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Die Integration türkischer Migranten von 1960 bis in die Gegenwart

Zum Einfluss der sozio-ökonomischen Faktoren Arbeit, Wohnen und Familie

Titel: Die Integration türkischer Migranten von 1960 bis in die Gegenwart

Bachelorarbeit , 2010 , 63 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Susann Hajek (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Europa
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit dem Anwerbevertrag im Jahr 1961 kamen die ersten „Gastarbeiter“ aus der Türkei. Die Arbeit beleuchtet ihre Wohn-, Arbeits- und Familiensituation und stellt heraus, ob ein Zusammenhang zwischen diesen sozioökonomischen Faktoren und der Integration in die deutsche Gesellschaft besteht. Die bis in die Gegenwart reichenden Schwierigkeiten und Herausforderungen für die deutsche Gesellschaft und die türkischen Migranten stehen im Mittelpunkt.

Das erste Kapitel beginnt mit einer geschichtlichen Übersicht, über die damaligen politischen Regelungen sowie gesellschaftlichen Zusammenhänge, vom Beginn der staatlichen Anwerbeverträge 1955 bis zum Rückkehrförderungsgesetz 1983, um die darauf folgenden Probleme und Ereignisse nachvollziehen zu können. Wie bereits beschrieben, beschäftigt sich diese Arbeit mit drei Faktoren – Arbeit, Wohnen und Familie – und der Frage, welchen Einfluss diese auf die Integration der türkischen „Gastarbeiter“ hatten: Der erste Teil der vorliegenden Arbeit stellt die Arbeitsbedingungen und -voraussetzungen der türkischen Migranten sowie ihr Verhältnis zu Arbeitgebern und Gewerkschaften dar. Im zweiten Teil wird die Wohnsituation der türkischen Migranten und die damit verbundenen Ängste der deutschen Gesellschaft und Probleme der türkischen Bewohner betrachtet.

Der dritte Teil beschäftigt sich mit den familiären und kulturellen Besonderheiten (soziale und gesellschaftliche Ausmaße) der türkischen Migranten, die in ihrer meist ländlichen Herkunft und den, im Vergleich zur deutschen Kultur, konträren Traditionen und Lebensweisen begründet liegen. Außerdem werden die Schwierigkeiten und Möglichkeiten der ausländischen Kinder und Jugendlichen im Schul- und Ausbildungsbereich näher betrachtet. Der Bereich der Berufsausbildung wird nur am Rande beleuchtet, da sich dieses Kapitel der Arbeit vor allem auf den Komplex Schule konzentrieren soll. Der Mangel an Ausbildungs- und Arbeitsstellen betraf sowohl deutsche als auch ausländische Jugendliche, letztere jedoch durch verschiedenste Faktoren stärker. Da in der Schule der Grundstein für den weiteren Lebensweg gelegt wird, ist für diese Arbeit das Feld „Schule“ von größerer Bedeutung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1 ANFÄNGE EINES GESELLSCHAFTLICHEN WANDELS

1.1 WIRTSCHAFTSSTABILISATOR – „GASTARBEITER“

1.2 POLITIK DER WIDERSPRÜCHE

2 ARBEITEN IN DEUTSCHLAND

2.1 ARBEITSBEDINGUNGEN

2.2 TÜRKISCHE ARBEITSMIGRANTEN UND IHR VERHÄLTNIS ZUM ARBEITGEBER

2.3 TÜRKISCHE ARBEITSMIGRANTEN UND DIE GEWERKSCHAFTEN

3 WOHNSITUATION UND WOHNPROBLEME IN DEUTSCHLAND

3.1 ERSTE BLEIBE: SAMMELUNTERKUNFT

3.2 ERSTE WOHNUNG: SANIERUNGSBEDÜRFTIGER ALTBAU

3.3 KONKRETE ZUSTÄNDE DER WOHNUNGEN

3.4 GEFAHR DER GETTOISIERUNG

3.5 DAS BEISPIEL BERLIN-KREUZBERG

4 DIE FAMILIE IN DEUTSCHLAND

4.1 KULTURELLE DISPARITÄTEN

4.2 BILDUNGSMODALITÄTEN DER ZWEITEN GENERATION

5 PARALLELGESELLSCHAFT ODER MISCHKULTUR – GEGENWÄRTIGE INTEGRATIONSBEDINGUNGEN

5.1 AKTUELLE BEISPIELE EINER ERFOLGREICHEN INTEGRATION

5.1.1 Gegenwärtige Bildungschancen für Jugendliche mit Migrationshintergrund

5.1.2 Cem Özdemir

5.1.3 Kaya Yanar

5.1.4 Feridun Zaimoglu

5.1.5 Fatih Akin

5.1.6 Selbsthilfe

5.1.7 Ümit Bayam – Stadtplanung in Berlin-Kreuzberg

FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der sozio-ökonomischen Faktoren Arbeit, Wohnen und Familie auf die Integration türkischer Migranten in Deutschland im Zeitraum von 1960 bis in die Gegenwart. Das primäre Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen diesen Lebensbereichen und den Integrationschancen aufzuzeigen, wobei die historische Entwicklung sowie aktuelle Herausforderungen im Mittelpunkt stehen.

  • Historische Entwicklung der Anwerbeabkommen und deren Auswirkungen auf die Migration.
  • Analyse der Arbeitsbedingungen und der beruflichen Integration türkischer Arbeiter.
  • Untersuchung der Wohnsituation, inklusive der Problematik von Sammelunterkünften und der Gefahr der Gettoisierung.
  • Betrachtung familiärer Strukturen und der Bildungsmodalitäten der zweiten Generation.
  • Evaluation heutiger Integrationsbedingungen am Beispiel prominenter Erfolgsgeschichten und stadtplanerischer Ansätze.

Auszug aus dem Buch

1.1 Wirtschaftsstabilisator – „Gastarbeiter“

Die Ausländerpolitik der Bundesrepublik Deutschland war in den 1950er und 60er Jahren durch die Anwerbung von ausländischen Arbeitnehmern gekennzeichnet. Der Begriff „Gastarbeiter“ etablierte sich Anfang der 1960er Jahre in Deutschland und stand für die große Zahl der im Ausland angeworbenen Arbeitsmigranten, deren Aufenthalt zu Beginn nur temporärer Natur sein sollte. Diese Migranten – Personen, die die Aktivität der Migration ausüben oder ausgeübt haben – füllten die Arbeitsstellen aus, die durch fehlende Arbeitskräfte in Deutschland vorhanden waren. Inzwischen ist dieser Begriff allerdings nicht mehr gebräuchlich. Stattdessen wird vielmehr von ausländischen Arbeitnehmern oder ausländischen Mitbürgern gesprochen. Die ausländischen Arbeiter wanderten in die Aufnahmeländer ab, um der Arbeits- und Chancenlosigkeit in ihren Herkunftsländern zu entgehen.

Anfangs reagierte die Bundesregierung zurückhaltend, da zunächst den deutschen Arbeitslosen aus wirtschaftsschwachen Gebieten ein Arbeitsplatz zukommen sollte. Bei den Anwerbeabkommen mit der Bundesrepublik ging der Anstoß von den Entsendeländern selbst aus. Sie versuchten mit der Entsendung von Arbeitskräften eigene Probleme zu bewältigen. Dazu zählten u.a. die Reduktion der heimischen Arbeitslosigkeit oder außenpolitische Motive, wie es zum Beispiel beim Anwerbeabkommen mit der Türkei der Fall war.

Die Entwicklung der Ausländerpolitik in der Bundesrepublik Deutschland lässt sich in unterschiedliche Abschnitte gliedern. Eine Vierteilung, die anhand der Zahlen der erwerbstätigen Ausländer zu Stande kommt, gliedert die damalige Entwicklung am besten: Bis 1959/60 war die Zahl der ausländischen Arbeiter relativ niedrig und kaum gewachsen (1), sie erhöhte sich bis 1966 aber deutlich (2), und ging während der Rezession erneut zurück, fiel sogar auf ihren tiefsten Stand von 903.591 Arbeitern (3). In den Jahren 1967/68 bis 1973 stieg die Zahl der Ausländer um das Anderthalbfache von 1 Million auf 2,5 Millionen (4).

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der türkischen Arbeitsmigration nach Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Familie Akdeniz.

1 ANFÄNGE EINES GESELLSCHAFTLICHEN WANDELS: Überblick über die historische Entwicklung der Anwerbepolitik und die widersprüchliche Haltung der Bundesregierung.

2 ARBEITEN IN DEUTSCHLAND: Analyse der Arbeitsbedingungen türkischer Migranten, ihres Verhältnisses zu Vorgesetzten und ihre gewerkschaftliche Organisation.

3 WOHNSITUATION UND WOHNPROBLEME IN DEUTSCHLAND: Untersuchung der Unterbringung in Sammelunterkünften, Altbaugebieten und der Gefahr der Gettoisierung am Beispiel Berlin-Kreuzbergs.

4 DIE FAMILIE IN DEUTSCHLAND: Diskussion kultureller Unterschiede und der spezifischen Herausforderungen im Bildungssektor für die zweite Generation.

5 PARALLELGESELLSCHAFT ODER MISCHKULTUR – GEGENWÄRTIGE INTEGRATIONSBEDINGUNGEN: Darstellung moderner Integrationsbeispiele und stadtpolitischer Maßnahmen sowie ein Fazit zur gegenwärtigen Situation.

Schlüsselwörter

Gastarbeiter, türkische Arbeitsmigranten, Integration, Migration, Anwerbeabkommen, Wohnsituation, Arbeitsmarkt, Bildungschancen, Familie, Gettoisierung, zweite Generation, Parallelgesellschaft, Berlin-Kreuzberg, politische Maßnahmen, Sozio-ökonomische Faktoren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Einfluss der sozio-ökonomischen Faktoren Arbeit, Wohnen und Familie auf die Integration türkischer Migranten in Deutschland von 1960 bis in die Gegenwart.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Arbeitsbedingungen, der Wohnsituation, den familiären Strukturen, dem Bildungssystem sowie dem Prozess der gesellschaftlichen Integration und der Frage nach Parallelgesellschaften.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die soziologischen Zusammenhänge zwischen den genannten Faktoren und den Integrationsmöglichkeiten der türkischen Bevölkerung in die deutsche Gesellschaft aufzuzeigen und deren Wandel über Jahrzehnte zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Herangehensweise der Autorin ist soziologisch geprägt. Sie stützt sich auf eine Analyse historischer Ereignisse, statistischer Daten sowie auf Fallbeispiele.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden detailliert die Arbeits- und Wohnbedingungen, die Rolle der Familie, die Bildungsmodalitäten der zweiten Generation und aktuelle Beispiele für erfolgreiche Integration diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Gastarbeiter, Migration, Integration, Sozio-ökonomische Faktoren, Gettoisierung und Bildungsmodalitäten.

Welche Rolle spielt das Beispiel Berlin-Kreuzberg in der Arbeit?

Berlin-Kreuzberg dient als konkretes Fallbeispiel, um die stadtplanerischen Auswirkungen, die Bildung von Infrastrukturen durch türkische Migranten und die Segregationsprozesse in einem dicht besiedelten städtischen Raum zu untersuchen.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Gewerkschaften?

Die Gewerkschaften zögerten anfangs aus Angst vor Lohnkonkurrenz, türkische Arbeiter zu unterstützen, engagierten sich später jedoch zunehmend durch Informationsbroschüren und Schulungen, wobei das Ergebnis oft hinter den Erwartungen zurückblieb.

Ende der Leseprobe aus 63 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Integration türkischer Migranten von 1960 bis in die Gegenwart
Untertitel
Zum Einfluss der sozio-ökonomischen Faktoren Arbeit, Wohnen und Familie
Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Note
1,3
Autor
Susann Hajek (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
63
Katalognummer
V962489
ISBN (eBook)
9783346311757
ISBN (Buch)
9783346311764
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Migration Kulturwissenschaft Mobilität Europäische Politik Migranten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Susann Hajek (Autor:in), 2010, Die Integration türkischer Migranten von 1960 bis in die Gegenwart, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/962489
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Leseprobe aus  63  Seiten
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