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Delir auf der Intensivstation. Definition und Möglichkeiten der Behandlung

Title: Delir auf der Intensivstation. Definition und Möglichkeiten der Behandlung

Term Paper , 2019 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Pascal Eichler (Author)

Medicine - Hospital Environment, Clinical Medicine
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Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, was ein Delir ist und wie es definiert wird? Insbesondere soll im Folgenden die Frage geklärt werden, welche Behandlungsmöglichkeiten es für delirante Patienten auf der Intensivstation geben kann.

Die Intensivstation eines Krankenhauses stellt eine Institution dar, in der aufgrund von diversen Situationen an Ruhe kaum zu denken ist. Lebenswichtige Überwachungsmaßnahmen, hochtechnologische Geräte und ein reges Arbeitstempo tragen dazu bei, dass ein konstant hoher Geräuschpegel herrscht. Zahlreiche pflegerische und ärztliche Tätigkeiten, sowie diagnostische und therapeutische Maßnahmen zu jeder Uhrzeit, lassen Ruhephasen für Patienten zur Seltenheit werden. Rückzugsmöglichkeiten für Patienten sind aufgrund von notwendiger Monitorüberwachung und Infusionstherapie zudem kaum möglich. Der Patient muss sich also notgedrungen dem System der Intensivstation, beziehungsweise des Krankenhauses anpassen und ist somit während seines Aufenthaltes ständigen akustischen, medikamentösen und interaktionellen Reizen ausgesetzt.

Nicht ausschließlich, aber überwiegend durch die beschriebenen Umstände ist das Krankheitsbild des Delirs zunehmend zu beobachten, welches nicht nur von Patienten und Pflegepersonal, sondern auch von Angehörigen als stark belastendes Ereignis wahrgenommen wird. Während des Aufenthaltes sind bei Beteiligten Gefühle von Machtlosigkeit und Überforderung erkennbar. Noch vor einigen Jahren bezeichnete man dieses Krankheitsbild als sogenanntes Durchgangssyndrom. Beschrieben werden sollte damit ein Zustand, welcher von selbst kam und auf eben gleichem Wege auch folgenlos wieder ausheilte. Es wurde somit eine passagere Erkrankung suggeriert, ohne die dadurch erhöhte Letalität in Betracht zu ziehen. Heute weiß man, dass ein Delir wie ein Notfall gesehen werden muss. Untersuchungen bei Intensivpatienten haben gezeigt, dass die 1-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit mit jedem Delirtag um circa 10% sinkt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Fragestellung/ Erkenntnisinteresse/ Forschungsgegenstand

2. Forschungsstand

2.1 Geschichtlicher Hintergrund

2.2 Definition

2.3 Ursachen

2.4 Symptome

2.5 Diagnostik

2.6 Behandlung

2.6.1 Nichtmedikamentöse Behandlung

2.6.2 Medikamentöse Behandlung

3. Fazit

3.1 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Krankheitsbild des Delirs auf Intensivstationen als akuten, notfallmedizinisch relevanten Zustand. Das primäre Ziel ist es, die Definition, Ursachen, Symptomatik sowie aktuelle diagnostische und therapeutische Ansätze – unter besonderer Berücksichtigung sowohl medikamentöser als auch nichtmedikamentöser Interventionen – darzulegen und deren Relevanz für das Patienten-Outcome zu belegen.

  • Klinische Definition und Differenzierung des Delirs
  • Multifaktorielle Ursachenhypothesen
  • Diagnostische Verfahren, insbesondere das CAM-ICU
  • Nichtmedikamentöse Strategien zur Delirprophylaxe
  • Medikamentöses Management gemäß aktueller S3-Leitlinien

Auszug aus dem Buch

2.3. Ursachen

Was die Entstehung und die Ursache eines Delirs angeht, so scheint die Wissenschaft noch nicht den einen ursächlichen Faktor ausmachen zu können. Es existieren hingegen lediglich einige Hypothesen, von denen ausgegangen wird, dass diese Ursachen für ein Delir darstellen können. Diese wurden von Zoremba, N., Coburn, M. sowie Schälte, G., herausgearbeitet und werden im Folgenden zusammengefasst.

I. Die Neuroinflammationshypothese

Diese Hypothese beschreibt die Freisetzung von Zytokinen, körpereigenen Signalmolekülen und Entzündungsmediatoren, welche durch periphere Entzündungsprozesse freigesetzt werden. Wenn diese die Blut-Hirn-Schranke überwinden, werden Hirnparachymzellen aktiviert, welche Zytokine und Entzündungsmediatoren in das zentrale Nervensystem abgeben.

II. Die oxydative Stresshypothese

Bei dieser Hypothese spielen Sauerstoff- und Stickstoffverbindungen eine zentrale Rolle, welche zu oxidativen Stress führen und Zellschäden anrichten können. Im Alter sind die antioxidativen Mechanismen kaum mehr vorhanden, sodass es bei einem zunehmenden Ungleichgewicht zu zerebralen Zellschäden kommen kann. Ebenfalls kann eine eben solche Hypoxie die Freisetzung von Acetylcholin fördern und dadurch einer Delirförderung beisteuern.

III. Die neuroendokrine Hypothese

Diese Hypothese geht davon aus, dass ein Sinken des Glukokortikoidspiegels mit unter die Ursache für ein Delir sein kann. Glukokortikoide werden in der Nebennierenrinde gebildet und zählen zu den Steroidhormonen. Glukokortikoide wirken

Zusammenfassung der Kapitel

1. Fragestellung/ Erkenntnisinteresse/ Forschungsgegenstand: Die Einleitung beleuchtet die belastende Umgebung der Intensivstation und verdeutlicht die medizinische und ökonomische Dringlichkeit der Auseinandersetzung mit dem Delir als akutes Notfallereignis.

2. Forschungsstand: Dieses Kapitel liefert eine umfassende Aufarbeitung der historischen Entwicklung, Definitionen, Ätiologien, Symptomatik und der diagnostischen sowie therapeutischen Möglichkeiten zur Delirbehandlung.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer schnellen Erkennung und Behandlung zusammen und betont die entscheidende Rolle der Pflegekräfte sowie leitlinienbasierter Maßnahmen für ein verbessertes Patienten-Outcome.

Schlüsselwörter

Delir, Intensivstation, CAM-ICU, Delirmanagement, S3-Leitlinie, nichtmedikamentöse Behandlung, medikamentöse Therapie, Patienten-Outcome, Bewusstseinsstörung, Intensivmedizin, Analgosedierung, Neuroinflammation, oxidative Stresshypothese, Delirprophylaxe, Pflegemanagement

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Delir auf der Intensivstation, welches als ein kritisches, notfallmäßig zu behandelndes Krankheitsbild und nicht als harmlose Begleiterscheinung definiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die ätiologischen Hypothesen, die symptomatische Differenzierung sowie die Umsetzung von evidenzbasierten Diagnose- und Behandlungsstrategien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es, die Behandlungsmöglichkeiten für delirante Patienten auf der Intensivstation zu klären und die Notwendigkeit für ein strukturiertes Management aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller S3-Leitlinien, klinischer Studien und wissenschaftlicher Hypothesen zur Entstehung und Therapie des Delirs.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den Ursachenhypothesen und klinischen Symptomen (hyperaktiv, hypoaktiv, Mischtyp) detailliert das diagnostische Instrument CAM-ICU sowie therapeutische Ansätze erläutert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Delir, Intensivstation, CAM-ICU, S3-Leitlinie und Delirprophylaxe maßgeblich charakterisiert.

Warum ist das Delir auf Intensivstationen ein Notfall?

Das Delir ist ein Notfall, da es die 1-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit signifikant senkt und das Risiko für langfristige kognitive Funktionsstörungen massiv erhöht.

Welche Bedeutung hat das CAM-ICU Instrument?

Das CAM-ICU ist ein validiertes Screeninginstrument, das auch bei nicht verbal kommunizierenden Patienten, etwa unter Beatmung, eine verlässliche Diagnostik ermöglicht.

Was ist der Unterschied zwischen nichtmedikamentöser und medikamentöser Behandlung in dieser Arbeit?

Die nichtmedikamentöse Therapie fokussiert auf Reorientierung und Angstvermeidung durch Pflege und Angehörige, während die medikamentöse Therapie auf Schmerzfreiheit und eine kontrollierte Sedierung (RASS 0/-1) abzielt.

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Details

Title
Delir auf der Intensivstation. Definition und Möglichkeiten der Behandlung
College
University of applied sciences, Cologne
Grade
2,0
Author
Pascal Eichler (Author)
Publication Year
2019
Pages
17
Catalog Number
V960211
ISBN (eBook)
9783346309358
ISBN (Book)
9783346309365
Language
German
Tags
Intensivstation ICU Delir Behandlung Durchgangssyndrom
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Pascal Eichler (Author), 2019, Delir auf der Intensivstation. Definition und Möglichkeiten der Behandlung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/960211
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