Erving Goffmans Theorie des dramaturgischen Handelns an den Interaktionen auf Familienfesten


Hausarbeit, 1998
8 Seiten

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1 Einleitung

In dieser Arbeit geht es darum, Erving Goffmans Theorie des dramaturgischen Handelns an den Interaktionen auf Familienfesten zu verdeutlichen. Im ersten Teil werden die wesentlichen Punkte seiner Theorie aufgeführt. Im zweiten Teil werden diese anhand von auf Familienfesten auftretenden Situationen, bei denen die Verwandtschaft das Ensemble der Inszenierung darstellt, erklärt, und im dritten Teil folgt eine kurze Stellungnahme. Familienfeste sind normalerweise Treffen, bei denen bestimmte Anlässe wie z.B. Geburtstage, Hochzeiten, Begräbnisse oder andere allgemeine Feiertage der Grund für die Zusammenkunft mehrerer Familienmitglieder sind. Diese Treffen bieten sich meiner Meinung nach sehr gut dafür an, verschiedene Formen der Alltagsrituale genauer zu untersuchen. Obwohl ich im Laufe der Arbeit festgestellt habe, dass die gewählten Beispiele nicht unbedingt typisch für Familienfeste, sondern auch in anderem Rahmen vorstellbar sind, habe ich mich entschlossen, die zur Erklärung herangezogenen Beispiele unter dem Oberbegriff der Familienfeste zu belassen, da sie meiner Erfahrung nach häufig auf familiären Zusammenkünften auftreten.

2 Goffmans Rollenverständnis

Goffman hat Anfang der sechziger Jahre die Idee der interaktionistischen Rollentheorie weiter verfolgt. Die Art und Weise, in der Goffman seine Theorievorstellung erklärt, unterscheidet sich jedoch von denen seiner Kollegen. Er erläutert seine Theorien an tagtäglich auftretenden Situationen, ohne deren Wahrheitsgehalt empirisch zu belegen, doch er überzeugt durch Logik und Fallbeispiele. Das brachte ihm z.T. harte Kritik seiner Kollegen ein. Doch die Achtung und Anerkennung, die sein Werk auch heute noch geniesst, zeigt, dass empirische Messmethoden nicht immer und überall nötig sind, um Theorien verständlich oder zumindest für den Laien nachvollziehbar zu gestalten. In seinem Buch "Wir alle spielen Theater", das die wesentliche Grundlage dieser Arbeit darstellt, beschreibt Goffman seine Vorstellungen von Rollenhandeln im Rahmen des symbolischen Interaktionismus.

Er vergleicht die Handlungen der Personen innerhalb von Interaktionen mit dem Verhältnis der Darsteller zum Publikum in einer Theatervorstellung. Die Darsteller verkörpern bestimmte Rollen und versuchen mit Hilfe von dramaturgischen Elementen diese so gut wie möglich zu spielen, um das Publikum von ihrer Glaubhaftigkeit zu überzeugen. Goffman sieht eine Rolle also als Hülle, in die ein Darsteller hineinschlüpft und sich diverser Mittel bedient, um dem Publikum diese Rolle möglichst glaubhaft vorzuspielen. So fällt es dem Leser leichter, die Ausführungen Goffmans nachzuvollziehen, da die Theorie nicht frei im Raum schwebt, sondern an konkreten Merkmalen einer Theatervorstellung festgemacht und erklärt ist. Die notwendigen Voraussetzungen des Darstellers und die ihm zur Verfügung stehenden Mittel werden nachfolgend vorgestellt.

2.1 Der Glaube an die eigene Rolle

Laut Goffman gibt es zwei Voraussetzungen, die ein Darsteller erfüllen muss, um eine Rolle spielen zu können. Der Darsteller, der von seiner Rolle voll überzeugt ist, schafft es im Normalfall auch, sein Publikum zu überzeugen, da er den Zuschauern nichts vorzuspielen braucht - er muß ja nicht Rolleninhaber spielen, er ist es seiner Überzeugung nach schließlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zuschauer ihm die Rolle nicht "abnehmen", ist also gering, da er nichts vortäuschen muss. Das Rollenspiel kommt sozusagen "von Herzen", und Informationen, die dem Zuschauer unter Umständen auf sog. "Nebenkanälen" (Goffman in Miebach, Seite 88) eine mangelnde Identifikation mit der Rolle aufzeigen könnten, sind nicht zu erwarten.

Eine weitere Variante ist, dass ein Darsteller von seiner Rolle überhaupt nicht überzeugt ist. Er kann das dem Publikum verbergen und es dennoch überzeugen, denn gerade sein Wissen um die Notwendigkeit seiner Überzeugungskraft macht ihn zu einem besonders guten Schauspieler. Für den Zuschauer ist es schliesslich nicht einfach festzustellen, ob der Darsteller sich nun voll mit der Rolle identifiziert oder nicht. (Goffman, Wir alle spielen Theater, 19-20)

Wir unterscheiden also:

a) Darsteller die von ihrer Rolle überzeugt sind
b) Darsteller die von ihrer Rolle nicht überzeugt sind

2.2 Fassaden

Damit ein Darsteller seine Rolle auch überzeugend spielen kann, benötigt er einige

Hilfsmittel. Goffman fasst diese unter dem Begriff der Fassaden zusammen. Er spricht von einem "Ausdrucksrepertoire, das der Einzelne im Verlauf seiner Vorstellung bewusst oder unbewusst anwendet" (Goffman, Wir alle spielen Theater, 23). Dabei unterscheidet er jedoch zwischen Äusserlichkeiten, die sich in der Umgebung des Darstellers befinden, z.B. "Möbelstücke, Dekorationselemente, Versatzstücke" (Goffman, Wir alle spielen Theater, 23) und Merkmalen der persönlichen Fassade, wie z. B. "Kleidung, Geschlecht, Alter, Rasse, Grösse, physische Erscheinung, Haltung, Sprechweise, Gesichtsausdruck, Gestik, und dergleichen" (Goffman, Wir alle spielen Theater, 25). Innerhalb der Merkmale der persönlichen Fassade unterscheidet er weiterhin zwischen den bewussten und den unbewussten Ausdrucksmöglichkeiten. Die unbewussten fasst Goffman unter dem Begriff "Erscheinung" zusammen. Er meint damit z. B. das Geschlecht, Alter, Rasse und Grösse eines Darstellers, also Merkmale, auf die dieser keinen Einfluß hat. Die bewussten Ausdrucksmöglichkeiten jedoch kann der Darsteller variieren, so z. B. Kleidung, Haltung, Sprechweise, Gesichtsausdruck und Gestik. Goffman betitelt diese Art der Ausdrucksmöglichkeit als "Verhalten" (Goffman, Wir alle spielen Theater, 25). Alle drei Komponenten sind von enormer Wichtigkeit für das Bild, das der Darsteller vermitteln will. Die Fassaden schaffen quasi die Atmosphäre, in der sich die Rolle des Darstellers erst entwickeln kann, und ohne die das Rollenspiel viel an Überzeugungskraft verlieren würde. (Goffman, Wir alle spielen Theater, 23-30)

Goffman unterscheidet also zwischen

a) Umgebung
b) Erscheinung
c) Verhalten

2.3 Idealisierung

Die Rolle, die ein Darsteller innehat, kann durch verschiedene Ausdrucksweisen noch verstärkt werden. Von jeder Rolle gibt es im Geiste des Zuschauers ein Idealbild, eine stereotypische Vorstellung, wie derjenige, der die Rolle spielt, aussehen, sich verhalten und geben sollte. Nur wenn der Darsteller diesen Vorstellungen entspricht, akzeptiert ihn der Zuschauer in dessen Rolle. Und da der Darsteller mit seiner Rolle natürlich überzeugen möchte, appelliert er meist an die idealtypischen Vorstellungen in den Köpfen der Zuschauer, die ihn dann womöglich auch bestätigen. Goffman nennt das "die Tendenz der Darsteller, beim Publikum einen auf verschiedene Art idealisierten Eindruck zu erwecken" (Goffman, Wir alle spielen Theater, 35). Diese Idealisierung kann verschiedenen Zwecken dienen. Es scheint, dass die meisten Menschen in ihrem Bestreben nach immer höherem Ansehen vorgeben, einen höheren Status zu haben als es in Wirklichkeit der Fall ist. Daraus resultiert die positive Idealisierung, bei der der Darsteller vorgibt mehr zu sein oder zu haben als es der Wahrheit entspricht. Bei den Idealisierungen, gleich ob positiver oder negativer Natur, wird an die "extremsten Klischeevorstellungen" (Goffman, Wir alle spielen Theater, 38) appelliert. Vorgespielt wird etwas, was nicht der Realität entspricht. Mögliche Zuordnungen, die mit der angestrebten Rolle unvereinbar sind, werden verborgen oder zumindest abgeschwächt. (Goffman, Wir alle spielen Theater, 35-46)

Goffman unterscheidet zwischen

a) positiver Idealisierung

b) negativer Idealisierung

2.4 Ausdruckskontrolle

Um im Publikum den Anschein zu erwecken, man stünde voll hinter bzw. in der Rolle, ist es notwendig, "kleinere Missgeschicke und ungewollte Gesten" (Goffman, Wir alle spielen Theater, 49) zu vermeiden, da diese nicht immer in Einklang mit dem Verhalten stehen, das von dem Darsteller in seiner Rolle erwartet wird.

Somit ist es wichtig, dass der Darsteller sich mit seiner ganzen Art, mit Gestik, Mimik und seinem Ausdruck unter Kontrolle haben muss, will er denn überzeugend schauspielern. Das Problem einer "falschen" Handlung liegt nicht in der Handlung selbst, sondern in der Abweichung von den Erwartungen des Publikums. Die Zuschauer stellen sich bei einem bestimmten Rolleninhaber auch ein bestimmtes Verhalten vor. Stimmt das Tatsächliche nicht mit dem Erwarteten überein, ganz gleich wie die falsche Handlung sonst zu bewerten gewesen wäre, stellt der Zuschauer den Darsteller in seiner Rollenposition in Frage. "Diese Abweichung treibt einen äußerst störenden Keil zwischen den allgemein anerkannten Entwurf (der Rolle) und die Realität" (Goffman, Wir alle spielen Theater, 49). Laut Goffman kann sich diese Abweichung auf dreierlei Art äußern:

a) die physisch bedingte Abweichung, die sich in rein körperlichem Fehlverhalten äußert b) die integrative Abweichung, d.h. "der Darsteller (mag) den Eindruck erwecken, er sei entweder zu stark oder zu wenig an der Interaktion beteiligt" (Goffman, Wir alle spielen Theater, 49)

c) die äußere, sachbezogene Abweichung, die man z.B. an unpassendem Interieur bemerken kann.

Stimmen diese drei Aspekte nicht mit dem Rest des Rollenspiels überein, kommen beim Publikum Zweifel an dem Wahrheitsgehalt der Inszenierung auf. Insofern ist ein gewisses Mindestmass an Kontrolle und eine "innere Übereinstimmung" (Goffman, Wir alle spielen Theater, 50) erforderlich, um eine Rolle glaubhaft zu spielen. (Goffman, Wir alle spielen Theater, 48-54)

2.5 Mystifikation

Eine weitere Variante innerhalb des Rollenspiels bezeichnet Goffman als die "Mystifikation". Der Darsteller hält sich dabei mit der Präsentation seiner Rolle bewusst stark zurück, so dass sich das Publikum fragt, was wohl hinter der Fassade stecken mag.

Doch die Zuschauer schrecken meist aus "ehrfürchtiger Scheu" (Goffman, Wir alle spielen Theater, 64) davor zurück, diesem im Dunkel liegenden Mysterium auf die Spur zu kommen. Sie vermuten etwas ganz Besonderes hinter der zur Schau gestellten Zurückhaltung des Darstellers. Durch die Scheu und das daraus resultierende mangelnde Hinterfragen unterstützt das Publikum jedoch den Darsteller wiederum bei dem Streben, seine Rolle noch weiter zu mystifizieren. "Das Publikum währt hinter der Darstellung Mysterien und geheime Mächte" (Goffman, Wir alle spielen Theater, 65), und den "respektvollen Abstand" (Goffman, Wir alle spielen Theater, 64) den das Publikum pflegt, gewährt dem Darsteller "Ellbogenfreiheit für den Aufbau eines selbstgewählten Eindrucks" (Goffman, Wir alle spielen Theater, 65).

3 Interaktionsdramaturgie auf Familienfesten

Nachdem ich nun die wesentlichsten dramaturgischen Hilfsmittel, die Goffman in seinem Buch aufführt, vorgestellt habe, werde ich mich nun den Familienfesten zuwenden und die Bestandteile bzw. einzelnen Aspekte des Festes den Erklärungen Goffmans zuordnen. Das Familienfest ist eine große Inszenierung mit viel Vorbereitung und Aufwand, schliesslich findet so etwas nicht alle Tage statt. Die einzelnen Darsteller kommen z.T. von weither gereist, um an dem Schauspiel teilzunehmen, und jeder wird bei der Inszenierung versuchen, seine Rolle so überzeugend wie möglich zu spielen. Nun gibt es laut Goffman zwei unterschiedliche Grundvoraussetzungen für das Spiel einer Rolle, einmal die absolute innere Übereinstimmung mit der gespielten Rolle - als Beispiel wäre da die Gastgeberin zu nennen, die in ihrer Rolle als Köchin und Bedienstete voll aufgeht und permanent um das kulinarische Wohlergehen der Gäste bemüht ist, um so die Erwartung der Gäste, von den Gastgebern versorgt zu werden, zu erfüllen (2.1.a).

Andererseits gibt es natürlich auch die Person, die von ihrer Rolle nicht überzeugt ist, aber trotzdem mit allen Mitteln versucht diese Rolle gut zu spielen (2.1.b). Da gibt es z.B. den Studenten, von dem man erwartet, dass er fleissig lernt und am Universitätsleben teilnimmt.

Natürlich werden ihn die Verwandten ausfragen, besonders wenn er das Studium gerade erst begonnen hat. Tatsächlich jedoch findet der Student vielleicht andere Dinge in seinem Leben viel wichtiger. Und das hält ihn davon ab, die Erwartungen, die als Studenten an ihn gestellt werden, zu erfüllen. Er ist von seiner Rolle nicht voll überzeugt, muss jedoch, um gewissen Sanktionen vorzubeugen, den fleissigen Studenten vortäuschen. Und da er über das Leben auf dem Campus höchstwahrscheinlich Bescheid weiss, dürfte es ihm nicht allzu schwer fallen, die Erwartungen seiner Verwandten an sein Rollenspiel zu erfüllen.

Die "Umgebung" (2.2.a) lässt sich noch einmal ganz deutlich am Beispiel der Gastgeberin aufzeigen, die natürlich vor dem Eintreffen der Verwandtschaft die ganze Wohnung geputzt und Omas Silberbesteck aus dem Keller geholt hat, um eine bestimmte Atmosphäre zu schaffen, die ihre Rolle als gute Gastgeberin unterstützt. Die Fassaden der "Erscheinung" (2.2.b) haben einen eher geringen Einfluß auf das Gelingen eines Rollenspiels, da es sich bei diesen Merkmalen um Eigenschaften handelt, auf die der Betreffende keinen Einfluß haben kann. Deswegen wird auf ihre Entsprechung nicht ganz so viel Wert gelegt, d.h. obwohl man sich einen Geschäftsführer im allgemeinen eher groß und stattlich vorstellen würde, zweifelt man trotzdem nicht unbedingt an seines Großonkels Rolle als Geschäftsführer, nur weil er vielleicht mickrig und verwachsen aussieht.

Das "Verhalten" (2.2.c) ist jedoch von enormer Wichtigkeit. Will z.B. der Onkel seinen akademischen Grad in den Vordergrund rücken, also die Rolle des Professors spielen, erwarten die anderen Familienmitglieder natürlich ein entsprechendes "akademisches Verhalten". Ein gewisser Anteil an unbekannten Fremdwörtern und die Lesebrille auf der Nasenspitze sind dem überzeugenden Rollenspiel im allgemeinen nur förderlich und appellieren gleichzeitig an die Neigung der Zuschauer zur "positiven Idealisierung" einer Rolle (2.3.a). Die Form der "negativen Idealisierung" (2.3.b) findet man natürlich auch auf Familienfesten. Um zu Weihnachten und Geburtstag mehr Geschenke zu bekommen, können Kinder z.B. dazu neigen, die bisherigen Mengen ihres Spielzeugs zu verheimlichen oder zumindest zu relativieren, wenn sie der Oma davon erzählen.

Möglicherweise schaffen sie es so, an die idealtypische Vorstellung von einem gelangweilten, vernachlässigten Kind zu appellieren, was durchaus mehr Geschenke von der Großmutter zur Folge haben könnte. Eine weitere wichtige Art und Weise für die gelungene Überzeugung ist die "Ausdruckskontrolle" (2.4.). Die drei folgenden Punkte sind Grundvoraussetzungen, um eine Rolle glaubhaft spielen zu können:

Dem akademisch gebildeten Onkel nimmt man seine Seriösität nicht ab, wenn er z.B. wild durch die Gegend "rülpst" und "furzt" (Goffman, Wir alle spielen Theater, 49)(a). Der Student wiederum könnte sich dadurch verraten, dass er sich "zu stark" (Goffman, Wir alle spielen Theater, 49) an der Interaktion beteiligt und pausenlos seinen Arbeitswillen beschwört; die offensichtliche Zurückhaltung könnte beim Thema Universität allerdings auch verdächtig wirken (b).

Die sachbezogene Abweichung (c) kann man am besten an der Gastgeberin demonstrieren.

Hätte sie, wie eingangs erwähnt, ihre Wohnung in einem schmutzigen Zustand belassen, in der sie sich vielleicht befand, hätten die Gäste daraus schliessen können, dass ihr Besuch nicht unbedingt mit Freuden erwartet wird. Die Gastgeberin hätte somit den Erwartungen der eingeladenen Familienmitglieder nicht entsprochen, die eine saubere und gepflegte Umgebung für das "besondere" Ereignis des Familienfestes erwartet hätten. Kommen wir nun zum letzten Teil dieser Ausführung, der "Mystifikation" (2.5.). Auf Familienfesten ist wohl der Punkt der Mystifikation nicht unbedingt ganz so oft anzutreffen, es gibt dieses Phänomen aber dennoch. Ruhig und zurückhaltend, stets selbstbeherrscht und immer einen Hauch des Geheimnisses um sich verbreitend, tritt der Darsteller auf. Bei grenzwissenschaftlichen Diskussionen immer wortführend und über den Dingen stehend, vermittelt der Rolleninhaber den Eindruck, er wüsste alles und nichts könnte ihn aus der Fassung bringen. Nichts, außer man zweifelt an ihm, denn dann droht sein wohldurchdachtes und geschickt inszeniertes Geflecht zusammenzubrechen.

"Wie zahllose Volksmärchen und Initiationsriten zeigen, ist das Geheimnis, das hinter dem Mysterium steht, oft die Tatsache, daß es in Wirklichkeit kein Mysterium gibt; das wirkliche Problem besteht darin, das Publikum daran zu hindern, dies ebenfalls zu bemerken" (Erving Goffman, Wir alle spielen Theater, 65)

4 Fazit

Die einzelnen dramaturgischen Möglichkeiten der Darsteller stellt Goffman in seinem Buch "Wir alle spielen Theater" sehr verständlich da. Die Erklärungen sind in sich schlüssig und auch in Kombination können sie, wie Kapitel 3 dieser Arbeit zeigt, angewendet werden. Sie bieten die Möglichkeit, verschiedene Schauplätze und Darsteller genauer zu betrachten und ihr Verhalten zu verstehen und einzuschätzen. Mit Goffmans Theorie ist es auf jeden Fall gut möglich, tagtägliche Situationen zu erkennen, zu verstehen und erklären zu können.

5 Literaturverzeichnis

- Erving Goffman, Wir alle spielen Theater, Piper Verlag, München, 1973

- Erving Goffman, Das Individuum im öffentlichen Austausch, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M.,1974

- Erving Goffman, Interaktionsrituale über Verhalten in direkter Kommunikation, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M., 1971

- Heinz Abels u. Horst Stenger, Gesellschaft lernen, Einführung in die Soziologie, Leske + Budrich Verlag, Opladen 1989

- Bernhard Miebach, Soziologische Handlungstheorie, Westdeutscher Verlag, Darmstadt, 1991

- AG Soziologie, Denkweisen und Grundbegriffe der Soziologie, Campus Verlag, Frankfurt a.M, 1992

- Werner Fuchs-Heinritz u.a., Lexikon zur Soziologie, Westdeutscher Verlag, Opladen, 1994

- René König, Die Familie der Gegenwart, C.H. Becksche Verlagsbuchhandlung, München, 1977

- Richard M. Emge, Soziologie des Familienhaushaltes Uni Taschenbücher Schöningh, Paderborn, 1981

- Martin R. Textor, Familien: Soziologie, Psychologie, Lambertus Verlag, Freiburg, 1993

- Martine Segalen, Die Familie, Campus Verlag, Frankfurt a.M., 1990

- Monika Bösel, Lebenswelt Familie, Campus Verlag, Frankfurt a. M., 1980

- Friedhelm Neidhardt, Die Familie in Deutschland, Leske + Budrich Verlag, Opladen,1975

- Claus Mühlfeld, Familiensoziologie, Hoffman und Campe Verlag, Hamburg, 1976

- Ronald D. Laing, Die Politik der Familie, Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln, 1974

- Günther Lüschen u. Eugen Lupri (Hrsg.), Soziologie der Familie, Westdeutscher Verlag, Opladen, ohne Jahr

8 von 8 Seiten

Details

Titel
Erving Goffmans Theorie des dramaturgischen Handelns an den Interaktionen auf Familienfesten
Autor
Jahr
1998
Seiten
8
Katalognummer
V96006
Dateigröße
427 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erving, Goffmans, Theorie, Handelns, Interaktionen, Familienfesten
Arbeit zitieren
Götz Krücken (Autor), 1998, Erving Goffmans Theorie des dramaturgischen Handelns an den Interaktionen auf Familienfesten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96006

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