Welche Elemente „realer Utopien“ und „solidarischer Lebensweisen“ lassen sich in Österreich anhand der konkreten Dimension Wohnen finden? In der Arbeit suche ich nach Veränderungen von Subjektivitäten, die für Menschen eine erfahrbare Verringerung von Ungerechtigkeit und die Verschiebung von Kräfteverhältnissen bedeutet. Es geht in meiner Arbeit um eine konkrete Dimension des Lebens, nämlich das Wohnen. Gesucht wird nach Lebensbereichen und zwischenmenschlicher Beziehungen jenseits disziplinierender, die kapitalistische Expansion und Landnahme stützender und die Gesellschaft hierarchisierender Praxen.
Untersucht werden demnach die politischen Auseinandersetzungen mit der eigenen Lebensweise und dem Zulassen alternativer Erfahrungen jenseits der imperialen Lebensweise. Ausgesucht wurde der Bereich Wohnen, weil es zentral in der Degrowth Debatte und in der Debatte um die solidarische Lebensweise ist. Die Art der Untersuchung beschränkt sich auf ein exploratives und drei problemzentrierte mündliche Einzelinterviews mit Vertreter*innen alternativer Wohnprojekte, wo sich Mitbewohner*innen autonom verwalten und jenseits von privaten Mietverhältnissen wohnen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Stand der Forschung
1.2 Fragestellung
2. Methodologische Vorgehensweise
2.1 Begriffsbestimmungen und theoretischer Rahmen
2.1.1 Reale Utopien
2.1.2 Solidarische Lebensweise
3. Forschungsethische Aspekte
3.1 Sampling, Rekrutierung und das 4. Prinzip
3.2 Betrachtungen zur Interviewdurchführung (Positionierung/ Subjektivität)
4. Auswertung der erhobenen Daten
4.1 Codierung und Kategorisierung
4.2 Darstellung der Ergebnisse
5. Conclusio
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht real existierende alternative Wohnverhältnisse in Österreich, um zu analysieren, welche Elemente „realer Utopien“ und „solidarischer Lebensweisen“ sich in diesen konkreten Lebensbereichen identifizieren lassen.
- Sozial-ökologische Transformation im Bereich des Wohnens
- Analyse von Degrowth-Strategien und Postwachstumsansätzen
- Empirische Untersuchung alternativer Wohnprojekte mittels problemzentrierter Interviews
- Kategorisierung von kollektiven Handlungsmustern (Aktivismus, Kritik, Symbiotische Strategien)
- Verbindung von individueller Lebensweise mit gesellschaftlichen Naturverhältnissen
Auszug aus dem Buch
2. Methodologische Vorgehensweise
In Anlehnung an Brand/ Wissen (2017: 169) suche ich nach Veränderungen von Subjektivität, die für Menschen eine erfahrbare Verringerung von Ungerechtigkeit und die Verschiebung von Kräfteverhältnissen bedeutet. Es geht in meiner Arbeit um eine konkrete Dimensionen des Lebens, nämlich das Wohnen. Gesucht wird nach Lebensbereiche und zwischenmenschlicher Beziehungen jenseits disziplinierender, die kapitalistische Expansion und Landnahme stützender und die Gesellschaft hierarchisierender Praxen (ebd.). Untersucht werden demnach die politischen Auseinandersetzungen mit der eigenen Lebensweise und dem Zulassen alternativer Erfahrungen jenseits der imperialen Lebensweise (ebd.). Ausgesucht wurde der Bereich Wohnen weil es zentral in der Degrowth Debatte (vgl. Acosta/ Brand 2017; AK Postwachstum 2016; Schmelzer/ Vetter 2019) und in der Debatte um die solidarische Lebensweise ist (vgl. Brand/ Wissen 2017: Kap. 8). Die Art der Untersuchung beschränkt sich auf 1 exploratives und 3 problemzentrierte mündliche Einzelinterviews mit Vertreter*innen alternativer Wohnprojekte, wo sich Mitbewohner*innen autonom verwalten und jenseits von privaten Mietverhältnisse wohnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung bettet die Wohnproblematik in den Kontext der Vielfachkrise und der Degrowth-Debatte ein und formuliert das Erkenntnisinteresse an solidarischen Lebensweisen.
2. Methodologische Vorgehensweise: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Rahmen um reale Utopien und solidarische Lebensweisen sowie die Anwendung des problemzentrierten Interviews.
3. Forschungsethische Aspekte: Hier werden die Selbstreflexion des Autors sowie die Prinzipien der Anonymisierung und des informierten Konsents bei der Interviewführung dargelegt.
4. Auswertung der erhobenen Daten: Die Ergebnisse der Interviews werden anhand von induktiv und deduktiv abgeleiteten Kategorien wie Aktivismus, Kritik und solidarische Lebensweise analysiert.
5. Conclusio: Das Fazit fasst zusammen, dass die untersuchten Wohnprojekte tatsächliche Schnittmengen mit Degrowth-Ansätzen aufweisen und als transformative reale Utopien fungieren können.
Schlüsselwörter
Reale Utopien, solidarische Lebensweise, Degrowth, Wohnen, soziale Transformation, Postwachstum, problemzentriertes Interview, Symbiotische Strategien, Gemeingüter, suffiziente Lebensweise, Kapitalismuskritik, kollektive Selbstverwaltung, Wohnprojekte, gesellschaftliche Naturverhältnisse, Partizipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie alternative Wohnprojekte in Österreich dazu beitragen können, soziale und ökologische Transformationen im Sinne einer solidarischen Lebensweise umzusetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen Degrowth-Debatten, Postwachstumsökonomie, Konzepte der „realen Utopien“ nach Erik Olin Wright sowie die Analyse konkreter Gemeinschafts-Wohnformen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Welche Elemente ‚realer Utopien‘ und ‚solidarischer Lebensweisen‘ lassen sich in Österreich anhand der konkreten Dimension Wohnen finden?“
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es wird ein qualitatives Forschungsdesign mit problemzentrierten Interviews (nach Witzel) angewandt, um mittels Codierung und Kategorisierung kollektive Handlungsmuster zu identifizieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine methodische Reflexion sowie die systematische Auswertung der geführten Interviews anhand der Kategorien Aktivismus, Kritik, Symbiotische Strategien und Suffizienz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Degrowth, reale Utopien, solidarische Lebensweise, Wohnen und soziale Transformation beschreiben.
Wie unterscheidet der Autor zwischen den drei Transformationsstrategien?
Der Autor greift auf die Differenzierung von Wright zurück: Freiraumstrategien (Änderung der Organisationslogik), symbiotische Strategien (Kooperation von Staat und Zivilgesellschaft) und Bruchstrategien (konfrontative Revolution).
Welche Rolle spielt die „Suffizienz“ in den untersuchten Wohnprojekten?
Suffizienz wird als Gegenmodell zur konsumorientierten Wegwerfgesellschaft verstanden, wobei durch Teilen, Tauschen und kollektive Nutzung von Ressourcen der ökologische Fußabdruck bewusst reduziert wird.
- Quote paper
- Josef Muehlbauer (Author), 2019, Reale Utopien. Zur sozial-ökologischen Transformation und der solidarischen Lebensweise im Bereich des Wohnens in Österreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/961019