Zu welchem Zweck und auf welche Art und Weise wird die Selbstdarstellung in der medialen Welt gesteuert? Welche Chancen und Risiken bringt dies mit sich? In dieser Hausarbeit werden die Themen der alltäglichen Selbstdarstellung sowie der Selbstdarstellung auf der Social Media Plattform Facebook untersucht. Außerdem wird behandelt, ob und welche Chancen und Risiken die Selbstdarstellung der Benutzer von Facebook birgt.
Wer bin ich? Wie sehen mich andere? Jeder Mensch besitzt ein individuelles Selbstbild und sucht gleichzeitig nach der Akzeptanz von Freunden, Familie und der Gesellschaft. Die Darstellung des eigenen Selbst, um einen positiven Eindruck in der Öffentlichkeit zu machen, zählt zu den Bedürfnissen, welchen jeder Mensch nachgeht. Früher kommunizierte man ausschließlich im direkten Aufeinandertreffen miteinander, was sich mit dem Wandel zur Informations- und Mediengesellschaft langsam änderte. Im Zuge der Digitalisierung wurden neue Technologien und Kommunikationsmittel entwickelt, die es uns ermöglichen, auch ohne direkten Augenkontakt, miteinander zu interagieren. Ein großer Bestandteil der Digitalisierung sind sogenannte Social Media Plattformen im Internet, welche uns nicht nur den Alltag erleichtern, sondern außerdem dabei helfen, soziale Kontakte zu pflegen und aufrecht zu erhalten sowie neue Bekanntschaften zu machen. In diesen Netzwerken können sich Nutzer völlig frei und selbst bestimmend darstellen.
Doch sind unsere Daten überhaupt sicher? Entsprechen persönliche Angaben und Menschenbilder wirklich der Realität? Verschönerte Selbstbilder und verfälschte Eindrücke sind heutzutage keine allzu unrealistischen Gegenstände im Umgang des Internets.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Selbstdarstellung im Alltag
2.1 Impression Management und Sozialpsychologische Hintergründe
2.2 Selbstdarstellungstechniken
3 Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken
3.1 Das Unternehmen Facebook
3.2 Selbstdarstellung auf Facebook
3.2.1 Das eigene Profil und da Profilbild
3.2.2 Weitere Darstellungsmöglichkeiten
4 Chancen und Risiken der Selbstdarstellung auf Facebook
4.1 Chancen
4.2 Risiken
4.2.1 Privatsphäre und Datenschutz
4.2.2 Konfrontation mit anderen Nutzern
4.2.3 Gesellschaftlicher Druck
5 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen und soziologischen Mechanismen hinter der Selbstdarstellung in sozialen Medien, insbesondere auf der Plattform Facebook. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen inszenierter Identität und Realität zu analysieren sowie die daraus resultierenden Möglichkeiten und Gefahren für den Nutzer kritisch zu beleuchten.
- Grundlagen des Impression Managements
- Mechanismen der Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken
- Chancen durch Vernetzung und Selbstdarstellung
- Risiken in Bezug auf Privatsphäre und Datenschutz
- Soziale Auswirkungen wie Mobbing und gesellschaftlicher Druck
Auszug aus dem Buch
2.1 Impression Management und Sozialpsychologische Hintergründe
Die Inhalte und Aspekte zum Begriff der Selbstdarstellung können unter dem Begriff des Impression Management, also Eindruckssteuerung zusammengeführt werden. Darunter können Inszenierungsstrategien zur Herstellung eines bestimmten Ansehens in der öffentlichen Meinung verstanden werden. Es wird davon ausgegangen, dass man sich bewusst über den eigenen Eindruck, den man auf Umfeld macht, Gedanken macht und diesen versucht zu beeinflussen und zu kontrollieren. Außerdem lässt sich feststellen, dass Auffassungen von der eigenen Person größtenteils durch Urteile anderer Menschen geformt werden. Dies hat die logische Konsequenz, dass versucht wird, eben diese Urteile bewusst oder unbewusst beeinflussen und steuern zu wollen.
Die nach außen dargestellten Selbstbilder tragen also zu den entstehenden Fremdbildern bei, welche bei Rückmeldung entweder zu Bestätigung oder Veränderung des Selbstkonzepts beitragen. Das Streben danach, eine bestimmte soziale Rolle zu erfüllen beziehungsweise sich zu einer Gruppe, bestehend aus anderen Menschen, zugehörig zu fühlen, bestimmt unser Verhalten. Innerhalb einer Gesellschaft, in welcher jeder mit jedem in Kontakt tritt und Interaktionen stattfinden, stellen wir uns dar und erzeugen somit ein Bild von uns beim Gegenüber. Dies geschieht automatisch, jedoch wird dies durch unser Verhalten und unsere Wahrnehmung beeinflusst. Die Gegebenheiten, Situationen und Voraussetzungen, wie und wo wir uns anderen Personen gegenüber präsentieren, variieren dabei nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern verändern sich auch im Laufe des Lebens. Das Ziel ist die Inszenierung eines erwünschten Selbst mit der wesentlichen Funktion, den sozialen und gegebenenfalls gesellschaftlichen Einfluss zu vergrößern. Ebenso dient dies dem Zweck, Erwartungen der Gesellschaft möglichst gut zu erfüllen und bestimmten Werten und Normen weitestgehend gerecht zu werden und zu entsprechen. Man versucht, mithilfe diverser Mittel und Techniken das eigene Selbst zu präsentieren und einen für sich nützlichen Eindruck zu vermitteln.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des menschlichen Bedürfnisses nach Akzeptanz und Selbstdarstellung im digitalen Zeitalter ein und stellt die Relevanz der Untersuchung für die Plattform Facebook dar.
2 Selbstdarstellung im Alltag: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Grundlagen der Eindruckssteuerung (Impression Management) und beschreibt, wie Menschen durch verschiedene Techniken ihr Bild in der Gesellschaft aktiv beeinflussen.
3 Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken: Der Fokus liegt hier auf der praktischen Anwendung des Impression Managements bei Facebook, insbesondere durch Profilgestaltung und die aktive Interaktion im Netzwerk.
4 Chancen und Risiken der Selbstdarstellung auf Facebook: Hier werden die positiven Effekte, wie die Vernetzung und Bestätigung des Selbstbildes, den Schattenseiten wie Datenschutzproblemen, Mobbing und sozialem Konformitätsdruck gegenübergestellt.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und warnt vor einem unreflektierten Umgang mit persönlichen Daten sowie den psychischen Folgen einer permanenten digitalen Inszenierung.
Schlüsselwörter
Selbstdarstellung, Impression Management, Facebook, soziale Netzwerke, Identität, Datenschutz, Privatsphäre, Cybermobbing, Sozialpsychologie, Profilbild, digitale Identität, Selbstbild, Fremdbild, Internetnutzung, Medienkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Art und Weise, wie Nutzer sich auf sozialen Netzwerken wie Facebook darstellen und welche psychologischen Prozesse dahinterstehen.
Welche zentralen Themen werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Impression Management, den Möglichkeiten zur Profilgestaltung, den Chancen der Vernetzung sowie den Risiken für die Privatsphäre und das psychische Wohlbefinden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, welchen Zweck die Selbstdarstellung erfüllt und welche Chancen und Gefahren sich daraus für den Nutzer ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Analyse fachwissenschaftlicher Literatur und psychologischer Konzepte zur Eindruckssteuerung.
Was wird im Hauptteil analysiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die psychologischen Grundlagen der Selbstdarstellung, die spezifische Umsetzung auf der Plattform Facebook und die kritische Abwägung der sozialen Folgen.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind Impression Management, Selbstbild, Datenschutz, soziale Netzwerke und die kritische Identitätskonstruktion im Internet.
Warum spielt das Profilbild eine so wichtige Rolle für Facebook-Nutzer?
Das Profilbild ist das Erste, was von anderen Nutzern wahrgenommen wird; es dient als entscheidendes Element, um Sympathie und Attraktivität in einem sozialen Kontext zu vermitteln.
Welche Rolle spielt der gesellschaftliche Druck bei der Selbstdarstellung?
Der Autor argumentiert, dass Nutzer sich an gesellschaftlichen Idealen orientieren und ihr Verhalten sowie ihre Online-Präsenz anpassen, um nicht ausgeschlossen zu werden, was zu verzerrten Fremdbildern führen kann.
Warum sieht der Autor eher Risiken als Chancen?
Aufgrund mangelnder Aufklärung der Nutzer und dem leichtfertigen Umgang mit sensiblen Daten überwiegen nach Einschätzung des Autors die Risiken wie Identitätsverlust oder Datenschutzproblematiken.
- Arbeit zitieren
- Vincent Herkert (Autor:in), 2017, Selbstdarstellung auf Facebook. Chancen und Risiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/962261