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Wie Religion das Langobardenreich beeinflusste. Die langobardischen Herrscher zwischen Autonomie und Heteronomie

Title: Wie Religion das Langobardenreich beeinflusste. Die langobardischen Herrscher zwischen Autonomie und Heteronomie

Term Paper (Advanced seminar) , 2020 , 29 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Lisa Potratz (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Religion die langobardische Politik beeinflusste und ein Teil der langobardischen Herrschaft wurde. Als Heiden waren den Langobarden monotheistische Religionen vollkommen fremd, doch der Einzug nach Italien konfrontierte sie mit dem Christentum in einer Weise, der sie sich auf langer Sicht nicht entziehen konnten. Hier gilt es zu betrachten, wie autonom die einzelnen Herrscher der Langobarden die Religion annahmen oder wie sie von den unterschiedlichsten Parteien instrumentalisiert wurden. Anhand von Sekundärliteratur, aber auch primär anhand einer der wenigen ausführlichen Quellen, der Historia Langobardorum, versuche ich nachzuzeichnen, wie das Christentum Einzug in die langobardischen Herrschaftsreihen fand und welche Probleme, aber auch Chancen damit verbunden waren. Letztendlich scheiterte der italienisch-langobardische Staat vollkommen zum Ende des 8. Jahrhunderts und wurde in den Machtbereich der Franken aufgenommen. Inwieweit hier Religion und das Scheitern des langobardischen Staates eine Rolle spielen, möchte ich mit dieser Arbeit ergründen.

Nicht zuletzt hatte das Verhältnis der langobardischen Herrscher zum Papsttum weitgreifende Folgen, weshalb die Betrachtung des Werkes von Clemens Ganter hier ein wichtiges Feld der päpstlichen Konstruktion von Anderen eröffnet und daher Einträge der Liber Pontificalis auch eine Rolle spielen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wie die Langobarden nach Italien kamen

2.1 Die Wanderung beginnt

2.2 Alboin

3. Wie der Arianismus zu den Langobarden kam

4. Das Interregnum und seine Folgen

5. Der Katholizismus unter den Langobarden

5.1 Theodelinde als Indikator ?

5.2 Das Verhältnis der Päpste zu den Langobardenkönigen

6. Das Problem der Herrschaftsnachfolge

7. Exkurs: Germanisierung des Christentums?

8. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht den Einfluss der Religion auf das langobardische Herrschaftssystem und analysiert, wie die langobardischen Könige zwischen religiös geprägter Heteronomie und dem Streben nach politischer Autonomie agierten.

  • Religiöse Transformation von der heidnischen Tradition über den Arianismus zum Katholizismus.
  • Die Rolle von Königinnen wie Theodelinde als Akteurinnen der religiösen und politischen Integration.
  • Spannungsfelder zwischen dem langobardischen Königtum und dem wachsenden Einfluss des Papsttums.
  • Problematiken der langobardischen Herrschaftsnachfolge und deren Auswirkungen auf die Stabilität des Reiches.
  • Das Verhältnis zwischen Identitätsbildung durch Religion und dem politischen Machtanspruch gegenüber der byzantinischen Umgebung.

Auszug aus dem Buch

2. Wie die Langobarden nach Italien kamen

Die Herkunftssage der Langobarden ist äußerst schwer zu greifen, denn viele Anhaltspunkte, gerade von den ersten Phase der Wanderung sind nicht komplett nachweisbar. Dennoch sind wir in der glücklichen Situation eine Quelle zu besitzen, die ausführliche Informationen über das Leben und ihren Werdegang preisgibt. Paulus Diaconus gibt uns in seinem Werk „Historia Langobardorum“ Einblicke in die Wanderung der damals noch so genannten Winniler. Diaconus selbst ist viel später geboren, wahrscheinlich zwischen 725 und 795, als sich das Langobardenreich schon in einer sehr späten Phase befand. Dennoch ist die Historia Langobardorum, die größte editierte Quelle, die den Weg der Langobarden bis nach Italien beschreibt und damit auch ihren Weg aus dem Heidentum und der Barberei. Diaconus, der selbst gebürtiger Langobarde ist, versucht keineswegs Partei für oder gegen die Langobarden zu ergreifen. Die Grundhaltung seiner Ausführungen über die Geschehnisse ist eher positiv gestaltet. Als roter Faden zieht sich allein der beschwerliche Weg der Langobarden zum Christentum und damit verbundene Assimilation in Italien.

Aus Diaconus Sicht, der auch Mönch in Montecassino und später Berater Karls des Großen war, ist Italien durch eine göttliche Vorsehung in die Hände der Langobarden gefallen. Alles was geschah ist daher Teil des Heilsplans Gottes, welcher schlussendlich sich nicht im finalem Machtgewinner der Langobarden äußert. Die Langobarden sind somit ein Werkzeug der Vorsehung und ihre Errungenschaften werden in das Reich Gottes auf Erden eingebettet. Das Ringen zwischen Gut und Böse, Recht und Unrecht ist stets gegenwärtig. Die verschiedenen Individuen in seiner Erzählung spielen dabei alle eine Rolle im göttlichen Schöpfungsplan. Diaconus schreibt vor allem im Dienste der christlichen Verkündigung, findet aber immer wieder milde Worte, die vielleicht nicht zuletzt aus einer Distanz entstehen, die für die Reaktion eines alternden Mannes stehen, der sich mit dem Lauf der Dinge abgefunden hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Langobarden in Italien ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Beeinflussung der Politik durch die Religion.

2. Wie die Langobarden nach Italien kamen: Das Kapitel beleuchtet die Ursprünge der Langobarden anhand von Paulus Diaconus und beschreibt den Weg von der germanischen Wanderung bis zum Regierungsantritt unter Alboin.

3. Wie der Arianismus zu den Langobarden kam: Hier wird die religiöse Ausgangslage der Langobarden und der Einfluss des Arianismus als politisches Kalkül zur Machtfestigung im eroberten Italien analysiert.

4. Das Interregnum und seine Folgen: Dieses Kapitel thematisiert die Zeit nach Alboin, in der das Fehlen eines zentralen Herrschers zu Instabilität und brutalen Auseinandersetzungen mit der römischen Bevölkerung führte.

5. Der Katholizismus unter den Langobarden: Es wird untersucht, wie der Katholizismus zur Staatsreligion wurde und welche Rolle hierbei dynastische Verbindungen und diplomatische Verhandlungen spielten.

6. Das Problem der Herrschaftsnachfolge: Dieses Kapitel analysiert, warum die unklare Nachfolgeregelung und der Widerstand der Herzöge die Festigung einer stabilen Erbmonarchie über lange Zeit behinderten.

7. Exkurs: Germanisierung des Christentums?: Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Theorie, ob und wie germanische Riten und heidnische Vorstellungen in das Christentum einflossen oder transformiert wurden.

8. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die religiöse Transformation zwar zur Integration beitrug, aber die langobardischen Könige in ein Spannungsfeld zwischen eigener Identität und den Ansprüchen der Kirche zwang.

Schlüsselwörter

Langobarden, Italien, Historia Langobardorum, Religion, Arianismus, Katholizismus, Theodelinde, Herrschaftsnachfolge, Interregnum, Papsttum, Germanisierung, Identität, Autonomie, Heteronomie, Geschichte des Frühmittelalters.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Einfluss der Religion auf die Politik und das Herrschaftssystem der Langobarden während ihrer Herrschaft in Italien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen der Wandel der religiösen Zugehörigkeit vom Arianismus zum Katholizismus, die Rolle der Frauen in der Politik und das schwierige Verhältnis zum Papsttum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es wird erforscht, wie die langobardischen Könige zwischen dem Streben nach autonomer Macht und der religiös geprägten Heteronomie durch das Papsttum manövrierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Quellen, insbesondere der "Historia Langobardorum" des Paulus Diaconus, ergänzt durch relevante Fachliteratur zur frühmittelalterlichen Geschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in historische Analysen der Wanderung, der religiösen Konversion, der strukturellen Probleme bei der Thronfolge und der Interaktion mit den päpstlichen Mächten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind das Langobardenreich, die Identitätsbildung durch Religion, das Spannungsverhältnis zwischen Regnum und Sacerdotium sowie die Rolle der katholischen Gattinnen.

Warum war der Arianismus für die frühen Langobardenkönige strategisch wichtig?

Er diente als politisches Kalkül, um Unabhängigkeit gegenüber dem Papsttum zu wahren und sich gleichzeitig von den eroberten römischen Untertanen abzugrenzen.

Welchen Einfluss hatte Königin Theodelinde auf die Entwicklung des Reiches?

Sie fungierte als zentrale Figur bei der Förderung des Katholizismus und stärkte durch ihre diplomatischen Kontakte zum Papsttum die Integration des langobardischen Königtums.

Was bedeutet der Begriff "Othering" im Kontext dieser Arbeit?

Der Begriff beschreibt, wie die päpstlichen Quellen die Langobarden strategisch als "Andere" oder "Barbaren" darstellten, um eigene politische Ansprüche zu legitimieren.

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Details

Title
Wie Religion das Langobardenreich beeinflusste. Die langobardischen Herrscher zwischen Autonomie und Heteronomie
College
Free University of Berlin  (Friedrich-Meinecke-Institut)
Grade
1,7
Author
Lisa Potratz (Author)
Publication Year
2020
Pages
29
Catalog Number
V962129
ISBN (eBook)
9783346310484
ISBN (Book)
9783346310491
Language
German
Tags
Langobarden Religion Arianismus Katholizismus Germanen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Potratz (Author), 2020, Wie Religion das Langobardenreich beeinflusste. Die langobardischen Herrscher zwischen Autonomie und Heteronomie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/962129
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