Der Einfluss des Klimawandels auf die Nordsee


Facharbeit (Schule), 2019

15 Seiten, Note: 13 Punkte

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Einfluss des Klimawandels auf heimische Fischarten
2.1 Nordsee: Ein zerbrechliches Konstrukt
2.2 Potenzielle Verdrängung kleinerer Unternehmen

3. Das Watt im Wandel
3.1 Eine Lösung für das Wattenmeer?
3.2 Die Kinderstube der Nordsee

4. Artenwandel statt Rückgang?

5. Fazit

Bildquellen

Internetquellen

1. Einleitung

Diese Ausarbeitung befasst sich mit dem Thema, wie sich der Klimawandel auf die Fische und Fischer der Nordsee auswirkt. Außerdem gehen wir auf das Wattenmeer ein und inwiefern der Klimawandel auch dieses Weltkulturerbe beeinflusst und verändert. Besonders haben wir uns dem Kabeljau gewidmet, da dieser ein Paradebeispiel dafür ist, wie der Klimawandel heimische Fischarten beeinflusst.

Durch unser gemeinsames, privates Interesse für den Angelsport, haben wir versucht diese Leidenschaft in unsere Seminararbeit einfließen zu lassen. Über den Horizont des kleinen Angelsportlers sind wir im Laufe unserer Arbeit aber weit hinübergestiegen. Unsere Arbeit befasst sich mit dem Einfluss des Klimawandels auf die Fische und somit auch auf die davon abhängigen Fischereibetriebe. Der Klimawandel hat Einfluss auf die Wassertemperatur der Nordsee und könnte somit das gesamte Ökosystem ins Schwanken bringen.

Während unserer Recherchephase standen wir vor einigen größeren Herausforderungen. Eine der größten Herausforderungen, vor denen wir standen, war es einen Angestellten, eines lokalen Fischereibetriebes zu finden, der sich im Rahmen eines Interviews dazu bereit erklärt einige Fragen zu beantworten. Von Anfang an haben wir uns das Ziel gesetzt, uns selbständig Informationen aus erster Hand zu besorgen.

Wie sich aus einigen Absagen herauskristallisiert hat, haben viele Unternehmen aktuell nicht die personellen Kapazitäten für Interviews. Grund hierfür ist, laut Aussage der angefragten Betriebe, sowohl die aktuelle Arbeitsmarktsituation als auch der Brexit und Umstellungen durch neue Offshore Windparks.

In unserer Hausarbeit haben wir uns mit weiteren Problemen befasst, die den Fischer in Zukunft, in Folge des Klimawandels, Schwierigkeiten bereiten könnten.

2. Der Einfluss des Klimawandels auf heimische Fischarten

In Zeiten des Klimawandels gibt es nicht nur Menschen, die tragischer Weise aus ihrer Heimat fliehen müssen, sondern auch einige unserer Freunde aus der Nordsee, die Fische, müssen vor dem Klimawandel fliehen. Die Beweggründe von Mensch und Fisch zu fliehen, unterscheidet sich in vielen Punkten gar nicht. Sie fliehen aus Hunger, Verlust des Lebensraumes und schlichtweg, weil es zu warm für sie wird. In der heutigen Zeit hat die Menschheit ein großes Problem mit der Erwärmung des Klimas. Durch die Klimaerwärmung, die hauptsächlich von Menschen verursachten Faktoren, werden auch die Weltmeere immer wärmer und ihre Struktur verändert sich von Grund auf. So auch die Nordsee und ihre wunderschöne Artenvielfalt, welche nicht verschwindet, sondern wahrscheinlich ausgetauscht wird.

2.1 Nordsee: Ein zerbrechliches Konstrukt

Die Flora der Nordsee ist hochkomplex und hängt stark voneinander ab und schon eine kleine Veränderung kann massive Auswirkung auf die Lebewesen in der Nordsee haben. Wie man am dem guten Beispiel Kabeljau erkennen kann. Der Kabeljau oder an der Ostsee, obwohl es sich um den gleichen Fisch handelt auch Dorsch genannt, ernährt sich fast hauptsächlich von kleinen Krebstierchen.1 Diese Krebstierchen, auch Flohkrebse genannt, vermehren sich nur, wenn das Wasser kalt genug ist. Dies rührt daher, dass sie bei zu warmen Temperaturen ihre Larven nicht ernähren können und so sterben diese faszinierenden Kreaturen langsam in der Nordsee aus.

Da hört das Problem aber leider nicht auf. Die Existenzen vieler Spezies hängen an diesen Krebstierchen. Unter diesen Existenzen befindet sich auch unser Kabeljau. Da dieser nun seine Hauptnahrungsquelle in der wärmer werdenden Nordsee verloren hat, muss er den Krebstierchen immer weiter nach Norden folgen. Das geht nicht nur dem Kabeljau so, der Seelachs und vor allem der Blaue Wittling sind ebenfalls schon stark verdrängt worden. Der Blaue Wittling ist genauso wie der Kabeljau einer der wichtigsten Fische für den kommerziellen Fischfang in der Nordsee. Viele Fischer haben auf diesen Fisch eine Existenz aufgebaut.

2.2 Potenzielle Verdrängung kleinerer Unternehmen

Vor Allem etwas kleinere Unternehmen leiden stark unter solchen Einbrüchen. Dies bestätigte auch unser Interviewpartner, ein Mitarbeiter eines größeren Fischereibetriebes. Er meinte, dass das Unternehmen, welches er vertritt, fast gar nicht unter den Einbrüchen leiden würde, da große Unternehmen schnell ihre Netze optimieren und verbessern können. Kleine Unternehmen können dies leider nicht bewerkstelligen, da so ein Fischernetz und die Vorrichtungen für ein neues Fischernetz extrem teuer sein können. Wirtschaftlich kann dieses ungewollte Verdrängen von schwächeren Unternehmen auf lange Sicht ein Problem werden.

Bei einer Untersuchung von 60 Fischarten, welche in der Nordsee ansässig sind, wurde festgestellt, dass circa die Hälfte dieser Fische auf der Flucht in den kühleren Norden sind.2 Mit dem kühleren Norden ist zum größten Teil die Küste vor Norwegen gemeint.

Unter anderem ist einer dieser Fische unser Kabeljau. Er ist einer der Fische, welche am stärksten unter der Wassererwärmung leiden. Er ist in der Nordsee nur noch selten anzutreffen, dies ist auch ein Grund weshalb die EU-Fischereiminister für 2020 die erlaubte Fangmenge um 50% gekürzt haben3. Für Deutschland sind nun nur noch rund 1600 Tonnen erlaubt. Der Kabeljau ist so drastisch gefährdet, dass das EU-Fischereiministerium befischte Gebiete “geschlossen” hat, in der der Kabeljau besonders viel laicht. Solche effizienten Maßnahmen sind nur durch maritime Forschung möglich, welche Hauptsächlich von der ICES, der Internationale Rat für Meeresforschung, durchgeführt werden.

Die EU tut sehr viel für die Lebewesen im Wasser und dennoch sind 41 Prozent der Fischpopulationen innerhalb der EU überfischt.4 Den Begriff “Überfischt” hört man ständig, aber was bedeutet das eigentlich genau? Im Grunde ist Überfischung der Prozess, indem auf lange Sicht mehr Fische gefangen werden, als durch Vermehrung oder Zuwanderung nachwachsen oder zuwandern können.5 Ergo beschreibt Überfischung schlichtweg das langsame Aussterben einer Art durch die Menschen.

Wenn wir uns nun die 41 Prozent der überfischten Gattungen anschauen, die nur durch aktives Eingreifen des Menschen möglicherweise auf lange Sicht vom Aussterben bedroht sind und die 30 von 60 Fische, welche bereits vor dem Klimawandel auf der Flucht sind, sieht die aktuelle Situation der Fische in der Europäischen Union nicht wirklich gut aus.

Abbildung 1 Temperaturdifferenz im Winter

Diese Grafik zeigt das schrecklich große Ausmaß, welches der Klimawandel mit sich bringen wird, wenn sich die Klimapolitik in naher Zukunft nicht ändern wird.

Auf der Grafik sieht man deutlich, um wie viel Grad sich die Ost- und Nordsee bis 2071/2100 aufwärmen wird. Das kräftige Orange zeigt die Ostsee, welche offensichtlich noch stärker vom Klimawandel betroffen ist als die Nordsee. Dennoch ist die Differenz nicht sonderlich groß, lediglich 0,5 Grand Unterschied. Vor Allem an den Küstenregionen ist der Temperaturanstieg sichtbar. Leider sind die meisten Laichgebiete der Fische genau an diesen Küstenregionen. Die zwei Grad, um die sich die Nordsee voraussichtlich erwärmen wird, sind durchaus problematisch für die Fische und deren Lebensraum. Am Beispiel des Kabeljaus kann man dies ebenfalls hervorragend veranschaulichen. Der Kabeljau laicht nur bei Temperaturen zwischen 0-10 Grad Celsius.6

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Wassertemperatur der Nordseeküste Dänemarks

Auf dieser Grafik sieht man die derzeitigen Wassertemperaturen vor der Nordseeküste. Sollten diese nun um zwei Grad steigen, wird der Kabeljau in der Nordsee starke Probleme bekommen, da dieser nur von Mai bis Juni laicht. Nun muss zu der Grafik noch gesagt werden, dass sie nur die Wassertemperaturen von der Wasseroberfläche erfasst.

3. Das Watt im Wandel

Das Wattenmeer ist ein Teil der Nordsee, der aufgrund der Gezeiten regelmäßig nicht von Wasser bedeckt ist. 9000km² des Meeresgrundes von der Nordsee werden zwei Mal am Tag trockengelegt. Damit ist das deutsche Wattenmeer das größte weltweit. Rund sechs Stunden dauert es, bis das Wasser durch Priele abgeflossen ist. Priele sind kleine Flussläufe, die sich bilden, damit das restliche Meereswasser, welches sich durch die Flut noch auf dem Watt befindet, zurück in das Meer fließen kann.7 Durch die starke Strömung, die sie oft mit sich bringen, können sie auch für Menschen gefährlich werden.

Bis auf den Teil, der zum Bundesland Bremen gehört, und einige wenige wichtige Schifffahrtsrouten, steht das deutsche Wattenmeer unter Naturschutz. Einige große Bereiche gehören seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe. 2011 wurde auch das Wattenmeer, das zu Hamburg gehört mit aufgenommen.8

Der Klimawandel lässt die Wassertemperatur steigen. Davon ist besonders das Oberflächenwasser betroffen, da es nicht nur den Sonnenstrahlen, sondern auch der Luft und somit den damit verbundenen Veränderungen ausgesetzt ist.9

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Deutsches Wattenmeer

Wie man deutlich auf der Abbildung erkennen kann, erstreckt sich das Wattenmeer entlang der Küste. Logischer Weise ist das Watt ein flacher Teil in Küstennähe. Somit ist das Wattenmeer vom Klimawandel und der Erwärmung des Oberflächenwassers stark betroffen. Weiter draußen im Meer liegt der Meeresgrund tiefer. Wenn man sich das Meer ansieht ist das Wasser immer weniger von der aktuellen Erwärmung betroffen, so tiefer man geht.

Im Nationalpark Wattenmeer ist man schon recht früh auf die Veränderungen, die der Klimawandel mit sich bringt, gestoßen. Dr. Martin Stock, Verwaltungsangestellter des Parks, wollte die Allgemeinheit bereits im Jahre 2002 auf den sichtlichen Wandel aufmerksam machen. Hierzu startete er ein Projekt, wo er an verschiedenen Standorten Fotografien von den Orten aufhing. Ziel war, dass die Besucher des Weltkulturerbes mit bloßem Auge einen Kontrast zwischen der Natur vor ihnen und der, desselben Ortes, zum Zeitpunkt, wo das Foto aufgenommen wurde, erkennen können.10

[...]


1 https://www.deutschlandfunk.de/thunfisch-oder-sardine-fangquoten-in-zeiten-des-klimawandels.724.de.html?dram:article_id=466945; von Lutz Reidt- 02.01.2020

2 https://www.deutschlandfunk.de/thunfisch-oder-sardine-fangquoten-in-zeiten-des-klimawandels.724.de.html?dram:article_id=466945

3 https://www.tagesschau.de/ausland/fischfangquoten-111.html, 18.12.2019

4 https://taz.de/Klimawandel-in-der-Nordsee/!5619880/

5 https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberfischung

6 https://de.wikipedia.org/wiki/Kabeljau

7 https://de.wikipedia.org/wiki/Priel

8 https://de.wikipedia.org/wiki/Wattenmeer_(Nordsee)

9 https://www.nationalpark-wattenmeer.de/node/3860

10 https://www.nationalpark-wattenmeer.de/sh/nationalpark/kunst/wandel-im-watt

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Der Einfluss des Klimawandels auf die Nordsee
Note
13 Punkte
Jahr
2019
Seiten
15
Katalognummer
V962142
ISBN (eBook)
9783346362766
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einfluss, klimawandels, nordsee
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Der Einfluss des Klimawandels auf die Nordsee, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/962142

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