Eine konsumentenorientierte Betrachtung der Memetik


Bachelorarbeit, 2019

65 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Meme
2.1. Vorangehende Untersuchungen der Memetik
2.1.1. Richard Dawkins: Memes the new replicators
2.1.2. Moskopp und Heller: Internet-MEME
2.1.3. Limor Shifman: Memes in digital culture
2.2. Adaptierte B etrachtung der Memetik
2.2.1. Langlebigkeit, Fruchtbarkeit und Kopier-Treue
2.2.2. Merkmale eines erfolgreichen Memes
2.2.3. Content, form and stance

3. Die konsumentenorientierte Betrachtung der Memetik
3.1. Was ist ein Meme?
3.2. Beispielhafte Auslegung
3.3. Psychologische Motivationen
3.3.1. Was uns motiviert
3.3.2. Warum wir lachen
3.3.3. Das System 1 und System 2 nach Daniel Kahnemann
3.4. Beispielhafte Analyse

4. Schluss

II. Abbildungsverzeichnis

III. Literaturverzeichnis

IV. Anhang

„We need a name for the new replicator, a noun which conveys the idea of a unit or cultural transmission, or a unit of imitation.,Mimeme‘ comes from a suitable Greek root, but I want a monosyllable that sounds a bit like ,gene‘. I hope my classicist friends will forgive me if I abbreviate mimeme to meme.“ (Dawkins, 1976, S. 206)

1. Einleitung

Mobiles Internet, Smartphones, flächendeckende Verbreitung von Netzwerken, Platt­formen wie Facebook - kurz gesagt: das Aufkommen des direkten Internets und die da­zugehörigen Symptome - beeinflussen seit wenigen Jahrzehnten unseren Alltag. Ob und inwiefern das Internet und vor allem der Aspekt der sozialen Netzwerke unsere Wahr­nehmung in diesen prägen, wird anhand einer Erscheinung untersucht, welche sich zeit­gleich mit der Verbreitung des mobilen Internets in weiten Teilen unter den Jugendlichen bis Jungadoleszenten festigte und somit als Artefakt unserer Gesellschaft etabliert hat: das Meme.

Das Meme ist mit knappen Worten eine Variante des Insider Witzes und gewann an besonderer Beliebtheit mit dem Aufkommen des Social Web.1 In bisherigen Studien der Memetik wurde das Meme als ein für sich stehendes Objekt behandelt und betrachtet;2 Überlegungen dieser Art können helfen, das Verständnis des Memes zu vermitteln, je­doch wird im Rahmen dieser Arbeit eine Auffassungsart postuliert, welche sich dahinge­hend abgrenzt, dass das Meme nicht lediglich als Gegenstand zu untersuchen ist, sondern als Indikator für mögliche Rückschlüsse auf das Innenleben einer interagierenden Person im Sinne einer qualitativen Betrachtung oder auf eine Menge an Personen im Sinne eines quantitativen Querschnitts dient. Diese als konsumentenorientierte Betrachtung der Memetik betitelte Sichtweise geht davon aus, dass das Bewusstsein des Konsumenten über tatsächliche Motivationen und Empfindungen auf Grund struktureller Gegebenhei­ten der Umgebung gehemmt wird.

Die Motivation der Untersuchung des emotionalen Bezugs eines Meme-Produzen- ten/Rezipienten zu dem Meme fußt auf dem Gedanken, dass Mechanismen des Social Web eine Auswirkung auf die Wahrnehmung und das Verhalten der interagierenden Per­son haben, wodurch das Meme zu solch einem gesellschaftlich relevantem Artefakt wer­den konnte. Hierbei steht nicht das Meme selbst im Fokus, sondern die damit verbunde­nen strukturelle Neuerungen der Interaktionsmöglichkeiten mit Anderen. Der einleitend beschriebene Begriff des Prägens der Wahrnehmung ist für diese Arbeit dahingehend zu untersuchen, inwieweit grundlegende „blinde Flecken“, um die Worte des Soziologen Niklas Luhmann zu verwenden, existieren. Luhmann formulierte in seiner Schrift Die Gesellschaft der Gesellschaft folgenden Satz, welcher als ein Leitmotiv der Untersuchung dienen soll: „Man kann nicht sehen, dass man nicht sieht, was man nicht sieht.“ (Luhmann, 1997, S. 113)

Auf dieses Nichtsehen versucht die vorliegende Arbeit durch die Betrachtung der Memetik hinzuweisen und anzuregen, die Motivation des Konsums zu hinterfragen, um dadurch hemmende Gedankenmuster offenzulegen.

Wichtig für die Rezeption dieser Schrift ist das Bewusstsein darüber, dass diese Be­trachtungsweise lediglich einen möglichen Motivationsgrund der memetischen Rezeption adressiert - den der Gruppenzugehörigkeit. Konfundierende Variablen, wie beispiels­weise ,bloßer Zeitvertreib4 oder auch ,einfacher Genuss‘, werden nicht miteinbezogen. Dabei sei jedoch anzumerken, dass diesen Variablen nicht Relevanz abgesprochen wer­den soll, sondern dass lediglich ein Teilgebiet der Thematik beleuchtet werden kann, so­dass der vorgesehene Umfang nicht überschritten wird. Aus selbem Grund muss auch innerhalb der analytischen Betrachtung die Analyse der Teilgebiete thematisch reduziert werden. Dieser Ansatz konstituiert hierfür eine analytische Betrachtung der Memetik mit einer folgenden Untersuchung von Forschungsergebnissen aus der Psychologie, wobei ein besonderer Fokus auf die Motivation des Lachens gelegt wird, um die Reaktionsmo­tivation der Diskursteilnehmer zu ergründen.

Während der Untersuchungen wird versucht, zwei zentrale Fragen zu beantworten:

Was ist ein Meme?

Warum erlangte das Meme solch eine Popularität mit dem Aufkommen des Social Web?

Dieser Beitrag hat somit zu den einleitend beschreibenden Worten das zusätzliche Ziel, das Internet Meme als kommunikationswissenschaftliches Phänomen begreifbar und seine Relevanz auch für die Pädagogik deutlich zu machen.

Die Kernidee vorliegender Arbeit, dass das Meme nicht als für sich stehender Text, sondern als ein Indikator für den persönlichen Bezug der Nutzer zu einer Thematik zu betrachten sei, wird auf Basis der Analyse auf ihre mögliche Belastbarkeit geprüft.3

Da ein weitgehend unerschlossenes Themengebiet behandelt wird und entsprechend wenige empirische Befunde der Memetik vorliegen, erhebt diese Bachelorarbeit keinen nomothetischen Wahrheitsanspruch, sondern soll vielmehr Ansätze für eine Art und Weise der Betrachtung der Memetik im Sinne einer explorativen Gedankenstudie als so­ziale Positionierung geben.4 Auf Gendern wird in dieser Arbeit aus Gründen der besseren Verständlichkeit verzichtet.

2. Das Meme

Im Folgenden werden bisher publizierte Überlegungen der Memetik betrachtet, um anschließend als Synthese der Gedanken eine mögliche Antwort auf die eingangs ge­stellte Forschungsfrage: „Was ist ein Meme?“ zu geben.5 Im Zuge dessen werden zu­nächst die Schriften von Richard Dawkins, dem Namensgeber des Memes und Autor erst­maliger Überlegungen des Phänomens innerhalb des Forschungsgebiets der Memetik, an­geführt. Dawkins postuliert eine umfassende, wie abstrakte Betrachtungsweise des Memes. Um einen weiteren theoretischen Ansatz zur Memetik zu beleuchten und ein weiteres Bild der Thematik zu zeichnen, folgt den abstrakten Gedanken Dawkins der op­positionelle Ansatz von Moskopp und Heller, welche das Meme nahe am Gegenstand definieren und die Art und Weise des direkten Textes fokussieren. Abschließend werden Studien von Limor Shifman angeführt, welche sich in Hinblick auf den Abstraktionsgrad zwischen den beiden zuvor genannten Ansätzen befindet.

Da das Meme ein neues Phänomen ist, werden diese Ansätze im Folgenden ausführ­lich beschrieben, so dass ein einheitliches Verständnis des Gegenstandbereichs geschaf­fen und auf dieser Basis eine valide Definition abgeleitet werden kann.6

Wird von einem Meme gesprochen, so ist meist das spezifische Internet Meme ge­meint, welches sich als Text-Bild Kombination mit humoristischem Hintergrund darstellt. Dies geschieht, indem ein memetisches Template, meist ausgedrückt durch ein bildliches Element, passend zu einer Situation mit Text versehen und stetig rekontextualisiert wird. So wird ein Witz konstituiert, welcher geringes Vorwissen über das verwendete Template benötigt. Christian Bauckhage, Professor für Informatik an der Universität Bonn, be­schrieb das Meme mit dem einfachen Satz „Put in simple terms, Internet memes are inside jokes or pieces of hip underground knowledge, that many people are in on” (Bauckhage, 2011).

Nach Dawkins abstrakten Verständnisses stellt das Imitieren oder Nachahmen einer Idee das relevante Charakteristikum eines Memes dar. Dieses Hauptmerkmal wird für die im späteren Verlauf der Arbeit aufgestellte Sichtweise im Sinne der konsumentenorientierten Betrachtung der Memetik als Kerngedanke übernommen.

Für folgende Kapitel wird das Meme meist in dem gedanklichen Sinne des spezifi­schen Internet Meme verstanden, wobei ergänzend der abstrakte Ansatz von Dawkins oder auch andere Formen der memetischen Ausprägung beschrieben werden. Die Klar­stellung der Begrifflichkeit erfolgt in der Regel durch die Einbettung in den Kontext. So­fern erforderlich, werden darüber hinaus explizite Erklärungen bezüglich der Begriffsbe­stimmung gegeben.7

2.1. Vorangehende Untersuchungen der Memetik

Der Begriff Meme taucht zum ersten Mal im Jahr 1976 in dem von Richard Dawkins geschrieben Buch THE SELFISH GENE in dem Kapitel Memes: the new replicators auf . Im Sinne des Internet-Memes als lustige Bilder, scheint es verwunderlich, dass der Be­griff beziehungsweise das Konzept des Memes schon seit 42 Jahren existiert, jedoch erst in den letzten Jahren Anklang in vergleichsweise weiten Kreisen gefunden hat.8 Betrach­tet man das Meme jedoch im Sinne Dawkins, verwundert der Gedanke, warum das Meme an sich erst so spät im Verlaufe der Menschheitsgeschichte betitelt wurde.

2.1.1. Richard Dawkins: Memes the new replicators

Richard Dawkins stellt die These auf, dass kulturelle Transmission als analog zu ge­netischer Transmission betrachtet werden kann und somit ebenso das Potential zu einer Form von Evolution hat. (Dawkins, 1976, S. 203) Das besondere an Genen ist, dass diese Replikatoren sind, entsprechend verhält es sich auch mit der kulturellen Transmission. Dawkins folgt dem Gedanken und postuliert, dass das Prinzip der Evolution durch Rep- likatoren das einzige lebensformübergreifende Gesetz ist, welches existiert. Würde es eine extraterrestrische Lebensform geben, welche nicht auf einer Kohlenstoffbasis, son­dern beispielsweise in Form von elektronischen Vibrationen bestünde, so wäre auch diese dem Verlauf unterworfen, sich weiterentwickeln zu müssen, was durch die ständige Re­produktion und leichte Mutation oder Adaption geschehen würde. Auf den Menschen und das Tier bezogen: „The gene, the DNA molecule, happens to be the replicating entity which prelangvails on our own planet.“ (Dawkins, 1976, S. 206). So werden Religion und Gott als Beispiele kultureller Replikatoren genannt, welche als ein Mechanismus zur So­lidarisierung Einzelner und innerhalb von Gruppen funktionieren und einen biologischen Vorteil bringen. Der Mensch als eine „pack-hunting species“ verlässt sich auf die Kooperation und Zusammenarbeit mit anderen Menschen, um erfolgreich jagen zu kön­nen. (Dawkins, 1976, S. 205)9

Der Begriff Meme wird von Dawkins wie folgt beschrieben:

„We need a name for the new replicator, a noun which conveys the idea of a unit or cultural transmission, or a unit of imitation.,Mimeme‘ comes from a suitable Greek root, but I want a monosyllable that sounds a bit like ,gene‘. I hope my classicist friends will forgive me if I abbreviate mimeme to meme.“ (Dawkins, 1976, S. 206)

Um das Verständnis des Memes weiter zu erläutern, sind von Dawkins Beispiele wie Töne, Ideen, Klamottentrends oder verschiedene Arten davon, wie etwas herzustellen ist, genannt. Sein Kollege, N.K. Humphrey, beschrieb das Kapitel Memes: the new replica­tors prägnant mit dem Satz: „memes should be regarded as living structures, not just met­aphorically but technically.“ (Dawkins, 1976, S. 207)

So kann das Meme auch als ein Parasit betrachtet werden, welcher sich über seinen Wirt, das menschliche Gehirn, weiter verteilen kann. Zurückkehrend zur Religion nennt Dawkins in dem Kontext das Gott-Meme als einen Erklärungsansatz für die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Religion, wodurch es einen wichtigen psychologischen Wert für das menschliche Wohlempfinden innehat und generiert, da moralische Themen oder un­beantwortbare Fragen in einem Rahmen erklärt werden, in denen der Mensch diese als Antwortmöglichkeiten annehmen kann. Nach Dawkins existiert Gott in der Form eines Memes, welches mit einer hohen Überlebenskraft in der Umgebung der menschlichen Kultur entstanden ist und sich im Sinne der Zusammentragung und Separation verschie­dener ähnlicher Elemente weiterentwickelt hat. (Dawkins, 1976, S. 207) Die häufige Rückführung auf biologische Phänomene entspricht dem schon beschriebenen Postulat, dass Gene Replikatoren sind und für über drei Milliarden Jahre die DNS der einzige er­wähnenswerte Replikator war, der existierte. Jedoch wird dieses Replikatorenmonopol der Gene nicht allzeitig gelten. So entstehen neue Replikatoren, wie die der menschlichen Gesellschaft. Des Weiteren prognostiziert Dawkins: „replicators will tend to take over, and start a new kind of evolution of their own“. (Dawkins, 1976, S. 208) Dabei sind einige Memes stärker als andere im Memepool und setzen sich eher durch, in direkter Analogie zu bestimmten Genen in dem Genpool. Dawkins gibt drei Kriterien an, um die Qualität von Memes zu quantifizieren und zu bewerten. Er beschreibt die drei Elemente: Langle­bigkeit, Fruchtbarkeit und Kopier-Treue für die Qualitätsmessung von Replikatoren. Diese gelten sowohl für das Gen als auch das Meme, im Folgenden wird jedoch nur das Verständnis der Begriffe in Bezug auf Memes verwendet. Zur näheren Erläuterung der Begriffe wird hier das Meme einer Idee verwendet.

Die Langlebigkeit beschreibt die Dauer, mit welcher ein Meme präsent vorhanden ist; ein nach Dawkins eher unbedeutenderer Aspekt, da eine Idee, welche beispielsweise we­gen einer geringen Langlebigkeit ihren ,Wirt‘ verloren hat, dennoch in Form eines Bu­ches festgehalten und jederzeit erneut abgerufen werden kann.

Verglichen mit der Langlebigkeit ist die Fruchtbarkeit für Dawkins ein wesentlich relevanteres Merkmal, da diese entscheidet, wie schnell und weit sich das Meme verbrei­tet. Bezugnehmend auf eine Idee in Buchform, könnten die verkauften Exemplare des Buches als eine Maßzahl für die Verbreitung der Idee dienen. Dabei gibt es diverse Vari­ationen des Auftretens von Memes, welche beispielsweise einen großen kurzfristigen Er­folg verbuchen ohne langfristige Relevanz zu behalten oder langsam und stetig wachsen und sich weiterverbreiten.

Die Kopier-Treue beschreibend meint Dawkins, dass er sich bei dem Versuch, dies­bezügliche Annahmen zu treffen, auf wackligen Boden begibt, da es den Anschein hat, dass Memes keine Kopier-Treue aufweisen. Meist geht mit jeder Replikation eines Memes eine Adaption einher, so dass Dawkins den Gedanken aufgreift, dass Memetrans­mission ein Sujet der kontinuierlichen Mutation und des kontinuierlichen Vermischens ist. (Dawkins, 1976, S. 208, 209)

Zum Ende seiner Ausführungen wird noch ein Unterschied zwischen Memes und Ge­nen beschrieben, indem Dawkins erklärt, dass Gene im Sinne der sexuellen Reproduktion einem akuten Wettkampf um einen Chromosomenplatz ausgesetzt sind, während Memes diesem natürlichen Wettkampf nicht unterworfen sind. (Dawkins, 1976, S. 211) So schließt Dawkins das Buch mit dem zusammenfassenden Satz: „We are built as gene machines and cultured as meme machines, but we have the power to turn against our creators. We, alone on earth, can rebel against the tyranny of the selfish replicators.“ (Dawkins, 1976, S. 215)

2.1.2. Moskopp und Heller: Internet-MEME

Das Buch Internet-MEME von Moskopp und Heller ist ein frühes Werk, welches ver­sucht sich mit dem Untersuchungsgegenstand des spezifischen Internet Memes auseinan­der zu setzen. Dies ist zu erwähnen, da der Aufbau des Buches zeigt, dass es eine kom­plexe Aufgabe ist, Memes im Sinne der modernen Nutzung zu konkretisieren. Moskopp und Heller verwenden diverse Beispiele verschiedener Varianten, lassen aber keinen lo­gischen Schluss zu einer validen Definition zu. Dabei unterteilen sie das Internet Meme in verschiedene Ausprägungen wie beispielsweise Bild-Memetik, Sprach-Memetik, Microblogging-Memetik am Beispiel Twitter oder auch Multimedia-Memetik.

„Eines eint alle diese >>Internet-Meme<<: Sie gelten vor allem als populär durch die Verbreitungswege des Internets, nicht durch andere Medien“, wird einleitend beschrie­ben. (Moskopp & Heller, 2013, S.8) Sie definieren das Internet-Meme als „Inhalte, die sich viral im Internet verbreiten. [...] Die Teilnehmer einer Internet-Mem-Verbreitungs- welle müssen daran durch eigenes, bewusstes Handeln mitwirken. [.] Verbreiter müssen sich nicht bewusst sein, dass sie an einem Internet-Mem mitwirken. Aber sie müssen sich bewusst sein, dass sie etwas weiterverbreiten.“ (Moskopp & Heller, 2013, S. 14)10 Auch Richard Dawkins Verständnis von Memes wird von Moskopp und Heller aufgegriffen und die Schlussfolgerung wiederholt, dass Menschen in ihrem Verhalten, Bewusstsein, Sprachvermögen und der Kultur das Resultat eines Wettstreits der Memes sind.

Darüber hinaus wird die Idee von der Umgebung, in denen Memes wachsen können, angeführt. Sie folgt einer horizontalen Kommunikation der Vielen im Gegensatz zur gän­gigen vertikalen Kommunikation der Massenmedien im 20. Jahrhundert. (Moskopp & Heller, 2013, S. 12) Als Umgebung sei der Begriff der Internet-Ökosysteme erwähnt, welcher von Nils Löber zur Beschreibung der Komplexität des Systems eingeführt wird. Löber untergliedert das Internet-Ökosystem in die sieben Dimensionen Namen, Regeln, Archivierung, Machtstruktur, Diskussionsstruktur, Medialität und kommerzielle Ausrich­tung.11 (Moskopp & Heller, 2013, S. 49) Diese Dimensionen können hilfreich sein, die Möglichkeit einer geordneten Bewertung einzelner Parameter zu vollziehen. Auch wenn diese hier nicht tiefergehend beleuchtet werden, sollen sie als mögliche Variante der Be­trachtung nicht unerwähnt bleiben.

Obwohl keine Definition für ein einfaches Meme gegeben wird, bieten Moskopp und Heller eine Auflistung für erfolgreiche Memes unter dem plakativen Kapiteltitel „Mem- Erfolg, leicht gemacht? Wie baue ich ein Mem?“ an. „Zum Mem erheben einen Inhalt erst die Vielen, die ihn aus eigenem Interesse kopieren und weiterverarbeiten“. (Moskopp & Heller, 2013, S. 213) Folgende Merkmale sind nach Moskopp und Heller Merkmale erfolgreicher Memes:

Internet-Meme sind affektive Inhalte. Sie triggern die Emotionen, das Zwerchfell, das Ekelgefühl, Sie lösen Wohlgefühl und Gelächter aus - o­der Irritation und Wut. [...]

Die Effekte, die Internet-Meme auslösen, lösen sie schnell aus. Die meisten memetischen Video-Clips sind kurz. Die meisten memetischen Standbilder entfalten ihren Reiz sofort im Moment des Erstkonsums, nicht erst nach längerer Kontemplation. [...]

Internet-Meme sind variabel und rekontextualisierbar. Ist ein Inhalt in viele Richtungen kombinierbar, erweitert das seinen Verbreitungsraum. Die populärsten Meme funktionieren in verschiedensten Kontexten. Oft enthalten sie Leerstellen, durch die sie an neue Themen angepasst werden können.“ (Moskopp & Heller, 2013, S. 215)

Doch braucht nach Moskopp und Heller ein erfolgreiches Meme auch die passenden Um­weltbedingungen:

Eine kritische Masse an Nutzern. Damit ein Inhalt sich viral entwickeln kann, braucht es eine Mindestmenge an möglichen Empfängern, Verbrei­tern, Bearbeitern. [...]

Selektionsdruck. Es muss Mechanismen der Auslese geben, an denen die Nutzer teilhaben. [...] Auf Imageboards herrscht durch die kurze Überle­bensdauer von Beiträgen eine ständige tabula rasa, gegenüber der nur das besteht, was von Nutzern immer wieder neu hochgeladen wird. [...]

Eine große Menge und Vielfalt an Inhalten. Selektieren die Nutzer den memetisch erfolgreichsten Inhalt unter wenigen sehr ähnlichen Inhalten, hat er damit nur seine memetische Kraft gegenüber sehr wenigen, sehr ähnlichen Inhalten bewiesen. Die Auslese aus einer großen Menge und Vielfalt an Inhalten dagegen verspricht Meme, die gegenüber Konkurrenz verschiedenster Art bestehen.“ (Moskopp & Heller, 2013, S. 216)

Abschließend wird in dem Buch Internet-MEME das Meme als ein sehr vielschichti­ges Phänomen mit unterschiedlichen Ausprägungen wie Textform, Bildform, Liedern o­der Video-Dramaturgien für verschiedenste Inhalte und Ausbreitungsmöglichkeiten be­schrieben. (Moksopp & Heller, 2013, S. 223) Diese vagen Überlegungen zu beobachtba­ren Ereignissen in dem Mesokosmos der Internetkommunikation verhalten sich - bezogen auf diese Arbeit - wie ein Antonym zu den Gedanken von Richard Dawkins: Zu spezifiziert auf die Art und Weise der Ausprägung mit einem geringen Fokus auf die zugrunde liegende Motivation der Rezipienten und Produzenten, zugleich jedoch ver­wendbare Gedanken beinhaltend, welche unter einem anderen Betrachtungswinkel dien­lich für die weitere Festlegung sein werden.

2.1.3. Limor Shifman: Memes in digital culture

Der Medienwissenschaftlerin Limor Shifman von der Hebrew Universität Jerusalem zufolge beziehen sich bisherige Forschungen im Bereich der Memes auf die Körper-Geist oder Genotyp-Phänotyp Betrachtung. Darunter lassen sich drei Positionen bezüglich der Natur von Memes ableiten: mentalist driven ( mentalmotiviert), behaviour driven ( verhal­tensmotiviert) und inclusive (inkludierend). (Shifman, 2014, S. 37) Diese Sichtweisen konkurrieren jedoch nicht um einen Richtigkeitsanspruch, sondern können simultan Gül­tigkeit beibehalten und sich gegenseitig zu einer umfassenden Betrachtung vereinen.

Angefangen mit der mentalmotivierten Sichtweise, fasst Limor Shifman den Gedan­ken prägnant wie folgt zusammen:

„Mentalist-driven memetics, advocated by leading scholars in the field such as Dawkins himself [...]. According to this school of thought memes are ideas or pieces of information that reside in the brain. They are no sim­ple ideas such as red, round, or cold, but complex ones such as ideas if the alphabet chess or impressionism. [...] those observable meme vehicles are equivalent to phenotypes. The visible manifestation of genes. In other words, memes are idea complexes and meme vehicles are their tangile ex­pressions.” (Shifman, 2014, S. 38)

Eine weitere Perspektive ist die verhaltensmotivierte Memetik, welche Memes als Verhalten oder als von Menschen geschaffenes Artefakt sieht. Bei dieser Betrachtungs­weise sind das Meme und Träger nicht zu trennen; „the meme has no existence outside the events, practices, and text in wich it appears; [.] it is always experienced as encoded information,“ (Shifman, 2014, S. 38) Würden Memes auf abstrakte Einheiten von Infor­mationen reduziert, wäre es gemäß dieses Ansatzes unmöglich, Memes von ihrer Mani­festation in der Welt loszulösen. Memes als konkrete Einheit zu definieren ermöglicht jedoch, die Evolution und Diffusion der Memes empirisch zu betrachten. Dieser Ansatz folgt der Schule der „diffusion studies“, welche dazu tendiert, diffuse Einheiten als stabile, wohl definierte Gegenstände mit klaren Grenzen zu betrachten.12,13 (Shifman, 2014, S. 39) Der Gedanke, wider dem Wesen der Memes, diese als konkrete Einheiten zu betrachten, wird im Verlaufe der Arbeit sichtbar werden, um den abstrakten Forschungs­gegenstand greifbar zu machen.

Shifmans Ansatz der inkludierenden Sichtweise orientiert sich an den Ausführungen der Psychologin Susan Blackmore, Memes als wahllos zu betrachten. Nach Blackmore verteilen sich Memes willkürlich und unabhängig davon, ob sie nützlich, neutral, positiv oder gefährlich sind. So verbreitet sich zum Beispiel eine neue wissenschaftliche Errun­genschaft auf Grund ihres Nutzens, während sich Memes ausbreiten, ohne einen direkten Mehrwert zu generieren. (Blackmore, 1999, S. 7) Dies legt die Schlussfolgerung nahe, dass der Nutzen der Teilnahme des memetischen Diskurses nicht an den Inhalten, sondern an dem sozialen Austausch und der Positionierung innerhalb der Gruppe der Diskursteil­nehmer liegt. In Shifmans Buch Memes in Digital Culture wird dieser Ansatz jedoch nicht weiter vertieft, da die große Spannweite dieses Ansatzes eine analytische Auseinander­setzung problematisiert.

Nach der Betrachtung dieser drei Sichtweisen schlägt Shifman einen neuen Ansatz vor, um Memes zu untersuchen.

„This suggestion is based on two rather simple principles: (a) looking at diffused units as incorporating several memetic dimensions- namley, sev­eral aspects that people may imitate; and (b) understanding memes not as single entities that propagate well, but as groups of content units with com­mon characteristics. [...] I find it usefull to isolate three dimension of cul­tural items that people can potentially imitate: content, form, and stance”. (Shifman, 2014, S. 40)

Die erste Dimension namens content (Inhalt) bezieht sich hauptsächlich auf den Inhalt eines spezifischen Textes mit Bezug sowohl zu der Idee als auch zu der Ideologie des Vermittelten. Die zweite Dimension form (Form) nimmt Bezug zur Form, der physischen Verwirklichung der Nachricht, wahrgenommen durch die Sinne. Inkludiert werden Au­ditives wie Visuelles; je komplexer der Bezug wird, umso eher werden Muster herange­zogen, um diese Dimension zu organisieren. Die beiden zuvor angeführten Dimensionen sind bereits gegenständlicher Teil von etablierten Betrachtungsweisen, doch Shifman kündigt an „the third dimension is presented here for the first time“ (Shifman, 2014, S.40). Die dritte Dimension, stance (Haltung), bezieht sich auf die Information, wie ein Produ­zent beziehungsweise Absender eines Memes sich selbst in Relation zu diesem betrachtet. Dabei sind der linguistische Code, die Adressanten und andere mögliche Kommunikati­onsteilnehmer zu betrachten. Da stance eine sehr komplexe Dimension darstellt, unterteilt Shifman diese in drei Unterdimensionen:

(1) Participation structures: partizipationsbetreffende Strukturen, welche abgrenzen, wer berechtigt ist, am memetischen Diskurs zu partizipieren und in welcher Form
(2) Keying: die Tonalität sowie der Art und Weise der Kommunikation
(3) Communicative functions: kommunikative Funktionen, welche mit den sechs funda­mentalen Funktionen der menschlichen Kommunikation nach Roman Jakobson be­schrieben werden:

a. referentielle Kommunikation, welche sich am Kontext orientiert.
b. emotionale Kommunikation, welche sich am Empfänger und den dazugehörigen Emotionen orientiert.
c. konative Funktion, welche sich am Sender und der Kommunikationsweise orien­tiert.
d. phatische Funktion, welche sich an der Aufrechterhaltung oder an dem Abbruch mittels nichtkommunikativer Kommunikation orientiert.
e. metasprachliche Kommunikation, welche sich am gegenseitigen Verständnis ori­entiert.
f poetische Kommunikation, welche sich an Ästhetik oder künstlerischer Schönheit orientiert. (Shifman, 2014, S. 40)

Shifman fasst ihre Überlegungen in einer prägnanten Definition wie folgt zusammen:

„ I define an Internet meme as:

(a) a group of digital items sharing common characteristics of content, form and/or stance, which
(b) were created with awareness of each other, and
(c) were circulated, imitated and/or transformed via the Internet by many users.“ (Shifman, 2014, S. 41)

2.2. Adaptierte Betrachtung der Memetik

Auf Basis des nun als umfassend angenommenen Verständnisses des Gegenstandbe­reichs wird die Betrachtung der Ansätze von Dawkins, Moskopp und Heller sowie Shif­man dazu dienen, den verbindenden Kerngedanken zu extrahieren und den Fokus auf eine Perspektive bezüglich der Memetik zu legen, welche in der Art und Weise dem Ansatz der Dimension stance (Haltung) von Limor Shifman am nächsten kommt - weniger abs­trakt als Dawkins, jedoch nicht so fixiert wie Moskopp und Heller. Die Perspektive der konsumentenorientierten Betrachtung der Memetik grenzt sich dahingehend von den an­deren Ansätzen ab, da nicht verschiedene Kriterien, welche es zu erfüllen gilt, festlegen, ob etwas als Meme betrachtet werden kann, sondern sämtliches Imitieren mit humoristi­schem Hintergrund in einem gesellschaftlichen Kontext einen Diskursgegenstand zu ei­nem Meme erheben und die Kriterien als Indikatoren für Rückschlüsse bezüglich der in­teragierenden Personen dienen können.

So ist ein Meme nicht in dem Sinne zu messen, dass Verbreitungszahlen, Textualität, Zugangskriterien oder der memetische Wettbewerb Qualitätsmerkmale eines Memes, sondern integraler Bestandteil dessen sind und in ihrer Art und Weise der Ausprägung Indikatoren für mögliche Rückschlüsse über die Nutzer des Memes zulassen.

In den folgenden Unterkapiteln werden Unterkriterien der drei Sichtweisen genauer betrachtet und untersucht, ob und inwiefern diese Kriterien für die Auslegung der kon­sumentenorientierten Betrachtung anwendbar sind.

2.2.1. Langlebigkeit, Fruchtbarkeit und Kopier-Treue

Dawkins wählt einen außerordentlich abstrakten Ansatz. Der zu Grunde liegende Ge­danke wird jedoch die im nächsten Kapitel folgende Definition prägen. Das Meme wird in der vorliegenden Arbeit nicht als derart abstrakt im Sinne der kulturellen Transmission angesehen, wie es Dawkins beschreibt, da ab einem gewissen Punkt Kultur entsteht und als diese zu betiteln ist. Entsprechend lässt sich der Schluss ziehen, dass aus einem Meme Kultur entstehen kann, sofern ein bestimmtes Potential überschritten wird, was hier je­doch nicht weiter klassifiziert wird.

Bezogen auf Dawkins Analogie der Gene und Memes bezüglich einer Quantifizierung und Bewertung nach den drei Elementen Langlebigkeit, Fruchtbarkeit und Kopier-Treue werden im Folgenden die Gedanken zur Qualitätsmessung adaptiert, jedoch dahingehend klar abgegrenzt, dass ein Meme nicht als Parasit im menschlichen Gehirn zu betrachten ist, welches im Wettkampf mit anderen Memes einen Platz im Wirt benötigt, um sich zu verbreiten. Vielmehr kann die Motivation des Individuums beziehungsweise der Masse, welche in der vielfachen Verwendung eines Memes resultieren kann, ein Ausdruck der Haltung der nutzenden Gruppe zu einem Thema beschreiben und somit der semantisierte Text, welchen das Meme trägt, hier ebenso ein Index sein.

Der Aspekt der Langlebigkeit beschreibt, wie bereits erwähnt, ein für Richard Dawkins untergeordnetes Merkmal der Memes. Die Langlebigkeit sollte jedoch dahinge­hend untersucht werden, inwiefern gewisse Gedankenkonstrukte, welche hinter einem memetischen Template liegen, konsistent in den Köpfen der Individuen verankert sind.

Langlebigkeit im Beispiel Eine beispielhafte Auslegung des Gedankens könnte wie folgt zu konstituieren sein: Sofern bei einem Meme nach einer hohen Resonanz in der Internetgemeinde eine rapide Verfallskurve der Nutzungsintensität eintritt, lässt dies vermuten, dass nicht die Idee des Templates, sondern eher die situativen Umstände einen besonders ausgeprägten Anklang erzeugt haben. So lässt sich die Nutzungskurve von Memes, deren Langlebigkeit, dahin­gehend verwenden, die Relevanz grundlegender Gedankenmuster einer nutzenden Masse anhand einer quantitativen Beobachtung oder eines nutzenden Individuums durch eine qualitative Beobachtung zu deuten.

Folgende Grafiken zeigen Erhebungen zur Nutzungsintensität verschiedener Memes ab dem Jahr 2004, wobei die X-Achse den Verlauf der Zeit und die Y-Achse die relativen Aufrufe beschreibt:12

Betrachtet man den Verlauf der Funktionen, so ist festzustellen, dass die Kurven der Ab­bildungen zwei und vier einem stetigerem Verfall der Resonanz unterliegen und sich mar­kanter asymptotisch der Null-Linie nähern als dies bei den Kurven der Abbildungen drei und fünf der Fall ist. Diese Beobachtung ist nicht dahingehend zu verstehen, dass den Abbildungen drei und fünf eine solche asymptotische Verlaufsform abgesprochen wird. Vielmehr lässt sich feststellen, dass der Verlauf eines Memes im Sinne der Nutzungsin­tensität über die Zeit variieren und dass diese Variation als ein Kriterium für die Bewer­tung des Diskurses verstanden werden kann.

[...]


1 Das Social Web ist ein Begriff zur Beschreibung eines Bereichs des Internets, welcher soziale Strukturen und Interaktionen im Netz fokussiert.

2 Das eingedeutschte Wort Memetik betitelt das Forschungsgebiet, welches Memes untersucht und behan­delt.

3 Text wird für diese Arbeit im weiteren Sinne wahrgenommen: „Unter <Text> wird semiotisch generell das (empirisch vorliegende) Ergebnis aus Wahl und Kombination konkreter Zeichen eines spezifischen Zeichensystems verstanden.“ (Gräf et al., 2014, S. 27)

4 Mangelnde Empirie herrscht vor, da zum einen das Feld der Memetik ein junges Feld der wissenschaftli­chen Untersuchungen ist und zum anderen die Mannigfaltigkeit der Verbreitungswege und Möglichkeiten im Internet eine direkte Bewertung von Nutzerzahlen nicht für valide Rückschlüsse qualifiziert.

5 Im Jargon der Internetsprache werden verschiedene Möglichkeiten der Singular- und Pluralbildung des Wortes Meme verwendet: 1. Möglichkeit.: Sing.: Das Mem, Pl.: Die Meme; 2. Möglichkeit.: Sing.: Das Meme, Pl.: Die Memes. Für diese Arbeit wird die zweite Variante verwendet.

6 Die einleitende psychologische Komponente der Gedankenstudie folgt nicht als Auflistung unter den Un­tersuchungsgegenständen, sondern ergänzt im Rahmen der konsumentenorientierten Betrachtungen sel­bige, um somit zu verdeutlichen, warum ein Umstand betrachtet werden kann, wie er betrachtet wird.

7 Anwendungsbeispiele eines Meme sind in Anhang 1 als Meme „success kid“ oder beispielhaft einer nicht - textualisierten Form des Memes als „planking“ zu finden.

8 Eine quantitative Auflistung in den Jahren vor Websites wie reddit oder 9gag, welche sich auf das Teilen und Anzeigen von Memes beschränken, bei welchen Zugriffszahlen als Schätzfaktor genutzt werden kön­nen, ist nicht möglich, da gesendete oder geteilte Bilder in einem anderen Kontext fernab der Bedeutung von Memes erfolgt sein könnten - zum Beispiel Fotos von der Familie oder von Freunden. Jedoch ist der Zuwachs der Nutzungszahlen der Memewebsite reddit der letzten 9 Jahren als Indikator zu nennen - die dazugehörige Statistik findet sich in Anhang 2.

9 Mit diesem Erklärungsansatz ist Dawkins selbst nicht ganz zufrieden, da dabei weder Kultur, kulturelle Evolution noch die immensen Unterschiede der verschiedenen Kulturen betrachtet werden. Dennoch ver­wendet Dawkins das Religionsbeispiel als solches weiter.

10 Diese Definition wird von Moskopp und Heller als ,Arbeitsdefinition‘ gehandhabt. Da sie in ihrem Buch eine präzise Definition offen lassen, wird sie hier als zu verstehende Definition nach Moskopp und Heller verwendet.

11 Die Originalquelle von Löber ist eine nicht zugängliche Magisterarbeit. Der Ansatz kann daher im Rah­men dieser Arbeit nicht tiefer verfolgt werden.

12 Die Statistiken der folgenden Beispiele der Internetseite knowyourmeme.com, sind durch GoogleTrends erhobene Daten, welche nicht durch eine wissenschaftliche Prüfstelle validiert wurden, weswegen diese mit Vorsicht zu betrachten sind. Dazu ist anzumerken, dass es sich hierbei um relative Zahlen im Vergleich zur eigenen Chronologie handelt. Beispiele zu den einzelnen Statistiken befinden sich in Anhang 3.5.

Ende der Leseprobe aus 65 Seiten

Details

Titel
Eine konsumentenorientierte Betrachtung der Memetik
Hochschule
Universität Passau
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
65
Katalognummer
V961043
ISBN (eBook)
9783346309310
ISBN (Buch)
9783346309327
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Memes, Lachen, Meme, Memetik, Pädagogik, Dawkins, Social Web
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Leonard Reidel (Autor), 2019, Eine konsumentenorientierte Betrachtung der Memetik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/961043

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Titel: Eine konsumentenorientierte Betrachtung der Memetik



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