Ziel dieser Arbeit ist es, einen quantitativen Überblick über volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen, Finanzplätze und Bankenmärkte in Griechenland und Zypern zu geben. Zu diesem Zweck werden zentrale makroökonomische Indikatoren aufgezeigt, Entwicklungen veranschaulicht und in den jeweiligen Zusammenhängen interpretiert. Außerdem wird das vorherrschende geldpolitische Umfeld dargestellt und seine Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Griechenlands und Zyperns diskutiert. Vor diesem Hintergrund werden insbesondere die Wirtschaftsbilanzen der Mittelmeerstaaten untersucht und ihre jeweiligen Zusammenhänge mit der Eurokrise erklärt. Im Anschluss werden die länderspezifischen Krisenursachen skizziert und mögliche Lösungsszenarien erörtert. Darüber hinaus werden die Finanzplätze beider Länder in den internationalen Kontext eingeordnet. Vor dem Hintergrund der Regulierung werden die Bankenmärkte in Bezug auf die Wettbewerbssituation sowie einschlägige Erfolgs- und Risikoparameter analysiert. Abschließend erfolgen ein Fazit sowie ein Ausblick in die Zukunft.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen
2.1 Fundamentale volkswirtschaftliche Daten und Entwicklungen
2.2 Geld-, Kapital- und Devisenmärkte im Kontext Geldpolitik
2.3 Wirtschaftsbilanzen
2.4 Griechenland und Zypern: Zentrale Ursachen der Eurokrise
3 Finanzplätze
4 Der Bankenmarkt
4.1 Regulatorische Rahmenbedingungen, Wettbewerbssituation und Auslandsbanken
4.2 Erfolgs- und Risikobetrachtung
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, einen quantitativen Überblick über die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen, Finanzplätze und Bankenmärkte in Griechenland und Zypern zu geben, um deren ökonomische Situation im Kontext der Eurokrise zu interpretieren.
- Analyse makroökonomischer Indikatoren und Wirtschaftsbilanzen.
- Untersuchung der geldpolitischen Auswirkungen auf beide Länder.
- Erörterung der länderspezifischen Ursachen der Eurokrise.
- Einordnung der Finanzplätze in den internationalen Kontext.
- Bewertung der Bankenmärkte hinsichtlich Wettbewerb und Risikoparametern.
Auszug aus dem Buch
2.4 Griechenland und Zypern: Zentrale Ursachen der Eurokrise
Griechenland und Zypern spielen zentrale Rollen im Kontext der Eurokrise. So hatte Griechenland die finanzielle Berichterstattung in Bezug auf seine Verschuldung manipuliert, um der Eurozone beitreten zu können. Das Land verstieß nämlich bereits vor seinem Beitritt zu der Währungsunion gegen die Maastrichter Konvergenzkriterien, deren Erfüllung Prämisse für die Mitgliedschaft im Euro-Währungsgebiet ist. Mit dem Aufkommen der Finanzkrise im Jahr 2008 offenbarten sich weitere Fehler in der öffentlichen Rechnungslegung Griechenlands, wodurch noch weitaus gravierendere Haushaltsdefizite offengelegt wurden.73 Die Ratingagenturen reagierten mit Abstufungen der Bonität griechischer Staatsanleihen.74 Nach Angaben des IWF konnte Griechenland im Jahr 1990 das letzte Mal einen Haushalt vorlegen, der mit Blick auf die Verschuldung des Staatshaushalts mit den Maastrichter Konvergenzkriterien konform gewesen wäre (vgl. Abb. 12, S. 22). Die Hintergründe der griechischen Misere sind vor allem struktureller Natur: In diesem Zusammenhang sind vor allem die mangelhafte Steuerpolitik sowie hohe Korruptionsraten Griechenlands das Problem.75
Es folgte eine Vielzahl von Rettungsmaßnahmen der Europäischen Partner, der EZB sowie des IWF, die den griechischen Staat – gegen Auflagen – bis heute vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrten.77 Womöglich zeichnet sich derweil jedoch eine Trendwende ab, da Griechenland erst kürzlich und nach dreijähriger Abstinenz wieder eigenständig und zu finanzierbaren Konditionen eine Anleihe am Kapitalmarkt platzierte.78
Durch die starke Verflechtung mit der griechischen (Finanz-) Wirtschaft übertrug sich der Abschwung in Griechenland auch auf die Republik Zypern.79 Zentral war in diesem Zusammenhang vor allem der Bankensektor des Landes, dessen überproportionale Größe als Ursache für die Krise der Mittelmeerinsel gilt. Das Aktivvolumen des zypriotischen Bankensektors betrug zu Beginn des Jahres 2013 mehr als das Siebenfache des Bruttoinlandsprodukts Zyperns.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über die wirtschaftliche Lage Griechenlands und Zyperns im Kontext der Eurokrise unter besonderer Berücksichtigung ihrer Bankenmärkte und Finanzplätze.
2 Volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel analysiert makroökonomische Kennzahlen wie BIP, Staatsverschuldung und Leistungsbilanzen, um die Ursachen und den Verlauf der Eurokrise in den beiden Ländern zu beleuchten.
3 Finanzplätze: Es wird die internationale Bedeutung der Finanzplätze Athen und Zypern anhand des Global Financial Centres Index vergleichend bewertet.
4 Der Bankenmarkt: Der Fokus liegt hier auf der regulatorischen Aufsicht, der Wettbewerbssituation und der Analyse von Erfolgs- und Risikoparametern innerhalb der Bankensektoren beider Staaten.
5 Fazit und Ausblick: Abschließend werden die unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungen zusammengeführt und eine Einschätzung zur Stabilität der Bankenmärkte gegeben.
Schlüsselwörter
Griechenland, Zypern, Eurokrise, Bruttoinlandsprodukt, Staatsverschuldung, Leistungsbilanz, EZB, Bankenaufsicht, Bail-out, Bail-in, Finanzplatz, Bonität, Bankensektor, Wettbewerbsfähigkeit, Eurosystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit behandelt die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die Situation der Finanzplätze und Bankenmärkte in Griechenland und Zypern unter dem Einfluss der europäischen Staatsschuldenkrise.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die makroökonomische Analyse, die Entwicklung der öffentlichen Haushalte, die geldpolitische Rolle der EZB und die Stabilität der Bankensektoren beider Mittelmeerländer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen quantitativen Überblick über die ökonomische Ausgangslage zu geben und die Zusammenhänge zwischen den Krisenursachen und den Bankensystemen der Länder aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer quantitativen Analyse und Interpretation makroökonomischer Indikatoren sowie der Auswertung relevanter Fachliteratur und Berichte von Organisationen wie dem IWF und der EZB.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der gesamtwirtschaftlichen Daten, eine Untersuchung der Finanzplatz-Relevanz und eine detaillierte Betrachtung der Bankenmärkte inklusive ihrer regulatorischen Aufsicht und Risikostrukturen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wesentliche Begriffe sind Eurokrise, Staatsverschuldung, Bankensektor, Bonität, Bail-out, Leistungsbilanz und Eurosystem.
Wie unterscheidet sich die wirtschaftliche Lage von Griechenland und Zypern gemäß der Arbeit?
Während Griechenland durch langjährige strukturelle Probleme geprägt ist, zeigt die Untersuchung, dass Zypern nach der Krise wieder solidere Wachstumsraten erzielt, wenngleich beide Länder unter hohen Schuldenständen leiden.
Welche Rolle spielten Banken bei der Krise in Zypern?
Die Arbeit hebt hervor, dass die überproportionale Größe des zypriotischen Bankensektors, einhergehend mit einem hohen Engagement in griechischen Staatstiteln und notleidenden Krediten, das Land massiv unter Druck setzte und ein Novum in Form eines Bail-ins erforderte.
- Arbeit zitieren
- Arne Willebrand (Autor:in), 2017, Volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen, Finanzplätze und Bankenmärkte in Griechenland und Zypern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/962232