Sterben und Tod in unserer Gesellschaft. Die fünf Sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross


Seminararbeit, 2019

12 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Leben und Wirken
2.1 Kindheit und Familie
2.2 Lehrjahre
2.3 Amerika
2.4 Die Arbeit mit Sterbenden - „Death and Dying"
2.5 Lebensabend

3 Die Sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross
3.1 Phase 1: „Nicht-wahrhaben-Wollen und Isolierung"
3.2 Phase 2: „Zorn"
3.3 Phase 3: „Verhandeln"
3.4 Phase 4: „Depression"
3.5 Phase 5: „Zustimmung"
3.6 Hoffnung

4 Fazit

In dieser Arbeit wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit und als Anpassung an die Sprache von Elisabeth Kübler-Ross das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist

1 Einleitung

Wenn man sich mit dem Thema „Tod und Sterben“ auseinandersetzt, eventuell auseinandersetzten muss, weil der bevorstehende Tod eines Menschen und dessen Begleitung in dieser Zeit einem beruflich oder auch privat fordert, dann wird man wahrscheinlich auch auf die Forschung von Elisabeth Kübler-Ross und ihr Modell der fünf Phasen des Sterbens stoßen. Die folgende Arbeit soll einen Einblick in das Leben von Elisabeth Kübler-Ross geben und ihre Arbeit mit Sterbenden beleuchten. Insbesondere die von ihr bei der Begleitung Sterbender beobachteten und in ihrem Buch On Death and Dying (Interviews mit Sterbenden) beschriebenen fünf Sterbephasen, „Nicht-wahrhaben-Wollen und Isolierung“, „Zorn“, „Verhandeln“, „Depression“ und „Zustimmung“, werden genauer dargestellt (Kübler-Ross 2014).

2 Leben und Wirken

2.1 Kindheit und Familie

Ihre Eltern beschreibt Elisabeth Kübler-Ross als ein „typisches konservatives Ehepaar des gehobenen Bürgertums in Zürich“. Der Vater, stellvertretender Direktor einer Bürobedarfshandlung, ein „ernsthafter, verantwortungsbewusster und sparsamer Mann (.) liebte das Leben und lebte es mit Begeisterung“. Seine Begeisterung für die Schweizer Berglandschaft gab er an seine Kinder weiter. Die Mutter war „zierlich, attraktiv und eine praktisch veranlagte Hausfrau“, die den Vater im Geschäft unterstützte. Den Vater nennt Kübler-Ross „streng“, die Mutter „liebevoll“. (Kübler-Ross 2002a, 22f.)

Elisabeth Kübler-Ross Geburt am 8. Juli 1926 in Zürich war eine lokale Sensation. Denn sie war die Erstgeborene von Drillingsschwestern, Elisabeth, Eva und Erika. Eine Tatsache, die für ihr Leben eine wichtige Bedeutung hatte. „Drilling zu sein bedeutete für mich einen Albtraum“. Sie litt darunter „keine eigene Identität“ zu haben und erlebt ihre Kindheit als „geprägt von dem Bestreben herauszufinden, wer ich war.“ (Kübler-Ross 2002a, 25f.) 1930 zieht die Familie mit dem älteren Bruder Ernst und den Drillingsschwestern in ein Dorf außerhalb der Stadt. Als sich Elisabeth eine schwere Rippenfell- und Lungenentzündung zuzieht und lange Zeit im Krankenhaus verbringt ist sie zum ersten Mal von ihren Schwestern getrennt. „Dies war meine erste Begegnung mit der Medizin, wie sie in Krankenhäusern betrieben wird, und leider war sie bemerkenswert unerfreulich.“ Hier hat sie auch ihre erste Begegnung mit dem Tod, als das Mädchen, das das Zimmer mit ihr teilt, verstirbt. Immer noch sehr schwach aus der Klinik entlassen wird sie zu Hause langsam wieder gesund. Im Rückblick schreibt sie darüber: „Langsam, aber sicher wurde ich wieder gesund, und das verdankte ich, wie ich viel später im Leben erkannte (...): der häuslichen Zuwendung, Fürsorge und Liebe“. (Kübler-Ross 2002a, S. 27-35)

2.2 Lehrjahre

Nach Abschluss der Sekundarschule Anfang 1942 verweigert sie sich dem Wunsch des Vaters als Sekretärin und Buchhalterin in seiner Firma anzufangen und tritt eine Stelle als Hausmädchen und Kinderfrau am Genfer See an. Ausgebeutet und heimwehkrank kehrt sie im Dezember zurück nach Hause und findet schließlich eine Stelle als Lehrling in einem biochemischen Forschungslabor, in dem Kosmetika hergestellt werden und „die Wirkung von kanzerogene Substanzen auf Pflanzen untersucht werden sollten“. Parallel besucht sie die Berufsschule in Zürich und lernt mit großem Erfolg Chemie, Physik und Mathematik. Doch das Labor geht bankrott und Elisabeth muss sich eine neue Stelle suchen. (Kübler-Ross 2002a, S. 59-69) Diese findet sie in der dermatologischen Abteilung des Kantonspitals in Zürich. Schon nach einiger Zeit beginnt sie hier an Geschlechtskrankheiten im Endstadium erkrankten Prostituierten Blut abzunehmen und sich um diese verstoßenen und gesellschaftlich geächteten Frauen zu kümmern. In dieser Zeit, Juni 1944, kommen auch unzählige kranke und verletzte Flüchtlinge in das Krankenhaus für die sich Elisabeth mit aller Kraft einsetzt. (Kübler-Ross 2002a, S. 70-77)

Schon ein Jahr später engagiert sie sich für den IFD (Internationalen Friedensdienst) in Frankreich. 1946 besteht sie ihre Laborantenprüfung und beginnt in der Augenklinik der Universität in Zürich zu arbeiten und sich auf das geplante Medizinstudium vorzubereiten (Kübler-Ross 2002a, S. 82). Nach weiteren IFD Hilfseinsätzen in Belgien und Schweden reist sie schließlich nach Polen, ebenfalls für den IFD. Acht Monate verbrachte sie dort und auf Reisen „und dort wurde (...) der Anfang gesetzt für [ihre] spätere Arbeit, die sich mit dem Sterben und dem Tod befassen sollte“ (Kübler-Ross 2002b, S. 24). Beim Besuch im ehemaligen Lager Majdanek entdeckte sie von ehemaligen Insassen ins Holz geritzte Schmetterlinge. Vielleicht inspirierte sie dies zu der späteren Aussage: „Der Tod ist ganz einfach das Heraustreten aus dem physischen Körper, und zwar in gleichen Weise, wie der Schmetterling aus seinem Kokon heraustritt " (Kübler-Ross 2002b, S. 33).

Im September 1951 legte Elisabeth nach einem Jahr Vorbereitung erfolgreich die Matura ab und beginnt ihr Medizinstudium an der Universität Zürich mit dem Ziel Landärztin zu werden. Hier lernt sie auch ihren späteren Mann Emanuel Ross, einen amerikanischen Studenten aus New York kennen (Kübler-Ross 2002a, S. 121-129). Ihr Studium schließt sie im Herbst 1957 ab und heiratet im Frühjahr darauf Emanuel Ross. Nach dessen Examen im Sommer 1957 und einem großen Hochzeitsfest reisen beide zusammen nach Amerika, um dort ihr gemeinsames Leben zu beginnen (Kübler-Ross 2002a, S. 1-46).

2.3 Amerika

Elisabeth und Emanuel beginnen zunächst am Glen Cove Community Hospital als Assistenzärzte zu arbeiten. Ihren Wunsch eine Facharztausbildung in der Pädiatrie zu machen muss sie zweimal wegen einer Schwangerschaft aufgeben, obwohl sie beide Male eine Fehlgeburt erleidet. Da sie jedoch dringend Geld brauchen, beginnt sie in der psychiatrischen Abteilung des Manhattan State Hospital zu arbeiten. Dort erreicht sie mit unkonventionellen Methoden große Veränderungen und kann vielen, oft langjährige Patienten, eine Rückkehr in ein normales Leben ermöglichen. Nach der „theoretischen Grundlage für [ihr] Vorgehen“ gefragt, gibt sie zu keine zu haben: ,Ich tue, was ich für richtig halte, nachdem ich den Patienten kennengelernt habe. (...) Es ist unmöglich, sie mit Drogen zu betäuben und zu hoffen, sie könnten genesen. Sie müssen sie wie Menschen behandeln' (Kübler-Ross 2002a, 161f.).

Schon einen Monat nach der Geburt des ersten Kindes Kenneth, 1960, setzt Elisabeth Kübler-Ross ihre Arbeit fort. Für das dritte Jahr der Facharztausbildung für Psychiatrie geht sie an das Montefiori Hospital. Obwohl an vielen Stellen eingesetzt liegen ihr schon hier die Sterbenden besonders am Herzen: „Ich empfand es als tragisch, dass die schwersten Fälle - Menschen im Endstadium schwerer Krankheiten oder jene, die gerade starben - am schlechtesten behandelt wurden. (...) Man ließ sie allein sterben, als ob der Tod etwas Ansteckendes sei. Ich weigerte mich, bei so etwas mitzumachen. Daher blieb ich bei meinen sterbenden Patienten, ganz gleich, wie lange es dauerte.“ (Kübler-Ross 2002a, S. 170)

Nach vier Jahren in New York bezeichnet sie sich als „amerikanisiert“, ist aber trotz beruflicher Stabilität und Familie noch immer von „Ruhelosigkeit geplagt, (...), einem Gefühl in [ihrem] Herzen, dass [sie ihren] Platz im Leben noch nicht gefunden hatte“ (Kübler-Ross 2002a, S. 176). So beginnt sie 1963 mit Professor Margolins über psychosomatische Krankheiten zu forschen. 1964, inzwischen 38 Jahre alt, bleibt nach zwei weiteren Fehlgeburten der Wunsch nach einem weiteren Kind, einem Mädchen ungebrochen. (Kübler-Ross 2002a, 179f.) Dieser Wunsch wird schließlich erfüllt und Tochter Barbara wird geboren (Kübler-Ross 2002a, S. 191). Nach einigen Jahren in Denver zieht die Familie weiter nach Chicago, wo Kübler-Ross in der psychiatrischen Abteilung des Billings Hospital arbeitet.

Im Herbst 1965 bitten vier junge Männer vom Theologischen Seminar von Chicago sie um Hilfe „für eine Arbeit über ,Krisen im menschlichen Leben'; sie wollten sich mit Tod und Sterben als der schwersten Krise des Menschen befassen“ (Kübler-Ross 2002a, S. 196). Kübler-Ross unterstützt die vier gerne und dies gibt ihr „den Anstoß für [ihre] spätere Arbeit über den Tod und das Sterben“ (Kübler- Ross 2002a, S. 197). Sie begleitet intensiv schwerkranke und sterbende Patienten und hält regelmäßig Seminare, an denen Patienten teilnehmen und sich den Fragen der Zuhörer stellen oder im Gespräch mit Kübler-Ross über ihre Leiden, Gefühle und Gedanken sprechen. Bei ihrer Suche nach Patienten stößt sie jedoch in der Ärzteschaft auf Widerstand. Diese werfen ihr Ausbeutung der Patienten vor, verbieten die Gespräch oder finden Ausreden. Doch ihre Vorlesungen über verschiedenste psychiatrische Themen sind bei Medizin- und Theologiestudenten sehr beliebt und ihre Seminare werden zunehmend auch von „Krankenschwestern, Priestern, Rabbis und Sozialarbeitern“ besucht (Kübler-Ross 2002a, S. 201). Anfang 1969 bittet das Lutherische Seminar von Chicago Kübler-Ross an ihrer Hochschule trotz ihrer „Abneigung gegen Religion“ zu lehren: „Wir bitten Sie ja nicht, Theologie zu lehren, (...) aber wir glauben, dass Sie uns zeigen können, was wahre Seelsorge in praktischer Hinsicht bedeutet“ (Kübler-Ross 2002a, S. 212).

Zu dieser Zeit wird sie von Clement Alexander, einem Herausgeber des Macmillan-Verlags in New York, gefragt, ob sie ein Buch über ihre Arbeit schreiben wolle (Kübler-Ross 2002a, S. 234). Bei der Arbeit für dieses Buch wird ihr klar, dass „alle sterbenden Patienten und alle Menschen, die einen großen Verlust erleiden, fünf ähnliche Stadien durchlaufen“. Diese fünf Stadien beschreibt sie in dem Buch On Death and Dying, das schließlich 1969 erscheint. Das Werk ruft eine große Resonanz hervor und Elisabeth Kübler-Ross wird zur international beachteten Sterbeforscherin. Doch mit dem großen Erfolg wird die Arbeit im Krankenhaus fast unmöglich. Die Vorwürfe Patienten für Publicity auszunutzen werden lauter und sie wird kritisiert, das „Krankenhaus berühmt fürs Sterben“ zu machen (Kübler-Ross 2002a, S. 243).

In den folgenden Jahren forscht Kübler-Ross weiter zu Themen wie Leben nach dem Tod, Nahtoderfahrungen und spirituellen Lebenswelten. Sie reist durch die ganze Welt, hält Vortrage und Workshops, sie schreibt mehr als 20 Bücher und erhält viele Ehrendoktortitel und Auszeichnungen. Ihr zunehmende Hinwendung zu spirituellen Ansätzen spaltet die Menschen immer mehr und es gibt ebenso bedingungslose Anhänger wie Kritiker. (Presse)

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Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Sterben und Tod in unserer Gesellschaft. Die fünf Sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross
Hochschule
Fachhochschule Düsseldorf
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
12
Katalognummer
V960585
ISBN (eBook)
9783346305299
ISBN (Buch)
9783346305305
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sterbephasen, Kübler-Ross
Arbeit zitieren
Maria-Theresia Gräfin von Ballestrem (Autor), 2019, Sterben und Tod in unserer Gesellschaft. Die fünf Sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/960585

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