In der Arbeit sollen "Covenants" anhand wissenschaftlicher Literatur erläutert und dargestellt werden. Vor allem die Bedeutung von Covenants in Kreditverträgen ist in dieser Arbeit gegenständlich. Im ersten Teil dieser Arbeit wird das Principal-Agent-Problem dargestellt. Das Principal-Agent-Problem bildet den Grundstein für die Covenants. Ohne das Principal-Agent-Problem würden wesentlich weniger Covenants vereinbart werden.
Im zweiten Teil werden die theoretischen Grundlagen geschaffen: Was sind Covenants? Welche Arten von Covenants gibt es? Im Fokus steht anschließend der besondere Umgang mit Covenants in Kreditverträgen und welche Folgen einhergehen, wenn gegen Covenants verstoßen wird. In der Folge wird die Anwendung von Covenants bei Ratingagenturen dargestellt. Den Abschluss bildet das Fazit bzw. Resümee zur wertenden Zusammenfassung, zur Ergebnispräsentation und zur Schlussfolgerung.
Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen inwieweit Covenants zum Risikoschutz der Kreditinstitute beitragen und wie bedeutend Covenants im Prozess des Kreditabschlusses sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Prinzipal-Agent-Theorie
3. Theoretische Grundlagen von Covenants
3.1. Definition, Abgrenzung und Herkunft von Covenants
3.2. Arten von Covenants
3.2.1 Positive Affirmative Covenants
3.2.2 Negative Covenants
3.2.3 Financial Covenants
4. Umgang mit Covenants
5. Verletzungen von Covenants
6. Bedeutung von Covenants in Ratingagenturen
7. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Covenants in Kreditverträgen als Instrument zur Risikominimierung für Kreditinstitute und analysiert, wie diese vertraglichen Nebenabreden das Prinzipal-Agent-Problem beeinflussen.
- Wirkungsweise von Covenants bei der Risikoeindämmung in der Kreditfinanzierung.
- Systematisierung der Arten von Covenants (Affirmative, Negative und Financial Covenants).
- Handlungsalternativen und Konsequenzen bei einem Breach of Covenants.
- Rolle von Finanzkennzahlen und Covenants im Ratingprozess durch Ratingagenturen.
- Präventive Bedeutung zur Vermeidung von Insolvenzrisiken und zur Wahrung der Liquidität.
Auszug aus dem Buch
3.1.Definition, Abgrenzung und Herkunft von Covenants
Ursprünglich stammt der Begriff Covenants vom lateinischen Wort „Conventio“ ab. Übersetzt bedeutet Covenant nicht mehr als „Übereinkunft“ oder „Vertrag“. Unter dem angelsächsischen Begriff „Covenants“ versteht man Nebenabreden im Kreditvertrag, die neben den banküblichen Sicherheiten als ein weiteres Schutzinstrument für die Kreditinstitute dienen sollen. Sie legen dem Kreditnehmer entweder bestimmte Informations und Verhaltenspflichten auf oder legen entsprechende Anforderungen bezüglich der Ausstattung des Eigenkapitals, des Verschuldungsgrads, des Ertrages, der Liquidität oder andere ähnliche Kennzahlen für das Unternehmen fest. Die Kennzahlen sind dem Kreditgeber regelmäßig mitzuteilen. Diese kreditvertraglichen Nebenvereinbarungen werden zwischen Gläubigern und Schuldnern getroffen und sind zusätzlich zur eigentlichen Zahlungsverpflichtung einzuhalten. Sie werden also über die üblichen Bestandteile eines Kreditvertrages (Art, Höhe, Laufzeit, Rückzahlung, Kündigung, Kosten, Besicherung, AGBs etc.) hinaus vereinbart. Im weiteren Sinne können Covenants zu den Kreditsicherheiten gezählt werden. Hinter dem Begriff der Kreditsicherheiten verstecken sich Maßnahmen zur Minimierung des Ausfallrisikos von Kreditforderungen. Durch den Einsatz von Covenants entsteht eine Win-Win-Situation für beide Vertragspartner. Die Covenants tragen also dazu bei, dass zum einen das Unternehmen nicht insolvent geht (Win für den Kreditnehmer) und zum anderen, dass der Kreditgeber eine Rückzahlung des Kredites erhält (Win für den Gläubiger). Sie wirken also präventiv. In älteren Literaturen ist oft von „Bestimmungen in Kapitalüberlassungsverträgen, die dem Schuldner die Durchführung bestimmter Maßnahmen verbieten“ die Rede. Mit den Covenants sichert sich das kreditgebende Institut zur Sicherstellung der Rückzahlungspflicht gewisse Informations-, Kontroll- und ggf. auch Mitspracherechte zu. Damit kann es das kreditnehmende Unternehmen über die volle Vertragslaufzeit in der Geschäftsführung bzw. in dem Verhalten potenziell beeinflussen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die aktuelle Niedrigzinsphase und das daraus resultierende Risikomanagement der Banken ein, wobei Covenants als zentrales Instrument zur Lösung des Prinzipal-Agent-Problems vorgestellt werden.
2. Prinzipal-Agent-Theorie: Dieses Kapitel erläutert die Informationsasymmetrie zwischen Kreditgeber und Kreditnehmer als theoretische Grundlage für die Notwendigkeit von Kreditvertragsnebenabreden.
3. Theoretische Grundlagen von Covenants: Es erfolgt eine detaillierte Begriffsbestimmung, Abgrenzung und Systematisierung der verschiedenen Arten von Covenants, insbesondere mit Fokus auf finanzielle Kennzahlen.
4. Umgang mit Covenants: Hier werden präventive Maßnahmen und Kommunikationswege zwischen Vertragspartnern beschrieben, um die operative Einhaltung der vereinbarten Klauseln sicherzustellen.
5. Verletzungen von Covenants: Dieses Kapitel analysiert die Konsequenzen eines Vertragsverstoßes (Breach of Covenants), inklusive Kündigungsrechten, Waiver-Regelungen und Nachverhandlungsmöglichkeiten.
6. Bedeutung von Covenants in Ratingagenturen: Es wird untersucht, wie Covenants und Finanzkennzahlen die Informationsverarbeitung und Bonitätsbewertung durch große Ratingagenturen beeinflussen.
7. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Rolle von Covenants als Frühwarninstrument zusammen und gibt einen Ausblick auf ihre fortwährende Bedeutung zur Risikominimierung im Finanzwesen.
Schlüsselwörter
Covenants, Kreditverträge, Prinzipal-Agent-Theorie, Risikomanagement, Financial Covenants, Kreditrisiko, Insolvenzprävention, Ratingagenturen, Finanzkennzahlen, Informationsasymmetrie, Liquidität, Fremdkapital, Schuldendienst, Banken, Vertragsgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle und Funktion von Covenants (Nebenabreden) in Kreditverträgen als Schutzinstrumente für Kreditgeber.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die theoretische Herleitung durch die Prinzipal-Agent-Theorie, die Systematisierung der Covenant-Arten sowie die praktischen Folgen bei Vertragsverstößen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, inwieweit Covenants zum Risikoschutz der Kreditinstitute beitragen und welche Bedeutung sie im Prozess des Kreditabschlusses einnehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, die wissenschaftliche Fachliteratur und finanzwirtschaftliche Theorien zur Darlegung des Sachverhalts heranzieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Klassifizierung von Covenants, den prozessualen Umgang bei Verstößen und die Anwendung dieser Konzepte im Rating-Kontext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Covenants, Prinzipal-Agent-Theorie, Informationsasymmetrie, Risikomanagement und Financial Covenants.
Wie unterscheiden sich die Arten von Covenants in der Praxis?
Sie unterscheiden sich in positive (Affirmative) Covenants, die Handlungen einfordern, negative Covenants, die Tätigkeiten ausschließen, und Financial Covenants, die spezifische Finanzkennzahlen vorgeben.
Welche Möglichkeiten hat ein Kreditgeber bei einem Verstoß gegen Covenants?
Neben dem außerordentlichen Kündigungsrecht kann der Kreditgeber Waiver Fees erheben, die Kreditlinie einfrieren, nachbesichern oder in das Management eingreifen.
Warum nutzen Ratingagenturen die Kennzahlen aus Covenants?
Ratingagenturen nutzen diese Kennzahlen zur Informationsverarbeitung, um die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Schuldners besser einschätzen und bewerten zu können.
Was versteht man unter einer „Heilung“ bei Covenant-Verstößen?
Eine Heilung ist die nachträgliche Erfüllung der vereinbarten Kennzahlen innerhalb einer im Vertrag festgelegten Frist, oft unterstützt durch zusätzliche Finanzmittel externer Sponsoren.
- Arbeit zitieren
- Tom Thielen (Autor:in), 2019, "Covenants" in Kreditverträgen. Bedeutung und Folgen beim Verstoß gegen "Covenants", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/959093