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Die Sprechgestaltung beim Vorlesen von Kinderbüchern zur Förderung des Zweitspracherwerbs

Titel: Die Sprechgestaltung beim Vorlesen von Kinderbüchern zur Förderung des Zweitspracherwerbs

Bachelorarbeit , 2018 , 45 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anna Bartkowiak (Autor:in)

Pädagogik - Leseerziehung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Inwiefern kann das Vorlesen von Kinderbüchern durch den Einsatz von prosodischen Gestaltungsmitteln zur Förderung des Zweitspracherwerbs unterstützt werden? In der Arbeit geht es um die Bedeutung der Stimme bzw. der Sprechgestaltung beim Vorlesen von Kinderbüchern. In vielen Spracherwerbstheorien wird davon ausgegangen, dass die menschlichen Stimmen den Ausgangspunkt für den kindlichen Spracherwerb bilden. Dies lässt sich auch in die Welt der Literatur übertragen. Dem Erwerb früher Schriftsprachkompetenzen wird in der Gesellschaft ein immer höherer Stellenwert bzw. eine immer größere Notwendigkeit zugeschrieben. Durch das Kennenlernen von Medien sowie Kinderbüchern werden Kinder an die Schriftsprache herangeführt. Insbesondere Kinder mit Migrationshintergrund benötigen besondere Unterstützung in ihrer Literalisierung, die sie im Elternhaus womöglich nicht bekommen können. Das Vorlesen von Kinderbüchern stellt dabei eine gute Möglichkeit dar, um Kinder früh sprachlich zu fördern und an die Schriftsprache heranzuführen. Dabei stellt die Stimme einen einflussreichen Faktor dar. Die Stimme bzw. die prosodische Gestaltung stellt neben der verbalen und nonverbalen Gestaltung einen von drei Gestaltungsmitteln der Selbstpräsentation dar und kann bzw. muss in pädagogischen Settings bedacht eingesetzt werden, um eine sprachanregende Umgebung für das Kind zu schaffen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1. Zentrale Begriffe

2.2. Zweitspracherwerbstypen

2.3. Hypothesen zum Zweitspracherwerb

2.3.1. Kontrastivhypothese

2.3.2. Identitätshypothese

2.3.3. Interlanguagehypothese

2.3.4. Kontruktivismus

2.3.5. Konnektionismus

2.3.5.1. Modell der Sprachganzheit

3. Sprachförderung durch Literacy-Erfahrungen

3.1. Literacy (Erziehung)

3.2. Literacy und Vorlesen

3.3. Dialogisches Lesen

3.3.1. Methode

3.3.2. Sprechgestaltung

3.3.3. Dialogisches Lesen mit mehrsprachigen Kindern

4. Die prosodische Sprechgestaltung

4.1. Die Bedeutung der Stimme

4.2. Personaler Sprechstil im pädagogischen Kontext

4.3. Prosodie

4.3.1. Merkmale der Prosodie

4.3.2. Komponenten der Prosodie

4.4. Die kommunikativen Funktionen der Prosodie beim Vorlesen

4.4.1. Linguistische Funktion

4.4.2. Expressive Funktion (Involviertheit)

4.4.3. Strukturierende Funktion (Strukturierung)

4.4.4. Pragmatische Funktion (Partnerorientierung)

4.5. Sprachförderung beim Vorlesen durch prosodische Gestaltung

5. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern das Vorlesen von Kinderbüchern durch den gezielten Einsatz prosodischer Gestaltungsmittel zur Förderung des kindlichen Zweitspracherwerbs beitragen kann. Dabei wird analysiert, wie eine bewusste Sprechgestaltung die Aufmerksamkeit, das Textverständnis und die sprachliche Entwicklung in pädagogischen Kontexten unterstützen kann.

  • Bedeutung der prosodischen Sprechgestaltung (Stimme, Intonation, Tempo)
  • Methodik des Dialogischen Lesens zur Sprachförderung
  • Theoretische Grundlagen des kindlichen Zweitspracherwerbs
  • Einfluss von Literacy-Erfahrungen auf die Schriftsprachkompetenz
  • Anwendung des Modells der Sprachganzheit in der pädagogischen Praxis

Auszug aus dem Buch

4.3.1. Merkmale der Prosodie

Zu den Merkmalen der Prosodie gehören Lautstärke, Tonhöhe, Lautdauer, Sprechpausen und Stimmqualität. Im Folgenden werden die genannten prosodischen Parameter kurz vorgestellt und erläutert.

„Lautstärke beschreibt den perzeptiven Korrelat des akustischen Parameters Intensität“ (Miosga 2006, S. 59). Die Intensität eines Tones lässt sich durch die Schwingungen bzw. durch den Schalldruck der gesprochenen Laute bestimmen. Lautstärkevariationen beschreiben den Umfang bzw. die Brandbreite von lokalen oder globalen Lautstärkewechseln. „Ein lokales Signal bezeichnet ein kurzfristiges Verlassen des Lautstärkewechsels [währenddessen (Anm. d. Verf.)] ein globales Signal … eine längerfristige Änderung des Lautstärkelevels [bezeichnet (Anm. d. Verf.)]“ (vgl. ebd., S. 60).

Die Tonhöhe wird mit der Frequenz (Schwingungsanzahl pro Zeiteinheit) eines hörbaren Tones gleichgesetzt. Die Grundfrequenz der menschlichen Stimme ist die Frequenz, mit der die Stimmlippenschwingungen den Vokaltrakt anregen. Von der mittleren Stimmlage wird gesprochen, wenn die Stimmlage der individuellen Konstitution am besten entspricht. Davon ist die habitualisierte Stimmlage abzugrenzen (vgl. ebd.). Der Einsatz von Tonhöhenvariationen bedeutet konkret, dass eine Bandbreite an unterschiedlichen Tonhöhen genutzt wird. „Der mögliche Stimmumfang beträgt je nach Konstitution ungefährt drei Oktaven“ (ebd., S. 62). Es wird generell von einer breiten Variation oder einer schmalen Variation gesprochen, je nachdem wie viele Variationen genutzt werden (vgl. ebd.).

Die Lautdauer ist die Zeit, die benötigt wird, um einen Laut auszusprechen. Sie wird in Sekunden und Millisekunden gemessen, weshalb es sich um eine absolute Zeitbestimmung handelt. Durch die Verlängerung der Dauer von Lauten entsteht eine akustische Verstehbarkeit bzw. Deutlichkeit der Artikulation. Das Deutlichkeitsniveau ist ein Ausdruck der durchschnittlich realisierten Artikulationspräsentation von Äußerungen. „Die Deutlichkeitswechsel/ Lautdauervariationen beschreiben … das Verhältnis betonter und unbetonter Silben, welches den wahrnehmbaren Rhythmus bestimmt“ (ebd., S. 66).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Vorlesens für die kognitive und sprachliche Entwicklung ein und formuliert die Leitfrage nach der Rolle der prosodischen Sprechgestaltung beim Zweitspracherwerb.

2. Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe des Spracherwerbs definiert und verschiedene Theorien und Hypothesen, wie der Konnektionismus und das Modell der Sprachganzheit, erläutert.

3. Sprachförderung durch Literacy-Erfahrungen: Dieses Kapitel betrachtet die Bedeutung von Literacy und die Methode des Dialogischen Lesens als effektive Strategie zur Sprachförderung bei Kindern.

4. Die prosodische Sprechgestaltung: Hier werden die Parameter der Prosodie sowie deren kommunikative Funktionen detailliert analysiert und auf die Vorlesesituation übertragen.

5. Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und beantwortet die zentrale Forschungsfrage, indem es die Bedeutung der Stimme für einen sprachanregenden Vorleseprozess hervorhebt.

Schlüsselwörter

Vorlesen, Zweitspracherwerb, Prosodie, Sprachförderung, Literacy, Dialogisches Lesen, Stimme, Sprechgestaltung, Sprachganzheit, Interaktion, Pädagogik, Sprachkompetenz, Kommunikation, Schriftsprache, Lautgestaltung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der menschlichen Stimme und der prosodischen Sprechgestaltung beim Vorlesen von Kinderbüchern im Kontext der frühen Sprachförderung und des Zweitspracherwerbs.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Zweitspracherwerbsforschung, das Konzept der Literacy, die Methode des Dialogischen Lesens sowie die detaillierte Analyse prosodischer Mittel in pädagogischen Kommunikationssituationen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern der gezielte Einsatz prosodischer Gestaltungsmittel beim Vorlesen von Kinderbüchern den kindlichen Zweitspracherwerb unterstützen und fördern kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert, um didaktische Konzepte für die pädagogische Praxis abzuleiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Prosodie und ihrer kommunikativen Funktionen (linguistisch, expressiv, strukturierend, pragmatisch) und deren praktischer Anwendung durch Vorlesende.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Vorlesen, Prosodie, Zweitspracherwerb, Sprachförderung, Dialogisches Lesen und die Rolle der Stimme als Medium für Sprachanregung.

Welche Rolle spielt das "Modell der Sprachganzheit" in dieser Arbeit?

Das Modell von Walter Rolf Bindel dient als theoretische Basis, um Sprache nicht isoliert, sondern in ihrem sozialen, emotionalen und kognitiven Kontext in kommunikativen Situationen zu verstehen.

Warum wird das Dialogische Lesen als Förderansatz hervorgehoben?

Weil es durch den interaktiven Austausch zwischen Vorleser und Kind aktiv sprachförderliche Merkmale nutzt und die Kinder somit stärker in das Lesegeschehen einbindet als beim klassischen Vorlesen.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Sprechgestaltung beim Vorlesen von Kinderbüchern zur Förderung des Zweitspracherwerbs
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Sonderpädagogik)
Note
1,3
Autor
Anna Bartkowiak (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
45
Katalognummer
V960815
ISBN (eBook)
9783346303363
ISBN (Buch)
9783346303370
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprechgestaltung Dialogisches Vorlesen Zweitspracherwerb Sprachförderung Prosodie Literacy
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna Bartkowiak (Autor:in), 2018, Die Sprechgestaltung beim Vorlesen von Kinderbüchern zur Förderung des Zweitspracherwerbs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/960815
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  45  Seiten
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