In Zeiten von Digitalisierung und transformierenden Geschäftsmodellen kommt der Gewinnung, Speicherung und sinnvollen Nutzung von Daten und Informationen eine zentrale Bedeutung zu, wenn es um den Fortbestand von Unternehmen geht. Dabei stehen Unternehmen, egal welcher Größe, branchenunabhängig, mitunter vor massiven Herausforderungen, sowohl was die Beschreibung und Darstellung des aktuellen Geschäftsmodells angeht, als auch betreffend des zukünftigen Geschäftsmodells unter Einbezug notwendiger Digitalisierungsmaßnahmen und der Nutzung von Daten. Hier fallen oft Begriffe wie Business Intelligence (BI), Big Data, Data Mining etc. Auch die Möglichkeiten, Geschäftsmodelle visuell darzustellen, lassen eine Vielzahl an Irrwegen zu, die nicht unbedingt zielführend sind. Hier sind ein gemeinsames Verständnis von Begriffen zum einen, aber auch ein Verständnis zu möglichen Wirkmechanismen und adäquate Maßnahmen notwendig.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Situation
1.2 Problemstellung
1.3 Zielsetzung
1.4 Vorgehensweise
2 Theoretische Vorbetrachtungen
2.1 Geschäftsmodelle
2.1.1 Definition Geschäftsmodell
2.1.2 Die Business Model Canvas
2.2 Definition Business Intelligence
3 Geschäftsmodell und BMC der „Cardiovascular AG“
3.1 Vorgehensweise
3.2 Kundensegmente
3.3 Nutzenversprechen
3.4 Kanäle
3.5 Kundenbeziehungen
3.6 Einnahmequellen
3.7 Schlüsselressourcen
3.8 Schlüsselaktivitäten
3.9 Schlüsselpartnerschaften
3.10 Kostenstruktur
4 Auswirkung von Business Intelligence auf das Geschäftsmodell
4.1 Vorbetrachtung
4.2 Hypothese H1: Omni-Channel-Management wird die dominante Kanalstrategie.
4.3 Hypothese H2: Die Kundenbeziehung transformiert von transaktionaler zu relationaler Beziehung.
4.4 Hypothese H3: Multiple, digitale Werteversprechen gehen mit der digitalen Transformation einher.
4.5 Hypothese H4: Schlüsselressourcen
4.6 Hypothese H5: Die Kosten für BI werden einen großen Teil der Budgets aller Gewerke im Unternehmen einnehmen.
5 Kritische Würdigung und Diskussion
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von Business Intelligence (BI) auf bestehende Geschäftsmodelle am Beispiel der Cardiovascular AG. Ziel ist es, durch die Analyse der Business Model Canvas (BMC) Hypothesen abzuleiten, wie BI Prozesse, Kundenbeziehungen und Wertversprechen transformiert.
- Grundlagen der Geschäftsmodellentwicklung mittels Business Model Canvas
- Definition und Anwendungsfelder von Business Intelligence
- Analyse der Geschäftsprozesse und Strukturen der Cardiovascular AG
- Untersuchung der Auswirkungen von BI auf Marketing, Kundenschnittstellen und Ressourcenplanung
- Diskussion von Kosten und interdisziplinären Herausforderungen der BI-Integration
Auszug aus dem Buch
4.2 Hypothese H1: Omni-Channel-Management wird die dominante Kanalstrategie.
Um die Auswirkungen von BI auf den Baustein „Kanäle“ der BMC zu verstehen, soll rekapituliert werden, was Osterwalder/Pigneur darunter verstehen. Sie beschreiben Kommunikations-, Distributions- und Verkaufskanäle als Schnittstellen zwischen Unternehmen und Kunden, welche neben Aufmerksamkeit durch den Kunden auch die Bewertung des Angebots, die Unterstützung beim Kauf und auch den After-Sale beschreiben (Osterwalder & Pigneur, 2011, S. 30). Neben der Unterscheidung, ob direkte oder indirekte Kanaltypen gewählt werden, stehen vor allem die Kanalphasen im Fokus.
Hier befinden sich Unternehmen in einer Zeit radikaler Veränderungen und Möglichkeiten. Modelle, welche die Customer Journey, also das Durchlaufen der Zyklen, Phasen oder Abschnitte, der Kunden beschreibt, zeigen, in unterschiedlicher Ausprägung und Beschreibung der Phasen, die Bedeutung der Kanäle (Bruhn, 2019, S. 214; Kreutzer, 2018b, S. 40; Zöller, 2019, S. 175). Unternehmen kultivieren, unter dem Begriff „Multi-Channel-Management“, bereits heute verschiedene Kanäle, welche zumeist separat gemanagt werden, so dass Kunden nicht kanalübergreifend agieren können (Binckebanck, Hölter & Tiffert, 2020, S. 109). Für die Cardiovascular AG bspw. das voneinander komplett entkoppelte Management der Website, Social Media-Aktivitäten und Post-Market Services durch das Unternehmen selbst und die Aktivitäten des Vertriebs Außendienst des Distributionspartners.
Durch die Digitalisierung entstehen an jedem Touchpoint (Esch, Tomczak & Kernstock, 2019, 500-517) permanent Unmengen von Daten (s. Big Data unter 2.2.). Die Möglichkeiten, die entstehenden Daten erfassen, speichern, auswerten und nutzen zu können, werden von vielen mit „Big Data is the new oil“ (Breidenbach, 2020, S. 351) beschrieben. So entstehen hier durch BI neue Möglichkeiten. Einerseits hinsichtlich des Bewusstseins, welche Kanäle und Berührungspunkte aus Kundensicht relevant bzw. nicht relevant sind, andererseits durch Schaffung neuer Kundenerlebnisse durch neue Berührungspunkte als Ergebnis aus neuem Wissen durch BI (Esch et al., 2019, S. 512).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz von Daten und BI in der heutigen Geschäftswelt sowie Definition der Problemstellung und Zielsetzung anhand der Cardiovascular AG.
2 Theoretische Vorbetrachtungen: Definition der Begriffe Geschäftsmodell und Business Intelligence sowie Vorstellung des Business Model Canvas als Analysewerkzeug.
3 Geschäftsmodell und BMC der „Cardiovascular AG“: Detaillierte Anwendung der neun BMC-Bausteine auf das Fallbeispiel der Cardiovascular AG zur Beschreibung ihres aktuellen Geschäftsmodells.
4 Auswirkung von Business Intelligence auf das Geschäftsmodell: Aufstellung und Erörterung von fünf Hypothesen zur Wirkung von BI auf Kanalstrategien, Kundenbeziehungen, Werteversprechen, Ressourcen und Kosten.
5 Kritische Würdigung und Diskussion: Reflexion der Methodik und Diskussion der Grenzen des gewählten Ansatzes sowie der Komplexität von BI-Projekten.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der strategischen Bedeutung von BI als Chance für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der Cardiovascular AG.
Schlüsselwörter
Business Intelligence, Geschäftsmodelle, Business Model Canvas, Digitalisierung, Cardiovascular AG, Omni-Channel-Management, Big Data, Kundenbeziehungen, Datenanalyse, Medizintechnik, Strategie, Unternehmensführung, Prozessoptimierung, Kostenstruktur, Digitale Transformation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Business Intelligence (BI) Geschäftsmodelle verändert und welche Chancen sowie Herausforderungen sich daraus für ein mittelständisches Unternehmen (KMU) in der Medizintechnik ergeben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die strategische Geschäftsmodellierung mit dem Business Model Canvas, die technische und prozessuale Implementierung von BI sowie die Auswirkungen auf Marketing und Vertrieb.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, auf Basis der Cardiovascular AG zu untersuchen, wie BI-Lösungen genutzt werden können, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, und welche Auswirkungen dies konkret auf die Bausteine eines Geschäftsmodells hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Business Model Canvas als theoretischen Rahmen und analysiert durch die Formulierung von fünf Hypothesen mögliche Auswirkungen von BI anhand aktueller Fachliteratur und Fallbeispielen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung des aktuellen Geschäftsmodells der Cardiovascular AG und eine anschließende Prüfung von fünf Hypothesen, die den Einfluss von BI auf Bereiche wie Kanalstrategien, Kundenbeziehungen und Kosten untersuchen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Business Intelligence, Business Model Canvas, Digitale Transformation, Omni-Channel-Management und datenbasierte Geschäftsmodellentwicklung.
Wie verändert BI die Kanalstrategie der Cardiovascular AG?
BI ermöglicht den Übergang von isolierten Kanälen zu einem integrierten Omni-Channel-Management, bei dem Daten über alle Touchpoints hinweg synchronisiert und für ein konsistentes Kundenerlebnis genutzt werden.
Warum ist die Integration von BI eine Herausforderung für das Unternehmen?
Die Integration erfordert nicht nur hohe Investitionen in IT-Infrastruktur und Personal, sondern auch einen kulturellen Wandel und die Bewältigung komplexer regulatorischer Anforderungen, insbesondere im Bereich Datenschutz.
- Arbeit zitieren
- Florian Schmitt (Autor:in), 2020, Wirkung von Business Intelligence auf Geschäftsmodelle, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/961672