Kindheit im Wandel


Ausarbeitung, 2000

2 Seiten, Note: 1


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„Kindheit im Wandel“

Langrezension

„Kindheit im Wandel“ - Was hat sich seit 1960 am Sozialcharakter Kindheit geändert? Kann man diese Veränderungen mit Hilfe einer kultursoziologischen Sozialisationstheorie erklären?

Auf diese zwei Fragen sind die Kernthemen des Buches aufgebaut, die sich durch eine gute und klare Gliederung des Buches erkennen lassen. Drei inhaltlich getrennte Kapitel, die aufeinander aufbauen, führen den Leser gezielt zu einem Fazit, welches die Autoren aus ihrer Arbeit gezogen haben. Die Strukturierung der einzelnen Kapitel ist übersichtlich und nicht durch etliche Unterpunkte „zerlegt“. Zur Veranschaulichung der Theorien und Studienergebnisse wurden in manchen Kapiteln sehr viele statistische Daten eingebaut, was auf Kosten des Informationsgehaltes ging.

Im ersten Teil des Buches wird der Grundstock zum Verstehen des Inhaltes gelegt. Die beiden Autoren legen ihre Intentionen zu diesem Buch dar und erklären in weiterer Folge ihre persönliche, aber respektive auch die fachliche Meinung zum Thema Sozialisation. Eine kurze Zusammenfassung der Geschichte der Entwicklung der Kindheit nach Aries und de Mausse dienen als Einstieg, um dann in weiterer Folge die Veränderungen in der Eltern-Kind- Beziehung und die Theorien der Geschlechtdifferenzierung zu erläutern.

Als Basisthema verfolgen die beiden Autoren im ersten Kapitel die Formen der Sozialisationstheorie. Bei der psychoanalytischen Sozialisationstheorie wird im Wesentlichen Freuds Drei-Schichten-Theorie behandelt. In der Umfassenden Sozialisationstheorie gehen die Autoren folgender zentralen Frage nach: „Wie wird aus einem Neugeborenen ein autonomes, gesellschaftliches Objekt?“

Im zweiten Teil des Buches wird der Wandel der Kindheit genau analysiert und durch konkrete Beispiele belegt. Ausgehend von der Kindheit in der Nachkriegszeit bis hin zur Kindheit des letzten Jahrzehnts werden in den verschiedenen Bereichen die Strukturen des Sozialcharakters genau beleuchtet und deren Wandel beschrieben.

Man erfährt Wissenswertes über die Entwicklung der Straßensozialisation, das Kind als Konsument und die Fernsehsozialisation, wobei letztere kritisch und stark hinterfragend erläutert wird.

Weitere Punkte in der Auseinandersetzung mit der Praxis der Sozialisation sind:

Kindermedien, Spielzeug und auch die Betreuung im Elternhaus und in außerschulischen Einrichtungen, wie zum Beispiel der Kinderspielplatz.

Im dritten und letzten Teil wird ein umfassendes Fazit aus den vorangehenden Kapiteln gezogen, wobei sich hier die Autoren auf drei Leitfragen stützen: „Gibt es in den letzten vier Jahrzehnten einen Umbau der Persönlichkeit?“, „Ist der Wandel als Reduktion oder als Fortschritt einzuschätzen?“ und „Wie ist der Wandel zu erklären?“

Das letzte Kapitel ist im Wesentlichen eine Verknüpfung aus der Sozialisationstheorie und dem konkreten Wandel der Kindheit. Begriffe wie „Mediatisierung“ und „Scheinwirklichkeit“ weisen hier den Weg in die Zukunft der Kindheit und in einen möglichen neuerlichen Wandel. Eine Grundaussage in diesem Kapitel relativiert aber auch die aufgestellten Theorien zur Veränderung des Sozialcharakters. Das Entstehen des neuen Sozialcharakters sei „das Ergebnis der Dynamik von Vergesellschaftsprozessen, die sich in erster Linie an Verwertungsinteressen orientieren“ (Zitat; S. 161).

Peter Zimmermann und Hans-Günter Rolff sind die Autoren des Buches „Kindheit im Wandel“, welches schon in seiner fünften Auflage im BELTZ-Verlag, Reihe Pädagogik, erschienen ist.

Dr. rer. pol. Hans-Günter Rolff ist Professor für Schulpädagogik und Bildungsplanung an der Universität Dortmund und Leiter des dortigen „Institutes für Schulentwicklungsforschung“. Dr. paed. Peter Zimmermann ist diplomierter Pädagoge und akademischer Rat im „Institut für Schulentwicklungsforschung“ an der Universität Dortmund.

Das Buch ist eine sehr interessante Aufarbeitung der historischen und gesellschaftliche Entwicklung der Kindheit seit der Nachkriegszeit. Empfehlenswert vor allem für angehende Sozialpädagogen, um sich über den Wandel des Sozialcharakters bzw. den Wandel kindlicher Wertigkeiten in ihrem Berufsfeld zu informieren. Obwohl die Autoren sichtlich bemüht waren ihr Buch leicht verständlich zu verfassen, gibt es dennoch eine Reihe an Fremdwörtern, die nicht jedem geläufig sind. Das dem Anhang beigefügte Glossar erweist sich hier besonders Nutzbringend.

Ein Buch, welches jeden einlädt, sich mit der vergangenen, der eigenen und der zukünftigen Kindheit auseinander zu setzen.

2 von 2 Seiten

Details

Titel
Kindheit im Wandel
Hochschule
Universität Wien
Note
1
Autor
Jahr
2000
Seiten
2
Katalognummer
V96085
Dateigröße
324 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kindheit, Wandel
Arbeit zitieren
Markus Woschitz (Autor), 2000, Kindheit im Wandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96085

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