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Börsenumsatzsteuer und Spekulationsgewinne. Sollte der Fiskus risikolos mitverdienen?

Title: Börsenumsatzsteuer und Spekulationsgewinne. Sollte der Fiskus risikolos mitverdienen?

Bachelor Thesis , 2016 , 57 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Arne Willebrand (Author)

Economics - Finance
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Summary Excerpt Details

Ziel dieser Arbeit ist es, das Für und Wider einer steuerlichen Belastung von Börsenumsätzen zu erörtern. Zu diesem Zweck werden zunächst die grundsätzlichen Motivationen, Steuern zu erheben sowie deren zentrale Funktionen dargestellt. Anschließend wird der Terminus Börsenumsatzsteuer in seinen steuersystematischen Kontext eingeordnet und vor allem in Abgrenzung zur Finanzmarkttransaktionssteuer erläutert. Im Anschluss an eine Betrachtung historischer Erfahrungen mit Kapitalverkehrssteuern, werden die Forderungen der Politik sowie die grundlegenden Motive der Befürworter der Besteuerung von Finanzmarkttransaktionen aufgegriffen und die aktuelle Situation in der Europäischen Union geschildert. Darüber hinaus werden die von der EU-Kommission avisierten Gestaltungsparameter der seit geraumer Zeit geplanten Steuer sowie das erwartete Steueraufkommen aufgezeigt. Hierauf aufbauend erfolgt die eigentliche Auseinandersetzung mit den aus einer Implementierung von Finanzmarkttransaktions- bzw. Börsenumsatzsteuern mutmaßlich resultierenden Effekten. Im Zentrum der Analyse stehen dabei die mannigfaltigen Ausweichreaktionen der Marktakteure, die mit dem Besteuerungskonzept in Verbindung gebracht werden. Außerdem werden mögliche Auswirkungen auf den Derivatehandel und die Effizienz der Kapitalmärkte gezeigt und die Steuer auf ihre Eignung, zur Prävention von Finanzmarktkrisen beizutragen, überprüft. Ergänzt wird die Analyse um eine Auseinandersetzung mit den potenziellen Einflüssen auf Steuergerechtigkeit, Vermögensverteilung und private Altersvorsorge. Ein abschließendes Fazit erfolgt unter Einbezug alternativer Maßnahmen und gibt einen Ausblick in die Zukunft.

Die Besteuerung von Finanzmarkttransaktionen ist immer wieder Gegenstand des politischen, gesellschaftlichen und akademischen Diskurses. Vor allem die globale Finanzmarktkrise seit 2007 rückte die Debatte über eine Wiedereinführung der Börsenumsatz- bzw. Finanzmarkttransaktionssteuer wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Doch welche Vor- und Nachteile, welche Kosten, welchen Nutzen brächte die Etablierung dieser Steuer mit sich? Welche Argumente sprechen aus Sicht der Nationalstaaten, der Realwirtschaft, des Finanzsektors, aber auch des einzelnen Bürgers, für ein risikoloses Nutznießen durch den Fiskus – und welche sprechen dagegen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlegende steuerliche Eigenschaften

2.1 Generelle Intentionen der Steuererhebung

2.2 Steuersystematische Einordnung

3 Begriffsabgrenzung und fundamentale Charakteristika

3.1 Tobin-Steuer

3.2 Finanzmarkttransaktions- versus Börsenumsatzsteuer

3.3 Bankenabgabe und Finanzaktivitätssteuer

4 Historischer Rückblick

4.1 Deutsches Reich

4.2 Bundesrepublik Deutschland

4.3 Vereinigtes Königreich

4.4 Schweden

5 Forderungen der Politik nach Finanzmarkttransaktionssteuern

5.1 Bundesrepublik Deutschland

5.2 Europäische Union

6 Motive der Befürworter

7 Status quo

8 Konzeption und fiskalische Ziele in der Europäischen Union

8.1 Fiskalische Perspektive

8.2 Konkrete Gestaltungsparameter und erwartetes Steueraufkommen in der Europäischen Union

9 Analyse potentiell eintretender Effekte

9.1 Ausweichreaktionen und Auswirkungen auf die Handelsaktivitäten

9.2 Handelsverlagerung und Gegenmaßnahmen

9.3 Einflüsse auf den Derivatehandel

9.4 Markteffizienz

9.5 Krisenprävention

9.6 Steuergerechtigkeit

9.7 Vermögensverteilung

9.8 Private Altersvorsorge

10 Schlussfolgerungen

10.1 Fazit, Alternativen und Lösungsvorschläge

10.2 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit erörtert das Für und Wider einer steuerlichen Belastung von Börsenumsätzen (BUSt) bzw. Finanzmarkttransaktionen (FTS) im Kontext der Finanzmarktkrise. Ziel ist es, die steuersystematische Einordnung zu prüfen, die Motive der Befürworter zu analysieren und die ökonomischen sowie regulatorischen Auswirkungen einer Implementierung auf Handelsaktivitäten, Derivate, Markteffizienz und Verteilungsgerechtigkeit kritisch zu hinterfragen.

  • Steuersystematische Einordnung von Kapitalverkehrsteuern
  • Historischer Vergleich der Erfahrungen in Deutschland, Großbritannien und Schweden
  • Analyse politischer Forderungen und Motive für eine Finanzmarkttransaktionssteuer
  • Bewertung von Gestaltungsparametern und steuerlichen Zielsetzungen in der EU
  • Untersuchung potentieller Auswirkungen auf Marktteilnehmer und Systemstabilität

Auszug aus dem Buch

3.1 Tobin-Steuer

Die Idee, den Kapitalverkehr mit Abgaben zu belegen, wird häufig mit der nach dem Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, James Tobin, benannten Tobin-Steuer in Verbindung gebracht. Als Antrieb für die Initiative des Ökonomen seinerzeit den Handel mit Devisen steuerlich erfassen zu wollen, lässt sich das Scheitern des Bretton-Woods-Systems anführen. Dieses war ein nach Ende des Zweiten Weltkriegs etabliertes internationales System fester Wechselkurse, das Anfang der 1970er Jahre zusammenbrach. Ziel des daraufhin im Jahr 1972 publizierten Konzepts der Tobin-Steuer war vor allem die Reduktion kurzfristiger Devisengeschäfte auf globaler Ebene. Zu diesem Zweck schlug Tobin vor, jegliche Währungsgeschäfte mit Abgaben zu belegen, um „kurzfristige Spekulationen auf Währungsschwankungen“ zu reduzieren und damit einer durch volatile Wechselkurse verursachten Destabilisierung der Realwirtschaft entgegenzuwirken. Die Tobin-Steuer sollte weltweit homogen ausgestaltet und auf nationalstaatlicher Ebene erhoben werden sowie Devisengeschäfte relativ zu ihren Transaktionsvolumina mit einer Abgabe von 0,5 % belegen. Das generierte Steueraufkommen sollte nach James Tobins Vorstellungen an den Internationalen Währungsfonds (IWF) oder die Weltbank fließen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Themenkomplexes der Besteuerung von Finanzmarkttransaktionen und Definition der Zielsetzung der Arbeit.

2 Grundlegende steuerliche Eigenschaften: Erläuterung der konstitutiven Zwecke von Steuern und Einordnung der Kapitalverkehrsteuer in die Steuersystematik.

3 Begriffsabgrenzung und fundamentale Charakteristika: Abgrenzung verschiedener Besteuerungskonzepte wie Tobin-Steuer, FTS/BUSt und Bankenabgabe.

4 Historischer Rückblick: Untersuchung historischer Erfahrungen mit Kapitalverkehrsteuern in Deutschland, Großbritannien und Schweden.

5 Forderungen der Politik nach Finanzmarkttransaktionssteuern: Darstellung des politischen Kontextes und der Ambitionen in Deutschland und der EU.

6 Motive der Befürworter: Analyse der Argumente für eine Besteuerung, insbesondere im Hinblick auf den Lenkungszweck und die Krisenfinanzierung.

7 Status quo: Beschreibung der aktuellen Situation bezüglich der gescheiterten Einführung einer einheitlichen FTS in der EU.

8 Konzeption und fiskalische Ziele in der Europäischen Union: Analyse der von der EU-Kommission geplanten Gestaltungsparameter und der fiskalischen Erwartungen.

9 Analyse potentiell eintretender Effekte: Tiefgehende Untersuchung der ökonomischen Konsequenzen, inklusive Handelsverlagerung, Derivatehandel, Effizienz, Krisenprävention und Verteilungseffekte.

10 Schlussfolgerungen: Zusammenfassendes Fazit der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für die Zukunft.

Schlüsselwörter

Börsenumsatzsteuer, Finanzmarkttransaktionssteuer, Kapitalverkehrsteuer, Fiskalzweck, Lenkungszweck, Finanzmarktkrise, Derivatehandel, Markteffizienz, Steuergerechtigkeit, Altersvorsorge, Handelsverlagerung, EU-Kommission, Spekulationsgewinne, Steueraufkommen, Ansässigkeitsprinzip.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen und steuersystematischen Bewertung einer möglichen Wiedereinführung der Besteuerung von Finanzmarkttransaktionen und Börsenumsätzen vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Analyse von Kapitalverkehrsteuern, die politische Motivation hinter derartigen Steuern sowie die ökonomische Bewertung von Auswirkungen auf Finanzmärkte und Akteure.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erörterung des Für und Wider einer steuerlichen Belastung von Börsenumsätzen sowie die kritische Prüfung, ob solche Steuern zur Krisenprävention und Steuergerechtigkeit beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine umfassende Auswertung aktueller wissenschaftlicher Publikationen, Primärquellen der EU und des Deutschen Bundestages sowie historischer Fallbeispiele zur Herleitung fundierter Schlussfolgerungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Begriffe, historische Erfahrungen, politische Forderungen, fiskalische Zielsetzungen der EU sowie die Auswirkungen auf Handelsaktivitäten, Derivate, Markteffizienz und Vermögensverteilung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Finanzmarkttransaktionssteuer, Börsenumsatzsteuer, Fiskalzweck, Lenkungszweck, Markteffizienz und Steuergerechtigkeit.

Warum wird die Besteuerung von Derivaten als kritisch angesehen?

Der Autor argumentiert, dass eine pauschale Besteuerung von Derivaten Absicherungsgeschäfte (Hedging) für Unternehmen verteuert, was zu Liquiditätsengpässen und kontraproduktiven Risiken führen kann.

Wie bewertet der Autor das "risikolose Mitverdienen" des Fiskus?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein solches Vorhaben nicht als "risikolos" zu bezeichnen ist und die erwarteten Effekte, insbesondere hinsichtlich der Krisenprävention, unrealistisch sind.

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Details

Title
Börsenumsatzsteuer und Spekulationsgewinne. Sollte der Fiskus risikolos mitverdienen?
College
University of Potsdam  (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Finanzierung und Banken)
Grade
1,3
Author
Arne Willebrand (Author)
Publication Year
2016
Pages
57
Catalog Number
V962187
ISBN (eBook)
9783346310460
ISBN (Book)
9783346310477
Language
German
Tags
Finanztransaktionssteuer Finanzmarkttransaktionssteuer Börsenumsatzsteuer Steuer Quellensteuer Kapitalverkehrssteuer Abgeltungssteuer Kapitalertragsteuer Bankenabgabe Finanzaktivitätssteuer Schweden Großbritannien Europäische Union Effizienz Kapitalmarkteffizienz Finanzmarkteffizienz Altersvorsorge Fiskus Deutschland Derivate Handelsverlagerungen Markteffizienz Krisenprävention Steuergerechtigkeit Vermögensverteilung Steuersystematik Spekulation Hochfrequenzhandel Liquidität Stempelsteuer Stamp Tax CDO CDS
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arne Willebrand (Author), 2016, Börsenumsatzsteuer und Spekulationsgewinne. Sollte der Fiskus risikolos mitverdienen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/962187
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