Zwei dörfliche Gesangvereine, der MGV 1926 / Mixed Allegro Singers Müschenbach, organisierten bisher seit 1988 im Vierjahresrhythmus die sogenannten Holzkohlenmeilerfeste. Hierbei ging beziehungsweise geht es um die Neuauflage eines althergebrachten Westerwälder Handwerks, der Köhlerei. Diese Holzkohlenmeilerfeste finden im Hochsommer vor herrlicher Waldkulisse statt und waren beziehungsweise sind seit ihrer Gründung 1988 das Ziel von sehr vielen Besuchern aus nah und fern.
Tägliche sowohl chormusikalische als auch instrumentale Musikdarbietungen erhöh(t)en die Attraktivität der Holzkohlenmeilerfeste und erstreck(t)en sich über 10 bis 12 Tage und werden in den regionalen Printmedien und TV-Sendern publizistisch gewürdigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Es begann 1988 ...
2. Ökonomischer Druck stand am Anfang
3. Mithilfe der anderen Ortsvereine
4. Zugkräftige Gestaltung der Tagesprogramme
5. Was ist ein Holzkohlenmeiler?
6. Vorwort
7. MGV 1926 Müschenbach
7.1 Ouvertüre des Meilerfestes am ersten Wochenende
8. Zusammenfassung des letzten Meilerwochenendes 2000
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Dokumentation beleuchtet die historische Entwicklung und die organisatorische Durchführung der Holzkohlenmeilerfeste in Müschenbach. Dabei wird insbesondere untersucht, wie aus einer finanziellen Notlage des örtlichen Gesangsvereins eine kulturelle Tradition entstand, die weit über die Grenzen des Hachenburger Landes ausstrahlt.
- Die ökonomischen Beweggründe für die Initiierung des ersten Meilerfestes 1988.
- Die enge Kooperation zwischen dem MGV 1926 Müschenbach und anderen lokalen Vereinen sowie der Forstverwaltung.
- Die methodische Vorgehensweise und technische Durchführung des Köhlerhandwerks im Kontext eines modernen Volksfestes.
- Die Bedeutung der Programmgestaltung als Erfolgsfaktor für die überregionale Wahrnehmung.
- Die langfristige Etablierung des Meilerfestes als festes Highlight in der Westerwälder Kulturszene.
Auszug aus dem Buch
Was ist ein Holzkohlenmeiler?
Ein Kohlenmeiler ist ein mit Erde, Gras und Moos luftdicht bedeckter Holz-Haufen, der von einem Köhler in Brand gesetzt wird, um Holzkohle zu erzeugen. Die Hitze des glimmenden Holzes im Innern des Meilers treibt dann alle flüssigen und organischen Bestandteile als Rauch aus dem Holz. Es bleibt zu rund 98 % nur das Kohlenstoffgerüst der Holzzellen zurück. Das Relikt eines Kohlenmeilers, wie es oft in Wäldern zu finden ist, heißt Meilerplatz.
Der Holzkohlemeiler wird ebenerdig, möglichst an einem Ort nahe einem Gewässer zum späteren Löschen in Form eines Kegels gebaut. Zu Beginn wird ein Schacht (Quandel) aus Stangen errichtet, die senkrecht in den Boden gelassen werden. Rundherum werden ca. 1 m lange Holzstücke aufgeschichtet. Darauf kommt ein Dach aus trockenem Laub, Heu oder Stroh. Zum Abschluss wird der Meiler mit Erde, Gras und Moos luftdicht verschlossen. Über den Schacht wird der Meiler entzündet. Die Aufgabe des Köhlers ist es nun, über die folgenden Tage oder Wochen (je nach Größe des Meilers) den Meiler weder erlöschen noch ihn durch zu viel Luftzufuhr abbrennen zu lassen. Dazu bohrt und verschließt er Löcher an der Oberfläche.
Zusammenfassung der Kapitel
Es begann 1988 ...: Einleitende Betrachtung zur Entstehungsgeschichte des ersten Müschenbacher Holzkohlenmeilerfestes und der anfänglichen Skepsis bezüglich des Erfolgs.
Ökonomischer Druck stand am Anfang: Erläuterung der finanziellen Hintergründe des MGV 1926 Müschenbach, die den Anstoß für die Durchführung der Veranstaltungsreihe gaben.
Mithilfe der anderen Ortsvereine: Darstellung der Bedeutung des gemeinschaftlichen Engagements verschiedener Vereine und Helfer für das Gelingen des Großevents.
Zugkräftige Gestaltung der Tagesprogramme: Analyse der Faktoren, wie die Verbindung aus altem Handwerk und kulturellem Rahmenprogramm, die zum Erfolg des Festes beitrugen.
Was ist ein Holzkohlenmeiler?: Technische und prozessuale Beschreibung der traditionellen Holzkohlegewinnung im Meiler.
Vorwort: Reflexion über den Erfolg des Meilerfestes 2000 und die Bedeutung für die Zukunft der Gemeinde.
MGV 1926 Müschenbach: Detaillierter Bericht über den Ablauf des Festes 2000, von der Eröffnung bis zur Bewältigung widriger Wetterbedingungen.
Zusammenfassung des letzten Meilerwochenendes 2000: Rückblick auf den Finalcharakter und die stetig wachsende Resonanz der Veranstaltung.
Schlüsselwörter
Müschenbach, Holzkohlenmeilerfest, MGV 1926 Müschenbach, Westerwald, Köhlerhandwerk, Volksfest, Brauchtum, Vereinsleben, Kulturgeschichte, Meilerplatz, Hachenburger Land, regionale Tradition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung, Durchführung und kulturellen Bedeutung der Holzkohlenmeilerfeste in Müschenbach im Westerwald.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Geschichte der Festreihe seit 1988, die finanzielle und soziale Motivation des ausrichtenden Gesangsvereins sowie die technische Tradition des Köhlerns.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Entwicklung der Meilerfeste als regionales Großevent zu dokumentieren und die Erfolgsfaktoren für die langjährige Beständigkeit aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Dokumentation und historischen Aufarbeitung, gestützt durch Berichte, Tagebuchaufzeichnungen und eigene Beobachtungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Hintergründe, die technische Erläuterung des Meilerbaus und eine detaillierte chronologische Aufarbeitung des Festjahres 2000.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Tradition, Brauchtum, regionale Kultur, ehrenamtliches Engagement und Köhlerhandwerk.
Wie wurde mit wetterbedingten Problemen bei den Veranstaltungen umgegangen?
Die Organisatoren reagierten pragmatisch, indem sie kurzfristig Überdachungen und Wagenzelte installierten, um trotz starker Regenfälle einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen.
Warum spielt der MGV 1926 Müschenbach eine zentrale Rolle?
Der Verein ist nicht nur der Initiator und Veranstalter, sondern die Meilerfeste dienten ursprünglich dazu, die hohen Kosten für einen qualifizierten Dirigenten durch die Fest-Einnahmen zu decken.
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- Friedel Hans-Josef Dapprich (Autor), 2013, Die Müschenbacher Holzkohlenmeilerfeste im Rückblick, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/960726