Sonnenenergie


Referat / Aufsatz (Schule), 1999

6 Seiten, Note: 2-


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Sonnenenergie

von Hannes Wedemeier und Sebastian Apel

Warum Sonnenenergie?

Jedem Land der Erde, ob im Westen, Osten, im Süden oder Norden, ob am Äquator oder den gemäßigten Zonen - jedem Land wird Sonnenenergie der einen oder anderen Form zuteil. Alle solaren Energieformen gehen unmittelbar auf die Sonnenstrahlung zurück, welche sich auf dreierlei Weise in nützliche Sekundärenergie umwandeln lassen:

1. thermische Energieumwandlung: Umwandlung der Energie der Sonnenstrahlen in Wärme durch Absorption in der Atmosphäre der Erde, im Boden und in den Gewässern;
2. solarchemische/solarbiologische Energieumwandlung: Nutzung der Sonnenenergie zum Aufbau von chemischen Energieträgern und Biomasse von Pflanzen durch Photosynthese;
3. solar-photovoltaische Energieumwandlung: Erzeugen von Strom in halbleitenden Solarzellen.

Thermische Energieumwandlung und Photosynthese geschehen natürlich aber die Photovoltaik kommt in der Natur nicht vor, so daß die Menschen den Halbleiter erfinden mußten.

Die Strommenge, die durch eine Solarzelle erzeugt wird, ist verglichen mit einer chemischen Batterie natürlich gering. Das Besondere an der Solarzelle aber ist, daß sie ohne Flüssigkeit, aggressive Chemikalien oder bewegliche Bauteile Strom erzeugt, solange sie der Sonne ausgesetzt ist.

Der US-Satellit Vanguard I war der erste seiner Art mit einer photovoltaischen Zelle, die dazu diente, die Funksignale des Satelliten zu verstärken. Noch nach etlichen Jahren konnten diese Signale auf der Erde empfangen werden.

Der Energiegehalt des Sonnenlichts, das während eines Jahres in einer relativ sonnigen Zone auf eine Fläche von der Größe eines Hektars niedergeht, liegt bei 3,8 Millionen Kilowattstunden. Wenn man in den Wüstenregionen der Erde, z. B. im kalifornischen Death Valley, der Wüste Gobi oder in der Sahara, beträchtliche Flächen mit Solarzellen eindecken würde, ließe sich damit der Strombedarf der Menschheit auf unbegrenzte Zeit decken.

Bei den ganzen Visionen gibt es nur ein Problem. Die Sonne scheint nicht immer und überall, um diese Menge zu erreichen. Ist der Himmel voller Wolken, scheinen die Strahlen nur verstreut und geschwächt durch und haben nicht die volle Leistung. Und die Wirtschaft hat das Prinzip, das Energie zu jedem Zeitpunkt und in ausreichendem Maße verfügbar sein muß. Das schaffen leider nur die großen Kraftwerke, wie zur Zeit die Kernkraftwerke. Es wird also, wie man es auch dreht, nie eine komplett saubere Energieversorgung geben können. Solange man sich dieser Tatsache bewußt ist, kann man versuchen, eine Harmonie zwischen den Energien zu finden.

Solarthermie

Als ,,Solarthermie" bezeichnet man die energetische Nutzung von Sonnenlicht mittels Abzug und Umwandlung in Wärme.

Grundsätzlich werden dabei zwei Bereiche unterschieden, nämlich der Niedrig- und der Hochtemperaturbereich.

- Im Niedrigtemperaturbereich wird die Strahlung der Sonne direkt oder über einen Wärmeaustauscher für die Erwärmung von Wasser oder anderen Wärmeträgermediums verwendet.
- Im Hochtemperaturbereich geht es hauptsächlich um die Umwandlung der Sonnenwärme in elektrischen Strom. Es können aber auch extrem hohe Temperaturen für Forschungszwecke erzeugt werden.

Die Umwandlung von Sonnenlich in elektrische Energie mittels Solarzellen gehört nicht zur Solarthermie.

Physikalisch gesehen besteht Sonnenlicht aus elektromagnetischen Wellen, deren Länge zwischen, 0,3 und 2,5 millionstel Metern liegt. Treffen diese Strahlen auf Materie, so werden sie absorbiert. Schwarze Materialien eignen sich besser zur Energiegewinnung, weil sie das Licht vollständig aufnehmen.

Thermische Solarkraftwerke

Thermische Solarkraftwerke nutzen die Energie der Sonne, um Wärmeenergie zu erzeugen, die später in elektrische Energie umgewandelt wird. Auch hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten, wobei nur die drei wichtigsten genannt werden.

- Bei Farmkraftwerken werden Parabolspiegel so eingestellt, daß dessen Brennpunkt auf ein durchsichtiges Rohr gerichtet ist. In diesen Rohren fließt Öl. Öl wird wegen seiner guten Wärmeleitfähigkeit genommen. Das Öl fließt durch einen Verdampfer und bringt dadurch Wasser zum verdampfen. Dieses treibt so eine Turbine an. Dieser treibt wiederum einen Generator an, der Strom erzeugt.
- Das Turmkraftwerk arbeitet fast genauso wie das Farmkraftwerk. Auch hierbei wird Öl erhitzt. Eine Vielzahl von Spiegeln auf die Spitze eines Turms gerichtet, der durch die Sonnenenergie sehr stark erhitzt wird. Das innere des Turmes wird mit vewrschiedenen Flüssigkeiten durchflossen, die erhitzt werden.
- Nach einem ganz anderem Prinzip funktioniert das Aufwindkraftwerk. Unter einer großen Glasfläche wird Luft erwärmt. Die warme Luft steigt in einem Turm auf und treibt eine Turbine an. Auch die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage ist sehr groß. Laut Prof. Dr. Schlaich würde bei einem 100 Megakraftwerk mit 80 Jahren Nutzdauer die Kilowattstunde nur 6 Pfennig kosten.

Solarchemie

Die Solarchemie läßt sich in die Bereiche Photochemie, Hochtemperaturchemie und Elektrochemie auf der Basis von Solarelektrizität unterteilen. Langfristig ist vor allem an die Herstellung synthetischer Energieträger als Ablösung fossiler zu denken. Meistens wird Wasserstoff in den Vordergrund gestellt, doch sind auch organische Verbindungen oder Metalle, z. B. Aluminium, mögliche Träger. Eine wichtige Möglichkeit bietet die Methanolproduktion als Kombination von Solarchemie und Nutzung von Biomasse - vor allem im Blick auf die Langzeitspeicherung und den leitungslosen Transport. Das sind Vorteile, die heute ausschließlich die fossilen Energieträger bieten.

Aufbau der Photovoltaik

Das Ausgangsmatrial der heute für Photovoltaik-Anlagen verwendeten Solarzellen ist einfacher Quarzsand. Aus dem Quarzsand wird unter hohem Energieaufwand eine Schmelze mit glasbildenden Oxiden hergestellt; am Ende bekommt man Glaswolle. Durch Auslaugen mit heißer Salzsäure entsteht hochreines Siliziumdioxid, das im Kohle-Lichtbogenofen zu Rohsilizium reduziert wird. Dabei entsteht das Gas Kohlenmonoxid, das verbrannt und als ,,Treibhausgas" Kohlendioxid an die Umwelt abgegeben wird.

Bei der weiteren Verarbeitung zu Reinstsilizium fallen Säuren an, die zwar neutralisisert, aber in Form von Salzen in einen Vorfluter geleitet werden. Wiederum unter hohem Energieaufwand wird das Reinstsilizium bei einer Schmelztemperatur von 1410°C umgeschmolzen und zu runden Barren gezogen (monokristalline Zellen) bzw. zu Blöcken gegossen (polykristalline Zellen). Die Endfertigung der Zellen erfolgt je nach Typ mit unterschiedlichen Verfahren. Trotz der aufwendigen Herstellung ist die Energiebilanz von Solarzellen insgesamt positiv: Die energetische Tilgung erfolgt abhängig vom Aufstellungsort etwa nach drei bis fünf Jahren Betriebszeit. Als Ernefaktor wird für Solarzellen aus heutiger Fertigung bis zu 10 genannt, wobei man von einer Lebensdauer des kompletten Solarmoduls von 30 Jahren ausgeht.

Prinzip der Photovoltaik

Solarzellen bestehen aus einem Halbleitermaterial. Die Lichteinstrahlung schießt quasi Elektronen aus ihren angestammten Bahnen in dem Silizium-Molkül (photoelektrischer Effekt), so das ,,Löcher" und freie Elektronen entstehen. Die freigesetzten Elektronen wandern zum Pluspol, die ,,Löcher" zum Minuspol - so kommt ein Gleichstrom zustande. Der photoelektrische Effekt läßt sich bei einer Vielzahl von Materialien beobachten, in der technischen Anwendung kommt aber fast ausschließlich Silizium zur Anwendung.

Dieses kommt als polykristallines und als monokristallines Silizium zum Einsatz.

Monokristallines Silizium hat eine höhere Stromausbeute pro Flächeneinheit und wird deswegen heutzutage bevorzugt verwandt.

Bei Wohnhäusern ist der sogenannte Netzparallelbetrieb die erste Wahl; in den Sommermonaten wird der überflüssige Strom an das Stromnetz des örtlichen Energieversorgers abgegeben, in den Wintermonaten wird Strom eingekauft. So werden etwa 70% des Solarstroms selbst verbraucht und 30% verkauft bei einer angenommenen Solaranlage von 10 Quadratmetern (Schätzwert).

Eine gute Anlage mit qualitativ hochwertigen Komponenten erzeugt in Süddeutschland ca. 900 - 1.100 kWh. Um den gesamten Jahresstrombedarf eines energiebewußten 4-Personen- Haushalts von ca. 2.700 kWh mit Solarstrom zu decken, reicht also eine PV-Anlage mit einer Leistung von ca. 3 kWp aus.

Bei einer Abweichung von der idealen Südausrichtung um bis zu 45° liegt der Energieverlust bei ca. 5%. Selbst bei Ost- bzw. West-Dächern ist die Energieeinbuße nur ca. 20%. Das heißt: Auch nicht optimal südorientierte Dachflächen sind problemlos für die Solarenergiegewinnung zu nutzen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wirtschaftlichkeit und Zukunftsvisionen

Zum Abschluß sollte man noch die ökonomischen und ökologischen Aspekte von Solaranlagen betrachten. Um die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage zu berechnen, bietet sich die Methode von Ravel an. Hierbei werden die Investitionskosten, der Zinssatz und die Lebensdauer der Anlage mit einberechnet. Hieraus kann man erkennen (siehe Tabelle), das derzeit selbst bei günstigen Bedingungen, der Preis für 1 Kilowattstunde nicht unter 1 DM sinken kann.

Im Vergleich dazu ist der Preis für Netzstrom mit derzeit ca. 0,25 DM pro Kilowattstunde um einiges billiger.

Dennoch sollte man hier die ökologischen Aspekte nicht vernachlässigen. Aber auch hier darf man nicht nur an den Betrieb der Anlage denken, sondern muß auch den Energeaufwand für die Produktion von Solarzellen mit berechnen. Dazu dient der kumultierte Energieverbrauch (eine Summe der gesamten für die Herstellung benötigten Energie), die energetische Amortisationszeit (der Zeitraum, bis die Anlage soviel Energie produziert hat, wie zu ihrer Herstellung nötig war), und der Erntefaktor (das Verhältnis des kumultierten Energieverbrauchs zur gesamten produzierten Energie). Durch diese Größen (s. Tabelle) kann man sehen, daß zwar ca. 20 bis 30% der Umweltfreundlichen Energie praktisch verloren gehen, aber der restliche Anteil sollte zum Denken anregen, ob uns das finanzielle Opfer von ca. 75 Pfennig pro Kilowattstunde für die Umwelt wert ist.

Wenn wir alle dieses kleine Opfer in Kauf nehmen und der Staat gleichzeitig mit Projekten wie dem 100.000-Dächer-Programm fördert, dann sehe ich für den umweltfreundlichen Solarstrom in Deutschland eine große Zukunft. Denn die Solarenergie wird dem Menschen, im Gegensatz zu den fossilen Energien, wohl nie ausgehen.

Sebastian Apel, Hannes Wedemeier

6 von 6 Seiten

Details

Titel
Sonnenenergie
Veranstaltung
Erdkundeunterricht, Thema "alternative Energien"
Note
2-
Autoren
Jahr
1999
Seiten
6
Katalognummer
V96237
Dateigröße
369 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es war die beste Arbeit zu diesem Thema, aber unser Lehrer sparte mit näheren Erläuterungen.
Schlagworte
Sonnenenergie, Erdkundeunterricht, Thema, Energien
Arbeit zitieren
Hannes Wedemeier (Autor)Sebastian Apel (Autor), 1999, Sonnenenergie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96237

Kommentare

  • Gast am 27.4.2001

    ha.

    DAs war gar nicht schlecht.Habe eine 1- darauf gekriegt. Danke

  • Gast am 18.2.2003

    Echt super.

    Die Arbeit hat mir sehr geholfen weiter so !!!

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Titel: Sonnenenergie



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