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Forschungsförderung in Österreich. Erfolg, Kritik und Zukunft der Forschungsprämie

Titel: Forschungsförderung in Österreich. Erfolg, Kritik und Zukunft der Forschungsprämie

Seminararbeit , 2019 , 18 Seiten , Note: 2

Autor:in: Sebastian Kolmer (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die 2002 eingeführte Forschungsprämie ist in Österreich seit 2011 die einzige Förderung für betriebliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Das Primärziel der Forschungsprämie ist es, die Forschungs- und Entwicklungskosten von Unternehmen zu senken, um so einen Anreiz zur Erhöhung von privaten F&E-Ausgaben bzw. F&E-Investitionen zu bieten. Der Unterschied zu vielen anderen Förderprogrammen ist, dass die Forschungsprämie von jedem Unternehmen gleichermaßen in Anspruch genommen werden kann, sofern die dafür erforderlichen Qualifikationen vorliegen. Die gesetzliche Grundlage der Forschungsprämie bietet § 108 c EStG.

Bei der Beurteilung, ob einem Unternehmen die Forschungsprämie für eine spezielle Forschungs- oder Entwicklungsaktivität zusteht, spielt das 2015 erschienene sogenannte „Frascati-Manual“ der OECD eine wichtige Rolle. Dieses Frascati-Handbuch ist die international anerkannte Methodik für die Erhebung und Verwendung von Forschungs- und Entwicklungsstatistiken, und somit ein unverzichtbares Instrument für Entscheidungsträger in Politik, Wissenschaft und Innovation weltweit. Es enthält Definitionen grundlegender Konzepte, Richtlinien zur Datenerfassung und Klassifizierungen für die Erstellung von F&E-Statistiken.

Fraglich ist nun, ob die Forschungsprämie tatsächlich die gewünschten Auswirkungen auf die Standortattraktivität und die Konjunktur zur Folge hat, oder ob die wiederkehrenden Erhöhungen lediglich falsch investierte Steuergelder sind. Im Jahr 2015 wurden ca. 502 Millionen Euro von Unternehmen als Forschungsprämie für ihre privaten Forschungsaktivitäten vom Staat zurückgefordert. Da die österreichische Forschungsprämie volumenbasiert ist, hat dies eine stetige Steigung der Kosten für die indirekte Forschungsförderung zur Folge, wodurch auch das Interesse des Bundesrechnungshofes geweckt wurde.

Österreich ist allerdings nicht das einzige Land, dass private Forschungsaktivitäten von Unternehmen aus Steuergeldern fördert. Daher ist auch ein Blick über die Grenzen Österreichs und ein Vergleich mit den Modellen anderer Länder von großer Wichtigkeit für ein fundiertes Gesamtverständnis der Materie.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung der Forschungsprämie

3. Aktuelle Situation

3.1. Verfahrensablauf

3.2. Erfolg der Forschungsprämie

3.3. Kritik an der Forschungsprämie

4. Forschungsförderung außerhalb von Österreich

4.1. Forschungsförderung in Europa

4.2. Effizienz von Forschungsförderung in der OECD

5. Zukunft der Forschungsförderung in Österreich

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die österreichische Forschungsprämie als steuerliches Förderinstrument für betriebliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Dabei wird untersucht, ob das System die angestrebte Standortattraktivität fördert, welche verfahrenstechnischen Hürden bestehen und inwiefern ein internationaler Vergleich mit anderen OECD-Staaten Aufschluss über die Effizienz des Modells gibt.

  • Historische Entwicklung und rechtliche Grundlagen der Forschungsprämie in Österreich
  • Detaillierte Darstellung des Verfahrensablaufs und der Rolle der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG)
  • Analyse des ökonomischen Erfolgs und der Kritikpunkte an der Ausgestaltung
  • Vergleichende Betrachtung der Forschungsförderung in anderen europäischen Ländern
  • Diskussion zur zukünftigen Ausrichtung und Effizienz der Forschungsförderung

Auszug aus dem Buch

3.1. Verfahrensablauf

Zunächst ist für die Beantragung der Forschungsprämie ein Gutachten der Forschungsfördergesellschaft erforderlich, wobei dieses Gutachten, um nicht dem Grundgedanken der Forschungsprämie zu widersprechen, mit keinerlei Kosten verbunden ist. Hier spielt das Onlineportal des Finanzministeriums, eine wichtige Rolle, da dieses Gutachten nur über FinanzOnline beantragt werden kann. Als Grundlage für das Gutachten werden hier die F&E-Aktivitäten des Unternehmens, unterteilt nach Ziel, Inhalt, Methode und Neuheit, beschrieben.

Die Forschungsfördergesellschaft beurteilt dann in weiterer Folge, ob es sich um begünstigte Forschung und experimentelle Entwicklung im Sinne § 108c des Einkommensteuergesetzes und der Forschungsprämienverordung handelt. Ergänzend dazu spielt auch das Franscati-Manual von 2015 eine wichtige Rolle, um zu beurteilen, ob die inhaltlichen Voraussetzungen für die Forschungsprämie gegeben sind. Nach der Erstellung des Gutachtens, wird selbiges automatisch dem zuständigen Finanzamt übermittelt.

In weiterer Folge ist es auch auf FinanzOnline im elektronischen Steuerakt des Unternehmens einzusehen. Zusätzlich dazu besteht die Möglichkeit, eine bindende Forschungsbestätigung zu beantragen und so die Höhe der Forschungsaufwendungen im Rahmen eines Feststellungsbescheides prüfen zu lassen. Allerdings ist hierfür die Bestätigung eines Wirtschaftsprüfers erforderlich und diese Prüfung ist gesondert beim Finanzamt zu beantragen.

Nach Erhalt des Gutachtens muss das Unternehmen zur Geltendmachung der Forschungsprämie nach Ablauf des betroffenen Wirtschaftsjahres gemeinsam mit der Steuererklärung für das abgelaufene Wirtschaftsjahr einen Antrag an das zuständige Finanzamt stellen. Abbildung 2 zeigt den schematischen Ablauf des Verfahrens als Grafik.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die gesetzliche Grundlage und das Primärziel der österreichischen Forschungsprämie ein und skizziert die wissenschaftliche Relevanz der Thematik.

2. Entwicklung der Forschungsprämie: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von 2002 bis heute nach und erläutert den Übergang vom Forschungsfreibetrag zur aktuellen Forschungsprämie.

3. Aktuelle Situation: Hier wird der gegenwärtige Status quo beleuchtet, inklusive des Verfahrensablaufs, der Erfolgskennzahlen sowie kritischer Aspekte der Umsetzung.

4. Forschungsförderung außerhalb von Österreich: Dieses Kapitel vergleicht die österreichische Situation mit anderen europäischen Fördersystemen und diskutiert die Effizienz der Forschungsförderung im OECD-Kontext.

5. Zukunft der Forschungsförderung in Österreich: Das Kapitel befasst sich mit Prognosen zur Entwicklung der Forschungslandschaft und diskutiert notwendige Anpassungen der staatlichen Förderstrategie.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Forschungsprämie als sinnvolles, wenngleich hinsichtlich der Verteilung und Effizienz zu hinterfragendes Instrument.

Schlüsselwörter

Forschungsprämie, Österreich, Forschungsförderung, F&E, § 108c EStG, Forschungsförderungsgesellschaft, FFG, Steuerrecht, Standortattraktivität, OECD, Innovationssystem, Unternehmensförderung, Forschung und Entwicklung, Wirtschaftsstandort, Frascati-Manual.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Forschungsarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Instrument der österreichischen Forschungsprämie, ihre historische Entwicklung, ihre aktuelle Anwendung und ihre Wirksamkeit im Vergleich zu internationalen Standards.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf den steuerlichen Rahmenbedingungen, dem Gutachtensprozess durch die FFG, der ökonomischen Bewertung und dem Vergleich mit anderen Ländern wie Frankreich und Großbritannien.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, ein fundiertes Verständnis der Forschungsprämie zu vermitteln und kritisch zu hinterfragen, ob dieses Förderinstrument tatsächlich die gewünschten Impulse für den Wirtschaftsstandort Österreich liefert.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung bestehender Projektberichte und einer vergleichenden Analyse internationaler Steuer- und Förderungsmodelle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die Erläuterung des komplexen Verfahrens zur Beantragung, die Auswertung der Erfolgsfaktoren sowie die internationale Perspektive.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die wesentlichen Begriffe sind Forschungsprämie, steuerliche Forschungsförderung, F&E-Investitionen, Innovationsförderung und Standortattraktivität.

Welche Rolle spielt die FFG im Verfahrensablauf?

Die FFG erstellt ein für die Beantragung notwendiges Gutachten, das beurteilt, ob die inhaltlichen Kriterien für eine Forschungsprämie gemäß Frascati-Manual und EStG erfüllt sind.

Wie unterscheidet sich das österreichische System von jenem in Großbritannien?

Während Österreich auf ein zentrales, volumenbasiertes Prämiensystem setzt, nutzt Großbritannien komplexere Instrumente wie erhöhte Absetzbeträge und steuerliche Entlastungsmechanismen, die besonders auf KMU zugeschnitten sind.

Was ist die zentrale Kritik an der Forschungsprämie?

Kritisiert wird primär, dass die Prämie überproportional von Großunternehmen genutzt wird und dass eine Korrelation zwischen der Förderhöhe und der tatsächlichen F&E-Intensität ökonomisch nicht eindeutig nachweisbar ist.

Wie bewertet der Autor die Zukunft der Forschungsförderung?

Der Autor betont, dass neben rein finanziellen Förderungen zukünftig vermehrt in die Verfügbarkeit qualifizierter Humanressourcen investiert werden sollte, um die Forschungsziele zu erreichen.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Forschungsförderung in Österreich. Erfolg, Kritik und Zukunft der Forschungsprämie
Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz  (Institut für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre)
Note
2
Autor
Sebastian Kolmer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
18
Katalognummer
V961334
ISBN (eBook)
9783346331236
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Forschung Forschungsförderung Forschungsprämie Forschung Österreich Prämie Forschungsförderung Österreich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Kolmer (Autor:in), 2019, Forschungsförderung in Österreich. Erfolg, Kritik und Zukunft der Forschungsprämie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/961334
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