Die Basileia toon ouranoon im Verständnis des Evangelisten Matthäus


Hausarbeit (Hauptseminar), 1993

38 Seiten, Note: Recht gut


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Inhaltsverzeichnis

0. Vorwort,

I. Teil: Vorbemerkungen,
1. Das Matthäusevangelium,
1.1. Die Quellen,
1.2. Die Gliederung und die damit verbundenen theologischen Absichten des Evangelisten, S.7-8 1.3. Verfasserschaft, Adressaten und Abfassungs- zeit,

II. Teil: Der Begriff Offenbarung im Matthäusevangelium,
1. Die Übersetzung von Offenbarung ,
2. Die Befunde,
2.1. Die Basileia als irdisches Reich,
2.2. Der Logos der Basileia,
2.3. Die Geheimnisse der Basileia,
2.4. "Verkündigen das Evangelium von der Basileia",
2.5. Die Söhne der Basileia,
2.6. Die Basileia des Menschensohnes,
2.7. Die Basileia des Vaters,
2.8. Die Basileia Gottes,
2.9. Die Basileia der Himmel,

III. Teil: Der theologische Gehalt der Offenbarung im Verständnis des Matthäus,
1. Die Ethisierung der Basileia-Verkündigung,
1.1. Die "bessere Gerechtigkeit" und das "Tun des Willen Gottes",
1.1.1. Exkurs: Die Gegenwärtigkeit der Basileia,
1.2. Das Reich des Menschensohnes und sein Gericht,
1.2.1. Exkurs: Die Zukünftigkeit der Basileia,
2. Die Basileia als geschenktes Heilsgut
3. Zum Inhalt des "Verkündigens" bei Mt
4. Nachwort

IV.Teil. Literaturverzeichnis und Abkürzungen
1. Quellen
2. Hilfsmittel und Lexika
3. Kommentare
4. Monographien
5. Abkürzungen in den Fußnoten

0. Vorwort:

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in drei Hauptteile.

Da es sich um eine Untersuchung über das Mtev handelt, stelle ich der Arbeit im ersten Teil eine kurze Einführung in das Mtev voraus.

Im Teil II geht es dann um die einzelnen Befunde, die zum Begriff Offenbarung im Evangelium vorliegen.

Das dritte Kapitel versucht, diese Befunde zu interpretieren und das spezielle Basileiaverständnis des Mt herauszuarbeiten.

Hinweisen möchte ich noch darauf, daß ich aufgrund der Fülle der Stellen im Mtev auf eine detaillierte alttestamentliche traditionsgeschichtliche Ableitung des Basileibegriffs verzichtet habe.

Eine persönliche Bemerkung sei mir noch gestattet:

Diese bescheidene Arbeit möchte ich meinem am 15.Juli 1993 verstorbenen Vater widmen...

Die Gedanken an ihn haben mich während der Niederschrift dieser Arbeit ständig begleitet.

I. Teil: Vorbemerkungen

1. Das Matthäusevangelium

1.1. Die Quellen

Es ist meinem Kenntnisstand nach in der derzeitigen deutschen neutestamentlichen Exegese allgemeine Auffassung, daß der Autor des Mtevs bei der Komposition seiner Schrift auf drei Quellen zurückgegriffen hat. Er benutzte das Markusevangelium, die Logienquelle Q und das sogenannte matthäische Sondergut[2].

Das Markusevangelium übernimmt Mt "fast vollständig mit gelegentlichen Kürzungen"[3]. Ferner verläßt Mt den "Rahmen des MkEv.", um "an geeigneten Stellen ... Stücke aus Q und Sondergut einzufügen, um dann wieder in den Ablauf des MkEv. einzumünden"[4].

Über Markus hinaus hat Mt die Kapitel 1, 2 (Stammbaum Jesu 1,1-17, Geburtsgeschichte 1,18-25, Die Weisen aus dem Morgenland 2,1-12, Flucht nach Ägypten und Rückkehr von dort 2,13-15.19-23 sowie dazwischen den Bericht über den Kindermord des Herodes 2,16-18) und 28,11-20 (Bestechung der Wachen durch die Juden VV 11-15, Erscheinung des Auferstandenen in Galiläa VV16-20).

Ferner natürlich die Stellen, die er mit Lk aus Q gemeinsam hat und seine Sondergutüberlieferungen.

1.2. Die Gliederung und die damit verbundenen theologischen Absichten des Evangelisten

Gliederung und Theologie können nur kurz skizziert werden. Die für das Thema der Arbeit theologisch wichtigen Aussagen finden sich überdies in den späteren Kapiteln.

Nach der Vorgeschichte (s.o.) folgt Mt dem Ablauf des Markus. 3,1-17 berichtet von Johannes dem Täufer und der Taufe Jesu. In 4,1-11 wird von der Versuchung Jesu erzählt. Von 4,12-27,50 läßt sich das Evangelium nach geographischen Gesichtspunkten, die eine theologische Bedeutung haben[5], so gliedern: "4,12 - 13,58 Jesus in Galiläa 14, 1 - 20,34 Wanderung durch Galiläa und Judäa 21, 1 - 27,50 Jesus in Jerusalem"[6].

Ab 27,51 folgt die Grablegung Jesu (bis V 66); in 28,1-20 lesen wir von der Auferstehung Jesu und dem Missionsbefehl an die Jünger.

In diesen Aufbau hat Mt sechs große Reden einge- schoben, die den Gesamtaufbau des Evangeliums prägen[7]. Es sind dies die Bergpredigt (5-7), die Aus-sendungsrede (10), die Gleichnisrede (13), die Gemeinderede (18), die Rede gegen die Pharisäer (23) und die Rede über die letzten Dinge (24+25).

Besonders an der Einfügung der Bergpredigt in den "Markusfaden"[8] wird deutlich, daß Mt die Lehre Jesu wichtig ist, denn erst in 8+9 "folgen Erzählungen über Taten Jesu"[9]. Mt stellt damit den "Vorrang der Lehre Jesu heraus" heraus, "deren Vollmacht durch die begleitenden Wunder aufgewiesen wird"[10]. Trotz der Betonung der Lehre Jesu wird er von seinen Jüngern "niemals `Lehrer' oder `Rabbi' genannt (nur Judas 26,25.49)"[11]. Im Markus- und Lukasevangelium reden ihn seine Jünger so an.

Mt ändert diese Stellen ab "durch die Hoheitsbezeichnung `Kyrie'"[12]. Neben der Lehre Jesu, durch die "das Gesetz zu der ihm eigentlich gebührenden Erfüllung gelangt"[13] (vgl. 5,17f) ist die Christologie im Mtev ein weiterer Schwerpunkt. Schon die sogenannten Reflexionszitate, die das Evangelium wie ein roter Faden durchziehen[14] "sollen zeigen, daß Jesus tatsächlich der Messias ist"[15], von dem im Alten Testament die Rede ist. Als christologische Titel finden sich neben "Christus" (1,1.16; 16,16, u.ö.), "Menschensohn" (8,20; 9,6; u.ö.), "Sohn Davids" (1,1; 9,27; u.ö.), "Sohn Gottes" (8,29; 27,11; u.ö.) und "König der Juden/Israels" (27,11.42).

Mt übernimmt das markinische Messiasgeheimnis nicht[16]. Er ist nicht an der "Verhüllung des wahren Wesens Jesu"[17] interessiert. Er will vielmehr "auf die Paradoxie hinweisen, daß seine <Jesu, d.Verf> Offenbarung in der Niedrigkeit geschieht (10,42; 11,25...)"[18].

1.3. Verfasserschaft, Adressaten und Abfassungszeit Verfasserschaft und Adressaten

Der Verfasser des Mtev ist unbekannt[19]. Nach altkirchlichen Quellen[20] ist der Apostel[21] und ehemalige Zöllner[22] Matthäus der Verfasser des Evangeliums[23]. Gegen diese Annahme spricht die Tatsache, daß Matthäus das Markusevangelium als Vorlage benutzt hat, das nicht von einem Jünger und Augenzeuge Jesu geschrieben wurde[24]. Warum soll ein Augenzeuge dieses dann als Vorlage benutzen?

Der Verfasser dürfte ein Judenchrist gewesen sein[25], der in einer Gemeinde wirkte, die sowohl palästinensische und hellenistische Judenchristen als auch "Glieder heidenchristlicher Herkunft"[26] umschloß. Der Entstehungsort läßt sich nicht genau lokalisieren. Die neutestamentliche Forschung geht davon aus, daß das Mtev in Palästina oder Syrien entstanden ist[27].

Die Adressaten sind Gemeinden, die in jenem Gebiet lagen[28].

Abfassungszeit

Die Abfassungszeit läßt sich ebenfalls nicht genau datieren. Da das Mtev das Markusevangelium[29] voraussetzt (s.o.), muß es nach diesem, also nach 70 geschrieben worden sein. Auf die Zeit nach 70 deutet ebenso das Gleichnis "Vom königlichen Hochzeitsmahl" Mt 22,1-14 (besonders V 7) hin, das die Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahre 70 im Blick hat.

Für den `terminus ante quem' geben uns der Brief des Ignatius an die Smyrnäer und die Didache Hinweise[30]. So kennt Ignatius das Mtev schon (vgl. Mt 3,5 mit Ign Sm 1,1 "πληρω'η πασα δικαι o συvη"). K.Wengst weist eine Abhängigkeit der Didache vom Mtev nach: "Es hat sich also ergeben, daß der Didachist... das Matthäusevangelium benutzt"[31].

Aus diesen Gründen nehmen die meisten Forscher die Zeit zwischen 75 und 100 als Entstehungszeitraum des Mtevs an[32].

II.Teil: Der Begriff Offenbarung im Matthäusevangelium

1. Die Übersetzung von Offenbarung

W. Bauer bietet in seinem "Wörterbuch zum Neuen Testament"[33] fünf Übersetzungsmöglichkeiten für Offenbarung an: "Königsein, Königtum, Königsmacht, Königherrschaft, Königreich". Merklein weist daraufhin, daß "eine Übersetzung des Begriffs ins Deutsche schwierig"[34] ist.

Im Alten Testament ist der Ausdruck "Herrschaft Gottes selten und spät"[35] bezeugt.

Lindemann gibt in seinem Artikel "Herrschaft Gottes/Reich Gottes IV" (TRE, 15, 196ff) einen Überblick über das Vorkommen des Wortes Offenbarung in den apokalyptischen und weisheitlichen Schriften "der Zeit zwischen 150 v.Chr. und 100 n.Chr." und kommt zu dem Ergebnis, daß "die Rede von der Gottesherrschaft Gottes gegenwärtiges Königtum dann aber auch Gottes endzeitlich aller Welt offenbarte Herrschaft, die insbesondere im Gericht über die Gottlosen manifestiert werden wird" meint. "Zur Kennzeichnung der Heilszeit wird der Begriff in der Regel nicht gebraucht."[36]

In der frühjüdischen Literatur ist das "Thema der Königsherrschaft Gottes" nur für das Buch Daniel zentral bestimmend. In den restlichen erhaltenen Schriften spielt "das Thema keine hervorragende Rolle"[37].

Die Übersetzungsschwierigkeit des Begriffes ins Deutsche liegt zum einen darin begründet, daß im Hebräischen und später im Aramäischen "malekut bzw. malekuta JHWH" eine Abstraktionsbildung ist, die einen verbalen Aussagesatz über Gott (Gott ist König) ersetzen sollte. Es ist dann nie das Reich, also das Herrschaftsgebiet gemeint, sondern nur das KönigSEIN Gottes[38]. Die Frage ist zu stellen, ob es ein KönigSEIN ohne KönigREICH gibt, das räumlich faßbar ist. Wie die Auswertung der neutestament-lichen Stellen zeigen wird, gibt es in den synoptischen Evangelien auch die Vorstellung, daß sich das KönigSEIN Gottes auf ein Gebiet erstreckt, in das man gelangen kann[39].

Zum anderen sei die Übersetzung von Basileia mit "Herrschaft Gottes" für den heutigen Menschen negativ besetzt, da der Begriff "Herrschaft" mit Gewalt und "Unterdrückung des Menschen" behaftet ist[40].

Dennoch hält Merklein die Übersetzung von Offenbarung mit "Herrschaft" für die Geeignetste und bevorzugt sie vor "Reich Gottes"[41].

In der Literatur, die ich zum Thema gelesen habe, kommen beide Begriffe für Offenbarung vor. Conzelmann und Lindemann sprechen vom "Reich Gottes"[42].

Andere Exegeten ziehen den Begriff "Herrschaft" vor[43], der sich "weithin durchgesetzt hat"[44]. Wichtig ist meiner Meinung nach bei der Diskussion um die Übersetzung von Offenbarung , daß man den Inhalt der Basileia bzw. den weiteren Kontext der "Basileia-Stelle" heranziehen muß, um Offenbarung zu übersetzen[45].

2. Die Befunde

Der Begriff Offenbarung kommt im Mtev 55mal vor[46].

B ασιλεια ist also ein "theologischer Zentralbegriff"[47], was durch die Tatsache bestättigt wird, daß Offenbarung das "8.häufigste Substantiv"[48] im Mtev ist. Überhaupt ist sich die neutestamentliche Exegese weitgehend einig, daß Offenbarung ein, wenn nicht der, Schlüsselbegriff in der Verkündigung Jesu und darüber hinaus in der synoptischen Tradition ist[49].

In der Regel steht Offenbarung in einer Genitivver-bindung. Bei Mt finden wir: o λ o γ o ς τ.β., τα μυστηρια τ.β.τ. o., κηρυσσειv τ o ευαγγελι o v τ.β., o ι υι o ι της Offenbarung ς, β. τ o υ υι o υ τ o υ αv'ρωπ o υ, β. τ o υ πατρ o ς, β. τ o υ 'ε o υ, β. τωv o υραvωv.

B ασιλεια ist entweder Nominativ oder ein Genitiv-objekt. Die verschiedenen Kombinationen enthalten jeweils eine theologische Bedeutung. Viermal wird der Ausdruck für ein irdisches Reich benutzt.

Auf den folgenden Seiten werde ich die Befunde im einzelnen auflisten, nur die textkritisch interessanten und wichtigen Stellen hervorheben, sowie Angaben zu ihrer Abhängigkeit von Mk, Q, dem mt Sondergut und der mt Redaktion machen.

2.1. Die Basileia als irdisches Reich

B ασιλεια als rein irdisches Reich finden wir im Mtev an vier Stellen. In 4,8 verspricht der Teufel Jesus "πασας τας Offenbarung ς τ o υ κ o σμ o υ". Die Ver-bindung mit κ o σμ o υ (= Welt, Erde) und der Plural von Offenbarung lassen nur an ein irdisches Reich denken[50].

Ebenso lassen der Sinnzusammenhang an den beiden anderen Stellen 12,25 und 24,7 (Offenbarung kommt in 24,7 zweimal vor) keinen anderen Schluß zu. In 12,25 ist parallel zur Offenbarung , die in sich geteilt ist, von der π o λις (= Stadt) und der o ικια (= Haus) die Rede.

In 24,7 ist Offenbarung mit ε'v o ς (=Volk) zusammengestellt, von denen der gleiche Sachverhalt ausgesagt wird.

In allen drei Versen liegt also ein Bezugsfeld (κ o σμ o υ, π o λις, o ικια, ε'v o ς) vor, das nur an eine irdische Offenbarung denken läßt.

Literarkritisch läßt sich zu 4,8 grob bemerken, daß der Vers 4,8 aus Q kommt, da er in Lk 4,5 eine Paralle hat[51].

In 12,25 liegt eine Kombination aus Mk 3,24 und Q (vgl. Lk 11,27) vor[52].

Mt 24,7 hat seine Parallelen in Mk 13,8 und Lk 21,10.

Mt übernimmt aus der Tradition (Q und Mk) den Begriff Offenbarung und meint ebenfalls wie sie an diesen Stellen ein irdisches Reich.

2.2. Der Logos der Basileia

Nur in 13,19 kommt diese Wortverbindung vor. Sie steht in dem Abschnitt von der Deutung des Gleichnisses vom Sämann. Mt deutet den Samen als Wort von der Basileia. Bei Mk und Lk fehlt dieser Zusatz.

2.3. Die Geheimnisse der Basileia

Nur in 13,11 finden wir diesen Ausdruck. Er kommt aus Mk und stammt aus der Jüngerbelehrung. Sie steht bei Mt und Mk an gleicher Stelle zwischen dem Gleichnis vom Sämann und der Deutung. Bei Mt sind es ausdrücklich die Jünger, die an Jesus heran-treten, um ihn nach dem Sinn der Gleichnissrede zu befragen (bei Mk ist dies nicht so eindeutig vgl. Mk 4,10). Auffallend ist, daß auch bei Lk 8,9 diese Änderung erfolgt ist. Ebenso spricht Lk, wie Mt von μυστηρια und nicht von μυστηρι o v wie Mk.

Textkritisch ist nichts Entscheidendes zu bemerken. In einigen überlieferten Handschriften fehlt lediglich das αυτ o ις. Den Text überliefern die Kodices Vaticanus, Bezae Cantabrigiensis, Regius, Freerianus und Koridethianus, die Minuskelfamilien f 1 und f 13, der Mehrheitstext, ein Teil der altlateinischen Zeugen, die syrischen, sahidischen und mittelägyptischen Überlieferungen.

2.4. "Verkündigen das Evangelium von der Basileia"

Diese Zusammenstellung findet sich bei Mt dreimal (4,23; 9,35; 24,14). Alle drei Stellen sind "mt Bildung"[53], die summarisch Verkündigung und Tat Jesu bieten. Die Stellen lassen zwar erkennen, daß Mt an die jeweilige Mk-Vorlage denkt (4,23 - Mk 1,39; 9,35 - Mk 6,6; 24,14 - Mk 13,10), jedoch zeigt der synoptische Vergleich der Stellen, daß Mt die Mk-Stellen stark redaktionell bearbeitet und erweitert hat.

2.5. Die Söhne der Basileia

Zweimal (8,12; 13,38) finden wir den Ausdruck "die Söhne des Reiches".

8,12 findet sich in der Perikope "Der Hauptmann von Kapernaum" (8,5-13). Ein Vergleich mit Lk 7,1-10 zeigt, daß der "alte Kern" der Geschichte (8,8-10 par Lk 7,6-9)[54] aus Q stammt, da wir hier die meisten wörtlichen Übereinstimmungen finden. Die Einleitung ist bei Mt und Lk verschieden gestaltet, wobei Luz der Meinung ist, daß Mt den "Q-Text ziemlich wörtlich"[55] überliefert. Unser Vers 12 findet sich zusammen mit V 11 in Lk 13,28-30[56], also bei Lk nicht in der Hauptmann-Perikope, sondern in einer Rede Jesu, in der er über das Hineinkommen in das Reich Gottes redet. Mt dagegen hat die Verse 11+12 in die Geschichte vom Hauptmann eingefügt. Das Logion an sich ist von Mt nicht stark redaktionell bearbeitet worden. Nur das "τωv o υραvωv" in V 11 ist mt Redaktion[57]. Auch der Ausdruck υι o ι της Offenbarung ς" ist nach Luz Meinung aus der Tradition übernommen. Lk habe Q geändert, indem er als Anrede die 2.Person Plural eingefügt habe[58], da Lk es in den Kontext so brauche (die ganze Rede ist Rede Jesu an mehrere Menschen; V 23: "o δε ειπεv πρ o ς αυτ o υς").

Die zweite Stelle 13,38, die sich in der "Deutung des Gleichnisses vom Unkraut unter dem Weizen" findet, schreiben die Exegeten eindeutig der mt Redaktion zu[59]. Eine synoptische Parallele gibt es nicht.

2.6. Die Basileia des Menschensohnes

Der Begriff η Offenbarung τ o υ υι o υ τ o υ αv'ρωπ o υ findet sich im Mtev in dieser konkreten Zusammenstellung nicht. An vier Stellen können wir aber unzweifelhaft davon ausgehen, daß von der Basileia des Menschensohnes gesprochen wird: 13,41; 16,28; 20,21; 25,34.

zu 13,41: 13,41 steht in der "Deutung des Gleich-nisses vom Unkraut unter der Weizen". Der Vers hat keine synoptische Parallele. V 41 wird sowohl von Luz als auch von Gnilka, Merklein und Grundmann als mt Redaktion angesehen[60]. In dem Vers ist vom Menschensohn die Rede, der seine Engel aussenden wird, damit sie εκ της Offenbarung ς αυτ o υ[61] παvτα τα σκαvδαλα και τ o υς πoι o υvτας τηv αv o μιας sammeln, um sie in den Feuerofen zu werfen.

zu 16,28: Diese Stelle steht in Jesu Rede von der Nachfolge (16,24-28). Sie hat ihre synoptische Parallelen in Mk 9,1 und Lk 9,27. Die Stellen zeigen ein hohes Maß an wörtlichen (Mt par Mk) und fast wörtlichen (Mt par Lk) Überseinstimmungen. Alle drei synoptische Stellen sagen aus, daß von den Leuten, die Jesu Rede anhören, einige nicht sterben werden, bis sie "das Reich Gottes kommen sehen" (Mk) bzw. das "Reich Gottes sehen" (Lk). Mt streicht hier den Ausdruck Offenbarung τ o υ 'ε o υ und ersetzt ihn durch υι o ς τ o υ αv'ρωπ o υ, der in τη Offenbarung αυτ o υ kommen wird. Dadurch sind die Verse 27 und 28 enger miteinander verbunden als bei Mk[62]. Allerdings ist festzuhalten, daß auch Mk (8,38) und Lk (9,26) vom Kommen des Menschensohnes sprechen. Mt hat in 16,28 seine Vorlage Mk 9,1 zwar geändert, bewegt sich aber mit dem Begriff Menschensohn auf traditionsgeschichtlichem Gebiet[63].

Die nächste Stelle finden wir in 20,21. Die Mutter der Söhne des Zebbedäus bittet Jesus, er solle ihre Söhne sitzen lassen in seinem Reich (εv της Offenbarung σ o υ). Das σ o υ ist auf Jesus zu beziehen. In 20,18 und 20,28 spricht Jesus vom Menschensohn, der getötet wird (V 18) bzw. vom Menschensohn, der gekommen ist, um zu dienen und sein Leben zu geben für viele (V 28). Auf Grund dieser kontextuellen Befunde ist anzunehmen, daß die Mutter in V 21 das Reich des Menschensohnes meint. Ein weiterer Hinweis wird gegeben, wenn wir auf 19,27-30 zurückblicken. Dort wird vom Menschensohn geredet, der auf dem Thron in seiner Herrlichkeit sitzen wird (V 28) und der denen, die ihm nachfolgen das ewige Leben verspricht (V 29). Hier taucht das Bild vom Menschensohn auf, der auf dem Thron sitzen wird. Dieses Bild wird in der Bitte der Mutter so fast aufgenommen.

Die letzte Stelle ist 25,34 [64]. Sie steht im großen Komplex der Rede Jesu über die Endzeit (Mt 24 + 25).

Die Perikope 25,31-46 (Das Endgericht/ Weltgericht) hat keine synoptischen Parallelen und gehört zum mt Sondergut[65]. In V 31 ist vom Menschensohn die Rede, der kommen wird. In V 34 wechselt der Titel von Menschensohn zu βασιλευς. Durch die Tätigkeit der Scheidung, die in V 32f ausgesagt ist und in V 34bff (zu denen, die zur rechten Seite stehen gesagt) bzw. in V 41ff (zu denen, die zur linken Seite stehen gesagt) wieder aufgenommen wird, sind Menschensohn und βασιλευς eng verbunden .

Zusammenfassend läßt sich sagen: Mt kennt aus der Tradition[66] den Begriff Menschensohn[67]. Jedoch spricht Mt im Gegensatz zu Mk und Q von einer Basileia des Menschensohnes[68]. Bei Mk und in Q gibt es trotz der vielen Menschensohnstellen keinen Vers, in dem die Basileia als Basileia des Menschensohnes definiert ist.

2.7. Die Basileia des Vaters

Der bekannteste Vers dieser Gruppe dürfte Mt 6,10a sein: ελ'ετω η Offenbarung σ o υ! Neben dieser Stelle finden sich noch 6,33; 13,43 und 26,29.

zu 6,10a: Der synoptische Vergleich zeigt, daß 6,10a aus Q stammt (par Lk 11,2). Das σ o υ bezieht sich in beiden Fällen auf die Gebetsanrede πατηρ.

zu 6,33: Dieser Vers hat seine Vorlage ebenfalls in Q (par Lk 12,31)[69]. Redaktionelle Bearbeitung durch Mt ist die Einfügung von δικαι o συvη[70]. Textkritisch sind unterschiedliche Lesarten überliefert:

I: "ζητειτε δε πρωτ o v τηv Offenbarung v και τηv δικαι o συvηv αυτ o υ..." lesen der Kodex Sinaiticus, die lateinischen Kodices Bobiensis (mit kleineren Abweichungen) und Rehdigeranus, sowie die sahidische und die bohairische Überlieferung, ferner finden wir sie bei dem Kirchenvater Eusebius von Cäsarea.

II: Fast die gleiche Lesart bietet der Kodex Vaticanus. Allerdings hat er zuerst δικαι o συvη und dann Offenbarung .

III: Den Text überliefern die Kodices Regius, Freerianus und Koridethianus, die Minuskel 0233, die Minuskelfamilien f1 und f13, der Mehrheitstext, die altlateinischen Handschriften, die Vulgata, sowie die gesamte syrische Überlieferung und die mittelägyptische Überlieferung.

Daneben scheint es noch andere Lesarten zu geben (siehe Gnilka, Mtev I, 250), die aber im Apparat des Nestle-Aland26 nicht zu finden sind.

Die Lesart des Textes ist quantitativ sehr gut überliefert. Allerdings findet sich in den Kodices ! und B der Zusatz τ o υ 'ε o υ nicht. Das Alter dieser Kodices spricht für ihre Lesart. Ferner der Textzusammenhang, denn im ganzen Kapitel 6 kommt das Wort 'ε o ς nur zweimal vor, πατηρ hingegen zwölfmal (eine Häufung, die für dieses Wort im Mtev an anderer Stelle nicht mehr vorkommt). Das αυτ o υ bezieht sich auf das πατηρ in V 32. Aus diesen Gründen bin ich der Meinung, daß hier das Reich des Vaters gemeint ist.

zu 13,43: Dieser Vers bildet den Abschluß der "Deutung des Gleichnisses vom Unkraut unter den Weizen". Er ist, wie die gesamte Deutung (schon mehrfach erwähnt s.o.), der mt Redaktion zu- zuschreiben und hat demnach keine synoptischen Parallelen.

Textkritisch läßt sich anmerken, daß der Kodex Koridethianus, die Minuskelfamilie f13, die Minuskel 700 und wenige andere griechische Handschriften anstelle von "Offenbarung τ o υ πατρ o ς αυτωv" "β. τωv o υραvωv" haben. Die Textzeugen, die die erste Lesart bieten sind: die Kodices Alexandrinus (ursprüngliche Lesart) und Vaticanus, die Minuskel 0242, die lateinischen Überlieferungen Vercellensi, Veronensis, Palatinus und Bobiensis. Ebenso hat die Vulgataausgabe von 1975 (Stuttgart, 2.Auflage) diesen Text. Für den Text spricht das hohe Alter der Kodices ! und B.

zu 26,29: Diese Stelle hat ihre Parallele in Mk 14,25 (par Lk 22,18). Mt übernimmt fast wörtlich die Mk-Vorlage. Er hat lediglich anstelle von "oτι o υκετι o υ μη πιω" "o υ μη πιω απ'αρτι". Wichtiger ist die mt Ergänzung "με''υμωv" und die Änderung von "εv τ. β. τ o υ 'ε o υ" bei Mk in "εv τ. β. τ o υ πατρ o ς μ o υ". Durch das "με''υμωv" stellt Mt eine enge Verbindung zwischen den Jüngern und ihm selbst her[71].

Einzigartig ist diese Stelle dadurch, daß Mt hier direkt von der Basileia seines (Jesu) Vaters spricht: εv τ. β. τ o υ πατρ o ς μ o υ. An den anderen drei genannten Stellen ist dies nicht so deutlich ausgedrückt. Ein Bezug zwischen Basileia und πατηρ muß erst hergestellt werden.

2.8. Die Basileia Gottes

Viermal 12,28; 19,24; 21,31 und 21,43 finden wir auch bei Mt den Begriff Offenbarung τ o υ 'ε o υ, der bei Mk über 13mal[72] und bei Lk über 32mal[73] vorkommt und dort der zentrale Begriff in der Verkündigung Jesu ist.

zu 12,28: Diese Stelle stammt aus Q[74]. Sie hat ihre Parallele in Lk 11,20 (mehr zu dieser Stelle siehe unter III. 1.1.).

zu 19,24: Diese Stelle ist von Mk 10,25 abhängig[75]. Textkritisch läßt sich bemerken, daß der Text, den wir im Nestle-Aland26 finden von den Kodices Vaticanus, Bezae Cantabrigiensis und Koridethianus, sowie von der Minuskel 700, wenigen anderen griechischen Handschriften und der Peschitta überliefert wird.

Wir finden daneben drei weitere Lesarten:

I: Die Kodices Sinaiticus und Regius, die Minuskeln 565 und 892 sowie andere griechische Handschriften bezeugen die Lesart εις τ. β. τ o υ 'ε o υ; bei ihnen fehlt das εισελ'ειv[76].

II: Ebenfalls ohne εισελ'ειv, aber dafür anstelle von τ o υ 'ε o υ haben der Kodex Dublinensis, die Minuskelfamilie f1, die Minuskel 33 wenige andere griechische Handschriften, der lateinische Kodex Corbeiensis, die beiden syrischen Überlieferungen Sinai-Syrer und Cureton-Syrer, sowie einige bohairische Handschriften β. τωv o υραvωv .

Diese Textzeugen haben durch das Ersetzen von

τ o υ 'ε o υ durch τωv o υραvωv wahrscheinlich versucht, eine Angleichnung an V 23, der β. τ. o υραvωv hat, zu schaffen.

III: Die Lesart εις τ. β. τ o υ 'ε o υ εισελ'ειv haben die Kodizes Ephraemi und Freerianus, die Minuskel-familie f 13 , der Mehrheitstext, sowie die Bearbeitung des syrischen Textes durch Thomas von Harkel.

Fazit: Lesart I ist qualitativ recht schlecht bezeugt. Für I spricht eigentlich nur !, da er ein wichtiger Textzeuge ist[77]. Die Lesart II ist quantitativ nicht so gut bezeugt. Die Bezeugung der Lesart III ist sehr gut. Der Kodex C stammt ebenso aus dem 5.Jhrt.[78] wie der Kodex W[79]. Allerdings bieten sie inhaltlich nichts Neues gegenüber dem Text, der den drei Lesarten vorzuziehen ist, weil sowohl B als auch D übereinstimmen. Dies "hat besonders Gewicht"[80].

Auffällig ist an 19,24 noch, daß Mt in V 23 den mk Begriff β.τ.'. nicht beibehält und ihn in β.τ.o. abändert. In V 24 dagegen keine Änderung vornimmt. Einen Bedeutungsunterschied gibt es für Mt scheinbar nicht. In beiden Versen spricht er vom Hineinkommen in die Basileia[81].

zu 21,31: Diese Stelle hat keine Parallele. Sie steht im "Gleichnis von den ungleichen Söhnen", das mt Sondergut ist[82]. Textkritisch ist dieses unterschiedlich überliefert, allerdings spielt diese Tatsache für unsere Überlegungen keine Rolle. Interessant ist, daß das mt Sondergut auch den Begriff β.τ.'. kennt und Mt ihn nicht in β.τ. o. abändert.

zu 21,43: Dieser Vers steht am Ende des Gleichnisses "Von den bösen Weingärtnern". Mt hat Mk 12,1-12 als Vorlage benutzt. Unser Vers findet sich bei Mk jedoch nicht. Er ist mt Redaktion[83]. Umstritten ist, ob Mt diesen Vers selbst gestaltet hat oder ob er eine Vorlage abgeändert hat. Gnilka ist der Auffassung, daß der Vers mt ist. Auch wenn β.τ.'. eine "unmatthäische Formulierung" sei. Diese sei in der Anlehnung an 21,31 entstanden[84]. Für Grundmann dagegen ist die "unmatthäische Formulierung" β.τ.'. der Grund dafür, daß Mt den Vers nicht selbst gebildet haben kann[85].

Wie dem auch sei; festzuhalten bleibt insgesamt, daß Mt den traditionellen Begriff β.τ.'. nicht gänzlich aus seinem Evangelium getilgt hat und wie 21,43 zeigt, durchaus redaktionell verarbeitet bzw. sogar neben β.τ. o. stehen lassen kann (vgl. auch 19,23f).

2.9. Die Basileia der Himmel

Wir kommen nun zu dem Begriff Offenbarung, der nur im Mtev vorkommt[86]. 32mal[87] ist er im Mtev belegt und "geht redaktionell auf Mt zurück"[88].

Zum Sprachgebrauch von β.τ.o. ist anzumerken, daß o υραv o ς eine Umschreibung für 'ε o ς ist. Nach spätjüdischem und rabbinischem Gebrauch kann man Gott durch Himmel ersetzen[89]. Dies entsprang der Scheu, den Gottesnamen auszusprechen, da man meinte, ihn dadurch zu entweihen[90]. Allerdings dürfte Mt den Ausdruck β.τ.o. aus diesen Gründen nicht aufgenommen haben, da er 1. auch β.τ.'. in seinem Evangelium stehen läßt (12,28; 19,24; 21,31.43), 2. in Mt 6,9 zwischen Vater (Gott) und dem Himmel (als dessen Ort) unterscheidet und 3. das Wort 'ε o ς in seinem Evangelium bringt (vgl. z.B. 3,9; 5,8; 6,24 u.ö.). Für Mt ging es wohl eher darum, daß er mit dem Begriff o υραv o ς die Universalität der Herrschaft Gottes besser zum Ausdruck bringen konnte[91].

Nach Gnilka[92] und Jeremias[93] hat Mt den Begriff aus jüdischer bzw. judenchristlicher Tradition übernommen. Diese Erkenntnisse passen zu der Tatsache, daß das Mtev im judenchristlichen Umfeld (s.o.) entstanden ist. Jesus selber hat wahrscheinlich nicht von der β.τ. o. gesprochen, sondern er wird den Begriff β.τ.'. benutzt haben[94].

Jede der einzelnen Stelle kann nicht für sich be-sprochen werden. Ich übernehme daher die "schematische Auflistung"[95] von Wouters, in der er die Stellen "der Redaktion bzw. Tradition zuweist"[96].

Ich habe die Stellen anhand der Matthäuskommentare von Grundmann, Gnilka und Luz[97], sowie der Angaben bei Merklein[98] überprüft. Nur die Abweichungen gegenüber Wouters und wichtige textkritische Beobachtungen werden von mir in Fußnoten zu den jeweiligen Stellen angegeben. Finden sich keine Anmerkungen, so stimmen die genannten Exegeten mit Wouters überein und es gibt textkritisch nichts Entscheidendes anzumerken.

"- Matthäus übernimmt seine Vorlage und ändert Offenbarung τ o υ 'ε o υ in Offenbarung : aus Mk: 4,17; 13,11.31; 18,3; 19,14.23

aus Q: 5,3; 8,11; 10,7; 11,11.12; 13,33

- Matthäus übernimmt die Vorlage, es ist aber nicht mehr entscheidbar, ob schon in der Vorlage von der Offenbarung gesprochen wurde oder von der Offenbarung τ o υ 'ε o υ:

aus Q: 22,2[99] ; 23,13

aus SG: 5,19[100] ; 13,44.45.47; 16,19; 18,4; 19,12[101]

- redaktionelle Neubildungen sind: 3,2; 5,10.20[102] ; 7,21[103] ; 13,52[104]

- redaktionelle Überarbeitung, und erst durch diese wird der Bezug zum Reich der Himmel hergestellt:

aus SG: 13,24; 18,1[105].23; 20,1; 25,1"[106]

Wie wir sehen, ändert Mt aus seinen Vorlagen (Mk und Q) β.τ.'. in β.τ. o. (z.B. zu Mk 4,11 par Mt 13,11 oder aus Q z.B. Mt 11,11 par Lk 7,28). Aber er kann auch β.τ.o. einfach in sein Evangelium - redaktionell neu gebildet - einfügen (z.B. 5,20).

III.Teil: Der theologische Gehalt der Basileia toon ouranoonim Verständnis des Matthäus

Im zweiten Teil der Arbeit haben wir gesehen, daß Mt die Verkündigung der Basileia durch Jesus aus der Tradition übernimmt, redaktionell über-arbeitet bzw. Aussagen über die Basileia sogar neu bildet.

Es geht nun darum, das spezifisch mt Basileia- Verständnis aufzuzeigen. In den folgenden Abschnitten werde ich darauf eingehen.

1. Die Ethisierung der Basileia-Verkündigung

1.1. Die "bessere Gerechtigkeit" und das "Tun des Willen Gottes"

Gleich die erste Stelle im Mtev (3,2) an der von der Basileia die Rede ist, macht uns diesen Sachverhalt. In 3,2 heißt es:

"μεταv o ειτε. ηγγικεv γαρ η Offenbarung τωv o υραvωv". Mit diesen Worten läßt Mt die Predigt des Täufers Johannes beginnen. Es ist mt Redaktion[107], denn weder bei Mk noch in Q (=Lk) finden wir diese Aussage im Munde des Täufers. Zwar nimmt Mt die ihm vorliegenden Quellen Mk 1,2-8 und Lk 3,7-9.16f (=Q) auf, doch gibt er seiner Perikope eine einzig-artige Akzentuierung, die in seinem Evangelium immer wieder auftaucht: die Basileia stellt er in den Zusammenhang mit einer ethischen Komponente.

In 3,2 verbindet Mt den Umkehrruf des Täufers mit der Botschaft vom "Nahegekommensein" des Himmel-reiches: "Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!" Die Umkehr soll erfolgen, weil das Himmelreich nahe herbeigekommen ist. Umkehr und Himmelreich gehören zusammen. Oder anders ausgedrückt: weil das Himmelreich nahe herbei-gekommen ist, soll der Mensch jetzt, sofort (μεταv o ειτε ist Imperativ!) seinen Sinn ändern, soll der Mensch durch "verantwortliches Handeln...auf den Ruf der eschatologischen Ansage der Gottesherrschaft"[108] antworten. Mt hat dem Täufer in 3,2 die Worte Jesu aus 4,17 par in den Mund gelegt. In 4,17 und 10,7 finden wir jeweils ein Summar, daß die Predigt Jesu charakterisiert. Mt übernimmt beide Stellen jeweils aus der Tradition (4,17 aus Mk 1,15[109] und 10,7 aus Q=Lk 10,9[110] ).

Der Unterschied zwischen 4,17 und Mk 1,15 besteht darin, daß "bei Markus aus der Ansage des Königtums" der "Ruf zur Umkehr" "folgt", während "er bei Matthäus durch diese Ansage begründet wird."[111] Also auch in 4,17 ein redaktioneller Eingriff des Mt. In 10,7 allerdings ändert er die Q-Vorlage nicht in diese Richtung.

3,2 und 4,17 sind aber nicht die einzigen mt Stellen, die die Basileia und bewußtes menschliches Verhalten in Beziehung bringen. So sind auch 5,20; 6,33; 7,21 und 18,1ff redaktionelle Bildungen oder zumindest starke Bearbeitungen des Evangelisten.

5,20[112] ist Rede Jesu an seine Jünger. Er fordert von ihnen eine "bessere Gerechtigkeit", als sie die Pharisäer und Schriftgelehrten haben, denn sonst werden sie nicht in das Himmelreich kommen .

Was ist dies für eine "bessere Gerechtigkeit"?

5,20 steht am Beginn der Antithesen. In den Anti-thesen legt Jesus verschiedene Bestimmungen aus dem Pentateuch neu aus. Dem Wort des Pentateuchs ("Ihr habt gehört, daß <zu den Alten> gesagt ist...") stellt er sein Wort ("Ich aber sage euch...") gegenüber. So ist z.B. nicht nur die ehebrecherische Tat verwerflich, sondern schon der ehebrecherische Blick und Gedanke (5,27-30); oder es ist nicht nur die Nächstenliebe gefragt, sondern die Feindesliebe sogar geboten (5,43f). Dies sind die Bedingungen für das Eingehen ins Himmelreich. Dies sind die neuen Maßstäbe, ist die bessere Gerechtigkeit, die Mt meint[113].

In 6,33 fügt er in den übernommenen Q-Text δικαι o συvη αυτ o υ ein. Die Jünger sollen nicht nur das Reich Gottes suchen, sondern auch "seine

(Gottes) Gerechtigkeit". Wenn das Leben des Menschen von diesen beiden Größen bestimmt wird, "dann kann er gewiß sein, daß ihm Gott zugibt, was er an Lebensnotwendigkeiten für sein Leben braucht."[114]

In 7,21 wird der Q-Text (=Lk 6,46) von Mt erheblich redaktionell erweitert. Lk hat in 6,46 keinen Himmelreich/Gottesreichbezug. Diesen stellt Mt her, indem er denjenigen, die den Willen seines Vaters tun, das Eingehen in das Himmelreich verspricht. Das bloßes Bekenntnis zu Jesus als den Herrn reicht nicht aus[115].

" 'Herr' ist bei Matthäus die Anrede der Jünger...an Jesus, vor allem aber die Anrede an den Weltenrichter-Menschensohn."[116] Mt hat also die Gemeinde im Sinn, wie in 5,20 .

Wer den Willen des Vaters Jesu tut, der hat auch die "bessere Gerechtigkeit". Nicht das Bekenntnis zu Jesus als dem Kurios entscheidet über das Hineingehen in das Himmelreich, sondern die Früchte, die der Mensch in seinem irdischen Leben gebracht hat (vgl. 25,34ff).

5,20 und 7,21 kann man als Klammer ansehen. Zwischen ihnen finden wir, was nach Mt Meinung unter "besserer Gerechtigkeit" und "Tun des Willens des Vaters" zu verstehen haben, denn Mt hat beide Verse bewußt an diese Stellen eingefügt[117].

Und noch eine weitere Stelle, die in die ebengenannte Richtung zielt. In der Perikope 18,1-5[118] wird ein Streit der Jünger berichtet. Sie wollen von Jesus wissen, wer der Größte im Himmel- reich sei. Besonders in 18,2f wird die Hand des Redaktors sichtbar. Mk 10,15 redet davon, daß die Jünger das Reich Gottes empfangen sollen wie ein Kind. Die Jünger haben bei ihm eine rein passivisch empfangende Haltung. Bei Mt ist diese nicht mehr da. Er fordert seine Jünger auf umzukehren und so zu werden wie die Kinder, denn dann erst kommen sie in das Himmelreich (18,3)[119]. Den Kindern gehört das Himmelreich (19,24).

Die Kinder stehen hier für das Bild der Schwachen in der Gesellschaft, genau wie die "geistlich Armen" (5,3) und die um "der Gerechtigkeit willen Verfolgten" (5,10[120] ), denen das Himmelreich versprochen ist.

5,20; 7,21; 18,3 gehören zu den sogenannten Einlaßsprüchen ebenso noch 19,23f und 21,31.

19,23f steht am Ende der Erzählung "Vom Reichen Jüngling". Der reiche Jüngling möchte von Jesus wissen, was er tun muß, um das ewige Leben zu erben[121]. Er habe alle Gebote erfüllt. Jesus gibt ihm daraufhin die Antwort, daß er alles, was er hat verkaufen solle und den Armen geben (V 21)[122].

Der Jüngling ist dazu nicht bereit. Die Bindung an den Reichtum läßt ihn nicht los und verhindert ein Eingehen in das Reich Gottes.

21,31f[123] steht "als Beispiel dafür, wie sich der Mensch zu Gottes Willen zu stellen hat"[124]. Die Zöllner und Dirnen kommen vor den Repräsentanten des Judentums in die Basileia. Sie haben sich auf die Basileia Gottes eingelassen, da sie die Botschaft des Täufers befolgen (V 32) und den Willen des Vaters tun (V 29).

Die Pharisäer und Schriftgelehrten dagegen lassen sich nicht darauf ein, sie verschließen sogar das Himmelreich vor den Menschen (23,13).

Nicht die mechanische Erfüllung der Gesetze, wie sie die Pharisäer und Schriftgelehrten fordern ( z.B. kein Umgang mit Zöllnern und Sündern 9,11ff; keine Heilung am Sabbat 12,9ff), entscheiden über den Eintritt ins Himmelreich, sondern das veränderte menschliche Handeln. "Die pharisäischen Schriftgelehrten entziehen sich der von Jesus angesagten und bezeugten Gottesherrschaft und widerstreiten ihr"[125]. Die Pharisäer und Schriftgelehrten verlieren den Anspruch auf die Basileia, weil sie weder auf die Botschaft des Täufers noch auf die Botschaft Jesu hören

(11,10-19); weil sie Jesus nicht an seinen heilenden Taten erkennen (12,22-24) und in ihnen nicht den Anbruch der Gottesherrschaft sehen wollen. In 12,28 sagt Jesus aus, daß durch seinen Exorzismus das Reich Gottes gekommen ist. 12,28 gilt als authentisches Wort Jesu[126].

1.1.1. Exkurs: Die Gegenwärtigkeit der Basileia

Als weitere Stellen, die noch von der Gegenwart des Reiches Gottes spricht, muß 11,12 genannt werden.

11,12 hat seine Parallele in Lk 16,16. Es stammt aus Q[127]. Besonders die Übersetzung von βιαζεται in 12a macht Schwierigkeiten. βιαζεται ist die 3.p.sg. medium/passiv Präsens von βιαζω. Wir können demnach βιαζεται η Basileia toon ouranoonmedial und passivisch übersetzen:

a.) medial übersetzt: "das Himmelreich bricht sich mit Gewalt Bahn"[128]
b.) passivisch übersetzt: "das Himmelreich erleidet Gewalt"[129]

Nur im passivischen Sinn erhält 11,12a eine richtige Übersetzung, denn durch das και gehört der zweite Teil des Satzes unmittelbar zum ersten Teil. Übersetzen wir medial, so ergibt sich "...das Himmelreich bricht sich mit Gewalt Bahn und Gewalttätige reißen es an sich." Damit fällt ein Widerspruch zwischen 12a und 12b auf: medial übersetzt besagt 12a, daß das Himmelreich noch nicht gegenwärtig ist, sich erst noch Bahn bricht. Dieser Zukunftsaspekt kann nach 12b nicht sein, denn 12b setzt voraus, daß das Himmelreich schon da ist. Die passivische Übersetzung läßt diesen Widerspruch verschwinden[130]. "So bilden die beiden Sätze einen stimmigen, synonymen Parallelismus."[131]

Die vollständige Übersetzung von 11,12 lautet demnach: "Von den Tagen des Johannes, des Täufers, bis jetzt leidet das Himmelreich Gewalt und Gewalt-tätige reißen es an sich."

Eine erschöpfende exegetische Analyse von 11,12 par ist in dieser Arbeit nicht zu leisten[132]. Festzuhalten bleibt für uns:

1.) das Himmelreich ist seit dem Auftreten des Täufers Gegenwart (schon Johannes hat es nach der mt Redaktion in 3,2 verkündigt).
2.) das Himmelreich hat sich noch nicht durch-gesetzt; es leidet bzw. ist durch "Gewalttätige" bedroht. Wir haben an die Schriftgelehrten und Pharisäer zu denken, die immerwieder als die Personen gekennzeichnet werden, die sich der Botschaft Jesu widersetzen[133].

Die redaktionelle Stellung von 11,12 und 12,18 ist meiner Meinung nach nicht zufällig gewählt worden. Im Aufriß des Mtev stehen sie nach den zwei großen Blöcken: der Bergpredigt 5-7 und den "Heilungs-kapiteln" 8+9[134]. In 5-7 steht die Lehre Jesu im Vordergrund. In 8+9 wird im Mtev erstmals von einzelnen Heilungen berichtet[135]. Gerahmt werden 5-9 von den zwei fast wörtlich übereinstimmenden Versen 4,23 und 9,35[136] (vgl. noch mit 11,5), die Lehre und Heilungen eng miteinander verbinden.

Trotz dieser "Lehre mit Vollmacht"[137] und den Heilungen, die das staunende Volk zu dem Ausspruch veranlassen: "o υδεπ o τε εnαvη o υτωσ εv τω Iσραηλ"[138], wird Jesu Lehre und Wirken nicht angenommen (11,13-19) bzw. wird ihm sogar ein Pakt mit den bösen Geistern vorgeworfen (12,24).

An beiden Stellen finden wir nun Aussagen über die Basileia, die von ihrer Gegenwart sprechen. Durch Jesu Verkündigung und in Jesu Taten ist das Reich Gottes gegenwärtig, ist es "nicht nur zeichenhaft, sondern real gegenwärtig"[139].

Als weitere Stellen, die als Aufruf und Mahnung an die Jünger und die Gemeinde gedacht sind, müssen die folgenden Gleichnisse erwähnt werden:

18,23-35 "Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht"[140]

Das Gleichnis ist mt Sondergut. Es ist als Himmel-reichgleichnis gekennzeichnet und ein Beispiel für die Vergebungspraxis in der christlichen Gemeinde. Es enthält die Mahnung, daß man dem Bruder von Herzen vergeben soll (V 35), da auch Gott den Menschen die Schuld erläßt. Wenn die Menschen sich nicht untereinander vergeben, dann fordert auch der Herr seine Schuld ein.

Entscheidend ist nun hier, daß vor dem Gerichtsaspekt (V 34) und der ethischen Mahnung (V35) der bedingungslose "Gnadenerlaß" Gottes steht. Dieser "Gnadenerlaß" verpflichtet uns, "Gottes Gabe" auch dem Bruder zuteil werden zu lassen[141].

20,1-16 "Das Gleichnis vom gütigen Arbeitsherrn"[142]

Dieses Gleichnis gehört ebenfalls zu den Himmelreichgleichnissen und stammt aus dem mt Sondergut. Als Mahnung enthält das Gleichnis die Aussage, daß "der Lohn keinesfalls sicher ist"[143], d.h. nicht diejenigen, die die meisten Werke getan haben, die am längsten gearbeitet haben, bekommen auch den meisten Lohn. "Das göttliche Gericht , das die irdischen Verhältnisse auf den Kopf stellt, steht noch bevor."[144]

Es ist aber auch ein Beispiel für Gottes Güte[145], da es "die Rechtfertigung des Evangeliums schlechthin ist: So ist Gott, so gütig."[146]

21,28-32 Das Gleichnis von den ungleichen Söhnen

Es ist mt Sondergut, allerdings kein Himmelreichgleichnis. Es steht bei Mt um darzulegen, daß derjenige, der den "Willen des Vaters" tut, eingehen darf in die Basileia-Gottes (V31f).

Wir haben hier wieder die Mahnung zum "Tun des Vaterswillen" in Verbindung mit dem Gericht.

21,33-46 Das Gleichnis von den bösen Weingärtnern

Mt übernimmt das Gleichnis von Markus. Allerdings überarbeitet er es sehr stark[147]. Für unsere Betrachtung ist die mt Redaktion in den VV 41.43 interessant. In V 41 spricht Mt davon, daß die "anderen Weingärtner" dem Weinbergbesitzer "die Früchte zur rechten Zeit geben".

In V 43 heißt es: " Deswegen sage ich Euch[148]: Von Euch wird das Reich Gottes weggenommen werden, und es wird einem Volk gegeben werden, das seine Früchte bringt." Zweimal der Hinweis auf das "Früchtebringen". Mt erinnert da an 3,8.10; 7,16-20; 12,33; 13,8.26, wo auch vom Frucht bringen die Rede ist. Mit dem "Frucht-bringen" meint Mt, daß die Jünger/die Gemeinde ihren Sinn und ihr Handeln auf die Gebote Jesu und Gottes richten sollen. Es ist das "Tun der besseren Gerechtigkeit" gemeint (dazu siehe oben).

22,1-10 Die königliche Hochzeit

Auch hier haben wir ein Himmelreichgleichnis vor uns, daß sich so ähnlich bei Lk 14,15-24 und im Thomasevangelium 64 findet[149]. In allen drei Fassungen finden wir, daß ein Mann ein Mahl ausrichtet und Gäste einlädt. Diese Gäste jedoch die Einladung aus verschiedenen Gründen ablehnen.

Daraufhin werden die erstbesten Leute von den Straßen eingeladen.

Mt hat über Lk und Thomev hinaus besonders die VV6+7, in denen er davon spricht, daß sogar die Boten, die die Einladung überbringen sollten, getötet worden sind (V 6). Dementsprechend scharf fällt auch die zornige Reaktion in V 7 aus: Heere des Königs rücken aus, töten die Mörder und zünden die Stadt an (vgl. mit Lk 14,21).

Der Gerichtsgedanke wird hier stark ausgezeichnet. Wer nicht die Einladung annimmt, obwohl alles bereit ist, der muß mit dem Tod rechnen und geht nicht in den Festsaal ein.

25,1-15 Das Gleichnis von den Jungfrauen

Dieses Gleichnis ist mt Sondergut. Es ruft auf, wachsam und vorbereitet zu sein auf die Stunde des Kommens des Bräutigams, die nicht vorhersehbar ist. Wer nicht bereit ist, der geht nicht ein in den Festsaal (vgl. mit dem Gleichnis von der könig-lichen Hochzeit).

25,31-46 Vom Weltgericht

In diesem Text, der ebenfalls dem mt Sondergut zuzurechnen ist, wird von der Scheidung[150] aller Völker im Gericht geredet. Denen, die Werke der Barmherzigkeit in ihrem Leben verrichtet haben, wird das Reich (V 34), das gleichbedeutend mit dem ewigen Leben ist (V 46), verheißen.

Damit sind wir an einen Punkt angelangt, der uns zwei Fragekomplexe zur Klärung aufgibt.

Erstens: Was sagt Mt über das Gericht des Menschsohnes aus und wie haben wir die Vorstellung von der Basileia des Menschensohnes (siehe II.Teil, 2.6.) einzuordnen?

Zweitens: Wir haben gesehen, daß viel gefordert wird, daß es auf das "Tun" ankommt . Verbirgt sich hinter diesen Texten die Vorstellung einer Werk-gerechtigkeit?

1.2. Das Reich des Menschensohnes und sein Gericht

Von der Basileia des Menschensohnes spricht nur Mt[151]. Das Reich des Menschensohnes ist die Welt. Dies wird deutlich, wenn man die "Deutung des Gleichnisses vom Unkraut unter den Weizen"[152] liest. Dort setzt Mt in V 38 den Acker mit der Welt gleich. In V 39 heißt es dann, daß die Ernte (als Metapher für das Gericht) das Ende der Welt ist.

So wie das Unkraut ausgezogen wird, so werden die Engel, die der Menschensohn aussendet, aus seinem Reich diejenigen sammeln, die zum Abfall verführen oder die Unrecht tun (VV 40f).

Auch aus 25,32 geht hervor, daß dem Menschensohn die ganze Erde als Herrschaftsgebiet unterstellt ist (vgl. mit 24,30), denn ausdrücklich wird ge-sagt, er werde "παvτα τα ε'vα" richten. Daß Mt das Reich allerdings als eine Größe versteht, die sich erst am Ende der Welt, also in der Zukunft, letztgültig offenbaren wird, geht aus folgenden Textstellen hervor: 13,41; 16,28; 24,30.39.44; 25,31. Verbunden ist mit dem Kommen des Menschensohnes immer das Gericht über die ganze Welt. Es wird als Scheidung zwischen Guten/Gerech-ten und Bösen/Ungerechten beschrieben (siehe: 13,41-43[153].49-50[154] ; 16,27.28; 24,40f und natürlich 25,31-46. Jedoch ist noch anzumerken, daß die Basileia des Menschensohnes nach dem Gericht abgelöst wird von der Basileia des Vaters, denn:

o ι δικαι o ι εκλαμψ o υσιv ως o ηλι o ς εv τη Offenbarung τ o υ πατρ o ς αυτωv (13,43).

1.2.1. Exkurs: Die Zukünftigkeit der Basileia

Von der zukünftigen Basileia ist an vielen Stellen des Mtev die Rede. Es sind die aus der Tradition übernommenen Stellen 4,17; 10,7 (von Mt redaktionell bearbeitet) sowie die mt Neubildung 3,2 zu nennen, die vom "Nahegekommensein" der Basileia sprechen. Auch gehen die Einlaßsprüche 5,20, 7,21, 18,3; 19,23f; 21,31) davon aus, daß man in die Basileia eingehen wird. In die gleiche Richtung zielen die Stellen, die das Bild vom zukünftigen Mahl vermitteln (8,11; 22,2ff; 25,10; 26,29).

Es fällt auf, daß Mt von den genannten Stellen sechs[155] aus der Tradition übernimmt. Die anderen sechs Stellen jedoch verteilen sich auf mt Redaktionsarbeit[156] und das mt Sondergut[157].

Mt hat also die Stellen, die von der Zukünftigkeit der Basileia handeln vermehrt.

Nehmen wir hinzu, was wir gerade zur Basileia des Menschensohnes gesagt haben, dann können wir festhalten: Für Mt ist die Basileia in erster Linie eine zukünftige Größe, die sich am Ende der Zeit offenbaren wird.

Kommen wir nun zur zweiten Frage: Verbirgt sich hinter den Texten vom richtenden Menschensohn und vom "Tun des Vaterwillens" eine Werkgerechtigkeit?

2. Die Basileia als geschenktes Heilsgut

Es ist zunächst ins Gedächtnis zu rufen, was Mt eigentlich mit δικαι o συvη meint. Für Mt ist Gerechtigkeit "eine zusammenfassende Bezeichnung für die Frömmigkeit der Jünger, für eine Haltung, die dem Willen Gottes entspricht (3,15; 5,6.10.20; 6,1.33; 21,32)"[158]. So auch Gnilka, der ausdrücklich feststellt, daß es um "das gerechte Tun des Menschen" geht, "wie es Jesu Weisung einfordert"[159]. Gerechtigkeit ist nicht "das Gnadengeschenk der göttlichen Gerechtigkeit"![160] Doch ist das nur die halbe mt Wahrheit, denn immerhin finden wir bei Mt das "Gleichnis vom gütigen Arbeitsherrn" , das ja sogar mt Sondergut ist, also bewußt von Mt ins Evangelium genommen wurde. Es spricht vom gnädigen Handeln Gottes, der eben nicht buchhalterisch abrechnet. Und auch in dem "Gleichnis vom könig-lichem Hochzeitsmahl" steht vor dem Zorneshandeln des Königs das freie, gnädige Angebot: "es ist alles bereit!". Gnilka beobachtet an einigen Stellen im Evangelium, daß die Gnade Gottes "allem menschlichen Tun vorausgeht"[161]. So stehen die Seligpreisungen (5,3-11) vor 5,20 und den Antithesen; im "Gleichnis vom Sämann" und seiner Deutung (13,1-8.18-23) wird klar: das Wort vom Reich wird geschenkt (V 19) erst dann kann es Frucht bringen. Oder im "Schalksknecht-Gleichnis" (18,21-35) geht der Bestrafung des Knechtes (V 34) die unverdiente Gnade des Herrn voraus ( V 27)[162].

Und schon im ersten Kapitel wird die eigentliche Bestimmung Jesu deutlich: er soll sein Volk von den Sünden retten (1,21). Da dieses Volk nicht auf ihn hört und seine Basileiabotschaft nicht annimmt, wird die Basileia einem anderen Volk gegeben (21,43).

Die Basileia ist also das geschenkte Heilsgut, in das man eingehen kann (7,21; 8,11; 11,11; 19,23f; 20,20; 21,31; 25,10.34.46; 26,29). Freilich mit der mt Betonung auf das Erfüllen der ethischen Forder-ungen Jesu. Dennoch: "die Heilszusage steht vor der Mahnung, die Gebote zu halten"[163], "die Zusage des Heils ist ... der Forderung vorgeordnet"[164].

Auch kann der Mensch durch sein eigenes Tun das Reich Gottes nicht herbeizwingen oder sein Kommen beschleunigen. Die einzige mögliche "Menschentat" ist das Gebet um das Kommen der Basileia (6,10a).

Die Gleichnisse vom Senfkorn (13,31-32) und vom Sauerteig (13,33) besagen, daß das Kommen der Basileia "göttliches Geschehen und menschlicher Kontrolle gerade nicht zugänglich"[165] ist. In diese Richtung gehen Gnilka[166], Grundmann[167], Bornkamm[168].

Andere Exegeten[169] heben den "Kontrast" zwischen Anfang und Ende hervor, der in diesen Gleichnissen innewohnt. Aus dem kleinen Senfkorn wird ein großer Baum, ein wenig Sauerteig durchsäuert eine große Menge Mehl.

Meiner Meinung nach können beide Tendenzen neben-einander bestehen. Beide drücken das Wunder, welches in dem Kommen der Basileia liegt, aus.

Beide lehnen den Gedanken ab, daß es sich beim Kommen des Reiches um einen natürlichen, schritt-weisen Entwicklungsprozeß handelt, der von den Menschen beeinflußbar wäre.

Das "Doppelgleichnis" vom Schatz im Acker und der Perle 13,44.54f[170] hebt auf einen anderen, als letztes zu erwähnenden Charakter der Basileia-botschaft ab. Es steht zwar auch als Beispiel dafür, daß "die Gottesherschaft...prinzipiell und für alle das ausschlaggebende Handlungsprinzip" ist, doch betont es die Freude, die das Getroffensein des geschenkten Heilsgutes auslöst.

Das "Doppelgleichnis" bringt damit in das 13.Kapitel (von Mt redaktionell gestaltet) einen "frohen Ton gegenüber den drohenden Gerichts-sprüchen 13, 40ff.49"[171] hinein.

Die Exegeten[172] betonen übereinstimmend, daß nicht Opferbereitschaft gefordert ist, sondern die Freude über die Basileiabotschaft die Handlung der Personen in den Gleichnissen 13,44.45f bestimmt.

Zwar wird die Freude nur in 13,44 ( απ o της χαρας αυτ o υ) erwähnt[173], doch gilt diese (hier gehe ich mit Jeremias[174] ) auch für das Perlengeleichnis. Nicht umsonst dürften die Gleichnisse von Mt verbunden worden sein.

Wer von der Botschaft des Basileiaanbruches überwältigt ist[175], der ist bereit, sein Leben neu auszurichten, für den wird "angesichts der Gottesherrschaft alles Bisherige, was das Leben bewegte und trug, bedeutungslos."[176] Im Gleichnis ist diese Neuausrichtung des eigenen Lebens durch die freudige Hingabe von allem, was der Mensch/der Kaufmann hat/hatte[177] ausgedrückt.

Grundmann[178] und Gnilka[179] sind der Auffassung, daß das "Doppelgleichnis" nur an die Jünger gerichtet ist. Merklein dagegen meint, es sei "unzulässig, den Adressatenkreis auf die Jünger einzuschränken"[180]. Als Grund hierfür nennt er den allgemeinen Charakter der Gottesherrschaft, der in den Gleichnissen zum Ausdruck kommt. Es gehe hier nicht um "(Weiter- oder Mit-) Verkündigung der Gottesherrschaft, um deretwillen der Jünger bisherige Bindungen zu zerbrechen hat."[181]

Grundmann und Gnilka argumentieren anders. Für beide ist ab Mt 13,36ff das Volk nicht mehr angesprochen, sondern nur noch die Jünger[182].

In 13,34a heißt es, daß Jesus in Gleichnissen zum Volk redete, dies wird durch 34b noch betont: και χωρις παραβ o λης o υδεv ελαλει αυτ o ις. In V 36 ist dann von der Entlassung des Volkes durch Jesus die Rede: τ o τε αnεις τ o υς o χλ o υς. 13,36-52 enthält ausschließlich mt Sondergut.

Es ist meiner Meinung nach Grundmann und Gnilka zu folgen. 13,36ff sind Worte an die Jünger. Da die Jünger aber diejenigen sind, die Jesus ihren "Kurios" nennen[183] und Menschen, die die "bessere Gerechtigkeit" tun sollen, sind, denke ich, gilt auch uns heute die Rede in 13,46ff. Auch die heutigen Christen nennen Jesus ihren "Kurios" und sind bemüht, dem Willen des Vaters zu erfüllen.

In der Deutung des Unkrautgleichnisses und in dem Gleichnis vom Fischnetz will Mt die Jünger (also diejenigen, die von der Basileia ergriffen sind; also auch uns) ermahnen, an dem eingeschlagenen Weg festzuhalten (V 43c; vgl. 11,15; 13,9), denn der bedeutet Bewahrung vor dem Gericht (V 41f; 49f). Dazwischen geschaltet ist das "Doppelgleichnis", das die Freude betont, die den "Jünger des Himmelreiches" (V 52) erfaßt, wenn er die Basileia gefunden hat.

Fragen wir aber zum Schluß noch, warum hat Mt das Tun des Vaterwillens betont?

Wir können zur Klärung dieser Frage kommen, wenn wir uns auf die Zeitumstände einlassen, in denen das Evangelium geschrieben worden ist.

Als Abfassungszeit haben wir den Zeitraum 75-100 nach Christus im Auge[184].

Grundmann[185] geht von dem 24.Kapitel aus, um etwas über die Situation der mt Gemeinde zu erfahren.

Besonders das von Mt gestaltete Stück 24,9-12[186] eignet sich dafür. Der Gemeinde wird Bedrängnis 'λιψις angesagt, die bis in den Tod führen wird. Haß aller Völker wird über sie kommen (V 9)[187].

Im Inneren der Gemeinde führt dies zu Verführung (σκαvδαλιζω), zur gegenseitigen Auslieferung (παραδιδωμι) und zum gegenseitigen Haß (μισεω) (V 10). Π o λλ o ι Ψευδ o πρ o nηται[188] werden kommen und Viele in die Irre führen (πλαvεω). Weil sich die Gesetzlosigkeit (αv o μια[189] ) vermehren wird, wird die Liebe der Vielen erkalten (ψυχω). Die Liebe, die "der Kern der sittlichen Botschaft des Evangeliums vom Reich ist"[190] ( vgl. Inhalt der Antithesen, besonders den Aufruf zur Feindesliebe (5,44f), die die diejenigen, der sie üben, zu Söhnen des Vaters im Himmel macht. Oder die Liebe der Barmherzigkeit, die wir nach 25,35f tun sollen).

Ein anderer Krisenherd in der Gemeinde ist die Auseinandersetzung mit den Pharisäern, die ich hier nicht weiter thematisieren möchte[191].

Mt schreibt offenbar in eine Situation hinein, in der das Sein der Gemeinde durch äußere und innere Bedrängung auf dem Spiel steht. Durch die vielen ethischen Mahnungen will er erreichen, daß sich die Gemeinde wieder auf ihre eigentliche Bestimmung besinnt: Liebe untereinander üben und so den Willen Gottes erfüllen.

Die Schilderungen von dem Endgericht und die damit verbundene Scheidung in Gerechte und Ungerechte ist Mahnung und Verpflichtung zugleich.

Schließen möchte ich dieses Kapitel mit einem längeren Zitat von Peter Fiedler[192], das über die Zeit des Mt hinaus ins unsere Gegenwart weist, und uns genauso, wie die Gemeinde des Mt zu Recht in die Pflicht nimmt:

"Anstatt uns von den massiven Gerichtsdrohungen befremden zu lassen, sollten wir prüfen, ob wir nicht in derselben Gefahr stehen[193].

Nur wenn wir jetzt Christi Herrentum über unser Leben nicht allein mit dem Munde, sondern erst recht mit der Tat der Liebe bekennen, können wir der Zukunft Gottes gewiß sein, die Mt - erstaunlich "zeitgemäß" - als (ewiges) Leben und Freude bezeichnet."

3. Zum Inhalt des "Verkündigens" bei Mt:

κηρυσσειv kommt bei Mt 9 mal vor. An sechs Stellen ist es direkt mit Offenbarung verbunden (3,1f; 4,17; 4,23; 9,35; 10,7; 24,14). Mt bezeichnet Jesu Botschaft dreimal als τ o ευαγγελι o v τ. β. (4,17; 9,35; 24,14)[194]. In diese Linie gehört auch noch 13,19, wo vom Wort des Reiches die Rede ist.

Inhalt der Verkündigung ist die Nähe des Reiches (3,2; 4,17; 10,7).

In 10,27 und 11,1 kann ein Bezug zu 10,7 hergestellt werden. In 10,27 wird gesagt, daß die Jünger die ihnen von Jesus gesagte Botschaft öffentlich verkündigen sollen. In 10,7 ist ihnen der Auftrag gegeben, das Nahegekommensein der Basileia zu verkündigen. Das ist es, was Jesus ihnen gesagt hat. 11,1 erinnert an 4,23 und 9,35. Dort finden wir ebenfalls die Partizipienzusammen- stellung διδασκωv και κηρυσσωv (neben anderen). Freilich ist dort der Inhalt des "Verkündigens" die Offenbarung τ. o. Es ist durchaus daran zu denken, daß Mt in 11,1 die Stellen 4,23 und 9,35 voraussetzt.

Und auch die letzte Stelle 26,13[195] läßt sich mit der Basileia in Verbindung bringen. Hierzu ist zunächst zu bemerken, daß das Wort ευαγγελι o v bei Mt nur viermal vorkommt. Immer in Verbindung mit κηρυσσειv (siehe oben II. Teil Punkt 2.4.).

In 26,13 ist von τ o ευαγγελι o v τ o υτ o die Rede. Durch das τ o υτ o ist klar, daß Mt ein ganz be-stimmtes, nämlich das Evangelium vom Reich meint (4,23; 9,35; 24,14).

Mit Gnilka können wir festhalten: "Das Verkünden... hat bei Mt immer die Himmelherrschaft oder das Evangelium vom Reich zum Inhalt"[196].

4.Nachwort:

Am Ende der Arbeit soll eine thesenhafte Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse stehen:

1. Mt übernimmt als Hauptinhalt der Predigt Jesu die Verkündigung der Basileia.
2. Für Mt ist die Basileia in erster Linie eine zukünftige Größe, die sich am Ende der Zeit offenbaren wird.
3. Mt führt die Basileia des Menschensohnes ein.
4. Mt bringt eine ethische Komponente in die Basileiaverkündigung hinein, indem er das "Tun des Vaterwillens" und die "bessere Gerechtig- keit" hervorhebt.
5. Der "Geschenkcharakter" der Basileia bleibt jedoch auch bei Mt erhalten.

Kommentieren möchte ich die Thesen nicht mehr, sondern das letzte Wort soll ein katholischer Bischof haben, der ermordet wurde, weil er zum "Tun der besseren Gerechtigkeit" aufgerufen hat:

"Das Evangelium lehrt uns, daß es dem Menschen nichts nützt, die Welt zu gewinnen, wenn er sich selbst verliert. Dessen ungeachtet soll man trotz der Hoffnung auf ein besseres Jenseits nicht auf hören, sich um die Neugestaltung dieser Erde zu bemühen, die für die Menschen die Vorstufe für das Leben nach dem Tod ist. Obwohl man den zeitlichen Fortschritt vom Wachsen des Reiches Jesu Christi sorgfältig unterscheiden muß, darf man ihn nicht vernachlässigen, weil er in enger Beziehung zum Reich Gottes steht. Das Reich Gottes ist bereits im Keim auf der Erde gegenwärtig. Wenn der Herr kommt, wird es sich vollkommen verwirklichen. Dies ist die Hoffnung, auf die wir Christen hin leben." [197]

IV. Teil: Literaturverzeichnis

(die mit +++ gekennzeichnete Literatur habe ich für das Examen angegeben)

1.) Quellen:

- Eusebius von Caesarea, Kirchengeschichte, hg. von Kraft, H., 3.Auflage, Darmstadt 1989
- Novum Testamentum Graece, hg. von Nestle, E. und Aland, K., 26.Auflage, Stuttgart 1979
- Schriften des Urchristentums (erster Teil). Die Apostolischen Väter. hg. von Fischer, J.A., 9.Auflage, Darmstadt 1986
- Schriften des Urchristentums (zweiter Teil).

Didache, Barnabasbrief, Zweiter Klemensbrief, Schrift an Diognet, hg. von Wengst, K., Darmstadt 1984

- Synopsis Quattuor Evangeliorum, hg. von Aland, K., 13.Auflage, Stuttgart 1988

2.) Hilfsmittel und Lexika:

- Aland, K. und B., Der Text des Neuen Testaments, 2.Auflage, Stuttgart 1989
- Altaner, B. und Stuiber, A., Patrologie. Leben, Schriften und Lehre der Kirchenväter, 9.Auflage, Freiburg/Basel/Wien 1980
- Bauer, W., Griechisch-deutsches Wörterbuch zum Neuen Testament, 6.Auflage, hg. von K. und B. Aland, Berlin/New York 1988
- Computer-Konkordanz zum Novum Testamentum Graece, hrsg. vom Institut für neutestamentliche Text- forschung und vom Rechenzentrum der Universität Münster, Berlin/New York 1980
- Hahn, F., Artikel "υιoς", in: Exegetisches Wörterbuch zum Neuen Testament, Bd.3, hrsg. von H.Balz und G.Schneider, Stuttgart/Berlin/Köln/ Mainz 1983
- Lindemann, A., Artikel "Herrschaft Gottes/Reich Gottes IV", in: Theologische Realenzyklopädie, Bd. 15, hrsg. von G.Müller, Berlin/New York 1986
- Lutherbibel, revidierte Fassung von 1984, Stuttgart 1985
- Luz, U., Artikel "Offenbarung ", in: Exegetisches Wörterbuch zum Neuen Testament, Bd. 1, hrsg. von H.Balz und G.Schneider, Stuttgart/Berlin/Köln/ Mainz 1980
- Organon, Griechische Grammatik, hg. von Happ, E. u.a., München 1981
- Reclams Bibellexikon, hg. Koch, K., u.a., 4.Auflage, Stuttgart 1987
- Peisker, C.H., Neue Luther Evangelien-Synopse, 1.Auflage, Wuppertal/Kassel 1985
- Religion in Geschichte und Gegenwart, Die, hg. von Galling, K., dritte, völlig neubearbeitete Auflage, Tübingen 1986
- Schmidt, K.L., Artikel "Offenbarung ", in: Theolo- gisches Wörterbuch zum Neuen Testament, Bd.I, hrsg. von G.Kittel, Stuttgart 1933
- Schmoller, A., Handkonkordanz zum griechischen Neuen Testament, verkl. Neuausgabe auf der Grund- lage von Nestle-Aland, 26.Auflage, Stuttgart 1989
- Stenger, W., Artikel "βιαζ o μαι", in: Exegetisches Wörterbuch zum Neuen Testament, Bd.1, hrsg. von H.Balz und G.Schneider, Stuttgart/Berlin/Köln/ Mainz 1980

3.) Kommentare:

- Gnilka, J., Das Matthäusevangelium, I.Teil und II.Teil, Freiburg/Basel/Wien 1986 und 1988
- Grundmann, W., Das Evangelium nach Matthäus (ThHk 1), 7.Auflage, Berlin 1990 +++
- Luz, U., Das Evangelium nach Matthäus (EKK), 1.Teilbd. (Mt 1-7) und 2.Teilbd. (Mt 8-17), Zürich/Braunschweig/Neukirchen-Vluyn 1989 u.'90
- Schweizer, E., Das Evangelium nach Markus, 14.Auflage, Göttingen 1975
- Wiefel, W., Das Evangelium nach Lukas, 1.Auflage der Neubearbeitung, Berlin 1987

4.) Monographien:

- Bornkamm, G., Jesus von Nazareth, 13.Auflage, Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1983
- Camponovo, Oda, Königtum, Königsherrschaft und Reich Gottes in den Frühjüdischen Schriften, Göttingen, 1984
- Conzelmann, H. und Lindemann, A., Arbeitsbuch zum Neuen Testament, 9.Auflage, Tübingen 1988
- Fiedler, P., Der Sohn Gottes über unserem Weg in die Gottesherrschaft, in: Fiedler, P.u. Zeller,D. Stuttgart 1975
- Gnilka, J., Jesus von Nazareth - Botschaft und Geschichte (Sonderausgabe), Freiburg/Basel/Wien 1993
- Jeremias, J., Neutestamentliche Theologie, Erster Teil, Die Verkündigung Jesu, 2.Auflage, Gütersloh 1973
- ders., Die Gleichnisse Jesu (Kurzausgabe), 10.Auflage, Göttingen 1988 +++
- Kosch, D., Die Gottesherrschaft im Zeichen des Widerspuchs, Bern/Frankfurt a.M./New York 1985
- Kümmel, W.G., Die Theologie des Neuen Testaments nach seinen Hauptzeugen, 4.Auflage, Göttingen 1980
- Lohse, E., Grundriß der neutestamentlichen Theologie, 4.Auflage, Stuttgart/Berlin/Köln 1989
- ders, Theologische Ethik des Neuen Testaments, Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1988
- Merklein, H., Jesu Botschaft von der Gottes- herrschaft. Eine Skizze, 3.Auflage, Stuttgart 1989 +++
- ders., Die Gottesherrschaft als Handlungsprinzip. Untersuchung zur Ethik Jesu, 3.Auflage, Würzburg 1984
- Sand, Alexander, Reich Gottes und Eheverzicht im Evangelium nach Matthäus, Stuttgart 1983
- Schenk, Wolfgang, Die Sprache des Matthäus, Göttingen 1987
- Schweizer, E., Theologische Einleitung in das Neue Testament (NTD, Ergänzungsreihe 2), Göttingen 1989
- Strecker, G, Der Weg der Gerechtigkeit, 3.Auflage, Göttingen 1971
- Wrege, H.-T., Das Sondergut des Matthäus-Evange- liums, Zürich 1991
- Wouters, A., "...wer den Willen meines Vaters tut". Eine Untersuchung zum Verständnis vom Handeln im Matthäusevangelium, Regensburg 1992 +++

5. Abkürzungen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Thesen zum Verständnis der Basilei im Mtev:

1. Mt übernimmt als Hauptinhalt der Predigt Jesu die Verkündigung der Basileia.

2. Für Mt ist die Basileia in erster Linie eine zukünftige Größe, die sich am Ende der Zeit offenbaren wird (vgl. Mt 4,17; 10,7 red.mt. Bearbeitung des Traditionsstoffes; 3,2 mt; Einlaßsprüche: Mt 5,20; 7,21; 18,3; 19,23f; 21,31; Bild vom zukünftige Mahl: Mt 8,11; 22,2ff; 25,10; 26,29).

Es ist zu beobachten, daß Mt sechs Stellen hinzufügt (3,2; 5,20; 7,21; 21,31; 22,2; 25,10), also die Stellen, die von der zukünftigen Basileia sprechen, vermehrt.

3. Mt führt die Basileia des Menschensohnes ein (vgl.Mt 13,41: mt Redaktion; 16,28: Mt ändert "Basileia tou theou" aus Mk 9,1 in "Basileia tou anthropou" um; 20,21: "en tä basileia sou" das "sou" ist auf "Menschensohn" in 20,18.28 zu beziehen; 25,34: mt Sondergut); das Reich des Menschensohnes ist die Welt (vgl. 13,36-43; nach 25,32 wird der Menschensohn "alle Völker" richten; Reich des Menschensohnes als zukünftige Größe verstanden (13,41; 16,28, 24,30.39.44; 25,31), die mit dem Gericht (13,41-43.49-50; 16,27f; 24,40f, 25,31-46) verbunden ist.

4. Mt bringt eine ethische Komponente in die Basileiaverkündigung hinein, indem er das "Tun Willens des Vaters" und die "bessere Gerechtig- keit" hervorhebt; (vgl. 3,2; 4,17; 10,7: Umkehr angesichts der Nähe der Himmelsherrschaft;

5,20: "bessere Gerechtigkeit" steht in den Anti thesen 5,21-48; 6,33; 7,2118,1-5u.a.)

- bitte wenden -

5. Der "Geschenkcharakter" der Basileia bleibt jedoch auch bei Mt erhalten.

+ vor den Antithesen stehen die Seligpreisungen

+ Gleichnis vom gütigen Arbeitsherrn: kein buchhalterisches Abrechnen (Mt 20,1ff)

+ Gleichnis vom königl. Hochzeitsmahl: vor dem Zorneshandeln steht das freie, gnädige Angebot "es ist alles bereit"

+ Sämannsgleichnis und Deutung: Wort vom Reich wird geschenkt (13,19)

+ Schalksknecht (18,21-35): der Bestrafung des Knechts geht (V 34) geht die unverdiente Gnade des Herrn voraus (V 27)

+ Bestimmung Jesu:Volk von den Sünden retten 1,21

+ Mensch kann durch sein eigenes Tun das Reich Gottes nicht herbeizwingen (6,10a; 13,31-32.33)

+ Freude über Reich Gottes-Geschenk 13, 44.54f

Literaturverzeichnis Spezialgebiet Neues Testament

- Lindemann, A., Artikel "Herrschaft Gottes/Reich Gottes IV", in: Theologische Realenzyklopädie, Bd. 15, hrsg. von G.Müller, Berlin/New York 1986
- Luz, U., Artikel "Offenbarung ", in: Exegetisches Wörterbuch zum Neuen Testament, Bd. 1, hrsg. von H.Balz und G.Schneider, Stuttgart/Berlin/Köln/ Mainz 1980
- Schmidt, K.L., Artikel "Offenbarung ", in: Theolo- gisches Wörterbuch zum Neuen Testament, Bd.I, hrsg. von G.Kittel, Stuttgart 1933
- Grundmann, W., Das Evangelium nach Matthäus (ThHk 1), 7.Auflage, Berlin 1990
- Camponovo, Oda, Königtum, Königsherrschaft und Reich Gottes in den Frühjüdischen Schriften, Göttingen, 1984
- Fiedler, P., Der Sohn Gottes über unserem Weg in die Gottesherrschaft, in: Fiedler, P.u. Zeller,D. Stuttgart 1975
- Gnilka, J., Jesus von Nazareth - Botschaft und Geschichte (Sonderausgabe), Freiburg/Basel/Wien 1993
- Jeremias, J, Die Gleichnisse Jesu (Kurzausgabe), 10.Auflage, Göttingen 1988
- Kosch, D., Die Gottesherrschaft im Zeichen des Widerspuchs, Bern/Frankfurt a.M./New York 1985
- Merklein, H., Jesu Botschaft von der Gottes- herrschaft. Eine Skizze, 3.Auflage, Stuttgart 1989
- ders., Die Gottesherrschaft als Handlungsprinzip. Untersuchung zur Ethik Jesu, 3.Auflage, Würzburg 1984
- Strecker, G, Der Weg der Gerechtigkeit, 3.Auflage, Göttingen 1971
- Wrege, H.-T., Das Sondergut des Matthäus-Evange- liums, Zürich 1991
- Wouters, A., "...wer den Willen meines Vaters tut". Eine Untersuchung zum Verständnis vom Handeln im Matthäusevangelium, Regensburg 1992

[...]


2 C/L, Arbeitsbuch, 278f; Schweizer, Einleitung, 122f; Lohse, Grundriß,119; RGG, Bd.2, Sp.762.

3 Schweizer, Einleitung, 122f, dort ist auch eine Angabe über die Kürzungen zu finden.

4 RGG, Bd.2, Sp.762

5 C/L, Arbeitsbuch, 277:"Galiläa ist das ver- heißene Land, in dem sich die Ankündigung der Propheten erfüllt (4,12-16). In Jerusalem vollendet sich Jesu Schicksal am Kreuz."

6 C/L, Arbeitsbuch, 277

7 Lohse, Grundriß, 119; C/L, Arbeitsbuch, 276; Schweizer, Einleitung, 123

8 "Statt der Wundergeschichten von Mk 1,21ff bringt Mt nur ein Summar 4,23-25", C/L, Arbeitsbuch, 277

9 ebenda; vgl. auch: Schweizer, Einleitung, 123; Lohse, Grundriß, 119f

10 Lohse, Grundriß, 119

11 RGG, Bd.2, Sp.763

12 ebenda; vgl. Mt 8,25 par Mk 4,38 par Lk 8,24; Mt 17,4 par Mk 9,5 par Lk 9,33; Mt 20,33 par Mk 10,51.

13 Lohse, Grundriß, 120

14 z.B. 1,22f; 2,5f; 4,14; 12,17-21 u.ö.

15 Lohse, Grundriß, 120

16 C/L, Arbeitsbuch, 285

17 ebenda

18 ebenda

19 Luz, Mtev I/1,76

20 Euseb, Kirchengeschichte, VI 25,3-4; siehe auch: III 39,16; V 10,1-4

21 Matthäus taucht in allen Apostellisten auf; vgl. Mt 10,2-4 par Mk 3,16-19 par Lk 6,14-16 par Apg 1,13

22 vgl. die Berufungsgeschichte bei Mt 9,9-13 par Mk 2,13-17 par Lk 5,27-32

23 C/L, Arbeitsbuch, 280; RGG, Bd.2, Sp. 263

24 Grundmann, Mtev, 39f

25 C/L, Arbeitsbuch, 282; Begründung: "Er verfügt über eine detaillierte Kenntnis des Judentums und speziell der Gesetzauslegung." vgl. auch Schweizer, Einleitung, 122; Bibellexikon, 329; Grundmann, Mtev, 43; Luz, Mtev I/2,62; Gnilka, Mtev II, 515

26 Grundmann, Mtev, 43; Luz, Mtev I/1: "Das Matthäus- evangelium stammt m.E. aus einer judenchristlichen Gemeinde." die Gründe für seine Annahme finden sich a.a.O., 62-65; Gnilka, Mtev II, 513, siedelt den Entstehungsort des Evangeliums in einem hellenistisch- jüdischen Millieu an

27 Bibellexikon, 329; Grundmann, Mtev, 43f; RGG, Bd 2, Sp. 763

28 Grundmann, Mtev, 45; Lohse, Grundriß, 121

29 C/L, Arbeitsbuch, 273: dort, daß das Markus- evangelium um 70 geschrieben worden ist

30 Ignatius von Antiochien hat seine Briefe auf der Überführung von Antiochien nach Rom, wo er als Märtyrer um 110 starb, geschrieben (RGG, Bd. 3, Sp.665; Altaner/Stuiber, Patrologie, 47f; Fischer, Schriften des Urchristentums (erster Teil), 111); die Didache wird auf die "erste Hälfte des 2.Jahrhunderts" datiert, Altaner/Stuiber, Patrologie, 81; Wengst, Schriften des Urchristentums (zweiter Teil), 62f; RGG, Bd.1, Sp.508

31 Wengst, Schriften des Urchristentums (zweiter Teil), 31; siehe die "Beweisführung" der Ab- hängigkeit auf den Seiten 24-32

32 C/L, Arbeitsbuch, 280; Grundmann, Mtev, 48; RGG, Bd.2, Sp. 763; Schweizer, Einleitung, 121; Bibellexikon, 329; Luz, Mtev I/1,76; Gnilka, Mtev II, 520;

33 Bauer, Wörterbuch, Sp.270

34 Merklein, Jesu Botschaft, 37

35 TRE, Bd.15, 176; siehe auch Sand, Reich Gottes und Eheverzicht, 12; zur weiteren Problematik des Begriffs "Herrschaft Gottes" im AT TRE, Bd.15, 176ff; Merklein, Jesu Botschaft, 37ff; RGG, Bd. 5, Sp.912ff. Besonders hinweisen möchte ich auf die detaillierte Darstellung der Belege im AT, die Camponovo in seinem Buch "Königtum, Königsherrschaft und Reich Gottes in den frühjüdischen Schriften" bietet. Dort die Seiten 72- 127; auf 127 faßt er zusammen: "Gottes Königtum über Israel, die Schöpfung und die Welt waren am Ausgang des AT anerkannt. Die Herrschaft Gottes als des Königs ist eine bekannte Glaubensaussage."

36 TRE, Bd.15, 198

37 Camponovo, Königtum..., 437

38 Merklein, Jeus Botschaft, 38; ThWNT, Bd I, 579

39 z.B. spricht Mt 5,20 vom Eingehen in die Basileia Gottes, so auch 7,21; 18,3

40 Merklein, Jesu Botschaft, 39; EWNT, I, Sp.483

41 Merklein, Jesu Botschaft, 38f

42 "Die Übersetzung von "Reich" ist wohl vor- zuziehen, denn es handelt sich um einen räumlich vorgestellten Bereich." C/L, Arbeits- buch, 382; RGG, Bd.5, Sp. 912ff spricht Conzelmann vom "Reich Gottes"

43 Lohse, Grundriß, 25ff; Merklein in den Büchern "Jesu Botschaft.." und "Die Gottesherrschaft.."; Lindemann (entgegen Anmerkung 6 auf der vorherigen Seite!) in seinem TRE-Artikel "Herrschaft Gottes/Reich Gottes IV", TRE 15, 196ff;

44 TRE, Bd.15, 200

45 siehe Camponovo, Königtum..., 443

46 Schenk, Die Sprache, 92; Merklein, Jesu Botschaft, 17; EWNT, I, Sp.487; Computerkonkordanz, Sp.269f

47 EWNT, I, Sp.387

48 Schenk, Die Sprache, 92

49 EWNT, I, Sp. 487; RGG, Bd.5, Sp.914; TRE, Bd.15, 200; Kümmel, Die Theologie, 30; Merklein, Gottesherrschaft, 17; Jeremias, Theologie, 99; u.ö.

50 ThWNT, Bd.I, 580

51 Grundmann, Mtev, 99ff (zur Stelle und zur Abhängigkeit der ganzen Perikope 4,1-11par)

52 Luz, Mtev I/2, 254; Grundmann, Mtev, 328

53 Merklein, Die Gottesherrschaft, 22 zu 4,23 und 9,35 noch Seite 23; ders. Jesu Botschaft, 22f; zu 4,23: Grundmann, Mtev, 111; Gnilka, Mtev I, 106; Luz, Mtev I/1, 179; zu 9,35: Grundmann, Mtev, 285; Gnilka, Mtev I, 351; zu 24,14: Grundmann, 502 u. 504; Gnilka, Mtev, II, 315; Wouters, Willen, 73.

54 Grundmann, Mtev,250

55 Luz, Mtev I/2, 13

56 auch V 12 von Mt fast wörtlich aus Q übernommen; Luz, Mtev I/2, 13

57 Luz, Mtev I/2, 13

58 ebenda

59 Luz, Mtev I/2, 13.338f; Grundmann, Mtev, 349; Gnilka, Mtev I, 500; Merklein, Die Gottesherrschaft, 23 Jeremias, Gleichnisse, 58

60 Luz, Mtev I/2, 339; Gnilka, Mtev I,500; Merklein, Die Gottesherrschaft, 22; Grundmann, Mtev, 349

61 autou bezieht sich eindeutig auf ho hüos tou anthropou

62 Luz, Mtev I/2, 487.495

63 Zum Menschensohn siehe: RGG, Bd 1, Sp.1751f u. Bd 4, Sp.874f; EWNT III, Sp.927; Bibellexikon, 334ff; C/L, Arbeitsbuch, 339ff; Lohse, Grundriß, 43ff; Als Ergebnis ist grob festzuhalten: Im AT kommt Menschensohn als Bezeichnung für den einzelnen Menschen vor (z.B. Ps 8,5; Jes 51,12; u.ö.). Im Buch Hesekiel wird der Prophet mit Menschensohn angeredet, In der apokalyptischen Literatur des antiken Judentums (z.B. Dan 7; 4.Esra) ist der Menschensohn in Gänze eine richterliche Gestalt, die erwartet wird. Diese Linie ist besonders in den synoptischen Evangelien weiterge- führt worden als Selbstaussagen Jesu, die allerdings alle sekundär sind (C/L, Arbeitsbuch, 278: "Jesus als der kommende Menschensohn richtet alle Völker, wobei der Maßstab des Gerichtes das Verhalten des Menschen im irdischen Leben gilt"). In den synoptischen Evangelien ist zwischen drei Menschensohnaussagen zu unter- scheiden: a) Worte vom zukünftig kommenden Menschensohn, b) Worte vom gegenwärtig wirkenden Menschensohn und c) Worte vom leidenden Menschensohn.

64 Entgegen Merklein (Gottesherrschaft, 22); er rechnet diese Stelle zu den Befunden die zur Basileia des Vaters gehören (siehe 2.7.). Meiner Meinung nach gehört Mt 25,34 aber zu den Menschensohnstellen (Begründung siehe im Text.

65 Wrege, Das Sondergut, 117ff

66 aus Q: 8,20 par Lk 9,58; 24,27 par Lk 17,24 aus Mk: 17, 9 par Mk 9, 9; 24,30 par Mk 13,26

67 Grundmann, Mtev, 10: "die große Zahl der Selbstaussagen vom Menschensohn" gehört "wahrscheinlich der sehr frühen palästinischen Menschensohnchristologie zu, wie sie sowohl die Überlieferung der Spruchquelle als auch die des Markus ausgeformt hat."

68 Gnilka redet von der "mt Idee von der Basileia des Menschensohnes", Mtev II, 371

69 Grundmann, Mtev, 214; Gnilka, Mtev I, 246; Luz, Mtev I/1, 364

70 Grundmann, Mtev, 217; Gnilka, Mt I, 246; Luz, Mtev I/1, 365

71 Gnilka, Mtev II, 402: "Spezifisch mt ist die Einbeziehung der Jünger in die Gemeinschaft mit Jesus bei dem Mahl in der eschatologischen Vollendung". vgl. auch Grundmann, Mtev, 537.

72 Merklein, Gottesherrschaft, 21; Schenk, Die Sprache, 94; er zählt bei Mk 14 basileia tou theou-Stellen.

73 Merklein, Gottesherrschaft, 23; Schenk, Die Sprache, 94; er zählt bei Lk im Evangelium ebenfalls 32 basileia tou theou-Stellen und in der Apg 6 basileia-Stellen.

74 Merklein, Gottesherrschaft, 22; Schenk, Die Sprache, 94; Grundmann, Mtev, 329; Luz, Mtev I/2, 254; Luz und Grundmann weisen daraufhin, daß die gesamte Perikope, in der der Vers steht, eine Kombination aus Q (= Lk 11,17-23) und Mk (= 3,24-27) ist.

75 Merklein, Gottesherrschaft, 22; Grundmann, Mtev, 434; Gnilka, Mtev II, 162

76 Diese Lesart findet sich noch in der 25.Auflage des Nestle-Aland als Text abgedruckt.

77 C/L, Arbeitsbuch, 26; Aland, Der Text, 23

78 C/L, Arbeitsbuch, 26; Aland, Der Text, 22

79 Aland, Der Text, 124

80 Nestle-Aland, Novum-Testamentum, 12 *

81 Gnilka, Mtev II, 166

82 Wrege, Sondergut, 100ff; Gnilka, Mtev II, 219; Grundmann, Mtev, 456

83 Merklein, Gottesherrschaft, 22;

84 Gnilka, Mtev II, 226

85 Grundmann, Mtev, 463

86 Basileia der Himmel kommt sonst im NT und der LXX nicht vor. "Von Mt abhängig" sind die drei apokryphen Evangelien EvNaz, EvThom und EvPh (Schenk, Die Sprache, 94). In Joh 3,5 wird Basileia der Himmel von einigen Handschriften belegt (Die ursprüngliche Lesart des Kodex Sinaiticus, die Minuskel 0141, einige andere griechische Handschriften und die lateinische Palatinus, sowie die Kirchenväter Hippolyt und Origenes (seine lateinische Übersetzung))

87 Merklein, Gottesherrschaft, 21; Schenk, Die Sprache, 94; Wouters, Willen, 71f; TRE, 15, 209; Luz, Mtev I/1, 37

88 TRE, 15,209, u.a.

89 ThWNT I, 583; EWNT I, Sp.487; TRE, 15, 196; Lohse, Grundriß, 26; Grundmann, Mtev, 31; Gnilka, Jesus, 87f.

90 Lohse, Grundriß, 26, Gnilka, Jesus, 88, TRE, 15, 209;

91 Gnilka, Jesus, 88; TRE, 15,209

92 Gnilka, Jesus, 88: "Obwohl die rabbinischen Belege teilweise spät sein müssen, knüpft die mt Tradition hier an eine jüdische Gepflogenheit an"; ders., Mtev II,541;

93 Jeremias, Theologie, 100

94 Jeremias, Theologie, 100; Gnilka, Jesu, 88; Lohse, Grundriß, 26.

95 Wouters, Willen, 72

96 ebenda

97 soweit möglich, da ein Kommentar zu Mt 18ff von Luz zum Zeitpunkt der Niederschrift dieser Arbeit noch nicht vorlag

98 Merklein, Gottesherrschaft, 21ff

99 Grundmann, Mtev, 468: "...die Rabbinen bilden häufig Königsgleichnisse; in der Evangelienüberlieferung finden sie sich nur bei Matthäus." und Gnilka, Mtev II, 235: "Die Einführung 1f ist weitgehend MtR. Erst Mt kennzeichnet das Gleichnis als Basileia- Gleichnis,..." sprechen deutlicher als Wouters von mt Redaktion.

100 In den Kodices Sinaiticus (ursprüngliche Lesart), Bezae Cantabrigensis und Freerianus, sowie in einige bo- hairischen Handschriften fehlt der Satz "hos d'an poiäsä ... toon ouranoon

101 Grundmann meint, daß 19,12 auf Jesus selbst zurückführbar sein könnte (ders, Mtev, 429); bei A.Sand "Reich Gottes und Eheverzicht", S.50, Fußnote 17 finden sich weitere Exegeten, die 19,12 für jesuanisch halten.

102 V 20 fehlt im Kodex Bezae Cantabrigiensis

103 Die Kodices Ephraemi (von zweiter Hand), Freerianus, Koridethianus, sowie die Minuskeln 33 und 1241, wenige andere griechische Handschriften, die altlateinischen Handschriften und die Vulgata und die Cureton-Syrer- Überlieferung, sowie die Kirchenväter Cyprian und Theodoret haben ergänzend hinter tois ouranois noch eiselensetai eis tän basileian toon ouranoon. Sie wiederholen damit diese Sequenz, die schon in 21a steht.

104 Einige Textzeugen ergänzen vor tä basileia en bzw. eis (was Falländerung von tä basileia in Acc nach sich zieht)

105 Gnilka, Mtev II, 120f sieht in 18,1 eine starke Bearbeitung der mk Vorlage 9,33-36;10,15 durch Mt und kein mt Sondergut; Grundmann, Mtev, 413 nicht so deutlich, da er mit einer "ältere(n) und gedeutete(n) Fassung von Mk 10,15" rechnet, die dann durchaus mt Sondergut sein könnte.

106 Wouters, Willen, 72

107 Grundmann, Mtev, 91; Gnilka, Mtev I, 63; Luz, Mtev I/1, 143

108 Grundmann, Mtev, 92

109 Schweizer, Mkev, 19: "Markus faßt Jesu Verkündigung kurz zusammen."

110 Wiefel, Lkev, 196

111 Grundmann, Mtev, 106

112 red. Bildung des Mts, siehe II.2.9.

113 so auch Lindemann, TRE, Bd.15, 210

114 Grundmann, Mtev, 217; so stellt auch Merklein fest, es sei interessant, "daß die Mahnung, die Gottesherrschaft zu suchen nicht isoliert erhoben wird, sondern gekoppelt ist mit der Zusage: kai tauta (panta) prostethäsetai humin.", ders., Gottesherrschaft, 65.

115 Fiedler, Der Sohn Gottes, 96: in 7,21 verdeutlicht Mt "den Gedanken, daß es für den Christen nicht genügt, die Herrscherstellung Jesu im Munde zu führen, daß vielmehr praktische Anerkenntnis gefordert ist, mit dem ausdrücklichen Hinweis auf den Gotteswillen."

116 Luz, Mtev I/1, 405; Gnilka, Mtev I, 276ff fügt hinzu, daß die Anrede "Herr" nicht nur auf die Jüngerschaft, beschränkt ist, sondern auch in den Wundergeschichten vorkommt. Dagegen sagen "Fernstehende...zu Jesus: Lehrer (8,19; 12,38; 19,16; 22,16.24.36) oder Rabbi (Judas in 26,25.49)."

117 Wouters, Willen, 68: "5,20 ist Themavers der Antithesen... . Seine inhaltliche Bestimmung hängt also von den Antithesen ab, so daß gerade das in ihnen geforderte Tun unter dem Anspruch der Not- wendigkeit im Hinblick auf das Himmelreich steht." a.a.O., 69: "7,21 steht in den Schlußmahnungen der Bergrede."

118 Mt nimmt zwar Mk 9,33-36 u. 10,15 auf, gestaltet die mk Vorlage aber gewaltig um. Gnilka, Mtev II, 120-121

119 Wouters sieht auch 18,3 an exponierter Stelle, nämlich "in der Eröffnung der sogenannten Gemeinderede", Wouters, Willen, 69

120 mt Bildung; Gnilka, Mtev I,118; Luz, Mtev I/1,200

121 ewiges Leben und Himmelreich sind synonyme Begriffe; vgl. 19,16.17.29 mit 19,23f; 25,46 mit 25,34

122 Dieser Vers erinnert an 6,20 und 6,33. Nicht das irdische Schätzesammeln ist angesichts der Basileia- Verkündigung gefordert, sondern das "Suchen der Ge- rechtigkeit Gottes"

123 zum Gleichnis unten

124 Wouters, Willen, 69

125 Grundmann, Mtev, 490

126 Merklein, Gottesherrschaft, 63ff; Nach Merklein gibt es für die Authentizität dieses Logions zwei Gründe: 1. 12,28 hat keine zeitgenössischen Parallelen im Judentum, 2. die Verbindung zwischen "Gegenwart des Eschatons und eines Wunders ist religionsge-schichtlich singulär" .

127 EWNT, I, Sp.519; Merklein, Gottesherrschaft, 80; Strecker, Weg, 167; Grundmann, Mtev, 308; Gnilka, Mtev I, 411f; Luz, Mtev I/2, 172f. Gnilka und Luz weisen auf die Schwierigkeiten hin, die dieser Vers macht. Beide rechnen in 11,12 mit mt Redaktionsarbeit, der ein Logion aus Q zugrunde liegt. Gnilka weist auf Lk 16,16 hin und erkennt auch hier den Evangelisten am Werk (so auch W.Stenger in EWNT, I, Sp.519)

128 Bauer, Wörterbuch zum NT, Sp.281; EWNT, I, Sp. 519

129 Bauer, Wörterbuch zum NT, Sp.281 u. EWNT, I, Sp.520

130 passivisch übersetzen auch: Luther; Luz, Mtev I/2, 172; Gnilka, Mtev I, 410; Stenger, EWNT, I, Sp.520; Grundmann, Mtev, 307, gibt beide Übersetzungen an;

131 EWNT, I, Sp.520

132 Ich verweise deshalb auf Daniel Kosch, "Die Gottes- herrschaft im Zeichen des Widerspruchs, Bern/ Frankfurt a.M./New York 1985

133 siehe oben

134 Eingeschaltet noch Mt 10 Berufung und Aussendungsrede der Jünger

135 bei Mk finden wir z.B. schon im 1.Kapitel Heilungs- geschichten, die Mt erst in 8 bringt: Mk 1,40-44 par Mt 8, 1-4; Mk 1,29-34 par Mt 8,14-17

136 beide sind mt Redaktion; Grundmann, Mtev, 110f; Luz, Mtev I/1, 179; Gnilka, Mtev I, 106

137 7,29, letzter Vers des Bergpredigtkomplexes !

138 9,33, also am Ende der Heilungsgeschichten !

139 Strecker, Weg, 169; so auch Gnilka, Mtev I, 458 und 462; auf 462 stellt Gnilka fest, es sei ein "Spezifikum" der "Reich-Gottes-Predigt" Jesu, "daß er nicht nur die Nähe der Basileia ansagt, sondern ihre Heilkräfte in seinem Wirken bereits erfahrbar macht."

140 Überschrift nach Grundmann, Mtev, 422

141 Jeremias, Gleichnisse, 140

142 Gleichnisbezeichnung nach Jeremias, Gleichnisse, 92

143 Gnilka, Mtev II, 182

144 ebenda

145 Jeremias, Gleichnisse, 95

146 ebenda

147 die Änderungen sind vgl. bei Grundmann, Mtev, 460; Gnilka, Mtev II, 225f;

148 Jesus redet die Hohenpriester und Ältesten des Volkes an 21,23

149 über die Unterschiede siehe Grundmann, Mtev, 465f; Gnilka, Mtev II, 235f;

150 die der Menschensohn vornehmen wird

151 siehe II.Teil, 2.6.; Gnilka, Mtev II, 543; entgegen Gnilka, der nur 13,41; 16,28; 20,21 zu den Menschen- sohn-Basileiastellen rechnet, rechne ich noch 25,34 hinzu (Begründung siehe II.Teil 2.6.)

152 mt Redaktion, siehe an anderen Stellen der Arbeit

153 die Deutung wird als mt Bildung angesehen; Luz, Mtev I/2, 338; Gnilka, Mtev I, 500; Grundmann, Mtev, 349

154 auch diese Verse werden als mt Redaktion bestimmt; Luz, Mtev I/2, 357; Gnilka, Mtev II, 508;

155 4,17; 10,7; 8,11; 18,3; 19,23ff die Wouters (Willen, 72) und die anderen Exegeten Mk bzw Q zuweisen; siehe dazu in dieser Arbeit II.2.9.; 26,29 hat Mt von Mk siehe II.2.7.

156 3,2; 5,20; 7,21; 22,2 (siehe Wouters, Willen, 72)

157 21,31; 25,10 (siehe Wouters, Willen, 72)

158 Bibellexikon, 167

159 Gnilka, Mtev II, 548; vgl. auch ders, Mtev I, 250: "Sie (die Gerechtigkeit, d.Verf.) hat stets bei Mt das vom Menschen geforderte Tun zum Inhalt." und ebenda, 251: "Das Streben nach seiner Gerechtigkeit ist darum die Entschiedenheit, seinen Willen zu tun (vgl. 5,6), über die man in die Basileia gelangt." So auch Luz, Mtev I/1, 370, der bemerkt, "daß das Suchen des Reiches... konkrete Praxis der Gerechtigkeit, wie sie die Bergpredigt entfaltet" ist.

160 Gnilka, Mtev II, 548

161 Gnilka, Mtev II, 549

162 Der Knecht hätte zurecht bestraft werden können, da er dem Herrn die Schuld nicht bezahlen konnt.

163 C/L, Arbeitsbuch, 282

164 C/L, Arbeitsbuch, 283

165 Merklein, Jesu Botschaft, 75

166 Gnilka, Mtev I, 498; er betont hier noch, daß "in Predigt und Theologie ...der Sauerteig oft mit der Kirche, den Christen, dem Christentum identifiziert" wird. Dies sei falsch, denn "der Sauerteig aber 'ist' das Reich Gottes. Dies kommt von Gott, ist nicht verfügbar und manipulierbar.

167 Grundmann, Mtev, 4, bezeichnet die Gottesherrschft als einen "wunderhaften und überraschenden Geschehens- vorgang".

168 Bornkamm, Jesus, 66: "...ist der Anbruch der Gottes- herrschaft ein unscheinbares Geschehen in dieser Zeit und Welt."

169 Jeremias, Gleichnisse, 101: "So haben Jesu Hörer die Gleichnisse vom Senfkorn und Sauerteig verstanden, als Kontrastgleichnisse. Ihr Sinn ist: aus den kümmerlichsten Anfängen, ...schafft Gott seine macht- volle Königsherrschaft..." ; Lohse, Grundriß, 29 und ders. , Theologische Ethik, 32

170 Bei diesen Gleichnissen handelt es sich um mt Sondergut, das sich noch im Thomev (Logion 76 und 109) findet (in unterschiedlicher Überlieferung; die Diskussion über diesen Sachverhalt ist bitte der am Ende dieser Fußnote angegebenen Literatur zu ent- nehmen, da eine Erörterung diese Sachverhaltes den Rahmnen der Arbeit sprengen würde). Die Exegeten sind sich einig, daß Mt wahrscheinlich die Gleichnisse redaktionell verbunden hat, mit Sicherheit lasse sich dies allerdings nicht sagen. vgl. Merklein, Gotes- herrschaft, 65f; Grundmann, Mtev, 352; Gnilka, Jesus, 152; ders., Mtev I, 504f; Jeremias, Gleichnisse, 132f

171 Gnilka, Mtev I, 507

172 Lohse, Grundriß, 30; Jeremias, Gleichnisse, 133f; Grundmann, Mtev, 352; Gnilka, Mtev I, 506

173 Merklein, Gottesherrschaft, 67 moniert dies an Jeremias Position <Gleichnisse, 132 "Die entscheidenden Worte sind vielmehr: 'in seiner Freude'(V.44; sie werden beim Kaufmann nicht nochmals ausdrücklich wiederholt, gelten aber bei ihm ebenso).">, und Merklein betont, daß "der Fund" über "einen solchen 'Mehr-Wert'" beim Kaufmann den Auschlag gibt, sich "auf das Handlungsprinzip Basileia einzulassen" ders., Gottesherrschaft, S.69

174 siehe letzte Fußnote das Jeremiaszitat

175 So wie der Mensch, der einen Schatz findet; so wie der Kaufmann, der eine kostbare Perle findet.

176 Merklein, Gottesherrschaft, 68; so auch Grundmann, Mtev, 352: "...der gibt seine ganze Existenz an diese Botschaft hin..." und Gnilka, Mtev I, 506: "...der Mensch...sein Leben neu orientiert."

177 panta osa echei/eichen

178 Grundmann, Mtev, 337

179 Gnilka, Mtev I, 507

180 Merklein, Gottesherrschaft. 68

181 ebenda; auf S.63 verweist Merklein auf Mt 10,7f und interpretiert diesen Vers als "Teilhabe des Jüngers an der Sendung Jesu, die Basileia zu verkünden und in heilenden Taten zu erweisen." Dieser Auftrag gelte nur dem einzelnen Berufenen.

182 Grundmann, Mtev, 337: bis 34f "Rede vor dem Volk... dann... vor den Jüngern.."; Gnilka, Mtev I, 474: "Nach unserer Meinung liegt der Halbierungsschnitt nach V 35; auf die Volks- folgt die Jüngerrede."

183 s.o. I.1.2. u. III.1.1.

184 siehe Teil I, 1.3.

185 Grundmann, Mtev, 1

186 Grundmann, Mtev, 502; Gnilka, Mtev II, 314f

187 Gnilka, Mtev II, 317, geht davon aus, "daß die Gemeinde die Erfahrung schon gemacht hat";

188 siehe auch 7,15 und 24,24

189 "Nach Mt 7,23; 13,41 ist die anomia Grund für das Verwerfungsurteil. Nach 7,23 wird sie den falschen Propheten vorgeworfen, nach 13,41 sollen dann alle, die die Gesetzlosigkeit übten, aus dem weltum- spannenden Reich des Menschensohnes entfernt werden." Gnilka, Mtev II, 318

190 ebenda

191 vergleiche die oben gemachten Aussagen; Grundmann, Mtev, 482 f: "Was Matthäus als Verhängnis über das pharisäische Israel hereingebrochen sieht, droht auch als Gefahr der Gemeinde, der er zugehört."

192 Peter Fiedler, Der Sohn Gottes, 100

193 Fiedler meint die "Gefahr des Erkaltens der Liebe", ebenda

194 zu ergänzen ist toon ouranoon; TRE, Bd 15, 210

195 vgl. Gnilka, Mtev II, 388

196 Gnilka, Mtev I, 100;

197 Oscar Romero, Erzbischof von San Salvador, in seiner letzten Predigt am 24.März 1980; wenige Sekunden später wurde er erschossen; aus: Publik-Forum; Nr.14; 22.Jahrgang; 23.Juli 1993; hrsg. von: J.Garstecki, D.Grohmann, Prof.Dr.H.Misalla, u.a.

38 von 38 Seiten

Details

Titel
Die Basileia toon ouranoon im Verständnis des Evangelisten Matthäus
Veranstaltung
Neutestamentliches Hauptseminar
Note
Recht gut
Autor
Jahr
1993
Seiten
38
Katalognummer
V96030
Dateigröße
512 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Untersucht wird, wie und warum der Evangelist Mtdie zentrale Botschaft Jesu von der Verkündigung des Reiches Gottes ändert. Herausgearbeitet wird, dass Mt als Hauptinhalt der Predigt Jesu die Verkündigung der Basileia übernimmt. Füt Mt ist die Basileia dann in erster Linie eine zukünftige Größe, erführt die Basileia des Menschensohnes und eine Ethisierung der Basileia ein. Jedoch bleibt der Geschnkcharakter der Basileia auch bei Mt erhalten: Das Himmelreich können wir uns nicht verdienen, es kann uns nur geschenkt werden. Prof. Hübner schrieb zur Arbeit: "Insgesamt eine überzeugende, z.T. ausgezeichnete Seminararbeit. Sie ist methodisch gut gearbeitet. In ihr hat der Vf. (fast) alles auf das gestellte Thema konzentriert. Richtig ist die Reduktion auf die erforderlichen methodischen Schritte. Die einleitenden Bemerkungen zum Matthäusevangelium wären allerdings nicht erforderlich gewesen. Auch wirkt der Schluß ein wenig angehängt."! Griechische Schriftzeichen werden in der HTML-Version nicht dargestellt, bitte die Druckversion laden.
Schlagworte
Basileia, Verständnis, Evangelisten, Matthäus, Neutestamentliches, Hauptseminar
Arbeit zitieren
Dieter Garlich (Autor), 1993, Die Basileia toon ouranoon im Verständnis des Evangelisten Matthäus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96030

Kommentare

  • Gast am 9.2.2006

    Die Basileia toon ouranoo ....

    Soweit ganz ordentlich; leider viele Fehler; bitte, nochmals durchlesen.

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Titel: Die Basileia toon ouranoon im Verständnis des Evangelisten Matthäus



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