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Wende oder Kontinuität? Die Bedeutung des Kapp-Lüttwitz-Putsches für die Geschichte der Weimarer Republik

Titel: Wende oder Kontinuität? Die Bedeutung des Kapp-Lüttwitz-Putsches für die Geschichte der Weimarer Republik

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 18 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Nico Bäro (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit soll versuchen zu klären, warum der Kapp-Lüttwitz-Putsch trotz seines Scheiterns weitreichende Folgen für die weitere Geschichte der Weimarer Republik hatte und deshalb auch oft als Wende oder erste große Krise Weimars verstanden wird. Warfen die Ereignisse im März 1920 bereits einen langen Schatten in die Zukunft Deutschlands? Woran lag es, dass ausgerechnet ein gründlich fehlgeschlagener Putschversuch Weimar vor so große soziale und politische Probleme stellte? Welche Elemente der Kontinuität und des Wandels wirkten während des Putsches?

Zu Beginn des Jahres 1920 erweckte die noch sehr junge Weimarer Republik den Anschein, als ob sich ihre innenpolitischen Verhältnisse wieder stabilisieren würden. Fast zwei Jahre nach ihrer turbulenten Genese im November des Jahres 1918, schien endlich ein wenig Ruhe in Deutschland einzukehren. Die Wirtschaft begann in geordneten Bahnen zu laufen, der Kurs der Reichsmark stieg und auch das Ausland fasste mehr Vertrauen in die erste deutsche Demokratie. Die Menschen sehnten sich, nach den leidvollen und entbehrungsreichen Erfahrungen des Ersten Weltkriegs sowie den massiven innenpolitischen Unruhen infolge des Umsturzes, nach einem stabilen politischen System, dass ihnen eine Perspektive für die Zukunft bieten konnte.

Doch dass nicht wenige Bevölkerungskreise keineswegs mit den neuen politischen Verhältnissen einverstanden waren und vielmehr ganz eigene Vorstellungen davon hatten, wie das Land regiert werden sollte, wurde der Republik 1920 schmerzlich bewusst. Konservativ-reaktionäre Kräfte hielten den Zeitpunkt für gekommen, ihr genau jetzt schon den Todesstoß zu versetzen. Denn je mehr sich das krisengeschüttelte Land erholte, desto geringer mussten ihre Chancen auf einen erfolgreichen Umsturz zwangläufig werden. Es galt zu handeln, noch bevor sich das bürgerliche Lager mit der neuen Republik aussöhnen konnte.

Der letztendlich gescheiterte rechtsradikale Umsturzversuch im März 1920, angeführt von Wolfgang Kapp, dem Mitbegründer der rechtsextremen Deutschen Vaterlandspartei, und General Walter von Lüttwitz erschütterte die Weimarer Republik und brachte sie zum ersten Mal an den Rand des Untergangs. Obwohl der Kapp-Lüttwitz-Putsch am Ende in sich zusammenbrach, trug er doch stark zur Schwächung der jungen Republik bei.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Ein Putsch wie viele andere?

2. Genese des Kapp-Lüttwitz-Putsches

3. Die Rolle des Militärs

4. Die zivilen Akteure

5. Die Folgen des Putsches: Wandel oder Kontinuität?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung des Kapp-Lüttwitz-Putsches von 1920 für die Entwicklung der Weimarer Republik, wobei insbesondere die Frage im Mittelpunkt steht, inwieweit das Ereignis als Zäsur (Wandel) oder als Bestätigung bestehender antidemokratischer Strukturen (Kontinuität) zu bewerten ist.

  • Analyse der Ursachen und Träger des Umsturzversuchs
  • Untersuchung der ambivalenten Rolle der Reichswehr
  • Betrachtung der zivilen Akteure und rechten Netzwerke
  • Bewertung der Auswirkungen auf das politische System der Weimarer Republik

Auszug aus dem Buch

Die Rolle des Militärs

Der Historiker Heinz Hürten stellt gleich zu Beginn seiner Arbeit zum Kapp-Putsch die These auf, dass die Geschichte Weimars zu jeder Zeit maßgeblich von dem Anteil bestimmt wurde, der bewaffneten Macht an Entscheidungen zufiel, die diese Geschichte bestimmten. Ich kann seiner These nur zustimmen, denn die alte Armee oder was von ihr in Weimar übrig blieb, war immer ein nicht zu unterschätzender Machtfaktor in der politischen Ordnung der Weimarer Republik gewesen.

Auch der eindeutig linksgerichtete DDR-Historiker Erwin Könnemann stellt heraus, dass „jene Umsturzversuche von vornherein zum Scheitern verurteilt waren, die von den Inhabern militärischer Macht nicht wenigstens mitgetragen wurden.“ Dabei nahm die Reichswehr naturgemäß die wichtigste Machtposition ein und war selbst tief in den Kapp-Putsch verstrickt. Deshalb lohnt es sich, einen genaueren Blick auf die Rolle der Reichswehr im Rahmen des Putsches zu werfen. Als innenpolitische Aufgabenstellung war ihr der Erhalt der legalen Ordnung angetragen worden und sie erfüllte in Übereinstimmung mit dem Rat der Volksbeauftragten diesen Auftrag, so gut es ging.

Dabei war es weniger der Wille des Gesetzgebers, der die Ausrichtung und Eigenarten der Reichswehr vorgab, sondern eher die von außen verpflichtenden Bestimmungen des Versailler Vertrages. Diese beinhalteten nicht nur direkte militärische Beschränkungen, sondern bestimmten auch ihr Selbstbild als politisch und sozial weitgehend homogene kleine Berufsarmee, die ihre Existenzvoraussetzungen politisch zu verbessern suchen musste. Gerade in den turbulenten Anfangsjahren Weimars war es immer wieder die Reichswehr, die für eine gewisse Kontinuität der politischen Ordnung Weimars sorgte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Ein Putsch wie viele andere?: Dieses Kapitel führt in die historische Ausgangslage des Jahres 1920 ein und formuliert die zentrale Fragestellung nach Wandel oder Kontinuität durch den gescheiterten Umsturzversuch.

2. Genese des Kapp-Lüttwitz-Putsches: Hier werden die Ursachen und die soziopolitische Herkunft der Putschisten analysiert, insbesondere der Einfluss alter Eliten und reaktionärer Kreise.

3. Die Rolle des Militärs: Dieses Kapitel beleuchtet das ambivalente Verhalten der Reichswehr und die zentrale Bedeutung der militärischen Führung für den Erfolg oder das Scheitern des Unternehmens.

4. Die zivilen Akteure: Hier werden die unterstützenden zivilen Kräfte, wie die Deutsche Vaterlandspartei und agrarische Eliten, in ihrer strategischen Ausrichtung untersucht.

5. Die Folgen des Putsches: Wandel oder Kontinuität?: Das abschließende Kapitel bewertet die langfristigen Auswirkungen des Putsches auf das politische Machtgefüge und die Demokratie in der Weimarer Republik.

Schlüsselwörter

Kapp-Lüttwitz-Putsch, Weimarer Republik, Reichswehr, Freikorps, Wolfgang Kapp, Walther von Lüttwitz, Kontinuität, Wandel, politische Radikalisierung, Generalstreik, antidemokratische Kräfte, 1920, alte Eliten, Versailler Vertrag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den Kapp-Lüttwitz-Putsch von 1920 und dessen Auswirkungen auf die Stabilität und politische Entwicklung der Weimarer Republik.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Rolle des Militärs, die Vernetzung ziviler rechtskonservativer Akteure sowie die langfristigen Folgen des gescheiterten Putsches für das politische System.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Autorin oder der Autor geht der Frage nach, ob der Putsch als Wandel oder als Fortführung (Kontinuität) antidemokratischer Bestrebungen der alten Eliten zu bewerten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung zeitgenössischer Quellen und der Auseinandersetzung mit der Fachliteratur (z.B. Hürten, Könnemann) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Genese, die Analyse der militärischen Verwicklungen und die Darstellung ziviler Hintergründe des Umsturzversuchs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Kapp-Lüttwitz-Putsch, Reichswehr, Kontinuität, Wandel und die politische Radikalisierung während der frühen Weimarer Jahre.

Warum spielt die Rolle der Reichswehr eine so entscheidende Rolle?

Die Arbeit betont, dass die Reichswehr als "Staat im Staate" durch ihre Neutralität oder aktive Unterstützung zum Zünglein an der Waage für den Erfolg der demokratischen Ordnung wurde.

Welche Rolle spielten die zivilen Akteure in diesem Putsch?

Neben den militärischen Akteuren werden zivile Organisationen wie die Deutsche Vaterlandspartei analysiert, die versuchten, eine nationale Massenbasis gegen die demokratische Regierung aufzubauen.

Wie bewertet der Autor das Scheitern des Putsches?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Scheitern weniger durch eine gefestigte demokratische Struktur, sondern durch taktische Fehler und den massiven Widerstand der Arbeiterschaft bedingt war.

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Details

Titel
Wende oder Kontinuität? Die Bedeutung des Kapp-Lüttwitz-Putsches für die Geschichte der Weimarer Republik
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Seminar: Diskussionen um die Weimarer Republik in der Geschichtswissenschaft
Note
2,0
Autor
Nico Bäro (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V962318
ISBN (eBook)
9783346321121
ISBN (Buch)
9783346321138
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kapp Lüttwitz Putsch Weimar Weimarer Republik Wende Kontinuität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nico Bäro (Autor:in), 2009, Wende oder Kontinuität? Die Bedeutung des Kapp-Lüttwitz-Putsches für die Geschichte der Weimarer Republik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/962318
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Leseprobe aus  18  Seiten
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