Desertifikation


Referat / Aufsatz (Schule), 1999

5 Seiten, Note: 1


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Der Begriff Desertifikation bedeute die räumliche Ausweitung der Wüsten vor allem in Gebieten mit Trockenklima, z.B. in der Sahelzone Afrikas.

Desertus = unbewohnt, leer; facere = tun, machen, aus diesen beiden Wörtern setzt sich Desertifikation zusammen.

Was sind Wüsten

Um eine Klimazone als Wüste bezeichnen zu können, muß diese folgenden Bedingungen entsprechen:

--> Weniger als 250 mm Jahresniederschlag,

--> eine Verdunstungsrate, die über dem Niederschlag liegt und

--> eine hohe Durchschnittstemperatur.

Auf Grund Fehlens genügender Feuchtigkeit im Boden sowie geringer Luftfeuchtig- keit können am Tag Temperaturen von 55°C im Schatten erreicht werden. Die meisten

Wüsten der Erde wurden durch gigantische Luftströmungen hervorgerufen. Heiße Luft, die über dem Äquator aufsteigt, strömt nord- und südwärts; die Strömungen kühlen in höheren Regionen stark ab und sinken als Hochdruckgebiete in zwei subtropische Zonen ab. Nördlich und südlich dieser zwei befinden sich zwei weitere Zonen aufsteigender Luft, Tiefdruckgebiete. Noch weiter nördlich und südlich befinden sich die zwei Polarregionen absinkender Luft. Steigt Luft auf, so kühlt sie ab und verliert dabei an Feuchtigkeit. Sinkt die Luft, wärmt sie sich auf und die Luftfeuchtigkeit nimmt zu, was dazu führt, daß das Land ausgetrocknet wird.

Die absinkende Luft hat auf der Erde zwei globale Wüstengürtel geschaffen, zum nördlichen gehören z.B.:

- die Wüste Gobi in China,
- die Wüsten in süd-west Nordamerika,
- die Sahara in Nordafrika und
- die arabischen und iranischen Wüsten im Nahen Osten.

Zu dem südlichen Gürtel gehören

- Patagonien in Argentinien,
- die Kalahari - Wüste in Südafrika und
- die Great Victoria sowie die Great Sandy - Wüste in Australien.

Weiter Einflüsse auf die Entstehung von Wüsten hatten bzw. haben Meeresströmungen, Bergketten u.ä., wobei über die Veränderung Luftströmungen eine Veränderung der Luftfeuchtigkeit erfolgt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wüsten und Desertifikationsgebiete der Erde

Desertifikation:

Die Desertifikation, also der Vormarsch der Wüsten, beruht auf einem komplexen Zusammenwirken verschiedener, ineinandergreifender, oft sich selbst verstärkender natürlicher und anderer Faktoren.

Die natürlichen Verhältnisse dieser Gebiete werden nicht nur durch sehr geringe, sondern auch jahreszeitlich begrenzte Niederschläge bestimmt, oft wechseln mehrjährige Feucht und Trockenperioden ab.

Eine der Hauptursachen für die Desertifikation stellt aber der Faktor Mensch dar.

Es ist erwiesen, daß sich das Klima in der Sahara seit ca. 3500 Jahren nicht wesentlich geändert hat, so daß globale Klimaschwankungen (Stichwort El-Nino o. Treibhauseffekt) als Ursache weniger in Frage kommen.

Erst durch menschliche Eingriffe in den ökologisch labilen Naturhaushalt, vor allem durch eine den natürlichen Bedingungen nicht angepaßte Landnutzung, sind Zerstörungen ausgelöst wurden:

- Durch Ausdehnung von Ackerbau und Viehhaltung wurde die ohnehin spärliche, aber den wechselnden Feuchteverhältnissen angepaßte Vegetation gelichtet oder beseitigt, und das in riesigen, sich ständig ausdehnenden Arealen.
- Die Brennholzbeschaffung trägt ebenfalls wesentlich zur Desertifikation bei, da pro Familie jährlich oft 100 - 200 Savannenbäume für die Zubereitung einer täglichen Mahlzeit gefällt werden.
- Durch Abtragung und Abspülung kann der nun ohnehin flachgründige Boden leicht beseitigt oder durch Staubüberwehungen ( Dünen ) unfruchtbar gemacht werden.

Darauf weist auch die Zunahme der Staubstürme hin; aus dem Sahel werden jährlich bis zu 60 Mio. Tonnen Sand und Staub zum Teil bis in's Karibische Meer verweht. Dadurch werden oft wasserundurchlässige Gesteinskrusten des Untergrundes freigelegt, d.h., der Bodenwasserhaushalt wird nachhaltig gestört, und Abfluß und Verdunstung der meist als Starkregen fallenden Niederschläge werden verstärkt. Die Be - und Überweidungen verändert auch die Artenzusammensetzung der Vegetation: von den Tieren bevorzugte Gräser, Kräuter und Sträucher können, da vor der Samenreife verzehrt, nicht in ausreichendem Maße nachwachsen; von den Tieren gemiedene Arten sowie anspruchslose Pflanzen mit kurzer Vegetationsperiode können sich dagegen mehr und mehr ausbreiten. Außerdem verursachen die Tiere bei starker Konzentration beträchtliche Trittschäden und benötigen bei Niederschlagsmangel ein beträchtliches Weideareal.

Eigentlich ausgelöst wurde die Desertifikation im 20. Jhd. erst durch die ,,Bevölkerungsexplosion" als Folge der verbesserten Gesundheitsfürsorge. Der Bevölkerungsvermehrung wurde mit Intensivierung und mit auf die nähere Umgebung beschränkter räumlicher Ausdehnung des Anbaus begegnet, denn ein Ausweichen in weiter entfernte, ökologisch günstigere, nicht oder kaum besiedelte Gebiete war nicht mehr möglich. Am stärksten betroffen sind nicht die unmittelbar an die ausgebildeten Wüsten angrenzenden, sondern die etwas feuchteren, aber durch Anbau und Bevölkerungsdichte belasteten Gebiete. Die aktuelle Gefährdung des Sahel wurde erstmals durch die Dürreperiode von 1968 - 1973 deutlich. Als die Ernteerträge immer mehr abnahmen und große Viehbestände verloren gingen, kam es schließlich zu einer Hungerkatastrophe, die schätzungsweise 100.000 - 250.000 Tote forderte.

Die Desertifikation stellt für die Entwicklungsländer nicht nur eine Gefahr bei der Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und anderen Gütern dar, sondern auch bei der Erhaltung der politischen Stabilität. Da die Bevölkerung weiterhin wächst, verschärft sich ständig die Armut. Ausländische Hilfsprogramme können nur einen akuten Notstand beseitigen helfen, aber keine Dauerlösung bringen. Gegenmaßnahmen gegen die Desertifikation setzen vor allem eine gründliche Erforschung der jeweiligen ökologischen Verhältnisse und eine umfassende Aufklärung der Bevölkerung voraus. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören unter anderem die Beschränkung des Regenfeldbaus auf die Bereiche diesseits der agronomischen Trockengrenze, die Kontrolle der Viehbestände, der Wasserstellen und des Holzeinschlages, eine alternative Energieversorgung ( z.B.: Sonnenenergie, Biogas ), eine verbesserte Vermarktung der Agrarprodukte, die Aussaat trockenresistenter, aber hochwertiger Futterpflanzen, eine angepaßte Agrartechnologie sowie die Entwicklung des nicht-agraren Sektors. Durch ihre Einbindung in die Weltwirtschaft, unter anderem durch Auflagen der Weltbank und des Weltwährungsfonds oder durch das Bestreben der Industrieländer, nicht nur Industrieprodukte sondern auch überschüssige Agrarprodukte zu exportieren, sind diese Entwicklungsländer aber einem Anpassungsdruck ausgesetzt, der der Bewältigung ihrer speziellen Probleme oft zuwiderläuft. So ist das Problem der Desertifikation in allgemeine entwicklungsplitische Probleme eingebunden.

Außerdem gibt es Grund zur Annahme, daß die durch Desertifikation veränderte Oberfläche der Erde die Witterung beeinflußt, das heißt die Dürrewahrscheinlichkeit fördert. Durch die Bodenzerstörung kommt es zu stärkerem Abfluß, erhöhter Verdunstung, Verringerung der konvektiven ( = energieverteilenden ) Prozesse in der Atmosphäre und damit der Niederschläge. Es wird noch weniger regnen.

Eine Vagetationsvernichtung bedeutet zugleich eine Verminderung der Zahl organischer Partikel in der Atmosphäre, die als Kondensationskerne und somit als Voraussetzung für die Bildung von Niederschlägen wichtig sind.

Der Prozeß der Desertifikation ist also, meist durch menschliche Eingriffe in die Ökologie in Gang gebracht, schwer zu stoppen oder umzukehren, da die moderne Wissenschaft erst in der letzte Zeit in der Lage ist, die vielen sich gegenseitig beeinflussenden und verstärkenden Faktoren zu erkennen. Weiterhin ist dies kein begrenztes, lokales Problem, sondern im Zuge der weltweiten Zusammenhänge sowohl klimatisch als auch wirtschaftlich ein globales Problem.

Norman Anger

Oktober 1999 Geographie

Referat Klasse 10

Quellen:

- Bertelsmann Lexikon Ausg. 1995

- Brockhaus Ausg. 1996

- Microsoft Encarta `98

- Internet

5 von 5 Seiten

Details

Titel
Desertifikation
Note
1
Autor
Jahr
1999
Seiten
5
Katalognummer
V96221
Dateigröße
392 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Desertifikation
Arbeit zitieren
Norman Anger (Autor), 1999, Desertifikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96221

Kommentare

  • Gast am 12.12.2001

    cool.

    Ich finde den artikel echt cool denn wir müssen darüber in der schule recharchieren das ist cool .wir mussten den artikel desertifikation heraus finden und die ursachen heraus suchen .das ist mit ihrem artikel echt praktisch.bitte schreibe mal zurück.h.d.l nora

  • Gast am 26.1.2002

    bravo.

    hölle mega giga super cool

  • Gast am 14.2.2002

    für klasse 10 ganz gut.

    Jo! Für die Mittelstufe war das gut. Jedoch genügt es nicht den Anforderungen einer Gymnasialen Oberstufe.

  • Gast am 7.3.2002

    Re: für klasse 10 ganz gut.

    Is ja auch nur Mittelstufe. Überflüssige Bemerkung also. Für ne Doktorarbeit hätte es auch nicht gereicht... auch nicht für die Qualifizierungsüberprüfung zum Londoner Zoowärter. Vielleicht reicht es ja für eine Bewerbung im Auswärtigen Amt.

    Knud
    |
    |Adrian schrieb:
    ||Jo! Für die Mittelstufe war das gut. Jedoch
    ||genügt es nicht den Anforderungen einer Gymnasialen
    ||Oberstufe.

  • Gast am 9.4.2002

    Gut geschrieben.

    ay gut geschrieben muss ich schon sagen... hoffentlich hilfts mir auch bei meinem referat...danke!! bay sally

  • Gast am 13.4.2002

    .......eigentlich ganz gut...wenn man bedenkt für die 10 klasse...könnte nur etwas umfangreicher sein!

  • Gast am 26.5.2002

    is ganz okay.

    also ....ich meine es ist eh ganz gut ..nur irgendwie a bissal schnulzig geschrieben ...zu viel drum herum .!!!und wirklich gut erklärt ist es auch nicht ...aber danke hat mir a bissal geholfen

  • Gast am 4.6.2002

    es gibt auch kältewüsten.

    aber sonst ganz passabel ausgearbeitet.
    respekt

  • Gast am 1.7.2005

    cool.

    ich finde das referat voll cool

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Titel: Desertifikation



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