Das Bruttoinlandsprodukt als Indikator für Wohlstand und Entwicklung. Möglichkeiten und Grenzen


Seminararbeit, 2017

18 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP)
2.1 Makroökonomische Zusammenhänge
2.2 Soziale Zusammenhänge (Lebensqualität)

3. Bericht der Kommission zur Messung wirtschaftlicher Leistung und sozialem Fortschritt
3.1 Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge
3.1.1 Wirtschaftsindikatoren:
3.1.2 Lebensqualität
3.1.3 Nachhaltigkeit
3.3 Probleme für die amtliche Statistik
3.4 Kritik an der Rezeption der Studie

Entkoppelung von BIP Zuwachs und Wohlstand

Alternative Wohlstandsindikatoren

Warum ist das BIP als Wohlstandsindikator so dominant?

Schlusssatz:

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Spätestens seit der Veröffentlichung des Berichts der Stiglitz-Sen-Fitoussi-Kommission ist eine internationale Debatte um das BIP und seine Verwendbarkeit entstanden.1 Um an diese Debatte anzuschließen, setzt sich diese Arbeit im Allgemeinen mit der Bedeutung des BIP- Wachstums für die gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung auseinander. Im Besonderen soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern eine regemäßige Messung des BIPs dazu geeignet ist, ein allgemeiner Indikator für sozialen Fortschritt und steigenden Wohlstand zu sein und welche Rechenmodelle als Alternative infrage kommen.

Dazu soll zunächst anhand der Veranschaulichung von Berechnungsmethoden und lexikalischen Definitionen wertfrei erklärt werden, wie das BIP zustande kommt und seine Bedeutung in formaler Hinsicht geklärt werden. Anschließend wird auf den Einfluss des BIPs auf andere Teilbereiche der Ökonomie unter Einbezug des Faktors Elastizität verwiesen. Um die Rolle des BIP- Wachstums in sozialer Hinsicht zu erläutern und den Faktor Lebensqualität hervorzuheben, werden die Ergebnisse einer Studie des statistischen Bundesamts angeführt.

Nach dieser Auseinandersetzung mit dem BIP wird der Bericht der Commission on the Measurement of Economic Performance and Social Progress (2009) vorgestellt und einige darin enthaltener Kritikpunkte an der Verwendung des BIPS als Wohlstands und Entwicklungsindikator angeführt. Um die Kritik am bisherigen produktionsorientierten Messmodell zu vertiefen, werden Vorschläge der Kommission in den drei Punkten: Wirtschaftsindikatoren, Lebensqualität und Nachhaltigkeit angeführt.

Um die wirtschaftspolitische Bedeutung des Berichts der Kommission herauszuarbeiten und Ansätze zur Diskussion zu finden, wird ein kritischer Beitrag vorgestellt, in dem vor einer „Politisierung der amtlichen Statistik“ gewarnt und für eine im Kern wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik plädiert wird2. Die somit aufgeworfene ideologische Debatte rund um das Wirtschaftswachstum wird mit Marterbauers3 Ansätzen für eine Entkoppelung von BIP- Zuwachs und Wohlstand komplimentiert.

Abschließend wird ein kurzes Resümee über die in der Arbeit aufgeworfenen Fragen und die geschilderten Sachverhalte geboten. Des Weiteren werden drei bereits existierende Rechenmodelle vorgestellt, die als alternative Ansätze für gerechtere Wohlstandsmessung gelten können.

2. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP)

In diesem Kapitel soll geklärt werden, was das BIP aussagt und wie man es berechnet. Darüber hinaus soll die Aussagekraft des BIPs diskutiert werden.

Die Berechnung des BIPs ist Bestandteil der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR). Die VGR ist die zentrale gesamtwirtschaftliche Statistik, die quantitativ das Wirtschaftsgeschehen eines Wirtschaftsgebietes für eine abgelaufene Periode darstellt. Sie besteht aus mehreren Strom- und Bestandsrechnungen, die systematisch erstellt und aufeinander abgestimmt ein System VGR ergeben.4

Das BIP ist ein Maß für die gesamte wirtschaftliche Leistung in einer Volkswirtschaft in einer Periode. Da das BIP Auskunft über die Produktion von Waren und Dienstleistungen im Inland nach Abzug der Vorleistungen und Importe gibt, dient es als Produktionsmaß und damit als Indikator für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Zur Herleitung und Darstellung wird zwischen Entstehungs-, Verwendungs- und Verteilungsrechnung unterschieden.5

In der Entstehungsrechnung wird i.d.R. ausgehend vom Produktionswert die Bruttowertschöpfung der einzelnen Wirtschaftsbereiche dargestellt. Die Summe der Bruttowertschöpfungen ergibt (nach einigen Korrekturen) das BIP. Die Verwendungsrechnung gibt Auskunft über die Verwendung der produzierten Güter. Sie zeigt die Konsumausgaben der privaten Haushalte, der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck und des Staates sowie die Bruttoanlageinvestitionen, Vorratsveränderungen, den Nettozugang an Wertsachen und den Außenbeitrag. Die Verteilungsrechnung spaltet das Aggregat Volkseinkommen in Arbeitnehmerentgelt sowie Unternehmens- und Vermögenseinkommen auf, die im Inland entstanden sind.6 Die Kombinierbarkeit der einzelnen Berechnungsmethoden und ihre Übereinstimmung bzw. Konsistenz sind für die Aussagekraft des BIPS sehr wichtig. Darüber hinaus können durch die differenzierte Berechnung etwaige Korrekturen besser bewerkstelligt werden.

Die BIP Rechnung folgt dem Inlandsprinzi p. Es werden die produzierten Leistungen im Inland erfasst, wobei die Nationalgrenzen ausschlaggebend sind und nicht unterschieden wird, welcher Nationalität die Akteure des Marktes angehören. Im Unterschied zum BIP werden beim Bruttonationalprodukt, welches dem Inländerprinzip folgt, auch die Leistungen von im Ausland lebenden Staatsbürgern berücksichtigt und Leistungen abgezogen, die Ausländer im Inland erbracht haben.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass im BIP nur das steckt, was von Seiten des Marktes produziert wird. Es bildet die Summe der erzeugten Güter und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft in einem Jahr und bewertet die Produktion mit den auf den Märkten erzielten Preisen.

Der einheitliche Bewertungsmaßstab, auf dem die BIP Rechnung fußt ist also das Geld. Dies lässt die Frage zu, ob Geld ein objektiver Bewertungsmaßstab für wirklich alle, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung betreffenden Faktoren ist? Die soziale Dimension ist deswegen angesprochen, weil das BIP häufig missinterpretiert bzw. seine Aussagekraft überschätzt wird. Das als eine Kennzahl für Produktion und Konjunkturanalyse bestens geeignete BIP wird allzu oft hochstilisiert als ein Maß für gesamtgesellschaftlichen Wohlstand und Fortschritt.7 Bevor in dieser Arbeit die Kritik am BIP als Wohlstandsindikator weiter vertieft wird, sollen jedoch einige makroökonomische Zusammenhänge angeführt werden, die als Faustregeln verstanden werden müssen, jedoch zu verstehen geben, warum sich die BIP Rechnung einer so großen Beliebtheit erfreut.

2.1 Makroökonomische Zusammenhänge

Durch den Faktor Wirtschaftswachstum, der durch die jährliche BIP Erhebung zum Ausdruck kommt, lassen sich auf den ersten Blick viele Zusammenhänge in einer Volkswirtschaft erklären. Das BIP misst als „bewährter Wirtschaftsindikator“ nicht nur das Produktionswachstum und die Konjunktur von Märkten8, sondern steht auch in enger Verbindung mit wirtschaftlichen Aspekten wie Staatsausgaben und Beschäftigungszahl9, sowie dem Rohstoffverbrauch.

Ein wichtiges Maß, welches bei der Betrachtung der Abhängigkeit anderer ökonomischer Faktoren vom BIP berücksichtigt werden muss, ist die Elastizität. Diese ist ein Maß für die Qualität der Abhängigkeit. Bei ihrer Untersuchung des Einflusses der wirtschaftlichen Entwicklung auf den öffentlichen Haushalt bestätigten Büttner u.a.10 die Auffassung, dass sich ein Anstieg des BIPs durch den Anstieg der Steuereinnahmen und den Rückgang von Ausgaben im Rahmen der Sozialversicherung positiv auf den Haushaltssaldo auswirkt. Für die Elastizität des Budgets insgesamt zeigt sich, dass ein Anstieg des realen Outputs um 1 Prozentpunkt je nach Ansatz und Gewichtung zu einer Verbesserung des Finanzierungssaldos in der Größenordnung von 0,5 % des BIP führt.11 Auch Marterbauer12 verweist auf einen generell positiven Zusammenhang von BIP Wachstum und Beschäftigungszahl, bzw. einem Rückgang der Arbeitslosenquote. Hier ist jedoch anzumerken, dass verschiedene Arbeitsmarktsektoren und Personengruppen unterschiedlich stark vom Wirtschaftswachstum profitieren.

2.2 Soziale Zusammenhänge (Lebensqualität)

Zu Beginn der 1930er Jahre formulierte John Maynard Keynes in einem Beitrag mit dem Namen Economic Possibilities for our Grandchildren die Prognose, dass der Lebensstandard in 100 Jahren in Folge des technischen Fortschritts und der raschen Akkumulation des Kapitals vier- bis achtmal so hoch sein werde. Mit dieser Prognose verband Keynes die Erwartung, dass dadurch die drängenden ökonomischen Probleme der Menschen, die Knappheit an Einkommen und Gütern gelöst würden, und die Menschen ihre Energien den nicht ökonomischen Aufgaben widmen könnten.13 Tatsächlich haben sich Keynes Prognosen in vielerlei Hinsicht bewahrheitet. Die Wirtschaftsleistung ist in Österreich, gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt, etwa acht Mal so hoch wie im Jahr 1930.14 Ebenso stimmt die Behauptung, dass der Wohlstand, Produktivität, Einkommen und Beschäftigung seit dieser Zeit enorm zugenommen haben und sich die Lebensqualität entscheidend verbessert habe.15 Im Gegensatz zu Keynes Prognose wird jedoch das Leben der Menschen immer noch vorwiegend von ökonomischen Problemen bestimmt. Ungleichverteilung und Armut sind weiterhin Bestandteil der Realität vieler Menschen. Daher muss die Frage gestellt werden, ob die stetige Erhöhung des BIPs automatisch eine Verbesserung der Lebensqualität der Menschen nach sich zieht? Diese Frage scheint in einem Betrachtungszeitraum von 100 Jahren klar mit JA beantwortbar zu sein, blickt man jedoch auf die letzten 25 Jahre, erhält man ein nicht mehr so eindeutiges Bild. Eine Erhebung des statistischen Bundesamts ergab, dass während das BIP pro Kopf seit 1991 um 30% real gestiegen ist, ging die subjektive Lebenszufriedenheit sogar leicht zurück.16

3. Bericht der Kommission zur Messung wirtschaftlicher Leistung und sozialem Fortschritt

2009 erschien der Bericht der Commission on the Measurement of Economic Performance and Social Progress17, die sich aus 25 renommierten WirtschaftswissenschaftlerInnen zusammensetzte. Darin wurde die einseitige Verwendung des BIPS als allgemeinen Fortschritts- und Wohlstandsindikator kritisiert. In diesem Kapitel werden die hauptsächlichen Kritikpunkte angeführt, die in dem Bericht enthalten sind und einige Vorschläge zur Verbesserung der BIP Rechnung vorgestellt.

3.1 Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge

Die folgenden Kritikpunkte wurden im Bericht als Hauptfaktoren für die mangelnde Eignung der herkömmlichen BIP Rechnung als Wohlstandsindikator gesehen.

- Hausarbeit und Ehrenamtliche Tätigkeiten werden nicht berücksichtigt.
- Soziale Dienstleistungen werden nicht adäquat bewertet.
- Kosten für die Beseitigung negativer Begleiterscheinungen des Wachstums erhöhen das BIP.
- Die nicht materielle Seite der Lebensqualität wird zu wenig beachtet.
- Wenig Aussagekraft über die Verteilungsgerechtigkeit.
- Fehlende Rücksichtnahme auf Aspekte der Nachhaltigkeit

Von diesen Kritikpunkten ausgehend, entwirft der Bericht Verbesserungsvorschläge in den drei Kategorien: Wirtschaftsindikatoren, Lebensqualität und Nachhaltigkeit.

3.1.1 Wirtschaftsindikatoren:

Betonung von Einkommen und Konsum statt Produktion:

Die Kommission führt aus, dass die Kennzahlen verfügbares Einkommen und Nachfrage nach Konsumgütern besser geeignet sein, den materiellen Wohlstand der Akteure des Marktes aufzuzeigen als reine Produktionsdaten. Dies wird damit begründet, dass im BIP noch Abschreibungen (Kosten der Nutzung des Anlagevermögens für Produktionszwecke) enthalten sind. Ein weiterer Grund der dafür spricht ist jener, dass der Anteil an Dienstleistungen am BIP in entwickelten Volkswirtschaften zunehmend steigt. Dies führt zu Problemen bei der Messung des Werts der Qualitätssteigerung von Dienstleistungen. Des Weiteren berücksichtigt das BIP nicht, wie viel Arbeit aufgewendet werden muss um es zu erwirtschaften.

Die Perspektive der privaten Haushalte betonen:

Die Wachstumsrate der privaten Haushaltseinkommen liegt oft unter dem errechneten BIP. Die Kommission empfiehlt daher eine getrennte Darstellung des Haushaltssektors. Außerdem wird empfohlen, den Wert staatlich frei bzw. stark subventioniert angebotener Dienstleistungen (wie Bildungs- und Gesundheitsleistungen) in das verfügbare Einkommen bzw. den Konsum privater Haushalte mit einzubeziehen. Eine weitere Forderung, die die Perspektive der privaten Haushalte stärker betont ist jene zur Entwicklung von nach Haushaltsgruppen differenzierten Preisindizes. Somit kann berücksichtigt werden, dass bestimmte sozioökonomische Gruppen von ansteigenden Preisen wichtiger Produkte wie Brennstoffe oder Nahrungsmittel stärker betroffen sind als andere.

Einbeziehung der Vermögenssituation:

Das BIP bildet Flussgrößen wie die laufende Wertschöpfung und Produktion in einem Jahr ab. In sehr wohlhabenden Gesellschaften ist der Wohlstand aber zunehmend von Bestandsgrößen abhängig.18 Bestandsgrößen die im BIP nicht berücksichtigt werden sind: der Bestand an Vermögen (Sparbuch, Immobilien), der produktive private und öffentliche Kapitalstock, der Bestand an verfügbaren natürlichen Ressourcen, das menschliche Wissen und Vertrauen in die Gesellschaft.

Berücksichtigung der Verteilungssituation:

„Das BIP berücksichtigt vor allem die Verteilung von Einkommen, Konsumnachfrage und Vermögen nicht“.19 Das BIP/Kopf wird oft zum internationalen Vergleich des BIPS herangezogen. Dieser Wert ist jedoch irreführend, denn er sagt nichts über die Qualität der Verteilung aus. So ist das BIP/Kopf in den USA um ein Drittel höher als in Schweden oder Österreich, jedoch so ungleich verteilt, dass der Wohlstand der Mittelschicht in Schweden und Österreich deutlich höher ist als in den USA.20 Dem tritt die Kommission entgegen indem sie Angaben zur Verteilung des Wirtschaftswachstums auf unterschiedliche sozioökonomische Gruppen fordert.

Einbezug von nicht Markt Aktivitäten:

Im BIP werden unentgeltliche Tätigkeiten im privaten Haushalt wie etwa Kinderbetreuung und Pflege, ehrenamtliches Engagement und Freizeit nicht berücksichtigt. Nur ungenügend wird der Wert sozialer Dienstleistungen von der Gesundheitsversorgung über das Bildungssystem bis zur sozialen Sicherheit und Maßnahmen der Integration von Armen und Ausgegrenzten erfasst. Die Kommission bekräftigt jedoch, dass diese Faktoren großen Einfluss auf den materiellen Lebensstandard haben. Ebenso sollte beachtet werden, dass die Wohlstandswirkung einer gestiegenen Menge an verfügbaren Waren und Dienstleistungen relativiert wird, wenn dadurch die Verfügbahre Freizeit sinkt. Die Kommission empfiehlt daher nationalen Statistikämtern regelmäßig Zeitbudget Erhebungen über die Zeitnutzung der Bevölkerung durchzuführen. Die Kommission schlägt des Weiteren vor, ein Gesamteinkommen zu berechnen, das den Wert der Haushaltsproduktion und der Freizeit miteinschließt.

3.1.2 Lebensqualität

Die Kommission betont, dass Lebensqualität mehrdimensional sei. Es wurden folgende 7 Teilbereich von Lebensqualität bestimmt.

- Gesundheit
- Bildung
- Persönliche Aktivität, Erwerbstätigkeit
- Politische Partizipation, Rechte
- Soziale Beziehungen
- Umweltbedingungen
- Existenzielle und wirtschaftliche Ungleichheiten

Die Vorschläge der Kommission sind, je nach Bereich, mehr oder weniger Konkret und teilweise eher als Diskussionsanstoß zu verstehen.21

Um Gesundheit zu messen Werden Daten zur Lebenserwartung und Verbreitung bestimmter Krankheiten diskutiert, für den Bereich Bildung werden Kompetenzmessungen favorisiert. Für den Bereich Aktivitäten / Erwerbstätigkeit betont die Kommission erneut die Notwendigkeit regelmäßiger Zeitbudgeterhebungen.

Nach Bevölkerungsgruppen Differenzieren:

Anstatt den Durchschnittswert einer Variable für die gesamte Gesellschaft darzustellen empfiehlt die Kommission die Darstellung der Unterschiede der Lebensverhältnisse der Individuen bzw. sozialen Gruppen. Es wird also gefordert, Daten zur Lebensqualität nach sozialen Gruppen differenziert bereitzustellen. Es wird darauf verwiesen, dass eine differenzierte Darstellung bei Einkommensgrößen längst gängige Praxis sei, bei nicht monetären Größen hingegen Nachholbedarf bestünde. Mit der differenzierten Darstellung können Unterschiede zwischen homogenen Gruppen beleuchtet werden (wie nach Geschlecht, Alter), oder auch das Fortbestehen bestimmter Muster in der Generationenfolge. Damit ist die Vererbung von Bildungserfolgen angesprochen. Neben der differenzierten Betrachtung von nicht materiellen Dimensionen von Lebensqualität unterschiedlicher sozioökonomischer Gruppen, empfiehlt die Kommission auch die Wechselwirkungen der separaten Teilbereiche zu analysieren. Damit wird etwa dem Aspekt genüge getan, dass ein niedriger soziökonomischer Status tendenziell Einkommensarmut begünstigt, während Einkommensarmut wiederum einen niedrigen soziökonomischen Status nach sich ziehen kann.

Subjektive Eindrücke zum Wohlergehen erheben:

Die Kommission kommt zu dem Ergebnis, dass subjektive Wahrnehmungen und Eindrücke geeignet sind, wichtige Indikatoren für die Entwicklung der Lebensqualität zu liefern. Dies kann mittels Erhebungen zur gefühlten Lebensqualität oder Erhebungen zur Lebensbewertung erhoben werden. Es wird empfohlen, Erhebungsinstrumente zu entwickeln, die emotionale Erfahrungen in Bezug auf Zeitnutzung abfragen.

[...]


1 Stiglitz, J. E./Sen, A./Fitoussi, J.-P, 2009.

2 Haß 2010, 694

3 Marterbauer 2011, 220ff

4 https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/volkswirtschaftliche-gesamtrechnung-vgr-47916/version-27117

5 Ebd.

6 Ebd.

7 Stiglitz, J. E./Sen, A./Fitoussi, J.-P, 2009.

8 Braakmann, A., 2010, 609

9 Büttner, Thies, u.a., 2006, 80

10 Ebd.

11 Ebd.

12 Marterbauer, M., 2007

13 Keynes, 1930

14 Marterbauer, M., 2011, 215

15 Ebd.

16 SOEP 1991-2009

17 Stiglitz, J. E./Sen, A./Fitoussi, J.-P, 2009

18 Marterbauer 2011, 218

19 Ebd.

20 Ebd.

21 Braakmann, A., 2010, 611

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Das Bruttoinlandsprodukt als Indikator für Wohlstand und Entwicklung. Möglichkeiten und Grenzen
Hochschule
Universität Wien
Note
2
Autor
Jahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V962223
ISBN (eBook)
9783346312570
ISBN (Buch)
9783346312587
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bip, wirtschaftsindikator, wohlfahrt, entwicklung, Stiglitz, Fitoussi
Arbeit zitieren
Moritz Ebenführer (Autor), 2017, Das Bruttoinlandsprodukt als Indikator für Wohlstand und Entwicklung. Möglichkeiten und Grenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/962223

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