Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschichte Europas - Kolonialismus

Johann Theodor De Bry’s Virginia Bericht. Ein kolonialer Diskurs entsteht

Titel: Johann Theodor De Bry’s Virginia Bericht. Ein kolonialer Diskurs entsteht

Hausarbeit , 2018 , 10 Seiten , Note: 2

Autor:in: Moritz Ebenführer (Autor:in)

Geschichte Europas - Kolonialismus
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von historischen Reiseberichten zur Konstruktion von Vorstellungswelten über die neue Welt in Europa im 16. Jahrhundert. Um dieses Vorhaben sinnvoll einzugrenzen, sollen nicht mehrere Reiseberichte verglichen, sondern die Bedeutung eines Berichts im Detail herausgearbeitet werden. Dabei handelt es sich um den um 1590 erschienenen Virginia Bericht aus De Bry's Amerika Sammlung.

Im ersten Schritt soll De Bry's Werk zeitlich kontextualisiert und dessen historische Besonderheit akzentuiert werden. Die Bedeutung von De Bry's Werk lässt sich vor allem auf die darin enthaltenen Kupferstiche zurückführen. Der dadurch entstandenen Bilderwelt, die sich daraufhin im europäischen Bewusstsein bis hin zu modernen Schulbüchern und Briefmarken verfestigte, soll hierbei Beachtung zukommen. Darauf aufbauend wird ein Überblick zur heterogenen Struktur von De Brys Werk gegeben. Anschließend wird auf den aktuellen Forschungsstand und weiterführende Untersuchungsschwerpunkte verwiesen, die in dieser Arbeit aus Ressourcengründen nicht vollständig aufgegriffen werden können. Um die spezifische Bedeutung des Virginia Berichts herauszuarbeiten wird zunächst dessen Stellung innerhalb De Brys Werk analysiert.

Darauf aufbauend soll der textliche Inhalt und dessen grafische Umsetzung im Hinblick darauf betrachtet werden, auf welche weiße hierbei ein kolonialer Diskurs verfestigt und vervielfältigt wurde. Es soll unter Bezugnahme auf Burghartz und Christadler beschrieben werden, wie eine außereuropäische Welt imaginiert wurde, die zwischen konträren Polen aufgespannt war: die Beschreibung paradiesischer Zustände auf der einen und Angst vor indigener Wildheit auf der anderen Seite, der Glauben an europäische Superiorität in ständiger Begleitung von Ängsten vor dem unbekannten Fremden, der territoriale Wettlauf der Kolonialmächte und missionarischer Eifer vor dem Hintergrund konfessioneller Spannungen. Um einen Abschluss zu finden wird als letzten Punkt ein Resümee geboten, in dem in aller Kürze die Kernaussagen der Arbeit abgehandelt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Johann Theodor de Bry und sein Werk

1.1. Die Struktur von De Brys Werk

1.2. Weitere Forschungsinteressen

2. Der „Virginia“ Bericht

2.1. Die Stellung und Besonderheit des Virginia Berichts innerhalb von De Brys Werk

2.2. Virginia als Paradies

3. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle historischer Reiseberichte des 16. Jahrhunderts, spezifisch des „Virginia Berichts“ aus der Sammlung „America“ von De Bry, bei der Konstruktion europäischer Vorstellungswelten über die „Neue Welt“ und der Etablierung kolonialer Diskurse.

  • Bedeutung von Kupferstichen als mimetisches Kapital und Mittel zur Wahrhaftigkeitssuggestion.
  • Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Vermarktung und politisch-religiösen Motiven.
  • Kontrastreiche Darstellung indigener Völker (edle Wilde vs. Kannibalen).
  • Die Inszenierung Virginias als paradiesischer Zufluchtsort für Protestanten.
  • Einfluss der Reiseberichte auf das kollektive europäische Bewusstsein.

Auszug aus dem Buch

2.2. Virginia als Paradies

Ein Motiv, welches sich durch den gesamten Virginia Bericht zieht und entscheidend zur Konstruktion einer europäischen Vorstellungswelt über die neue Welt beitrug ist jenes des verlorenen Paradieses (Frübis 1995). De Bry startet seine Bildserie über Virginia mit dem biblischen Motiv von Adam und Eva im Paradiesgarten vor dem Baum der Erkenntnisstehend. Frübis (1995, 126) widmet dieser Darstellung mehrere Kapitel und diagnostiziert dabei eine „Instrumentalisation Amerikas im Rahmen eines reformatorischen, anti-katholischen Programms“.

Die in Virginia lebenden Indigenen nehmen bei De Bry die passive Rolle des Menschen vor dem Sündenfall ein. „Ihre Andersartigkeit, vor allem ihre Nacktheit, assoziiert die verlorene Vergangenheit des Garten Edens“ (Deternig 2018, 18). De Bry gestaltet ein Bild des amerikanischen Ureinwohners als ein in einem Naturgarten lebendes Naturkind vor der Folie einer konfessionell gebundenen Argumentation. In einer solchen konfessionspolitisch bestimmten Lesart argumentiert Frübs (1995, 130), dass De Bry Amerika zu einem Zufluchtsort für die in Europa verfolgten Protestanten stilisiert in der Hoffnung auf eine dortige Verwirklichung einer protestantischen Gesellschaft.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung umreißt das Forschungsziel, die Rolle historischer Reiseberichte bei der Konstruktion europäischer Amerikabilder durch den Fokus auf De Brys „Virginia Bericht“ zu analysieren.

1. Johann Theodor de Bry und sein Werk: Dieses Kapitel kontextualisiert die Person de Brys und erläutert die Bedeutung seiner illustrierten Reiseberichte für die Verbreitung eines kolonialen Bildes in Europa.

1.1. Die Struktur von De Brys Werk: Es wird die heterogene Beschaffenheit der „America“-Sammlung beschrieben, die eine Vielzahl an Autoren und Diskursen vereint.

1.2. Weitere Forschungsinteressen: Dieser Abschnitt beleuchtet die Deutungsmöglichkeiten von de Brys Werk im Kontext konfessionspolitischer Spannungen und ökonomischer Marktkonformität.

2. Der „Virginia“ Bericht: Hier wird der spezifische Bericht von Thomas Harriot eingeführt und seine Einbindung in das Werk von de Bry thematisiert.

2.1. Die Stellung und Besonderheit des Virginia Berichts innerhalb von De Brys Werk: Das Kapitel arbeitet heraus, warum der „Virginia Bericht“ durch seine positivere Darstellung eine Ausnahme innerhalb von de Brys tendenziell schockierender Sammlung bildet.

2.2. Virginia als Paradies: Es wird analysiert, wie die Inszenierung Virginias als „verlorenes Paradies“ der theologischen und politischen Instrumentalisierung durch De Bry diente.

3. Resümee: Das Resümee fasst die zentrale Erkenntnis zusammen, dass de Brys Werk aufgrund seiner Vielschichtigkeit nicht auf ein einzelnes Motiv reduziert werden kann, sondern ein komplexes Instrument der Wissens- und Identitätskonstruktion darstellt.

Schlüsselwörter

De Bry, Virginia Bericht, Reiseberichte, Amerika, Kolonialismus, Kupferstiche, Mimetisches Kapital, Thomas Harriot, Europäische Identität, Protestantismus, Bildwerk, Exotik, Fremdheitserfahrung, Diskursanalyse, Konfessionspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von historischen Reiseberichten des 16. Jahrhunderts für die Konstruktion europäischer Vorstellungen über die „Neue Welt“ am Beispiel von De Brys Sammlung „America“.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Rolle der Illustrationen (Kupferstiche), das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Vermarktung und konfessionellen Interessen sowie die diskursive Konstruktion des Fremden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die spezifische Bedeutung des „Virginia Berichts“ innerhalb des Gesamtwerks von De Bry zu analysieren und aufzuzeigen, wie dieser kolonialen Diskurs verfestigte.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt einen diskursanalytischen Ansatz, unter Einbeziehung zeitgenössischer Forschungsliteratur, um die Texte und Kupferstiche in ihren historischen und politischen Kontext zu setzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Kontextualisierung von De Brys Wirken, die formale Struktur seiner Sammlung und eine detaillierte Analyse des „Virginia Berichts“ inklusive dessen religiöser und wirtschaftlicher Implikationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie De Bry, Kolonialismus, Mimetisches Kapital, Virginia Bericht und Identitätskonstruktion charakterisiert.

Warum hebt sich der „Virginia Bericht“ von anderen Werken De Brys ab?

Im Gegensatz zu anderen Bänden, die oft grausame oder schockierende Szenen (wie Kannibalismus) zeigen, zeichnet der „Virginia Bericht“ ein durchweg positives, fast paradiesisches Bild der neuen Welt.

Welche Rolle spielt die „Nacktheit“ der Indigenen im „Virginia Bericht“?

Die Nacktheit wird von De Bry als Assoziation für eine verlorene Vergangenheit und den Zustand des Menschen vor dem Sündenfall interpretiert, was der Stilisierung Amerikas als paradiesischer Zufluchtsort dient.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Johann Theodor De Bry’s Virginia Bericht. Ein kolonialer Diskurs entsteht
Hochschule
Universität Wien
Note
2
Autor
Moritz Ebenführer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
10
Katalognummer
V962212
ISBN (eBook)
9783346363831
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kolonialismus historischer Reisebericht De Bry Virginia kolonialer Diskurs dekolonisation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Moritz Ebenführer (Autor:in), 2018, Johann Theodor De Bry’s Virginia Bericht. Ein kolonialer Diskurs entsteht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/962212
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  10  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum