Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Vergleich des Finanzierungsangebotes am Automobilmarkt und des Landtechnikmarktes, wobei zunächst die Bedürfnisse des Kunden im Landtechnik-Finanzierungsgeschäft denen der Automobil-Finanzierungs-Kunden gegenüber gestellt werden. Auf der Basis der Bedürfnisse werden dann die Finanzierungs-Marketingmöglichkeiten im Automobil- und im Landtechnikmarkt erörtert.
Im weiteren Verlauf werden die verschieden Formen der Absatzfinanzierung in beiden Branchen dargestellt, wobei die Automobilbranche als Vorreiter im Absatzfinanzierungsgeschäft klassifiziert wird und daher der Schwerpunkt dieses Gliederungspunktes im Automobilabsatz liegt.
Die Finanzierungsangebote Automobilbanken sind inzwischen zu einem Schlüsselfaktor im Absatz der Automobil-Industrie geworden. Das resultierende Umsatzwachstum der Hersteller und die zusätzliche Generierung eines großen Kundenbestandes konnten primär durch wettbewerbsüberlegene Zinskonditionen erreicht werden. Penetrationsraten von 40% und mehr am Finanzierungs-Markt sind bei Automobilbanken heute gängig . Bei einem Großteil der Angebote von Absatzfinanzierungen in der Landtechnikbranche liegt der primäre Focus bislang noch darauf, einen zusätzlichen Ertrag zu erreichen. Die Betrachtung der Absatzfinanzierung als Marketinginstrument und somit als Bestandteil der Unternehmenspolitik befindet sich, außer bei den drei großen Landtechnikherstellern Fendt, Claas und John Deere noch im Entwicklungsstadium.
Als Fazit dieser Arbeit folgt in Punkt fünf die Anpassung der Kenntnisse aus dem Automobilmarkt auf die Landtechnikbrache mit einer Analyse der Übertragungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung der veränderten Kundenbedürfnisse im Landtechnikmarkt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entwicklung der Absatzfinanzierung innerhalb beider Branchen
3. Einteilung der Kundenbedürfnisse und Finanzierungs-Marketing und Marketingmöglichkeiten
3.1 Klassifizierung der Kunden nach Bedürfnisstruktur
3.1.1 Kundenbegriff
3.1.2 Privatkunden
3.1.3 Geschäftskunden
3.1.4 Geschäftskunden im Landtechniksegment
3.2 Finanzierungs-Marketingmöglichkeiten
3.2.1 Das Angebot von Finanzdienstleistungen allgemein
3.2.2 Angebote im Privatkundensegment
3.2.3 Angebote im Geschäftskundensegment
4. Finanzierungsarten beider Branchen im Vergleich
4.1 Kreditfinanzierung
4.2 Leasing
5. Übertragung der Kenntnisse vom Automobil- auf den Landtechnik-Markt
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit vergleicht das Finanzierungsangebot im Automobilsektor mit jenem der Landtechnikbranche, um Strategien für den Ausbau von Absatzfinanzierung als Marketinginstrument im Landtechnikmarkt abzuleiten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit Automobil-Finanzierungsmodelle auf die spezifischen Bedürfnisse der Landtechnik-Endkunden übertragen werden können.
- Vergleich der Kundenbedürfnisse zwischen Privat- und Geschäftskunden.
- Analyse der Absatzfinanzierung als strategisches Marketinginstrument.
- Gegenüberstellung von Finanzierungskonditionen (Kredit vs. Leasing).
- Evaluierung der Marktdurchdringung und Entwicklungspotenziale im Landtechnikbereich.
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Privatkunden
Die Privatkunden benötigen ein hochwertiges Konsumgut, z.B. ein Auto oder eine Landmaschine, entweder zur Erledigung oder Bewältigung der eigenen Wertschöpfung (Mobilität um zum Arbeitsplatz zu gelangen, technische Unterstützung bei der Verwaltung der Gartenanlagen o.ä.)
Die Anschaffung kann also nur selten umgangen werden und ist oft dringend. In diesem Fall kann der Bedarf sofort entweder mit Hilfe von Ersparnissen durch Eigenkapital oder z. B. bei der Aufnahme eines Kredites durch Fremdkapital gestillt werden. Das Konsumgut soll bei einer Finanzierung mit Ratenzahlung in den meisten Fällen sofort oder nach Abschluss der Finanzierungslaufzeit Eigentum des Kunden werden. Bei Leasingverträgen soll das Konsumgut dem Kunden während der Laufzeit uneingeschränkt zur Verfügung stehen und anschließend entweder zurückgegeben oder zum Restwert gekauft werden.
Die Bedürfnisse der Privatkunden ergeben sich aus einem starken Kostenbewusstsein und der schwachen gesamtwirtschaftlichen Lage, die nur wenigen Konsumenten ermöglicht, ihren Gesamtbedarf mit liquidem Eigenkapital sofort zu decken. Sie können als die folgenden Bedürfnisse definiert werden:
1. Einen dringenden Bedarf decken zu können
2. Fremdkapital zur Bedarfsbefriedigung schnell und unkompliziert zu erhalten
3. Geringe Kosten für die Kapitalbeschaffung und –Verfügung bei einer geringen effektiven monatlichen Belastung tragen zu müssen
4. Möglichst viele Zusatzleistungen in Anspruch nehmen zu können (Paketangebot)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, den Vergleich zwischen Automobil- und Landtechnikfinanzierung als Ausgangspunkt für die Analyse der Kundenbedürfnisse zu nutzen.
2. Entwicklung der Absatzfinanzierung innerhalb beider Branchen: Zeichnet die historische Entwicklung nach, wie sich Absatzfinanzierung von einer bloßen Zusatzleistung zu einem zentralen Marketinginstrument gewandelt hat.
3. Einteilung der Kundenbedürfnisse und Finanzierungs-Marketing und Marketingmöglichkeiten: Analysiert detailliert die Anforderungen verschiedener Kundengruppen und die verfügbaren Finanzierungsmarketing-Strategien.
4. Finanzierungsarten beider Branchen im Vergleich: Vergleicht konkret Kredit- und Leasingmodelle sowie deren jeweilige Vor- und Nachteile für die Endkunden.
5. Übertragung der Kenntnisse vom Automobil- auf den Landtechnik-Markt: Fasst zusammen, wie die gewonnenen Erkenntnisse zur Anpassung an die Landtechnikbranche genutzt werden können, um zukünftige Wachstumshemmnisse zu überwinden.
Schlüsselwörter
Absatzfinanzierung, Automobilhandel, Landtechnikmarkt, Finanzdienstleistungen, Kundenbedürfnisse, Kreditfinanzierung, Leasing, Marketinginstrument, Investitionsgüter, Liquidität, Branchenvergleich, Absatzförderung, Herstellerbanken, Fremdkapital, Wirtschaftlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Rolle der Absatzfinanzierung als Marketinginstrument in der Automobil- und Landtechnikbranche und wie erstere als Vorbild für letztere dienen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Analyse von Kundenbedürfnissen, der Vergleich verschiedener Finanzierungsinstrumente wie Kredite und Leasing sowie die strategische Positionierung durch Finanzdienstleistungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Rückstand der Landtechnikbranche in der Absatzfinanzierung aufzudecken und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Finanzierungsangebote zur Absatzsteigerung optimiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt einen vergleichenden analytischen Ansatz, unterstützt durch Daten aus Fachliteratur, Experteninterviews und Marktbeobachtungen, um die Branchendynamiken abzubilden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bedarfsanalyse der Endkunden, den Vergleich der Finanzierungsarten und die spezifische Ausgestaltung von Marketingstrategien durch Finanzdienstleister.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Absatzfinanzierung, Branchenvergleich, Kundenbedürfnisse, Leasing und Marketingstrategie beschreiben.
Warum spielt die Saisonalität in der Landtechnik eine so große Rolle für die Finanzierung?
Da Landwirte ihre Einnahmen zyklisch während der Ernte erzielen, sind flexible Zahlungspläne, die Tilgungsbeginn und Ratenzahlungen an den Erntezyklus anpassen, essenziell.
Was unterscheidet das Leasing im Landtechniksektor vom Automobilleasing?
Im Landtechnikbereich sind die Nutzungsdauern der Maschinen deutlich länger, weshalb Leasing bisher weniger stark verbreitet ist als im Automobilsektor und oft über Kooperationen statt über herstellereigene Banken abgewickelt wird.
- Arbeit zitieren
- Stephanie Sander (Autor:in), 2003, Absatzfinanzierung des Landtechnikhandels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9599