Intelligenzdiagnostik


Referat (Handout), 1998

7 Seiten


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Intelligenzdiagnostik (Literaturliste Tismer-Puschner)

Zum Stand der Theorienbildung in der Intelligenzforschung

- Cattell 1943

- Intelligenz ist ein Konstrukt. Nicht direkt beobachtbar.

- Intelligenz ist ein Wort mit so vielen Bedeutungen, daß es zuletzt überhaupt keine mehr hat. (Spearman)

Psychometrische Modelle der Intelligenz

Globale Intelligenzmodelle

- eine ganzheitliche Fähigkeit mit nur einem Maß gemessen

- Binet und Simon 1905

- Binetarium

Stanford-Binet-Intelligenz-Test Zweifaktorenmodell von Spearman

- eine homogene Fähigkeit, mit einem Maß meßbar · jedoch Aussagen über die Komponenten · Faktorenanalytisch gestützt

- Verschiedene Tests korrelieren hoch miteinander, weil sie alle hoch auf g laden

- Zur Erfassung führt man entweder verschiedene Tests durch, oder konstruiert einen Test mit hoher g-Faktor-S ä ttigung.

- die meisten Studien stützen die Annahme, daß mehrere Faktoren vorhanden sind

Das Modell mehrerer gemeinsamer Faktoren

- Thurstone 1938

- multiple Faktorenanalyse: minimale Anzahl von voneinander unabhängigen Faktoren, die soviel wie möglich Varianz aufklären

- sieben Faktoren:

- perceptual speed: p Auffassungsgeschwindigkeit

- number: n Rechenfähigkeit

- Word fluency: w Wortflüssigkeit

- Verbal comprehension: v Erfassung von Wortbedeutungen

- Space: s Räumliches Vorstellungsvermögen

- memory: m Merkfähigkeit

- induction o. reasoning: i o. r Fähigkeit, Regeln zu finden

Das Intelligenzmodell von Wechsler

- um zwei Gruppenfaktoren erweitertes Zweifaktorenmodell · Handlungsintelligenz und Verbale Intelligenz · komplexes Funktionsgebäude:

- Antriebsstärke

- Ausdauer

- Interesse

- Testmotivation · HAWIE

- zu starke Sättigung des g-Faktors

Hierarchische Intelligenzmodelle

- Burt, Vernon

- Residualmatrizen weiter faktorisiert: · g-Faktor

- Hauptgruppenfaktoren · Untergruppenfaktoren · Spezifische Faktoren · s. S. 116

- sehr offen

Intelligenzmodell von Cattell

- faktorenanalytisch:

- sieben Primärfaktoren, darunter auch die fluide Intelligenz

- die übrigen Primärfaktoren determinieren die kristalline Intelligenz

- fließende Intelligenz vom Lernschicksal unabhängig

- Kristalline Intelligenz von umweltbedingten Einflüssen beschrieben

- Aus dem Konzept der fließenden Intelligenz entstand der Culture-fair-Test von Cattell · CFT-Tests

Das Intelligenzmodell von Guilford

- Bisherige Modelle immer Datenabhängig, Guilfords Modell ist theoretisch erschlossen · Reiz -Prozeß - Produkt

- 120 Quaderzellen (s. S. 120)

- 100 davon nachgewiesen

- künstlich

Frage zum Geltungsbereich faktorenanalytischer Intelligenzmodelle

- abhängig von den Ausgangsdaten und von Technik und von der Population, äußeren Bedingungen

- nicht universell, generell, stabil

- Struktur ändert sich mit Lebensalte, Begabung...

- kein generell gültiges zeitlich stabiles Modell der Intelligenz

Schlußfolgerungen für die psychometrische Intelligenzdiagnostik

- keine Intelligenz schlechthin

- man kann nur Produkte geistiger Aktivitäten messen, nicht die unmittelbare Art und Weise · Ergebnisse auch dann relativ invariant, wenn sie auf unterschiedlichen Modellen beruhen. · Struktur variiert mit Population und Bedingungen

- Tests, die unterschiedliche Leistungsfähigkeiten erfassen, eignen sich auch in unterschiedlicher Weise für diagnostische und prognostische Zwecke

Übersicht der einzelnen Tests s. S. 126!!!!!

Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Kinder

- übertragen von der Wechsler-Intelligence-Scale for Children

- spiegelt das Wechsler´sche Intelligenzmodell wider

- Verbalteil:

1. AW Allgemeines Wissen

1. AV Allgemeines Verständnis

1. RD Rechnerisches Denken

1. GF Gemeinsamkeiten finden

1. WT Wortschatztest

- Zusatztest:

1. ZN Zahlen nachsprechen

- Handlungsteil:

1. ZS Zahlen-Symbol-Test

2. BE Bilder ergänzen

1. BO Bilder ordnen

2. MT Mosaiktest

3. FL Figuren legen

- Die einzelnen Tests sind für die dazugehörige Intelligenz gleichgewichtet, die

Intelligenzbereiche für die Gesamtintelligenz

Testmaterial und Durchführung

1. Testanweisung

2. Protokollbogen

3. Bleistift

4. Stoppuhr

5. Materialkasten

6. Hefte für RD und BE

7. Muster für MT

8. Karten für BO

9. Holzwürfel für MT

10. Zusammensetzteile für FL

11. Auswertungsschablone für ZS

- Aufgaben 1-12 und Verbalteil und RD mündlich formuliert · ZS Paper-Pencil

- Antworten den Verbalteils und des BE möglichst genau zu protokollieren · Bei BO, FL Anordnungen

- Bei MT richtige Lösungen und Anzahl der Versuche

- keine einheitliche Speedkonstruktion: AW, AV, GF, WT, ZN ohne zeitliche Begrenzung; RD, BE, BO, BT, FL mit, ZS Gesamtzeit

- Pbn nicht über Zusätzliche Zeitpunkte bei schneller Bearbeitung informiert

Auswertung und Interpretation

1. individuelle Lösungen nach Punkten

2. Rohpunkte RP pro Untertest

3. RP werden nach altersspezifischen Transformationstabellen Wertpunkten WP zugeordnet

4. Die Summe der Wertpunkte der beiden Teile ergeben Verbal- und Handlungspunkte

5. bei ZN müssen die Verbalpunkte auf eine 5-Test-Basis reduziert werden

6. Verbalpunkte werfen in Verbal-IQ und Handlungspunkte in Handlungs-IQ und die Gesamtpunkte in den Gesamt-IQ umgewandelt

- µ = 100 , @ = 15

- unbefriedigende Objektivität bei Untertests mit wenig plausiblen Zuordnungsregeln

- clinical Sign Approaches

- Scatter.Maße

- wichtig: Gesamt-IQ, Verbal- und Handlungs-IQ, deren Differenz, Profilanalysen

- wenn interpretieren, dann nur bei Differenzen über der Standardabweichung

- Die Interpretation den Profils ist problematisch, da nicht sichergestellt ist, daß die einzelnen

Untertests auch abgegrenzte Fähigkeiten abtesten

- Durch Faktorenanalyse: vier Vektoren bei 13 jährigen · Verbaler Faktor

- Wahrnehmungsfaktor

- Denk- und Lernfaktor

- analytisches Vergleichen

- Legastheniker weisen bei Faktor eins und drei Schwächen auf · Winkelmann entwickelte eine Tabelle für kritische Differenzen · Seifart entwickelte ein Vergleichsprofil für Schwerbehinderte

Analyse der Testaufgaben und Untertests

- Die Aufgaben sind nicht nach Schwierigkeit sortiert, Test wird aber abgebrochen, wenn eine bestimmte Anzahl von Aufgaben nicht gelöst wurde

- unbefriedigende Itemhomogenitätswerte

Reliabilität

- Test kann auf wahre Merkmalsausprägung zurückgeführt werden

- Geringe Reliabilität bei Retestuntersuchungen. Wegen Steigerung der Leistung? · Halbierungsverfahren: gut

- höhere Konsistenz mit steigendem Alter

Validität

- zwischen Gesamtscore und anderen Tests r = .50 -.85

- korrelieren nicht mir schulischem Arbeitsverhalten, Early School Personality Questionair · differenziert zwischen Schultypen, Legasthenikern, neurotischen Kindern, Blinden

Normen

- Differenzierung in Viermonatsstufen

- Verteilungsvoraussetzungen nicht erfüllt

- Verschiedene Normen stehen zur Verfügung · in der Regel wird der IQ überschätzt

Kurzformen

- Sieben- bis Dreizehnjährige von Pawlik mit je vier Untertests

- gute Korrelationen zum großen Tests. Auch im Verbalteil und im Handlungsteil alleine. · Baumert WIPKI Viererkombination mit bester Kreuzvalidierung

- Schmalohr: Kurztest mit guten Korrelationen

Mannheimer Intelligenztest (MIT)

Allgemeines

- Bestimmung des allgemeinen Intelligenzniveaus · MIT-KJ für Kinder und Jugendliche

Intelligenzmodell und Testaufbau

- g-Faktormodell, deshalb stark g-Faktorgesättigte Untertests · zehn Aufgabengruppen

- je zwei Beispielaufgaben und sieben Testitems

1. FR Figurenreihen

1. WB Wortbedeutung

1. DO Dominos

1. BG Buchstabengruppen

1. ZR Zahlenreihen

1. WV Wortverhältnisse

1. MO Mosaiken

1. SW Sprichwörter

1. ZS Zahlensymbole

1. UN Unmöglichkeiten

- möglichst hohe Korrelationen der Untertests mit dem Gesamtwert

Testmaterial und Duchführungsbedingungen

- In zwei Formen S und T vorhanden, um Gruppen zu untersuchen · manuell mit Lösungsbogen oder elektronisch auszuwerten · eine Stunde, ein Drittel auf Instruktion

- FR, DO, BG, ZR, MO, ZS eine Mittelstellung zwischen Speed-Power und Power · WB, WV, SW, UN Power-Test

Auswertung und Interpretation

- Rohwert: Summe aller richtigen Lösungen

- Altersspezifische Standardwert µ = 100, @ = 10 und Staninewert · Alters- und Geschlechtsspezifische

- Alter-, Geschlechts- und Schulspezifische

Analyse der Testaufgaben und Untertests

- nach Schwierigkeit geordnet

Reliabilität

- Test markiert die relative Leistungsposition auf längere Zeit relativ stabil · bei wiederholter Bearbeitung stieg der Wert um 7 Rohwertpunkte · Paralleltest mit S und T r = .89

Validität

- Faktorenanalyse: MIT mit Untertests drei Faktoren 70/20/20 · hohe Korrelation mit IST-70

- Keine hohe Korrelation mit Lehrerurteilen

Normen

- Nach S, T, Lebensalter, Geschlecht und Schulbildung: Standard und Stanine IST-70

Intelligenzmodell und Aufbau

- Intelligenz zwischen sprachgebunden, zahlengebunden und figuralräumlich

1. SE Satzergänzung: common sence

1. WA Wortauswahl: Sprachgefühl

1. AN Analogien: Kombinationsfähigkeit

1. GE Gemeinsamkeiten: sprachlogisches Denken

1. RA Rechenaufgaben

1. ZR Zahlenreihen: induktives Denken

1. FA Figurenauswahl: Vorstellungsreichtum

1. WÜ Würfelaufgaben: räumliches Vorstellen

1. ME Merkaufgaben: Gedächtnis

- sprachgebundene Aufgaben größere Bedeutung, als Zahlengebundene · Beträchtliche Varianzunterschiede zwischen den Untertests

Testmaterial und Duchführungsbedingungen

- A1, B2, C3, D4

- Paper-Pencil

- je zwanzig Mehrfach-Wahl-Aufgaben

- 90 min

- Nach Schwierigkeit sortiert

- ZR, WÜ, FA, GE eher Speedtest

Auswertung und Interpretation

1. Auszählen der Rohwerte

1. Transformation in altersspezifische Standardwerte µ0 100, @ = 10

1. Ermittlung des entsprechenden IQ´s µ = 100, @ = 15 und des Prozentrangs und Schulabschlußstandardwert

1. Erstellung eines Profils

1. Bestimmung eines Dimensionswertes Festigung vs. Flexibilität

- Bestimmung der relativen Position

- Profilanalyse

- Gefestigt oder Flexibel relativ zum Alter

- Normwert nicht aus gemittelten Subtestwerten, sondern aus Rohwertsummen => verfälschte Gewichtung des Untertests

- Für Profil SE, WA, AN, GE. M-förmiger Verlauf => sprachlich.theoretische Begabung

W-förmiger Verlauf => praktische Begabung

- kritische Differenz: 9 SW-Einheiten Reliabilität

- hohe Korrelationen bei Paralleltest

- Unangemessene Werterhöhung mit der Zeit im Vergleich mit den Tabellen · je niedriger der erste Wert, desto größer der Anstieg beim Retest

Validität

- weitgehend valide

- erfaßt Leistungsaspekte, die in anderen Tests auch vorhanden sind

- Nur geringer Zusammenhang mit Schulischen und beruflichen Leistungen

- nur geringe Korrelation mit Messungen motorischer Fertigkeiten, Persönlichkeits-, Interessenskalen

- Drei Faktoren: Sprachgebundenes Denken, Anschauungsgebundenes Denken, Rechenfähigkeit

- Profilanalysen nicht empirisch belegt

Normen

- Relative Position in Bezug auf Alter (12-60)

- SW für verschiedene Schulabschlüsse

- Geschlechtsunterschiede nicht berücksichtigt

7 von 7 Seiten

Details

Titel
Intelligenzdiagnostik
Autor
Jahr
1998
Seiten
7
Katalognummer
V95984
ISBN (eBook)
9783638086615
Dateigröße
338 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Intelligenzdiagnostik
Arbeit zitieren
Katharina Wöhrmann (Autor:in), 1998, Intelligenzdiagnostik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95984

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