Affe-Mensch, ein Vergleich


Referat / Aufsatz (Schule), 1999

5 Seiten, Note: 1


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AFFE - MENSCH, ein Vergleich

Der Mensch wird von vielen als die Krone der Schöpfung betrachtet, was zum einen die theologische Theorie beinhaltet, aber auch die Meinung, der Mensch sei losgelöst von dem System der Evolution. Dem ist nicht so, vielmehr läßt sich auch der Mensch in einen evolutiven Zusammenhang bringen und ist so auch in ein natürliches System der Organismen einzuordnen. Er nimmt zwar eine Sonderstellung ein ( abstraktes Denken, Sprache, Sozialverhalten ), doch besonders beim Vergleich körperlicher Merkmalen zwischen Primaten läßt sich die langsam erfolgte Entwicklung des Menschen aus seinen Vorfahren erkennen, die stammesgeschichtliche Menschwerdung oder auch Hominisation.

- der schwedische Arzt Carl von Linnè schuf als erstes sein „ System naturae „; er ordnete Organismen nach vergleichbarer Morphologie bzw. Anatomie Ordnung nach Gattung, Art, usw. auch Verwandtschaft wird also aus anatomischen Ähnlichkeiten gefolgert
- Linnè war auch der erste, der den Menschen in sein System einordnete:

Klasse: Säugetiere

Ordnung: Primaten, bzw. zusammen mit den Affen und Halbaffen die Ordnung der Herrentiere

Subordo: Echte Affen ( Simiae ), wobei die Halbaffen die zweite Unterordnung sind

( z.B. das eichhörnchengroße Spitzhörnchen aus Südostasien, das auf Bäumen lebt und eine Verwandtschaft zu Insektenfresser aufweist )

Infraordines: Altweltaffe ( Catarrhina ), wobei die zweite Gliederung die Neuweltaffen darstellen ( Tropenwälder Mittel- und Südamerika; auch Breitnasenaffen ( Nasenlöcher seitlich und breite Nasenscheidewand > Gegensatz Altweltaffen bzw. Schmalnasenaffen, Nasenlöcher vorne und schmale Nasenscheidewand )) Überfamilie: Hominoidae ( menschenähnlich )

( Gattung Schimpanse )

Familie: Hominidae menschenartige ( Mensch und Menschenaffen ) und ausgestorbene Vormenschen

Unterfamilie: Homininae Gattung: Homo

Art: Homo sapiens

Unterart: Homo sapiens sapiens

- Diese Systematik zeigt, daß der Mensch und die Schimpansen beide bis zur Überfamilie Hominoidae gemeinsame Vorfahren haben, auch Serumreaktion läßt auf die verwandtschaftlichen Beziehungen schließen ( siehe Bild 1 )
- die genetische Information des Schimpansen ist zu 98,4 % identisch dem des Menschen
- beide Tatsachen zeigen auf, daß es eine Hominisation gegeben hat von den gemeinsamen Vorfahren über den nächsten Verwandten, den Schimpansen, bis jetzt
- man spricht hierbei von evolutiven Trends, die dazu geführt haben, daß sich der Mensch von z.B. dem Schimpansen durch besondere Merkmale abhebt
- diese Ergebnisse erhielt man durch den Vergleich nach der Linnè Methode: im einzelnen :

Die UrUrsache für alle weiteren anatomischen und morphologischen Veränderungen - Der aufrechte Gang Vor ca. 5 bis 7 Millionen Jahren fanden starke Klimaveränderungen in Afrika statt. Dadurch entstanden mehr Savannen. In diesen besonderen Gebieten sind die Nahrungsquellen höher gelagert, da es sich um hohe Pflanzen handelt. Der aufrechte Gang bietet einen Selektionsvorteil. Damit geht eine Umformung des ganzen Skeletts einher.

Das Becken:

Das Becken ist verbreitert und leicht nach vorne gedreht, es dient als tragende Schüssel für die Eingeweide und der Geburtskanal ist stark vergrößert, was aufgrund des größeren Schädels des Neugeborenen nötig ist. Die Hintergliedmaßen des erwachsenen Menschen sind länger als bei den Menschenaffen und länger und kräftiger als die Arme. ( Bild 2 )

Die Wirbelsäule:

Die Wirbelsäule beschreibt keinen Bogen ( Brückenform ), wie bei den Vierfüßlern und ist auch nicht gestreckt, wie bei den Hanglern, sie ist doppel S-förmig geformt. Dadurch wirkt sie federnd, was für den aufrechten Gang nötig ist. Der Brustkorb bei Affen ist länger als breit, beim Menschen umgekehrt, wodurch ein günstigerer Schwerpunkt erreicht wird.

Der Fuß:

Der Fuß wird zu einem ausschließlichen Gehwerkzeug bzw. Standfuß; mehrere Anpassungen erfolgten.

So ist die große Zehe nicht mehr abspreizbar, da die Hauptbelastungslinie des Fußes, der nun das gesamte Gewicht tragen muß, nahe der großen Zehe liegt. Die Sohle des Menschenfußes ist durch Wölbungen in Längs- und Querrichtung auf elastischeres Laufen und Springen ausgelegt. Beim Affen ist diese Zehe abspreizbar und die Hauptbelastungslinie liegt an der Außenkante, zum einen, da ein besseres Greifen möglich ist, wie es auch Menschensäuglingen noch möglich ist, zum anderen, da dieser auf Bäumen lebt und so ein leichteres Klettern und Hangeln ermöglicht wird.

Aus diesem Grund besitzt der Affe auch längere Zehen bzw. die Zehen des Menschen sind verkürzt, um eine bessere Abrollbewegung zu ermöglichen, deren Drehpunkt in den Zehengelenken am Ende der Mittelfußknochen liegt. ( Bild 3 )

Die Hände:

Der aufrechte Gang entlastete die Hand, was deren Entwicklung ermöglichte, Werkzeuggebrauch wurde möglich. Dazu ist eine präzise Führung der Hand Voraussetzung, was erst sensible Handflächen ermöglichen; Primatenhände besitzen empfindliche Tastballen. Auch der stark ausgebildete, in mehrere Richtungen drehbare Daumen, der jedem Finger gegenübergestellt werden kann ist für differenziertes Zupacken besser, als der kürzere Daumen der Affen.

Das Präzisionswerkzeug Hand in Verbindung mit dem um seine Längsachse drehbaren Arm wurde zu einem Greif-,Erkundungs- und Manipulationsorgan, Grundlage jeder kulturellen Betätigung. ( Bild 3 )

Der Schädel:

Das Hinterhauptsloch, die Ansatzstelle der Wirbelsäule am Schädel, liegt beim Menschen in der Mitte der Schädelbasis, im Gegensatz zum Affen, wo es weit hinten am Schädel liegt. Auch dies hat seine Begründung im aufrechten Gang; Der Affe geht vornüber gebeugt, so daß der Kopf an der schrägen Wirbelsäule hängt und durch starke Nakenmuskeln gehalten werden muß. Beim Menschen ist der Schädel „balancierend“ gelagert.

Schädelform: Der Schädel besitzt durch die Größenzunahme des Großhirns eine hohe Aufwölbung zum Gesicht hin, die Hirnschale ist sehr groß und nimmt den Hauptteil des Kopfes ein, wodurch der Gesichtsschädel verkleinert und eine hohe Stirn ausgebildet wird. Wegfallen der Schnauze, Überaugwülste verschwinden; Nasenvorsprung und Kinn treten hervor. ( Bild 4; 4a )

- Theorie, daß Menschenschädel dem der jungen Affen gleicht > Kindchenschema > Brutpflegeverhalten > lebenslanges Lernen
- Theorie, daß Menschenschädel Parallelen ( gedrungene Schädelform ) zu domestizierten Tieren aufweist > Wegfall natürlicher Selektionsfaktoren
- Theorie, daß durch Greifwerkzeug - Hände das feste Zubeißen überflüssig wurde, so hatten zierliche Kieferknochen den Selektionsvorteil > Schnauzenlose Schädelform

Das Gebiß:

Das Affengebiß ist ein offenes Rechteck, d.h. die Backenzähne sind parallel gestellt und besitzt zwischen Incisivi und 1. Prämolar eine Lücke ( Diastema ). Das menschliche Gebiß besitzt diese Lücke nicht, die extrem spitzen Eckzähne fehlen. Die Form ist parabolisch, ein Allesfressergebiß, in Verbindung mit der Wölbung des Gaumens und der Variabilität des Hohlraums des tief liegenden Kehlkopfes und der beweglichen Zunge gut zur Sprachbildung geeignet. ( Bild 2 )

Das Gehirn:

Das Großhirn ist stark vergrößert und stärker gefaltet, die Fläche erhöht, was eine höhere Zahl von Nervenzellen ermöglicht. Ein Maß für die Organisationhöhe des Gehirns ist das Gewichtsverhältnis Großhirnrinde / Stammhirn.> Schimpanse 49 - Mensch 170 < ( Bild 4; 4a )

Die Behaarung:

Der Affe ist voll behaart, der Mensch besitzt nur noch Restbehaarung bzw. Achsel- und Schambehaarung, da diese vermutlich einen Selektionvorteil bieten, durch bessere Verteilung von Drüsensekret ( sexuelles Signal ).

Die Brutpflege:

Die Säuglinge des Menschen sind bei ihrer Geburt weniger weit entwickelt als beim Affen, da sie sonst aufgrund der Schädelgröße nicht mehr durch den Geburtskanal passen würden.

Sie sind noch monatelang hilflos, obwohl ihre Sinnesorgane bereits voll entwickelt sind ( sekundärer Nesthocker ). Affenjunge halten sich an der Mutter fest ( aktiver Tragling ), Menschen nicht ( passiver Tragling ). Während der intensiven Fürsorgezeit lernt das Kind die wichtigsten Traditionen und Kulturelemente ( Sprache, Sozialverhalten, usw. ), wobei auch die über das Fortpflanzungsalter hinaus erstreckte Lebenszeit zur Weitergabe dieser Elemente beiträgt.

Die Sprache:

Die anatomischen Besonderheiten und das Sprachzentrum im Gehirn bieten dem Menschen die Möglichkeit Sprache über die Lautäußerungen bei Tieren ( Lockruf, Warnungen ) hinaus zu benutzen. Durch die Umsetzung von Gedachtem in Sprache ist Kommunikation möglich, die Voraussetzung für jegliche Höchstentwicklung ist.

Das Verhalten:

Durch die lang andauernde Pflege der Kleinkinder entwickelte der Mensch ein stärkeres Sozialverhalten, was zur Stammesbildung führte. Der Mensch besitzt eine lebenslange Lernfähigkeit, Grundlage für Kultur.

- urtümliche Verhaltensweisen des Menschen, die ebenfalls bei den Affen zu beobachten sind:
- Schlüsselreiz Kindchenschema
- bei Gefahr „Gänsehaut“, bei Affen Imponiergeste
- Streben nach Überblick, Menschen setzen sich in Restaurant an Wände ( Schutz, Überblick ) > Kleingruppen <> Horden
- Gesten, Mimik
- Bild 5

Fazit: Der Vergleich weist deutlich die evolutiven Trends auf.

Referent: Sebastian Seeländer

Quellen:

- Lindner Biologie
- Evolution; Schroedel
- Adolph H. Schultz; Die Primaten
- Der Brockhaus; In fünf Bänden

5 von 5 Seiten

Details

Titel
Affe-Mensch, ein Vergleich
Note
1
Autor
Jahr
1999
Seiten
5
Katalognummer
V96154
Dateigröße
332 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Affe-Mensch, Vergleich
Arbeit zitieren
Sebastian Seeländer (Autor), 1999, Affe-Mensch, ein Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96154

Kommentare

  • Gast am 13.11.2001

    "Danke".

    Hallo Jan.
    Du musst wissen, ich kam zu Hausarbeiten.de, um mir einen kleinen Anreiz für meine Profilarbeit in Bio zu holen und dank deiner Arbeit weiß ich jetzt, dass ich über die Evolution des Menschen schreiben möchte.Deine Arbeit ist informatif und interessant zu gleich (das ist selten finde ich)und für mich selbst nimmt sie auch eine gewisse Auflärungsfinktion ein.
    Ich hoffe deine nächste Arbeit wird genau so gut.Nochmals danke.
    MfG Kathrin

  • Gast am 16.12.2001

    AFFE - MENSCH, ein Vergleich.

    Gute, hilfreiche und Interessante Arbeit.

  • Gast am 5.7.2002

    Chillig!!!!!!!!!!!.

    Chillig!!!!!!!!!!!!!!!!!1

  • Gast am 26.3.2003

    Federnde Wirbelsäulen gibt es nicht = Bandscheibenvorfall.

    Fragt man einmal Ärtze so können sie es sofort bestätigen. Die Vorstellung von federnden Wirbelsäulen geistert schon lange als Fehler in unserer Literatur und vor allem in den Biologielehrbüchern.
    Viele Grüße Cora

  • Gast am 4.6.2006

    Der alte Fehler....

    "Viereck und Quadrat-ein Vergleich"-hätte das Referat diesen Titel gehabt, wäre es wohl nicht mit der Note eins bewertet worden. Jeder Mathematiklehrer würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Das dies in der Schulbiologie wohl nicht der Fall ist, zeigt, auf welch fatalem Stand sie sich befindet. Gerade im Bereich des abstrakten Denkens ist die beschriebene "Sonderstellung" des Menschen arg gefährdet. Darüberhinaus hat man bei Schimpansen ein Zentrum für Sprachbildung im Gehirn gefunden. Es scheint leider so zu sein, dass sich der Mensch unter allen Umständen von anderen Tieren abgrenzen will und sich dabei auf unlogische "Fakten" stützt, auch wenn diese wissenschaftlich schon längst wiederlegt sind. Wie sagten schon die Aufklärer:"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."

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