht widersprechen.

wenn beide erfüllt= höchster Grad der Sicherheit.

Aussagen= nie mehr als Wahrscheinlichkeitsurteile.

Hypothetische Theorien= Tatsachen überschaubar und verständlich, Aufklärung von Zusammenhängen, in Hypothesen eingeordnet -> Bildung neuer Hypothesen.

Hypothese= Vermutungen (H.überprüfung= wahr / falsch)

Methodik= Gesamtheit der Methoden einer Wissenschaft.

Methodologie= Lehre über die -----''------ .

Ziele = - Erforschung von Gesetzmäßigkeiten. (Beobachtungen werden in ein System von Gesetzmäßigkeiten eingeordnet - unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Vorhersagbarkeit möglich )

- Sammlung von Tatsachenwissen.

Erst aus Mittelwerten sind Gesetzmäßigkeiten erkennbar. (wenn Faktoren neutralisiert und Variationen aufgehoben.)

Merkmale: bezeichnet mindestens 2 Ausprägungen (= qualitative V.) als Variable. (zu einem bestimmten Zeitpunkt, bei einem bestimmten Individuum ) mehr als 2 Ausprägungen = quantitative

qualitative -> quantitative Variable (nicht umgekehrt !)

Variable = Symbol, dem Zahlen / Aausprägungsgrade zugeordnet wird.

Auswahl der relevanten Variablen = Teil der Hypothese.

Variablenarten:

unabhängige Variablen: vorausgesetztes Merkmal, vom Experimentator aktiv verändert - "vermutete Einflußgröße".

treatment= mehrere UV. ("X")

abhängige Variablen: Auswirkung auf das Merkmal, Effekt ("f(X)") bei Korrelation ändert sich die AV wenn sich die UV ändert.

- Ob eine Variable UV oder AV ist hängt von der Fragestellung ab.

Störvariablen: beeinflußen die Forschung -müssen neutralisiert werden (=etwas, was nicht untersucht werden soll)

1. Variablen der Versuchsperson: (IQ, Alter, Geschlecht...)
2. Variablen, die sich durch den Untersuchungshergang ergeben: (Raum, Versuchsleiter, Versuchssituation...)

1= Randomisieren: zufällige Verteilung der Vpn. auf Gruppen.

-ohne subjektive Gründe.( Münze werfen, auslosen...)

Parallelisieren: Störvariablen werden gemessen, und der Mittelwert in beiden Gruppen gleich verteilt. "age-matching"

Kontrolle der Störvariablen: - in Experiment miteinbeziehen.

- Störvariable kontrollieren; Wirkung neutraisieren.

a) S. während Experiment konstant halten. (gleiche Störvariablen bei allen Vpn.)
b) versch, Stufen der S. mit Stufen der UV kombiniert.

2= konstant halten: Störvariablen für alle Vpn. gleich vorhanden. Nachteil: Ergebnisse nicht verallgemeinerbar.

"konfundiert"= wenn UV und Störvariable voneinander abhängig sind.

Operationalisieren= Definition vonb Operationen, die nötig sind, um eine bestimmte Variable zu messen.

2 Arten der operationalen Definition: a) untersuchungsorientierte

b) meßorientierte Operationalisierung.

a):was muß der Forscher tun um das Merkmal systematisch zu variieren ? -je abstrakter ein Objekt, desto schwieriger / indirekter zu operationalisieren.
b): wie kann man eine Variablenausprägung messen? (welche Indikatoren ?) Durch operationalisieren=> Information (Daten)=> Datengewinnung.

Hypothesen= setzen Variablen zueinander in Beziehung.

...ist eine auf bestimmten Annahmen beruhende Aussage zur Beziehung zwischen 2 oder mehreren Variablen.)

Kriterien für gute Hypothesen: -sind Aussagen über die Beziehung zwischen Variablen.

-setzen eine eindeutige Überprüfbarkeit dieser Beziehungen voraus.

* zuerst Hypothese - dann Datenerhebung (Überprüfbarkeit !)

* ausgehend von bekannten Umständen. (unbek.Daten,bek.Experimente)

* Überprüfung der H. durch neue emp. Untersuchung.

* H. soll einen möglichst hohen empirischen Gehalt haben. (Info !)

* Je mehr Möglichkeiten der Falsifikation, (genaue Angaben!) desto leichter überprüfbar. (- Bewährungsgrad ist höher!)

-Je größer eine Hypothese verallgemeinerbar sein soll, desto strenger muß sie überprüft werden!

universelle Hypothese: gilt für alle Fälle eines bestimmten Bereiches. (* strikt universelle Hypothese= ohne Einschränkungen für alle Fälle eines Bereiches ("für alle Menschen")

* quasi universelle Hypothese= Einschränkung vorhanden.)

leichter falsifizierbar, schwer verifizierbar (nie alle Fälle untersuchbar !)

existentielle Hypothese: Behauptungen, die für mindestens einen Sachverhalt gelten. ("mindestens ein Kind von 10 tut es.")

Hypothese über Anteile: " 88 - 90 % aller Kinder tun es."

EXPERIMENTE:

= absichtliches Herbeiführen von Reaktionen (planmäßiger Ablauf!) zum Zweck der Beobachtung und Analyse der Reaktion.

- ohne Meßgeräte sind Beobachtungen sehr ungenau / nicht möglich
- um ein statistisch gültiges Ergebnis zu erhalten, muß man eine gewisse Menge an Vpn. untersuchen.

Hauptmerkmale:

* Willkürlichkeit (absichtlich herbeigeführt)

* Wiederholbarkeit ( Nachvollziehbar)

* Variierbarkeit (Bedingungen müssen gleich bleiben)

"experimentelle Methode" = eine wissenschaftliche Methode.

Zufallsexperiment:

Ereignisse sind dann zufällig, wenn man den Ausgang nicht vorhersagen kann. (wahrscheinliche Vorhersage bei sehr vielen Experimenten.)

EINTEILUNG

- nach dem Ziel
- innere (Selbstbeobachtung) / äußere (Vl. Vp.) Experimente

(Vp.= Träger des zu erforschenden Erlebens Vl.= Planer und Leiter des Experimentes.)

experimentelle / nicht experinemtelle Forschung:

* nicht exp. Forschung: Forschender greift nicht aktiv ins Geschehen ein. Aber: Störvariablen ! (bes. in der Psychologie !)

* exp. Forschung: aktive Manipulation der Umstände. (Ausschaltung der Störvariablen) Kausalität ist hier besser zu untersuchen.

Bedingungen für experimentelle Forschung:

Forscher variiert sytematisch mindestens eine Variable - Registrierung von Effekten.

Ausschaltung von Störvariablen (wenn nicht:"Quasi- Experiment")

1) Prüfexperiment
2) Erkundungsexperiment
3) Vorexperiment

1= DAS Experiment -zur Überprüfung von Hypothesen.
2= Datensammlung für Hypothesenbildung ("Pilotstudie")
3= Experiment im Rahmen eines 1) - zur Planung der Durchführung des Experimentes.

...nach der Zahl der UV:

-einfaktorielles Exp.(1 UV) -mehrfaktorielles Exp.(2 - mehrere UV)

...nach der Zahl der AV:

-univariables Experiment -multivariables Experiment

1) Laborexperimente 2) Feldexperimente

1= Störvariablen besser kontrollierbar, besser operationaliserbar, aber nicht verallgemeinerbar.
2= Störvariablen 1 (AV / UV operationalisieren) Ergebnisse leichter gehneralisierbar. (nicht experimentelle U.="Feldstudie")

1) Querschnittuntersuchungen 2) Längsschnittuntersuchungen

Richtet sich nach dem Untersuchungsgegenstand !

1= im selben Zeitabschnitt an einer großen Zahl von Vpn. untersuchen. (zB. IQ in best. Altersgruppe)
2= Veränderungen bei einer einzelnen Person über einen längeren Zeitraum hinweg beobachten. (seltener als 1) -Zeit, drop out..)

EXPERIMENTSVERLAUF:

* Planung; Vorbereitung als Folge einer Fragestellung (Pilotstud.)

* bestimmte Bed. setzen, die die erwünschte Reaktion auslösen.

* Vp. soll gemäß ihrer Instruktion reagieren

* Reaktion der Vp. wird vom Vl. registriert / gemessen.

* Ergebnisse werden ausgewertet / verglichen.

Äußere Situation eines Versuches:

* Zeit: (tageszeitliche Schwankungen, Jahreszeiteneinfluß...)

* Raum: (einfach, zweckmäßig, aber nicht kahl und unfreundl,ruhig)

- alle Vorbereitungen sollen abgeschlossen sein.
- Unterbrechungen während des Versuches vermeiden.
- Haltung des Versuchsleiters !
- genügend Zeit.
- Instruktionen bei allen Vpn. gleich (nicht zulange, wenige Einzelheiten, keine Erwartungen suggerieren, Ziel der Unters.)
- Vp. beobachten (Ermüdung, Langeweile, Verständnis...)

Stichprobe = alle Vpn. die an einem Experiment teilnehmen.

( Untermenge der Population für die die Hypothese gelten soll.

Zufallsstichprobe: jedes Glied der Pop. muß die selbe Chance haben, in die Stichprobe aufgenommen zu werden.

Stichprobe mit Schichtung: spiegelt Verteilung einer Variable in einer bestimmten Population wider.(zB. Alter, Geschlecht: Info über Verteilung in Population = leicht zu finden; schwerer: Variable zur Einstellung zu einer Frage.

Quotenstichprobe: nur auf eine Variable wird Wert gelegt, andere werden vernachlässigt. (Schicht / Alter)

VORBEDINGUNGEN FÜR EMPIRISCHE METHODEN:

- Widerspruchsfreiheit
- Kritisierbarkeit

VERSUCHSDESIGNS: (E = Differenz M1 / M2 = Ergebnis!)

* UV wird appliziert -> AV gemessen (UV -> M -> AV)

* AV gemessen -> UV appliziert -> AV gem. (M1 AV-> UV-> M2 AV) " Vorher - Nachher - Messung" (pre test - post test)

-nicht möglich, wenn man durch die Messung die AV verändern würde. (zB. Lerneffekt )

* 2 Gruppen: UV -> M -> AV (Experimentalgruppe)

keine UV -> M -> AV (Kontrollgruppe)

es müssen homogene Gruppen sein!

* 2 Gruppen: M1 -> UV -> M2

M1 -> keine UV -> M2

Einflüsse: -Zeiteinfluß (M1 - t - M2) Veränderungen!

- Effekte der 1. Messung, die Einfluß auf M2 haben können.
- Störvariablen durch geänderte Situationen. (zusätzliche UV )
- experimentelle Mortalität.

Wie werden Daten ausgewertet ?

- Stichprobe korrekt gewählt
- richtiges statistisches Verfahren
- Operationalisierung = richtig
- Versuchsplan = in Ordnung
- Störvariablen ausgeschaltet
- vor wissenschaftlich korrektem Hintergrund wenn alles OK. => Schluß auf Sachhypothese.

Gütekriterien bei Bewertung der Sachhypothese:

Validität:

- interne Validität: (wie gut sind Störvariablen kontrolliert ?)
- externe Validität: (inwieweit ist das Ergebnis verallgemeinerb?)
- Konstruktvalidität: (wie gut sind AV / UV operationalisiert ?)
- Validität der stat. Schlußfolgerungen: (begründen des stat.Verfahrens - sind Voraussetzg.für dieses Verfahren geg.?)

Reliabilität: (Genauigkeit einer Meßung)

zB. durch Replikation oder mehrere parallele Tests gesichert.

"ad hoc" - Hypothese= wenn ursprüngliche Hypothese falsifiziert -> Bildung einer neuen Hypothese aufgrund dieser Daten.

VERSUCHSDESIGNS:

Lateinisches Quadrat:

Lateinisch - griechisches Quadrat:

Die 4 Arbeitsaufagen werden mit den Gruppen variiert. (A , A , A )

"Carry over - Effekt": -Reihenfolge der Aufgaben. (zB. wenn Aufgabe 1 einen Hinweis auf die Lösung von Aufgabe 2 enthält.

* Aufgaben müssen voneinander unabhängig sein.

* Jede Vp. macht nur A.1 oder A.2 .

* Zwischen A.1 und A.2 soviel Zeit verstreichen lassen, daß die Erinnerung nicht mehr da ist.

Störvariable Erwartung des Versuchsleiters: (erwartet bestimmtes Ergebnis) -"Rosenthal-" oder "Versuchsleitererwartungseffekt".

Lösungen: * Standardisierung

* VL ausschalten (Instruktion über Computer, Kassette...)

* VL trainieren.

* fremde Personen als VL nehmen.

* Erwartungskontrollgruppe bei der keine UV gesetzt wird.

* Blindversuch (VL weiß nicht, welche UV die Vp. hat)

Doppelblindversuch (VL und Vp. haben beide keine Ahnung worum 's geht.)

Wann ist ein Ergebnis signifikant ?

- wenn in der grafischen Darstellung die Kurven nicht parallel laufen.

Ripper@edvz.sbg.ac.at

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Details

Titel
Methodenlehre II - Wranek
Autor
Jahr
1993
Seiten
5
Katalognummer
V95905
ISBN (eBook)
9783638085830
Dateigröße
334 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Methodenlehre, Wranek
Arbeit zitieren
B. Ripper (Autor:in), 1993, Methodenlehre II - Wranek, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95905

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