Private Equity Finanzierung. Ablauf, Risiken und Vorteile

Eine kurze Darstellung


Hausarbeit, 2019

25 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

2 Theoretische Grundlagen der Private Equity Finanzierung
2.1 Begriffsbestimmung und Abgrenzung
2.2 Merkmale der Private Equity Finanzierung

3 Akteure
3.1 Arten der Investition
3.2 Investoren
3.3 Private Equity Gesellschaften
3.4 Portfoliounternehmen
3.5 Funktionsweise der PE Fonds

4 Ablauf einer Private Equity Finanzierung
4.1 Fundraising von PE Gesellschaften
4.2 Deal Flow und Beteiligungsprüfung
4.3 Investing
4.4 Postinvestmentphase
4.5 Exit
4.6 Chancen und Risiken

5 Fazit

6 Zielerreichung

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Akteure der PE Finanzierung

Abbildung 2: Funktionsweise der PE Fonds

Abkürzungsverzeichnis

PE Private Equity

VC Venture Capital

LP Limited Partner

GP General Partner

1 Einleitung

Nicht selten bestimmt die Kapitalausstattung eines Unternehmens neben einigen anderen Faktoren wie dem Unternehmenskonzept, den führenden Unternehmern sowie den Mitarbeitern essenziell über den Erfolg eines Unternehmens.1

Unabhängig von der geschäftlichen Tätigkeit, der aktuellen Unternehmenslebenszyklusphase oder der Größe des Unternehmens entsteht Kapitalbedarf durch den betriebswirtschaftlichen Grundsatz der Gewinn- und Renditemaximierung in jedem Unternehmen. Wenn der Kapitalbedarf die Möglichkeiten der inneren Finanzierung übersteigt, muss Kapital von außerhalb beschafft werden.

1.1 Problemstellung

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, gibt es in einem Unternehmen unzählige Finanzierungsanlässe, die oft nicht aus der eigenen finanziellen Kraft des Unternehmens realisiert werden können. Für Unternehmen, die keinen Zugang zum Kapitalmarkt haben (beispielsweise Einzelunternehmen, OHG, KG oder GmbH), die sich oft im wirtschaftlichen Bereich des Mittelstandes bewegen, spielen private Investoren eine essenzielle Rolle.2

Es gilt, Alternativen zu traditionellen Finanzierungsformen wie staatlichen Förderungen, Bankkrediten, Anleihen oder eigentümerfinanziertem Eigenkapital zu schaffen, da für die Gewährung dieser Formen oft andere Kriterien herangezogen werden, als für die der Private Equity (PE) Gesellschaften. Entscheidend für beispielsweise die Kreditgewährung einer Bank sind unter anderem das Entwicklungsstadium des Unternehmens sowie ausreichende Sicherheiten in Form liquider Mittel und Sachanlagen. Sind diese Kriterien nicht ausreichend erfüllt, müssen alternative Finanzierungsformen gefunden werden.

Eine Alternative stellt die PE Finanzierung durch Gesellschaften dar. Diese Finanzierungsmöglichkeit soll in der folgenden Arbeit detailliert dargestellt werden.

1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

Ziel der Arbeit ist es, den Ablauf einer Private Equity Finanzierung darzustellen, die Vorteile und Risiken abzuwägen und zu einem begründeten Fazit zu kommen. Dies soll durch die theoretischen Grundlagen der Finanzierung und der Ausführung der Grundzüge von Private Equity Gesellschaften unterstützt werden. Dazu muss zunächst eine Definition der Private Equity Finanzierung festgehalten werden, welche auch eine Abgrenzung zu anderen Finanzierungsformen enthält.

2 Theoretische Grundlagen der Private Equity Finanzierung

Die folgenden Kapitel sollen als Einleitung der Arbeit dienen und theoretische Grundlagen schaffen. Hierzu wird der Begriff der Private Equity Finanzierung definiert und dessen Merkmale dargestellt.

2.1 Begriffsbestimmung und Abgrenzung

Der Begriff Private Equity lässt sich in zwei Bestandteile gliedern. Der erste Teil Private impliziert eine Abgrenzung zum Begriff Public Equity und deutet darauf hin, dass das Kapital nicht auf dem öffentlichen Kapitalmarkt bereitgestellt wird. Der Bestandteil Equity beinhaltet, dass es sich bei dem Kapital nicht um Fremdkapital handelt, welches verzinst und zurückgezahlt wird, sondern um Eigenkapital, welches dem Unternehmen gegen eine Rendite zur Verfügung gestellt wird.3

Allgemein zu sagen ist, dass Private Equity eine Finanzierung darstellt, die kapitalbedürftigen Unternehmen außerhalb der Börse finanzielle Mittel zur Verfügung stellt. Dabei verlangen die Investoren keine Sicherheiten vom Unternehmen, so wie es beispielsweise bei einer Kreditvergabe durch eine Bank der Fall ist.4 Investoren beteiligen sich am Eigenkapital von Unternehmen, ohne dass Teile des Eigenkapital dieses Unternehmens an der Börse gelistet werden. Es handelt sich um eine Form von externer Eigenkapitalfinanzierung.5

Die Finanzierung des Unternehmens ist nicht die einzige Funktion, die PE erfüllt. Die Gesellschaften sollen die Unternehmen auch in strategischen Fragen und der Neuausrichtung des Unternehmens unterstützen und ihnen somit Managementressourcen zur Verfügung stellen.6 Die Gesellschaft plant kurz- bis mittelfristig in ein Unternehmen zu investieren. Dies wird durch eine außerordentliche Rendite entlohnt welche ,,je nach Studie zwischen 10 und 20% p.a.“ beträgt.7

PE bezeichnet die Later-Stage Finanzierung, demnach die Förderung von Unternehmen, die schon eine spätere Phase ihres Unternehmenslebenszyklus erreicht haben, sowie die Finanzierung von diversen Sonderanlässen, wie beispielsweise Gesellschafterwechseln oder Restrukturierungen.8

Einerseits kann PE als Oberbegriff für alle Eigenkapitalanlageformen verstanden werden.9 Jedoch kann er auch klar von Finanzierungsformen wie z.B. Venture Capital (VC) abgegrenzt werden. Beide Begriffe beschreiben Beteiligungs- bzw. Mezzanine-Kapital, welches von Kapitalgebern zur Wachstumsunterstützung zur Verfügung gestellt wird. Der größte Unterschied ist, dass VC Gesellschaften in junge Unternehmen in deren frühen Unternehmensphasen wie zum Beispiel der Geschäftsidee und der Gründung investieren, vorwiegend im High-Tech Bereich. Die Gesellschaften gehen außerdem von hohem Entwicklungspotential der Unternehmen aus. Dem gegenüber stehen hohe Ausfallrisiken des investierten Kapitals, da es sich um sehr junge Unternehmen handelt. PE Gesellschaften beschränken sich auf Investitionen in späteren Unternehmensphasen und insgesamt reiferen Unternehmen.10

Außerdem kann eine klare Grenze zwischen Private Equity Gesellschaften und Hedgefonds gezogen werden. Obwohl beide Anlageformen als alternativ gelten, gibt es grundlegende Unterschiede.11 Während PE Gesellschaften auf die Investition in nicht börsennotierten Unternehmen bevorzugen, konzentrieren sich Hedge-Fonds auf das Investieren in Unternehmen, die an der Börse gelistet sind. Auch sind die Strategien der beiden Gesellschaften sehr verschieden – während Hedgefonds ihr Geld mit Spekulationen auf Kursentwicklungen verdienen, setzen PE Gesellschaften auf Renditen durch Wertsteigerungen der Unternehmen, die bezuschusst werden, sowie den späteren Austritt aus dem Unternehmen.12

PE-Gesellschaften versuchen bewusst, durch Managementexpertise eine Wertsteigerung des Unternehmens zu erzielen. Das bedeutet, dass diese aktiv, meist durch den Kauf einer Beteiligung in die Unternehmensführung, eingreifen. Hedgefonds hingegen handeln opportunistisch und versuchen, vorübergehende Fehlbepreisungen an der Börse auszunutzen und dadurch Gewinne zu erzielen.13 Nachdem der Begriff PE abgegrenzt wurde, gilt es, die wichtigsten Merkmale der Finanzierungsform festzuhalten.

2.2 Merkmale der Private Equity Finanzierung

Bei der PE Finanzierung wird Eigenkapital von außen in das Unternehmen eingebracht, sie ist dementsprechend als Teil der Außenfinanzierung einzuordnen und von Innenfinanzierungsmaßnahmen wie einbehaltenen Gewinnen oder zusätzlichen Eigentümereinlagen abzugrenzen.14 Zudem wird die PE Finanzierung meist nur in Anspruch genommen, wenn eine weitere Fremdkapitalaufnahme nicht mehr möglich ist, da die Renditeerwartung der Private Equity Gesellschaften hoch sind und die PE Finanzierung somit für das Unternehmen mit hohen Kosten verbunden ist.15

Der zeitliche Horizont der PE Finanzierung ist grundsätzlich begrenzt. Von Beginn der Finanzierung ist festgelegt, dass die Beteiligung am Unternehmen nach einer Umstrukturierung zur Wertsteigerung mit Gewinn verkauft werden sollen.16 Je nach Anlass der Finanzierung gestaltet sich die Laufzeit sehr unterschiedlich.17

Neben der hohen Rendite erwartet der Investor ebenfalls ,,Informations-, Kontroll- und Mitspracherechte“.18 Abhängig davon, in welchem Entwicklungsstadium sich das Unternehmen befindet und welchen Anlass die Finanzierung hat, kann das Unternehmen vom Investor auch in managementbezogenen Themen unterstützt werden. Dies äußert sich in Know-How-Transfer und der Bereitstellung von Netzwerken und Kontakten. Hierbei kommt es ebenfalls darauf an, welche Art von Kapitalgeber vorhanden ist. Handelt es sich um beispielsweise private Kleinanleger oder staatliche Förderinstitutionen, fällt die Unterstützungsfunktion gering aus oder ganz weg, während z.B. Business Angels (wohlhabende Einzelpersonen) intensiver fördern, da sie dran interessiert sind, größtmögliche Gewinne aus dem Wachstum des Unternehmens zu generieren.19

Die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen kann unterschiedliche Ausmaße annehmen. Die Gesellschaft kann das Unternehmen lediglich beraten oder vollkommen kontrollieren. Grund für die Kontrolle ist die Annahme der PE Gesellschaften, dass die Einflussnahme auf das Unternehmen das Risiko der Investition verringert und somit die Diversifikation der Investments nicht das einzige Instrument zur Risikoverringerung sei.20

Das Risiko im Falle einer PE Finanzierung ist, im Vergleich zu anderen Finanzierungsarten, relativ hoch, da die Investoren volles unternehmerisches Risiko für ihr eingesetztes Kapital tragen. Sie sind an Verlusten beteiligt und haben eine nachrangige Stellung gegenüber anderen Gläubigern des Unternehmens. Ein Rückzahlungsanspruch besteht ebenfalls nicht. Eine PE Gesellschaft profitiert nur vom Unternehmen, wenn Gewinne erwirtschaftet werden.21

Da die Rückflüsse durch die Renditen meist nicht ausreichen, um das hohe Risiko und die umfangreiche Haftung zu kompensieren, welches PE Gesellschaften haben, ist ein weiteres Merkmal der PE Finanzierung das hohe Entwicklungspotential, welches Gesellschaften in Unternehmen sehen. Dieses ist der primäre Grund für die Investition, da die Gesellschaft plant, das Unternehmen nach Umstrukturierung weiter zu veräußern.22

3 Akteure

Um das Konzept der PE Finanzierungen vollkommen erfassen zu können, müssen auch die Akteure, die im Prozess mitwirken, näher betrachtet werden. Dies soll im Folgenden geschehen.

Bei PE Finanzierungen sind im Wesentlichen drei Akteure zu nennen. Die Investoren, die Kapitalnehmer, also die Portfoliounternehmen, und die PE Gesellschaften. Außerdem sind seit einigen Jahren sogenannte Dachfonds im Prozess beteiligt. Diese vermitteln zwischen den Investoren und den PE Gesellschaften.23 Die untenstehende Abbildung soll zu Veranschaulichungszwecken dienen.

Abbildung 1: Akteure der PE Finanzierung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Thum, O., Timmreck, C., Keul, T., Private Equity, 2008, S. 15

3.1 Arten der Investition

Wie auf der Abbildung zu sehen, haben Investoren die Möglichkeit direkt oder indirekt in Unternehmen zu investieren. Die direkte Beteiligung (ganz links auf der Abbildung zu sehen) bedeutet den direkten Kauf von Unternehmensanteilen. Hierbei zu beachten ist, dass die Investoren über ausreichende Kompetenzen im Bereich PE verfügen müssen, um die Wertsteigerung des Unternehmens und eine ausreichende Rendite zu erlangen. Außerdem sollten sie über ausreichend Kapital verfügen, um die Risikodiversifikation der Anlagen sicherstellen zu können.24

Die indirekte Beteiligung wird entweder durch den Investor und eine PE Gesellschaft oder durch die zusätzliche Zwischeninstanz eines Dachfonds abgewickelt. Dieses Szenario ist mittig und rechts in der Abbildung zu sehen. Die Dachfonds übernehmen hierbei die Auswahl der PE Gesellschaft in welche investiert werden soll, und stellen somit die Risikodiversifikation sicher.

[...]


1 Vgl. Dill, M., Private Equity im Mittelstand, 2008, S. 15.

2 Vgl. Dill, M., Private Equity im Mittelstand, 2008, S. 15.

3 Vgl. Dill, M., Private Equity im Mittelstand, 2008, S. 31.

4 Vgl. Gündel, M., Katzorke, B., Private Equity, 2007, S. 26.

5 Vgl. Brettel, M. et al., Private Equity-Investoren, 2008, S. 10-11.

6 Vgl. Grünbichler, A., Böhmer, C., Private Equity und Hedge Funds, 2001, S. 21–42.

7 Vgl. Stich, F., Listed Private Equity, 2011, S. 1; Vgl. Brettel, M. et al., Private Equity-Investoren, 2008, S. 11.

8 Vgl. Gündel, M., Katzorke, B., Private Equity, 2007, S. 29.

9 Vgl. Ochs, C., Unternehmensfinanzierung und Finanzinvestoren, 2008., S. 29.

10 Vgl. Gündel, M., Katzorke, B., Private Equity, 2007, S. 29.

11 Vgl. Povaly, S., Private Equity Exits, 2007, S. 47.

12 Vgl. Gündel, M., Katzorke, B., Private Equity, 2007, S. 28–31.

13 Vgl. Stich, F., Listed Private Equity, 2011, S. 26.

14 Vgl. Dill, M., Private Equity im Mittelstand, 2008, S. 32.

15 Vgl. Gündel, M., Katzorke, B., Private Equity, 2007, S. 33.

16 Vgl. Dill, M., Private Equity im Mittelstand, 2008, S. 32.

17 Vgl. Gündel, M., Katzorke, B., Private Equity, 2007, S. 35.

18 Vgl. Gündel, M., Katzorke, B., Private Equity, 2007, S. 36.

19 Vgl. Gündel, M., Katzorke, B., Private Equity, 2007, S. 36.

20 Vgl. Dill, M., Private Equity im Mittelstand, 2008, S. 33.

21 Vgl. Gündel, M., Katzorke, B., Private Equity, 2007, S. 34.

22 Vgl. Dill, M., Private Equity im Mittelstand, 2008, S. 33 f.

23 Vgl. Thum, O., Timmreck, C., Keul, T., Private Equity, 2008, S. 14.

24 Vgl. Thum, O., Timmreck, C., Keul, T., Private Equity, 2008, S. 15.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Private Equity Finanzierung. Ablauf, Risiken und Vorteile
Untertitel
Eine kurze Darstellung
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
25
Katalognummer
V960106
ISBN (eBook)
9783346305749
ISBN (Buch)
9783346305756
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Private Equity, Finanzierung
Arbeit zitieren
Melina Helga Richter (Autor), 2019, Private Equity Finanzierung. Ablauf, Risiken und Vorteile, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/960106

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