Bonaparte, Napoleon


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

5 Seiten, Note: 2+


Gratis online lesen

Biographie Napoleons I.

Der spätere Kaiser der Franzosen wurde am 15. August 1769 als Napoleone Buonaparte in Ajaccio auf der Insel Korsika geboren. Sein Vater war ein Rechtsanwalt, der seine Kinder (von denen 8 überleben sollten) im Geiste des korsischen Freiheitskämpfers Pascal Paoli erzog. Korsika gehörte seit 1768 wieder zu Frankreich. Von Napoleons Kindheit ist wenig bekannt, doch vom Januar 1779 an besuchte er für wenige Monate das Collège d’Autun, danach bis 1784 die königliche Militärschule von Brienne-le-Chateau. Zu dieser Zeit betrachtet er Frankreich als Unterdrücker Korsikas. Im Verlauf seiner Schullaufbahn erlernte der junge Napoleon die französische Sprache und interessierte sich in erster Linie für die Geisteswissenschaften, insbesondere für politische Schriften. Im Jahre 1784 ging er nach Paris an die „Ecoles Militaires“. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er wahrscheinlich die führende Rolle in der Familie. Nach Abschluss seiner Ausbildung diente er zunächst als einfacher Kanonier der französischen Armee in Valence. In der nun folgenden Zeit verfasste Napoleon selbst einige Schriften, unter anderem „Souper de Beaucaire“.

Bei der Rückeroberung der Hafenstadt Toulon an Frankreichs Südküste im Jahre 1793, also während der Koalitionskriege, konnte er sich erstmals als begabter Stratege einen Namen machen, woraufhin er vom Artillerie- Hauptmann zum Brigadegeneral befördert wurde. Wenig später ging er als Artilleriekommandeur nach Italien. Er war dem regierenden Jakobiner Robespierre aufgefallen, und schloss sich ebenfalls dieser politischen Richtung an. Nach dem Sturz des Diktators und seines Regimes wurde er deswegen für kurze Zeit in der Festung von Antibes inhaftiert, kam aber wenige Monate später wieder frei.

Während der sich anschließenden Regierungszeit des bürgerlichen Direktoriums probten die notleidende Bevölkerung sowie Royalisten wiederholt den Aufstand.

1795 schlägt Napoleon auf Betreiben des Direktors Barras einen heftigen Aufstand in Paris nieder, und gelangt so zu großem Vertrauen auf Seiten des Direktoriums.

Am 9. März 1796 findet seine Heirat mit Joséphine Beauharnais, der einflussreichen Witwe eines Aristokraten, statt. Zwei Tage zuvor war ihm das Oberkommando des geplanten Italien- Feldzuges übertragen worden. Dieser verwandelte sich zu einem Erfolg für General Bonaparte, dessen Truppen auf dem Marsch über den Po, nach Mailand, Bologna, nahezu ungehindert durch die Toskana, nach Mantua, Arcole und Ancona, in nördliche Richtung nach Venedig und schließlich zurück nach Mailand den österreichischen Truppen überwiegend große Verluste beibrachten. Napoleon be- weist hierbei einen durchaus ausgeprägten Pragmatismus und die Beweglichkeit seiner Truppen. Es wird jedoch auch deutlich, dass er nicht gedenkt, die von seinen Eroberungen betroffene Bevölkerung zu schonen, da er weitreichende Plünderungen der Städte und den Diebstahl von Kunstgegenständen billigt.

Napoleon führte auch eine Neuordnung Italiens durch, bei der die Ligurische, sowie die Zisalpinische Republik neu entstanden, die jedoch nicht lange standhalten würden. Schließlich gab sich Österreich geschlagen und unterzeichnete am 18. Oktober 1797 den Friedensvertrag von CampoFormio, den Napoleon ohne Rücksprache angeboten hatte.

In den Jahren 1798/99 unternahm Napoleon Bonaparte dann seine berühmte „Expedition“ nach Ägypten, ein Versuch, die Handelswege des Feindes England zu stören. Von Toulon aus über Malta schifften sich seine Truppen nach Alexandria ein, wo sie in der Nacht des 1. Julis an Land gingen. Die Expedition setzte ihren Weg nach Kairo fort. Die Anfang August eintreffende englische Flotte zerstörte in der Seeschlacht bei Abukir beinahe alle französischen Schiffe und schnitt somit die französische Armee von der Heimat ab.

Zusammen mit den Soldaten waren auch ca. 150 Gelehrte, Forscher und Techniker nach Ägypten gekommen. Während der Expedition wurde z.B. der „Stein von Rosette“ entdeckt, der später die Entzifferung der Hieroglyphen durch Champollion möglich machte.

Im Februar des folgenden Jahres unternahm Napoleon einen vergeblichen Versuch, seinen Einfluss nach Syrien auszudehnen.

Bei seiner Rückkehr nach Ägypten errang er einen Sieg über türkische Truppen, bevor er zurück nach Frankreich reiste.

Die Machtposition des Direktoriums war zu dieser Zeit geschwächt, und Bonaparte gelingt es aufgrund seiner großen Popularität bei den Soldaten, am 9. November (18. Brumaire) 1799 einen Staatsstreich durchzuführen. Seine Mitverschwörer Barras, Robert Ducos und Sieyès treten von ihrem Amt zurück, die übrigen Direktoren werden verhaftet. Gewaltsam lässt Napoleon die sich widersetzenden Volksvertreter der beiden Räte mit Hilfe seines Bruders Lucien und des Militärs auseinandertreiben. Zum Schein lässt er die neue Herrschaft der 3 Konsuln vertraglich legitimieren. Napoleon war zunächst lediglich 1. Konsul auf 10 Jahre neben Sieyès und Ducos. In der Folgezeit baute er jedoch seine Vorrangstellung aus, und 1801 wurde er durch Volksbeschluss zum 1. Konsul auf Lebenszeit, der faktisch die Kompetenzen eines Königs innehatte.

Napoleon konzentrierte sich nun auf die innere Konsolidierung Frankreichs, die er durch tiefgreifende Reformen zu erreichen suchte. Er schloss Frieden mit dem bei Marengo geschlagenen Österreich (1801, Lunéville) und mit England (1802, Amiens). Im selben Jahr schloss er ein Konkordat mit Papst Pius VII ab, durch das die Folgen der Französischen Revolution und der Säkularisation überwunden werden sollten. Beschlagnahmte Kirchengüter wurden allerdings nicht zurückgegeben. Stattdessen wurde durch die staatliche Besoldung die Abhängigkeit der Kirche erhöht. Dennoch kann Napoleon mit dieser Maßnahme viele Katholiken für sich gewinnen.

Bis 1804 wurde die Verwaltung modernisiert, d.h. auch gestrafft und zentralisiert, Schul- sowie Rechtswesen wurden reformiert. Eine Finanzreform verbesserte die Bedingungen für den Handel und die Wirtschaft. Diese Entwicklung fand 1804 ihren Höhepunkt mit dem Inkrafttreten des neuen bürgerlichen Gesetzbuches, dem „Code Civil“, der auch „Code Napoléon“ genannt wurde. Erstmals wurde eine komplette Rechtsordnung schriftlich festgehalten und vereinheitlicht. Im „Code Civil“ nahm die Familie einen hohen Stellenwert ein, der Vater war als familiäres Oberhaupt anerkannt, und das Recht auf Eigentum war verbürgt. Dieses Gesetzeswerk galt lange Zeit als Vorbild für die meisten europäischen Staaten, und blieb in den deutschen Territorien noch lange in Kraft.

Dieser innen- und außenpolitischen Erfolge wegen, auf die ein Alleinherrscher wie er angewiesen ist, steigerte sich Napoleons Beliebtheit derartig, dass er den nächsten Schritt wagen konnte. Durch Plebiszite ermutigt, krönte er sich am 2. Dezember 1804 im Beisein von Papst Pius VII zum „Kaiser der Franzosen“. Ein einmaliger Akt.

Für Napoleon I. bedeutete dies die höchste Stufe der persönlichen Macht und Ehre, auf die er wie zwangsläufig hinzuarbeiten schien; aber der Titel brachte auch die Erblichkeit der Herrscherwürde mit sich. Dies war der eigentliche Vorteil, der sich für die Familie Bonaparte ergab. Und dies ist ein Beispiel für die Attraktivität des Glaubens an eine dynastische, somit schicksalhafte Bestimmung zur Herrschaft, welcher durch die Revolution überwunden schien.

Napoleon I. würde bald dazu übergehen, seine Verwandten, Brüder und Neffen, zu Königen der von Frankreich annektierten europäischen Staaten zu machen. Von jetzt an richtete sich sein Ehrgeiz darauf, Frankreich durch Eroberungsfeldzüge zur unbestrittenen Hegemonialmacht auf dem Kontinent und sich selbst zum Beherrscher Europas zu machen.

Seinen ursprünglichen Plan, an Englands Küste zu landen, musste er als nicht durchführbar aufgeben. 1805 hatte England seine unanfechtbare Vormacht zur See in der Schlacht bei Trafalgar behauptet. Napoleon I. verhängte daraufhin im November 1806 die „Kontinentalsperre“, eine Wirtschaftsblockade, die jeglichen Handel zwischen England und dem europäischen Festland unterbinden sollte.

Unter anderem auch, um diese Blockade aufrecht erhalten zu können, weitete er das französische Herrschaftsgebiet nach Nordosten aus, letzten Endes erlangte er die Kontrolle über die gesamte deutsche Küste.

Bereits am 2. Dezember 1805 hatte er in der „Dreikaiserschlacht“ bei Austerlitz im Gebiet des heutigen Tschechien die Heere Franz‘ II. und Alexanders I. besiegt.

Am 21. Juli 1806 fand die Ratifikation der Rheinbundakte statt, in der etliche deutsche Einzelstaaten sich vom Hl. Römischen Reich deutscher Nation lossagten und ein Verteidigungsbündnis mit Frankreich eingingen. Daraufhin entsagte Franz II. der Reichskrone.

Am 14. Oktober 1806 besiegte Bonaparte in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt sowohl die preussische als auch die sächsische Armee.

Um seine Position abzusichern, schloss er im Jahre 1807 im Friedensschluss von Tilsit eine Allianz mit Zar Alexander I., der sich verpflichtete, die Kontinentalsperre in seinem Territorium aufrechtzuerhalten.

Nach der Scheidung von Joséphine heiratete Napoleon 1810 die österreichische Kaisertochter Marie Louise, welche seinen einzigen leiblichen Sohn gebar: Napoleon II. Die Hochzeit hatte die Funktion, Napoleons Dynastie dauerhaft abzusichern.

Nun beherrschten die Bonapartes und Frankreich unmittelbar oder mittelbar den größten Teil Europas. In Holland regierte Napoleons Bruder Louis als König, Bruder Jerôme wurde König von Westfalen, Schwager Murat regierte das Königreich Neapel, und in Madrid sollte nach dem Willen Napoleons sein Bruder Joseph herrschen.

Der Spanienfeldzug sollte allerdings nach anfänglichen Erfolgen eine Niederlage werden. Zwar gelang es den französischen Truppen 1808, Madrid und später Zaragoza zu besetzen. Das spanische Volk leistete jedoch Widerstand und trat in einen erbitterten Unabhängigkeitskrieg ein, dessen Folgen beispielsweise von Francisco de Goya festgehalten wurden. Die Empörung der spanischen Bevölkerung verstärkte sich noch, als im Jahre 1809 der Kirchenstaat gewaltsam annektiert und der Papst gefangengesetzt wurde.

Das Beispiel Spaniens, welches 1813 wieder befreit wird, und die Not der besiegten Völker, welche nicht zuletzt durch die Kontinentalsperre selbst hervorgerufen war, löst in den Folgejahren heftige Wellen des nationalen Widerstandes aus. Man könnte sagen, dass Napoleon diesen Nationalgeist erst herausgefordert hat.

Im Dezember 1811 warnte deshalb der westfälische König Jerôme Bonaparte Napoleon I. davor, den Willen der deutschen Bevölkerung zum Widerstand zu unterschätzen. Insbesondere für den Fall eines Krieges zwischen Frankreich und Russland warnte er vor einer „ausgedehnten und lebhaften Erhebung“.

Diese Stimmung des Aufruhrs existierte in allen besetzten Gebieten, sowohl in Norddeutschland als auch in Österreich, am wenigsten aber wohl in Italien.

Der Krieg mit Russland bricht dann aus, weil Alexander I. durch die Wirtschaftskrise im eigenen Land gezwungen war, die Blockade Englands aufzuheben.

Am 24. Juni 1812 überschritt die sogenannte „Grande Armée“ Napoleons den Fluss Njemen mit Ziel Moskau. Diese Armee bestand neben Franzosen auch aus Soldaten der deutschen Vasallenstaaten Bayern, Westfalen, Baden, Württemberg, Hessen, Preussen sowie Österreich. Zunächst musste sich die zahlenmäßig unterlegene russische Armee zurückziehen, und nur Partisanen setzten sich den Eindringlingen kompromisslos entgegen. Die erste größere Schlacht bei Borodino konnte von keiner der Parteien für sich entschieden werden. Als Napoleon nach weiteren Kämpfen Moskau einnahm, war die Stadt teilweise schon durch Brand vernichtet. Die Armee fand dort keine Möglichkeit zu überwintern und sah sich gezwungen, sich zurückzuziehen.

Der strenge Wintereinbruch erschwerte jedoch auch das Fortkommen in westlicher Richtung, zudem verfolgte das russische Heer nun die französischen Truppen.

In der Schlacht an der Beresina, die mehrere Tage andauerte, verloren alle bis auf ca. 30.000 Männer ihr Leben. Schon zuvor waren viele an Hunger oder Kälte gestorben. Die übriggebliebenen Soldaten konnten über eine hastig errichtete Brücke fliehen. Der Russlandfeldzug war ein Fiasko gewesen, Napoleon hatte das Leben unzähliger Männer ergebnislos geopfert.

Während Napoleon sich in Frankreich mühte, eine neue Streitmacht aufzustellen, stieg in den besetzten Ländern der Wille zum Widerstand, da man aus seiner Niederlage Hoffnung schöpfte. Die Not und Wut scheinen untragbar geworden zu sein.

Die Konvention von Tauroggen zwischen dem preussischen General Graf Yorck und dem russischen General Graf Diebitsch schuf die Voraussetzungen für den Ausbruch der Befreiungskriege, indem sich das preussische Heer von dem französischen Truppenverband loslöste. Am 16. März 1813 folgte die preussische Kriegserklärung an Frankreich.

Napoleon der Erste entschloss sich, mit einem neu aufgestellten Heer nach Deutschland zurückzukehren. Nach Kämpfen um Halle, Merseburg, Großgörschen, Meißen, Dresden und Bautzen endete der sog. Frühjahrsfeldzug mit einem befristeten Waffenstillstand. Als die Kämpfe Anfang August wieder aufflammten, traten auch Österreich, England und Schweden in den Krieg ein. Nach zahlreichen Gefechten und dem Rückzug Napoleons von Dresden nach Leipzig kam es vom 16. bis 19. Oktober 1813 zur „Völkerschlacht bei Leipzig“, der ersten Massenschlacht der Weltgeschichte, bei der ca. 190.000 Franzosen 205.000 Soldaten der Alliierten gegenüberstanden, bei der ca. 80.000 Männer ihr Leben verloren, und die die entscheidende Niederlage des Kaisers der Franzosen mit sich brachte. Zwar konnte Napoleon fliehen, doch die Alliierten setzten die Befreiung nach Westen fort und eroberten schließlich im März 1814 auch Paris.

Napoleon Bonaparte wird abgesetzt und dankt offiziell ab, um ins Exil auf der Toskanischen Insel Elba zu gehen, welche ihm als eigener Herrschaftsbereich erhalten bleibt.

Louis XVIII, Bruder des hingerichteten Louis XVI, wird König von Frankreich.

Die Siegermächte beginnen mit der Neuordnung des verwirrten Kontinents.

Doch offenbar kränkte der persönliche Fall und die enorme Verringerung seines Territoriums Napoleons Ehrgeiz, und er überschätzte wohl die Uneinigkeit der Sieger, die durchaus vorhanden war.

Er landete in Marseille am 1. März 1815, und übernahm von neuem die Kontrolle über Frankreich und sein Heer.

In der berühmten Schlacht bei Belle- Alliance am 18. Juni 1815, welche vom siegreichen General Wellington „Waterloo“ benannt wurde, wird Bonaparte endgültig geschlagen.

Nun wird er von den Briten lebenslänglich auf der Atlantikinsel St. Helena interniert, wo er am 5. Mai 1821- vermutlich an Magenkrebs- stirbt.

Im Jahre 1840 werden seine Gebeine in den Invalidendom zu Paris überführt, und damit beginnt die zweite Existenz des Napoleon Bonaparte - als Mythos.

Note der Hausarbeit war eine 2+ in der Jahrgangsstufe 12 des St. Angela Gymnasiums in Bad Münstereifel

5 von 5 Seiten

Details

Titel
Bonaparte, Napoleon
Veranstaltung
Geschichte 12
Note
2+
Autor
Jahr
2000
Seiten
5
Katalognummer
V96108
Dateigröße
335 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Gut gelungene und durchaus leicht verständliche Arbeit, eine ausführliche Biographie
Schlagworte
Bonaparte, Napoleon, Geschichte
Arbeit zitieren
Marcel Mahlberg (Autor), 2000, Bonaparte, Napoleon, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96108

Kommentare

  • Gast am 5.3.2001

    Referat.

    Sehr gut. Ich halt am 10.3 ein Referat über Napoléon und dies hat mir geholfen.
    Danke

Im eBook lesen
Titel: Bonaparte, Napoleon



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden