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Die Emanzipation der Frau in der Türkei und der Große Basar in Istanbul

Titel: Die Emanzipation der Frau in der Türkei und der Große Basar in Istanbul

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 22 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Hannah Eberle (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Osteuropa
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Große Basar in Istanbul ist ein besonderer Ort, um die Kultur der Türkei zu erforschen. Ein Aspekt, der sich im Großen Basar geändert hat, ist, dass in dieser Männerdomäne inzwischen auch einige Frauen arbeiten. Die Türkei ist, auch wenn sie rechtlich gesehen ein säkulares Land ist, trotzdem stark vom Islam geprägt. Wie kann es möglich sein, dass Frauen dort dann normal arbeiten, vor allem da der Große Basar in Istanbul eine klare Männerdomäne ist? Diese Frage zu ergründen hat sich diese Arbeit zur Aufgabe gemacht. Wie hat sie die Rolle der Frau geändert, dass sie jetzt scheinbar ohne Probleme auf dem Basar arbeiten kann oder sogar selbst ein Geschäft besitzen kann? Hierbei spielt auch die gesellschaftliche und politische Entwicklung der Türkei in den letzten 100 Jahren eine große Rolle. Hinzu kommt, dass die türkischen Ehrvorstellungen eigentlich damit kollidieren, dass Frauen ein selbstbestimmtes Leben in der Öffentlichkeit führen können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fragestellung, Forschungsstand und Methoden

2.1. Kulturwissenschaftliche Verortung

2.2. Fragestellung

2.3. Forschungsstand

2.4. Verwendete Quellen und Vorgehensweise

3. Rolle der Frau in der türkischen Gesellschaft

3.1. Von Atatürk bis Erdoğan

3.2. Türkische Ehrbegriffe

3.2.1. Namus

3.2.2. Şeref

3.2.3. Onur

3.2.4. Saygı

3.2.5. Dürüstlük und itibarlı

4. Der Spagat zwischen Tradition und Moderne

4.1. Die Frauen des Großen Basars in Istanbul

4.2. Der ehrbare Kaufmann – Mann oder Mensch?

4.3. Erkenntnisse

5. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Seminararbeit untersucht die Emanzipation der türkischen Frau unter dem Einfluss traditioneller Ehrvorstellungen sowie den Wandel von Geschlechterrollen in der türkischen Gesellschaft, illustriert am Beispiel von Frauen, die im Großen Basar in Istanbul arbeiten.

  • Kulturwissenschaftliche Analyse der Geschlechterrollen in der Türkei
  • Untersuchung zentraler türkischer Ehrbegriffe (Namus, Şeref, Onur, Saygı, Dürüstlük)
  • Die Rolle der Frau in der türkischen Geschichte von Atatürk bis Erdoğan
  • Empirische Einblicke in die Arbeitswelt von Frauen auf dem Großen Basar
  • Diskussion über den "ehrbaren Kaufmann" als geschlechtsneutrales Leitbild

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Namus

Namus ist wohl der wichtigste Ehrbegriff in der Türkei und der islamischen Welt und bedeutet in etwa Ehrenhaftigkeit. Auch von nicht-islamischen, westlichen Gesellschaft wird die türkische/arabische Ehre vorschnell nur mit namus erklärt und das Ehrkonzept, das hinter namus steckt, wird sehr oft aufgegriffen. Namus wird oft nur unter dem sexuellen Kontext betrachtet, das ist allerdings etwas zu kurz gegriffen. Unter namus wird auch das Erwachsenwerden verstanden, denn namus fängt erst an zu gelten, wenn Kinder in die Pubertät kommen. Denn namus hat durchaus mit der Sexualität zu tun. Namus hat für Frauen nämlich eine andere Bedeutung als für Männer. Von Frauen wird Keuschheit und sexuelle Enthaltsamkeit bis zur Ehe erwartet, dazu muss sie ihrem Ehemann treu sein.

Außerdem ist auch die korrekte äußere Erscheinung und das richtige Verhalten Teil dieser Ehre. Ein Frau soll sich bedeckt und nicht aufreizend kleiden und sich im Beisein von Männern zurückhaltend und scheu verhalten, so zum Beispiel nicht laut reden oder direkten Blickkontakt halten. Die volle Kontrolle über den Körper und seine Funktionen ist unabdingbar gegenüber Männern. Wenn Frauen unter sich sind, lockern sich diese Verhaltensregeln. Der Mann hat dafür zu sorgen, dass die Frau sich ehrenhaft verhält und muss sie notfalls verteidigen, sollte sie bedrängt werden. So hängt der namus des Mannes vom namus mit ihm verwandter Frauen, vor allem Ehefrau, Schwester und Töchter, ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung des Großen Basars als Forschungsraum ein und stellt die Forschungsfrage nach der Emanzipation der Frau in dieser traditionellen Männerdomäne.

2. Fragestellung, Forschungsstand und Methoden: Dieser Abschnitt verortet die Arbeit kulturwissenschaftlich im Bereich der Geschlechter- und Ehrforschung und erläutert das methodische Vorgehen anhand von Expertenquellen und Feldforschungsberichten.

3. Rolle der Frau in der türkischen Gesellschaft: Es erfolgt eine historische Analyse von Atatürks Reformen bis zur AKP-Ära sowie eine tiefgehende Definition der für die Gesellschaft zentralen Ehrbegriffe wie Namus und Şeref.

4. Der Spagat zwischen Tradition und Moderne: Der empirische Teil stellt verschiedene Frauen des Basars vor und diskutiert das Konzept des "ehrbaren Kaufmanns" im Kontext aktueller gesellschaftlicher Veränderungen.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass sich Frauen zwar zunehmend von restriktiven Verhaltensregeln befreien, jedoch weiterhin in einem Spannungsfeld zwischen Moderne und traditionellem Ehrkodex agieren.

Schlüsselwörter

Emanzipation, Türkei, Großer Basar, Geschlechterrollen, Ehrbegriffe, Namus, Şeref, Onur, Dürüstlük, Kulturwissenschaften, Tradition, Moderne, Frauenrechte, Handelsehre, Gesellschaftsentwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Veränderung der Rolle der Frau in der türkischen Gesellschaft und untersucht, wie Frauen in einer traditionell männlich geprägten Umgebung wie dem Großen Basar in Istanbul arbeiten und agieren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Frauenrechte seit der Republikgründung, der Bedeutung türkischer Ehrvorstellungen im Alltag und dem Wandel der sozialen Strukturen im Handel.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu ergründen, wie sich traditionelle Geschlechterrollen und Ehrvorstellungen bei Frauen gewandelt haben und wie sich dieser Wandel anhand von Frauen auf dem Großen Basar widerspiegelt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine kulturwissenschaftliche Analyse, die sich auf Literaturrecherche, die Auswertung von Feldforschungsberichten sowie visuelle Dokumentationen stützt.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung der türkischen Gesellschaft und die detaillierte Definition türkischer Ehrbegriffe, gefolgt von der Vorstellung arbeitender Frauen auf dem Basar.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Emanzipation, Namus, Şeref, Geschlechterrollen, Moderne und Tradition im Kontext des türkischen Handelssystems.

Welche Rolle spielt das Konzept des "ehrbaren Kaufmanns" in dieser Arbeit?

Das Konzept dient als ethisches Leitbild für den Handel. Die Arbeit untersucht, ob dieses traditionell männlich besetzte Ideal heute als geschlechtsneutrale soziale Kompetenz verstanden werden kann.

Wie hat sich die Wahrnehmung von Namus für Frauen verändert?

Die Arbeit zeigt, dass Namus zwar weiterhin ein wichtiger Begriff ist, sich aber eine Verschiebung hin zu inneren Werten und eigener Charakterstärke abzeichnet, obwohl äußere Erscheinungsbilder weiterhin kritisch beobachtet werden.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Emanzipation der Frau in der Türkei und der Große Basar in Istanbul
Hochschule
Universität Regensburg
Note
2,0
Autor
Hannah Eberle (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
22
Katalognummer
V962196
ISBN (eBook)
9783346362872
ISBN (Buch)
9783346362889
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Istanbul Großer Basar Emanzipation Handelsehre Ehre
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hannah Eberle (Autor:in), 2019, Die Emanzipation der Frau in der Türkei und der Große Basar in Istanbul, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/962196
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Leseprobe aus  22  Seiten
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