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Aristoteles - Glück und gutes Leben

Title: Aristoteles - Glück und gutes Leben

Term Paper , 2002 , 11 Pages , Grade: gut

Autor:in: Thomas Schröder (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Der Begriff vom guten und glücklichen Leben ist keine neuzeitliche oder gar moderne Erfindung. Er ist bereits im antiken Griechenland diskutiert und vielseitig geprägt worden. Wenn auch die antiken Positionen in dieser Frage sich deutlich durch den kaum vorhandenen Gedanken des Pluralismus beziehungsweise Relativismus von den heutigen Standpunkten abgrenzen, so ist doch unbestritten, dass sich viele der Ideen und Teilkonzepte von damals noch in den aktuellen Vorschlägen zum guten Leben wiederfinden.
Die von der an dieser Stelle hypothetisch angenommenen postmodernen Grundlosigkeit gekennzeichnete Fülle an Glückskonzepten findet in den Überlegungen des Aristoteles eine klare Vorgabe, die das glückliche Leben vor allem rational im Gegensatz zu den intuitionalen Varianten der ‚Jede/r-muss-sein-Glück-selbst-finden-Attitüde’ bestimmbar macht.
Die nachfolgende knappe Ausarbeitung macht sich zum Ziel, das aristotelische Konzept des guten und glücklichen Lebens, so wie es heute im Buch X in der Nikomachischen Ethik, Kapitel 6 bis 9, zu finden ist, schlaglichtartig zu erhellen und in seinen Grundgedanken zu erläutern. Es zeigt sich, dass Überlegungen zum menschlichen Glücklichsein schon in der frühen griechischen Philosophie etabliert waren. Für Aristoteles bedeutet Glückseligkeit nichts Geringeres als „Ziel und Ende alles menschlichen Tuns“, was eine gründliche Beschäftigung mit dem Begriffen und Formen des Konzepts vom guten Leben nahe legt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Über die Glückseligkeit

Kapitel VI. Selbstgenügsame Tätigkeit und Selbstzweck

Kapitel VII. Das vollendete Glück der Denktätigkeit

Kapitel VIII. Das Glück des praktischen Lebens

Kapitel IX. Äußere Verhältnisse

Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Aristoteles' Konzept des guten und glücklichen Lebens, wie es in den Kapiteln 6 bis 9 des zehnten Buches der Nikomachischen Ethik dargelegt wird, systematisch zu erläutern und in seinen wesentlichen Grundgedanken schlaglichtartig zu beleuchten.

  • Unterscheidung zwischen verschiedenen Formen der Glückseligkeit und deren Wertigkeit.
  • Die Sonderstellung der Denktätigkeit als höchste und göttlichste Lebensform.
  • Die Rolle der praktischen Tugenden und deren Abgrenzung zur theoretischen Vernunft.
  • Das Verhältnis von äußeren Gütern und materiellen Bedingungen zum glücklichen Leben.
  • Kritische Reflexion der aristotelischen Argumentationsstruktur und Methodik.

Auszug aus dem Buch

Kapitel VI. Selbstgenügsame Tätigkeit und Selbstzweck

Die Möglichkeit glückselig zu sein ist nach aristotelischer Vorstellung vielfältig. Allerdings bestimmt Aristoteles deutlich einige Präferenzen und Wertigkeiten innerhalb der Formen von Glückseligkeit.

Glückseligkeit ist kein Habitus, sonst könnte man, so eines seiner Beispiele, ein Leben lang schlafen und dabei glückselig sein. Im Gegensatz dazu ist Ehre ein Habitus, da sie rein äußerlich ist. Ehre wird von außen durch andere anerkannt und beigemessen, wohingegen Glückseligkeit vor allem ein innerer Zustand oder Prozess ist. Sie ist vielmehr eine Tätigkeit beziehungsweise geknüpft an Tätigkeit an sich und nicht nur Tätigkeit als Mittel. Tätigkeiten an sich sind solche, bei denen man nichts weiter begehrt, als die Tätigkeit selbst. Diesen Charakter haben laut Aristoteles zum einen tugendhafte Handlungen, sowie zu anderen auch solche Unterhaltungen, die ausschließlich dem Genuss dienen.

Die Machthaber, so entdeckt Aristoteles, lassen sich gern und oft auf diese Art unterhalten und so scheint es, als ob dies ein essentieller Bestandteil von Glückseligkeit sei. Aristoteles sieht darin allerdings den Beweis für die fehlende Möglichkeit des Rückschlusses von Glückseligkeit auf den Besitz von Macht. Insofern lässt sich ebenso wenig von Tugend und Verstand auf den Besitz von Macht schließen, welche die Quellen der Glückseligkeit sind.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung verortet das aristotelische Glückskonzept im Kontext der antiken Philosophie und begründet die Relevanz der Untersuchung für das Verständnis eines gelingenden Lebens.

Über die Glückseligkeit: Dieses Kapitel führt in die grundlegende Differenzierung zwischen Glückseligkeit als innerem Prozess und äußeren Zuständen ein.

Kapitel VI. Selbstgenügsame Tätigkeit und Selbstzweck: Es wird erörtert, dass Glückseligkeit eine Tätigkeit an sich ist, die nicht als bloßes Mittel zum Zweck dient, und eine klare Abgrenzung zur hedonistischen Lebensweise vorgenommen.

Kapitel VII. Das vollendete Glück der Denktätigkeit: Dieses Kapitel identifiziert die theoretische Denktätigkeit als höchste menschliche Fähigkeit, die der göttlichen Lebensform am nächsten kommt.

Kapitel VIII. Das Glück des praktischen Lebens: Der Fokus liegt hier auf den ethischen Tugenden, die zwar menschlich und affekthaft sind, jedoch einen eigenen Modus des Glücks konstituieren.

Kapitel IX. Äußere Verhältnisse: Aristoteles reflektiert hier die notwendigen, wenngleich begrenzten materiellen Rahmenbedingungen, die für ein tugendhaftes Leben als Mensch unter Menschen erforderlich sind.

Resümee: Das Fazit bietet eine kritische Würdigung der aristotelischen Argumentationsführung und hinterfragt die Konsistenz seiner Trennungslinien zwischen verschiedenen Lebensformen.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Nikomachische Ethik, Glückseligkeit, Denktätigkeit, Vernunft, Tugend, Selbstzweck, praktische Lebensführung, Weisheit, äußere Güter, philosophisches Leben, Ethik, Eudaimonie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die aristotelische Definition und Hierarchisierung des glücklichen Lebens basierend auf den Kapiteln 6 bis 9 des zehnten Buches der Nikomachischen Ethik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Unterscheidung von Denktätigkeit und praktischen Tugenden, das Verhältnis von Glück zur Muße sowie die Bedeutung äußerer Güter.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das aristotelische Konzept des guten Lebens schlaglichtartig zu erhellen und die theoretischen sowie praktischen Aspekte der Glückseligkeit verständlich darzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interpretative und analysierende Herangehensweise, die den Primärtext (die Übersetzung von Günther Bien) systematisch strukturiert und kritisch hinterfragt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Selbstzwecks von Tätigkeiten, die göttliche Qualität der Weisheit, das menschliche Glück im praktischen Handeln und die Rolle materieller Verhältnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Glückseligkeit, Vernunft, Denktätigkeit, Tugend und Aristoteles charakterisiert.

Wie unterscheidet Aristoteles zwischen der Glückseligkeit des Weisen und der eines praktisch handelnden Menschen?

Der Weise ist durch die reine, zweckfreie Denktätigkeit gekennzeichnet, die keiner äußeren Bedingungen bedarf, während der praktisch Handelnde auf materielle Güter angewiesen ist, um seine Tugenden im bürgerlichen Leben zu betätigen.

Warum spielt das Thema der „äußeren Verhältnisse“ für Aristoteles eine Rolle?

Aristoteles erkennt an, dass der Mensch ein leibliches Wesen ist und für ein tugendhaftes Leben zumindest ein gewisses Maß an Gesundheit und materiellen Mitteln benötigt, um seine Handlungen überhaupt ausführen zu können.

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Details

Title
Aristoteles - Glück und gutes Leben
College
University of Göttingen  (Philologische Fakultät)
Grade
gut
Author
Thomas Schröder (Author)
Publication Year
2002
Pages
11
Catalog Number
V9614
ISBN (eBook)
9783638162692
ISBN (Book)
9783638757188
Language
German
Tags
Aristoteles Antike Griechenland griechische Philosophie gutes Leben Leben Glück; Hedonismus; Philosophie Ethik Moral Moralphilosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Schröder (Author), 2002, Aristoteles - Glück und gutes Leben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9614
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