Wie stellen Martin Heidegger und Jean-Francois Lyotard das menschliche Denken dar und wo lassen sich Bezüge zum ästhetischen Denken finden? In der Arbeit vergleicht der Autor die Philosophie Heideggers mit der Philosophie Lyotards über das Thema Denken.
Hierfür werden zwei philosophische Texte herangezogen, um eine Erklärung zu geben, wie das „normale“ Denken funktioniert. Ich beziehe mich hierbei absichtlich auf die Philosophie und nicht auf die Neurologie oder Psychologie, da das Ziel dieser Arbeit letztendlich darin besteht, eine Basis zu liefern, auf welcher man aufbauen kann, wenn man sich mit der Grazie oder der Ästhetik des Denkens beschäftigen möchte, also eine weitere philosophische Fragestellung anschließen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Forschungsstand
3 Methode
4 Theoriedarstellung und Analyse
4.1 Martin Heidegger – „Was heißt denken?“
4.2 Jean-Francois Lyotard – „Ob man ohne Körper denken kann“
4.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Denkens über das Denken
5 Fazit/ Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht philosophische Perspektiven auf das menschliche Denken, um eine theoretische Grundlage für die Definition eines ästhetischen oder graziösen Denkens zu schaffen. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Martin Heidegger und Jean-Francois Lyotard das Denken darstellen und welche Bezüge sich daraus zum ästhetischen Denken ableiten lassen.
- Analyse des Denkbegriffs bei Martin Heidegger
- Untersuchung der Körpergebundenheit des Denkens bei Jean-Francois Lyotard
- Vergleich von Heideggers und Lyotards Denktheorien
- Herausarbeitung der Rolle des Entzugs und des Schmerzes im Denkprozess
- Exploration der Möglichkeiten eines nicht-logischen Denkens
Auszug aus dem Buch
4.1 Martin Heidegger – „Was heißt denken?“
Heidegger beginnt seinen Aufsatz mit einer zentralen Aussage:
Wir gelangen in das, was Denken heißt, wenn wir selber denken. Damit ein solcher Versuch glückt, müssen wir bereit sein, das Denken zu lernen. Sobald wir uns auf das Lernen einlassen, haben wir auch schon zugestanden, daß wir das Denken noch nicht vermögen.11
Was uns der Autor mit diesen drei Sätzen sagt ist von großer Bedeutung für das Verständnis von allem, was folgt. Er wirft die These auf, dass wir Menschen, obwohl wir tagtäglich denken, trotz allem das Denken nicht beherrschen.12 Nur weil wir die Möglichkeit dazu haben, sind wir noch lange nicht dazu in der Lage.13 Wir müssen es lernen.14 Die Möglichkeit zu denken ist somit nicht mit dem Vermögen des Denkens gleichzusetzen.15 Das Vermögen definiert Heidegger als etwas, das wir nach seinem Wesen bei uns einlassen.16 Gleichzeitig müssen wir dem Denken auch Zuneigung entgegen bringen und Gefallen daran finden, denn andernfalls ist es ausgeschlossen es zu vermögen.17
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein, indem sie anhand einer literarischen Vorlage von Franz Kafka die Frage nach der "Grazie des Denkens" stellt und die Forschungsabsicht erläutert.
2 Forschungsstand: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über aktuelle philosophische Diskurse zum Denken, wobei der Fokus auf dem Entzug des Denkens bei Autoren wie Alexander Garcia Düttmann liegt.
3 Methode: Hier wird der methodische Ansatz der Arbeit, ein komparativer Textvergleich zwischen Martin Heidegger und Jean-Francois Lyotard, dargelegt.
4 Theoriedarstellung und Analyse: In diesem Hauptkapitel werden Heideggers "Was heißt denken?" und Lyotards "Ob man ohne Körper denken kann" detailliert analysiert und anschließend ihre Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede herausgearbeitet.
5 Fazit/ Ausblick: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und diskutiert die Möglichkeit einer Basis für ein ästhetisches oder graziöses Denken.
Schlüsselwörter
Denken, Philosophie, Martin Heidegger, Jean-Francois Lyotard, Entzug, Schon-Gedachtes, Körpergebundenheit, Schmerz, Ästhetik, Grazie, Künstliche Intelligenz, Menschliches Denken, Vernunft, Erkenntnis, Transformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Definition des menschlichen Denkens, um eine Grundlage für die theoretische Erforschung eines ästhetischen oder sogenannten "graziösen" Denkens zu bilden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Konzepte des Entzugs des Denkens, die Beziehung zwischen Denken und Körperlichkeit sowie die Rolle des Schmerzes im Erkenntnisprozess.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, das menschliche Denken durch die Analyse von Heidegger und Lyotard so zu beschreiben, dass es als Ausgangspunkt für die Entwicklung einer Theorie des ästhetischen Denkens dienen kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit verwendet die Methode des komparativen Textvergleichs, bei dem die ausgewählten Werke einzeln vorgestellt und auf inhaltliche Parallelen sowie Divergenzen hin untersucht werden.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Heideggerschen Perspektive auf das Erlernen des Denkens und Lyotards Analyse zur Unmöglichkeit eines körperlosen Denkens, gefolgt von einer vergleichenden Synthese.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Die wesentlichen Begriffe sind unter anderem Entzug, Schmerz, Schon-Gedachtes, Körperlichkeit, Ästhetik und das menschliche Vermögen zu denken.
Warum spielt der "Entzug" in beiden Theorien eine so zentrale Rolle?
Sowohl bei Heidegger als auch bei Lyotard dient der Entzug als notwendige Bedingung und Anregung für den Denkprozess, da das "Zu-Denkende" sich stets entzieht und den Menschen somit zum Denken zwingt.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von KI bei Lyotard vom menschlichen Denken?
Lyotard argumentiert, dass KI aufgrund ihrer binären Struktur nicht in der Lage ist, die Vielschichtigkeit, Intuition und Körpergebundenheit menschlichen Denkens zu replizieren.
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- Raphaela Rabold (Author), 2019, Das menschliche Denken nach Martin Heidegger und Jean-Francois Lyotard. Logisch, ästhetisch oder graziös?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/961565